Zum Inhalt springen

Passwort vergessen?

Jetzt registrieren

herr-der-ringe-film.de

Gesellschaft, Kultur, Freizeit » Bibliothek » B. B. Und wir meinen nicht die Brigitte!

sphnix

Gefährte

B. B. Und wir meinen nicht die Brigitte!

Sondern natürlich den Bert.

https://www.youtube.com/watch?v=aSLTvKC-P3Y



Dort, wo er herkam, ist er nicht geblieben.
Doch was er suchte, das war nicht zu finden,
und was er liebte, hat ihn bald vertrieben.



(so Enzensberger)

Gibt es hier Menschen, die ihn gelegentlich lesen? Was ich an Brecht schätze (ich schrieb das glaube ich schon mal), ist weniger ein spezielles Einzelwerk (wobei es sicher einige Gedichte gibt, auf die ich immer wieder mal zurückkomme), sondern der Gestus des Gesamten (des Werks wie der Produktion) - seine Neigung, sich Stoffe und Verfahren anzueignen, das Experimentelle, das Rücksichtslose, und natürlich das Beharren darauf, dass Literatur nichts ist, das die Elimination des Intellekts erfordert.

In diesem Sinne:
"[...]
9. Bei den Erdbeben, die kommen werden, werde ich hoffentlich
Meine Virginia nicht ausgehen lassen durch Bitterkeit
Ich, Bertold Brecht, in die Ashpaltstädte verschlagen
Aus den schwarzen Wäldern in meiner Mutter in früher Zeit."

(... sagt er selbst [im "Vom armen B. B. "], und er muss es ja wissen. )

Man liest nie mit dem Herzen gut.

Fake it while you can
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

sphnix

Gefährte

Es ist nur wegen dem Glitzer! denn danach schreit das Volk. [Re: sphnix]

https://www.youtube.com/watch?v=2Jnr1Kqtc-U

Man liest nie mit dem Herzen gut.

Fake it while you can
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

sphnix

Gefährte

Re: Es ist nur wegen dem Glitzer! denn danach schreit das Volk. [Re: sphnix]

AN DIE NACHGEBORENEN
(gekürzte Fassung)

Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!
Das arglose Wort ist töricht.

Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen..

Zufällig bin ich verschont. (Wenn mein Glück aussetzt
Bin ich verloren.)

Die Kräfte waren gering.

So verging meine Zeit
Die auf Erden mir gegeben war.

Aus der Flut
In der wir untergegangen sind
taucht keiner auf.


Bearbeitet nach hier:
https://www.lyrikline.org/de/gedichte/die-nachgeborenen-740

Man liest nie mit dem Herzen gut.

Fake it while you can
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

sphnix

Gefährte

Vergessen wir nicht den Brecht! [Re: sphnix]

... Auch wenn ich der einzige hier zu sein scheine, der was für ihn übrig hat.

„Ach, nur der flüchtige Blick
Sah sie genau
War nur durch solchen Trick
Mann meiner Frau.“
[...]
Haben die Zeit vertan
Bis uns die Zeit getrennt
Und, schon den Mantel an
Uns dann umarmt am End.


(Aus: „Ach, nur der flüchtige Blick“, Suhrkamp Gedichte, S. 1021)

Man liest nie mit dem Herzen gut.

Fake it while you can
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

athameg

Gefährte

Re: Vergessen wir nicht den Brecht! [Re: sphnix]

Bist du nicht. Ich habe sehr viel für ihn übrig.

Früher suchten die Hexen ihre Alraunen unterm Galgen, heute suchen sie sie im Internet. "Die Welt ist im Wandel", in der Tat.
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

sphnix

Gefährte

Re: Vergessen wir nicht den Brecht! [Re: athameg]

Ich fand die Marie A. ja immer etwas überschätzt. Nich schläch-schlächt, aber halt nicht das beste von Brechts Gedichten, sondern eher etwas konventionell:

Erinnerung an die Marie A.

1
An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.

2
Seit jenem Tag sind viele, viele Monde
Geschwommen still hinunter und vorbei
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen
Und fragst du mich, was mit der Liebe sei?
So sag ich dir: Ich kann mich nicht erinnern.
Und doch, gewiß, ich weiß schon, was du meinst
Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer
Ich weiß nur mehr: Ich küsste es dereinst.

3
Und auch den Kuss, ich hätt' ihn längst vergessen
Wenn nicht die Wolke da gewesen wär
Die weiß ich noch und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiß und kam von oben her.
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer
Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.

zitiert von hier:
https://www.deutschelyrik.de/erinnerungen-an-marie-a-916.html

Jetzt hab ich den Text letztens aus pragmatischen Gründen wiedergelesen, und da fiel mir doch wieder auf, dass da etwas ist, was mir gefällt (und was eben nicht im diffusen 08/15-"Mädchen plus Kuss plus Natur"-Gepladdere aufgeht), nämlich die im Text geschilderte Dynamik der Erinnerung und der sich verschiebenden Gegenstände der Erinnerung (Hinweis: ich will nicht darauf hinaus, dass das eine besonders tolle neue Erkenntnis wäre ).

Menschheit, was meinst du zu diesem Gedicht?

Man liest nie mit dem Herzen gut.

Fake it while you can
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

sphnix

Gefährte

Das Gedicht in 2 Threads (1) [Re: sphnix]

Brecht liest den Thomas Mann
und sagt: "Der kann nicht schreiben!" ...

Man liest nie mit dem Herzen gut.

Fake it while you can
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht
Zusatzinformationen
Thread drucken