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Spiel & Spaß » Das Mathom-Haus » Hahnebüchene Erklärungen für ganz alltägliche Phrasen

sphnix

Gefährte

Hahnebüchene Erklärungen für ganz alltägliche Phrasen

Sphinx hatte da mal eine wunderbare Idee, für die damals die Zeit noch nicht bereit war. Aber da der Fortschritt bekanntermaßen galoppiert, ist sie es jetzt bestimmt:
http://archiv.herr-der-ringe-film.de/showflat.php/Number/3203867#Post3203867

Ein lohnenswertes Unterfangen, um den Alltag wissenschaftlicher zu gestalten!
Nehmen wir etwa die reizende Wendung:

Das Kind mit dem Bade ausschütten.

Woher kommt sie?

Moses war ein kleines Hebräerbaby im Land der Ägypter, und seine Mutter war Wäscherin. Weil sie eine hartarbeitende Frau war und noch kein Calgon und Lenor hatte, musste sie von früh bis spät schrubben und bekam wie alle vorneuzeitlichen Menschen keine optimale Work-Life-Balance hin. Außerdem gab es für die Hebräer im Ägypterland keine KiTas. Also musste sie ihren Baby-Moses immer an den nicht TÜV-geprüften Arbeitsplatz mitnehmen. Auch Moses große Schwester Miriam hatte keine Zeit, aufzupassen, denn in der finsteren vormodernen Zeit hatten die Kinder keine Kindheit. Miriam musste also ebenfalls schrubben, und außerdem die Nilkrokodile fernhalten (durch Gebete). So lange Moses ein winziger Säugling war, ging das noch, denn da hatte seine Mami ihn einfach im Tragetuch, obwohl sie so alt und krumm wurde mit ihren 19 Jahren. Aber als er älter war, ging das nicht mehr, und sie musste ihn am Waschplatz rumkrabbeln lassen.

Eines Tages nun war es richtig heiß, und die Mosesmami war sehr unkonzentriert, und Miriam wurde gerade von sieben Krokodilen gleichzeitig angegriffen. Und da geschah es, dass Moses - so ein typischer wilder kleiner Junge eben! - herumtobte und unbemerkt in eine der Badewannen mit Wäsche fiel. Seine Mutter merkte es nicht, und als sie das Waschwasser ausgoss, flutschte der Baby-Moses mit und plumpste in einen auf dem Wasser treibenden Waschkorb der Dienerinnen der Prinzessin. Die kamen gelaufen, nahmen den Waschkorb, fanden Moses und klauten ihn ganz einfach seiner Mutter. Die war natürlich traurig, aber Moses machte ganz schön Karriere.

Und darum sagt man auch heute noch Das Kind mit dem Bade ausschütten, wenn jemand unverhofft auf dem sozialen Treppchen mehrere Stufen gleichzeitig nach oben fällt.

Das Leben, das ich akzeptiere, ist das schlimmste Argument gegen mich selbst
(Crevel)
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sphnix

Gefährte

Re: Hahnebüchene Erklärungen für ganz alltägliche Phrasen [Re: sphnix]

"Jemanden auf den Keks gehen"

Die Wendung kam auf, als im Jahre 1789 in der schönen Stadt Waldenberge ein Bäckerlehrling lebte, der sich in den Kopf gesetzt hatte, Seiltänzer zu werden. Das sein Meister ihm dies nicht gestattete, übte der Lehrling heimlich, indem er 100-200 Keks auf ihre Kanten gelegt aneinanderreihte und auf diesen zu gehen versuchte. Dabei wurden natürlich zahlreiche Kekse der Zerkrümelung anheim gegeben, und der Meister war dementsprechend angenervt und verbat sich diese Betätigung. Jedesmal, wenn der Lehrling wieder mit seinem Seiltanzwunsch kam, blaffte der Meister ihn an: "Geh er mir nicht wieder auf den Keks, übler Bube!"

So kam das.

Das Leben, das ich akzeptiere, ist das schlimmste Argument gegen mich selbst
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Amata

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Re: Hahnebüchene Erklärungen für ganz alltägliche Phrasen [Re: sphnix]



"It's all in Hogwarts: A History."
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sphnix

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Re: Hahnebüchene Erklärungen für ganz alltägliche Phrasen [Re: Amata]

Jemandem einen Korb geben


Gerlinde war eine schöne Maid. Herr Horst-Leonhard seinerseits war ein stattlicher Maidenkenner und -schätzer. Eines Tages ging Gerlinde mit einem Korb voller Eier zum Markt, da kam ihr Herr Horst-Leonhard entgegen. "Du schöne Maid!", sagte Herr Horst-Leonhard. "Möchtest du nicht mit mir in just jenem Gebüsch am Wegesrand verschwinden und dich von mir begattungsakten lassen?"
"Mal sehen", sagte Gerlinge. "Herr Horst-Leonhard, ich habe nämlich meine Prinzipien. Zwar seid Ihr ein stattlicher Maidenkenner und -schätzer, doch zum Begattungsakten gehören für mich auch die holde Himmelsliebe sowie ein Grundvertrauen in die wirtschaftliche Potenz des Begatters. Wie wäre es, verkauft mir doch meine Eier hier, und wenn ihr mir beim Verkaufen mehr erwirtschaftet, als ich hätte erwirtschaften können, so will ich euch in just jenes Gebüsch am Wegesrand folgen. Na?" Damit gab sie ihm den Korb.
Herr Horst-Leonhard war die Sache etwas peinlich, doch er machte sich auf, um auf dem Markt Eier zu verkaufen - eine für einen so stattlichen Herrn eine ziemlich unstatthafte Beschäftigung. Unterdessen rief Gerlinde aber all ihre Freundinnen zusammen, und bald strömten sie alle auf dem Marktplatz, um Herrn Horst-Leonhard mit Hohn und Spott zu überschütten. Herr Horst-Leonhard sah, dass er betrogen worden war, und er ärgerte sich so, dass er nie mehr eine Maid höflich fragte, sondern sie hinfort gleich ins Gebüsch zerrte.
Wir aber verwenden heute noch die Wendung jemanden einen Korb geben. Siehe, dies ist eine wahre Geschichte.

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Geändert durch sphnix (16.01.2018 12:55)

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Re: Hahnebüchene Erklärungen für ganz alltägliche Phrasen [Re: sphnix]

In Bezug auf:
Wir aber verwenden heute noch die Wendung jemanden einen Korn geben.


Prost!

Der einfachste Weg führt aufs Abstellgleis
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sphnix

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Re: Hahnebüchene Erklärungen für ganz alltägliche Phrasen [Re: Der große Hobbit]

oh verdammt

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Re: Hahnebüchene Erklärungen für ganz alltägliche Phrasen [Re: sphnix]

und es heisst nicht Maid sondern Mägdelein.
In Bezug auf:
Deutschlandradio Kultur leitet in einer Sendung im April 2008 die Herkunft der Redensart aus dem „Korbtanz“ im niederdeutschen Bereich ab, bei dem ein tanzwilliges Mägdelein auf einem Stuhl sitzt, einen Korb im Schoß. Ist es schön genug, gibt es leicht zwei Bewerber. Dem einen reicht sie den Korb, dem anderen die Hand zum Tanze. Immerhin darf sich der Abgewiesene dann hinsetzen und samt Korb warten: auf zwei Mägdelein.


https://de.m.wikipedia.org/wiki/Einen_Korb_geben

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sphnix

Gefährte

Re: Hahnebüchene Erklärungen für ganz alltägliche Phrasen [Re: Der große Hobbit]

"Den Löffel abgeben"

Diese schöne Wendung stammt aus einer Zeit, da Erkenntnis und Weisheit noch nicht mühsam durch Lektüre, Denken usw. errungen werden mussten. Vielmehr war es damals so, dass die Weisheit aus den tiefen Brunnen der Dörfer sprudelte wie der süße Brei im Märchen. Wer weiser werden wollte, ging also zum Brunnen, schöpfte sich ordentlich Weisheit in sein Schälchen und löffelte los. Da nun für den richtig trainierten Geist der Tod ein tolles Abendteuer und total erstrebenswert ist, kam es regelmäßig dazu, dass Leute, die von der Weisheit schon richtig viel intus hatten, wen Wunsch verspürten, sich im Brunnen zu ersäufen. Ehe sie das taten, gaben sie natürlich den Löffen an jemanden ab, denn sie waren keine Verschwender. Und so etablierte sich "den Löffel ageben" allmählich als Bezeichnung fürs Sterben.
(vgl. auch: "Die Weisheit mit Löffeln gefressen haben")

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Amata

Gefährte

Re: Hahnebüchene Erklärungen für ganz alltägliche Phrasen [Re: sphnix]

Ich mag diesen Thread.

"It's all in Hogwarts: A History."
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Keks

Gefährte

Re: Hahnebüchene Erklärungen für ganz alltägliche Phrasen [Re: Amata]

Ich hasse den Fehler im Titel

Pero este no es el mundo que yo quiero.

Ich finde tackern super. Ich finde, man sollte viel mehr tackern.
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