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Spiel & Spaß » Das Mathom-Haus » "ICH sage das!" - Zitate-Thread

Pyr

Gefährte

Re: Und was macht Klaus so? [Re: Morion]

Morion schrieb:
Kannst du den zweiten Satz unter 3. ausführen?

(Und ggf. 4. Das scheint mir ein sehr reduziert geäußerter Gedanke)



Ich meine damit, dass (gerade, weil es sich eben nicht so verhält) den Menschen der Kapitalismus mit all seinen Kategorien und Bedingungen und Folgen als unverrückbare Naturtatsache erscheint. Infolgedessen muss jedes Stück erfahrener Realität, die mit dieser angeblichen Naturgesetzlichkeit irgendwie kollidiert, sie infragezustellen nahelegt, abgewehrt werden, um an der bestehenden Verfasstheit der Welt nicht einmal in Gedanken zu rütteln - auch wenn die Konsequenzen dieses "Weiter so!" wortwörtlich mörderisch und irre werden.
Deswegen sind dann auch Gestalten wie Naidoo, oder, relevanter, Trump oder Bolsonaro eben nicht so lächerlich, wie sie scheinen. Präziser ausgedrückt: Sie führen nur die irrsinnige Logik des Alltags und der Welt, wie sie tatsächlich ist, zu ihrer vollends irren Konsequenz, weswegen es dem realitätsangepassten Alltagsmenschen und seinem "gesunden Menschenverstand" schlecht ansteht, sich von ihnen zu distanzieren. Klimaschutz? Widerspricht dem realen Diktat des Profitzwanges und muss daher als "Hirngespinst" ignoriert werden.

Dazu vielleicht erhellend:

Claus Peter Ortlieb schrieb:
Die Warenform, also die gesellschaftliche Bestimmung von Dingen, Waren zu sein, ist in der modernen bürgerlichen Gesellschaft dadurch zur allgemeinen Form geworden, dass der Kapitalismus die Arbeitskraft zu einer Ware gemacht hat, über die ihre Träger frei verfügen können, frei von persönlichen Abhängigkeitsverhältnissen, frei von allen Zwängen außer dem einen, Geld verdienen zu müssen. Dieser unpersönliche Zwang allerdings ist umfassend, Geld daher zum einzigen Zweck aller Arbeit und der Verkauf der eigenen Arbeitskraft (ihr Tausch gegen Geld) zur vorherrschenden Form der Reproduktion geworden. Vor die Befriedigung eines jeden konkreten Bedürfnisses hat die Warengesellschaft das Geld gesetzt. Das Bedürfnis, über möglichst viel Geld zu verfügen, wird daher zum Ersten, für alle Gesellschaftsmitglieder gleichen, abstrakten ''Eigeninteresse'', also einem Interesse, das alle gleichermaßen haben, gleichwohl als wirtschaftliche Monaden in Konkurrenz zueinander verfolgen müssen. [...]

Die in diesem abstrakten Sinne freien und gleichen Subjekte des Warenverkehrs imaginieren sich als autonome Einzelne, die sich ihren Lebensunterhalt durch ihre Arbeit redlich ''verdienen''. Von der thatcheristischen Version des Neoliberalismus wird diese Illusion geradezu zum Programm erhoben, wenn sie feststellt, es gebe keine Gesellschaft, sondern nur Einzelne. Auch die antisemitische Wut über ''Spekulanten, die ihr Geld ohne Arbeit verdienen'', oder gar über ''Sozialschmarotzer'', die von ''unseren'' Steuergeldern leben, wird hieraus gespeist. Die Kehrseite dieses illusionären Bildes vom ''homo faber'' ist das Elend des Arbeitslosen, der seine Arbeitslosigkeit nur als selbstverschuldet begreifen kann und ''nicht mehr Manns genug, seine Familie zu ernähren'' letztendlich sein Lebensrecht verwirkt sieht. Dabei sollte angesichts des inzwischen erreichten Niveaus der Arbeitsteilung und der Vernetzung der Produktion jedem modernen Menschen klar sein, dass er von seiner konkreten Arbeit allein keine Woche überleben könnte.*

Dem Schein der Autonomie des Einzelnen korrespondiert der Schein der Naturhaftigkeit des ökonomischen Prozesses, der den wirtschaftlichen Monaden als ein gesetzmäßiger gegenübertritt und sich offenbar nur noch mit den Naturwissenschaften entlehnten Konzepten der Systemtheorie beschreiben lässt. Doch anders als etwa die Himmelskörper in ihrem Lauf kommen gesellschaftliche Systeme, und mögen sie als noch so verselbständigt erscheinen, ohne Menschen nicht aus.

In diesem doppelten Sinne ist das bürgerliche Subjekt der eigenen Gesellschaftlichkeit nicht bewusst: Verpflichtet nur der eigenen Reproduktion, für die es als Einzelner doch gar nicht sorgen kann, füttert es mit abstrakter Arbeit die Megamaschine der Kapitalverwertung, für deren Lauf es gleichwohl keine Verantwortung übernimmt, da es ihn als naturgesetzlich, außerhalb der Reichweite des eigenen Handelns stehend erfährt.

* Ein mittelalterlicher Bauer, der seine Reproduktion in weit höherem Maße autonom besorgen konnte, dürfte ein weitaus stärkeres Bewusstsein für die Außensteuerung seines Lebens gehabt haben als ein moderner Mensch.



(Quelle; Fußnoten von mir in der Form modifiziert)

Beitrag auf Wunsch geändert
Gruß Kari


Gommorah is a nursery rhyme
you won't find in the book.
It's written on your city's face,
just stop and take a look.

(Sixto Rodriguez)


In ihrem Schweigen gegen die Erlebnisberichte der Individuen wird die Totalität das letzte Wort behalten.

Geändert durch Kari (09.05.2020 10:25)

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sphnix

Gefährte

Wenn man am liebsten wiedre zum Analphabeten werden würde? Dann: [Re: Pyr]

In Bezug auf:
Lesen macht Mut ‐ lies mal wieder!


[Reklamemist für einen Zeitschriftenverlag]

"Mut machen" ist so ne Wendung, wo ich auch nur noch kotzen kann, wenn ich davon höre
und "ermutigend" natürlich


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Caddy

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Re: Wenn man am liebsten wiedre zum Analphabeten werden würde? Dann: [Re: sphnix]

»Seit Jahrzehnten trickst die FDP das öffentliche Gedächtnis aus: Egal wie ablehnenswert das Ausgangspersonal der Partei auch immer ist – die fortschreitende Regression der jeweils nachfolgenden Generation lässt die Alten in deutlich gnädigerem Licht erscheinen.«
(Quelle)



Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

Aber nein, das tut Caddy nicht. Natürlich tut Caddy das nicht.
~ William Faulkner, Schall und Wahn
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sphnix

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Re: Wenn man am liebsten wiedre zum Analphabeten werden würde? Dann: [Re: Caddy]

Ist das nicht ein generelles, die FDP weit überschreitendes Phänomen?


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Caddy

Gefährte

Re: Wenn man am liebsten wiedre zum Analphabeten werden würde? Dann: [Re: sphnix]

Nö, sehe ich bei anderen deutschen Parteien, abgesehen von der AfD, jetzt eher nicht. Mir fällt jedenfalls auf Anhieb kein anderes Beispiel ein.

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~ William S. Burroughs, »Octopus«

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sphnix

Gefährte

Re: Wenn man am liebsten wiedre zum Analphabeten werden würde? Dann: [Re: Caddy]

Ich meinte das jetzt gar nicht auf Parteien beschränkt oder fikussiert - sondern einfach der Prozess, dass vieles, was dämlich ist, einem 10 Jahre später zumindest wie das kleinere Übel vorkommt


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Caddy

Gefährte

Re: Wenn man am liebsten wiedre zum Analphabeten werden würde? Dann: [Re: sphnix]

Gerade dann ist es doch aber erstaunlich, dass das bei Parteivorsitzenden tendenziell nicht aufgeht und AfD und FDP hier die Ausnahme bilden.

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Pyr

Gefährte

Re: Wenn man am liebsten wiedre zum Analphabeten werden würde? Dann: [Re: Caddy]

Die WIO-Liste schrieb:
Liest einen Beitrag in Ardapedia
Spezial:Linkliste/Aus_meine_Fecherchen_geht_auch_hervor,_dass_Frdo_oft_gefurzt_hat_und_sehr_schnell_Blähungen_gehabt_hat._Einer_Legende_zufolge_sool_er_mit_seinem_Pups/Furz_eine_Ork_umgebracht_haben.



Hatte ich das schon mal geposted?

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(Sixto Rodriguez)


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sphnix

Gefährte

Re: Wenn man am liebsten wiedre zum Analphabeten werden würde? Dann: [Re: Pyr]

"Mein Bart ist keine Affektiertheit!"
(Riker)


Einer seiner besten Sätze


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Caddy

Gefährte

Re: Wenn man am liebsten wiedre zum Analphabeten werden würde? Dann: [Re: sphnix]

»Abraham sucht eine Frau für seinen Sohn Isaak. Doch wird die schöne Rebekka einwilligen? Gottes Plan hängt plötzlich vom Willen einer jungen Frau ab.«

Ich dachte ja, dass es sich dabei um ein parodistisches Format handeln muss, bei dem Bibel-Geschichten als Soap Opera nacherzählt werden – aber anscheinend ist das in dieser Form ernstgemeint.

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

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