Zum Inhalt springen

Passwort vergessen?

Jetzt registrieren

herr-der-ringe-film.de

Gesellschaft, Kultur, Freizeit » Actors Club » Zuletzt gesehene Filme - 37

Sarwen

Gefährte

Re: Zuletzt gesehene Filme - 37 [Re: Corydoras]

Deutschland von oben - Der Kinofilm
Eine sehr schöne Doku über unser Heimatland,in gestochen scharfen Bilder.
Der Film zeigt ein ganzes Jahr,wie in Deutschland sich die Natur und die Städten von der Küste bis zu den Alpen verändert.
Es wurden nur Luftaufnahmen gemacht und eine sehr schöne Musik kompeniert.

Nin o Chithaeglir,lasto beth daer:
Rimmo nin Bruigen dan in Ulaer!
Nin o Chithaeglir,lasto bethe daer:
Rimmo nin Bruinen dan in Ulaer! ~ Arwen
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

sphnix

Gefährte

<- [Re: Sarwen]

Im Westen auf ein Neues
12 Punkte zu Ballon

1. Gründe, sich den Film anzuschauen: Also, ich mag ja viel am Stil der 70er. Nicht alles, aber vieles; die Nicht-Fest-Kleidung, beispielsweise (die Festkleidung bei der Jugendweihe ist allerdings schlimm): Die weiten Jeans, die bunten Oberteile. Und mittlerweile ist jeder Knabe ohne Undercut ein ästhetisches Aufatmen für mich; ich glaube, ich finde mittlerweile sogar Schnurrbärte ein klein bisschen weniger hässlich als den Undercut. Außerdem ist der rothaarige ältere Sohn der Familie ziemlich hübsch. Und der blaue Wartburg auch recht nett anzusehen, wenn man, wie ich, eckige Autos etwas lieber mag als die heutigen aerodynamischen. Und dann dieser schöne, leuchtende Ballon vor dem dunklen Nachthimmel, patchworkbunt, wie ein Testbild!
Also, als Stummfilm wäre das vielleicht ein echt reizender Film. So was, das im Hintergrund in einer Bar laufen kann.

2. Der Film ist ein absolut übler Propagandafilm. Ein prokapitalistischer Propagandafilm.

3. Ich sage das garantiert nicht, weil ich irgendwelche Sympathien für irgendwelche seinerzeitigen staatskapitalistischen* Ost-Systeme habe; und ich halte selbige auch nicht für eine Antithese zum Westen.

4. Der Film ist u. a. deswegen so üble Propaganda, weil er dem 08/15-Action-/Abenteuerfilm-Schema bedenkenlos und ohne Rücksicht auf den Stoff nachspinnt. Das hat zur Folge, dass „der Westen“ funktional/strukturell der heilige Gral und das absolute Positivum ist, das DDR-Leben das zu behebende Problem, und die DDR-Funktionäre die zu überlistenden Antagonisten. Das Schema ist: Die Guten tun mit technischer Intelligenz, Mut, Geschick und allerlei Fertigkeiten die Bösen überlisten.
Paradigmatisch der folgende Wortwechsel von Mutter und jüngerem Sohn:

Sohn: Und was ist, wenn es mir im Westen nicht gefällt?
Mutter: Es wird dir im Westen bestimmt gefallen.**

Muss es in diesem Film auch. Denn "der Westen" ist das Gute. Dass er das ist, ist nichts, was der Film diskursiv verhandelt; es ist die stumme Voraussetzung seiner Erzählstruktur.

5. Kollateralschaden 1 dieser Struktur: Sie strebt von ihrem Stoff weg. (Ich werde das, fürchte ich, häufiger als einmal sagen müssen. ) Der Actionfilm drängt auf eine Hopp-hopp-Spannung, wo es Schlag auf Schlag geht, wo die Antagonisten den Protagonisten immer ganz knapp auf den Fersen sind, wo man bestimmt „mitfiebern“ soll usw., weswegen dem Film ja auch zugeschrieben wird, dass er ein Thriller ist. Das gibt der Stoff (und der Film wichst ja recht demonstrativ auch mit „historisch“ und „authentisch“ und „nach einer wahren blablubb“ rum) nicht her. Auch nicht in seiner mit unglaubwürdigen, dämlichen 08/15-Szenen fiktional aufgepeppten Form.
„Spannend“ kann der Film eigentlich nur für Zuschauer sein, deren Spannungsempfindungen pawlowsch auf Hollywood-Reizsignale (schnelle Schnitte, erwartbare Effekte, penetrante musikalische Ausrufezeichen-Beschallung) reagieren.
Die Spannungslosigkeit kommt nicht daher, dass man eh weiß, wie es ausgeht. Sie kommt daher, dass man die technischen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten nicht hinlänglich erfährt, mit denen a) die Guten und b) die Bösen operieren. Für einen Film, der wesentlich davon handelt, wie technisch versierter Trickser ein bissl cleverer sind als die Stasi usw. (vom ideologisch Widerwärtigen solchen Aufbaus schweige ich an dieser Stelle), wäre es spannungsmäßig betrachtet essentiell, dass der Zuschauer ungefähr darüber in Kenntnis gesetzt wird, was geht und was nicht; woher die Gefahren drohen und woher nicht. Diese Details werden aber so versatzstückhaft präsentiert, dass eine darauf aufbauende Spannung nicht funktioniert. Wer auch nur ein paar Millimeter aus dem Diktat der Oberflächenspannung (schnelle Schnitte, Beschallung, dramatische Sätze vom Fließband) ausschert und den Fehler begeht, nachzudenken, dem bieten sich vor allem Löcher im Erzählgewebe:
Wieso jubeln Vater und Sohn, nachdem sie es geschafft haben, ein Ballon-Anheizproblem zu lösen, ewig herum, während munter die Flamme brennt, anstatt selbige sowohl aus Sparsamkeit wie auch aus Furcht vor Entdeckung erst einmal zu löschen? Wieso ist es auffällig, wenn der eine Fluchtwillige näht, aber die Schweißarbeiten sind es nicht so sehr (mag Gründe geben, aber sie werden nicht erzählt)? Wieso fährt die Familie mit dem Wartburg vor den Stoffladen, indem sie ihre verdächtige Ballonseide erwirbt, anstatt in der Nebengasse zu parken***? Was kann die Stasi, was nicht? Wüsste man, wie rasch sie normalerweise für Ermittlungen braucht, wüsste man, in welchem Zeitrahmen die Fluchtwilligen sich bewegen, dann könnte hier eine aus der Geschichte sich entwickelnde Spannung entstehen. Aber auf sowas verschwendet der Film ja keine Zeit.

6. Kollateralschaden 2: Das Schema vernichtet die Figuren. Das heißt: Es lässt nicht zu, dass die Figuren plastisch werden. Das heißt: Es lässt keine Figuren zu.
Warum? Weil eh klar ist, dass man in den Westen will, dass das das Ziel und das Gute und Richtige ist, und Punkt. Wenn schon keine Zeit fürs Verhandeln technischer Details ist, dann erst recht nicht für Verhandeln ideologischer, gedanklicher, lebenspraktischer Ambivalenzen, wenigstens nicht übers Kaulquappenstadium hinaus. Im Grunde erfährt man nicht, warum diese Leute dieses Risiko und den Abbruch fast all ihrer bisherigen sozialen Beziehungen in Kauf nehmen, um in den Westen zu gelangen. Die eine Frau hat eine kranke Mutter drüben, ok. Und der Sohn will ein BMX-Rad. Und die andere Frau hat einen Bruder, der - aber das ist eine Weile her - quasi ein DDR-Opfer ist. Aber diese Gründe sind blasse Motivationsatome, deren Bedeutung für das Leben der Protagonisten nicht ausgearbeitet wird. Die Hauptsorge, um die sich alles dreht, ist: Schaffen wir es rüber oder nicht? Alles andere ist angeklebt. Anstatt ein bisschen in den Alltag - das enervierende, zur Flucht drängende des Alltags - einzudringen, wird „Wir wollen fliehen“ ja schon vorausgesetzt, und um dann doch ein bissl „Menschliches“ zu haben, werden flugs Schema-Probleme erfunden, zum Beispiel die sinnfreie Lovestory mit der Nachbarstochter. Ansonsten sind die Männer „Kommschon, kommschon!“-Figuren (-> an der Lösung technischer Probleme orientiert), und die Frauen sind Fotzendarsteller (also mit Sorge beschäftigt: Sorge um den Mann, Sorge um die Kinder, ein bisschen Flugangst, Kinderfürsorge).

7. Der Film ist nicht schlecht gespielt, und - auch wenn oft klischee-nullsatzhaltig - ich habe schon schlimmere Dialoge in deutschen Filmen gehört. Nur: Was die Darsteller spielen mussten, ist teilweise bescheuert. Karasek hat mal gesagt, dass er nicht mag, wenn das Gretchen schon bei seinem ersten Auftritt so verhärmt aussieht, als wüsste es, was ihm bevorsteht. Hier schaut die Familie **** in gewissen Situationen auf offener Straße so unverstellt bedroht drein (damit der Zuschauer auch ja weiß, dass das hier eine gefährliche Szene ist)... also wenn ich ein Stasimensch wäre, ich hätte die längst verhaftet.

8. Und alles so unendlich vorhersehbar. Da ist das „Vorsicht vor dem Hund!“-Schild, und schon weiß man, dass gleich der Hund aus dem Hinterhalt bellen wird, und WUFF!, da isser schon. Und so weiter. -the film is a saddening bore/ 'Cause I wrote it ten times or more ...

9. Auch ziemlich abstoßend: Die Physiologisierung von Gut und Bös. Die Guten: zieht man das für heutige 08/15-Ästhetik entstellende Zeitcolorit (das sich nebenbei in Grenzen hält) ab, dann erhält man lauter adrette, 08/15-hüpsche Flüchtige, eine 08/15-mainstreamhüpsche Kindergärtnerin, die keine Verräterin ist, und lauter schmierige oder sonstwie-08/15-hässliche Antagonisten. Und die zwei versagenden unhübschen Grenzsoldaten haben Klischee-Versagergesichter.

10. Nochmal zu Stoff und Schema: Es gibt ja einen anderen bekannten deutschen Actionfilm, der heißt Der Baader-Meinhof-Komplex. Der schafft das mit der Spannung besser, obwohl er auch grottig ist. Der Komplex hat das Problem, dass er tendenziell natürlich nicht darauf hinaus will, dass Terror cool ist, aber genau das zeigt. Und warum? Weil die RAF via einer langen popkulturellen Rezeption und dank des Stilbewusstseins ihrer Hauptakteure halt Sexappeal hat. Mehr als Horst Herold, und - zurück zum Thema - erst recht mehr als die DDR und ihre renitenten Bürger. Der Actionfilm braucht aber genau diesen Sexappeal bei seinen Protagonisten, und im Grunde auch bei seinen Antagonisten.
Nun hat „Ballon“ eigentlich die These, dass der ganze DDR-Apparat nicht nur irgendwie-bös und überwachungs-bedrohlich, sondern auch ineffizient, sperrig, zäh, ein bissl angerostet ist. Doch er zeigt (z. B.) die Überwachungsbedrohung nicht als etwas, was das Leben langsam durchfrisst, sondern als etwas, das sehr situativ und akut den Blick auf eine Art und Weise paranoisiert, die eher dem Blick des Verfolgten im Hollywoodfilm ähnelt. Durch solche Beschleunigungen, ein paar semi-coole Sprüche usw. bekommen die Figuren eine Oberflächencoolness, die ihnen der Film zum Teil inhaltlich aber wieder absprechen muss, und die mit der Handlung nicht recht harmoniert. Das Schema, auch weil Tempo eines seiner wichtigsten Spannungssimulationsinstrumente ist, vergewaltigt seinen Inhalt.

11. Zuück zur Ideologie: Dass sie aufgrund des Actionfilmschemas bereits rettungslos ekelhaft ist, habe ich schon gesagt. Ich will dieses Schema auch im Fantasyfilm nicht sehen, aber dieser Film beharrt darüber hinaus auf seinem faktualen, historischen Kern; schon ganz zu Anfang, wo er pathetisch der an die 500 Grenztoten gedenkt, die dür die DDR Landesverräter waren. Und dann kommt die Rezeption, und zieht Flüchtlinge-heute-Parallelen
(hier etwa; ganz am Schluss: https://www.epd-film.de/filmkritiken/ballon)
und natürlich drängt sich das auf, und gleichzeitig geht der Film auch damit nicht ernsthaft um. Kann er auch nicht unter der (wie gesagt: strukturellen) Voraussetzung, dass "der Westen" gleich "die Guten" ist.
Denk man die Gegenwart mit, kommt man plötzlich in ein Relativierungsdenken - denkt, dass ca. 500***** Tote****** in 25 Jahren weniger sind als 1500 in einem Jahr
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges...nken-mittelmeer ;
dann ärgert man sich, dass man sich auf derartigen Quantitätenvergleiche überhaupt gedanklich einlässt, dann denkt man, dass ein DDR-Flüchtling es aufgrund nationalistischer Grundvoraussetzung der Weltordnung in der BRD vermutlich vergleichsweise leicht hatte; dann wieder denkt man sich, dass man eigentlich gar nicht derart relativieren will; dass man sehr wohl bereit wäre, sich auf die spezifischen Leiden eines wie auch immer von der DDR bedrohten oder eingeengten Menschen einzulassen, wenn diese Leiden nur konkret dargestellt wären (und also sinnvollere historische Vergleiche jenseits von "Was ist schlimmer?", "Wer war böser?" und "Wer hat mehr Leute umgebracht?" ermöglichen würden). Das idiotische Schema von Ballon zwingt einem in einen Widerwillen gegen seine Ideologie, die Empathie mit den Figuren nicht mehr zulässt

12. Es war eine Schnapsidee, aus diesem Stoff einen Actionfilm zu machen. Ein Actionfilm ist vollkommen außerstande, Geschichte einzufangen.

13. Warum hat man diesen Stoff eigentlich überhaupt verfilmt?



-------------------------------
*Begriff wird in Anlehnung an Kurz gebraucht
** Zitat aus dem Gedächtnis widergegeben, also möglicherweise nicht Wort für Wort widergegeben.
*** Man könnte hier mit „Realismus“ argumentieren, also damit, dass die historischen Flüchtigen eben keine cleveren Actionhelden waren, sondern Menschen in Bedrängnis, die eben auch Fehler gemacht haben. Aber hier klaffen halt dann einfach Erzählmuster und Stoff wieder elend auseinander.
**** Apropos Familie: Wie hier ganz selbstverständlich der heilige liebende Familienzusammenhalt in Szene gesetzt wird, das kann im Sissi-Film auch nicht schlimmer sein. Nur arbeitet der halt mit anachronistischen Codes, die wir als verlogenen Kitsch decodieren können.
***** Ich hab mal gegooglet: Man kann auch noch die ca 150 in der Ostsee ertrunkenen Toten dazurechnen; was der Film nicht gemacht hat; nimmt sich aber alles in allem nichts
****** Nebenbei ist es eigentlich ziemlich vielsagend, dass man einen Film nicht über die Erschossenen gedreht hat, sondern über die, die es "geschafft" haben. Über Gewinner, nicht über Verlierer. Das allein ist Ideologie in schönster Form.


Es ist wahr: ich verdiene noch meinen Unterhalt
Aber glaubt mir: das ist nur ein Zufall. Nichts
Von dem, was ich tue, berechtigt mich dazu, mich satt zu essen.
Zufällig bin ich verschont. (Wenn mein Glück aussetzt
Bin ich verloren.)


(Brecht)

Geändert durch sphnix (04.10.2018 15:14)

  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Corydoras

Gefährte

Re: Zuletzt gesehene Filme - 37 [Re: Sarwen]

Krystal

Ein wirklich schwacher Film, bei dem William Macy mitspielt und Regie führt. Das erste kann er gut, das zweite sollte er lassen. Der Film eiert ohne Richtung durch die Gegend und ist dann aus. Nick Robinson sollte aufpassen, in welchen Filmen er mitspielt. So gern ich ihn habe, gefestigt ist der in Hollywood noch lange nicht. Zum Glück hat er in diesem Jahr auch schon "Love, Simon" auf seinem Konto.

The Man Who Killed Don Quixote

So viele Leute beschweren sich darüber, dass derzeit nur Sequels und Remakes und Superhelden im Kino sind... Trotzdem ist jeder Marvel Film gesteckt voll und bei dieser Filmperle sitzt man zu dritt im Kino. Das Zeug ist da, sehen will es trotzdem niemand!
Der Film erinnert mich in vielerlei Hinsicht an "The Fall" (der mit Lee Pace), denn auch hier verschwimmt Fantasie mit Realität zu einer skurrilen Mischung. Schöne Bilder, originelle Ideen, getragen von einem großartigen Adam Driver und einem ebenso großartigen Jonathan Pryce.

A Star is Born

Der Film hat mir über weite Strecken sehr gut gefallen. Ich mag es, wenn Musiker als normale, nahbare Menschen dargestellt werden, das finde ich wesentlich interessanter als das ausschweifende Rockstarleben. Der Film verliert für mich persönlich aber am Ende an Spannung. Obwohl ich das Original nicht kenne ist alles fürchterlich vorhersehbar. Lady Gaga spielt ihre erste Filmrolle aber durchaus gut.

___________________________________


Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?

Heirs of Durin
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

sir_gabi

Gefährte

Re: Zuletzt gesehene Filme - 37 [Re: Corydoras]

In guten Händen (2011)

Im viktorianischen England landet ein ambitionierter junger Arzt, der wegen der Engstirnigkeit der älteren Ärzte keine neuen Methoden wie einen Verbandswechsel anwenden kann, bei einem Frauenarzt. Zu diesem kommen viele reiche Frauen, die nach Meinung der Ärzte unter der Hysterie leiden und bekommen eine Befriedigung per Hand vom Arzt, was dieser natürlich nicht als Befriedigung ansieht, da Frauen ja nur beim direkten Sex Lust empfinden können.
Der ältere Frauenarzt hat zwei Töchter, die eine lieb und brav, die ihrem Vater den Haushalt führt und die der junge Arzt ganz reizend findet. Die ältere Tochter ist hingegen eine Frauenrechtlerin und führt ein Haus für die arme Bevölkerung, wobei sie ständig Geldsorgen hat ... Ach so, am Ende entwickeln der junge Arzt und ein reicher Freund den ersten Vibrator, denn dann muss ein Arzt nicht mehr stundenlang selbst Hand anlegen ...

Ohne vorher irgendwas von dem Film zu wissen, habe ich ihn auf Netflix angestellt. Insgesamt ein netter Film, denn an Schauspielern, Ausstattung etc. kann man nix aussetzen.

Trotzdem ist der Film doch sehr belanglos und man hätte deutlich mehr draus machen können. Warum wird das Thema z. B. die ganze Zeit aus Sicht des jungen Arztes gezeigt? Das ist doch uninteressant und kann sich jeder mehr oder weniger von selbst denken. Spannender wäre es doch, wenn man diese Arztbesuche aus der Sicht von einer oder mehreren "hysterischen" Frauen gezeigt hätte. Dann hätte die Frauenrechtlerin nicht dem Arzt erklären müssen, dass es die Krankheit "Hysterie" gar nicht gibt.

Mich hätte interessiert, wie sich die Frauen über diese Arztbesuche ausgetauscht haben, welchen Einfluss das auf ihr Leben hatte usw. Darüber erfährt man nichts in dem Film. Man sieht nur Frauen, die früher oder später einen Orgasmus bekommen und weil der junge Arzt das offenbar gut kann, stehen sie schnell in langen Schlangen vor der Praxis.

Schade, dass die Regisseurin Tanya Wexler diese Chance total verpasst hat und mal wieder einen Film aus der Sicht der Männer gemacht hat. Das einzige, was ein männlicher Regisseur vielleicht nicht gemacht hätte, war die Auswahl der Frauen, die eben nicht nur jung und sexy waren sondern jeglichen Alters und Körpermaße.

2 von 5 unbefriedigten Frauen

Mads Mikkelsen — der coolste Däne seit Hamlet!
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Corydoras

Gefährte

Re: Zuletzt gesehene Filme - 37 [Re: sir_gabi]

Es geht weiter mit meinem Keanu Reeves Projekt. Noch streame ich ja alles, weil das alles noch Filme mit abgelaufenen Lizenzen sind, sodass ich bequem im Zug schauen kann. Lange wird das eh nicht mehr so weitergehen. Keanus Durchbruch rückt näher....

6) The Brotherhood of Justice (1986) – Es wundert mich, dass ich noch nie von diesem Film gehört habe, denn hier bevölkern auch noch Lori Loughlin (21, wie Keanu), Kiefer Sutherland und Billy Zane (beide 19) dieselbe High School. Ansonsten ist nicht viel zu sagen, der Film ist erbärmlich schlecht und die Dialoge richtig peinlich. Keanu bekommt hier allerdings den ersten Filmkuss seines Lebens. Und in einer Szene liegt er unter einem Auto, um eine Bombe zu entschärfen. Wo hab ich das nur schon mal gesehen?
(Sogar seine Frisur ist in dem Film übel)


7) Flying/Dream to Believe (1986) – Das ist ein klassischer 80er-Sportfilm-Flashdance-Klon in dem ein junges Mädel versucht so eine Turn-Meisterschaft zu gewinnen, während ihre bösen Kolleginnen gegen sie intrigieren. Klischee ohne Ende. Keanu spielt einen tollpatschigen Typen, der in das Mädel verliebt ist, sie will ihn zuerst nicht (wie unrealistisch…) und wie er sie dann doch kriegt, haben sie die vermutlich schlechteste Teenie-Sexszene der Filmgeschichte. Weil ich „Meilensteine“ mitschreibe: Ja, es ist das erste Mal, dass Keanu in einem Film oben ohne zu sehen ist.

8) Under the Influence (1986) – Es folgt ein sehr schweres Drama über einen Alkoholiker, der nicht nur sich, sondern seine ganze Familie zerstört. Keanu spielt den Sohn der Familie, der einerseits versucht, alles zusammenzuhalten, andererseits dem Alkohol genauso verfällt wie sein Vater. Seine Schauspielleistung ist überraschend gut, er hat da einige richtig gute Gefühlsausbrüche drinnen. Weniger berauschend ist seine Gesangsleistung, denn in einer Szene singt er „Hungry Heart“, mehr schlecht als recht.


9) Babes in Toyland (1986) – Keanu gilt ja vor allem als Schauspieler für Action, SciFi, Thriller und hier und da einen Liebesfilm. Dass er aber auch in einem richtig billigen 80er Trash-Fantasyfilm mitgemacht hat, wusste bis vor kurzem nicht mal ich als ehemaliges Keanu Fangirl. Hier wird ständig gesungen (lustigerweise als Voice-Over) und der Abzieh-Bösewicht bekämpft, bis er – für einen Kinderfilm höchst interessant – am Ende mit Schusswaffen besiegt wird. Alles an diesem Film ist so glorreich schlecht (Kostüme, Kulissen, Dialoge, Plot), dass ich kurz davor stand, mein Keanu-Projekt anzuzweifeln. Und dann dauert der Film noch 2,5 Stunden! Die Hauptrolle wird übrigens von einer 11jährigen Drew Barrymore gespielt.
Achso, und es ist ein Weihnachtsfilm:


10) River’s Edge (1987) – Endlich ein richtig guter Film! Ich wusste schon als Kind von diesem Film, wollte ihn immer sehen, aber er war immer zu einer Zeit im Fernsehen, wo ich nicht mehr schauen durfte (und ich hätte den echt nicht mit 12 sehen sollen). Heute ist er halt zu alt fürs Fernsehen.
Aus eigentlich völliger Willkür bringt ein Jugendlicher seine Freundin um, zeigt seinen Freunden stolz die Leiche und alle reagieren relativ gleichgültig. Der ganze Film ist von einer extremen Trostlosigkeit durchzogen. „Rural human trash“ ohne jeglicher Zukunftsperspektive sozusagen. Dass Keanu kein überragender Schauspieler ist, weiß ich, aber in diesem Film ist er wirklich toll. Dasselbe trifft auf Crispin Glover zu. Dennis Hopper ist auch dabei. Und der Soundtrack besteht aus sehr viel Slayer.
Und naja, langsam fängt er an gut auszusehen...


___________________________________


Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?

Heirs of Durin
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Corydoras

Gefährte

Re: Zuletzt gesehene Filme - 37 [Re: Corydoras]

(Schau nur ich Filme?)
(Nerv ich mit so vielen Reviews?)

Zum zweiten Mal hintereinander kam in der Sneak ein Film, den ich nicht mal am Schirm hatte:

A Happening of Monumental Proportions

Der Film beginnt mit einem Vater und seiner Tochter. Er geht in die Arbeit, sie geht in die Schule. An beiden Orten geschehen kuriose Sachen und am Ende läuft alles zusammen. Ein solider 0815 Film, der weder überragend ist, noch wehtut. Interessant ist jedoch, dass über den Filmverlauf hinweg immer wieder kurz bekannte Schauspieler eingestreut werden während die Hauptdarsteller alle eher unbekannte Gesichter sind. Als dann auch noch Keanu Reeves auftauchte, musste ich eh lachen. Als ob sies gewusst hätten!

___________________________________


Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?

Heirs of Durin
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

NaugrimNogrod

Gefährte

Re: Zuletzt gesehene Filme - 37 [Re: Corydoras]

Ich mag deine Reviews, Cory
mach bitte weiter
Ich schaue zur Zeit halt fast nur Serien, das passt hier nicht rein

~~**~~**~~**~~
Like gravity, karma is so basic we often don’t even notice it
~~°°~~°°~~°°~~
Und was wir heute nicht gesehn, das ruft uns morgen, fortzugehn
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht
Re: Zuletzt gesehene Filme - 37 [Re: NaugrimNogrod]

Jetzt bist du nicht mehr chronologisch ....

  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Corydoras

Gefährte

Re: Zuletzt gesehene Filme - 37 [Re: Ash_Nazg_Thrakatuluk]

Nö, den häng ich einfach ganz hinten wieder dran. Solang ich das mach, kann ich zwischen der korrekten Chronologie so viele Keanu Filme sehen, wie ich möchte. :P

(was ich nicht mutwillig tu, weil irgendwann ist auch wieder genug. )

___________________________________


Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?

Heirs of Durin
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Corydoras

Gefährte

Re: Zuletzt gesehene Filme - 37 [Re: Corydoras]

Gestern war ich in meinem 80. Kinofilm in diesem Kalenderjahr und es ist auch der Film, mit dem ich endlich M überhole, mit der ich mich diesbezüglich im freundlichen Wettstreit befinde.

Bad Times at the El Royale

Mich hat der Trailer sehr angesprochen, zusätzlich gibt es ja noch diese Geschichte, dass Drew Goddard selbst während der Verkaufsphase ein großes Geheimnis um das Drehbuch gemacht hat. Deswegen hätte ich mit einem revolutionären Plot voller Twists und Reveals gerechnet.

Nun... der Film ist durchaus gut und interessant, aber die aufgestauten Erwartungen erreicht er zumindest für mich keineswegs. Die Hintergrundgeschichten der Figuren sind teilweise recht unspektakulär und trotz der Zeit, die sich der Film für die Vorstellung nimmt, bleiben sie größtenteils ohne Tiefe.
Der Aufbau des Films ist genauso spannend und erfrischend unkonventionell wie die Kameraführung oder der Einsatz von Musik. Der Plot hingegen ist teilweise wesentlich vorhersehbarer als gedacht. Und da ist er eine Mischung aus And then there were none und Pulp Fiction.

Chris Hemsworth ist in dem Film ein Parodie seiner selbst. Ich glaub der trägt in keiner einzigen Szene ein Shirt... Die besten schauspielerischen Leistungen kommen interessanterweise von den beiden unbekanntesten Namen im Cast: Cynthia Erivo und Lewis Pullman.

___________________________________


Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?

Heirs of Durin

Geändert durch Corydoras (12.10.2018 10:22)

  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht
Zusatzinformationen
Thread drucken