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Mittelerde & andere phantastische Welten » Die Gaukler-Stube » Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel VIII

thilwen

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel VIII [Re: DerDunkelgraue]

Isengar hatte noch kurz seinem Sohn nachgesehen und wollte sich gerade wieder zur Stadthalle zurückwenden um nach Elva zu schauen, da sah er neben einem zerstörten elbischen Zelt Ascarion vor einem undefinierbaren Haufen Metall stehen, über dem eine dunkle Staubwolke schwebte. Der Elb war leichenblass und schwankte leicht, während er die Hände auf den Unterleib gepresst hielt. Isengar sprang schnell zu ihm und stützte ihn. „Holla, Ascarion! Du schaust nicht gut aus. Halt dich an mir fest, ich bringe dich zur Stadthalle. Dort sind sie gerade richtig gut im Leute wieder zusammenflicken. Auch ein paar Elben helfen dort mit!“

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„Wie dem auch sei - Man braucht Leute mit Verstand für diese Abenteuer - was auch immer - Geschichte!"
"Dann wirst Du gewiss nicht ausgewählt, Pip!"
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RoisinDubh

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel VIII [Re: Ailin]

Kára hielt es nicht mehr auf der schmalen Bank, auf die der Heiler sie gedrängt hatte. Kaum als sie Frótha sah, sprang sie auf. Den Schmerz, der ihr Bein hinaufschoss, ignorierte sie - Frótha lebte, und vielleicht konnte sie erzählen, wie es den anderen ergangen war.
"Frótha! Bei Durin, ich bin so froh, dich zu sehen." Sie fasste die Kriegerin am Unterarm. "Erzähl schon, was geht da draußen vor sich? Adler? Ich habe von Adlern gehört - was soll das heißen, haben wir gewonnen? Wo sind die anderen, geht es ihnen gut? Oder -"
Sie ließ den letzten Satz unbeendet. Zu groß war die Angst vor der Antwort. Fest entschlossen nahm Kára sich vor, das Zelt jetzt sofort zu verlassen und das Schwert wieder in die Hand zu nehmen, sollte Frótha schlechte Nachrichten bringen. Niemand würde sie davon abhalten. Sie waren alle noch da draußen. Finbar, Ailin, Pado, Ori... und nicht zuletzt Thorin.

"Mahal hat uns Zwerge hart und ausdauernd gemacht. Unsere Knochen sind wie der Fels, aus dem er unsere Väter formte, und in unseren Adern fließt das Blut heißer als flüssiges Gold.“ - Kára

~~~

"I belong with my brother!"
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Damaris

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel VIII [Re: RoisinDubh]

Ascarion wusste nicht wie lange er da lag, doch irgendwann drang ein lautes Brummen in seine Ohren und der Schmerz kam zurück. Er öffnete die Augen und orientierte sich. Er musste auf Thranduils Baldachin gelandet sein, so wie es den Anschein machte. Wenn die Lage nicht so ernst gewesen wäre, hätte er wohl verbittert aufgelacht. Die Valar waren offenbar gnädig mit ihm gewesen. Langsam rutschte der Elb das Zelt hinab und stöhnte direkt wieder gequält auf, weil ein Schwall Blut aus seinem Unterleib schoss. Er presste seine Hand darauf und wollte eben zum Turm hochsehen, als direkt neben ihm mit einem gewaltigen Krachen sein Feind auf den Asphalt schlug. Ohne sich zu rühren oder irgendetwas zu sagen, beobachtete er Úrondur, der sich unter großer Anstrengung versuchte aufzurichten und seinen Bolzen aus dem Herzen riss. Als er seine letzten Worte an den Elben wandt, schüttelte Ascarion nur resigniert den Kopf. Er wollte etwas erwidern, doch hielt er sich zurück, als er realisierte, dass der Schatten leibhaftig am Sterben war. Es war nicht Mitleid, das er empfand, auch nicht Respekt für den gebrochenen Krieger, aber irgendetwas in ihm hielt ihn zurück, Úrondur weiter mit Boshaftigkeit zu überschütten. Der ehemalige Númenorer sollte nach diesem ebenbürtigem Kampf seinen Frieden finden... Nach einigen Momenten, in denen sich die beiden nur schwerschnaufend auf ihre Wunden konzentrierten, begann der Schatten zu Staub zu zerfallen. Als er in die Luft gehoben wurde und ein rötlicher Lichtstrahl in alle Richtungen schoss, wich der Elb ein paar Schritte zurück und rührte sich dann nicht mehr, bis Úrondur aus dieser Welt geschieden war und seine Rüstung als letztes Beweisstück seiner Existenz auf den Boden gefallen war. Es war vorbei. Doch keine Freude konnte Ascarion empfinden, nur Genugtuung, dass er die Welt vor ihm gerettet hatte und doch das beunruhigende Gefühl, dass er selbst noch nicht gerettet war. Als er gerade mit Schwanken begann und ihm bewusst wurde, dass er seine Blutung stoppen musste, bevor er erneut zusammen brechen würde, hörte er eine bekannte Stimme hinter sich und dann einen vorsichtigen Griff an seiner Seite. "Isengar, du bist wohlauf", stellte er fest, als er den alten Hobbit neben sich erblickte. Zuerst zögerte er, als Pados Vater ihn zur Stadthalle bringen wollte. Er brauchte einen Heiler, der in der elbisch Heilkunst bewandert war, doch hatte er keinen Überblick wo sich die Elbenfürsten oder die Istari aufhielten, als der Hobbit aber dann seinen Gedanken zu lesen schien, und ihm erklärte, dass dort auch Elben halfen, nickte er zustimmend und gemeinsam begaben sie sich langsam zur Halle.

—(•· To be forgotten is worse than death ·•)—
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DerDunkelgraue

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel VIII [Re: Damaris]

Als die Adler und Beorn der Armee aus Gundabad den Gar ausgemacht hatten, begleitete Ardagast Beorn auf den Weg hinunter zu den Toren des Erebors. Auch dort waren noch Feinde übrig, um die sie sich kümmern mussten. Doch schon nach kurzer Zeit flohen diese ebenfalls und versuchten ihre verdorbenen Leben zu retten. Viele waren nicht mehr übrig geblieben. Die Rettung kam wirklich in allerletzter Sekunde. Siegreich hob Ardagast seinen Stab in die Höhe. ''SIEG!!! WIR HABEN GESIEGT!!!''', war aus allen Ecken und Enden zu vernehmen. Sie hatten wahrlich gesiegt. Doch ein Blick über das Schlachtfeld lieferte den Beweis, dass es ein äusserst kostspieliger Sieg war. Viele mussten ihr Leben lassen und für einen kurzen Moment, als alles um ihn herum still wurde, dachte sich der Zauberer, ob all dies wirklich nötig gewesen war. Wäre es besser gewesen, den Drachen dort ruhen zu lassen? Dann wäre all dies nie passiert. Bevor er den Gedanken zuende führen konnte, hörte er plätzlich einen lauten Knall aus Thal und sah noch im letzten Moment, wie rotes Licht in den Himmel geschossen wurde. Der Zauberer blickte verwirrt dorthin. Was konnte das wohl gewesen sein? Blitzartig sprang er von Beorns Rücken herunter und schlug dem Bären dankbar auf die Schulter. ''Danke für alles, Beorn. Du hast uns einen guten Dienst erwiesen. Ich werde es dir nicht vergessen!'', sagte Ardagast und nickte ihm anerkennend zu. Der gewaltige Bär erwiderte nur mit einem tiefen Grunzen.

Anschließend eilte der Zauberer geschwind über die Brücke zwischen der Ebene und Thal und eilte durch den Torbogen in die Stadt hinein. Nach kurzer Zeit erreichte er den Schauplatz der Explosion und sah auf den Boden nur eine große Lache voller Blut und eine Rüstung. Verwundert packte der Zauberer die schwarze Robe und sah sie sich genauer an. ''Úrondur'', stellte er sofort fest und warf die Rüstung angewidert fort. ''Ascarion'', sagte er, doch von dem Elben fehlte jede Spur. Ein Blick auf den Boden zeigte ihm Blutflecken, die von diesem Ort wegführten. Ob der Elb etwa auch verletzt war? Dem Anschein nach muss es ein harter Kampf gewesen sein. Geschwind eilte der Zauberer den Blutspuren nach. Nicht einmal zwei Häuser später sah er schon, wie ein schwer gezeichneter Elb und ein Hobbit in Richtung der Stadthalle unterwegs waren. Ardagast holte schnell auf und tauchte neben den beiden auf. Ascarion sah noch weit mehr mitgenommen aus, als er es geahnt hatte. Seine Hand presste er gegen einen schwer blutenden Unterleib. Er schien bereits viel Blut verloren zu haben. ''Ihr lebt'', stellte Ardagast zufrieden fest und nickte Ascarion und Isengar zu. ''Aber du meine Güte Ascarion, du siehst schrecklich aus'', fügte er grinsend hinzu. ''Geht es, oder soll ich dir unter die Arme greifen?'', fragte der Zauberer besorgt, während sie weiterhin langsam zur Stadthalle liefen.

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Damaris

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel VIII [Re: DerDunkelgraue]

"Hab schon bessere Tage hinter mir", meinte Ascarion mit einem Anflug eines Lächelns, als er seinen alten Freund sah. Dann wurde er wieder ernst. "Der Schatten hat mich übel erwischt. Aber den Preis für seinen Tod im Gegenzug, habe ich gerne gezahlt." Auch wenn die beiden langsam neben dem Elben liefen, gab Ascarion das Tempo vor und zwang sich schneller zu gehen. Die Blutung musste gestillt und genäht werden. Um alles weitere konnte er sich hinterher kümmern. "Erzähl mir, was ich von der Schlacht verpasst habe", presste er hervor. Er konnte etwas Ablenkung nun gut gebrauchen.

—(•· To be forgotten is worse than death ·•)—
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Finbar

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel VIII [Re: Damaris]

Finbar hatte sich schließlich von der Szenerie gelöst und war den Weg zurückgekehrt, den er fliegenderweise hergekommen war. Links und rechts sah er nichts als Tod und Verderben. Und Blut - so viel Blut. Wie ferngesteuert lief er weiter auf der Suche nach Leben.
Hier stöhnte ein ihm unbekannter Zwerg, dem ein Speer in der Brust steckte. Alles, was Finbar für ihn tun konnte, war bei ihm zu bleiben und ihm die Hand zu halten, bis es vorüber war.
Dort gab ein Ork,der sich langsam über das Schlachtfeld mühte, kehlige, krächzende Laute von sich, bevor ein Schwall Blut aus seinem Mund schoss und er zusammenbrach. Finbar beachtete ihn nicht.
Und da hinten lagen zwei Menschen, der Mann hatte sich beschützend über die Frau gebeugt, aber die Verletzungen an ihrem Kopf waren so stark, dass sie vermutlich sofort tot gewesen war. Seine Worte hallten in Finbars Ohren: "Mina! Miiiina, wach auf! Wach doch auf, es ist vorbei!"
Finbar ging weiter. Was er in diesen Minuten erblickte, würde er niemals wieder vergessen! So viele Tote! Frauen, Kinder, Freund und Feind!
Sein Blick glitt zu dem kleinen Felsvorsprung, auf dem er sich von Borin hatte trennen müssen. Er konnte nichts sehen, aber sicherlich lag der Körper des alten Zwergen noch dort. Sie würden ihn aufbahren, mit den anderen. Wieder traten Tränen in Finbar's Augen. Aber dieses Mal waren es friedliche Tränen, taube Tränen. Und es waren Tränen, nicht nur für seine Schwester und den König, sondern für alle, die hier heute so tapfer gekämpft - und gewonnen hatten!
Und dann, irgendwann, Finbar wusste schon gar nicht mehr, wie lange er unterwegs gewesen war, hörte er endlich, endlich, eine bekannte Stimme.

- . - . - . - . - . - . - . - . - . - . - . - . - . - . - . -
Khagam menu penu shirumund!

Finbar

Geändert durch Finbar (16.04.2018 12:41)

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thilwen

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel VIII [Re: Damaris]

Sobald sie die Stadthalle erreichten, ließ Isengar Ascarion in Ardagasts Obhut und machte sich auf die Suche nach einem der anwesenden Elben. „Herr Elb!“, sprach er einen an, der sich gerade von einem verletzten Elben abgewandt hatte. „Ich brauche Eure Hilfe!“ Ein durchdringender Blick überflog ihn von oben bis unten. „Nun, Herr Periannath! So wie es ausschaut, seid Ihr nur oberflächlich verwundet. Nichts was elbischer Heilkunst bedürfte!“
Isengar runzelte die Stirn und schüttelte den Kopf: „Nein, Herr, wie Ihr richtig bemerkt habt, bin ich nicht schwer verletzt. Doch mein Freund und Lebensretter Ascarion von Mithlond dort hinten,“ er deutete an eine Stelle, wo Ardagast gerade Ascarion half sich sehr vorsichtig niederzulassen, „war in heftigem Zweikampf mit einem Wesen, dessen Herkunft eine sehr Düstere gewesen sein dürfte! Und er ist wirklich übel am Unterleib verletzt. Bitte schaut ihn euch eilens an!“ Der Elb nickte kurz und eilte in die angegebene Richtung. Puh, keine längeren Diskussionen. Isengar war es leid sich mit diesen Waldlandelben herumzuschlagen. Warum waren diese nur so widerborstig? Die Elben Eriadors, die er auf seinen Reisen kennengelernt hatte, waren da deutlich umgänglicher gewesen, obwohl sie natürlich auch irgendwie - hm - speziell waren.

Müde lehnte er sich kurz gegen die Wand. Das war einfach nichts mehr für einen Hobbit seines Alters. Da wurde er am Arm gezupft. „Isengar, geht es dir gut? Hier, trink mal was!“ Tilda stand vor ihm und musterte ihn ähnlich intensiv wie der Elb eben, aber mit anderem Ergebnis. Offensichtlich meinte sie, er könne ihre Hilfe gut gebrauchen. Dankbar nahm er den Becher an, den sie ihm entgegenstreckte. „Danke, Tilda! Das tut wirklich gut! Habt Ihr die Schlacht gut überstanden?“ Er reichte ihr den Becher zurück.
Sie nickte und schüttelte fast gleichzeitig mit dem Kopf. „Ja, nein, also Sigrid und mir geht es gut.“ Isengar sah sie alarmiert an, da fuhr sie schon fort: „Aber Bain sieht schlimm aus. Nein, Isengar, keine Angst, er sieht nur schlimm aus, gehen tut es ihm ziemlich gut dafür. Er gibt gnadenlos an, was er alles geleistet hat.“ Isengar nickte erleichtert. „Aber Vater hab ich noch nicht gesehen.“ Es kam etwas bedrückt. Der Hobbit strich dem jungen Mädchen über den Kopf. „Hab keine Angst. Eben sah ich ihn noch draußen, die letzten Angreifer aus Thal verjagen. Er sah auch nicht gut aus, aber was erwartet man nach so einer Schlacht. Nichts, was nicht bald wieder geheilt wäre!“
„Danke, Isengar!“ Die Kleine seufzte, „so einen Tag möchte ich nicht wieder erleben!“ „Nein!“ Isengar sagte es sehr nachdrücklich, „ich auch nicht! Aber ich habe Pado gefunden! Das ist immerhin etwas!“ Ein Leuchten ging über Tildas Gesicht: „oh, dann habt ihr es endlich geschafft! Bestimmt hat er sich sehr gefreut dich zu sehen!“ Isengar verzog etwas das Gesicht „Nun, zuerst nicht, aber das ist eine andere Geschichte! Sag mir lieber wie es Elva geht!“ Tilda runzelte die Stirn. „Ich weiß es nicht genau. Sigrid hat Jarrick zu ihr gebracht!“ „Na, dann geht es ihr bestimmt schon viel besser!“ meinte Isengar. „Ich muss mal wieder nach meinem Elben schauen. Wir sehen uns später, Tilda, und danke für das Wasser!“

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DerDunkelgraue

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel VIII [Re: Damaris]

Vorsichtig setzten sich der Zauberer und der Elb auf eine der wenigen Sitzmöglichkeiten, platzte doch die Stadthalle durch die vielen Verletzten aus allen Nähten. Es war sehr viel Blut. Beinahe seine ganze Hose war voll davon. Vorsichtig riss der Elb die Stelle auf: dies offenbarte eine tiefe und schwer blutende Wunde. Úrondur hatte offenbar ganze Arbeit geleistet. Es grenzte beinahe ein ein Wunder, dass der Elb noch lebte. Während Isengar auf der Suche nach einem Heiler war, erzählte Ardagast, was passiert war. ''Wie erwartet, führte der Schatten ein weiteres Heer von Gundabad aus in die Schlacht. Doch bevor sie den Rabenberg erreichten, kamen Radagast und die Adler in letzter Sekunde und wendeten das Blatt. Es war wirklich in allerletzter Sekunde. Mit der zweiten Streitmacht hätten sie den Erebor mit Sicherheit eingenommen. Mehr habe ich selbst noch gar nicht mitbekommen. Ich weiß nicht was mit Thorin und Azog ist, oder wo die anderen sind. Unter den toten habe ich bisher niemanden erkannt. Immerhin sind Isengar und Pado wohlauf!'', erklärte der Zauberer, während schon der elbische Heiler auf sie zutrat. ''Danach musst du mir noch erzählen, wie dein Kampf mit Úrondur abgelaufen ist...mit Ausnahme des Endes, denn davon konnte ich mich ja nun ausgiebig selbst überzeugen!'', fügte Ardagast hinzu und machte platz für den Elben.

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Aidean

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel VIII [Re: DerDunkelgraue]

Bard kniete neben Elvas Liege auf dem Boden und hielt besorgt ihre Hand. Einer der seestädtischen Heiler hatte es mit einer Dose Riechsalz geschafft, die Verletzte kurzzeitig wieder zu erwecken, doch sie rang noch immer heftig nach Atem und war kurz davor, wieder in Ohnmacht zu versinken.
"Ich weiß nicht, was das verursacht", erklärte der alte Heiler ratlos und wischte sich mit einem Tuch die Schweißperlen von der Stirn. Bard kannte den Mann. Er hieß Berun und konnte Kräutertees brauen, die zwischen Husten, Blähungen und Katzenjammer alles kurierten, aber hier, inmitten der zahllosen Verletzten einer Schlacht, war er völlig überfordert."Ich kann ihre Wunde versorgen, aber das wird sie nicht retten können, wenn sie weiter nicht richtig Luft bekommt..."
"Mama!", rief Jarick panisch und rannte auf die Liege zu. Hinter ihm kam Sigrid schnellen Schrittes näher. Mit einem entschuldigenden Blick gab sie ihrem Vater zu verstehen, dass sie den Kleinen nicht mehr rechtzeitig hatte aufhalten können. Bard konnte nur hoffen, dass Jarick Beruns Worte eben nicht gehört hatte. Der Junge warf sich auf die Liege und begann seine Mutter vorsichtig zu schütteln.
"Mama, Mama! Wach auf! Das Kämpfen ist doch vorbei!"
Elva blinzelte ihn schwerfällig an und unterbrach ihr hektisches Atmen kurz, als wolle sie etwas sagen, doch kein Wort drang über ihre Lippen und fast sofort begann sie wieder zu keuchen. Jarick hatte Tränen in den Augen.
"Was ist los mit ihr?", fragte er den alten Berun entsetzt.
Als der Heiler unbeholfen eine Antwort zu stammeln begann, sprang Bard auf. Er würde Elva nicht so einfach aufgeben. Nicht ohne alles versucht zu haben. Er brauchte kompetentere Hilfe. Er brauchte einen Elben.
Die Heiler waren alle schwer beschäftigt, nähten Wunden, legten Verbände an, verabreichten Schmerzmittel. Bard erwischte einen grimmig dreinblickenden Elben, der gerade fertig geworden war, einen seiner Landsleute zu verarzten, und erklärte ihm Elvas Situation.
Mit unverändert ernstem Gesicht nickte der Elb knapp, schnappte sich seinen Instrumentenkoffer und ließ sich von Bard zu seiner Patientin führen. Unwirsch stieß er Berun zur Seite und begann sich die keuchende Elva genau anzusehen.
Bard gab Jarick wieder in Sigrids Obhut. Sie sollte ihn möglichst von der Szene fernhalten. So wie der Junge aussah, hatte der alte Mann ihn alles andere als beruhigt.
Der elbische Heiler untersuchte mit zusammengezogenen Augenbrauen Elvas Wunde. Dann legte er wortlos seinen Kopf auf ihre Brust.
"Also wirklich!", rief der Berun empört, doch der Elb schnitt ihm mit einem schroffen "Schhhh!" das Wort ab. Bard brauchte einen Moment, bis er bemerkte, dass der Elb auf Elvas inzwischen kaum noch wahrnembare Atmung lauschte.
Schließlich nickte der Heiler stumm, griff in seinen Instrumentenkoffer und zog ein dünnes Metallrörchen mit einem angespitzten Ende heraus. Er hielt das Gerät kurz über eine nahe stehende Kerze, dann tastete er unter Elvas Schlüsselbein nach dem Raum zwischen zwei Rippen. Bard hielt angespannt den Atem an.
Ohne ein Wort der Warnung rammte der Elb das Rörchen in Elvas Brustkorb. Bard sprang vor schreck auf und Berun entfuhr ein entsetzter Aufschrei. Ein scharfes Zischen ertönte. Plötzlich riss Elva die Augen auf und nahm einen langen, tiefen Atemzug, bevor sie erschöpft, aber nicht mehr nach Luft ringend zurück auf ihr Lager sank.
Bard stand der Mund offen vor Erstaunen. Er brachte kaum ein Wort heraus, bis der elbische Heiler schon fast fertig war, die Wunde an Elvas Flanke mit einem engen, stabilen Verband zu versorgen.
"Das...das... das war unglaublich! Ich weiß nicht, wie ich Euch danken soll..."
Der Elb nickte nur kurz zur Anerkennung von Bards Worten.
"Passt auf, dass sie sich so wenig wie möglich bewegt, bis die Wunde anfängt zu heilen", sagte er schließlich und wandte sich schon zum Gehen, als der alte Berun ihn aufhielt.
"So etwas habe ich noch nie gesehen, mein Herr Elb! Ich bin es gewöhnt, Schnupfen und Rheuma und aufgeschlagene Knie zu behandeln, aber ich bin kein Feldarzt. Ich bin schon alt, doch ich denke, es ist für mich noch nicht zu spät, noch etwas dazu zu lernen."
Ein schmales Lächeln zuckte über das Gesicht des Elben. "Man ist nie zu alt zum Lernen", sagte er und hielt dem Alten seinen Koffer hin. "Ihr könnt mir assistieren."
Bard beobachtete, wie der alte Heiler dem Elben eifrig seine Instrumente hinterhertrug, dann wandte er sich wieder Elva zu.
"Wo ist Jarick?", fragte sie schwach.
"Es geht ihm gut. Er wird sicher gleich kommen", sagte Bard und strich Elva beruhigend über das Haar. "Mach dir keine Sorgen. Jetzt wird alles gut."

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May the force be with you.
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PadogasTook

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel VIII [Re: Aidean]

"Finbar?" Pado war recht ziellos über das Schlachtfeld gelaufen, die Augen hatte er schweifen lassen in der Hoffnung oder Angst einen seiner Freunde zu finden. Und da war er: "FINBAR!" Der Junge schoss auf den Zwerg zu. So erleichtert war er, seinen Freund zu sehen, dass er ihm ohne Vorwarnung um den Hals fiel. "Du lebst!"

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Ein Hobbit tut sowas nicht, ha!
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