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Gesellschaft, Kultur, Freizeit » Bibliothek » Buchbesprechung Harry Potter, Band 2

athameg

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 2 [Re: Eiliane]

Um mit dem Ende anzufangen: offenbar schließt sich das Tor der Kammer automatisch, vermutlich auch dann, wenn der Basilisk unterwegs war und zurückkehrt.

Und, so wie du es erklärst, ist es tatsächlich einleuchtender, glaube ich. Eindeutig ist ja, dass der Basilisk immer nur dann unterwegs ist, wenn wenig Betrieb auf den Gängen ist: in der Nacht, beim Halloweenfest, während eines Quidditchspiels. Die Katze ist mit Sicherheit ein Zufallsopfer, da wäre vermutlich jedes Lebewesen, das vorbeikam, benutzt worden, um der Drohung an der Wand Nachdruck zu verleihen. Auffällig ist allenfalls, dass von den vier menschlichen Opfern des Basilisken tatsächlich drei muggelstämmig sind (bei Penelope Clearwater wissen wir es nicht). Aber selbst das sagt nicht allzu viel, denn der Prozentsatz der muggelstämmigen Schüler ist ja doch offenbar recht hoch.

Und, stimmt, natürlich: im Grunde geht es Tom Riddle längst nicht mehr um die Jagd auf muggelstämmige Schüler, inzwischen geht es ihm um Harry Potter.

Früher suchten die Hexen ihre Alraunen unterm Galgen, heute suchen sie sie im Internet. "Die Welt ist im Wandel", in der Tat.
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athameg

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 2 [Re: athameg]

So, es wird Zeit für das große Finale:

The Heir of Slytherin

Die Kammer mit ihren steinernen Schlangenstatuen ist durchaus ein beeindruckender Ort; besser als im Buch ist im Film die Sache mit der Slytherin-Statue gelöst, finde ich; diese barocke Brunnenfigur "hat was" (auch wenn sie angeblich nur eine Notlösung war, weil das Set in einer ziemlich niedrigen Halle gebaut werden musste).

Harry findet die bewusstlose Ginny, eiskalt, sehr schwach und offenbar so gut wie tot. Er findet das Tagebuch. Und er sieht den jetzt schon nicht mehr sehr geisterhaft wirkenden Tom Riddle, den er naiverweise im ersten Moment für einen Verbündeten hält. Riddle nimmt ihm bei der ersten Gelegenheit seinen Zauberstab ab.

Riddle ist offenbar sicher, dass weder Harry noch Ginny eine Chance haben aus der Kammer zu entkommen, also hindert ihn nichts daran die Sachlage zu erklären: er konnte seinerzeit die Angriffe nicht fortsetzen, weil Dumbledore ihn zu gut überwacht hat, und hat deshalb die "Anleitung", wie das geht, in diesem magischen Tagebuch gespeichert. Riddle gibt sich als Voldemort (oder dessen sechzehnjähriges Selbst) zu erkennen und spottet darüber, dass die bloße Erinnerung an ihn gereicht hat, Dumbledore aus Hogwarts zu vertreiben.

Harry besteht darauf, dass Dumbledore nicht weit weg ist, ohne sicher zu sein, ob das wirklich so ist. Da materialisiert sich der Phönix Fawkes in der Halle: nein, er fliegt tatsächlich nicht in die Kammer hinein, aber seine Musik ist zu hören, und dann materialisiert er sich aus einer Flamme an einer der Säulen. Und er bringt Harry den Sorting Hat. Im ersten Augenblick ist Tom Riddle sichtlich erschrocken, denn er weiß, dass der Phönix ein mächtiges magisches Wesen ist, aber dann macht er sich lustig über diese Hilfe, die Dumbledore schickt: einen Singvogel und einen alten Hut.

Harry erkennt, dass Ginny dauernd schwächer wird und Tom Riddle dauernd stärker,und dass er deshalb so schnell wie möglich den Kampf gegen Tom Riddle aufnehmen muss. Interessant ist die Textstelle, in der Tom Riddle auf die vielen Gemeinsamkeiten zwischen sich und Harry hinweist.

Tom Riddle ruft den Basilisken, der aus dem Mund der Slytherin-Statue erscheint (das gleiche Bild also, was uns nachher beim "Dunklen Mal" der Todesser wieder begegnet). Riddle hetzt den Basilisken auf Harry, aber der Phönix greift ein und hackt dem Basilisken die Augen aus. Jetzt ist der Basilisk blind, und man kann ihn ansehen, ohne Schaden zu nehmen. Im Sorting Hat materialisiert sich das Schwert von Gryffindor, und Harry zieht es aus dem Hut und tötet damit den Basilisken. Das ist eine Szene, die sich in Band 7 noch einmal fast genau so wiederholen wird; da ist es Neville, der das Schwert aus dem Hut zieht und damit Voldemorts Schlange Nagini, den letzten Horcrux also, tötet.

Als Harry den Basilisken tötet, beißt der Basilisk zugleich zu, und einer seiner Giftzähne bleibt in Harrys Arm stecken. Harry reißt ihn zwar sofort heraus, aber das Gift ist in der Wunde und würde ihn normalerweise töten. Aber Fawkes heilt die Wunde. Und dann wirft er Harry das Tagebuch zu, und Harry tut instinktiv das Richtige:er durchstößt das Tagebuch mit dem Basiliskenzahn. Das Buch "blutet", und Tom Riddle löst sich auf und verschwindet.

Ginny kommt zu sich, und Harry flieht mit ihr aus der Kammer. Sie finden, dass Ron inzwischen wieder einen Durchgang nach oben freigeräumt hat, und der Phönix trägt sie alle nach oben - einschließlich Lockhart, dessen Gedächtnis offenbar total gelöscht ist. Der Phönix begleitet die Gruppe in das derzeitige Schulleiterbüro (also in McGonagalls Büro).

Früher suchten die Hexen ihre Alraunen unterm Galgen, heute suchen sie sie im Internet. "Die Welt ist im Wandel", in der Tat.

Geändert durch athameg (18.05.2017 11:57)

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Eiliane

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 2 [Re: athameg]

Obwohl Ginnys Gesicht kalt und weiß wie Marmor war, waren ihre Augen geschlossen, für Harry bedeutete dies, dass sie nicht versteinert war und noch lebte.
Heißt das, Hermine und die anderen Opfer hatten die Augen offen? Sie versteinerten so schnell, dass sie die Augen nicht einmal mehr reflexartig schließen konnten.

Harry hatte sich wohl nie Gedanken darüber gemacht, wer vor fünfzig Jahren nun wirklich die Kammer geöffnet hatte. Von Aragog wusste er doch, dass die Spinne nicht das Monster war und Hagrid also nichts damit zu tun hatte.
Nachdem Tom Riddle Hagrid verraten hatte, gab es keine weiteren Angriffe. Harry verdächtigte nie Riddle, dass er etwas damit zu tun haben könnte.
In der Kammer, sogar nachdem Tom ihm den Zauberstab weggenommen hatte, war er noch so naiv zu glauben er würde ihn unterstützen.
Erst als Tom so herablassend und selbstgefällig über Ginny lästerte, begann Harry langsam zu begreifen, dass Riddle nicht freundlich und hilfsbereit war.

Schon während seiner Schulzeit hatte Tom Riddle seinen Namen in Lord Voldemort geändert, wenn auch nur für seine Freunde. Ein Name, den eines Tages, wenn er der größte Zaubermeister war, keiner mehr vor Angst aussprechen wagen würde, sagte er Harry.
War das der Wunschtraum eines sechzehnjährigen oder wusste er von Ginny, dass das jetzt wirklich so war?

Riddle wollte von Harry wissen, wie er ihm zweimal entkommen konnte.
Tom erkannte, dass der Opfertod der Mutter ein mächtiger Gegenzauber war. Aber wenn es auch einige Gemeinsamkeiten zwischen ihnen gab (Halbblüter, Waisen, von Muggel aufgezogen, Parselmünder), so wurde Harry doch nur durch eine glückliche Fügung gerettet.

Nun wollte er, Lord Voldemort, sich messen, mit Harry Potter und den Waffen (Singvogel und vergammelten Hut) die ihm Dumbledore gegen hatte.
Aber die Häme ist Tom schnell im Hals stecken geblieben als der Phönix der Schlange die Augen ausstach und Harry mit dem Schwert aus dem Hut die Schlange töten konnte.
Die Schlange hatte aber, bevor sie starb, Harry mit einem ihrer Zähne verletzt und damit vergiftet, er würde daran sterben. Fawkes weinte und die Tränen fielen in die Wunde; zu spät erinnerte sich Tom, dass Phönixtränen heilen und verjagte ihn mit einem Zauberspruch.
Bevor noch Riddle Harry mit einem Zauberspruch töten konnte, hatte der Phönix das Tagebuch Harry in den Schoß fallen lassen und ohne nachzudenken stach Harry mit dem Basiliskenzahn ins Buch.

Tom verschwand und Ginny wachte auf. Ginny hatte Angst, dass man sie von der Schule schmeißt und was ihre Eltern sagen werden.

Ron hatte es geschafft einen Spalt frei zu räumen. Durch das Rohr wurden sie von Fawkes gezogen. Als Harry die Schwanzfeder des Phönix ergreift ist sie merkwürdig heiß und er fühlte sich plötzlich ungewöhnlich leicht.

Myrte ist leicht enttäuscht, als Harry lebend wieder auftaucht. Sie hätte gerne die Toilette mit ihm geteilt.

Der Phönix bringt sie zum Büro von McGonagall, die als stellvertretende Schulleiterin anscheinend nicht Dumbledores Büro benutzt. Es kann also sein, dass Dumbledore nie Hogwarts verlassen hat, sondern die ganze Zeit in seinem Büro, Wohnung, geblieben ist.
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athameg

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 2 [Re: Eiliane]

Offenbar muss man sich das wirklich so vorstellen, dass die Versteinerten die Augen offen haben (in der Verfilmung ist es übrigens auch so). Und, genaugenommen: Harry dreht Ginny um und versucht offenbar, sie in eine aufrechtere Haltung zu bringen; auch dabei müsste er merken, dass sie nicht versteinert ist.

Und, Myrtle, die leicht enttäuscht ist dass Harry noch lebt, finde ich auch lustig; ich hatte keine Ahnung, dass Geister sich verlieben können...

Stimmt: Mc Gonagall benutzt nicht Dumbledores Büro, sondern ihr eigenes. Warum? - Später, in Band 5, als Umbridge nach Dumbledores Flucht neue Schulleiterin wird, kann sie Dumbledores Büro nicht benutzen, weil es sie einfach nicht rein lässt; aber ich glaube nicht, dass das Büro McGonagall aussperren würde. Das hat eher andere Gründe. Dumbledore ist ja nicht entlassen worden, er ist ja bloß vom Dienst suspendiert, bis die Sache mit dieser Angriffsserie geklärt ist. Insofern betrachtet McGonagall es vermutlich als eine vorübergehende Sache, dass sie den Schulleiter vertritt, und dazu würde es schon passen, dass sie in ihrem eigenen Büro bleibt. -. Und, interessanter Gedanke: hat Dumbledore Hogwarts gar nicht verlassen? Er hat ja, ebenso wie die anderen Lehrer, zweifellos so etwas wie eine "Dienstwohnung" in Hogwarts, und dass er irgendwo anders eine Wohnung hat bezweifle ich eigentlich eher. Vielleicht bleibt er tatsächlich in Hogwarts und lässt sich lediglich nicht sehen. - Übrigens, als in Band 5 Professor Trelawney entlassen wird, sorgt Dumbledore dafür, dass sie weiter in ihrer Wohnung in Hogwarts wohnen kann. So was geht also prinzipiell.

Und, ganz wichtige Sache: der Tom Riddle, der da wieder körperliche Gestalt annimmt, wenn Ginny stirbt, hat die Gestalt des sechzehnjährigen Schülers von damals. Aber er weiß mehr als dieser Schüler, er weiß zum Beispiel von Voldemorts Jahrzehnte später stattgefundenem Angriff auf die Potters und von dessen Folgen. Na gut, das könnte er von Ginny erfahren haben, die diese Geschichte natürlich kennt. - Aber da blicke ich wirklich nicht durch. Wenn Voldemort körperlich zurückkehrt, im Körper dieses Sechzehnjährigen, hat er dann nur das Wissen, das dieser Sechzehnjährige hat (plus der Dinge, die er von Ginny erfahren kann), oder verfügt er über Voldemorts gesamtes Wissen? Das ist für mich völlig unklar im Moment.

Früher suchten die Hexen ihre Alraunen unterm Galgen, heute suchen sie sie im Internet. "Die Welt ist im Wandel", in der Tat.
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Hisimir

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 2 [Re: athameg]

Da kommt jetzt die Frage auf, wie abgespalten das Stück Seele eines Horcruxes ist.
Sind sie vielleicht nur physisch getrennt, aber merken/wissen, was den anderen widerfährt?
Voldemort merkt nicht, wie das Tagebuch zerstört wird, okay, das wird dadurch erklärt, dass er insgesamt so schwach ist, dass er praktisch gar nichts fühlt, er hat ja keinen Körper zu dem Zeitpunkt.
Spürt er, dass das der Ring zerstört wurde? Unwahrscheinlich, sonst hätte er reagiert, das gleiche gilt für das Medaillon, aber es ist nichts beschrieben. Wenn er Harry tötet, merkt er auch nicht, dass er da ein Stück seiner Seele vernichtet hat. Bei Nagini schreit er, aber da steht er auch direkt davor und sieht, wie ein weiteres Stück flöten geht.
Wie ist das beim Becher und dem Diadem?
Ich kann mich nicht genau daran erinnern, aber ich glaube, auch da ist nichts beschrieben.

Ginny wird aber nur die allgemein bekannte Geschichte kennen und die lautet nun mal, dass VOldemort Harrys Eltern tötete, aber ihn nicht töten konnte. Ich glaube nicht, dass allgemein bekannt war, dass Lilly sich für ihren Sohn geopftert hat und ihn dadurch schützte. Das wissen vermutlich nur Dumbledore und Harry, vielleicht noch Snape und vllt einige weitere, enge Vertraute Dumbledores.
Aber Ginny? Halte ich für unwahrscheinlich.

Nur n paar Gedanken dazu, keine Antwort auf die Frage :/

No One
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Eiliane

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 2 [Re: Hisimir]

Was wäre passiert wenn Ginny gestorben wäre?

Hätte Tom Riddle dann wirklich eine fleischliche Gestalt, in der ein Herz schlägt, also ein Blutkreislauf vorhanden ist? Ich bezweifle das. Ich glaube Tom Riddle hat nur so lange eine Gestalt, solange Ginny noch lebt. Er ernährt seine Gestalt sozusagen von Ginnys Lebenskraft, er zieht sie aus ihr heraus, sobald aber Ginnys Lebenskraft erlischt, verschwindet auch Tom Riddle wieder. Meine Erklärung.

Tom Riddle weiß nur von seiner Zukunft und von Harry Potter, was im Ginny erzählt hat.
Darum will er auch Harry kennenlernen und ist sehr erfreut als ihm plötzlich nicht mehr Ginny sondern Harry Potter schreibt, „den er sehnlichst treffen wollte“, wie er zu Harry sagte.

Tom will von Harry wissen, wieso konnte ich (Voldemort) dich (Harry) in meiner Zukunft, zweimal sind wir uns da schon begegnet, nicht töten.
Harry erklärt ihm, dass seine Mutter sich für ihn geopfert hatte und darum er (Voldemort) ihn nicht töten konnte.

Niemand wusste bis vor einem Jahr warum Harry überlebt hatte. Dumbledore vermutete es, hatte aber keine Gewissheit. Erst als Voldemort (im Hinterkopf von Quirrell) Harry erzählte, dass seine Mutter nicht hätte sterben müssen, er sie getötet hatte, weil sie versuchte ihn zu schützen, wusste Dumbledore es. Er erklärte es Harry; die Liebe seiner Mutter war so groß, dass sie ihr Leben gab um Harry zu schützen, sie opferte sich für ihn. Dies löste den Zauber aus, darum konnte Voldemort ihn nicht töten und der Fluch prallte zurück auf Voldemort. Hätte Voldemort keine Horkruxe gehabt, wäre er damals gestorben.

Voldemort bekommt es nicht mit, wenn ein Horkrux zerstört wird. Erst als er erfährt, dass Harry, Ron und Hermine in das Verlies von Bellatrix Lestrange eingebrochen sind und den Becher von Ravenclaw gestohlen hatten, kommt ihm erst der Verdacht, dass andere von seinen Horkruxen etwas wissen und sie suchen. Er ist sehr wütend und ihn Gedanken erinnert er sich an alle Verstecke seiner Horkruxe. Harry hat Verbindung mit Voldemort aufgenommen und erfährt so, dass einer in Hogwarts ist. Voldemort sucht alle Verstecke auf und die sind leer, zum Schluss kommt er nach Hogwarts. Als Nagini getötet wird kann er zwar nicht sicher sein, ob auch bereits das Diadem zerstört ist, aber natürlich schreit er auf, als vor seinen Augen Nagini getötet wird. Das heißt für mich aber nicht, dass er etwas gespürt hat, als das Seelenstück zerstört wurde, für mich schreit er aus Wut darüber, dass er es nicht verhindern konnte.
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athameg

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 2 [Re: Eiliane]

Stimmt, das ist eindeutig: Voldemort spürt es nicht, wenn ein Horcrux zerstört wird. Auch dann nicht, als er schon wieder einen Körper hat. Offenbar kommt ihm die Idee, dass da jemand von den Horcruxen weiß und nach ihnen sucht, tatsächlich erst, als er erfährt, dass der Hufflepuff-Kelch aus dem Tresor von Bellatrix gestohlen wird. Danach kontrolliert er dann die anderen Horcrux-Verstecke. Wenn er gespürt hätte, dass diese Horcruxe vernichtet worden sind, dann wäre das vollkommen sinnlos und unnötig. Als Neville vor Voldemorts Augen Nagini köpft, weiß der natürlich, dass damit ein Horcrux zerstört wurde. Und seinen Schrei in diesem Moment halte ich auch für einen Wutschrei. Ob er je erfährt, dass der Hufflepuff-Kelch zerstört wird, erfahren wir nicht; aber da der Kelch gestohlen wurde, wird er es wohl annehmen. Von der Vernichtung des Ravenclaw-Diadems erfährt er, so weit ich mich erinnere, überhaupt nichts. -In der Verfilmung wird das etwas anders gehandhabt, da spürt Voldemort offenbar die Vernichtung der Horcruxe.

Und, stimmt, ich hab's nachgelesen: der sechzehnjährige Tom Riddle, der da als "Erinnerung" erscheint, weiß offenbar nichts außer den Dingen, die auch der lebende Tom Riddle zu diesem Zeitpunkt wusste und Dingen, die er von Ginny erfahren konnte oder in der Kammer von Harry erfährt.

Übrigens, das ist eine spannende Frage: was wäre gewesen, wenn niemand rechtzeitig eingegriffen hätte und Ginny gestorben wäre? Voldemort geht offensichtlich davon aus, dass er dann wieder einen vollständig funktionsfähigen Körper (mit Blutkreislauf) hätte. Aber deine Erklärung, dass dieser Tom Riddle im Grunde nur eine Art Geist ist, der durch Ginnys Lebenskraft scheinbar lebendig wirkt (und nach ihrem Tod verschwinden würde) kommt mir eigentlich viel wahrscheinlicher vor. Um Voldemort später wieder einen tatsächlich existierenden und funktionierenden Körper zu geben, braucht es halt schon mehr als eine Erinnerung, dazu braucht es (wörtlich zu nehmen!) Knochen, Fleisch und Blut, wie wir am Ende von Band 4 sehen werden.

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NaugrimNogrod

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 2 [Re: athameg]

Also ist das Buch ein Horcrux?
Und wenn da ein Stück Seele des 16-jährigen Tom drin ist, hat er es dann mit 16 von sich abgespalten?
Und all die anderen Stücke erst später?
Oder hat er da das Stück Seele abgespalten, das irgendwie den jugendlichen Übermut enthält und deswegen sein 16jähriges Ich ist?

~~**~~**~~**~~
Wenn du fliegen willst, musst du loslassen, was dich runterzieht
~~°°~~°°~~°°~~
Und was wir heute nicht gesehn, das ruft uns morgen, fortzugehn
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athameg

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 2 [Re: NaugrimNogrod]

Richtig gedacht: das Buch ist ein Horcrux, und Tom Riddle hat da tatsächlich als Sechzehnjähriger einen Teil seiner Seele abgespalten und in diesem Buch verwahrt. Um einen Teil seiner Seele abzuspalten, muss man einen Mord begehen; Tom Riddle hat seinen Vater und dessen Eltern getötet. - In Band 6 erfahren wir diese Geschichte, aus den Erinnerungen von Toms damaligem Lehrer, Horace Slughorn (der übrigens außerordentlich entsetzt darüber war, wie jemand auf die Idee kommen kann, so etwas tatsächlich zu planen). Die anderen Horcruxe wurden später hergestellt, der letzte wahrscheinlich erst zu Beginn von Band 4, als Voldemort sich im Haus seiner Vorfahren versteckt hält und den alten Hausmeister tötet (und damit die Schlange Nagini zum Horcrux macht).

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Eiliane

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 2 [Re: NaugrimNogrod]

Dumbledore ahnte, dass Voldemort Horkruxe erschaffen hatte. Als Harry ihm das Tagebuch brachte und ihm erzählte, dass das Buch geschrien hatte und jede Menge Tinte herausgeflossen ist, als er mit dem Basiliskenzahn in das Buch gestochen hatte, da hatte er Gewissheit.

Beim Endkampf sagte Harry zu Voldemort: „Es gibt keine Horkruxe mehr. Nur uns beide.“
Voldemort wusste also zum Schluss, dass er getötet werden konnte, dass es keinen Rettungsanker mehr für ihn gab. Er war auf seine Zauberkraft angewiesen. Er hatte erst kurz vorher einen sich nicht wehrenden Harry mit einem Avada Kedavra nicht töten können. Voldemort muss ganz schön Panik gehabt haben, als Harry ihm auch noch sagte, er wäre der wahre Herr des Elderstabes.
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