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Mittelerde & andere phantastische Welten » Die Gaukler-Stube » PrimE - Primary Election - Kapitel 1

Ziva

Gefährte

Nate - Sa, 04.02.2012 - Abends - New York - Manhattan - Palace Hotel [Re: Lena]

Es war das erste Mal seit über zwölf Jahren, dass sie geschlossen als Familie auftraten. Auf Bitten seiner Mutter hin hatte sich Nate dazu bereit erklärt, diesem Samstagabend im Palace-Hotel beizuwohnen. Es handelte sich um eine festliche Auszeichnung für den New Yorker Medienmogul Alfred L. Wandsworth, der für sein Lebenswerk geehrt wurde. Nate hatte bis zu diesem Abend weder eine Ahnung gehabt, wer dieser Wandsworth überhaupt war, noch, dass ihm der Cobalt Club im Gegensatz zu dieser Feier bald wie der reinste Vergnügungspark vorkommen sollte.
Nate hatte seinem Bruder Jefferson und dessen Frau Jill noch unbehelligt durch die Hotellobby zum Festsaal folgen können, bis er das erste Mal seinen Namen fallen hörte. „Ja, er ist hier. Jonathan?“ Es war sein Vater, der nach ihm rief und zu sich heran winkte. Neben ihm und Nates Mutter standen Desmond Harrison und seine Frau Ursula, Nate erkannte beide selbst nach den vielen Jahren gleich wieder. Es versetzte ihn augenblicklich in die Vergangenheit zurück und gab ihm eine Ahnung mit auf den Weg, welcher Redeschwall der Harrisons ihn gleich überfallen würde. Dennoch, mit einem Lächeln begrüßte er die alten Bekannten und schüttelte ihnen die Hand, nickte und beantwortete knapp, aber bereitwillig, ihre Fragen. Es war der Moment, in dem Nate sich wünschte, er hätte abgesagt und wäre dafür einen Deal eingegangen. Fünf Abendessen gegen diese Veranstaltung. Er hatte diese Anlässe damals nicht ausstehen können und daran hatte sich bis heute nichts geändert. Während die Harrisons irgendwann erzählten, wie ihr Sohn Malcom in Asien Karriere machte, sah Nate sich um. Alles wirkte, als hätte er ein Buch, gefüllt mit seinen Erinnerungen, aufgeschlagen. Die Frauen trugen die gleichen Pelze so ungeniert und stolz wie damals auf ihren Schultern und waren mit Edelsteinen behangen, von denen jedes Set den Wert eines Mittelklassewagens hatte. Die Gespräche waren die gleichen, langweiligen Erzählungen und die oberflächliche Freunde, wenn man ein bekanntes Gesicht sah, wie eine Visitenkarte der High-Society. Als einer der Kellner ein Tablett mit gefüllten Champagnerschalen an ihm vorbeitrug, zögerte Nate nicht und nahm sich eines der Gläser. Ein Gin Tonic wäre ihm lieber gewesen, aber, um die Zeit – besonders das Gespräch mit den Harrisons – zu überbrücken, tat auch der Schampus seine Arbeit. Zum Glück war es Misses Harrison, die ihr Mundwerk kaum zubekam, so konnte Nate sich weiterhin unbemerkt seiner Umgebung widmen. Gerade, als er das Glas nach einem großen Schluck von den Lippen nahm, sah er sie. Tess hatte gerade den Saal betreten. Neben ihr gingen Wesley, der – sofern das überhaupt möglich war – noch größer geworden war und dessen Freundin Helena, die Nate aus dem Colbalt Club nur vom Sehen her kannte. Lange blieb seine Aufmerksamkeit jedoch nicht bei den beiden, sondern ging wieder zu Tess zurück, die ein fast bodenlanges, dunkelgrünes Abendkleid trug, das ihr ausgezeichnet stand, soweit er das ganz objektiv beurteilen konnte. Nate lächelte, als sich ihre Blicke in diesem Moment kreuzten, war sich aber sofort darüber bewusst, dass hier andere Regeln herrschten, dass ein lockerer Plausch an der Bar wohl kaum möglich werden würde. So eng wie die Fliege um seinen Hals saß, so genau waren hier die Augen auf jeden Einzelnen gerichtet. Damals wie heute. Und als Nate an Tess vorbeisah, die Personen erblickte, die nach ihr den Raum betraten, schwand sein Lächeln. George und Leanne Vanderbilt, Theresas Eltern, erinnerten Nate an das Gespräch im Club, daran, dass er heute besser einen großen Bogen um die Familie Vanderbilt machen sollte.

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Lena

Gefährte

Tess - Sa, 04.02.2012 - Abends - New York - Manhattan - Palace Hotel [Re: Ziva]

Gina drückte sich und Cooper hatte Dienst - was soviel bedeutete, dass er sich ebenfalls drückte, aber es etwas subtiler zustandebracht als seine kleine Schwester, die bei der Ankündigung dieser Veranstaltung gleich ein beherztes "Eher unterziehe ich mich einer Wurzelbehandlung" ausgerufen hatte und damit aus dem Schneider gewesen war. Tess hingegen konnte sich leider nicht entziehen, genausowenig wie Wesley, der erstens die 50-Prozent-Quote der Vanderbilt-Nachkommen erfüllte, die es intern gab, und zweitens Helena einen Gefallen tat, die diese Art von Abendunterhaltung noch aufregend fand. Als sie alle zusammen aus dem Wagen stiegen und auf das Palace - das Flaggschiff ihrer Hotels - zugingen, dachte Tess darüber nach, wie sie der Feier frühzeitig entgehen konnte, fand aber kein Schlupfloch, das nicht Aufmerksamkeit auf sich gezogen hätte.
Der rote Teppich inklusive Presse war schnell abgehandelt, schon alleine deswegen, weil Tess ohne Aarons Begleitung auskommen musste und ihr Vater keine Fragen beantwortete, dann betraten sie das Foyer und gaben ihre Mäntel ab. "Sitzen wir zusammen oder ist das so eine Veranstaltung, wo man alle Leute durchmischt?" Wesley verzog das Gesicht und nestelte an seiner Fliege herum, die jetzt schon ziemlich schief saß. "Wir sitzen zusammen", schaltete sich Leanne ein, während Helena dafür sorgte, dass ihr Zukünftiger etwas weniger ramponiert aussah. Wesley warf Tess über die Schulter seiner Verlobten hinweg einen gequälten Blick zu, aber die grinste nur. "Was tut man nicht alles für die Liebe", flüsterte sie ihrem Bruder zu, als sie sich an seinem freien Arm einhängte und mit Helena und ihm den Saal betrat.
Es war nicht einfach, gleichzeitig Chefin und Gast eines Hotels zu sein. Überall fielen Tess Dinge auf, die nicht perfekt ausgerichtet waren, es fehlte ein Gedeck an einem der Tische, an einem anderen war der Blumenschmuck nicht symmetrisch ausgerichtet. Tess überlegte gerade, wie sie sich unauffällig daran zu schaffen machen konnte, als ihr jemand auffiel, der sie über drei Tische hinweg ansah - Nate. Erst wurden Tess' Augen vor Überraschung groß, dann lächelte sie. Es war ein ungewohntes Bild, ihn im Smoking zu sehen, fast ein wenig wie eine Zeitreise in die Vergangenheit. Nicht, dass er damals oft einen Smoking getragen hatte, aber bei ihrer zweiten Begegnung hatte er einen angehabt und es hatte sich offenbar in ihr Gedächtnis gebrannt. Er stand ihm ausgezeichnet, etwas, das sie wohl zu lange bemerkte, weil sie sich nur eine Sekunde später einen warnenden Blick ihrer Mutter einfing, die mit ihrem Mann zusammen zu ihrem Tisch ging. Tess reduzierte das Lächeln auf ein Minimum, dann löste sie ihren Blick von Nate und folgte ihrer Familie.
Die Ehrungs von Wandsworth folgte dem immer gleichen Schema von Preisverleihungen. Es gab ein mehrgängiges Menü und zwischen den Gängen zumeist langweilige Reden, die dazu führten, dass man die Übergabe des Preises herbeisehnte, um das Dessert zu genießen und verschwinden zu können. Tess unterhielt sich mit Wes und Helena, während sie wusste, dass Nate schräg rechts von ihr zwei Tische weiter saß und jedes Zucken in diese Richtung bemerkt werden würde, aber als der zweite Gang aufgetragen wurde - Salat mit Shrimps, dessen richtiger Name drei Zeilen auf der Menükarte einnahm und eine Menge französischer Wörter enthielt - passierte es trotzdem, weil ihr unwillkürlich eine Szene in den Sinn kam, die dazu passte und viele Jahre her war. 'Nicht fairtrade' formte sie lautlos mit den Lippen und deutete auf ihre Gabel.

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Ziva

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Nate - Sa, 04.02.2012 - Abends - New York - Manhattan - Palace Hotel [Re: Lena]

Von dem Tisch aus, an dem Nate und der Rest seiner Familie saßen, hatte man nicht nur einen guten Blick zur Bühne, sondern - und das nahm er viel stärker zur Kenntnis - hatte man von diesem Platz aus auch Tess genau im Blickfeld. Es fiel Nate nicht leicht, seine Aufmerkamkeit auch seiner Familie oder anderen Gästen zu widmen und so flog in unregelmäßigen Abständen ein mehr oder weniger unauffälliger Blick an den Tisch der Vanderbilts hinüber. Nur selten hatte er dabei das Glück, dass Tess ihn in genau diesem Moment ebenfalls ansah, doch als die Shrimps serviert wurden, musste beiden der gleiche Gedanke gekommen sein und so trafen ihre Blicke aufeinander. Als Tess die Gabel anhob, auf der eins der Shrimps steckte und dazu mit den Lippen noch lautlose und für Nate doch absolut verständliche Worte formte, konnte er nicht anders, als mit einem offenes Grinsen zu antworten. Er erinnerte sich, als wäre es gestern gewesen. Wie hätte er diese Begegnung auch vergessen können?


Labor Day, September 1999 - Hamptons, New York State - Sommeranwesen der Familie Harrison:

Unter normalen Umständen hätte Nate diesem Abend entgehen können, hätte er nicht das große „Glück“ gehabt, sich in dem zerbombten Gebäude in Bosnien befunden zu haben, von dem ein Teil eingebrochen war und ihn unter sich begraben hatte. Man konnte es natürlich auch positiv sehen und dankbar dafür sein, dass lediglich ein paar seiner Fußgelenksknochen angebrochen waren und er sonst wohlauf war. Darüber ließ sich auf Feiern, wie diese es war, aber streiten.
„Vor nicht einmal zwei Wochen hat er die Armed Forces Service Medal bekommen. Er ist in Bosnien mit der NATO unterwegs gewesen und hat dafür gesorgt, dass diese Menschen dort wieder in Frieden leben können“, sprach sein Vater stolz. Es war der Gastgeber dieser Feier, Desmond Harrison, reicher Hotelkettenbesitzer, der anerkennend in Nates Richtung nickte. Nate erwiderte das Nicken mit einem höflichen Lächeln. Er konnte es bald nicht mehr hören, die Lobpreisungen seines Vaters. Keine einzige davon kaufte er seinem alten Herren ab. Das wahre Goldkind der Familie war doch sowieso Nates Bruder Jefferson Jr., dessen Ambitionen jetzt, nachdem er CEO des Mutterkonzerns in Ohio geworden war, noch zugenommen hatten und er sich zweifellos eines gar nicht so entfernten Tages in der Politik sah. Ein Trost blieb Nate heute Abend: Jeff glänzte mit Abwesenheit. Auf der anderen Seite war es nun Nate selbst, der an diesem Abend auf dem Präsentiertisch lag und nichts war ihm unangenehmer als im Rampenlicht zu stehen. Nate entschuldigte sich und flüchtete regelrecht aus dem Gespräch. Über ein ganzes Jahr lang war Nate im Ausland stationiert gewesen, über 365 Tage hatte er seinen Vater nicht zu Gesicht bekommen. Die vergangenen zwei Wochen hatten den Bedarf daran wieder mehr als gedeckt.
Mit den Krücken unter den Armen ging Nate durch den Garten des Anwesens, vorbei an den gut gekleideten Gästen. Hier und da bekam er ein Lächeln geschenkt und hier und da erwiderte er es auch. Die Füße der Gehhilfen versanken leicht im Rasen und machten es mühsamer als sonst, voranzukommen. Es war die Hoffnung auf etwas Ruhe und sein knurrender Magen, die ihn stetig vorantrieben und die Bänke und Stühle ignorieren ließen. Sein Blick ging zum Buffet und ihm stockte der Atem, als er erkannte, wer dort stand. „Unmöglich“, murmelte er und sah genauer hin. Es war Theresa. Nicht im Schlabberpulli und in Jeans, wie er sie auf ihrer Demonstration gegen den Konzern seines Vaters kennengelernt hatte, sondern in einem schwarzen, eleganten Cocktailkleid. Und sie sah umwerfend aus. Mit einem kurzen Kopfschütteln holte sich Nate aus seiner Starre und setzte sich wieder in Bewegung. Der Rasen unter seinen Füßen schluckte die Geräusche und so konnte er sich leise an sie heranschleichen, bis er hinter ihr stand. „Die Shrimps sind mit Sicherheit nicht Fair Trade, davon würde ich die Finger lassen“, sprach er ernst. Unmöglich.


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Lena

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Tess - Spätsommer 1999 [Re: Ziva]

Als hinter Tess plötzlich eine Stimme ertönte, erschrak sie und ließ prompt die Zange, mit der man die Shrimps aus ihrem Behältnis nehmen konnte, fallen. Es gab ein aufsehenerregendes Klirren und einige Leute in der Nähe drehten sich um, aber Tess lächelte nur mit einer Geste, die zeigen sollte, dass nichts passiert war. Nur einen Moment später wandten sich die Gäste bereits wieder ihren Gesprächspartnern zu, als wäre nichts gewesen. Tess hingegen drehte sich vom Buffet weg, um zu sehen, wer sie da erschreckt hatte. Jonathan Dempsey. Natürlich war er hier. Und natürlich hatte er einen blöden Spruch parat. In der Woche, die sie ihn nicht gesehen hatte, war ihre durchaus vorhandene Faszination ihrer Begegnung bei der Demonstration schnell in Ärger übergegangen, der sich bis heute gehalten hatte. Ärger über seine arrogante Art, vor allem aber Ärger darüber, dass sie sich benommen hatte wie ein dummes Mädchen, dem ein hübsches Lächeln und schöne Augen reichten, um sich von einem Kerl einwickeln zu lassen. Aber gut, nun hatte sie die Gelegenheit, das zu korrigieren.
„Und wieder ein Hinweis, für den ich wahnsinnig dankbar bin“, sagte sie bissig, „aber du kannst unbesorgt sein, mein politisches Engagement richtet sich vor allem gegen Waffen und alles andere, was deine Familie vertritt. Wenn Zuchtshrimps zu euren Überzeugungen gehören, bin ich allerdings gerne bereit, das Thema in mein Repertoire aufzunehmen.“ Demonstrativ nahm sie einen Bissen und funkelte Jonathan an.


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Ziva

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Nate - Spätsommer 1999 [Re: Lena]

Sofort zog ein Lächeln auf seine Lippen, als sie sich zu ihm herumdrehte. Es war tatsächlich Theresa. In Abendrobe sah sie einfach unbeschreiblich schön aus, es stand ihr jedenfalls viel besser als die Klamotten, die sie zur Demonstration getragen hatte. Nicht, dass es ihm nicht eigentlich völlig egal gewesen war, was sie an jenem Tag getragen hatte. Jemand da oben musste ihn aber wirklich mögen, anders konnte er sich diesen Zufall nicht erklären. Nates Miene sank leicht in sich zusammen, ein schmales Grinsen aber blieb bestehen, als sie ihn auf ziemlich bekannte Weise anblaffte. Ihm kam plötzlich ein ganz anderer, viel offensichtlicherer Gedanke: Was zur Hölle tat sie überhaupt hier?
„Was tust du eigentlich hier? Versuchst du dich undercover einzuschmuggeln?“, fragte er grinsend, ignorierte dabei die erneute Anklage gegen die Machenschaften seiner Familie. Nate hatte schon einmal die säuerliche Miene aus ihrem Gesicht bekommen, er würde es sicher wieder schaffen. Wenn er das hier Max erzählte, der würde ihm kein einziges Wort glauben.


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Tess - Spätsommer 1999 [Re: Ziva]

„Du lässt nach. Beim letzten Mal hattest du wenigstens noch irgendetwas zu entgegnen“, merkte Tess an, auch wenn seine Frage naheliegend war. „Ganz genau, ich habe beschlossen, die Schönen und Reichen auszuspionieren, damit ich darüber eine Arbeit verfassen kann. Wer weiß, vielleicht mache ich meinen Doktor in Sozialforschung. Thema „Die Upper Class und ihr trauriges Leben“. Ich könnte dich als strahlendes Beispiel benutzen.“ Diesmal lächelte sie im Gegensatz zu ihrer Begegnung bei der Demonstration nicht, auch wenn etwas in ihr es gern getan hätte. Aber noch bevor sie mehr sagen konnte, kam ihr Vater zu ihr. Wahrscheinlich hatte er gesehen, dass Tess mit einem Dempsey redete und wollte verhindern, dass es zu einer ähnlichen Begegnung kam wie mit Jefferson. „Alles in Ordnung, Liebling?“ George sah sie fragend an und Tess nickte. „Jonathan“, ihr Vater nickte grüßend und gab ihm die Hand, „ich hörte, dass du in der Stadt bist. Nichts Ernstes, hoffe ich?“ Er deutete auf die Krücken. Tess hoffte, eines Tages genauso diplomatisch sein zu können wie ihr Vater, der selbst einem Dempsey gegenüber höflich und fürsorglich erscheinen konnte. Momentan hätte sie Jonathan lieber sein verdammtes Grinsen aus dem Gesicht gewischt. Oder ihn mit Shrimps beworfen.

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Ziva

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Nate - Spätsommer 1999 [Re: Lena]

Hatte Nate etwas verpasst? Hatte er ihr Lächeln ihrer letzten Begegnung völlig missinterpretiert? Hatte sie ihm eigentlich mitteilen wollen, dass er sich das Lächeln gut einprägen sollte, denn es könnte tatsächlich das einzige und letzte gewesen sein, das er zu sehen bekam? Nate war irritiert über ihr Verhalten und seine offensichtlich schlechte Menschenkenntnis. Bevor er etwas auf ihren Kommentar erwidern konnte, tauchte Mister Vanderbilt auf. Es dauerte nicht lang, bis Nate begriff, wer Theresa war. Unmöglich. Nate ließ sich seine starke Verwunderung nicht anmerken und lächelte höflich. „Guten Abend, Mister Vanderbilt“, begrüßte er ihren Vater und bekannten Immobilienmogul und schüttelte dessen Hand. „Nein, es ist nichts Schlimmes und in ein paar Monaten wieder vergessen“, antwortete er und warf einen Blick auf Theresa. Nate wusste nicht, ob er sauer sein oder lachen sollte. Eine Vanderbilt, wunderbar. „Sie sollten die Shrimps probieren, ich habe gehört, die sind gut“, schlug er mit aller Höflichkeit, die er gerade aufbringen konnte, vor. „Wenn sie mich jetzt entschuldigen würden? Guten Abend, Sir. Theresa.“ Er nickte beiden zu, lächelte und wandte sich ab. Kaum stand er mit dem Rücken zu ihnen, entwich das Lächeln. Es war ein verdammt harter Schlag gewesen, genau dahin, wo es weh tat. Nicht nur, dass er einsehen musste, dass er sich wie ein völliger Idiot aufgeführt hatte, im Glauben, er hätte seine Traumfrau gefunden. Nein, es stellte sich auch noch heraus, dass sie die Tochter der Familie war, an der sein Vater kein gutes Haar ließ. Nate lachte bitter, als er sich gehumpelten Schritt für gehumpelten Schritt entfernte.

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Tess - Sa, 04.02.2012 - Abends - New York - Manhattan - Palace Hotel [Re: Ziva]

Der Blickwechsel blieb nicht unbemerkt, und Tess kam sich vor wie ein fünfzehnjähriger Teenager, der von seiner Mutter im Auge behalten wurde, weil er in Verdacht stand, sich mit unpassenden Umgang abzugeben. Sie wusste allerdings, dass ihre Mutter sich eher Sorgen darum machte, wie ihr Vater auf irgendeine Art der Kontaktaufnahme reagieren würde - wie immer war sie der Prellbock zwischen Tess und George. Letzterer bemerkte jedoch kaum, dass Tess gerade Nates Lächeln alles andere als unauffällig erwiderte, denn im Gegensatz zu seiner Frau war der Präsidentschaftskandidat gerade vollauf mit dem Essen und einem Gespräch mit seinem Sitznachbarn, Senator Wells, beschäftigt.
Tess' Antwort auf den Blick ihrer Mutter war nur ein angedeutetes Schulterzucken, dann widmete sie sich wieder ihrem Essen.
Wesley war es, der das Thema Nate wieder aufbrachte, als die nächste Pause zwischen den Gängen und damit auch die nächsten Reden anstanden, die George und Leanne zum Glück vollauf beschäftigten. "Ich würde echt gerne mal mit ihm reden. Ich meine, er hat sicher total spannende Sachen zu erzählen." Tess musste grinsen. "Was willst du denn hören? Wie es sich so in Max' Wohnung lebt, oder was man mit seiner Freizeit anfängt, wenn man eine Menge davon hat?" Ihr Bruder schnaubte. "Pffffft. Du hast mal wieder keinen Sinn für Dramatik, Sis. Ich meine die spannenden Geschichten. Man munkelt, er wäre bei irgendeiner Geheimabteilung der Army gewesen. Da hat er doch sicher ein paar James-Bond-Dinge erlebt." Er legte nachdenklich den Kopf schief. "Vielleicht begegne ich ihm einfach ganz zufällig auf der Herrentoilette." Jetzt musste Tess lachen. "Ja genau, und am Pissoir erzählt er dir die ganzen spannenden geheimen Geschichten. Wes, du spinnst." Wesley hob die Nase etwas höher. "Dir wird dein Lachen schon noch vergehen, Tess, wenn ich erst einmal mit ihm gesprochen habe." Sie nickte. "Na, immerhin darfst du mit ihm reden. Wenn ich das tue, werfen sich bestimmt gleich drei Security-Leute dazwischen." Sie sah zu Nate hinüber, der in dieser Umgebung gar nicht so deplatziert wirkte, wie sie erwartet hatte - gerade führte er ein offenbar nicht allzu gequältes Gespräch mit jemandem, der neben seinem Vater saß - und fragte sich, ob Wes recht hatte, oder wenn nicht, wo Nate wirklich all die Jahre gewesen war und was er erlebt hatte. Wahrscheinlich würde sie das nie erfahren. Und irgendwie machte es sie traurig, dass dem so war.

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Nate - Sa, 04.02.2012 - Abends - New York - Manhattan - Palace Hotel [Re: Lena]

Das Essen war immerhin ausgezeichnet und ein guter Trost über die Langeweile hinweg, die diese Veranstaltung wie Kaugummi in die Länge zog. Seit Tess sein Lächeln erwidert hatte, fand Nate diesen Abend gar nicht mehr so schlimm, im Gegenteil. Zu wissen, dass sie beide hier waren, meist nicht weiter als wenige Meter auseinandersaßen und sich die gleichen einschläfernden Geschichten anhören mussten, war eine erheiternde Gemeinsamkeit zwischen ihnen. Nate grinste, als er zwischendrin ein angedeutetes Augenrollen Tess‘ auffing, die sich gerade mit einem Mann und dessen Frau unterhielt, oder besser gesagt: Unterhalten wurde. Nate hob daraufhin sein Gin Tonic Glas nach oben und deutete ihr damit eine mögliche Lösung an, um diese Gespräche erträglich werden zu lassen. Irgendwann, im weiteren Laufe des Abends, hatte sein Vater Nate einen Bekannten und Geschäftspartner, Richard Lorne, vorgestellt, der, wie Nate auf der USMA in Westpoint ausgebildet worden war und so entwickelte sich tatsächlich ein interessantes Gespräch über die Academy und die Zeit danach. Es stellte sich heraus, dass Lorne, der Nates Alter hatte, auch in Bosnien stationiert gewesen war. Danach hatte sich Lorne aber aus der Army verabschiedet und hatte Fuß in der Wirtschaft gefasst. Zum Ende des Gesprächs hatte Lorne Nate zu einem Spiel der New York Knicks eingeladen, die besten Plätze am Spielfeldrand natürlich, und Nate hatte zugesagt, für Basketball war er schließlich immer zu haben.
Mit einer Entschuldigung, dass die Natur rief, erhob sich Nate irgendwann, noch bevor man den nächsten, den vorletzten Gang servieren würde. In der Herrentoilette stand er gerade am Waschbecken und wusch sich die Hände, als ihm ein bekanntes Gesicht begegnete, das gerade zur Tür hineinkam. „Hey, Wesley“, begrüßte Nate Tess‘ Bruder und lächelte, nahm sich dabei eines der sauberen, kleinen Handtücher vom Stapel.

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Wesley - Sa, 04.02.2012 - Abends - New York - Manhattan - Palace Hotel [Re: Ziva]

Wes hatte sich von den Unkenrufen seiner Schwester nicht abhalten lassen. Zwar hatte er Nate nun nicht gerade ständig im Blick behalten, um zu wissen, wann er den Tisch verließ, sondern es war mehr Zufall gewesen, dass sie sich zu ähnlicher Zeit in Richtung der Waschräume begaben, aber diese Chance wollte er dann auch nutzen. Wesley war großer Geheimagenten-Filme-Fan und bereits von Olivia ziemlich desillusioniert worden, wenn es um irgendwelche Top-Secret-Aufträge ging, vielleicht konnte Nate dieses Bild ja retten.
Der Bereich mit den Waschbecken war außer ihnen beiden leer, als Wes ihn betrat. Sehr gut. "Hey Nate, was für eine Überraschung, dich hier zu sehen", sagte er und trat an das Waschbecken neben ihm, um sich pro forma die Hände zu waschen. "Ich kann mir ja kaum vorstellen, dass du nicht irgendeine Ausrede gefunden hättest, wo du doch", er senkte verschwörerisch die Stimme, "bei irgendeiner Geheimorganisation warst. Warst du doch, oder?" Er hatte mit Tess um fünfzig Dollar und seine Lieblingsactionfigur von Captain America gewettet, dass er irgendeine geheime Einsatzgeschichte aus Nate herausbekommen würde.

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