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Es war das erste Mal seit über zwölf Jahren, dass sie geschlossen als Familie auftraten. Auf Bitten seiner Mutter hin hatte sich Nate dazu bereit erklärt, diesem Samstagabend im Palace-Hotel beizuwohnen. Es handelte sich um eine festliche Auszeichnung für den New Yorker Medienmogul Alfred L. Wandsworth, der für sein Lebenswerk geehrt wurde. Nate hatte bis zu diesem Abend weder eine Ahnung gehabt, wer dieser Wandsworth überhaupt war, noch, dass ihm der Cobalt Club im Gegensatz zu dieser Feier bald wie der reinste Vergnügungspark vorkommen sollte. Nate hatte seinem Bruder Jefferson und dessen Frau Jill noch unbehelligt durch die Hotellobby zum Festsaal folgen können, bis er das erste Mal seinen Namen fallen hörte. „Ja, er ist hier. Jonathan?“ Es war sein Vater, der nach ihm rief und zu sich heran winkte. Neben ihm und Nates Mutter standen Desmond Harrison und seine Frau Ursula, Nate erkannte beide selbst nach den vielen Jahren gleich wieder. Es versetzte ihn augenblicklich in die Vergangenheit zurück und gab ihm eine Ahnung mit auf den Weg, welcher Redeschwall der Harrisons ihn gleich überfallen würde. Dennoch, mit einem Lächeln begrüßte er die alten Bekannten und schüttelte ihnen die Hand, nickte und beantwortete knapp, aber bereitwillig, ihre Fragen. Es war der Moment, in dem Nate sich wünschte, er hätte abgesagt und wäre dafür einen Deal eingegangen. Fünf Abendessen gegen diese Veranstaltung. Er hatte diese Anlässe damals nicht ausstehen können und daran hatte sich bis heute nichts geändert. Während die Harrisons irgendwann erzählten, wie ihr Sohn Malcom in Asien Karriere machte, sah Nate sich um. Alles wirkte, als hätte er ein Buch, gefüllt mit seinen Erinnerungen, aufgeschlagen. Die Frauen trugen die gleichen Pelze so ungeniert und stolz wie damals auf ihren Schultern und waren mit Edelsteinen behangen, von denen jedes Set den Wert eines Mittelklassewagens hatte. Die Gespräche waren die gleichen, langweiligen Erzählungen und die oberflächliche Freunde, wenn man ein bekanntes Gesicht sah, wie eine Visitenkarte der High-Society. Als einer der Kellner ein Tablett mit gefüllten Champagnerschalen an ihm vorbeitrug, zögerte Nate nicht und nahm sich eines der Gläser. Ein Gin Tonic wäre ihm lieber gewesen, aber, um die Zeit – besonders das Gespräch mit den Harrisons – zu überbrücken, tat auch der Schampus seine Arbeit. Zum Glück war es Misses Harrison, die ihr Mundwerk kaum zubekam, so konnte Nate sich weiterhin unbemerkt seiner Umgebung widmen. Gerade, als er das Glas nach einem großen Schluck von den Lippen nahm, sah er sie. Tess hatte gerade den Saal betreten. Neben ihr gingen Wesley, der – sofern das überhaupt möglich war – noch größer geworden war und dessen Freundin Helena, die Nate aus dem Colbalt Club nur vom Sehen her kannte. Lange blieb seine Aufmerksamkeit jedoch nicht bei den beiden, sondern ging wieder zu Tess zurück, die ein fast bodenlanges, dunkelgrünes Abendkleid trug, das ihr ausgezeichnet stand, soweit er das ganz objektiv beurteilen konnte. Nate lächelte, als sich ihre Blicke in diesem Moment kreuzten, war sich aber sofort darüber bewusst, dass hier andere Regeln herrschten, dass ein lockerer Plausch an der Bar wohl kaum möglich werden würde. So eng wie die Fliege um seinen Hals saß, so genau waren hier die Augen auf jeden Einzelnen gerichtet. Damals wie heute. Und als Nate an Tess vorbeisah, die Personen erblickte, die nach ihr den Raum betraten, schwand sein Lächeln. George und Leanne Vanderbilt, Theresas Eltern, erinnerten Nate an das Gespräch im Club, daran, dass er heute besser einen großen Bogen um die Familie Vanderbilt machen sollte. So I just had to jump
I closed my eyes and jumped I had not other choice a scream replaced my voice in the sea |



