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Mittelerde & andere phantastische Welten » Kreativschmiede » Kampf um Mittelerde (Fanfiction)

Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Kampf um Mittelerde (Fanfiction)

Vorwort

Noch bevor ich in irgendwelchen Tolkien-Foren registriert war, habe ich im Internet etliche Tolkien-Fanfictions gelesen. Am besten gefielen mir dabei stets die FFs, die Tolkiens Geschichten nicht abändern, sondern ergänzen. Auf Englisch gefielen sie mir zusätzlich noch besser, wenn sie - wie Tolkiens Werke - in einer wunderschön altertümlichen Sprache verfasst waren.

Auf Deutsch fand ich allerdings kaum derartige FFs: Einige (auch aus dem Bereich AU) finde ich zwar durchaus reizvoll und interessant zu lesen. Aber das, was ich hauptsächlich suchte, fand ich nicht. Überdies stört mich an etlichen deutschen FFs auch der moderne Sprachstil.

Da ich die Art von FF, die ich suchte, nicht fand, reifte in mir der Entschluss, selbst eine zu schreiben. Dabei habe ich mich dafür entschieden, die Ereignisse des Ringkrieges zu schildern – allerdings, anders als Tolkien, nicht aus der Sicht von vier Hobbits, sondern aus der Sicht von vier menschlichen Protagonisten aus Gondor und Rohan: Faramir, Boromir, Éowyn und Éomer. Das war bei mir auch naheliegend, denn schließlich stehen die Menschen aus Gondor und Rohan in meiner Sympathie-Skala noch vor den Hobbits. Meine FF basiert auf HdR und einigen Geschichten aus den NaME. Dass ich dabei einige Passagen aus HdR abschreibe, lässt sich nicht ganz vermeiden. Allerdings lasse ich bewusst auch einige Passagen weg, z.B. die Annäherung von Faramir und Éowyn in den HdH, denn das hat Tolkien ja bereits aus Sicht der beiden Beteiligten geschildert. Und das kann ich wirklich nicht toppen!

Bei dieser FF erhebe ich folgende Ansprüche an mich selbst:

1. Keine Widersprüche zu Tolkiens Werk
Wie gesagt, diese FF soll strikt buchorientiert sein und die in Tolkiens Werken erzählten Geschichten nicht abändern, sondern ergänzen. Beim Schreiben habe ich gemerkt, dass es ziemlich schwierig ist, jegliche Widersprüche zu vermeiden, zumal das Werk des Professors in sich nicht ganz widerspruchsfrei ist – man denke nur an die verschiedenen Versionen vom "Jagd nach dem Ring" in den NaME! Überdies erfordert eine strikt buchorientierte HdR-Fanfiction umfangreiches Nachlesen, aber das macht zum Glück ja auch viel Spaß!

2. Angemessene Sprache
Da mich gerade an manchen deutschen FFs die zu moderne Sprache gestört hat, habe ich versucht, meine FF in einer angemessenen, zumindest teilweise altertümlichen Sprache zu verfassen und mich dabei am Stil der HdR-Übersetzung von Carroux orientiert.

Ich hoffe, meine FF gefällt einigen Lesern. Über Feedback würde ich mich sehr freuen, auch über Hinweise auf Fehler. Sollte jemandem auffallen, dass etwas in meiner FF im Widerspruch zu Tolkiens Werk steht oder ich mich mal zu "modern" ausdrücke, bitte ich um entsprechende Hinweise. Scheut euch auch nicht, nachzufragen, wenn etwas unklar ist!

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Kampf um Mittelerde (Fanfiction) [Re: Buchfaramir]

Disclaimer: Diese Fanfiction basiert auf Werken von J.R.R. Tolkien. Ich besitze kein Urheberrecht an der Geschichte und verdiene auch kein Geld damit.

Prolog

Das Dritte Zeitalter von Mittelerde neigte sich seinem Ende zu - einem gewaltigen Ende, das Mittelerde entweder die Befreiung von einem großen Übel bringen oder die freien Länder in Finsternis und Sklaverei stürzen würde.

Der Dunkle Herrscher Sauron war nach Jahrtausenden des Exils wieder in sein Reich Mordor zurückgekehrt und er machte sich daran, seine alte Macht wiederherzustellen und die freien Völker von Mittelerde mit Krieg zu überziehen. Sein größter Hass galt dabei Gondor, dem südlichen Reich der Menschen von Númenor.

Das alte Königreich Gondor hatte viel von seiner einstigen Macht und Stärke verloren. Fast tausend Jahre war es nun her, dass Earnur, der letzte König, verschwunden war und seither hatte das Haus der Truchsessen in der Weißen Stadt Minas Tirith regiert. Bis der König wiederkäme, so schworen die Truchsesse, und bewahrten, was von Gondors schrumpfendem Reich noch bewahrt werden konnte. Doch auch wenn die Macht Gondors abnahm, so waren seine Menschen nicht ohne Verbündete. Denn vor fünfhundert Jahren waren die Rohirrim, die Reiter aus dem Norden, gekommen und hatten das Königreich Rohan gegründet. Sie halfen den Herren Gondors in ihren Kriegen.

Es war in den Tagen des Truchsess’ Denethor II. von Gondor und des Königs Théoden von Rohan, als sich das Schicksal Mittelerdes entscheiden sollte. Hier soll davon erzählt werden, wie die Brüder Boromir und Faramir, die Söhne Denethors von Gondor, und die Geschwister Éomer und Éowyn von Rohan in dieses Schicksal verstrickt wurden.

In den ersten Jahren ihres Lebens erfuhren Boromir und Faramir die Liebe und den Sanftmut ihrer Mutter Finduilas. Doch als Faramir fünf und Boromir zehn war, endete das Familienglück mit dem Tode Finduilas’. Der Truchsess wurde nach dem Tode seiner Gemahlin grimmig und schweigsam.

Während in Gondor die Truchsessenfamilie noch um ihren Verlust trauerte, schien in Rohan das Königshaus neues Glück zu finden. Théodwyn, die jüngste Schwester des Königs heiratete Éomund, den ersten Marschall der Mark. Als sie mit Éomer und Éowyn zwei Kinder bekamen, schien ihr Glück vollkommen - doch es endete allzu früh. Der Schatten Mordors erstreckte sich bis Rohan. Orks unternahmen Raubzüge und stahlen viele Pferde der Rohirrim. Éomund bekämpfte sie, doch eines Tages wurde er dabei erschlagen. Théodwyn zerbrach am Schmerz über den Verlust ihres Gemahls, wurde krank und starb. Die Waisenkinder Éomer und Éowyn kamen nun an den Hof des Königs nach Edoras, wo sie in der Obhut König Théodens und seines Sohnes Théodred aufwuchsen.

In Gondor waren Boromir und Faramir zu stattlichen jungen Männern herangewachsen, die sich bald im Kampf gegen die Überfälle aus Mordor bewährten. Die Brüder liebten einander sehr und es war keine Eifersucht zwischen ihnen, obwohl ihr Vater Boromir bevorzugte und ihm zum Ober-Heermeister und Hohen Verweser des Weißen Turms ernannte. Doch der Schatten aus Mordor wurde länger und den Brüdern schien es, dass ihr Vater rasch alterte und an Stärke verlor.

Auch in Rohan schien der Herrscher vorzeitig zu vergreisen, als er das Alter von fünfundsechzig überschritten hatte. Immer stärker geriet Théoden unter den Einfluss seines Ratgebers Gríma, Galmods Sohn, der bald im Volke Schlangenzunge genannt wurde, da jeder seine Verschlagenheit bemerkte – jeder, nur nicht der König. Arglistig versuchte er, Théodred und Éomer gegeneinander auszuspielen, doch die Freundschaft des Königssohnes und seines jungen Vetters war unerschütterlich. Éowyn war mittlerweile zu einer anmutigen Frau von außerordentlicher Schönheit herangewachsen. Liebevoll kümmerte sie sich um ihren alternden Onkel, doch es erfüllte sie mit Abscheu, dass Schlangenzunge gegen ihren Bruder intrigierte.

Doch beginnen soll diese Erzählung in Gondor, wo der mittlerweile fünfunddreißigjährige Heermeister Faramir eines Nachts von einem seltsamen Traum heimgesucht wurde.


Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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Asphodele

Gefährte

Re: Kampf um Mittelerde (Fanfiction) [Re: Buchfaramir]

Feedback? Here it is!
Eine schöne Einleitung. Du stellst hohe Ansprüch an dich selbst, Hut ab!
Sprache ist dir wichtig? Dann schreibe bitte nicht: "..als Faramir fünf und Boromir zehn war." Das ist Umgangssprache. Da es wahrscheinlich keine Geburtsurkunden gab, könntest du beschreiben, in welcher Jahreszeit die Brüder ihr fünftes bzw. zehntes Lebensjahr vollendeten. Verpacke es vielleicht in zwei verschiedenen Sätzen. Schön wäre auch, wenn du beschreibst wie sich der Truchseß verhielt, statt festzustellen, dass er grimmig wurde. Und nun möchte ich gern wissen, wie es weitergeht.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Hobbit ehrenhalber
Man kann Orangensaft auch mit Sekt verdünnen.
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Celebne

Gefährte

Re: Kampf um Mittelerde (Fanfiction) [Re: Asphodele]

Ich finde den Prolog sehr gut gelungen. Es werden alle Protagonisten der Story kurz eingeführt.
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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Kampf um Mittelerde (Fanfiction) [Re: Celebne]

1. Der Angriff auf Osgiliath - Teil 1

Unruhig wälzte sich Faramir in seinem Bett. In seinem Traum sah er, wie sich der östliche Himmel verdunkelte, doch im Westen erblickte er ein bleiches Licht und eine Stimme rief:


Das geborstene Schwert sollt ihr suchen,
Nach Imladris ward es gebracht,
Dort soll euch Ratschlag werden,
Stärker als Morgul-Macht.
Ein Zeichen soll euch künden,
Das Ende steht bevor,
Denn Isildurs Fluch wird erwachen,
Und der Halbling tritt hervor.



Schweißgebadet schreckte Faramir hoch. Es war der frühe Morgen am ersten Tag des Sommers. Nachdem sich Faramir angekleidet hatte, ging er hinaus und sah, dass die aufgehende Sonne von dunklen Wolken verhüllt wurde.

Nach dem Frühstück trafen sich Faramir und sein Bruder mit ihrem Vater zu einer Unterredung in der großen Halle. Da der Truchsess einen feindlichen Angriff befürchtete, hatte er eine große Zahl von Streitkräften nach Minas Tirith rufen lassen. An diesem Morgen wollte Denethor mit seinen Söhnen besprechen, wie das Heer vorgehen sollte. Noch während der Unterredung traf ein Bote aus dem Osten ein und meldete einen Angriff aus Mordor, der früher als erwartet kam:

"Eine große Truppe von Orks, Ostlingen und Haradrim marschiert aus der Richtung von Minas Morgul auf Osgiliath zu. Die Besatzung braucht dringend Verstärkung, denn sonst können wir die Stellungen nicht mehr halten."

Denethor wandte sich an seine Söhne: "Ihr müsst der Besatzung von Osgiliath sofort zu Hilfe eilen. Das Heer muss noch heute Vormittag aufbrechen."

Zwei Stunden später ritten Boromir und Faramir an der Spitze des Heeres von Gondor nach Osten. Als sie nachmittags in die Nähe von Osgiliath kamen, sahen sie, dass die Stadt brannte. Kampflärm und Geschrei waren zu hören.

"Sie sind schon im Westteil der Stadt", sagte Faramir. "Der Feind hat die Brücke überquert."

"Dann müssen wir sie wieder zurückdrängen!" erwiderte Boromir. "Das Westufer des Anduin muss von uns gehalten werden."

Boromir wandte sich an das Heer und rief:

"Die Stadt Osgiliath muss zurückgefordert werden! Für Gondor! Zum Angriff!"

"Für Gondor!" riefen die Männer.

Mit Boromir an der Spitze galoppierte die Reiterei von Gondor in die Ruinenstadt hinein. Faramir ritt an der Spitze der Fußtruppen, die den Reitern folgten. Als die Verteidiger in der Stadt hörten, dass Verstärkung eingetroffen war, waren sie ermutigt. Auf Boromirs Zuruf hin räumten sie die Hauptstraße, die zur Brücke führte. Die Reiter galoppierten mit voller Wucht in die feindlichen Truppen hinein. So kraftvoll war der von Boromir geführte Angriff, dass die Streitkräfte von Mordor hinweggefegt wurden wie Blätter von einem Sturm. Die meisten Feinde flohen über die Brücke nach Osten, einige wenige versuchten in die Ruinen im Westen der Stadt auszuweichen, wo sie jedoch von Faramirs Fußtruppen und der Besatzung der Stadt niedergemacht wurden.

Boromir stieß mit seinen Reitern nach Osten vor, doch dort kam sein Angriff zum Stehen, da der Feind sich neu formierte und neue Truppen heranholte, die bisher noch nicht in den Kampf eingegriffen hatten. Trotzdem konnten sie die Reiter Gondors zunächst nicht zur Brücke zurückdrängen, denn nun eilte Faramir seinem Bruder zur Hilfe und führte die Fußtruppen über die Brücke. Unter den Soldaten waren einige hervorragende Bogenschützen, die mit ihren tödlichen Pfeilen dazu beitrugen, dass ein möglicher Gegenangriff der Feinde im Keim erstickt wurde. Dennoch waren die Männer Gondors immer noch zahlenmäßig unterlegen. Da sie die besseren Kämpfer waren, hätten sie dennoch Aussicht gehabt, auch den Ostteil von Osgiliath zurückzuerobern. Aber dazu kam es nicht, da die Schlacht eine unheimliche Wendung nahm.

Als der Abend sich näherte, ertönte aus dem Osten plötzlich ein grausiger Schrei. Die Soldaten von Gondor wurden von Entsetzen und einer nie gekannten Furcht gepackt. Die Pferde begannen zu scheuen. Die Feinde aber gerieten in Raserei, griffen nun heftiger als zuvor an und töteten viele Verteidiger, ohne auf eigene Verluste zu achten. Die Reihen Gondors lichteten sich und gerieten ins Wanken. Als die Nacht hereinbrach erkannte Boromir, dass die Stellung nicht mehr zu halten war und befahl den Rückzug nach Westen.

Doch aus dem Rückzug wurde eine wilde Flucht. Selbst Boromir und Faramir verspürten eine entsetzliche Furcht und ritten rasch über die Brücke. Auf der Westseite blieben sie jedoch stehen und versuchten, ihre in Panik geratenen Streitkräfte aufzuhalten. Die Soldaten Gondors aber flohen und wagten nicht einmal am Ufer anzuhalten, sondern rannten weiter. Die beherztesten unter ihnen wagten zurückzuschauen, und was sie sahen, erfüllte sie mit noch mehr Entsetzen: Ein große schwarze Gestalt ritt auf einem schwarzen Pferd über die Brücke. Sie zog ein Schwert und stieß einen weiteren entsetzlichen Schrei aus. Nun gingen einige der Pferde Gondors durch und flohen mit ihren Reitern. Boromir und Faramir waren schon vorher abgesessen, um die Soldaten zu beruhigen, aber sie konnten ihre fliehenden Pferde nicht halten. Von den Fußsoldaten warfen sich viele vor Furcht auf den Boden. Nur wenige sahen, dass dem ersten Schwarzen Reiter sechs weitere folgten und wie ihr Anführer im Schatten der Nacht verschwanden.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Kampf um Mittelerde (Fanfiction) [Re: Buchfaramir]

1. Der Angriff auf Osgiliath - Teil 2

Als die Schwarzen Reiter fort waren, sah Boromir, dass die feindlichen Streitkräfte immer noch am Ostufer standen. Waren sie den grausamen Reitern nicht gefolgt, weil diese unter Freund und Feind gleichermaßen Schrecken verbreiteten? Doch diese Frage beschäftigte den Ober-Heermeister von Gondor nicht lange.

"Steht auf, Männer von Gondor" rief er. "Zurück zur Brücke!" Das Gefühl des fürchterlichen Entsetzens war verflogen und so griffen die Männer auf den Befehl ihres Heerführers erneut an. Doch am Ostufer trat ihnen die Übermacht der Feinde entgegen. Ohne Reiterei und mit schmerzlich gelichteten Reihen konnte der Osten von Osgiliath unmöglich zurückerobert werden.

"Boromir! Es ist aussichtslos!" schrie Faramir im Kampfgetümmel seinem Bruder zu. "Wir müssen uns zurückziehen!"

Boromir hätte zwar lieber weitergekämpft, doch er erkannte, dass sein Bruder Recht hatte.

"Zieht euch zurück, zerstört die Brücke!" rief er. "Zwanzig Mann bleiben hier, damit die Feinde nicht das Westufer erreichen."

Die Männer befolgten den Befehl sofort. Das Heer zog sich nach Westen zurück und einige Soldaten stiegen hinab zum Fluss und begannen, die hölzernen Träger der Brücke zu zerstören. Boromir und Faramir führten selbst die Schar an, welche die Brücke verteidigte. Die Feinde wollten die Zerstörung verhindern und dementsprechend heftig attackierten sie die Verteidiger. Aber die Brücke war schmal genug, um auch von einer kleinen Schar gegen eine Übermacht eine Zeitlang gehalten zu werden.

Die Angriffe der Feinde wurden wütender und ließen nicht nach, während die Verteidiger ermüdeten und einer nach dem anderen fiel. Als bereits die Hälfte der Schar getötet worden war und die Feinde sich kurz vor dem Durchbruch wähnten, war plötzlich von unten ein Knacken zu Hören.

"Zurück!" schrie Boromir. "Flieht!"

Die Pfeiler knickten ein und die ganze Brücke brach zusammen und riss Verteidiger und Angreifer in die Fluten des Anduin. Die Soldaten Gondors sahen am Westufer entsetzt, wie ihre Heerführer und Kameraden in den Fluss stürzten. Einige Männer wurden in die Tiefe gezogen und ertranken. Boromir und Faramir waren ausgezeichnete Schwimmer, aber auch sie kostete es viel Mühe, sich der Strömung zu entziehen.

Zur Erleichterung der beobachtenden Soldaten tauchten die Brüder auf. Jubel brandete auf, als die beiden Heermeister das Ufer erreichten, wo sie von hilfreichen Händen aus dem Fluss gezogen wurden. Außer den beiden hatten nur noch zwei andere Soldaten aus der Schar den Kampf und die Zerstörung der Brücke überlebt.

Vom jenseitigen Ufer waren zunächst Flüche und Geschrei zu hören, doch dann wurde es still. So blieb es die ganze Nacht und auch am nächsten Tag. Vom Westufer aus waren keine Feinde zu sehen. Am Nachmittag berieten sich die beiden Heermeister.

"Was meinst du, Faramir?" fragte Boromir. "Hat der Feind seinen Angriff tatsächlich abgebrochen?"

"So sieht es aus", sagte Faramir. "Doch tut er dies gewiss nur, um Kräfte zu sammeln, mit denen er später mit noch größerer Wucht erneut angreifen wird. Vielleicht schon morgen, vielleicht erst in einer Woche oder in einem Monat oder noch später. Aber eines ist sicher: Die Heerscharen des Namenlosen werden wiederkommen."

"Dessen bin ich mir auch sicher", stimmte Boromir zu. "Doch um den Fluss zu überqueren, bräuchten unsere Feinde Boote, Flöße und eine weitaus größere Streitmacht, als sie sie bisher aufgeboten haben. Ich glaube nicht, dass dies in den nächsten Tagen geschehen wird. Fürs Erste dürfte es ausreichen, wenn wir die Besatzung von Osgiliath verdoppeln. Wir können das Heer wieder nach Minas Tirith zurückziehen. Außerdem sollten wir Vater von dem Kampf berichten."

"Das sollten wir fürwahr", sagte Faramir. "Auch von den grausamen Reitern."

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Helcaraxe

Gefährte

Re: Kampf um Mittelerde (Fanfiction) [Re: Buchfaramir]

Hey Buchfaramir, Du kennst ja sicher meine "herzliche Abneigung gegen Fanfiction in all ihren Erscheinungen" - aber Deine kann man tatsächlich lesen. Die Sprache allerdings finde ich ganz und gar modern.

Kurze Manöverkritik: Wenn man keine parodierende FF schreibt (wie es zum Beispiel Alex tut) und auch kein Slash (Handlung ist eh nur schmückendes Beiwerk), dann sollte das Geschehen irgendwie fesselnd geschildert werden, um den Leser bei Stange zu halten. Was natürlich ganz schön schwierig ist… Du gehst zum Teil mit Siebenmeilenstiefeln über das Geschehen hinweg, daß Dein an sich ansprechender Text manchmal zur bloßen Aufzählung verkommt.

Ein Beispiel:

In Bezug auf:
Mit Boromir an der Spitze galoppierte die Reiterei von Gondor in die Ruinenstadt hinein. Faramir ritt an der Spitze der Fußtruppen, die den Reitern folgten. Als die Verteidiger in der Stadt hörten, dass Verstärkung eingetroffen war, waren sie ermutigt. Auf Boromirs Zuruf hin räumten sie die Hauptstraße, die zur Brücke führte. Die Reiter galoppierten mit voller Wucht in die feindlichen Truppen hinein. So kraftvoll war der von Boromir geführte Angriff, dass die Streitkräfte von Mordor hinweggefegt wurden wie Blätter von einem Sturm. Die meisten Feinde flohen über die Brücke nach Osten, einige wenige versuchten in die Ruinen im Westen der Stadt auszuweichen, wo sie jedoch von Faramirs Fußtruppen und der Besatzung der Stadt niedergemacht wurden.


Das geht mir schon viel zu schnell, mir fehlt da der Spannungsaufbau. Kaum hat der Angriff begonnen, ist er auch schon vorüber.

Oder hier:

In Bezug auf:
Doch aus dem Rückzug wurde eine wilde Flucht. Selbst Boromir und Faramir verspürten eine entsetzliche Furcht und ritten rasch über die Brücke.


An der Stelle würde ich gerne sehr viel genauer erfahren, wie sich die entsetzliche Furcht äußert, die Boromir und Faramir in dem Moment befällt. Wenn da nur steht, daß sie "entsetzlich" ist, läßt mich als Leser dieser Umstand relativ kalt.

Diecu rentum denserum.
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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Kampf um Mittelerde (Fanfiction) [Re: Helcaraxe]

Vielen Dank fürs Feedback. Natürlich merkt man, dass es sich um meine erste FF handelt und überdies mein schriftstellerisches Talent sehr begrenzt ist. Ich werde an den angesprochenen Punkten arbeiten.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Kampf um Mittelerde (Fanfiction) [Re: Buchfaramir]

2. Der Traum - Teil 1

Noch am Abend des gleichen Tages kehrten die Brüder in die Weiße Stadt zurück und erstatteten dem Truchsess Bericht. Denethor war erfreut, dass seine Söhne dem Feind der Zugang zum Westufer verwehrt hatten, aber auch beunruhigt, als sie ihm von der großen Übermacht und dem schwarzen Reiter berichteten. Dabei waren sie sich rückblickend nicht einmal mehr sicher, wie viele dieser Reiter sie gesehen hatten.

"Dergleichen habe ich noch nie zuvor gesehen, noch eine derartige Furcht verspürt", sagte Boromir. "Der Namenlose hat entsetzliche Diener."

"Und diese sind gewiss die entsetzlichsten", fügte Faramir hinzu. "Sicherlich waren diese grausamen Reiter die Ringgeister – jene Menschen, denen der Namenlose einst neun Ringe der Macht gab, mit denen er sie versklavte."

"Sicher ist dem so", sagte Denethor nachdenklich. "Und eurem Bericht zufolge haben sie den Fluss überquert und sind dann verschwunden – zu welch bösem Zweck, frage ich mich? Dass die Nazgûl Minas Morgul verlassen haben und sich nun irgendwo in Gondor aufhalten, ist die schlimmste Kunde, die Minas Tirith zu meinen Lebzeiten erreichte. Doch gegen sie können wir jetzt nichts ausrichten. Umso mehr müssen wir Kräfte sammeln für den Kampf gegen die Feinde, die wir bekämpfen können. Ruht euch jetzt aus, aber haltet euch bereit! Sicher werdet ihr bald wieder in Osgiliath gebraucht werden."

In der folgenden Nacht schlief Faramir trotz der Erschöpfung vom Kampfe nicht sonderlich gut. Er wurde vom selben Traum wie zwei Nächte zuvor heimgesucht. Am nächsten Morgen erzählte er Boromir davon.

"Mir scheint, dieser Traum hat eine Bedeutung", sagte Faramir. "Er enthält vielleicht eine Botschaft, wie wir Hilfe in unserem Kampf erhalten könnten."

"Ach ja?" fragte Boromir. "Für mich sind dies nur rätselhafte Worte. Wie soll uns ausgerechnet ein geborstenes Schwert im Kampf helfen? Wo liegt Imladris? Was ist Isildurs Fluch? Dein Traum mag etwas zu bedeuten haben oder auch nicht, aber ich sehe nicht, wie er uns zu helfen vermag."

"Ich kenne die Antworten auf deine Fragen auch nicht", erwiderte Faramir zögernd. "Doch vielleicht sollten wir mit Vater darüber sprechen, da er ja in den alten Überlieferungen beschlagen ist. Vielleicht könnte uns auch Mithrandir helfen, wenn er hier wäre. Er scheint mir noch gelehrter zu sein."

"Sage das ja nicht zu unserem Vater!" sagte Boromir entschieden. "An deiner Stelle würde ich ihn nicht mit deinem Traum behelligen."

"Wie du meinst", seufzte Faramir. "Aber ich werde ein wenig in den alten Schriften stöbern, um Antworten auf diese Fragen zu finden."

Später an jenem Tag begab sich Faramir in das Archiv im Weißen Turm, wo er einige alte Schriftrollen und Bücher durchlas, doch er hatte nur wenig Zeit und fand nicht, was er suchte. Ähnlich erging es ihm am folgenden Tag, nachdem ihn der Traum ein weiteres Mal heimgesucht hatte.

Doch einen weiteren Tag später sprach Boromir ihn morgens aufgeregt an und erzählte, dass er denselben Traum wie Faramir hatte und sie doch mit Denethor sprechen sollten. So kam es, dass die Brüder an jenem Morgen bei ihrem Vater vorsprachen und ihm von dem Traum berichteten. Faramir sagte:

"Ich vermute, dass es sich bei dem geborstenen Schwert um Narsil, das Schwert Elendils handelt, das bei seinem Tode im Kampf gegen den Namenlosen zerbrach. Doch was für ein Ort ist Imladris? Und wo liegt er?"

"Von alters her nennen die Elben ein Tal im hohen Norden Imladris, das in der Gemeinsamen Sprache Bruchtal heißt", erklärte Denethor. "Es liegt westlich des Nebelgebirges in Eriador, heißt es. Dort wohnt Elrond der Halbelb, einer der größten unter den Wissenden."

"Die Weisheit Elronds mag uns helfen", sagte Boromir, "doch ich verstehe immer noch nicht, was wir mit einem geborstenen Schwert machen sollen. Nehmen wir an, Faramir hat Recht und wir finden dort die Bruchstücke von Narsil. Was nützen uns die Reste des Schwertes eines erloschenen Königshauses?"

"Die Linie der Könige ist hier in Gondor erloschen", warf Faramir ein. "Aber was ist mit der Linie der Könige von Arnor?"

"Das spielt keine Rolle", sagte Denethor überraschend scharf. "Das nördliche Königreich ist vor langer Zeit zerstört worden. Doch lasst uns nicht davon sprechen! Meine Söhne, ich glaube auch, dass euer Traum eine Bedeutung hat. Doch bevor wir eine Entscheidung darüber treffen, was zu tun ist, sollten wir eine eingehende Beratung abhalten. Ich werde für morgen eine Versammlung des Rates der Alten einberufen."

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Kampf um Mittelerde (Fanfiction) [Re: Buchfaramir]

2. Der Traum - Teil 2

Am nächsten Tag traf sich der Rat, der aus dem Truchsess, seinen Söhnen, den höchsten Würdenträgern und den Hauptleuten von Minas Tirith bestand. Nachdem die Brüder von ihrem Traum erzählt hatten, sagte Denethor:

"Es sind rätselhafte Worte mit unklarer Bedeutung. Von Imladris wissen wir ungefähr, wo es liegen mag und auch über das geborstene Schwert hat Faramir schon Mutmaßungen angestellt. Doch wir wissen nicht, was Isildurs Fluch ist und auch über Halblinge wissen wir fast nichts."

"Verzeiht, Herr", warf Hirgon, der Befehlshaber der Reiter, ein, "aber ich habe schon von Halblingen gehört. In Rohan gibt es eine Sage von kleinen Leuten, die nicht größer werden als unsere Kinder."

"Ja, das stimmt", bestätigte Boromir. "Holbytlan werden sie, glaube ich, in der Sprache der Rohirrim genannt. Die Sagen von Rohan mögen gut dafür sein, Kindern die Zeit zu vertreiben oder sie zu erschrecken. Man denke nur an die Schauergeschichten von laufenden Bäumen im Wald von Fangorn", fügte er lachend hinzu. "Doch uns helfen solche Ammenmärchen nicht weiter."

"Die Worte aus dem Traum enthalten immerhin eine klare Aufforderung, nach Imladris zu gehen", sagte Húrin, der Herr der Schlüssel. "Die Antworten auf unsere Fragen mag es dort geben – und vielleicht noch mehr: Hilfe in unserem Kampf."

"Das meine ich auch", pflichtete Faramir ihm bei. "Daher schlage ich vor, Imladris zu suchen. Unsere Bedrängnis ist groß, uns hilft jeder Beistand, den wir bekommen können."

"Ich weiß nicht recht", wandte Denethor ein. "Elronds Macht beruht auf Weisheit, nicht auf Waffen. Was meinst du, Boromir?"

"Faramir hat Recht", antwortete Boromir. "Der Angriff vor einer Woche war gewiss nur ein Vorgeschmack des Krieges, den der Namenlose entfesseln wird. Wenn der Feind mit aller Stärke zuschlägt, vermögen wir ihn vielleicht nicht einmal mit der Hilfe der Rohirrim abzuwehren. Wir können jede Hilfe gebrauchen. Auch Ratschläge, die stärker sein sollen als die Macht von Morgul, wie es in dem Traum heißt."

"So sei es", sagte Denethor. "Und wer wird gehen und Imladris suchen?"

"Ich werde gehen", antwortete Faramir. "Die Aufforderung, nach Imladris zu gehen, ging an mich."

"Verzeih, Bruder", sagte Boromir. "Aber ich habe den Traum auch geträumt. Die Aufforderung ging auch an mich. Ich werde gehen!"

"Ich habe den Traum vor dir geträumt", entgegnete Faramir. "Und nicht nur einmal, sondern mittlerweile viermal! Ich denke, dass ich gehen sollte."

"Meine Söhne!" sagte Denethor entschieden. "Ich kann euch nicht beide gleichzeitig entbehren. Nur einer von euch darf gehen!"

"Dann gehe ich mit meinem Vorrecht als der Ältere", rief Boromir.

"Der Ältere und Kühnere", sagte Faramir mit einem spöttischen Unterton.

"Ich kann den Herren Faramir gut verstehen", warf Húrin ein. "Wollt Ihr auf Euer Vorrecht bestehen, Herr Boromir?"

"Ja, das will ich!" rief Boromir halsstarrig.

"Ich denke immer noch, dass es besser wäre, wenn ich gehe", sagte Faramir ruhig, "doch die Entscheidung darüber obliegt dem Herrn von Gondor."

"Es sei", seufzte Denethor missmutig. "Dann entscheide ich, dass Boromir nach Imladris gehen soll. Die Versammlung ist beendet!"


Nach der Versammlung sprach Faramir seinen Bruder nicht ohne Ärger an:

"Boromir, warum hast du dich vorgedrängt? Zweifelst du an meinem Mut oder an meinen Fähigkeiten?"

"Faramir, ich zweifle nicht an dir. Doch dieser Weg ist schwierig und gefährlich. Diese Aufgabe erfordert einen Mann, der erfahren und weit gereist ist. Und ich bin so ein Mann. Du hingegen warst noch nicht einmal in Rohan. Ich als der Ältere wollte dir eine gefährliche und ungewisse Reise ersparen."

"Dann danke ich dir dafür", sagte Faramir ein wenig besänftigt, doch in seiner Stimme schwang Ironie mit. "Gleichwohl denke ich, dass ich als Soldat und Waldläufer erfahren genug bin, um auf den Schutz meines großen Bruders verzichten zu können. Überdies wäre ich auch gerne nach Rohan gereist."

"Die Gelegenheit dazu wird sich sicher noch ergeben", sagte Boromir. "Außerdem wirst du noch manche Gelegenheit haben, dich als Heermeister zu bewähren, während ich fort bin."

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