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Gesellschaft, Kultur, Freizeit » Bibliothek » Buchbesprechung Harry Potter, Band 7

athameg

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 7 [Re: Eiliane]

Das hat mich auch schon immer gewundert, aber im Grunde ist es typisch Voldemort: er ist vollkommen überzeugt davon dass er der einzige ist der jemals den Raum der Wünsche entdeckt hat, denn so etwas kann ja nun mal nur einem Genie wie ihm gelingen. Die Mühe sich zu erklären wo der ganze Sperrmüll stammt der da herum steht macht er sich gar nicht erst. Harry reagiert da viel logischer und geht davon aus dass da Generationen von Schülern und Lehrern alles abgestellt haben was nicht mehr gebraucht wurde.

Und, stimmt, die Frage ergibtt sich tatsächlich: Dumbledore hat Snape gesagt, er muss Harry dann über sein bevorstehendes Schicksal informieren wenn Voldemort Nagini unter besonderen Schutz stellt. Aber eigentlich ist es logisch: Dumbledore hat Harry ja dafür ausgebildet die Horcruxe zu finden und zu zerstören. Und absehbar wird Nagini derjenige Horcrux sein an den Harry am schlechtesten heran kommt weil er dazu in Voldemorts unmittelbare Umgebung vordringen muss. Also wird Nagini absehbar der letzte bekannte Hocrux sein der zerstört wird. Und auf die Zerstörung der Horcruxe wird sehr bald der direkte Kampf gegen Voldemort folgen der nur dann erfolgreich sei kann wenn Harry vorher stirbt. Wenn Harry möglichst spät informiert werden soll damit er weiter brav mitmacht dann ist der Moment wirklich gut gewählt.

Und, auch interessant: was weiß Snape eigentlich, und was weiß er nicht? Über Horcruxmagie weiß er definitiv nichts, da hat ihm Dumbledore die Sachlage ja wirklich so geschickt erklärt dass er diese Magie gar nicht erst ins Gespräch bringen musste. Natürlich weiß Snape zum Zeitpunkt der Schlacht um Hogwarts was es mit dem Elderstab auf sich hat, dass das ein extrem mächtiger und unbesiegbarer Zauberstab sein soll; Voldemort redet ja von nichts anderem mehr. Aber bevor Voldemort sich auf die Suche nach diesem Stab gemacht hat ((also zum Beiuspiel zum Zeitpunkt von Dumbledores Tod) wusste Snape vermutlich wenig darüber und hat sich wohl auch wenig dafür interessiert. Er dürfte wissen dass Draco Malfoy es war der Dumbledore entwaffnet hat, aber dass Dumbledores Zauberstab der Elderstab ist hat er erst später erfahren nehme ich an.

Früher suchten die Hexen ihre Alraunen unterm Galgen, heute suchen sie sie im Internet. "Die Welt ist im Wandel", in der Tat.
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Sarwen

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 7 [Re: athameg]

Danke für eure ausführliche Erklärungen.

Nin o Chithaeglir,lasto beth daer:
Rimmo nin Bruigen dan in Ulaer!
Nin o Chithaeglir,lasto bethe daer:
Rimmo nin Bruinen dan in Ulaer! ~ Arwen
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Eiliane

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 7 [Re: Sarwen]

Dumbledore hatte im sechsten Schuljahr von Snape zwei Dinge verlangt:
Dumbledore zu töten und Harry zum richtigen Zeitpunkt eine Nachricht zu übermitteln.

Harry hasste Snape schon lange, nachdem dieser dann auch noch Dumbledore getötet hatte, wird Harry keiner Information glauben, die Snape ihm gibt.
Es war also von Anfang an klar, dass Snape Dumbledores Botschaft an Harry nur über seine Erinnerung weitergeben kann.
Snape kann als erfahrener Okklumentiker gefährliche Erinnerungen bewusst von einem Zugriff eines Legilimentiker (Voldemort) verstecken, indem er diese in einem separaten, vor Angriffen abgesicherten Bereich seines Gedächtnisses aufbewahrt.
Snape kann dann auch sicher ausgewählte Erinnerungen in einem anderem „Fach“ seines Gedächtnisses speichern und dann, sobald es notwendig ist, dieses ganze „Fach“ auf einmal ausgießen und aus sich herausdrücken.

Snape war allein und am verbluten, er glaubte nicht mehr daran Dumbledores Auftrag erfüllen zu können, dann tauchte plötzlich Harry auf. Die Erinnerungen sprudeln nur so aus Augen, Mund und Ohren von Snape heraus, er übergibt sehr umfangreiche Daten an Harry. Es gibt rein private Momente, aber auch alle wichtigen Ereignisse stellt Snape Harry zur Verfügung.

Auch Dumbledore muss sich im Klaren gewesen sein, dass Snape seine Nachricht an Harry als Erinnerung weitergibt.
Dumbledore hat viele Erinnerungen mit Harry im Denkarium angeschaut. Dumbledore hat auch im sechsten Jahr die manipulierte Erinnerung von Slughorn mit Harry betrachtet. Dumbledore hat Harry darauf aufmerksam gemacht wie man manipulierte Erinnerungen erkennen kann.
War es eine bewusste Schulung von Harry, wie er echte von falschen Erinnerungen unterscheiden kann? Damit Harry die Erinnerung von Snape, die Nachricht von Dumbledore an Harry, als Echt erkennt und nicht daran zweifelt?
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athameg

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 7 [Re: Eiliane]

Ich bin nicht sicher dass Dumbledore so weit gedacht hat dass Harry von Snape zu diesem Zeitpunkt keinerlei Informationen mehr annehmen wird, denn das ist ja eine emotional bedingte Sache, und von dergleichen versteht Dumbledore nicht unbedingt sehr viel, der ist mehr der intellektuelle Typ.

Es stimmt allerdings zweifellos dass Harry zu diesem Zeitpunkt gar nicht anhören würde was Snape ihm zu sagen hat. Und wenn er es doch anhören würde, dann würde er es nicht glauben. Ich weiß nicht wie weit Snape das klar ist. Jedenfalls versucht er ja eindeutig zu Harry zu gelangen als er Voldemort vorschlägt Harry und finden und zu holen. Es kann allerdings einfach sein dass er keinerlei andere Möglichkeit sieht Harry eventuell doch noch zu informieren und dass er es halt deshalb einfach auf diese Weise wenigstens versucht.

Und, stimmt: dem was Snape ihm persönlich sagt würde Harry nicht glauben, aber der Erinnerung glaubt er. Und das, denke ich, aus zwei Gründen. Erstens umfasst diese Erinnerung ja viel mehr als die Botschaft die Snape Harry ausrichten soll, vor allem erklärt sie warum Snape Dumbledore getötet hat; wenn Harry das weiß wird er eher akzeptieren was Snape ihm mitteilen will. Und zweitens weiß Harry eben dass die Erinnerungen die man im Denkarium sieht die Wahrheit zeigen und dass Versuche sie zu fälschen deutlich wahrnehmbar sind; nicht mal ein so ausgesprochen begabter Zauberer wie Slughorn hat das hinbekommen. Warum auch immer Dumbledore Harry erklärt hat wie man eine gefälschte Erinnerung erkennt (das kann sich auch einfach aus der Situation ergeben haben), jetzt ist es jedenfalls von Vorteil dass Harry das weiß.

Früher suchten die Hexen ihre Alraunen unterm Galgen, heute suchen sie sie im Internet. "Die Welt ist im Wandel", in der Tat.
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athameg

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 7 [Re: athameg]

Dies ist natürlich ein Kapitel das sehr viele Fragen beantwortet:

The Prince's Tale

Voldemort spricht erneut zu den Verteidigern von Hogwarts. Er gibt ihnen eine Stunde Zeit um die Verwundeten zu versorgen und die Toten zu bergen. Weiter fordert er Harry auf, binnen dieser Stunde zu ihm in den Verbotenen Wald zu kommen.

Harry, Ron und Hermione kehren nach Hogwarts zurück. Dort sind alle in der Großen Halle versammelt. Dort liegen auch die Toten; Remus Lupin und Tonks sind unter ihnen. Harry geht ins Schulleiterbüro um Snapes Erinnerung im Denkarium zu betrachten.

Zuerst sieht er drei neun- oder zehnjährige Kinder: Snape, Lily und Petunia. Snape und die gleichaltrige Lily, die von Snape erfährt dass sie eine Hexe ist, freunden sich an. Petunia ist eifersüchtig auf Lilys magische Begabung, sie schreibt sogar an Dumbledore weil sie auch nach Hogwarts gehen möchte, aber Dumbledore lehnt ab. In Hogwarts wird Lily nach Gryffindor eingeteilt und Snape nach Slytherin. Trotzdem bleiben sie befreundet, auch wenn es immer wieder zu Streitigkeiten kommt weil Lily Snapes Slytherin-Freunde nicht akzeptieren kann. Die Episode, die Harry schon als "Snapes schlimmste Erinnerung" kennt, bedeutet dann tatsächlich das Ende der Freundschaft zwischen Lily und Snape.

Dann sieht Harry wie sich der erwachsene Snape mit Dumbledore trifft. Er hat Trelawneys Prophezeiung an Voldemort verraten, und jetzt will Voldemort Harry töten, was natürlich auch Lily in Lebensgefahr bringt. Snape bittet Dumbledore Lily zu retten und notfalls auch ihr Kind und ihren Mann; dafür ist er bereit zu jeder Gegenleistung. - Nachdem Voldemort Lily getötet hat spricht Dumbledore in seinem Büro mit Snape. Er erklärt Snape, seine Aufgabe sei es jetzt Lilys Sohn zu beschützen, damit ihr Tod nicht sinnlos war; Snape sagt das zu, will aber nicht dass irgendjemand davon erfährt. - Dann sieht Harry eine andere Szene im Schulleiterbüro: Snape behandelt den verletzten Dumbledore nach der Zerstörung des Horcrrux-Rings. Beide wissen dass die Behandlung Dumbledores Tod nur aufhalten kann und dass er höchstens noch ein Jahr zu leben hat. Dumbledore will nicht zulassen dass Draco Malfoy ihn tötet, damit Dracos Seele keinen Schaden nimmt. Er bittet Snape ihn zu töten wenn die zu erwartende Krankheit bei ihm ausbricht, und Snape sagt das zu.

Weiter sieht Harry wie Dumbledore in seinem letzten Lebensjahr mit Snape spricht. Dumbledore teilt Snape mit dass es etwas gibt was Harry erfahren muss, im letztmöglichen Moment, dann, wenn Voldemort Nagini durch besondere Maßnahmen zu schützen beginnt. Ohne über Horcruxmagie zu sprechen erklärt Dumbledore dass bei Voldemorts Angriff auf die Potters ein Teil seiner Seele sich abgespalten hat und jetzt in Harry lebt und dass Voldemort nur besiegt werden kann wenn zuvor Harry und dieses Seelenteil in ihm sterben, und zwar durch Voldemort selbst. Snape ist entsetzt dass Dumbledore Harry aufgezogen hat "wie ein Schwein zum Schlachten", und er fühlt sich auch ausgenutzt: er dachte es ginge darum Lilys Sohn zu schützen.

Anschließend sieht Harry noch eine Folge von Bildern: zuerst Snape der von Dumbledores Porträt den Auftrag erhält die Reise der "sieben Potters" zu organisieren; dann Snape der in einer Kneipe Mundungus Fletcher diese Idee einredet und mittels eines Confunduszaubers dafür sorgt dass Mundungus dies für seine eigene Idee halten wird; dann den Flug der "sieben Potters", bei dem Snape versucht einen Todesser zu entwaffnen der Lupin töten will, wobei er dann George verletzt; dann Snape in dem Haus am Grimmauld Place wo er die zweite Seite von Lilys Brief und ihr Foto an sich nimmt. Als letztes Bild sieht Harry wie Phineas Nigellus mitteilt wo Harry und Hermione ihr Lager aufgeschlagen haben; Dumbledore schickt Snape sofort los um das Schwert von Gryffindor, das in einem Geheimfach hinter seinem Porträt verwahrt wird, dorthin zu bringen. Er warnt Snape dass Harry auf keinen Fall wissen darf wer das Schwert überbracht hat weil Voldemort diese Information in Harrys Gedanken lesen könnte. - Nach dieser Szene verlässt Hary das Denkarium und kehrt in die Gegenwart zurück.

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Eiliane

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 7 [Re: athameg]

„Du hast deine Freunde für dich sterben lassen, anstatt mir selbst entgegenzutreten. Ich werde eine Stunde lang im Verbotenen Wald warten“, dieser Teil von Voldemorts Rede belastet Harry am Meisten. Seine Freunde sterben für ihn und er ist schuld, er hat die Wiedergeburt von Voldemort nicht verhindert, er war sogar ein Teil davon.
Harry glaubt es wäre alleine seine Aufgabe Voldemort zu besiegen. Harry gibt sich die Schuld für jede Verletzung oder Todesfall die bei einer der Aktion geschahen, an der er beteiligt war, ob Cedric Diggory, Sirius Black, oder Mad-Eye Moody.
Harry ist eine wichtige Symbolfigur des Wiederstandes gegen Voldemort. Harrys Freunde und Verbündete kämpfen aber nicht nur für Harry, sie kämpfen vor allem gegen Voldemort, weil sie dessen völlige Machtübernahme ihrer Welt verhindern wollen.
Voldemort wollte Harry wegen der Prophezeiung töten, er kann nicht zulassen, dass jemand weiterlebt, der die Macht hat ihn zu besiegen. Harry konnte Voldemort jedes Mal entkommen, Voldemort scheiterte immer wieder an diesem Jugendlichen, sein Stolz ist dadurch schwer beschädigt worden. Darum gibt Voldemort den Befehl an seine Todesser, nur er, kein anderer darf Harry töten und rettet dadurch Harrys Leben.

Auch ohne Snapes Erinnerungen wäre Harry in den Wald zu Voldemort gegangen.

Snapes Erinnerungen:

Snapes erstes treffen mit Lily, Harrys Mutter, der Beginn einer langen Freundschaft.
Harry erfährt, dass Tante Petunia zuerst von Magie begeistert war, sie wollte selbst auch nach Hogwarts gehen. Als das aber nicht ging, verwandelte sich ihre Begeisterung ihn Neid und völlige Ablehnung, sie wollte mit solchen Spinner und Verrückten nichts zu tun haben.
Erste Zugfahrt nach Hogwarts, Lily und Snape treffen auf James Potter und Sirius Black, Schniefelus wird Snape zum ersten Mal genannt, der Beginn einer langen Feindschaft.

Lily wird nach Gryffindor und Severus nach Slytherin eingeteilt, trotzdem bleiben sie Freunde.
Die Freundschaft zwischen Severus und Lily bleibt bis zum Ende des fünften Schuljahres bestehen, dann bricht Lily sie ab.
Lily beendet die Freundschaft nicht weil Snape sie Schlammblut genannt hatte, das war für sie aber sicher der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Lily hatte Snape immer wieder vor den Ansichten von Avery und Mulciber gewarnt, vor schwarzer Magie und seinen Auswirkungen. Severus hatte sich zu weit in diese Richtung entwickelt. Wollte Lily mit der abrupten Beendigung ihrer Freundschaft Snape aufrütteln und ihn vielleicht zurück auf ihre Seite ziehen?
Lily sagt bei diesem letzten Gespräch zu Snape, dass sie sich seit Jahren bei ihren Freunden wegen ihm entschuldigt, sie verstehen nicht, warum sie überhaupt mit ihm redet.
Snapes ist arm, ein Halbblut in einem Haus mit vielen Reinblüter, wo der Blutstatus wichtig ist. Was muss sich Snape im Slytherin-Haus anhören, weil er mit einer Muggelgeborene, einem Schlammblut, befreundet ist. Dieses Schlammblut ist auch noch eine Gryffindor und wird Snape nicht von vier Mitschülern aus diesem Haus gemoppt, beleidigt und schikaniert. Bekommt Snape keine Hilfe gegen die Rumtreiber, weil seine Hausgenossen ihm nicht helfen wollen solange er mit einem Gryffindor Schlammblut befreundet bleibt? Wieviel Druck ist Snape in seinem Haus ausgesetzt, um sich den Ansichten der Todesser anzuschließen?

Snape hat Angst als er sich mit Dumbledore auf diesem Hügel trifft. Snape ist zu diesem Zeitpunkt seit über einem Jahr Lehrer für Zaubertränke und hat Dumbledore den reuigen Todesser vorgespielt, der sich von Voldemort losgesagt hatte. Nun hat er sich hier mit Dumbledore verabredet um ihm seine Täuschung zu gestehen und ihm um Sicherheit für Lily Evans zu bitten.
Natürlich weiß Snape, dass seine Warnung auch Schutz für James Potter und das Baby Harry bedeuten würde, das Dumbledore nicht nur Lily in Sicherheit bringt. Warum zeigt er dann Dumbledore, dass es ihm nur um Lily geht? Snape hätte sich in einem besseren Licht zeigen können, warum tut er das nicht? Snape muss doch fürchten, dass ihn Dumbledore nach Askaban schickt. Will Snape damit Dumbledore zeigen, dass er ihn dieses Mal nicht täuschen will, er aufrichtig ist, sich nicht besser macht als er ist?
Für Lilys Sicherheit ist Snape bereit alles zu tun was Dumbledore von ihm verlangt und Snape wird sein Spion.
Aber James und Lily setzen ihr Vertrauen auf den falschen Freund und keine vierzehn Tage später sind sie tot.
In dieser Zeit kann Snape keine großartigen Spionagetätigkeiten bei Voldemort für Dumbledore ausgeführt haben. Trotzdem hat Dumbledore Snape vertraut und ihn vor Askaban geschützt. Warum ist sich Dumbledore so sicher Snape dieses Mal vertrauen zu können?

Am Ende des Weihnachtsballs unterhalten sich Dumbledore und Snape. Karkaroffs Mal wird auch dunkler und er gerat in Panik, er plant zu fliehen, wenn das Mal brennt. Snape wird nicht fliehen, er ist kein Feigling. „Nein“, stimmte Dumbledore ihm zu, „Sie sind ein mutiger Mann. Manchmal denke ich, wir lassen den Hut zu früh sein Urteil sprechen“. Snape bleibt mit verzweifelter Miene zurück. Ist Snape verzweifelt, weil er wieder als Spion an Voldemorts Seite zurückkehren muss, oder denkt er daran, dass er zusammen mit Lily in Gryffindor hätte sein können?

Wegen dem Fluch auf dem Ring hat Dumbledore nur noch ein Jahr zu leben. Um Draco vor Voldemorts Zorn zu retten und auch seine Seele nicht zu beschädigen, bittet Dumbledore Snape ihn zu töten.
Hat Dumbledore je begriffen was er da von Snape verlangte?
Es ist nicht nur einfache Sterbehilfe, die Erlösung vor einem sonst sehr schmerzhaften Tod. Snape wird als Mörder von Dumbledore betrachtet werden. Nach Dumbledores Plan wird Snape dann als Schulleiter nach Hogwarts zurückkehren und muss mit seinen Lehrerkollegen weiterhin zusammenarbeiten, ohne ihnen sagen zu können was wirklich geschah. Als Doppelspion wurde Snape von den Todessern und den Mitgliedern des Phönix-Orden misstrauisch beobachtet, keiner traute ihm wirklich. Snape hatte nur Dumbledore der ihm rückhaltlos vertraute, ein Mentor, eine Art Vaterfigur für ihn.
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athameg

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 7 [Re: Eiliane]

Doch, das ist wichtig, von Anfang an: weder der Phönixorden noch die DA noch sonst jemand kämpft in diesem Krieg für Harry als Person, auch wenn Harry dazu neigt das so zu empfinden. Die kämpfen nicht für Harry, die kämpfen gegen Voldemort. Harry hat, als "der Junge der lebt", zwar eine erhebliche symbolische und psychologische Bedeutung für die Kämpfer, aber um ihn als Person geht es nie, schon im ersten Band nicht. Da riskiert der zwölfjährige Ron sein Leben um Harry heil durch das große Schachspiel zu bringen - und zwar ausdrücklich nicht um seinem Freund zu helfen sondern damit Voldemort den Stein der Weisen nicht kriegt.

Und, ja, das ist ein spannendes Thema, und zwar eins über das wir sehr wenig erfahren: Severus Snape und seine Slytherin-Mitschüler. Nun ist der Schüler Severus Snape, so wie er uns beschrieben wird, ja nicht unbedingt der Typ der bei seinen Mitschülern gut ankommt. Und außerdem dürfte hier wirklich seine Abstammung ein Problem sein. Ich finde es übrigens bezeichnend dass er diese Abstammung nie zu verschweigen versucht, eher im Gegenteil, sonst wäre er nicht der "Halbblutprinz". Trotzdem wird er offenbar in Slytherin nicht irgendwie ernsthaft gemobbt, sondern durchaus geduldet und sogar mit einbezogen, auch wenn die Sympathie für ihn ihre Grenzen zu haben scheint. Jedenfalls greift keiner von den Slytherins ein als James Potter & Co. sich Snape mal wieder vornehmen. - Dass die Slytherins Severus dulden könnte einen ganz prakischen Grund haben: er ist ein sehr guter Schüler. Vielleicht lässt er die anderen abschreiben. Und die Slytherins sind pragmatische Leute.

Dass Snape Dumbledore gegenüber sehr deutlich zeigt dass es ihm nur um die Rettung Lilys geht wundert mich übrigens gar nicht so sehr. Man sollte da nicht vergessen wie jung er zu diesem Zeitpunkt noch ist. Dieser Zwanzigjährige in seiner totalen Panik kriegt da einfach keine Verstellung mehr auf die Reihe, auch wenn das natürlich einen besseren Eindruck machen würde. Ein Dutzend Jahre später würde er sich da geschickter anstellen, vermute ich.

Und, stimmt: ich bezweifle auch sehr dass Dumbledore sich klar macht was es für Snape bedeuten wird ihn zu töten. Denn es geht ja eben nicht nur um Sterbehilfe als solches. - _Wobei ich mich allerdings gerade frage wie sich Dumbledore seinen Tod zu dem Zeitpunkt vorgestellt hat als er Snape bittet ihn umzubringen. Diese Szene auf dem Astronomieturm, wo Snape ihn gewissermaßen öffentlich tötet, war wohl ein Jahr vorher nicht in dieser Form geplant. Falls Dumbledore ursprünglich von einer Sterbehilfe ohne Augenzeugen ausgegangen ist wären die Folgen für Snape schon sehr viel weniger gravierend, dann müsste nicht mal jemand wissen dass er Dumbledore getötet hat.

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Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 7 [Re: athameg]

Zu Dumbledores Tod:
Er hat nichts konkret geplant. Er weiss von Voldemorts Plan, dass Draco ihn bis zum Ende des Schuljahres töten soll (was dieser aber nicht können wird) und der Alternative, dass Snape den Part übernimmt.
Er hat den Fluch in der Hand und wird garantiert innerhalb eines Jahres daran sterben.
Dumbledore wusste oder ging sehr stark davon aus, dass sein Finale nicht irgendwo in einer einsamen dunklen Kammer ohne Zeugen stattfinden wird sondern dass es Zeugen geben muss, da ja Dracos Tat, zumindest in Todesserkreisen bekanntgemacht werden muss (Dracos Aussage dürfte in jedem Fall eher unwichtig sein).
Dumbledores Plan war aber auch, dass Snape in Zukunft eine hohe Stellung bei den Todessern einnehmen muss, so dass er die Leitung von Hogwarts übernehmen kann um die Schüler und Lehrer bestmöglich zu schützen. Mit der Tötung von Dumbledore wird dies absolut ermöglicht.

Plutonium macht vergesslich
-
Dr Singvogel, Basler Fasnacht 2012
---

Death is the winner of every war
-
Nightwish, 2011
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A hundred Miles apart from the place, where Jesus lost his shoes.
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Eiliane

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 7 [Re: Hexenmeister_von_Angmar]

Hatte Dumbledore einen Plan wie und wann Snape ihn töten soll?
Einen Plan gab es sicher nicht, nur das es Snape machen sollte.

Anfang der Sommerferien vor dem sechsten Schuljahr erfährt Dumbledore von Voldemorts Auftrag an Draco Malfoy ihn zu töten. Nur einige Tage später steckt sich Dumbledore den verfluchten Ring an seinen Finger. Snape gelingt es den Fluch in seiner Hand einzuschließen, aber Dumbledore wird nur noch ein Jahr zu leben bleiben.

Da sein Tod in spätestens einem Jahr sicher ist, will Dumbledore diesen Umstand für zwei Sachen nutzen.
Draco Malfoy Seele zu schützten, er soll diese nicht mit einem Mord auseinanderreißen.
Snape Stellung bei Voldemort zu festigen, und damit auch das Misstrauen einiger Todesser zum Schweigen zu bringen. Darum soll Snape Dumbledore töten und das müssen die Todesser natürlich auch erfahren.
So wie es dann abgelaufen ist war es perfekt, Snape tötet Dumbledore in Anwesenheit von einigen Todessern.

Später wird Dumbledore von seinem Portrait aus auch Snape beauftragen Voldemort das genaue Datum zu nennen an dem Harry das Haus von Tante und Onkel verlässt. Wenn Snape gezwungen ist an der Jagd auf Harry teilzunehmen soll er seine Rolle überzeugend spielen. Snape soll alles tun um so lange wie möglich in Voldemorts Gunst zu bleiben.

Dumbledore will vor allem die Schüler in Hogwarts so gut wie möglich schützen. Um das zu erreichen muss Voldemort volles Vertrauen in Snape haben, nur dann wird er ihn als Schulleiter einsetzen.
Snape war Doppelspion, beide Seiten glaubten seine Treue zu haben. Durch die Tötung von Dumbledore zeigte Snape wo seine Loyalität war, Voldemort glaubte das jedenfalls.
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athameg

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 7 [Re: Eiliane]

Einen wirklich exakten Plan für Dumbledores Tod kann es natürlich nicht gegeben haben, Monate im voraus ist das einfach nicht möglich. Für Dumbledore war es natürlich wichtig dass Snape ihn tötet, schon allein deshalb weil das dann eine schnelle und schmerzlose Sache wird. Und es ist natürlich auch wichtig dass Voldemort weiß wer Dumbledores "Mörder" ist und dass er deshalb Snape blind vertraut. Denn das macht es wahrscheinlich dass Snape den weltanschaulichen Schlüsselposten als Schulleiter von Hogwarts bekommt und insofern die Schüler bis zu einem gewissen Grad schützen kann. Was er ja dann übrigens auch tut, die Pseudo-Bestrafung von Neville, Ginny und Luna nach dem Versuch das Gryffindor-Schwert zu stehlen ist ein gutes Beispiel dafür.

Zwei Dinge allerdings hat Dumbledore, was seinen Tod betrifft, wohl kaum voraussehen können: zum einen den sehr plötzlichen Ausbruch der Krankheit der durch die grüne Flüssigkeit in der Höhle ausgelöst wird, und zum anderen dass es Draco gelingt zu seiner Unterstützung Todesser in die Schule einzuschleusen.

- Übrigens, Nachtrag zu "Snape schützt die Schüler": gesetzlich ist es zu diesem Zeitpunkt bereits verboten dass Hogwarts muggelstämmige Schüler aufnimmt, aber muggelstämmige Schüler die schon länger da sind dürfen offensichtlich bleiben (Beispiel: Colin Creevey). Hat Snape da irgendwie nachgeholfen?

Früher suchten die Hexen ihre Alraunen unterm Galgen, heute suchen sie sie im Internet. "Die Welt ist im Wandel", in der Tat.
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