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Mittelerde & andere phantastische Welten » Kreativschmiede » Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige

Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Sansa IV

Als Sansa zum Frühstück kam, war ihr Vater bereits unterwegs. Sie wusste, dass er als Hand des Königs kurz nach der Eroberung und dem Sturz des Usurpators Joffrey viel zu tun hatte, daher hatte sie volles Verständnis und es tat ihrer guten Stimmung keinen Abbruch, dass sie alleine im Solar ihres Vaters aß. In der vorangegangenen Nacht hatte sie so gut geschlafen wie schon lange nicht mehr und nach dem Frühstück fühlte sie sich gestärkt und voll von neuem Lebensmut.

Sansa ging zurück in ihr Zimmer, das sie bewohnt hatte, ehe ihr Vater nach König Roberts Tod festgenommen worden war. Sie schaute aus dem Fenster und atmete die frische Morgenluft ein. Nach der Rückkehr in die vertrauten Räume im Turm der Hand war es ihr für einen Augenblick vorgekommen, als ob die vielen Monate in Gefangenschaft nur ein böser Traum gewesen seien. Doch es war kein Traum gewesen. Ihres Vaters Gefolgsleute waren grausam ermordet worden und es kam einem Wunder gleich, dass er und Arya noch lebten. Und dass ich noch lebe, ist auch ein Wunder.

Sie dachte wieder an den vorigen Tag, als der Morgen nach einer Nacht voller Gefahr und Todesangst die Befreiung und ein tränenreiches Wiedersehen mit ihrem Vater gebracht hatte. Doch das war nur der Anfang des Tages, an dem Sansa das Gefühl hatte, als sei sie aus der siebten Hölle errettet und in den siebten Himmel emporgehoben worden. Ihr Vater hatte sie zum wahren König Stannis gebracht, von dem sie erfahren hatte, dass er Joffrey erschlagen hatte. Der abscheuliche Joffrey ist tot! Am liebsten hätte sie Stannis dafür wie Faramir umarmt und geküsst, doch sie wusste auch, dass sich ein solches Verhalten bei einem König nicht ziemte und daher hatte sie ihm nur auf Knien gedankt.

Ihr Vater hatte sie dann in den Turm der Hand gebracht, ehe er zu einer Beratung gehen musste. Sansa war eine Weile allein in ihrem früheren Zimmer gewesen, wo sie gelacht und vor Freude geweint hatte. Schließlich hatte sie sich hingelegt und eine Weile geschlafen.

Am Nachmittag war sie wieder wach und bald darauf war ihr Vater zurückgekehrt. Vater und Tochter hatten dann endlich Gelegenheit gehabt, länger miteinander zu sprechen. Sansa hatte von Eddard erfahren, dass Cersei in den Schwarzen Zellen eingesperrt war, während der verletzte Tyrion ins Lager von König Elessars Männern gebracht worden war. Sie hatte Mitleid mit dem Gnom, der stets freundlich zu ihr gewesen war und ihr einmal geholfen hatte, als Joffrey sie misshandeln ließ. Sie hatte ihrem Vater davon berichtet, wobei sie besonders betont hatte, dass bei diesem Vorfall Sandor seinen Mantel um sie gelegt hatte. Ihr Vater war sehr nachdenklich geworden, als Sansa Sandor dafür pries, dass er sie mehrfach gerettet hatte.

Eddard wiederum hatte Sansa davon erzählt, wie es Arya und ihm in Drachenstein ergangen war und was er von Catelyn und Robb gehört hatte. Als Sansa nach Bran und Rickon gefragt hatte, hatte ihr Vater kurz besorgt gewirkt und gesagt, dass schon länger kein Rabe aus Winterfell nach Drachenstein gekommen war. Etwas schien ihm Sorgen zu machen, doch er wollte nicht darüber sprechen.

Sansa lächelte, während sie sich von der Morgensonne wärmen ließ. Bald wird Arya hier sein! Kurz nach der Schlacht war ein Rabe nach Drachenstein geschickt worden, mit dem König Stannis seine Gemahlin, seine Tochter, die Maester von Drachenstein und auch Arya nach Königsmund gerufen hatte. Auch wenn Sansa sich in der Vergangenheit mit ihrer kleinen Schwester häufig gestritten hatte, freute sie sich auf das Wiedersehen.

Während Sansa noch an Arya dachte, hörte sie, dass jemand an ihre Tür klopfte. Sie ging zurück in ihr Zimmer und öffnete, als sie ihres Vaters Stimme hörte.

"Wie geht es dir, Kind?", fragte er.

"Ich fühle mich wie neu geboren!", antwortete sie. "Ich kann es immer noch kaum fassen, dass der Schrecken vorbei ist und ich wieder frei bin. Oh, Vater, ich…" Sie brach ab, als sie sein nachdenkliches Gesicht sah. "Vater, ist etwas?"

"Mein Kind, ich hatte eben ein sehr aufschlussreiches Gespräch mit Ser Dontos Hollard", sagte er. "Nach einigem Zögern hat er mir verraten, wer sein geheimnisvoller Freund war, der ihm angeblich dabei helfen wollte, dich aus der Stadt zu bringen. Es war Lord Petyr Baelish."

Sansa hatte ihrem Vater auch von den heimlichen Treffen mit Ser Dontos im Götterhain erzählt. "Ich verstehe", meinte sie, "Lord Baelish war immer sehr freundlich zu mir. Er wollte mir helfen, da Mutter in seiner Kindheit wie eine große Schwester für ihn war."

"Nein, Sansa!", widersprach ihr Vater überraschend scharf. "Cat hat ihn als kleinen Bruder betrachtet, doch er empfand viel mehr für sie. Dieser verschlagene Intrigant wollte dich nicht aus Freundlichkeit aus der Stadt bringen, sondern weil er wieder Ränke schmiedet. Er hat mich nach König Roberts Tod an Cersei verraten und deshalb mussten unsere Leute sterben."

"WAS?", rief Sansa entsetzt. "Aber Lord Baelish war doch immer so…höflich und nett."

"Ja, natürlich", seufzte Eddard. "Kleinfinger ist immer höflich und freundlich und damit wickelt er alle um seinen kleinen Finger."

"Vater…", begann Sansa zögernd, "er war nicht der Einzige, der dich verraten hat. Ich bin auch ein Verräterin!" Sie fing an zu weinen.

"Aber Kind? Was redest du?", fragte ihr Vater bestürzt.

"Vater, du erinnerst dich doch, wie Arya und ich uns hier so heftig gestritten haben und du uns nach Winterfell zurückschicken wolltest und wie du mir gesagt hast, dass die Verlobung mit Joffrey ein schrecklicher Fehler war… ich war so wütend, dass ich danach zu Cersei gerannt bin und ihr alles verraten habe. Es ist alles meine Schuld!", schluchzte sie.

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Ihr Vater nahm sie in seine Arme. "Kind, dich trifft überhaupt keine Schuld!", sagte er ruhig. "Nein, ich selbst bin schuld, denn auch ich habe allzu offen mit Cersei gesprochen und ihr gesagt, dass ich die Wahrheit über sie und ihre Kinder kenne. Ich habe uns alle verraten und damit den Tod unserer Leute verschuldet."

"VATER!" Sansa hörte auf zu weinen. "Aber warum?"

"Es war mein schlimmster Fehler", stöhnte er. "Robert war noch auf der Jagd und ich wollte Cersei die Gelegenheit geben, mit ihren Kindern zu fliehen."

"Ach, Vater…", seufzte Sansa, als es an der Tür zum Solar klopfte. "Lord Stark!", rief einer der Wachen. Eddard löste sich von Sansa und ging zur Tür. Er sprach kurz mit dem Wächter und kam dann zurück zu Sansa.

"Fürst Faramir ist auf dem Weg hierher", sagte er. "Er möchte mit uns beiden sprechen."

"Auch mit mir?", rief Sansa überrascht und erfreut. Sie wischte sich eilig die Tränen weg und ging mit ihrem Vater in sein Solar. Sie spürte, dass ihr Herz schneller klopfte und erinnerte sich an ein Versprechen, dass Eddard ihr bei jenem Streit gegeben hatte, als er die Verlobung mit Joffrey als Fehler bezeichnet hatte: Eines Tages würde er sie mit einem Lord verheiraten, der tapfer, sanft und stark war.

"Vater, ist Fürst Faramir verheiratet?", fragte sie spontan.

"Ja, gewiss", antwortete Eddard. "Seine Gemahlin ist Prinzessin eines mit Gondor verbündeten Königreichs und sie hat ihm drei Kinder geboren."

"Oh!", entfuhr es Sansa. Natürlich ist ein so großartiger Held wie Faramir mit einer echten Prinzessin verheiratet. Sie kam sich auf einmal ziemlich dumm vor.

Ihr Vater blickte sie überrascht an. "Sansa, du bist doch nicht etwa… Faramir ist deutlich älter als ich, auch wenn man es ihm nicht ansieht. Er ist fünfzig! Sein Sohn ist wohl so alt wie Arya, wenn ich ihn richtig verstanden habe!"

"Nein, nein, nein, Vater, ich bin natürlich nicht in Fürst Faramir verliebt!", sprudelte es aus Sansa heraus. "Ich bin ihm nur sehr dankbar. Nein, ich bin doch in Ser Loras Tyrell verliebt!"

Eddard zog die Stirn in Falten. "Ser Loras? Nun, ich weiß nicht…" Sansa wusste zwar nicht, was ihr Vater an Ser Loras auszusetzen hatte, doch sie berichtigte sich hastig: "Ach, vielleicht bin ich auch gar nicht verliebt. Er gefällt mir eben, denn er ist so edel, tapfer und schön."

"Wir können vielleicht später darüber sprechen", meinte ihr Vater. "Jetzt empfangen wir Fürst Faramir."

Es klopfte erneut an der Tür und der Fürst von Ithilien trat ein. Er trug ein Buch unter dem linken Arm. "Seid gegrüßt, Lord Eddard und Lady Sansa!", sagte er höflich. Er ließ die Tür hinter sich offen.

Sansa und ihr Vater erhoben sich. "Seid gegrüßt, Fürst Faramir", erwiderte Eddard. "Weshalb wolltet Ihr uns sprechen?"

"Unsere Männer haben ein…" – er verzog das Gesicht – "…ein Hurenhaus von Kleinfinger durchsucht und dabei einige interessante Funde gemacht: Zwei Truhen voll Gold, Aufzeichnungen und ein junges Mädchen, das wohl zu Eurem Gefolge gehört." Er drehte sich zur Tür und rief: "Du kannst eintreten!"

Ein dunkelhaariges, hübsches Mädchen in Sansas Alter trat ein und machte einen Knicks. "Lord Stark… Lady Sansa!" Sansa stockte der Atem. "Jeyne!", rief sie, sprang auf und umarmte ihre beste Freundin, die in ein einfaches, graues Gewand gekleidet war. "Ich hatte befürchtet, sie hätten dich umgebracht!" Sie brach in Tränen aus und Jeyne Pool weinte auch.

"Ihr habt sie in Kleinfingers Bordell gefunden?", fragte Eddard entsetzt nach. "Wurde sie dort etwa…"

"Nein, sie sagte, sie sei noch Jungfrau", antwortete Faramir. "Allerdings bekam sie dort leider einiges zu sehen…" Er verzog noch einmal das Gesicht. "Immerhin, die… Frauen dort haben sie wohl gut behandelt und sie hat auch genug zu essen bekommen."

"Jeyne, du wirst jetzt natürlich wieder bei uns im Turm untergebracht", beschloss Eddard. "Ihr Mädchen habt euch sicher viel zu erzählen. Ich muss noch einiges mit dem Fürsten besprechen."

Sansa nickte. "Komm, Jeyne", sagte sie und führte ihre Freundin in ihr Zimmer.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Faramir VIII

Nachdem die Mädchen gegangen waren, setzten sich Eddard und Faramir.

"Was haben Eure Männer sonst noch gefunden, Mylord?", fragte der Lord von Winterfell. "Ihr sagtet etwas von Gold und Aufzeichnungen?"

"Ja, unsere Männer stießen im Keller eines Hurenhauses auf eine versperrte Tür und brachen sie auf. Dahinter fanden sie einen großen Raum, in dem drei Truhen voll mit Gold- und Silbermünzen standen. Außerdem wiesen Spuren darauf hin, dass dort noch viel mehr Truhen gestanden haben. In einem anderen Haus fanden wir Bücher über die Einnahmen, Ausgaben, Geldmittel und Schulden der Krone. Unsere Funde haben wir eben in die königliche Schatzkammer gebracht. Allerdings waren nicht alle Aufzeichnungen verständlich."

"Kleinfingers Schätze", murmelte Eddard. "Wahrscheinlich hat er die anderen Truhen mitgenommen, als er mit dem Schiff nach Möwenstadt gefahren ist. Und welche Aufzeichnungen waren unverständlich?"

Faramir reichte Eddard das große Buch, das er mitgebracht hatte. "Dies wurde in Kleinfingers Solar gefunden", berichtete er. "Es lag in einer Ecke neben einem leeren Regal und war vermutlich versehentlich dort liegen gelassen worden. Allerdings können wir den Inhalt des Buches nicht verstehen."

Der Lord von Winterfell schlug das Buch auf und schaute verwirrt auf die Seiten. "Diese Worte sind aus der Gemeinen Zunge, aber sie ergeben überhaupt keinen Sinn. Und was haben all diese Zahlen zu bedeuten?"

"Das haben wir uns auch gefragt", meinte Faramir. "Es sieht aus wie scheinbar sinnloses Geschreibe und jede Menge Zahlen, aus denen wir nicht schlau wurden. Ich vermute, es ist eine Art erfundener Geheimsprache."

"Das ist es wohl", pflichtete Eddard ihm bei. "Mit Eurem Einverständnis würde ich dieses Buch gerne dem König und den Maestern zeigen. Vielleicht können sie die Geheimsprache entschlüsseln."

Faramir nickte. "Selbstverständlich. Wir haben das Gold und die Aufzeichnungen für Euren König und Euch gefunden. Und wenn Ihr mich jetzt bitte entschuldigt, würde ich nun meinen König aufsuchen." Er stand auf.

Eddard erhob sich ebenfalls. "Fürst Faramir, ich bin Euch und Euren Männern sehr zu Dank verpflichtet. Besonders dafür, dass Ihr das arme Mädchen gefunden habt."

"Wir wurden wohl auch dafür in Eure Welt geschickt", sagte Faramir mit einem Lächeln.


Faramir war mit zwanzig Mann in den Roten Bergfried gekommen, von denen ihn fünf in den Turm der Hand begleitet hatten, während die übrigen draußen gewartet hatten. Nachdem er sich von Eddard verabschiedet hatte und den Turm verließ, sah er, dass seine Männer mit mehreren Kriegern sprachen, deren Wappen ein roter Fuchs war.

Er trat hinzu und fragte den Hauptmann seiner Leibgarde: "Was gibt es, Beregond?"

"Wir wurden gebeten, hier zu warten", antwortete Beregond. "Lord Alester Florent wollte Euch sprechen. Seine Männer sagen, er sei auf dem Weg hierher."

"Nun gut, dann warten wir", seufzte Faramir. Er war von der Verzögerung nicht gerade angetan, denn er wollte rasch zu seinem König.

Zum Glück dauerte es nicht lange, bis Lord Alester mit mehreren Männern auftauchte. Zu Faramirs Verwunderung führten sie einen Gefangenen mit, dessen Hände hinter seinem Rücken gefesselt waren.

Lord Alester verneigte sich leicht vor Faramir. "Ich grüße Euch, Fürst Faramir", sagte er höflich, "und bitte Euch um Entschuldigung, dass ich Euch aufhalte."

"Ich grüße Euch, Lord Alester", erwiderte Faramir, "womit kann ich Euch behilflich sein?"

"Es geht um diesen Gefangenen." Der Lord von Klarwasser blickte zu dem gefesselten Mann. "Er war der Anführer der Söldner in den beiden Windentürmen an der Flussmündung. Sie haben harten Widerstand geleistet und sich erst ergeben, als auf dem Roten Bergfried das Banner von König Stannis hochgezogen wurde. Dabei hat dieser Mann Bedingungen gestellt, auf die sich meine Ritter eingelassen haben, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Eine Bedingung war, dass er sich nach einem Eurer Gefangenen erkundigen dürfte."

Faramir schaute sich den Gefangenen näher an. Er war ein hagerer, schwarzhaariger und bärtiger Mann in den Dreißigern. Seine grauen Augen blickten Faramir aufmerksam und neugierig an. Für einen Gefangenen wirkte der Mann ziemlich entspannt.

Gondor hilft Westeros

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

"Wie lautet Euer Name, Mylord?", fragte Faramir.

"Bronn", antwortete der Mann, "und ich bin weder ein Lord noch ein Ser. Ihr seid die Hand des ausländischen Königs?"

"Ja, ich bin Faramir, Denethors Sohn, Fürst von Ithilien, Lord von Emyn Arnen und Hand des Königs Elessar von Gondor. Nach welchem unserer Gefangenen wollt Ihr Euch erkundigen, Bronn?"

"Natürlich nach Tyrion Lannister", antwortete Bronn. "Der Gnom war mein Geldgeber und ich wollte erfahren, ob er noch lebt und wie es ihm geht. Ich hatte vernommen, dass Eure Männer ihn gefangen genommen haben."

"Das stimmt", bestätigte Faramir, "Tyrion Lannister ist unser Gefangener. Er lebt, ist aber noch bewusstlos. Unsere Heiler kümmern sich um ihn."

Bronns Gesicht hellte sich auf. "Also wollt Ihr Ihn nicht sterben lassen? Sicher ist er lebendig mehr von Nutzen für Euch, wenn sein Vater mit einem Heer vor den Mauern der Stadt auftaucht."

"Keineswegs, wir brauchen ihn aus anderen Gründen lebend", sagte Faramir. Vor allem Eddard Stark will ihn ausfragen. Er wandte sich an Lord Alester: "Weiß Bronn noch nichts von der Schlacht am Goldweg?"

"Nein, wir haben es den Gefangenen noch nicht gesagt, Mylord", räumte Lord Alester ein. "Hört zu, Söldner! Lord Tywin wird nicht vor den Mauern der Stadt auftauchen, denn er wurde in der Schlacht am Goldweg von König Renly besiegt und ist mit den Resten seines Heeres nach Westen geflohen. König Renly wurde in der Schlacht tödlich verletzt und befahl seinen Leuten auf dem Sterbebett, sich König Stannis anzuschließen."

"Oh!", rief Bronn verblüfft. "Ich wusste schon, dass Stannis diesen beschissenen Knilch Joffrey getötet hat. Aber wenn das so ist… dann sind die Lannisters ja wirklich voll im Arsch! Ist der Krieg damit vorbei?"

Faramir verzog angesichts der derben Ausdrucksweise des Söldners sein Gesicht. "Nein, keineswegs", sagte er. "Der eigentliche Krieg steht uns noch bevor."

"Könnt Ihr vielleicht noch einige Männer gebrauchen?", fragte Bronn. "Oder Ihr, Lord Florent? Ich bin ein guter Kämpfer und die anderen Söldner, die ich angeworben habe…"

"Das reicht jetzt!", fiel ihm Lord Alester ins Wort. "Ihr habt erfahren, wie es Tyrion Lannister geht, damit ist diese Bedingung erfüllt! Abführen!" Die Florent-Männer packten Bronn und führten ihn weg.

"Ich bitte das Verhalten dieses Söldners zu entschuldigen, Mylord!", bat Lord Alester.

"Schon gut, Ihr braucht Euch nicht zu entschuldigen, aber jetzt entschuldigt mich bitte, denn ich muss zu meinem König!", sagte Faramir und gab seinen Männern das Zeichen zum Gehen.


"Wir haben so wenige Gefallene zu beklagen?", fragte König Elessar ungläubig. Er saß mit Faramir in einem geräumigen Gemach im Jungfrauengewölbe, das als Arbeits- und Esszimmer (ein "Solar" in der Sprache von Westeros) eingerichtet worden war.

"In der Tat", antwortete Faramir. "Ich kann es kaum glauben. In allen Truppen unserer Streitkräfte gab es zahlreiche Verletzte, aber nur wenige sind getötet worden. Das kann nicht nur Glück sein. Es scheint, dass wir unter einem besonderen Schutz der Valar stehen."

"Ich bezweifle, dass die Valar uns vor dem Tod bewahren können", meinte Elessar nachdenklich. "Der Tod ist die Gabe des Einen an die Menschen und die Valar dürfen ihn nicht verwehren. Nein, es war wohl der Wille des Einen, dass die meisten von uns die Schlacht überlebt haben."

"Aber warum wollte Er es?", fragte Faramir. "Und was werden unsere Männer und die Westerosi davon halten, wenn sie es erfahren?"

"Die Wege des Einen sind unergründlich", antwortete Elessar. "Vielleicht werden wir für unsere eigentliche Aufgabe geschont. Dass die meisten von uns die Schlacht überlebt haben, mag die Zweifelnden unter den Westerosi vielleicht überzeugen, dass wir tatsächlich aus einer anderen Welt geschickt wurden. Unseren Männern wird dadurch gezeigt, dass wir für einen höheren Zweck hier sind. Allerdings müssen sie wohl auch etwas gebremst werden, dass sie beim nächsten Kampf nicht übermütig werden!"

"Von Übermut ist in unserem Heer wenig zu spüren", sagte Faramir. Er berichtete Elessar von Elphirs Zweifel am Sinn der Schlacht und den Vorfällen mit den Tyrell-Soldaten. Elessar zog die Stirn in Falten.

"Über diese Vorfälle müssen wir mit Randyll Tarly und Loras Tyrell sprechen – und mit Stannis. Hier im Roten Bergfried herrscht nicht gerade Siegesfreude, vielmehr ist die Stimmung angespannt. Die früheren Gefolgsleute von Lord Renly lieben Stannis nicht, sondern folgen ihm nur wegen Renlys letztem Wunsch. Einige waren ziemlich empört darüber, dass nicht der Hohe Septon, sondern Lady Melisandre Stannis gekrönt hat. Sie haben ziemlich deutlich darauf hingewiesen, dass sie über mehr Männer verfügen als Stannis und ich zusammen. Und die lysenischen und myrischen Söldner wollen endlich Gold sehen. Es gibt viel, was wir mit Stannis besprechen müssen.

Was freilich die Zweifel bei unseren Männern betrifft, so werde ich dies im Lager ansprechen, nachdem ich nach den Verwundeten gesehen habe. Für sie habe ich von den Maestern einige einheimische Heilmittel erhalten. Überdies müsst ihr alle noch erfahren, wie mein verzauberter Traum endete. Auch Stannis muss ich bald davon berichten. Allerdings wohl noch nicht bei der heutigen Besprechung."

Gondor hilft Westeros

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Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Elessar VIII

"Seine Gnaden, Elessar Telcontar, Hoher König des Wiedervereinigten Königreichs von Arnor und Gondor!", rief Faramir, als er vor Elessar den Sitzungssaal des Kleinen Rats betrat. Stannis, der auf dem Sitz des Königs am Kopf des Tisches saß, erhob sich und wies auf den Stuhl zu seiner Rechten. Die anderen Teilnehmer standen noch und nickten Elessar zu und sprachen ihn mit "Euer Gnaden" an. Elessar nickte jedem von ihnen zurück. Es war auffällig, dass sie in zwei Gruppen zusammenstanden: Zu Stannis' rechter Seite standen die Lords Stark, Velaryon, Sonnglas und Celtigar sowie Ser Davos Seewert und Salladhor Saan. Auf der anderen Seite waren die Lords Tarly, Esch und Florent sowie Ser Loras Tyrell, Ser Baelor Hohenturm und Maester Jurne aus Sturmkap, der in Renlys Diensten gewesen war.

Stannis nahm wieder Platz und gab den Herren das Zeichen, sich ebenfalls zu setzen. Die Herren versuchten, einen guten Platz zu erhaschen, wobei Lord Alester jedoch weiter weg vom König saß als Ser Davos und Salladhor. Er stand wieder auf. "Ich verlange, näher am König zu sitzen!", forderte er. "Der Schmuggler und der Pirat sollen mir Platz machen!"

"Ihr setzt Euch dort, wo Ihr seid, Lord Florent!", blaffte Stannis den Onkel seiner Gemahlin an. "Ser Davos Seewert wird der neue Meister der Schiffe und Salladhor Saan ist länger in meinen Diensten als Ihr!" Lord Alester lief rot an und nahm beschämt Platz, während Ser Davos überrascht aufblickte.

"Königsmund ist unser", begann Stannis, "aber noch haben sich nicht alle Feinde ergeben. Was wissen wir über die feindlichen Heerführer, Lord Tarly?"

"Der Lord Kommandant der Goldröcke, Ser Jaslyn Amwasser, ist gefallen", berichtete Randyll Tarly. "Er wurde von seinen eigenen Leuten getötet, als er versuchte, sie am Desertieren zu hindern. Der Anführer der Söldner in den Windentürmen, Bronn, hat sich Lord Florent ergeben. Vylarr, der Hauptmann der Lannister-Männer und Ser Lancel Lannister sind verschwunden. Sie wurden auch nicht unter den Gefallenen gefunden. Wir suchen weiter nach ihnen."

"Dieser Bronn hat heute gefragt, ob er in Eure Dienste treten kann, Euer Gnaden", ergänzte Lord Alester verächtlich. "Was für ein elender, käuflicher Söldner!"

"Wahrscheinlich nehme ich seine Dienste an", bemerkte Stannis trocken und wandte sich an Elessar: "Was ist mit dem Gnom, Euer Gnaden? Konntet Ihr ihn bereits verhören?"

"Nein, er ist noch bewusstlos, Euer Gnaden", antwortete Elessar. "Seine Verletzung ist nicht lebensgefährlich, doch dass er noch lebt, verdankt er seinem Knappen Podrick Payn, der ebenfalls unser Gefangener ist. Dieser Junge tötete Ser Mandon Moor, der versucht hatte, Tyrion Lannister zu töten."

"Das ist bereits bekannt, Euer Gnaden", seufzte Stannis, "warum wollt Ihr Tyrion in Eurem Lager behalten, anstatt ihn in die Schwarzen Zellen stecken zu lassen?"

"Die Schwarzen Zellen sind kein guter Ort zum Kurieren von Verletzungen, Euer Gnaden", erklärte Elessar. "Das kann Euch Lord Stark aus eigener Erfahrung bestätigen. Wir brauchen Tyrion Lannister lebend. Bevor er irgendwohin verlegt wird, möchte ich zunächst herausfinden, wer den Mordanschlag auf ihn befohlen hat. War es jemand an diesem Tisch?"

"Ich hätte seinen Tod nicht bedauert", räumte Stannis ein, "doch ich habe Mandon Moor nicht gekauft. War es einer von Euch, Mylords?" Die Lords tuschelten kurz, doch sie schüttelten alle die Köpfe. Entweder sie waren es wirklich nicht oder einer lügt, dachte Elessar. Ser Baelor Hohenturm räusperte sich.

"Verzeiht die Frage", sagte er, "aber wofür brauchen wir den Gnom lebend? Tote Feinde können keinen Schaden mehr anrichten."

"Wir brauchen ihn zur Aufklärung gewisser Verbrechen", antwortete Lord Stark. "Er war beschuldigt, den missglückten Mordanschlag auf meinen Sohn Brandon in Auftrag gegeben zu haben. Außerdem hat er in seiner Zeit als amtierende Hand Großmaester Pycelle in die Schwarzen Zellen gesteckt. Warum, frage ich mich? Hat es etwas mit der Ermordung von Jon Arryn zu tun, der der Wahrheit über Cerseis Kinder auf der Spur war?"

"Überdies kann der Gnom als Geisel von Nutzen sein", ergänzte Mathis Esch. "Wir haben Tywin Lannister am Goldweg eine empfindliche Niederlage zugefügt, aber noch ist er nicht endgültig besiegt, daher ist es gut, wenn wir seine Kinder als Geiseln haben."

"Das ist zweifellos richtig, Lord Esch", pflichtete ihm Stannis bei. "Aber Lord Tywin wird uns so schnell nicht behelligen. Sagt es ihnen, Maester Jurne!"

Der Maester nickte. "Wie Ihr befehlt, Euer Gnaden. Mylords, heute traf ein Rabe aus Casterlystein ein, der für Cersei und Tyrion Lannister bestimmt war. In dem Brief wurde berichtet, dass die Eisenmänner Lannisport angreifen und bereits zahlreiche Lannister-Schiffe versenkt haben."

Unter den Lords erhob sich aufgeregtes Gemurmel. "Haben wir die Graufreuds um Beistand gebeten?", wunderte sich Lord Celtigar.

"Gewiss nicht", knurrte Stannis. "Ich traue Balon Graufreud nicht im Geringsten, zumal er sicher nicht vergessen hat, dass ich seine Rebellion vor zehn Jahren zerschlagen habe. Dieser Angriff auf die Lannisters ist sicher kein Beistand für uns, sondern mutmaßlich ein Raubzug."

"Doch der Überfall könnte für uns von Nutzen sein", meinte Lord Velaryon. "Sollten wir uns nicht bei Lord Graufreud bedanken?"

"Der Feind eines Feindes ist nicht unbedingt ein Freund, Mylord", wandte Eddard Stark ein. "Wäre Balon Graufreuds Sohn nicht mein Mündel, würde er vielleicht den Norden oder die Weite überfallen. Wir sollten in dieser Angelegenheit wachsam sein, aber nichts unternehmen, ehe wir nicht mehr erfahren. In den nächsten Tagen sollten mein Sohn und mein Schwager aus den Flusslanden eintreffen und neue Nachrichten bringen."

"Das sehe ich genauso, Lord Stark", stimmte der König zu. "Bevor wir irgendetwas in den Westlanden unternehmen, muss ich meine neu errungene Herrschaft sichern." Er wandte sich an Maester Jurne: "Wohin habt Ihr Raben mit der Nachricht vom Ausgang der Schlacht geschickt?"

"Bisher nur nach Drachenstein", berichtete der Maester. "Zusammen mit Eurer Aufforderung, dass Königin Selyse, Eure Tochter, Lady Arya Stark, Ser Axell Florent sowie die Maester Cressen und Pylos hierherkommen sollen."

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Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

"Sendet Raben an alle Lords der Sieben Königslande mit der Nachricht von meinem Sieg und dem Tod des Usurpators Joffrey Wasser", befahl Stannis. "Die mächtigsten unter ihnen müssen nach Königsmund, um vor mir ihr Knie zu beugen. Außerdem gibt es hier noch einige Posten zu verteilen. Euer Vater, Ser Loras, erhält eine freundliche Einladung und Dank für Eure Hilfe. Fürst Doran Martell und Lord Robert Arryn werden zum Kommen aufgefordert – Dorne und das Grüne Tal können sich nicht länger aus allem heraushalten!"

"Mit dem jungen Lord Arryn muss seine Mutter kommen", meinte Lord Stark. "Ich muss einige ernste Worte mit meiner Schwägerin sprechen. Überdies hat sie den Verräter Petyr Baelish auszuliefern, der sich auf Hohenehr aufhalten soll. Unsere Freunde aus Gondor haben in seinen Häusern einige interessante Funde gemacht." Er berichtete vom Gold, den Aufzeichnungen und dem Buch, das er mitgebracht hatte.

"Zeigt mir dieses Buch, Lord Stark", stimmte Stannis ihm zu. Der Lord von Winterfell gab dem König das Buch. Stannis blätterte ein wenig durch die Seite und zog die Stirn in Falten. "Was für ein sinnloses Gekritzel – nein, wohl nicht sinnlos, doch der Inhalt erschließt sich nicht auf Anhieb." Er gab das Buch zurück. "Maester Jurne, versucht zusammen mit anderen Maestern den Sinn dieser Aufzeichnungen zu entschlüsseln! Was freilich das Gold dieses Verräters betrifft…" Er blickte zuerst zu Salladhor Saan und dann zu Davos Seewert.

"Ser Davos, nehmt eine der Truhen aus der Schatzkammer und sorgt dafür, dass unsere Freunde aus Lys und Myr einen Teil ihrer Bezahlung erhalten!"

"Zu Befehl, Euer Gnaden!" Der Zwiebelritter nickte.

"Vielen Dank, Euer Gnaden!", sagte Salladhor Saan mit einem zufriedenen Lächeln.

"Schon gut", brummte Stannis. "Außer Kleinfinger sind die anderen Verräter aus dem Kleinen Rat in unserer Hand. Pycelle ist wieder in den Schwarzen Zellen und dort gehört er auch hin. Lord Stark, warum meint Ihr, dass wir nicht auch Varys dort einsperren sollten? Was unterscheidet ihn von Kleinfinger und Pycelle?"

"Kleinfinger hat mich nach Roberts Tod verraten und Pycelle ist ohnehin ein Geschöpf der Lannisters", antwortete Eddard Stark. "Varys hingegen hat versucht, mein Leben zu retten. Er liebt die Lannisters nicht, sondern dient immer dem jeweiligen König auf dem Eisernen Thron. Außerdem verfügt er über viele Spione, daher könnte er für uns als Meister der Flüsterer von Nutzen sein. Er scheint die Geheimgänge zu kennen, die König Elessars Männer entdeckt haben."

Stannis schnaubte verächtlich. "Ich wette, dass Varys mich genauso wenig liebt wie die Lannisters und ohne zu zögern ein weiteres Mal die Seiten wechseln würde. Ich sähe diese verräterische Spinne lieber tot oder im Kerker. Aber gut, Lord Stark, redet mit ihm und berichtet mir davon! Vielleicht wissen seine Spitzel, wo wir den Bastard Tommen Wasser finden. Eure Männer haben keinen Hinweis auf ihn gefunden, Euer Gnaden?"

"Nein, Euer Gnaden", antwortete Elessar. "Keine Spur von ihm. Wir werden Tyrion Lannister nach ihm befragen. Ich muss allerdings etwas anderes ansprechen. Wir haben gestern noch einige Gefangene gemacht, das waren allerdings keine Lannister-Männer, sondern einige dutzend Tyrell- und Florent-Männer."

"WAS?", rief Loras Tyrell empört. "Warum nehmt Ihr unsere Männer gefangen, Euer Gnaden?"

Elessar blickte dem jungen Ritter scharf in die Augen. "Das kann ich Euch erklären, Ser Loras. Diese Männer wurden dabei gesehen, als sie Häuser plünderten und Frauen vergewaltigten. Meine Leute gingen dazwischen und nahmen die Plünderer und Vergewaltiger fest, wobei diese aber Widerstand leisteten, so dass es Verletzte auf beiden Seiten gab. Ihr seid doch gewiss auch der Ansicht, dass meine Soldaten richtig gehandelt haben, Ser Loras?"

"Ja, gewiss, Euer Gnaden", antwortete Ser Loras kleinlaut und senkte beschämt die Augen. Doch der alte Lord Alester Florent war nicht gleich einzuschüchtern und räusperte sich.

"Bei allem Respekt, Euer Gnaden, aber im Krieg kommt so etwas immer vor, auch wenn es natürlich bedauerlich ist. Ein paar dutzend Männer unter mehreren zehntausend sind fast zu vernachlässigen. Das ist nichts im Vergleich zu dem, was vor siebzehn Jahren während Roberts Rebellion passierte, als Tywin Lannister die Stadt plündern ließ und es zu massenhaften Morden und Vergewaltigungen kam. Gibt es so etwas nicht in Eurem Reich … in Eurer anderen Welt?"

"Leider gab es das auch in unserer Welt, Lord Alester", räumte Elessar ein. "Allerdings haben nur unsere Feinde geplündert und vergewaltigt. Ein Soldat Gondors, der sich eines solchen Verbrechens schuldig macht, wird mit dem Tode bestraft. Überdies habt Ihr es ja selbst gesagt, Lord Alester: Die Plünderer während Roberts Rebellion waren Lannister-Männer. Wir hingegen sind die Feinde der Lannisters – wir kämpfen für das Gute!"

"Das Gute?" Randyll Tarly verzog mit einem Ausdruck des Befremdens das Gesicht. Auch die anderen Lords und Ritter wirkten irritiert, Salladhor Saan schien hinter vorgehaltener Hand zu lachen. Selbst Stannis blickte verwundert auf Elessar.

"Selbstverständlich!", bekräftigte Faramir Elessars Worte. "Wir kamen doch als Befreier der Stadt von der Tyrannei des Thronräubers Joffrey und nicht als plündernde Eroberer. Die gerechte Bestrafung von Verbrechern würde dies verdeutlichen und König Stannis dabei helfen, die Liebe seines Volkes zu gewinnen."

"Der Pöbel kann seine Liebe behalten", knurrte Stannis. "Sein Gehorsam genügt mir. Aber natürlich haben König Elessar und Fürst Faramir Recht. Die Plünderer und Vergewaltiger sind zu bestrafen, denn solche Disziplinlosigkeiten dulde ich nicht! Ihr kümmert Euch darum, Lord Tarly!"

"Zu Befehl, Euer Gnaden!" Lord Tarly nickte. "Sollen wir sie auspeitschen lassen?"

"Nein, das ist zu wenig", antwortete Stannis. "Den Plünderern wird eine Hand abgehackt und die Vergewaltiger werden kastriert."

Nun war Elessar angesichts dieser Strafen befremdet. "Gibt es nach Euren Gesetzen keine andere angemessene Strafe?", fragte er.

"Doch, die gibt es", sagte Lord Eddard und wandte sich an Stannis. "Euer Gnaden, ich schlage vor, dass jeder der Verbrecher die Wahl bekommt, das Schwarz anzulegen. Die Nachtwache braucht ohnehin mehr Männer."

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Eddard IX

Ser Davos rückte nach kurzem Zögern am Tisch des Kleines Rates auf, da Stannis ihm und Ned bedeutet hatte, noch zu bleiben, nachdem die Beratung mit König Elessar, Fürst Faramir und den Lords beendet war.

"Ihr erschient mir sehr überrascht, als ich Euch als Meister der Schiffe bezeichnete, Ser Davos!", stellte der König fest.

Davos Seewert wirkte verlegen. "Ich war überrascht, denn ich hätte mich für dieses Amt kaum als geeignet erachtet. Ich bin kein Lord, sondern von niederer Geburt und kann nicht einmal lesen und schreiben."

"Das Lesen und Schreiben wird Maester Pylos Euch beibringen, sobald er hier ist", bestimmte Stannis. "Und anders als die meisten dieser Lords sagt Ihr geradeheraus die Wahrheit, statt leere Schmeicheleien von Euch zu geben. Überdies werdet Ihr bald selbst der Lord vom Regenwald sein."

"Ich könnte mir keinen geeigneteren Meister der Schiffe vorstellen als Euch, Ser Davos", meinte auch Ned und wandte sich an den König: "Euer Gnaden, was haben wir noch zu besprechen?"

"Ihr beide seid derzeit die einzigen Mitglieder meines Kleine Rats", antwortete Stannis. "Und ich frage mich, wen ich noch ernennen soll, und darüber wollte ich sprechen. Wir brauchen noch einen Meister des Rechts, einen Meister der Münze, einen Lord Kommandanten der Königsgarde, die auch noch nicht aufgestellt ist, einen Großmaester sowie einen Meister der Flüsterer. Ginge es nach Euch, Lord Stark, würde ausgerechnet diese verräterische Spinne Varys seinen Posten behalten. Ser Davos, was haltet Ihr davon?"

Davos Seewert zögerte kurz, dann sagte er: "Euer Gnaden, ich halte Varys für genauso würdig für den Kleinen Rat wie alle diese Lords, die eben noch hier saßen und vor kurzem noch in Renlys Diensten waren."

Stannis blickte ihn scharf an: "Diese Männer haben in der Schlacht für mich gekämpft. Wie kommt Ihr dazu, sie auf eine Stufe mit Varys zu stellen, Zwiebelritter?"

"Letztes Jahr waren sie noch Roberts Männer", sagte Ser Davos. "Vor einem Monat dienten sie Renly. Heute sind sie Eure Männer. Wem werden sie morgen dienen? Sie haben ihren Herren schneller gewechselt als Varys. Mit welchem Recht rümpft ein Lord Alester Florent seine Nase über den Söldner Bronn, weil dieser auf die Seite des Siegers wechseln möchte?"

Stannis lachte höhnisch: "Ich sagte es eben, Lord Stark, mein Zwiebelritter spricht die Wahrheit! Ja, fürwahr, diese Lords täten gut daran, über sich selbst nachzudenken, ehe sie verächtlich über Söldner sprechen. Gute und aufrichtige Männer haben für den Usurpator Joffrey gekämpft, weil sie ihn fälschlicherweise für den wahren König hielten. Aber die Lords, die unter dem Banner meines Bruders zogen, wussten, dass er ein Usurpator war. Ich brauche sie, aber ich werde nie vergessen, was für Männer sie sind!"

"Da wir diese Lords brauchen, müssen wir sie durch entsprechende Pflichten einbinden", meinte Ned.

"Das wird sich nicht vermeiden lassen", brummte Stannis. "Auch wenn ich diesen Männern weniger vertraue als unseren Verbündeten aus einer anderen Welt. Ja, ich traue ihnen genauso wenig wie Joffreys ehemaligen Gefolgsleuten, die jetzt recht eilig das Knie vor mir beugen." Einige in Maegors Feste aufgegriffene Adelige aus den Kronlanden wie der ständig hustende Lord Gil Rosby oder Lady Tanda Schurwerth hatten sogar behauptet, sie seien von Cersei gegen ihren Willen festgehalten worden. Nach ihrer "Befreiung" konnten sie Stannis nicht schnell genug die Treue schwören.

Stannis diskutierte mit Ned und Davos lange, wen er auf welchen Posten berufen sollte, doch letztlich entschied er lediglich, dass Cressen trotz seiner Hinfälligkeit neuer Großmaester werden sollte, da Pylos als noch zu jung erachtet wurde.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Nach der Besprechung mit Stannis und Davos begab sich Ned in Maegors Feste. Zwei Wachen standen vor der versperrten Tür des Zimmers, in dem Varys unter Arrest stand. Auf Neds Befehl wurde die Tür aufgesperrt und er trat ein. Varys lag auf einem bequemen Bett und erhob sich, als er Ned sah.

"Lord Stark!", rief er, "welche Überraschung, Euch unter diesen Umständen zu sehen!" Er stand auf.

"Es sind jedenfalls erfreulichere Umstände als bei unserem letzten Treffen in den Schwarzen Zellen, Lord Varys!", bemerkte Ned trocken.

"Es ist hier zweifellos angenehmer als in den Schwarzen Zellen", pflichtete ihm Varys bei. "Allerdings frage ich mich, warum ich nicht dort untergebracht bin, nachdem Stannis mich nicht sofort hinrichten ließ. Habe ich das Euch zu verdanken, Mylord?"

"Ich habe nicht vergessen, wie Ihr versucht habt mein Leben zu retten", antwortete Ned. "Selbst dann noch, als Joffrey mich zum Tode verurteilt hatte. Und ich erinnere mich auch leider nur allzu deutlich, wie abscheulich es in den Schwarzen Zellen ist."

"Ich danke Euch sehr, Lord Stark!", sagte Varys. "Gleichwohl bin ich immer noch erstaunt, dass man mich ausgerechnet hier in Maegors Feste statt in einem Kerker gefangen hält."

"Nach allem, was wir dank König Elessar wissen, ist dieses Zimmer – wie die meisten in Maegors Feste - mit keinem Geheimgang verbunden", erklärte Ned knapp. Dem Eunuchen fiel die Kinnlade herunter. Dann lachte er. "Ich verstehe, Mylord. Eure Retter und Verbündeten aus dem Land Gondor sind zweifellos sehr findig. Aber warum seid Ihr hier? Hat Stannis nun doch meine Hinrichtung befohlen?"

"Noch nicht, Lord Varys", antwortete Ned. "Bei unserem letzten Treffen sagtet Ihr, dass Ihr dem Reich dient. Das glaube ich Euch sogar, auch wenn Euch Euer eigenes Überleben am wichtigsten ist, weshalb Ihr sowohl dem Irren König als auch dem Bastard Joffrey zu Diensten wart. Nun bekommt Ihr die Gelegenheit, einem König zu dienen, der nicht nur den rechtmäßigen Anspruch auf den Thron hat, sondern sich besser zum Herrscher eignet als die drei, denen Ihr gedient habt. Ihr könnt wieder Meister der Flüsterer werden. Wenn Ihr König Stannis die Treue schwört, wird er Euch begnadigen."

Varys blickte Ned erstaunt an. "Ihr wollt, dass ich Stannis Baratheon diene? Würde ich dann wirklich ihm dienen, oder dieser gefährlichen Roten Frau und ihrem blutrünstigen Gott – oder etwa einem anderen König, der angeblich aus einer anderen Welt stammt?"

"König Elessar und seine Leute sind wirklich aus einer anderen Welt!", sagte Ned. "Sie wurden von den Göttern zu uns geschickt…"

"Ach bitte, Lord Stark!", seufzte Varys. "Ich kann ja verstehen, dass Ihr diesen Leuten unendlich dankbar seid, aber müsst Ihr ihnen deswegen alles glauben? Glaubt Ihr etwa auch, dass Fürst Faramir Euch zufällig gerettet hat, weil Ihr seinem toten Bruder so ähnlich seht?"

Dass Varys davon wusste, überraschte Ned kaum. "Natürlich hat sich das bis zu Euch durchgesprochen. Aber wenn Ihr mir nicht glaubt, könnt Ihr ja selbst mit König Elessar und Fürst Faramir sprechen – vorausgesetzt, Ihr nehmt mein Angebot an."

"Ich habe wohl keine andere Wahl", seufzte Varys.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Erchirion IV

Immer noch lasteten Zweifel und Anspannung auf dem Heer Gondors, als Faramir bekannt gab, dass der König am Abend zu den Männern sprechen würde. Erchirion ließ seine Kompanie antreten und inspizierte sie, als einer der diensthabenden Wachoffiziere bei ihm meldete, dass am Lagereingang eine junge Frau Einlass verlange und sich nicht abwimmeln ließe.

"Sie behauptet, dass irgendeine hochgestellte Lady sie geschickt habe, um sich nach Tyrion Lannister zu erkundigen."

Erchirion verdrehte die Augen. Die Störung seiner Inspektion passte ihm überhaupt nicht, doch andererseits hatte Faramir die Anweisung erteilt, sich mit den Einheimischen gut zu stellen. Daher ließ er die Inspektion durch einen anderen Offizier fortsetzen und begab sich zum Lagereingang an der Straße zum Eisentor. Dort stand zwischen den Wachen eine hübsche, schlanke, schwarzhaarige Frau von etwa zwanzig Jahren.

"Mylady", begrüßte er sie. "Ich bin Hauptmann Erchirion. Wie kann ich Euch helfen?"

Die junge Frau machte einen etwas linkischen Hofknicks und sagte: "Mein Name ist Shae und ich diene Lady Tanda Schurwerth. Meine Herrin wollte sich nach Lord Tyrion erkundigen, denn ich… ich meine, wir… meine Herrin und ihr Haus… verdanken ihm einiges. Eure Männer haben mir gesagt, dass er noch am Leben ist. Kann ich ihn sehen?"

Schurwerth? Nie gehört, das ist keines der wichtigen Adelshäuser. Erchirion schüttelte den Kopf. "Tut mir leid, das ist nicht möglich. Tyrion Lannister ist unser Gefangener und ohne die Erlaubnis der Hand unseres Königs lasse ich niemandem zu ihm. Überdies ist er ohnehin noch bewusstlos. Teilt dies Eurer Herrin mit. Guten Tag!"

Er wollte wieder gehen, doch die junge Frau gab nicht so schnell auf. "Aber Hauptmann, wartet doch! Kann ich kurz alleine mit Euch sprechen?"

"Wie Ihr wünscht", seufzte Erchirion. Er ging mit Shae einige Schritte ins Lager.

"Euch ist doch bekannt, dass Tyrions Familie sehr mächtig und reich ist?", fragte Shae. "Ihr seid daher gut beraten, ihn zu behalten und nicht an Stannis auszuliefern."

Für eine Dienerin redet dieses Mädchen ziemlich forsch daher. "Ihr müsst dem Gnomen ja wirklich viel verdanken, wenn Ihr Euch so sehr für ihn einsetzt." Erchirion blickte prüfend in Shaes Gesicht.

"Nun ja, ich… wir…" Sie errötete.

"Seid Ihr in diesen kleinen Kerl verliebt?", fragte Erchirion verwundert und fragte sich, ob er die junge Frau bedauern oder für verrückt halten sollte.

"Nein, nein!", rief Shae hastig. "Ich bin… ich habe sein Bett gewärmt, wenn Ihr versteht."

Erchirion verstand sehr wohl und verzog das Gesicht, denn für diese Sorte Frau hatte er nichts übrig. "Und er hat Euch dafür bezahlt!", stellte er verächtlich fest. "Aber damit ist es jetzt vorbei! Seine Familie ist besiegt und Tyrion ist jetzt weder reich noch mächtig. Erwartet nicht, dass er noch lange leben wird!" Erchirion glaubte zwar nicht, dass Elessar Tyrion hinrichten wollte, doch er meinte, dass er dieses lästige Weib loswerden konnte, wenn er Tyrions Tod androhte.

Tatsächlich erschrak Shae, doch sie fasste sich schnell wieder. "Das ist schade um ihn, aber so ist das wohl im Krieg", meinte sie. "Darf ich ihn bitte ein letztes Mal sehen? Ich würde dafür auch Euer Bett wärmen!" Sie zwinkerte ihm mit einem frechen Lächeln zu.

Doch Erchirion war empört. "Wollt Ihr mich beleidigen?", fuhr er sie an. "Ich bin verheiratet! Und außerdem lasse ich mich nicht bestechen – weder mit Gold noch mit unzüchtigen Diensten!"

Shae zuckte mit den Schultern. "Nun, wenn Ihr mich nicht wollt,… Könnt Ihr mich nicht Eurem Vorgesetzten vorstellen, der Hand Eures Königs?"

Erchirion lief rot an. "WACHEN!"

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Die Sonne war bereits untergegangen, als der König die Behandlung der Verwundeten beendet hatte. Faramir hatte fast das gesamte Heer vor dem Eisentor antreten lassen, wo ein kleines hölzernes Podest errichtet war. Erchirion stand neben seinem Bruder in der ersten Reihe. Nachdem auf seinen Befehl das impertinente Frauenzimmer des Lagers verwiesen worden war, hatte er die Wachen angewiesen, Shae auf jeden Fall abzuweisen, falls sie es wagen sollte, wiederaufzutauchen.

Elessar stand mit seinen Leibwachen hinter dem Podest und sprach leise mit Faramir. Schließlich nickte Faramir und reihte sich neben Elphir und Erchirion ein. Der König betrat das Podest.

"Kameraden!", begann er, "Ich muss euch ein großes Lob aussprechen und euch den Dank von König Stannis ausrichten. Ihr habt tapfer gekämpft und entscheidend dazu beigetragen, dass Königsmund von der Schreckensherrschaft des Thronräubers Joffrey befreit wurde und unser Verbündeter, der rechtmäßige König Stannis, den Eisernen Thron errungen hat. Doch ich habe auch vernommen, dass ihr eure Familien vermisst und dass manche von euch am Sinn unseres Feldzuges zweifeln.

Auch ich vermisse meine Gemahlin und meine Kinder; mir geht es da nicht anders als euch. Doch ich weiß auch, dass wir aus einem guten Grund hier sind: Die Valar haben uns in diese Welt geschickt – in Übereinstimmung mit dem Willen des Einen, der über uns wacht. Wir haben nach der Schlacht um Königsmund in unseren Reihen weniger als fünfzig Gefallene zu beklagen."

Elessar hielt inne, während die Soldaten auf einmal aufgeregt tuschelten. Erchirion blieb still, doch auch er war erstaunt, dass das Heer Gondors derart geringe Verluste erlitten hatte.

Schließlich trat Faramir vor und gebot laut Ruhe und es wurde wieder still. Der König setzte darauf seine Rede fort und erinnerte die Männer an ihre verzauberten Träume. Er sprach dann von seinem eigenen Traum und seiner erschreckenden Vision von Westeros nach einem Sieg der Mächte des Bösen. Erchirion wusste bereits davon, doch viele Soldaten hatten noch nicht von diesem Teil des Traums ihres Königs gehört.

"Ich habe noch niemandem erzählt, wie mein Traum endete", sagte Elessar, "doch nun ist die Zeit dafür gekommen. Ich sah eine große Halle, an deren Ende ein gewaltiger Thron stand, der aus unzähligen Schwertklingen geformt war. Heute weiß ich, dass es sich um den Eisernen Thron der sieben Königslande von Westeros handelt. Auf dem Thron saß eine Gestalt in einer Rüstung. Von ferne schien die Gestalt menschlich zu sein und eine Krone zu tragen, doch aus der Nähe sah ich, dass dieser grausame Herrscher gewiss kein Mensch war: Seine bläulich schimmernde weiße Haut war faltig und zerklüftet. Auch trug er keine Krone, sondern es waren mehrere kleine Hörner aus seinem Kopf gewachsen. Seine harten Augen leuchteten blau. In diesen Augen erblickte ich eine so abgrundtiefe Grausamkeit und vernichtende Bosheit, dass ich schweißgebadet aus dem Traum erwachte."

Erneut hielt Elessar inne, doch diesmal tuschelte niemand. Es war so still, dass man das Fallen einer Stecknadel hätte hören können.

"Kameraden!", rief Elessar. "Der eigentliche Krieg gegen den wahren Feind steht uns noch bevor. Doch fasset Mut und habt Vertrauen. Der Eine wacht über uns und die Valar werden uns führen – so wie sie Faramir zur Rettung Eddards Starks geführt haben, dessen Ähnlichkeit mit Boromir kein Zufall ist. Wir sind auf dem richtigen Weg und wir werden an der Seite unserer Verbündeten siegen. Für Arnor und Gondor!"

"FÜR ARNOR UND GONDOR!", riefen die Männer.

Der König hatte seine Rede beendet und trat vom Podest herunter. "Ihr dürft wegtreten!", rief Faramir.

Erchirion führte seine Kompanie zurück ins Lager. Dass Elessar sie an den göttlichen Beistand erinnert hatte, empfand Erchirion als Ermutigung, doch gleichzeitig fühlte er sich angespannt, da der wahre Krieg gegen einen weitaus gefährlicheren Feind als die Lannisters noch bevorstand. Wie haben die Männer das wohl aufgenommen? War es wirklich geschickt von Elessar, davon zu sprechen?

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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