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Mittelerde & andere phantastische Welten » Kreativschmiede » Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige

Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Cersei IV

Wütend schritt Cersei in Begleitung ihrer Wachen unter dem Befehl von Osfryd Schwarzkessel über den dunklen Hof des Roten Bergfrieds. Joffrey hatte sich geweigert, mit ihr zu kommen. Mit viel Mühe war es ihr gelungen, ihn wenigstens zu überreden, nicht in der Nähe des belagerten Tores zu bleiben. Cersei konnte es auf den Tod nicht ausstehen, wenn ihr Sohn ihr widersprach, auch wenn er König war. Als Joffrey ihr entgegnet hatte, dass er kein "Muttersöhnchen" sei, und ihr herrisch geboten hatte, sich "wieder zu den anderen Weibern in Maegors Feste zu verkriechen", hatte sie sich sehr beherrschen müssen, um ihm keine Ohrfeige zu geben. Sie wusste, dass das alles nur noch schlimmer gemacht und die Autorität des jungen Königs vor seinen Männern schwer beschädigt hätte.

Nachdem Joffrey beschlossen hatte, mit dem Rest der Königsgarde zum Thronsaal zu gehen, hatte Cersei zähneknirschend den Rückweg zu Maegors Feste eingeschlagen. Der Junge entgleitet mir mehr und mehr, dachte sie verärgert, ohne mich zu fragen, gibt er Meryn Trant und Mandon Moor solche Befehle. Zwar billigte sie es in ihrem Herzen, dass das erbärmliche Starkmädchen und der verhasste Gnom beseitigt würden, doch solche Befehle sollten von ihr kommen und nicht von ihrem minderjährigen Sohn!

Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als Osfryd Schwarzkessel auf einmal schrie: "Euer Gnaden! Vorsicht! Feinde!" Die Soldaten zogen ihre Schwerter. Cersei duckte sich erschrocken. Vorsichtig schaute sie nach rechts und links und sah, dass von mehreren Seiten schwer bewaffnete Männer heranschritten. Es waren weder Lannister-Männer noch Goldröcke. Verflucht, wie sind Feinde in die Festung gekommen? Sie hörte, wie eine Stimme mit einem fremdartigen Akzent rief: "Ergebt euch, ihr seid umzingelt! Waffen fallen lassen und Hände hoch!"

Cersei erblickte das Wappen der Angreifer: Eine hohe Krone, sieben Sterne und ein weißer Baum. "Wir verteidigen Euch bis zum Tode, Euer Gnaden!", sagte Osfryd Schwarzkessel entschlossen. "Nein!", widersprach Cersei. "Lasst die Schwerter fallen!"

Die Wachen schauten entgeistert auf die Königin, doch sie befolgten ihren Befehl. "Wir ergeben uns!", rief Ser Osfryd den Fremden zu. Diese kamen herangeschritten und nahmen den Soldaten die Waffen ab. Cersei trat vor und sprach einen der Fremden an: "Ich bin die Königin Regentin und verlange, zu Eurem König Elessar geleitet zu werden."

"Ich bin König Elessar!", sagte eine gebieterische Stimme hinter ihr. Cersei wandte sich und sah einen großen, stattlichen Mann heranschreiten. Er trug eine Helmkrone, eine Rüstung und einen Schild mit dem fremden Wappen. In seiner rechten Hand hielt er ein großes Schwert. Seine grauen Augen schauten Cersei prüfend an. "Ihr seid also Cersei, die Blutschänderin und Ehebrecherin", stellte er angewidert fest.

Für einen Moment stockte Cersei der Atem, als Elessar sie derart grob anredete. Doch sie fasste sich schnell und sagte: "Euer Gnaden, Ihr seid von Lord Stannis und Ned Stark belogen worden! Ihr müsst die Wahrheit erfahren über…"

"Behaltet Eure Lügen für Euch!", fiel Elessar ihr ins Wort. "Für solchen Unsinn habe ich keine Zeit, denn ich habe ein Tor zu öffnen! Ich werde mich später mit Euch befassen!" Er gab seinen Männern in einer fremden Sprache Befehle. Zwei von ihnen packten Cersei unsanft.

"König Elessar!", rief sie verzweifelt. "Ihr müsst mich anhören! Stannis ist ein grausamer Thronräuber und Götzendiener! Er will meine Familie vernichten! Auch meine unschuldigen Kinder! Euer Gnaden, bitte!"

Der fremde König drehte sich kurz nach ihr um, doch dann wandte er sich wieder ab und ging fort. Die beiden Soldaten, die Cersei packten, führten sie weg.

"Was fällt euch ein?!", schrie sie empört. "Ich bin die Königin! Das könnt ihr nicht machen!" Doch die Männer erwiderten nichts, sondern zerrten sie zum Jungfrauengewölbe. "Hört mich an!", flehte sie, "mein Vater ist der reichste Mann in den sieben Königslanden! Was immer Stannis euch bezahlt, mein Vater zahlt viel mehr."

Die beiden Männer lachten nur, zerrten Cersei über zwei Treppen hinauf und drängten sie in ein dunkles Gemach und verließen sie. Sie hörte, wie sie die Tür verschlossen. "Öffnet die Tür und lasst mich hinaus!", schrie sie und schlug auf die Tür, doch niemand antwortete.

Cersei sank zu Boden. Wie sind diese Männer in den Roten Bergfried gelangt? Was haben sie mit mir vor? Wie kann ich sie auf meine Seite ziehen? Oh Götter, was werden sie Joffrey antun?

Nachdem sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, sah sie, dass sie sich in einem Gästezimmer mit einem Tisch, Stühlen und einem Bett befand. Cersei stand auf, trat ans Fenster und öffnete die Vorhänge. Sie hörte den Lärm des Kampfes, der am Tor im Nordwesten tobte, doch da das Fenster nach Südosten wies, konnte sie nichts davon sehen. Im Osten zeigte sich die erste Helligkeit des nahenden Morgens.

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Plötzlich war lautes Geschrei und das Tappen vieler Füße zu hören. Sie sind durchgebrochen, dachte Cersei. Das Tor ist gefallen. Mehrere Stimmen riefen laut: "ROSENGARTEN!" Cersei schnaubte verächtlich. Die Tyrells. Lord Renlys Leute. Verflucht sollen diese Verräter sein! Andererseits… vielleicht ist Renly eher bereit, uns am Leben zu lassen als der unerbittliche Stannis. Aber nein, er ist für meine Reize genauso unempfänglich…

Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als sich die Tür öffnete und Elessar eintrat. "Jetzt können wir reden, Mylady", sagte er kühl. "Wo ist Sansa Stark?" Er schloss die Tür.

Cersei trat vom Fenster weg und setzte sich auf einen der Stühle. "Euer Gnaden, es geziemt sich, eine Königin mit 'Euer Gnaden' anzusprechen", sagte sie stolz. "Was wollt Ihr mit dem Starkmädchen?"

Elessar blieb an der Tür stehen. "Eure Tage als Königin sind gezählt, Cersei. Noch heute wird ein neuer König den Eisernen Thron besteigen. Und ich möchte lediglich das Leben unschuldiger Kinder retten. Das gilt für Sansa Stark genauso wie für Euren Sohn Tommen."

"Ein neuer König", wiederholte Cersei verächtlich, "und wer wird das sein? Lord Stannis, Lord Renly oder Ihr? Außerdem habe ich außer Tommen noch zwei weitere unschuldige Kinder!"

"Ach, Ihr wisst es noch nicht!", stellte Elessar fest. "Es gab am Goldweg eine Schlacht zwischen Lord Renly und Eurem Vater. Lord Renly wurde dabei getötet, doch sein Heer war siegreich und seine Männer schlossen sich dem rechtmäßigen König Stannis an. Euer Vater ist in seine Heimat geflohen."

"WAS?", rief Cersei entsetzt und ihre Fassade von Stolz und Überheblichkeit stürzte ein. Sie sprang auf und ging vor Elessar in die Knie. "Bitte hört mich an, Euer Gnaden!", flehte sie. „Ihr seid von Anfang an von Stannis und Ned Stark belogen worden! Ich habe meinen Gemahl Robert geliebt und alle meine Kinder sind von ihm. Myrcella und Tommen sind nicht mehr in der Stadt, nur Joffrey. Er ist ein guter Junge, ein unschuldiger Knabe von vierzehn Jahren. Bitte, Ihr dürft nicht zulassen, dass Stannis ihm etwas antut!“

Sie schaute ihn ängstlich und bittend an, doch er schien ungerührt. "Wo ist Sansa Stark?", fragte er nochmals.

Cersei dachte mit Schrecken an den Befehl, den Joffrey an Meryn Trant erteilt hatte. "Sie ist in Maegors Feste, aber…"

"Was aber?", fragte Elessar ungeduldig.

"Mein Sohn hat einen Fehler gemacht", gestand Cersei. "Er wollte nicht, dass Sansa Stark lebend in die Hände unserer Feinde fällt und hat Meryn Trant befohlen…"

"Und Ihr nennt ihn einen 'guten Jungen'?", rief Elessar verärgert. Er drehte sich um, öffnete die Tür und gab seinen Männern lauthals Befehle. Mehrere Soldaten eilten davon.

Elessar schloss die Tür wieder und blickte finster auf Cersei. "Ich habe vorhin meine Hand in Maegors Feste geschickt", sagte er. "Und die Truppen der Tyrells sind auch auf dem Weg dorthin. Hofft, dass sie rechtzeitig kommen, um Sansa zu retten, denn ansonsten werde ICH Euren abscheulichen Bastard töten, bevor Stannis dazu kommt!"

"Bitte, Euer Gnaden!", flehte Cersei unter Tränen. "Mein Vater kann Euch viel mehr bezahlen als Stannis! Ihr…Ihr…Ihr könnt mich haben! Braucht Ihr denn nicht eine Königin?"

Elessar verzog angewidert das Gesicht. "Ich habe bereits eine Königin!", fuhr er sie an. "Und Ihr seid es nicht wert, ihr auch nur unter die Augen zu treten. Ihr seid das verlogenste und verkommenste Weib, das mir jemals begegnet ist…"

Er wurde unterbrochen, als es an der Tür klopfte. Elessar öffnete die Tür und ein Soldat verneigte sich vor ihm. Er sprach einige Worte in einer fremden Sprache, doch Cersei hörte die Namen "Stannis" und "Eddard". Elessar nickte und sagte: "Wiederhole das in der Gemeinen Zunge, Hauptmann Túrin!"

Der Hauptmann sagte darauf: "Euer Gnaden, ich melde: König Stannis ist im Roten Bergfried eingetroffen. Er hat Lord Eddard zum Turm der Hand geschickt und ist auf dem Weg zum Eisernen Thron."

Cersei stockte der Atem und ihr wurde schwindelig. Sie nahm kaum war, wie zwei von Elessars Männern sie hochzogen und wegführten.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Der falsche König

"Euer Gnaden, die Königsgarde kämpft bis zum letzten Atemzug für Euch!", rief Ser Balon Swann entschlossen, während Stannis' Männer von draußen gegen die Tür der Großen Halle hämmerten.

"Sicher!", schnaubte Joffrey. "Von der Garde ist ja kaum noch jemand bei mir." Mandon Moor war in der Schlacht am Schwarzwasser, Meryn Trant in Joffreys Auftrag in Maegors Festung, Aerys Eichenherz war jenseits des Meeres bei Prinzessin Myrcella und Jaime Lannister der Gefangene von Robb Stark. Von den Weißen Schwertern waren nur Ser Balon Swann und Ser Osmund Schwarzkessel in der Großen Halle, dazu noch etwa drei Dutzend Goldröcke. Joffrey stand vor dem Eisernen Thron, hielt sein Schwert Herzfresser in der rechten Hand und seinen Schild in der Linken. Er hatte das Visier seines Helms hochgeklappt, denn er wollte Stannis in die Augen sehen, wenn er kam. Falls er sich traut.

Joffrey war entschlossen, bis zum Tod zu kämpfen. Als seine Mutter ihn gedrängt hatte, mit ihr in Maegors Feste zu kommen, hatte er sie mit harschen Worten fortgeschickt. Ihre bevormundende Art störte ihn zunehmend. Er war schließlich kein Kind mehr! Joffrey war ein Mann von vierzehn Jahren und das sollten alle zu spüren bekommen, die meinten, ihn wie einen Knaben behandeln zu können – allen voran sein missratener, hässlicher, kurzgewachsener Onkel Tyrion. Wahrscheinlich hatte Ser Mandon das Monster schon beseitigt – er oder Stannis' Männer.

Die Schläge gegen die Tür wurden lauter. "Die haben einen Rammbock!", klagte Ser Osmund, der nicht so kühn und entschlossen war wie Ser Balon. "Lasst sie nur kommen!", knirschte Joffrey, um seine eigene Angst zu überspielen. Denn tatsächlich hatte er fürchterliche Angst. Die Schlacht war überhaupt nicht so verlaufen, wie er sich das vorgestellt hatte. Dennoch wäre er bereit gewesen, am Schlammtor gegen Stannis zu kämpfen. Aber dann war er auf Befehl seiner Mutter in den Roten Bergfried zurückgebracht worden, wo eine schlechte Nachricht nach der anderen eintraf: Lord Renlys Männer waren aufgetaucht und kämpften für Stannis, dem sie kurz darauf das Schlammtor von innen geöffnet hatten. Stannis' ausländische Söldner waren durch das Eisentor nach Königsmund eingedrungen. Auf den Mauern und in der Stadt waren reihenweise Goldröcke desertiert, nachdem Lord Amwasser gefallen war. Doch die tapfersten und treuesten hatten die Mauer und das Tor des Roten Bergfrieds verteidigt, bis Stannis' Männer der Durchbruch gelungen war.

Joffrey hatte die Mauer schnell verlassen und in der Eile seine Armbrust vergessen. Daraufhin hatte er die Tür zur Großen Halle schließen lassen. Er hoffte, dass er sich dort so lange verschanzen konnte, bis Stannis selbst käme. Dann würde er seinen thronräuberischen Onkel zum Zweikampf herausfordern und besiegen! Wäre Stannis erstmal tot, würden seine Heere vor Joffrey das Knie beugen – und er würde es sich nicht nehmen lassen, nach Stannis auch dessen Hand, den verfluchten Lügner und Verräter Eddard Stark selbst zu töten. Aber zuvor sollte Ser Meryn Lord Stark noch den abgeschlagenen Kopf von Sansa zeigen! Schade, dass ich die Starkhure nicht vergewaltigt habe, solange dazu Gelegenheit war. Joffrey malte sich aus, wie er mit Stannis' Gefolgsleuten verfahren würde, wenn sie sich vor ihm ergeben hätten. Diese verräterischen Lords werden alle das Knie beugen, doch ich werde sie trotzdem hinrichten! Dann werde ich alle sieben Königslande unter meine Herrschaft bringen und nach meinen Vorstellungen gestalten! Ich werde Westeros wieder stark machen, denn ich bin der großartigste König aller Zeiten!

Mit einem lauten Krachen zersprang die Tür und Stannis' Männer stürmten in die Große Halle. "Tötet sie!", schrie Joffrey. "Tötet sie alle, aber lasst mir Stannis übrig! Wir werden sieg…" Er brach ab, als immer mehr Feinde in die Halle rannten – die meisten trugen Stannis' Wappen, den schwarzen Hirsch der Baratheons auf einem brennenden Herz, die anderen den roten Fuchs der Florents. Joffrey und seine Verteidiger wurden von einer drei- bis vierfachen Übermacht bedrängt. Die Goldröcke verteidigten sich verzweifelt, doch sie wurden einer nach dem anderen erschlagen. Ser Balon Swann erschlug mehrere Angreifer mit seinem Morgenstern und auch Ser Osmund Schwarzkessel hielt noch stand, als Stannis in die Halle schritt.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Er trug eine Helmkrone und einen Schild und hatte sein Schwert gezogen. Joffrey erschrak für einen Moment, als er sah, dass das Schwert leuchtete. Ist das die Magie seines roten Gottes? Bah, das ist alles nur fauler Zauber! Er drängte seine Angst zurück und blickte auf Stannis. Viel Zeit war vergangen, seit Joffrey seinen verhassten Onkel das letzte Mal gesehen hatte. Damals, als Vater und Jon Arryn noch gelebt hatten. Und schon damals hatte Joffrey Stannis' Feindseligkeit gespürt. Gewiss hatte er seinen Thronraub schon lange geplant! Nun sah Joffrey, dass Stannis ihn mit unverhohlenem Hass anschaute.

"Männer der Königsgarde!", rief Stannis. "Ergebt Euch!"

"Niemals!", erwiderte Osmund Schwarzkessel trotzig. "Wir kämpfen weiter!", schrie Balon Swann.

"Tötet diese Narren!", befahl Stannis seinen Männern, "überlasst mir den Thronräuber Joffrey Wasser!"

"Du wagst es, mich Thronräuber zu nennen!", schrie Joffrey wütend, als Stannis ihn mit dem Nachnamen eines Bastards aus den Kronlanden anredete. "Dafür werde ich dich töten, Verräter!"

Er rannte die Stufen vom Thron hinunter und in die Richtung von Stannis, doch dessen Männer verstellten ihm den Weg. Joffrey versuchte sich mit seinem Schwert durchzukämpfen, doch die feindlichen Soldaten wehrten seine hastigen Streiche ab, ohne ihn selbst anzugreifen. Statt seiner griffen sie die beiden verbliebenen Wachen an. Ser Osmund schrie auf, als ihm ein Schwert in die Brust gerammt wurde. Er brach tot zusammen.

Ser Balon hatte mit seinem Morgenstern ein Dutzend Feinde erschlagen, doch er blutete aus ebenso vielen Wunden. Er starb, als einer von Stannis Männer ihn von hinten mit einem Speer durchbohrte.

"Das ist deine letzte Gelegenheit, Inzest-Bastard!", knurrte Stannis. "Beuge das Knie oder sei vernichtet!"

"Der König beugt sein Knie vor niemandem, schon gar nicht vor einem Verräter!", brüllte Joffrey. Er lächelte böse, als er sah, dass Stannis' Männer vor ihm zurückwichen und sich nicht mehr zwischen ihn und seinen Onkel stellten. Mit einem wilden Schrei stürzte Joffrey auf Stannis und schwang sein Schwert.

Stannis schien sich nicht zu rühren, während Joffrey ausholte. "Das ist Herzfresser! Es wird dich tö…AAAAH!" Joffrey schrie auf, als Stannis dem allzu wild geführten Schlag blitzschnell auswich und seinerseits Joffreys weit ausgestreckten Schwertarm mit einem gezielten Streich durchtrennte.

"Das ist Lichtbringer!", stieß Stannis hasserfüllt hervor. Doch Joffrey hörte ihn kaum. Der Schmerz in seinem verstümmelten Arm war schier unerträglich. Schreiend und weinend brach er zusammen. Auf dem Boden liegend sah er, dass Stannis sein blutgetränktes und immer noch leuchtendes Schwert auf ihn richtete.

"Erbarmen!", heulte Joffrey mit letzter Kraft. "Onkel, lieber Onkel, Ihr werdet doch nicht Euren eigenen Neffen töten? Ihr seid doch kein Sippenmörder!"

"Du bist nicht mein Neffe!", schrie Stannis. "Stirb, Bastard von Jaime Lannister!" Mit einer schnellen Bewegung stieß er Lichtbringer in Joffreys Hals. Joffrey spürte einen Augenblick den Biss des kalten Stahls in seiner Kehle, dann nichts mehr.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Elessar VII

Als Elessar und seine Männer mit Cersei zur Großen Halle schritten, dämmerte bereits der Morgen und im Hof wimmelte es von Stannis' Männern. Einige von ihnen sahen Cersei und beschimpften sie. Elessar kümmerte das zunächst nicht; vielmehr blickte er sich nach seinen eigenen Truppen um. Schließlich sah er Dacil an der Spitze der Wachen von Minas Tirith heranmarschieren. Elessar winkte ihn zu sich.

"Wie ist die Lage, Kommandant?", fragte er.

"Mein König, die Festung ist eingenommen", meldete Dacil. "Die verbliebenen Stadtwachen und Lannister-Männer haben sich ergeben. Auf den Türmen wird bereits Stannis' Banner gehisst."

Elessar schaute darauf zum Küchenturm und sah, dass dort bereits der von einem flammenden Herz umgebene schwarze Hirsch im Morgenwind wehte. Joffreys Banner, die die Wappen der Baratheons und der Lannisters zeigten, lagen auf dem Hof und Stannis' Männer traten auf sie.

"Gut gemacht, Dacil! Weißt du, wo Stannis ist?", fragte Elessar. "Und gibt es eine Spur von Joffrey?"

"König Stannis ist in der Große Halle", antwortete Dacil. "Dort war wohl auch der junge Thronräuber. Ich glaube nicht, dass er noch lebt, Herr."

Auf einmal war aus der Richtung der Großen Halle das laute Johlen und Grölen vieler Männer zu hören. Eine größere Gruppe von Stannis' Männern und Tyrell-Soldaten kam heran. Sie stießen hämische Rufe aus und hielten eine lange Lanze nach oben, auf der der abgeschlagene Kopf eines blonden Jünglings aufgespießt war. "Oh! Das ist dann wohl Joffrey – oder was von ihm noch übrig ist!", bemerkte Dacil.

"NEEEEIIIIIN!", schrie Cersei unter Tränen. "IHR MÖRDER! BESTIEN! MEIN SOHN! MEIN KIND!" Sie wand sich heftig versuchte vergeblich, sich dem Griff ihrer Bewacher zu entziehen. Ihr Geschrei weckte die Aufmerksamkeit der johlenden Soldaten. "He, da ist die Bruderfickerin! Tötet die Hure!", riefen sie. "Zieht sie aus! Wir sollten noch etwas Spaß mit ihr haben, bevor wir sie erledigen!" Einige Männer des Tyrell-Heeres kamen mit gezogenen Waffen heran geschritten.

"Diese Narren!", zischte Elessar. "Im Blutrausch wollen sie sich an einer Frau vergreifen! Das lassen wir nicht zu!" Dacil nickte und rief: "LINIE BILDEN!" Sogleich formierten sich die Männer aus Minas Tirith und stellte sich zwischen die heranrückenden Tyrell-Soldaten und Cersei. Diese fluchten und schimpften, doch noch wagten sie nicht, die Männer aus Gondor anzugreifen.

"Bringt Cersei zurück in das Jungfrauengewölbe!", befahl Elessar leise. Während die sich immer noch heftige wehrende ehemalige Königin weggeführt wurde, trat Elessar mit gezogenem Schwert vor die Tyrell-Truppen.

"Ich bin Elessar, König von Arnor und Gondor!", herrschte er sie an. "König Stannis wird von eurem Verhalten erfahren! Und er wird gewiss nicht erfreut sein. Tretet beiseite!" Angesichts seines gebieterischen Auftretens senkten die Tyrell-Männer ihre Waffen und wichen eingeschüchtert zurück. Sie wandten sich ab, als vom Tor her weitere Truppen aus Gondor heranmarschierten. Es waren die Männer aus Dol Amroth und an ihrer Spitze schritten Elphir, Erchirion und Melisandre.

Elessar nickte ihr zu. "Seid gegrüßt, Mylady! Kameraden!" Die Männer von Dol Amroth neigten ihre Köpfe.

"Ich grüße Euch, Euer Gnaden", erwiderte die Rote Frau. "Wir haben dank des Herrn des Lichts gesiegt. Eure Männer haben sich dabei große Verdienste erworben. Kommandant Elphir führte den ersten erfolgreichen Angriff der Flotte und Hauptmann Erchirion sprengte die Kette über den Fluss."

"Lady Melisandre hat sich auch verdient gemacht, Euer Gnaden", berichtete Elphir. "Ihretwegen wurde nicht unsere, sondern die feindliche Flotte vom Seefeuer verbrannt."

"Habt Dank, Mylady!", sagte Elessar. "Gut gemacht, Kameraden! Gehen wir zu Stannis! Dacil, sorge dafür, dass auch Faramir in Maegors Feste benachrichtigt wird. Kommt dann zur Großen Halle!" Tatsächlich hatte Elessar schon im Palantír gesehen, wie die Schiffe von Dol Amroth in der Bucht obsiegt hatten.

Elessar und seine Begleiter begaben sich zur Großen Halle. Vor dem Eingang der Halle waren zahlreiche Soldaten versammelt. Sie traten beiseite, als sie den König von Gondor und die Rote Frau heranschreiten sahen. Auch im Inneren der Halle waren viele Männer, doch der Weg zum Eisernen Thron wurde von zwei Reihen von Stannis' Soldaten freigehalten. Elessar schritt zwischen den beiden Reihen durch die Halle und blickte mit Unbehagen auf den Eisernen Thron. Er sah ihn nicht zum ersten Mal. Seine Männer waren freilich erstaunt. "So viel Krieg und Kampf wegen einer so unbequemen Sitzgelegenheit!", murmelte Erchirion.

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Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Stannis saß noch nicht auf dem Thron, sondern stand davor und sprach mit zwei Männern. Er hatte seine Helmkrone abgenommen. "Elphir, kennst du die beiden Männer?", fragte Elessar.

"Der ältere Herr ist Lord Alester Florent und der mit der Glatze Lord Randyll Tarly", antwortete der Kommandant von Dol Amroth. "Sie waren beide mächtige und einflussreiche Gefolgsleute von Lord Renly."

Als Stannis Elessar und seine Begleiter bemerkte, beendete er das Gespräch mit den beiden Lords, die beiseitetraten. "Willkommen, mein Bundesgenosse", begrüßte Stannis Elessar. "Ich bin Euch und Euren Männern zu großem Dank verpflichtet, Euer Gnaden. Ihr habt wesentlich dazu beigetragen, dass wir den Sieg errungen haben und dass der Usurpator Joffrey gestürzt wurde."

"Ich danke für Eure freundlichen Worte, Euer Gnaden", erwiderte Elessar die Begrüßung. "Ich beglückwünsche Euch zu Eurem Sieg. Gerade habe ich erfahren, dass der Thronräuber getötet wurde. Die Tyrell-Truppen haben seinen Kopf aufgespießt."

"Ich habe ihn im Kampf erschlagen", rief Stannis. "Und sein Kopf wird auf meinen Befehl hin am Eingang des Roten Bergfrieds dem Volke gezeigt."

"War es ehrenhaft, einen Jüngling zu töten, Euer Gnaden?", fragte Elessar.

"Er wollte sich nicht ergeben", erwiderte Stannis. "Da habe ich ihm den Tod im Kampf gewährt, was eigentlich zu viel der Ehre für diesen abscheulichen Bastard war. Er war immer schon ein Monster und man wird mir dankbar sein, dass ich ihn getötet habe."

"Und es war Recht getan, Euer Gnaden!", rief Melisandre. "Nun, da Ihr den Eisernen Thron errungen habt, könnt Ihr alle Krieger aus den sieben Königslanden um Euch scharen und sie in die Große Schlacht gegen den wahren Feind führen."

"Noch ist der Krieg gegen die Lannisters nicht vorbei", wandte Stannis ein. "Lord Tywin und sein Bruder sind nach der Schlacht am Goldweg in die Westlande entkommen. Der Thronräuber ist tot und der Gnom gefangen. Doch wo sind Cersei und Tommen?"

"Wir haben Cersei gefangen genommen, Euer Gnaden", berichtete Elessar. "Ich wollte sie zu Euch führen, aber nachdem einige Tyrell-Soldaten sie eben vergewaltigen und lynchen wollten, habe ich sie ins Jungfrauengewölbe zurückbringen lassen. Sie hat behauptet, dass Tommen vor der Schlacht aus der Stadt gebracht wurde. Das entspricht wohl der Wahrheit, auch wenn sie mir ansonsten einige dreiste Lügen aufgetischt hat."

"Natürlich!", schnaubte Stannis. "Dieses verkommene Weib lügt, sobald es den Mund aufmacht! Daher sollten wir trotzdem nach ihrem Knaben suchen! Außerdem sollte sie nicht lange im Jungfrauengewölbe bleiben. Diese Verbrecherin gehört in die Schwarzen Zellen."

"Ihre Verbrechen verdienen sofortige Bestrafung!", forderte Melisandre. "Wir könnten sie als Opfer für den Herrn des Lichts verbrennen!"

"NEIN!", widersprach Elessar heftig. "Cersei mag den Tod verdient haben, doch das sollte in einem ordentlichen Gerichtsverfahren festgestellt werden, Euer Gnaden!"

"Selbstverständlich!", brummte Stannis. "Sie soll vor Gericht gestellt werden – zusammen mit ihrem Bruder, dem Königsmörder, sobald Robb Stark ihn hierher gebracht hat. Wo habt Ihr Cersei aufgegriffen, Euer Gnaden?"

"Auf dem Hof", berichtete Elessar. "Sie war mit ihren Wachen auf dem Weg zu Maegors Feste und hatte wohl nicht damit gerechnet, dass wir aus dem Jungfrauengewölbe kommen."

"Und wie seid Ihr dort hingelangt?", fragte Stannis.

"Auf die gleiche Weise wie wir in die Stadt eingedrungen sind", antwortete Elessar. "Durch einen unterirdischen Gang. Wir haben außerhalb der Stadt einen Schacht entdeckt, durch den man in einen Tunnel gelangen konnte. Der Tunnel führte unter der Mauer in die Stadt." Elessar wollte nicht verraten, wie er die Geheimgänge mithilfe des Sehenden Steines gefunden hatte.

"Der unterirdische Gang hatte einen Ausgang hinter dem Eisentor", fuhr er fort, "doch darüber hinaus führte er zu weiteren Tunneln, von denen einige auch in den Roten Bergfried führten. Wusstet Ihr von diesen Gängen, Euer Gnaden?"

Stannis war überrascht. "Nein, Euer Gnaden, es gab zwar immer wieder Gerüchte über Geheimgänge, die Maegor der Grausame angelegt haben soll, aber es war mir nicht bekannt, dass es diese Gänge tatsächlich gibt. Eure Männer scheinen ja außergewöhnlich findig zu sein – Lord Tarly berichtete mir eben, dass auch Fürst Faramir mit seinen Männern durch einen Geheimgang in die Stadt gelangt ist."

"Ja, das hat er mir bereits berichtet", bestätigte Elessar, der sich fragte, ob er den Palantír vor Stannis auf Dauer verheimlichen konnte. Doch Stannis fragte nicht weiter nach, da gerade weitere Leute in den Thronsaal traten.

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Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Eddard VIII

"SANSA!" Ned schrie verzweifelt den Namen seiner Tochter, als er in den Turm der Hand eilte. Er hatte Eis gezogen und hielt es mit beiden Händen, auch wenn er nicht damit rechnete, auf viel Widerstand zu stoßen. Mehrere Männer von Stannis begleiteten ihn.

Tatsächlich hatte er sein Großschwert kaum benutzen müssen, denn die wichtigsten Taten in der Schlacht von Königsmund hatten andere vollbracht: Die Männer aus Dol Amroth hatten die feindliche Flotte in Brand gesetzt, die Kette an der Flussmündung gesprengt und den Gnom gefangen genommen. Lord Alester Florents Truppen hatten den größten Anteil am Angriff auf das Schlammtor gehabt und Lord Randyll Tarlys Männer hatten es schließlich von innen geöffnet. Danach war der Widerstand der Stadtwachen und der Lannister-Truppen zusammengebrochen.

Ned war mit König Stannis und Ser Davos in die Stadt gezogen. Sie hatten sich unverzüglich zum Roten Bergfried begeben. Als sie am Tor eintrafen, war auch dort der Kampf so gut wie vorbei, denn König Elessar und Ser Loras Tyrell hatten es geschafft, das Tor zu öffnen. Stannis hatte darauf befohlen, die Mitglieder des Kleinen Rates aufzuspüren und festzunehmen. Nachdem Ser Loras bereits auf dem Weg zu Maegors Feste war und König Elessars Truppen das Jungfrauengewölbe eingenommen hatten, schickte Stannis Ned zum Turm der Hand und begab sich selbst zum Eisernen Thron.

"Sansa!", rief Ned nochmals. Er hatte mit seinen Begleitern seine früheren Gemächer durchsucht, aber niemanden gefunden. Er fragte sich, wo er weitersuchen sollte, als er sah, dass zwei seiner Begleiter eine Dienerin aus einem Gemach zerrten. "Mylord Hand, diese Frau hat sich hier versteckt", meldete einer der Soldaten. "Schon gut, lasst sie los!", herrschte Ned seine Männer an. Er wandte sich an die verängstigte junge Frau.

"Wo ist meine Tochter?", fragte Ned. "Wo ist Sansa Stark?"

"Ich weiß es nicht, M'lord", antwortete die Dienerin ängstlich. "Sie war nicht hier, sondern in Maegors Feste untergebracht."

Ned und seine Begleiter ließen darauf die Dienerin stehen und eilten wieder die Treppen des Turms der Hand hinunter und danach zu Maegors Feste. Die Zugbrücke zur Feste war heruntergelassen und mehrere Tyrell-Soldaten bewachten den Eingang. Sie ließen Ned und seine Begleiter wortlos passieren.

Als Ned die Tür zum Ballsaal erblickte, blieb er stehen, steckte Eis in die Scheide und atmete erleichtert durch. Dort stand Sansa und wie es schien, war sie unverletzt. Sie sprach mit Ser Loras und Fürst Faramir. Ned trat zu den dreien, die ihn aber im ersten Augenblick nicht bemerkten.

"… aber sicher, Lady Sansa", sagte Loras Tyrell. "Ich verdanke ihm genauso mein Leben wie Ihr. Ich kann Euch versichern, dass er bei uns in den besten Händen ist. Aber jetzt..." Er wandte den Kopf. "Lord Stark!"

Nun schauten auch Sansa und Faramir zu Ned. "Vater!", rief Sansa, brach in Tränen aus und umarmte ihn. "Sansa, meine kleine Sansa!", rief Ned und fing auch an zu weinen, als er seine Tochter in die Arme schloss. "Ich hatte gefürchtet, dich nie wieder zu sehen, mein Kind!" Er hörte, wie Sansa schluchzte: "Vater, ich bin so froh! Du lebst!"

Ned sah, dass Ser Loras den Blick gesenkt hatte. Faramir hingegen lächelte und wischte sich verstohlen einige Tränen der Rührung aus dem Gesicht.

"Vater!", schluchzte Sansa. "Joffrey wollte mich töten lassen! Er hatte Meryn Trant geschickt…"

"WAS!", rief Ned entsetzt. Er blickte zu Loras Tyrell. "Ser Loras, habt Ihr verhindert, dass…"

"Nein, Mylord, wir kamen erst nach Fürst Faramir und seinen Männern in Maegors Feste", erklärte Ser Loras.

"Als wir Eure Tochter fanden, waren Meryn Trant und seine Kumpane bereits tot", ergänzte Faramir. "Sandor Clegane hatte sie getötet und Eure Tochter unter Einsatz seines Lebens gerettet."

"Der Bluthund? Dieser Schlächter?" Ned war völlig verblüfft. Er erinnerte sich mit Schaudern daran, wie Clegane Neds Gefolgsmann Cayn im Thronsaal erschlagen hatte – an jenem verhängnisvollen Tag, als Ned von Kleinfinger verraten und in den Kerker geworfen worden war.

"Bitte nenne ihn nicht so, Vater!", bat Sansa. "Sandor hat mehrmals mein Leben und meine Ehre gerettet. Ich bin ihm so dankbar – und du solltest es auch sein!"

Ned war befremdet, dass seine Tochter fast schwärmerisch von einem Manne sprach, der in seinen Augen ein brutaler und rücksichtloser Handlanger seiner Feinde war. "Wo ist Clegane jetzt?", fragte er schließlich.

"Meine Männer kümmern sich um ihn", antwortete Ser Loras. "Er wurde im Kampf von Meryn Trant schwer verletzt. Ich habe Maester Ballabar rufen lassen. Wie Ihr wisst, hat Sandor Clegane einst auch mein Leben gerettet. Jetzt gerade braucht er vor allem Ruhe."

Faramir nickte. "Ser Loras, meine Männer und ich verlassen Maegors Feste. Wir gehen zum König – meinem König, denn er hat mich zu sich befohlen." Er rief seinen Männern etwas in seiner Sprache zu.

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Sansa löste sich aus Neds Umarmung. "Vater, können wir mit dem Fürsten gehen?", fragte sie leise und schaute dann auf Faramir, der seine Männer zu sich winkte, die sich darauf in Reih und Glied aufstellten.

"Gewiss, mein Kind", antwortete Ned. "Wir sollten zu Stannis gehen." Er wandte sich an Faramir: "Mylord, wir begleiten Euch, wenn es Euch genehm ist."

"Aber sicher!" Faramir lächelte freundlich. Ned merkte, dass Sansa auch lächelte. Sie scheint den ersten Schrecken überwunden zu haben.

Ned verabschiedete sich kurz von Ser Loras und ging Arm in Arm mit Sansa aus der Festung. Faramir ging an ihrer Seite und Ned sah, dass sie immer wieder zu dem Fürsten schaute. Ihm gingen tausend Fragen an seine Tochter durch den Kopf, doch er hielt es für zu früh, um sie nach Einzelheiten ihrer Gefangenschaft zu befragen. So seufzte er nur erleichtert: "Ich bin so glücklich, dich wieder bei mir zu haben, mein Kind! Auch Arya wird sich freuen!"

"Arya!", rief Sansa. "Sie lebt! Ich hatte nichts mehr von ihr gehört seit dem Tag, als wir gefangen genommen wurden. Wo ist sie?"

"Sie ist auf Drachenstein", antwortete Ned. Er erzählte Sansa, wie Arya plötzlich während seiner Befreiung aufgetaucht war und sie beide dank Faramirs Hilfe aus der Stadt entkommen waren. "Auch wenn die Männer aus Gondor damals unsere Sprache noch nicht beherrschten, konnte ich ihnen doch begreiflich machen, dass wir zum rechtmäßigen König Stannis fahren sollten."

"Vater, warum ist Stannis der rechtmäßige König?", fragte Sansa.

"Hast du etwa nicht davon gehört?", rief Ned überrascht. "Dabei hast du mich darauf gebracht. Joffrey, Myrcella und Tommen sind nicht Roberts Kinder. Sie entstammen alle dem Inzest von Cersei mit dem Königsmörder."

"WAS?" Sansa machte große Augen. "Ach deswegen hat Joffrey mich… Aber wie habe ich dich darauf gebracht?"

"Du hast einmal über Joffrey gesagt, er habe nichts vom Säuferkönig Robert. Da ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen. Alle Baratheons haben schwarze Haare – auch König Roberts Bastarde, aber nicht Cerseis Kinder. Vor mir war schon Jon Arryn Cerseis Geheimnis auf der Spur und wurde deshalb ermordet. Aber was wolltest du über Joffrey sagen?"

"Er hat mich im Thronsaal wütend angeschrien", sagte Sansa stockend, "er behauptete, dass Stannis und du gemeine Lügen über ihn verbreiten würden. Dann hat er Meryn Trant und Boros Blount befohlen, mich auszuziehen und zu schlagen." Sie weinte wieder.

Ned nahm sie in seinem Arm und sagte leise: "Keine Angst, du bist jetzt in Sicherheit!" Sie gingen durch den Hof des Roten Bergfrieds, wo mittlerweile viele Männer der siegreichen Heere waren: Stannis' Soldaten, die Streitkräfte Gondors, Soldaten der Florents und der Tyrells.

Faramir erblickte Kommandant Dacil und begrüßte ihn. "Die Könige sind in der Großen Halle", meldete Dacil. "König Elessar hat Cersei gefangen genommen. Kommandant Elphir und Hauptmann Erchirion sind ebenfalls dort."

Ned ging darauf mit Sansa und Faramir weiter zum Thronsaal. Vor und in der Großen Halle standen zahlreiche Soldaten und einige Offiziere riefen laut, dass man Platz für die Hand des Königs machen sollte. Ned atmete einmal tief durch und betrat die Halle, in der er zuletzt vor einem halben Jahr gewesen war, als Kleinfinger ihn verraten hatte.

"Vater, was ist mit Joffrey?", fragte Sansa leise.

"Ich weiß es nicht, Kind", antwortete Ned. "Fragen wir die Könige." In der Halle hatten sich zahlreiche Männer links und rechts des Thrones versammelt. Er erblickte Stannis und Elessar, die vor dem Eisernen Thron standen und miteinander sprachen. An Stannis' Seite stand Lady Melisandre. Elessar wandte seinen Blick zu den Neuankömmlingen und sagte:

"Euer Gnaden, unsere Hände sind eingetroffen. Und diese junge Lady ist gewiss Sansa Stark."

Sansa machte darauf einen Knicks vor Stannis und vor Elessar. "Euer Gnaden, Euer Gnaden", sagte sie. Die Könige nickten ihr zu und Stannis sagte:

"Ich danke dem Herrn des Lichts, dass Eure Tochter gerettet ist, Lord Stark. Konntet Ihr ein Mitglied des Kleinen Rats oder einen Lannister festnehmen?"

"Euer Gnaden, Ser Loras' Männer haben Pycelle gefunden und unter Arrest gestellt", berichtete Ned. "In Maegors Feste sind außerdem viele Ladys, Knaben und ältere Männer adeliger Familien. Allerdings waren weder Joffrey noch Tommen unter ihnen."

"Das weiß ich bereits", sagte Stannis. "Tommen ist noch nicht gefunden, aber Joffrey habe ich selbst getötet."

"Er ist tot?", rief Sansa. Zu Neds Überraschung ließ sie ihn los und fiel weinend vor Stannis auf die Knie. "Ich danke Euch, Euer Gnaden, ich danke Euch so sehr!", schluchzte sie. "Joffrey… er war ein Monster! Er war so grausam! So viele Unschuldige mussten wegen ihm sterben. Er wollte auch mich töten lassen! Ich danke Euch, Euer Gnaden!"

"Schon gut, Mädchen!", sagte Stannis und zu Neds Erstaunen lächelte er. Es war das erste Mal, dass er ihn lächeln sah. Stannis wandte sich wieder an Elessar: "Was habe ich Euch gesagt, Euer Gnaden?"

"Ja, Ihr habt Recht, Euer Gnaden", räumte Elessar ein. "Es war wohl richtig, den Thronräuber zu töten."

"Der Krieger des Lichts!", rief Melisandre. "Er tötete das Monster! Der wahre König! STANNIS!"

"STANNIS! STANNIS! STANNIS!", riefen seine Männer. Ned trat zu Sansa und zog sie wieder hoch, während Stannis mit einer Handbewegung Ruhe gebot. Aber Sansa konnte sich kaum beruhigen; immer noch lachte und weinte sie gleichzeitig. Doch Stannis achtete ihrer nicht, sondern winkte Melisandre zu sich. Er sprach leise zu der Priesterin, dann blickte er zum Eingang, wo weitere Männer eintraten. Unter ihnen waren Ser Loras Tyrell, Ser Davos und dessen Söhne, soweit sie die Schlacht überlebt hatten. Der junge Devan Seewert eilte mit einer kleinen Truhe unter dem Arm zum König.

Auf ein Zeichen von Stannis öffnete Melisandre die Truhe und entnahm ihr eine goldene Krone, deren Zacken wie Flammen geformt waren.

"Vater, wird der König nicht vom Hohen Septon gekrönt?", fragte Sansa leise. "Nicht dieser König", antwortete Ned ebenso leise. Er blickte durch die Reihen der Lords und sah vor allem unter Renlys ehemaligen Gefolgsleuten einige überraschte und bestürzte Gesichter. Stannis stellte sich direkt vor den Thron.

Melisandre hob die Krone und sagte: "Im Namen des Herrn des Lichts kröne ich Stannis, den Ersten seines Namens, aus dem Hause Baratheon, König der Andalen, der Rhoynar und der Ersten Menschen, Herr der Sieben Königslande und Beschützer des Reichs." Damit setzte sie Stannis die Krone aufs Haupt und rief: "Sehet den Auserwählten des Herrn, den wiedergekehrten Azor Ahai, den Prinzen, der verheißen wurde, den Krieger des Lichts, den Sohn des Feuers! Lange möge er herrschen!"

"Lange möge er herrschen!", riefen die Leute in der Halle und Stannis Baratheon ließ sich zum ersten Mal auf dem Eisernen Thron nieder.

Gondor hilft Westeros

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Elphir VII

Die Sonne war bereits aufgegangen, als Elphir sein Zelt verließ. Die Streitkräfte Gondors hatten tags zuvor ein Heerlager vor dem Eisentor errichtet, in dem auch die meisten Heerführer untergebracht waren. Nur König Elessar und seine Leibgarde hatten im Roten Bergfried genächtigt, nachdem König Stannis ihm das Jungfrauengewölbe als Gästeunterkunft überlassen hatte.

Elphir hatte sich körperlich von den Strapazen der Schlacht erholt, doch er fühlte eine innere Müdigkeit, ja er zweifelte an der Sinnhaftigkeit der geschlagenen Schlacht um Königsmund, nachdem er unter den getöteten Feinden ein vertrautes Gesicht entdeckt hatte. Es war jener Offizier, mit dem Elphir vor einem halben Jahr am Hafen von Königsmund gesprochen hatte – an jenem Tag, als Faramir mit seinen Männern in die Stadt eingedrungen war und Lord Stark gerettet hatte. Elphir erinnerte sich noch genau an die Worte, die er damals gesagt hatte: Friede, mein Freund! Wir sind aus dem Königreich Gondor und kommen in friedlicher Absicht.

Doch statt Frieden hatten die Männer Gondors Tod und Verderben gebracht. Und wofür? Für das Spiel um Throne? Für einen König, der für das Erschlagen eines vierzehnjährigen Knaben gerühmt wird? Für eine seltsame rote Frau und ihre unheimliche Art der Gottesverehrung? Elphir war ein erfahrener Soldat, der viele Schlachten geschlagen hatte – gegen die Orks von Mordor, gegen Südländer und Ostlinge, die Gondor angegriffen hatten. In alle diese Schlachten war Elphir mit dem Bewusstsein gezogen, für das Gute zu kämpfen – für die Verteidigung seines Landes, seiner Heimat und der Menschen, die er liebte.

Sollte ich nicht lieber bei meiner Familie sein, dachte Elphir, statt in einem fremden Land und einer anderen Welt? Auf einmal verspürte er eine tiefe Sehnsucht nach seinen Liebsten. Seine Abenteuerlust, die er nach der Ankunft in Westeros empfunden hatte, war verflogen.

"Guten Morgen, Kommandant!" Elphir wurde aus seinen Gedanken herausgerissen, als ihn Erchirion ansprach.

"Guten Morgen, Bruder… Hauptmann!", erwiderte Elphir den Gruß. "Verzeih, aber ich war in Gedanken gerade zu Hause – bei Melwen und den Kindern."

Erchirion seufzte. "Nach dieser Schlacht wünschte ich mir auch, wir wären wieder zu Hause. Und wir sind nicht die Einzigen. Unsere Männer trauern um die gefallenen Kameraden, sehnen sich nach der Heimat und fragen sich, wofür wir hier eigentlich gekämpft und geblutet haben."

"Das frage ich mich auch", gestand Elphir. "Und wenn wir schon dabei sind – wie viele Gefallene und Verwundete haben wir?"

"Siebzehn Kameraden sind gefallen", antwortete Erchirion. "Etwa zweihundert unserer Männer sind verletzt. Die Balliste der Schwanenkraft ist zerstört worden, ansonsten wurden unsere Schiffe nur leicht beschädigt."

"WAS!", rief Elphir erstaunt. "Wir haben bei all dem Seefeuer, dem feindlichen Beschuss und den Gefechten vor dem Schlammtor nur so wenige Männer verloren? Das grenzt an ein Wunder!"

"Fürwahr, es ist kaum zu glauben", meinte Erchirion. "Doch jeder Gefallene ist einer zu viel. Ich werde vor allem Kapitän Ardil schmerzlich vermissen."

"Wir werden sie alle vermissen", bestätigte Elphir. "Komm, berichten wir Faramir davon!"

Sie gingen zur Mitte des Lagers, wo das große Zelt des Fürsten stand. Faramir saß an einem großen Tisch in der Mitte des Zeltes. "Guten Morgen, Kameraden", begrüßte er seine Vettern. "Setzt euch! Gut, dass ihr kommt. Ich wollte ohnehin die Kommandanten und Hauptleute zu mir rufen, um die Verluste und die verbliebene Stärke des Heeres zusammenzufassen. Dacil und seine Leute sind noch in der Stadt unterwegs und durchsuchen verschiedene Häuser, denn noch sind nicht alle feindlichen Hauptleute gefunden und nach dem Kind Tommen wird auch noch gesucht. Habt ihr schon festgestellt, wie viele eurer Männer gefallen sind?"

"Das haben wir", meldete Erchirion. "Siebzehn. Und zweihundert Kameraden sind verletzt."

"Das sind wenige Gefallene!" Faramir war überrascht. "Wobei ich mit meiner Weißen Schar noch mehr Glück hatte. Wir haben nur vier Männer verloren. Das sind erstaunlich wenige in so einer blutigen Schlacht."

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

"Ja, aber ich muss noch etwas melden", sagte Erchirion. "Etwa ein Dutzend unserer Männer wurden nicht von Feinden verletzt, sondern von unseren so genannten Verbündeten aus den Heeren der Florents und Tyrells. Unsere Männer haben diese Kerle dabei erwischt, wie sie plünderten und vergewaltigten. Dabei gab es einige Handgemenge, doch schließlich haben wir obsiegt und die Kerle gefangen genommen."

Faramirs Gesicht wurde ernst. "Das sind schwerwiegende Vorfälle, von denen die Könige erfahren müssen. Ich werde nach der Besprechung mit den Offizieren zum Roten Bergfried gehen und dies Elessar und Stannis melden. Aber wenn wir von Gefangenen sprechen: Wie geht es Tyrion Lannister?"

"Die Heiler haben mir vorhin berichtet, dass er immer noch bewusstlos ist", antwortete Elphir. "Sie wollen ihn auch nicht so schnell aufwecken, da er dann wohl große Schmerzen hätte, denn ihm wäre fast die Nase abgeschlagen worden."

"Dann sollten sie ihn schlafen lassen", meinte Faramir. "Immerhin können wir ihn so bei uns behalten." Nach der Schlacht hatte es schwierige Verhandlungen um die Gefangenen gegeben. Stannis hatte die Auslieferung der Lannisters verlangt, um sie in die Schwarzen Zellen zu sperren, während Loras Tyrell vergeblich ihre sofortige Hinrichtung gefordert hatte. Elessar hatte zunächst nur Cersei übergeben, nachdem Stannis erneut zugesichert hatte, dass sie nicht vor einem ordentlichen Gerichtsverfahren hingerichtet würde. Nachdem Rondirs Männer in den Geheimgängen Lord Varys aufgespürt, gefangen genommen und auf Elessars Befehl an Stannis ausgeliefert hatten, hatte dieser zähneknirschend Elessars Wunsch zugestimmt, Tyrion vorläufig unter strenger Bewachung zu behalten.

Elphir fragte sich, was für ein Mensch dieser kleine Mann war, der gemeinhin Gnom genannt wurde und als gerissen und gefährlich galt. Aus Mittelerde wusste er, dass man kleine Leute auf keinen Fall unterschätzen sollte.

"Du wirkst nachdenklich, Elphir", stellte Faramir fest. "Bedrückt dich etwas?" Elphir seufzte und gestand, dass er an seine Familie dachte. Er berichtete von dem toten Offizier und seinen Zweifeln: "Hier geht es nicht darum, Gondor zu verteidigen. Wir beteiligen uns an einem Machtkampf, in dem auf beiden Seiten gute und schlechte Leute kämpfen. War es richtig, unsere Männer in eine solche Schlacht zu schicken? Haben wir uns wirklich für die richtige Seite entschieden?"

Faramir holte tief Luft. "Ich habe auch Sehnsucht nach Éowyn und den Kindern. Viele Männer unseres Heeres haben Heimweh und manche auch solche Zweifel. Aber als ich gestern gesehen habe, wie Lord Stark und seine ältere Tochter Sansa sich wiedergesehen und vor Freude geweint haben, wusste ich, dass wir uns für die richtige Seite entschieden haben!"

"Das freut mich für Lord Stark und Sansa", sagte Elphir, "doch viele andere Kinder haben in der Schlacht ihre Väter verloren – auch Kinder aus Gondor, die noch nicht wissen, dass ihre Väter nicht zurückkehren werden. Und ich sehne mich umso mehr nach meiner eigenen Familie." Er seufzte.

"Mir geht es nicht anders", räumte Faramir ein, "doch meine Familie weiß ich in Sicherheit. Aber Sansa war in Lebensgefahr. Dieser bösartige Knabe Joffrey wollte sie ermorden lassen! Zum Glück hat einer seiner eigenen Leute das Mädchen verteidigt und die Mörder getötet."

"Ich habe davon gehört." Elphir nickte. "Es war der Mann, den sie den Bluthund nennen. Seine Tat ist erstaunlich, denn es hieß, er sei sehr brutal und habe Freude am Töten. Sein älterer Bruder soll noch schlimmer sein."

"Ja, das hat mir Loras Tyrell auch berichtet", bestätigte Faramir, "Gregor Clegane war ein sehr grausamer Mann, der sich gewiss gut als Scherge Mordors gemacht hätte. Doch er wurde in der Schlacht am Goldweg erschlagen. Ser Loras fühlt sich gegenüber Sandor Clegane verpflichtet, weil Sandor Loras vor einigen Monaten bei einem Turnier gegen Gregor verteidigt und das Leben gerettet hatte."

"Bruder, ich stimme Faramir zu!", sagte darauf Erchirion zu Elphir. "Wir haben uns für die richtige Seite entschieden!"

"Ihr habt wohl Recht", räumte Elphir nachdenklich ein. Unterdessen schaute Bergil durch den Eingang des Zeltes und meldete: "Herr, Kommandant Dacil möchte Euch sprechen! Seine Männer haben etwas gefunden – und jemanden…"

"Er soll eintreten!", befahl Faramir.

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