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Mittelerde & andere phantastische Welten » Kreativschmiede » Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige

Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Cersei III

"Mehr Wein!", befahl Cersei, während sie ihr Essen im Ballsaal einnahm. Ein Page kam und goss ihr einen fruchtigen und edlen Goldenen vom Arbor ein. Cersei nahm einen kräftigen Schluck und blickte dann verächtlich auf die versammelte Gesellschaft. Die meisten Anwesenden waren hochwohlgeborene Damen, die um ihre in die Schlacht gezogenen Ehemänner, Verlobten, Väter, Söhne und Brüder zitterten. Als ein Mädchen, das mit einem von Lancels Ritter verlobt war zu weinen anfing, beauftragte Cersei Maester Frenken, sie mit einem Becher Traumwein zu Bett zu bringen.

"Tränen", sagte Cersei verächtlich zu Sansa Stark, während die Verlobte des Ritters hinausgeführt wurde. "Die Waffe einer Frau, nannte sie meine Mutter immer. Die Waffe eines Mannes ist dagegen das Schwert. Ich würde mich jetzt lieber Schwertern stellen, als hier herumzusitzen und vorgeben zu müssen, ich würde die Gesellschaft dieser verängstigten Hühner genießen."

"Aber Ihr habt sie doch selbst hergebeten, Euer Gnaden", wunderte sich Sansa.

"Gewisse Dinge werden von einer Königin erwartet. Die Hennen sind wertlos, aber ihre Hähne sind aus dem einen oder anderen Grund wichtig, und einige von ihnen werden die Schlacht wohl überleben. Falls mein verkrüppelter Zwerg von einem Bruder es irgendwie schafft, zu gewinnen, werden sie ihren Gatten und Vätern berichten, dass ich ihnen Schutz gewährt habe und wie mutig ich war."

"Und wenn die Burg fällt?"

"Das würde dir so passen, nicht?", giftete Cersei. "Wenn Maegors Feste fällt, bevor Stannis oder dein Vater hier sind, werden meine Gäste wohl die eine oder andere Vergewaltigung ertragen müssen. Sollte Stannis rechtzeitig hier sein, wird er dies verhindern. Der ach so tugendhafte Lord von Drachenstein verachtet Vergewaltiger genauso wie Huren, weil er für weibliche Reize unempfänglich ist." Sie nippte an ihrem Wein. "Einen anderen Eroberer könnte ich wohl verführen. Aber Stannis Baratheon? Ich hätte mehr Chancen, die Begierde seines Hengstes zu erregen." Sansa schaute die Königin entsetzt an.

"Habe ich Euch schockiert, Mylady?", spottete Cersei. Sie beugte sich zu dem Stark-Mädchen vor. "Du kleine Närrin. Tränen sind nicht die einzige Waffe einer Frau. Du hast noch eine zwischen deinen Beinen, und du solltest besser lernen, sie zu benutzen. Männer benutzen auch gerne ihre Schwerter. Beide Arten von Schwertern."

Ehe Sansa etwas antworten konnte, öffnete sich die Tür und Lancel trat ein. Er machte einen gehetzten und bestürzten Eindruck, als er zu Cersei trat. "Euer Gnaden", stammelte er. "Unsere Flotte ist vernichtet. Stannis hat durch das Seefeuer zwar Verluste erlitten, aber Alester Florent und seine Männer haben sich ihm angeschlossen. Sie sind auf dem Turnierplatz gelandet und weitere setzen am Hafen über. Das Schlammtor wird angegriffen, und sie haben einen Rammbock am Königstor in Stellung gebracht. Lord Tyrion ist hinausgeritten, um sie zu vertreiben."

"Da werden sie es aber mit der Angst zu tun bekommen", sagte Cersei trocken, bevor ihr ein schrecklicher Gedanke kam. "Er hat doch nicht etwa Joff mitgenommen?"

"Nein, der König ist mit Ser Meryn Trant und Ser Osmund Schwarzkessel bei den drei Huren, um das Schlammtor gegen Stannis' Angriff zu verteidigen."

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Cersei war entsetzt. "Was für eine Torheit! Sage Ser Meryn und Ser Osmund, dass das zu gefährlich ist. Holt den König zurück in die Burg!"

"Lord Tyrion hat gesagt…"

"Nur was ich sage, hat dich zu kümmern!", fuhr Cersei ihren Vetter an. "Ser Meryn und Ser Osmund werden tun, was ich befehle, sonst sorge ich dafür, dass sie den nächsten Ausfall anführen. Warte, noch einen Moment: Hast du auch Neuigkeiten vom Heer des Söldnerkönigs?"

"Seine Männer versammeln sich vor dem Eisentor, dem Drachentor und dem Alten Tor, aber sie greifen immer noch nicht an." Lancel verneigte sich kurz, dann eilte er wieder davon.

Cersei dachte über das nach, was ihr Vetter berichtet hatte. Dieser sogenannte König Elessar lässt Stannis' Männer bluten, während er selbst noch abwartet. Stimmt es etwa, was Varys mutmaßt? Dass er und nicht Stannis der eigentliche Anführer dieser Rebellion ist? Cersei lächelte böse. Vielleicht kann ich ja doch noch die Waffe zwischen meinen Beinen einsetzen, denn dieser Elessar ist Frauen gegenüber hoffentlich nicht so abgeneigt wie Stannis.

Sie trank den Wein aus. Ein Page wollte ihr nachfüllen, doch sie lehnte ab. "Keinen Wein mehr. Ich muss bei klarem Verstand bleiben."

Das Essen wurde abgetragen und viele Gäste baten um die Erlaubnis, in die Septe zu gehen. Cersei gewährte es ihnen nur allzu gerne, zumal auch Lady Tanda und ihre Töchter aus dem Saal gingen. Ein Sänger kam herein und trug einige schöne und traurige Lieder vor. Einige der Frauen begannen zu weinen, auch das Stark-Mädchen hatte Tränen in den Augen.

"Weinst schon Freudentränen?", fragte Cersei. "Du meinst wohl, du hättest Grund dazu, da Stannis die Schlacht gewinnt?"

Sansa errötete. "Was? Nein, selbstverständlich nicht, Euer Gnaden!"

"Ach, verschone mich mit deiner leeren Höflichkeit. Die Dinge müssen schon sehr verzweifelt stehen, wenn sie schon den Zwerg schicken, um einen Ausfall anzuführen. Du kannst deine Maske also ablegen. Ich weiß Bescheid über deinen kleinen Verrat im Götterhain."

"Im Götterhain?" Sansa errötete noch mehr und senkte den Blick. "Ich habe keinen Verrat begangen. Im Götterhain habe ich nur gebetet."

"Für deinen Vater und deinen Bruder! Warum solltest du sonst ihre Götter aufsuchen? Du hast für unsere Niederlage gebetet. Das ist Verrat!"

"Ich habe für Joffrey gebetet", beharrte Sansa nervös.

"Weil er dich so liebevoll behandelt?", fragte Cersei spöttisch angesichts dieser leicht durchschaubaren Lüge. "Oder weil er befohlen hat, dich zu töten, falls die Schlacht verloren geht? Die Starks werden jedenfalls am Fall des Hauses Lannister keine Freude haben. Die Sieger der Schlacht werden dann Stannis und der Söldnerkönig Elessar sein, nicht aber dein Vater."

Falls die Stadt fällt, muss ich irgendwie dafür sorgen, dass Joff und ich diesem Elessar in die Hände fallen und nicht Stannis.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Erchirion III

"Was habe ich nur angerichtet?", stöhnte Erchirion. Er stand neben seinem Bruder auf einem Hügel beim Südufer des Schwarzwasser und beobachtete den blutigen und verlustreichen Angriff auf das Schlammtor, an dem sich die Männer aus Dol Amroth auf Stannis' Befehl zunächst nicht beteiligten, nachdem sie zuvor beim Angriff der Flotte in der Vorhut gewesen waren. König Stannis, Lord Eddard, Ser Davos und Lady Melisandre waren auch auf dem Hügel.

"Hätte ich gewusst, was für ein Blutbad dieser Angriff würde, hätte ich die Kette nicht gesprengt", seufzte Erchirion. "Hunderte Männer sind durch dieses verfluchte Seefeuer getötet worden, ein Dutzend von Stannis' Schiffen versenkt. Wir hätten die Kette Kette sein lassen und im Norden angreifen sollen."

Elphir schüttelte den Kopf. "Mache dir keine Vorwürfe, Bruder! Es war richtig, die Kette zu sprengen. Es hätte ansonsten viel mehr Zeit in Anspruch genommen, das ganze Heer der Florents nach Norden zu bringen. Das hätte dem Feind Gelegenheit gegeben, sich neu zu formieren. Wir wissen ja nicht, wie blutig ein Angriff dort geworden wäre. Außerdem nehme ich an, dass unser König ohnehin im Norden angreift."

"Das schon", räumte Erchirion ein. "Aber dort wären wohl nicht so viele Schiffe versenkt worden." Er schaute beschämt zu Ser Davos, der sich immer wieder Tränen wegwischte und mit größter Selbstbeherrschung versuchte, in Stannis' Gegenwart die Fassung zu wahren. Die beiden älteren Söhne des Zwiebelritters waren getötet worden: Nach Allard war auch der Erstgeborene Dael Seewert, Kapitän der Gespenst, umgekommen, als sein Schiff von Seefeuer erfasst worden war.

Erchirion konnte das Gespräch mit Elphir nicht fortsetzen, denn ein Bote von Lord Alester kam herangeeilt. Er ging vor Stannis in die Knie und meldete: "Euer Gnaden, Lord Florent bittet um Verstärkung. Es gab einen Ausfall des Feindes am Königstor, der uns schwere Verluste zugefügt hat. Feindliche Truppen unter Führung des Gnoms sind außerhalb der Mauer unterwegs zum Schlammtor."

"Tyrion Lannister ist außerhalb der Stadt?", fragte Stannis. "Dann sollten wir sehen, dass wir ihn töten oder gefangen nehmen!"

"Wir brauchen ihn lebend!", warf Eddard ein.

"Das ist noch nicht alles, Euer Gnaden", sagte der Bote und geriet auf einmal ins Stocken. "Ich… ich muss Euch die traurige Nachricht überbringen, dass Ser Imry gefallen ist."

"Sehr bedauerlich", sagte Stannis emotionslos. "Ich werde es meiner Gemahlin mitteilen." Erchirion fand es sehr befremdlich, wie reglos der König die Nachricht vom Tod seines Schwagers aufnahm.

"Und sie wird für ihren Bruder beten!", meinte Melisandre. "Der Herr des Lichts wird Euren Schwager dafür belohnen, dass er zuletzt für Euch gekämpft hat, Euer Gnaden."

"Ja, sicher!" Stannis winkte ab und wandte sich an Erchirions Bruder: "Kommandant Elphir, bringt Eure Männer an das Nordufer und greift in den Kampf ein! Ser Davos, die myrischen und lysenischen Söldner von Admiral Morosh und Salladhor Saan müssen ebenfalls in die Schlacht! Macht diesem Ausfall des Gnoms ein Ende und stürmt das Schlammtor! Es wird Zeit, dass wir in die Stadt eindringen!"

"Sehr wohl, Euer Gnaden!" Elphir nickte und gab Erchirion das Zeichen zum Gehen. Sie verließen den Hügel und gingen zu ihren Schiffen zurück. Elphir ließ die Kapitäne zusammenrufen.

"Da die Kais zerstört sind, machen wir es wie unsere Verbündeten", erklärte er. "Wir fahren mit den Booten über den Fluss."

Gondor hilft Westeros

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Bald darauf saß Erchirion in einem der vier Boote, auf die sich die Besatzung der Schwanenkraft verteilt hatte. Sie wurden begleitet von vielen anderen Booten, in denen die Männer der anderen Schiffe aus Dol Amroth, Soldaten des Florent-Heeres sowie myrische und lysenische Söldner saßen. Während die Boote über den Fluss fuhren, wurden sie von der Stadt aus mit großen Steinen beschossen. Die meisten Steine verfehlten ihre Ziele, doch mitten auf dem Fluss wurde zwei Boote mit Florent-Soldaten getroffen und versank. Die Männer auf den Booten, die den Einschlag überlebt hatten, wurden von ihren schweren Rüstungen in die Tiefe gezogen, ehe ihnen jemand zur Hilfe kommen konnte.

Plötzlich fiel eines der Geschosse unmittelbar neben Erchirions Boot ins Wasser und zerschlug ein Ruder. Erchirion duckte sich erschrocken und klammerte sich an der Reling fest. Das Boot geriet heftig ins Schwanken, doch es kenterte nicht. Schließlich bekamen seine Insassen es wieder unter Kontrolle und ruderten weiter. "Den Valar sei Dank!", seufzte Erchirion erleichtert und lugte über die Reling. Dabei sah er, wie ein großer Stein Kapitän Ardils Boot traf.

"NEIN!", schrie Erchirion, der nur hilflos zusehen konnte, wie seine Kameraden im Fluss versanken. "Verdammt, Ardil!"

Doch ihm blieb keine Zeit zu trauern, denn die Boote näherten sich dem Ufer vor dem Schlammtor, wo heftig gekämpft wurde – auf den Überresten der Kais, unmittelbar vor dem Tor, direkt am Wasser und auf den gestrandeten Wracks zerstörter Schiffe. Auf einmal bemerkte Erchirion auf einem der Wracks eine kleine Gestalt, die eine Axt schwang und einen Gegner erschlug. Sieht fast wie ein Zwerg aus. Das muss Tyrion Lannister sein!

"Dorthin!", rief er und zeigte auf das Schiff. Während seine Männer das Boot zum Wrack ruderten, beobachtete Erchirion weiter den Kampf. Tyrion Lannister verlor auf einmal den Halt und drohte in den Fluss abzurutschen. Einer seiner eigenen Männer streckte die linke Hand nach ihm aus, doch mit der rechten holte er mit dem Schwert aus und versetzte dem Gnom einen Streich ins Gesicht.

"Verdammt!", schrie Erchirion, als er sah, dass Tyrion von einem eigenen Mann angegriffen wurde. "Ist das der Beginn einer Meuterei? Wir brauchen den Gnom doch lebend!" Er holte hastig einen Pfeil aus dem Köcher und legte ihn auf. Doch ehe er auf den vermeintlichen Meuterer schießen konnte, wurde dieser von einem jungen Mann mit einem Speer erstochen und in den Fluss gestürzt.

Erchirions Boot erreichte das Wrack. Er zielte nun mit seinem Pfeil auf Tyrions Retter und rief: "Waffe fallen lassen! Ergib dich!" Der Angesprochene ließ den Speer los und hob die Hände. "Erbarmen… ich ergebe mich! Auch für Lord Tyrion!" Erchirion senkte den Bogen, als er bemerkte, dass Tyrions Retter ein Knabe von etwa vierzehn Jahren war.

"Holt die beiden da runter!", befahl Erchirion seinen Männern. "Wie heißt du, Junge? Und was machst du in der Schlacht?" Er stieg aus dem Boot und fragte sich, ob die Lannisters so verzweifelt waren, dass sie schon Kinder in den Kampf schickten.

"Mein Name ist Podrick Payn", antwortete der Knabe. "Ich bin Lord Tyrions Knappe. Bitte, Mylord, er ist verletzt!"

Zwei von Erchirions Männer wandten sich Tyrion zu, der bewusstlos war. Erchirion sah, dass dem Gnom eine tiefe Schnittwunde quer über seine rechte Wange und die Nase zugefügt worden war.

"Versorgt die Wunde dieses Gefangenen!", befahl Erchirion und wandte sich an Podrick: "Was ist hier passiert? Warum wird Tyrion von einem seiner Männer angegriffen? Wer war dieser Kerl, den du umgebracht hast?"

"Das war Ser Mandon Moor von der Königsgarde", antwortete Podrick. "Ich… ich weiß nicht, warum er Lord Tyrion angegriffen hat."

"Königsgarde?" Erchirion war erstaunt. "Das sollten doch besonders treue und tapfere Kämpfer sein und keine Meuterer!"

Erchirion schaute sich um und sah, dass Stannis' Krieger und die Soldaten aus Dol Amroth vor dem Schlammtor die Oberhand gewannen und die Reste von Tyrions Männern nach Westen abdrängten. Er erblickte seinen Bruder und winkte. Elphir, dessen blankes Schwert blutig war, nickte und trat zu ihm.

"Nun, was hast du zu melden, Bruder?", fragte er.

"Wir haben einen wertvollen Gefangenen", antwortete Erchirion und zeigte auf Tyrion, der immer noch bewusstlos auf dem Boden lag, während seine Verletzung notdürftig verbunden wurde.

Elphir schaute auf ihn. "Das also ist Tyrion Lannister. Er hat mehr Ähnlichkeit mit einem Halbling als mit einem Zwerg", meinte er. "Es wird Lord Stark freuen, dass er noch lebt. Aber welcher Idiot hat ihn im Gesicht verletzt?"

"Einer seiner eigenen Männer…" Erchirion brach ab, als im Westen der Kampfeslärm wieder zunahm.

Aus der Richtung des Königstores kamen Reiter, die laut "FÜR KÖNIG STANNIS!" riefen. Die Reste von Tyrions Ausfalltruppe wurden von ihnen aufgerieben.

"Seit wann hat Stannis Reiter in seinem Heer?", fragte Erchirion verwundert.

"Seit sich die Tyrells ihm angeschlossen haben", antwortete Elphir. Er hob sein Schwert und rief in die Richtung der Reiter: "GONDOR FÜR STANNIS!"

Einige Reiter lenkten ihre Pferde darauf in die Richtung der Männer von Dol Amroth. Ihr Wappen war ein weißer Turm mit einem Leuchtfeuer auf grauem Grund. Hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Ecthelions Turm, dachte Erchirion.

Der Anführer der Reiter, ein gut aussehender Mann mittleren Alters, brachte sein Pferd vor den Brüdern aus Dol Amroth zu stehen. "Seid gegrüßt, Mylords", sagte er freundlich lächelnd. "Ihr seid also auch aus dem fernen Land Gondor. Ich bin Ser Baelor Hohenturm, Erbe von Altsass, Gefolgsmann des Hauses Tyrell."

"Ich grüße Euch, Ser Baelor", erwiderte Erchirions Bruder ebenso freundlich. "Wir sind in der Tat aus Gondor. Ich bin Elphir, Imrahils Sohn, Kommandant und Erbe von Dol Amroth im Dienste des Königs Elessar. Dies ist mein Bruder, Hauptmann Erchirion. Wir sind Euch sehr dankbar für Eure Hilfe. Seid Ihr die Vorhut des Tyrell-Heeres?"

"In gewisser Weise sind wir das." Ser Baelor nickte. "Auch wenn das Heer uns nicht unmittelbar folgt."

Elphir machte ein enttäuschtes Gesicht. "Das ist bedauerlich. König Stannis hat befohlen, das Schlammtor zu stürmen und da könnten wir Hilfe durch Euer Heer gut gebrauchen."

Ser Baelor lachte. "Dieses Tor zu stürmen wird vielleicht gar nicht nötig sein. Das meint zumindest die Hand Eures Königs."

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Sansa III

"Die Schlacht ist verloren!", klagte Ser Lancel Lannister. Er war wieder in Maegors Feste gekommen, um der Königin Bericht zu erstatten. "Das Heer von Lord Renly ist vom Süden heran marschiert. Es sind Zehntausende! Sie greifen das von Stannis' Männern beschädigte Königstor an. Wir können ihnen dort nicht mehr lange Stand halten!"

Cersei drehte den leeren Weinkelch in ihren Händen und sagte teilnahmslos: "Berichte es meinem Bruder!"

"Euer Bruder ist wahrscheinlich gefallen", seufzte Ser Lancel. "Er geriet bei seinem Ausfall vor dem Schlammtor in einen Angriff von Stannis' Truppen, die dann auch noch von Reitern aus Renlys Heer unterstützt wurden. Ser Mandon Moor ist dabei wohl auch gefallen und der Bluthund ist verschwunden. Und im Norden greifen jetzt auch die Männer des Söldnerkönigs an! Cersei, warum habt Ihr nur Joffrey in die Burg geholt? Die Goldröcke haben den Mut verloren, als sie sahen, dass der König sich zurückzog. Viele von ihnen haben ihre Speere niedergelegt und sind geflohen."

Die Lannisters verlieren, dachte Sansa. Das ist gut, aber wie kann ich überleben?

"Was geschieht am Schlammtor?", fragte die Königin.

"Stannis' Truppen beschießen die Mauern", berichtete Lancel. "aber sie greifen das Tor nicht an. Sie warten wohl darauf, dass Renly das Königstor durchbricht und danach das Schlammtor für Stannis öffnet."

Cersei überlegte kurz, dann befahl sie: "Eile zum Eisentor! Hauptmann Vylarr muss seine Männer abziehen und die Verteidigung am Schlammtor und am Königstor verstärken!"

"Aber dann werden die Söldner in die Stadt eindringen!", wandte Lancel ein.

"STANNIS DARF NICHT IN DIE STADT!" Die Königin schrie ihren Vetter an. "Tu, was ich dir befohlen habe!"

Lancel eilte hinaus, gleichzeitig trat Ser Osmund Schwarzkessel von der Königsgarde ein. Er verneigte sich vor Cersei und meldete: "Euer Gnaden, wir erfuhren eben, dass Renlys Heer das Königstor durchbrochen hat und in die Stadt eingedrungen ist. Der König befahl mir, Euch mitzuteilen, dass er im Torhaus der Burg den Befehl über die Armbrustschützen übernommen hat und…"

"WAS?" Cersei war entsetzt. "Bringt ihn sofort in Maegors Feste!"

"Aber der König…"

"SOFORT!" Die Königin schrie Ser Osmund an, der darauf hinauseilte. Zu Sansas Überraschung verließ Cersei ebenfalls den Saal. Sie hat mich vergessen! Hoffentlich!

Die im Saal versammelten Menschen bekamen es mit der Angst zu tun. Einige rannten hinaus. Sansa war unschlüssig, ob sie ihnen folgten sollte. Sie blieb sitzen und blickte zur Tür. Wenn ich hier warte, wird vielleicht mein Vater kommen und mich retten. So harrte sie aus und wirkte nach außen hin ruhig, während die verbliebenen Gäste aufgeregt miteinander redeten. Sansa verzog keine Miene, doch ihr gingen viele Gedanken durch den Kopf. Was geschieht draußen? Was mache ich, wenn Cersei zurückkommt?

Die Fackeln im Saal waren inzwischen niedergebrannt, die eine oder andere war bereits flackernd erloschen. Niemand kümmerte sich darum, sie zu ersetzen. Ser Dontos trat zu Sansa und flüsterte: "Geht in Euer Gemach, Mylady. Schließt Euch ein, dort ist es sicherer für Euch. Ich komme nach der Schlacht zu Euch."

Sansa nickte, stand auf und ging los. Es kostete sie alle Kraft, den Ballsaal der Königin langsam und ruhig zu verlassen, obwohl sie am liebsten gerannt wäre. An der Treppe begann sie dann doch zu laufen, immer weiter nach oben, bis sie außer Atem ihr Zimmer erreicht hatte.

Sie trat ein und verriegelte die Tür. Da es stockfinster war, tastete sie sich langsam zum Fenster und öffnete die Vorhänge. Ihr stockte der Atem, als sie die gewaltigen Brände im Süden der Stadt sah und den näher kommenden Kriegslärm hörte. Ist Vater etwa dort, mitten in der Schlacht?

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

"Gerät der kleine Vogel in Panik?" hörte sie auf einmal die betrunkene Stimme des Bluthunds sagen.

Erschrocken drehte sich Sansa um. Sandor Clegane saß am Tisch, in voller Rüstung, aber ohne seinen Helm. Er hatte eine Karaffe Wein auf den Tisch gestellt und trank einen Schluck.

"Was wollt Ihr hier?", fragte Sansa überrascht.

"Ich bleibe nicht lange", antwortete er. "Ich gehe fort. Irgendwohin, wo es nicht brennt. Vielleicht in den Norden."

"Was ist mit dem König?", fragte sie.

"Der kann gerne alleine sterben." Er trank noch einen Schluck. "Ich kann dich mitnehmen und in Sicherheit bringen. Ich beschütze dich!" Er stand auf und trat zu ihr.

Der Bluthund roch nach Schweiß, Wein und Blut. Sansa wandte ihren Blick angewidert ab. "Ich bin in Sicherheit, sobald Stannis die Festung erobert hat", sagte sie. "Mein Vater ist seine Hand. Gewiss ist er schon auf dem Weg hierher."

Plötzlich packte er sie. "Sieh mich an! Sieh mich an!" Ängstlich schaute sie ihm in die Augen.

"Stannis ist ein Mörder!", fuhr er sie an. "Die Lannisters sind Mörder! Dein Vater und dein Bruder sind Mörder! Deine Söhne werden Mörder sein! Die Welt wird von Mördern beherrscht, also gewöhne dich daran, sie anzusehen!" Sie roch deutlich, dass er betrunken war, aber sein Griff war nicht besonders fest. Und sein Blick wirkte eher traurig als bedrohlich. Wie ein geprügelter Hund…

Da hatte Sansa auf einmal keine Angst mehr. "Ihr werdet mir nichts antun!", sagte sie fest und blickte ihm selbstbewusst in die Augen.

"Nein, kleiner Vogel, ich tu dir nichts." Er lockerte seinen Griff, doch sein Gesicht rückte sehr nah an das ihre, als ob er sie küssen wollte. "Aber Stannis' ausländische Söldner werden dir vielleicht etwas antun, wenn sie vor deinem Vater hier…"

Plötzlich rüttelte jemand an der Tür. "Öffnet, im Namen des Königs!", rief die Stimme von Ser Meryn Trant. Der Bluthund ließ Sansa los, wandte sich zur Tür und zog sein Schwert. "Bleibe hinter mir, kleiner Vogel!", sagte er leise. Sansa stellte sich erschrocken hinter ihn und wich zum Fenster zurück.

"Aufmachen, oder wir schlagen die Tür ein!", rief Ser Meryn und rüttelte erneut an der Tür. Sansa schaute nochmals aus dem Fenster und sah, dass nun unmittelbar vor der Festung gekämpft wurde. Stannis' Männer. Vater. Werden sie rechtzeitig hier sein?

Der Kampflärm von draußen kam immer näher, doch er wurde übertönt von den Schlägen von Äxten gegen die Tür. Sie krachte, gab nach und fiel aus den Angeln auf den Boden. Im Gang standen zwei mit Äxten bewaffnete Goldröcke und hinter ihnen Ser Meryn. Sie erstarrten, als sie den Bluthund erblickten, der breitbeinig vor Sansa stand.

"Was machst du hier, Clegane?", fragte Meryn Trant nervös. "Warum bist du nicht mehr in der Schlacht?"

"Dasselbe könnte ich dich fragen, Trant!", erwiderte der Bluthund. "Warum schlagt ihr Idioten sinnlos Türen ein?"

"Befehl des Königs!", blaffte Ser Meryn. "Die Stark-Schlampe darf nicht lebend in die Hände der Feinde geraten. Also gehe uns aus dem Weg, oder töte sie selbst!" Sansa glaubte, ihr bliebe das Herz stehen. Sie zitterte am ganzen Leib, als sie vernahm, dass Meryn Trant sie töten wollte.

"Niemand tötet die junge Lady!", rief der Bluthund. "Und du wirst ihr nie wieder ein Haar krümmen, Trant, du Abschaum!"

"Verfluchter Verräter!", schrie Meryn Trant gleichzeitig wütend und ängstlich. "Männer, tötet diesen Abtrünnigen! Dann können wir mit der Schlampe noch unseren Spaß haben, bevor wir sie töten! Nun macht schon!"

Zunächst zögerten die beiden Goldröcke, den gefürchteten Bluthund anzugreifen, doch dann sprang einer von ihnen tollkühn ins Zimmer und schwang seine Axt. Als er hoch ausholte, stieß der Bluthund ihm sein Schwert in die ungeschützte Achselhöhle. Sansa schrie entsetzt auf. Auch der Mann schrie und Clegane zog das Schwert blitzschnell zurück und stieß es ihm in den Mund. Der Soldat war sofort tot.

Der andere Goldrock schlug mit seiner Axt nach dem Kopf des Bluthundes, doch dieser wich aus und hieb dem Mann mit seinem Schwert die rechte Hand ab. Der Soldat konnte nur wenige Momente schreien, denn Clegane versenkte sein Schwert mit einem weiteren Streich in den Hals des Mannes.

"Sandor! Vorsicht!", schrie Sansa, denn sie hatte gesehen, dass Ser Meryn ansetzte, sein Schwert ins Gesicht des Bluthundes zu stechen. Clegane versuchte, dem Stoß ausweichen, doch Meryn Trants Schwert streifte seinen Hals. Der Bluthund zog sein Schwert aus dem Hals des getöteten Goldrocks und stieß es seinerseits in Ser Meryns Gesicht. Er durchbohrte dessen rechtes Auge und den Kopf. Trants Todesschrei brach plötzlich ab und er ging zu Boden. Auch der Bluthund brach zusammen.

Sansa rannte zu ihm und sah, dass er aus einer Wunde an der linken Seite des Halses stark blutete. Sie kniete sich hin und griff nach seinem weißen Umhang und drückte ihn vorsichtig gegen die Wunde, um die Blutung aufzuhalten.

"Kleiner Vogel…", sagte er heiser und angestrengt.

"Nicht sprechen, Sandor!", gebot sie ihm. "Kannst du deinen Kopf ein wenig anheben?" Er hob den Kopf und sie schob ein Stück seines Umhangs unter ihn. "Du kannst deinen Kopf wieder hinlegen." Sie versuchte ruhig zu sprechen, doch ihre Stimme zitterte. Eigentlich hätte sie erleichtert sein können, dass die Männer, die sie töten sollten, nun selbst tot waren. Doch sie verspürte nur Angst – Angst, dass ihr Retter verblutete. Sandor braucht Hilfe. So schnell wie möglich!

Sie hörte, dass vor der Tür Männer die Treppen hinauf eilten. "Hilfe!", rief sie. "Helft uns doch! Hier sind wir!"

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Elessar VI

Faramir wird das Tyrell-Heer in die Stadt bringen. Dann wird es Zeit, dass wir auch hinein kommen.

Elessar legte den Palantír in seine Kiste und verschloss sie. Er hatte den Verlauf der Schlacht und die Begegnung Faramirs mit den Heerführern der Tyrells im sehenden Stein beobachtet. Als er gesehen hatte, wie sich das große Heer der Tyrells dem Königstor näherte, hatte er Kommandant Dacil befohlen, den Angriff auf das Eisentor vom Land aus zu beginnen. Schließlich zeigte ihm der Palantír, wie Faramir den Eingang zu einem der Geheimgänge in die Stadt gefunden hatte.

Der König nahm seine Waffen, ging von Bord und begab sich mit seiner Leibgarde zu Dacil. Der Kommandant von Minas Tirith nahm Haltung an. "Es wird Zeit, in die Stadt zu gehen", sagte Elessar.

"Sollen wir das Tor stürmen, mein König?", fragte Dacil.

Elessar schüttelte den Kopf. "Nein, beschießt weiter die Mauern und sorgt dafür, dass die Wachen beschäftigt sind. Wir werden auf einem anderen Wege in die Stadt gehen und euch die Tür von innen aufmachen. Damit wir dazu kommen, müsst ihr den Beschuss gelegentlich unterbrechen."

"Ich verstehe!" Der erfahrene Kommandant nickte und wandte sich wieder dem Tor zu, während der König seine Leibgarde und eine weitere Kompanie aus Minas Tirith auf der Straße nach Rosby ein Stück weg von der Stadt führte.

Sie kamen zu einem Wäldchen, in dem etwas abseits von der Straße ein Findling stand. "Hier muss es sein", sagte Elessar und ging um den großen Stein herum. "Gib mir deine Fackel, Túrin!" Er nahm die Fackel des Hauptmanns und hielt sie über ein Gebüsch hinter dem Findling. Zwischen dem Gebüsch und dem Stein befand sich eine versteckte Falltür.

"Da ist unser Weg in die Stadt", erklärte Elessar und gab die Fackel Túrin zurück. "Macht die Tür auf!" Zwei Männer traten zu der Falltür und nach einigem Herumtasten konnten sie die Klappe öffnen. Einer leuchtete mit einer Fackel hinein. Unter der Tür befand sich ein Schacht, durch den eine an der Wand befestige Leiter nach unten führte. Auf ein Zeichen des Königs stiegen erst die beiden Männer und Hauptmann Túrin hinab. Der König und die anderen Männer folgten ihnen.

Das Ende des Schachtes mündete in einen Tunnel, der nach Süden führte. Elessar und die beiden Kompanien folgten ihm. Nach einiger Zeit kamen sie zu einer Stelle, wo sich ein Gang nach rechts öffnete, während der Tunnel geradeaus weiterging. "Hier biegen wir ab!", befahl der König. Er wusste, dass der Tunnel bis zum Roten Bergfried führte, aber dieser war nicht sein erstes Ziel. Sie schritten durch den Gang, der bald darauf unter einem Schacht mit einer befestigten Leiter endete.

"Wohin führt dieser Schacht, Herr?", fragte Túrin.

"Zu einer weiteren in einem Gebüsch versteckten Falltür", antwortete Elessar. "Sie befindet sich in einer kleinen Wiese hinter dem Eisentor. Klettere als Erster nach oben, Hauptmann!"

Túrin folgte dem Befehl und kletterte hinauf. Drei Männer folgten ihm, dann kamen Elessar und die anderen Männer. Der Hauptmann stieß am oberen Ende auf die Falltür. Er öffnete sie langsam, schaute hinaus und hielt plötzlich inne. Während er die Tür mit der linken Hand festhielt, legte er den rechten Zeigefinger auf die Lippen.

Der Hauptmann spähte weiter hinaus, dann öffnete er die Falltür vorsichtig und stieg ins Freie. Die anderen Männer folgten ihm langsam. Als Elessar hinausgestiegen war, sah er, dass sie sich in der Stadt befanden. Um sie herum brannten Häuser. Zu seiner Rechten erblickte er zwischen zwei Wachtürmen das von innen verriegelte Eisentor, von dem eine breite Straße in die Stadt führte. Auf den Türmen und der Mauer über dem Tor standen Wachen, doch sie schauten alle hinaus. Gelegentlich duckten sie sich vor den Pfeilen, die Dacils Männer abschossen.

"Was hast du vorhin gesehen, Hauptmann?", fragte Elessar.

"Eine Kompanie von Lannister-Soldaten", antwortete Túrin. "Sie marschierte seltsamerweise vom Tor weg in die Stadt."

"Umso besser. Sobald unsere Leute ihren Beschuss eingestellt haben, greifen wir an. Wir öffnen das Tor und stürmen die Mauer von innen. Es kann nicht mehr lange dauern."

Die übrigen Männer kamen aus dem Schacht hochgeklettert und formierten sich. Kurz darauf flogen keine Pfeile mehr. "Jetzt!", rief Elessar und zog sein Schwert. "Zum Angriff! GONDOR!" Die Soldaten rannten zum Tor. Vor den Treppen zu den Wachtürmen standen nur wenige Wachen, die erschrocken die Hände hoben und sich ergaben. "Öffnet das Tor!", befahl Elessar. Einige Männer machten sich daran, die Verriegelung des Tores anzuheben.

Hauptmann Túrin stürmte unterdessen mit mehreren Männern in einem der Wachtürme die Treppe hinauf. Elessar übernahm den anderen Wachturm und rannte mit weiteren Männern zur Treppe. Als er durch den Turm zur Mauerkrone gelangte, stellte sich ihm ein Soldat entgegen, doch Elessar erschlug ihn mit einem einzigen Schwertstreich. Die anderen Wachsoldaten wichen erschrocken zurück.

Gleichzeitig gelang es den Männern am Tor, die Riegel anzuheben und das Tor zu öffnen. Sogleich stürmte das Heer Gondors durch das geöffnete Tor in die Stadt. Noch mehr Krieger rannten durch die Wachtürme hinauf zur Mauer. Die noch verbliebenen Wachen ergaben sich darauf. Sie wurden entwaffnet und in eine Wachstube gesperrt. Der König rief seine Heerführer zusammen und gab das weitere Vorgehen bekannt:

"Angbor, Hirmor, ihr führt eure Truppen auf der Mauer und unterhalb davon nach Westen und besetzt das Drachentor und das Alte Tor. Ihr solltet nicht auf allzu viel Widerstand stoßen, da der größte Teil der Stadtwache und der Lannister-Truppen im Süden durch Stannis und das Tyrell-Heer gebunden ist. Rondir, du führst deine Truppen auf der Mauer zum Roten Bergfried. Allerdings werdet ihr die Festung nicht angreifen, bevor ihr das Zeichen dazu bekommt. Den größten Teil des Heeres führe ich durch die Stadt zum Roten Bergfried!"

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Auf des Königs Befehl teilte sich das Heer auf. Zum Roten Bergfried nahm das Heer nicht die Hauptstraße, die in südwestlicher Richtung in das Armenviertel Flohloch führte, sondern die Seitenstraßen und Gassen im Süden, wo sich der Rote Bergfried auf Aegons Hohem Hügel erhob. Der Nachthimmel hinter der Festung leuchtete rot von den Feuern am Fluss, wo der Kampf zwischen Stannis' Truppen und dem Großteil der Verteidiger tobte. Vielleicht sind sie schon durch die Tore eingedrungen. Vorsichtig schritten die Soldaten Gondors durch die Straßen, immer auf der Hut und Ausschau haltend nach versteckten Hinterhalten. Doch sie wurden nicht angegriffen und begegneten niemandem auf den Straßen. Elessar hörte von Männern, die in die Häuser geschaut hatten, dass sie dort nur verängstigte Frauen, Kinder und Greise gesehen hatten.

Ihre Anspannung wuchs, als sie zum Hügel und in die Nähe der Festung kamen und im Westen Schreie und Kampflärm zu vernehmen waren. Elessar führte seine Männer nicht direkt vor die Mauern des Roten Bergfrieds, sondern in die Richtung des Kampflärms, während Dacil und Túrin an seiner Seite schritten. Das Getöse kam von der Straße, die zu den Toren der Festung führte.

"Stannis' Truppen sind bereits in der Stadt", schloss Dacil aus dem Lärm. "Sie greifen den Roten Bergfried an."

"Dann sollten wir uns bemerkbar machen, damit sie nicht versehentlich uns angreifen", meinte Elessar. "GONDOR!", rief er laut.

"GONDOR!", riefen darauf auch seine Männer.

"Gondor!", rief eine vertraute Stimme zur Antwort. Sie kam aus einer Straße vor ihnen. Der Fürst von Ithilien und mehrere Männer der Weißen Schar von Emyn Arnen kamen ihnen entgegen.

"Faramir!" Elessar war überrascht und erleichtert, als er seinen Truchsess erblickte. "Ihr habt es also geschafft! Sind Stannis und Eddard auch schon in der Stadt?"

"Das nehme ich an, Herr", antwortete Faramir. "Allerdings habe ich sie noch nicht gesehen. Ich war im Südwesten beim Heer der Tyrells, bevor ich mich auf die Suche nach Euch gemacht habe. Die Tyrells kämpfen jetzt auch für Stannis, nachdem Renly in der Schlacht am Goldweg von den Lannisters getötet wurde."

"Ich hatte geahnt, dass Renly gefallen ist", seufzte Elessar. "Ist das Heer der Tyrells auch schon in der Stadt? Wer führt es an?"

"Wir sind durch einen der unterirdischen Gänge in die Stadt gelangt", berichtete Faramir. "Der Eingang war genau an der von Euch beschriebenen Stelle. Als ich mit der Weißen Schar und den Waldläufern den Verteidigern des Königstores in den Rücken fiel, stürmte das Tyrell-Heer das Tor. Es war bereits durch einen Angriff von Stannis' Leuten so schwer beschädigt worden, dass die Tyrells es innerhalb kurzer Zeit durchbrechen konnten. Ihr Heer wird angeführt von Lord Randyll Tarly und Ser Loras Tyrell. Lord Tarly ist den Verteidigern am Schlammtor in den Rücken gefallen – wahrscheinlich hat er es bereits für Stannis geöffnet. Ser Loras führt gerade den Angriff auf den Roten Bergfried an. Dort wird noch Widerstand geleistet."

"Nicht mehr lange, schätze ich", meinte der König. "Dafür werden wir sorgen. Wir hatten keine große Mühe, das Eisentor einzunehmen, sobald wir durch einen unterirdischen Gang in die Stadt gelangt waren. Die Verteidigung außerhalb der Festung scheint mehr oder weniger zusammen gebrochen zu sein. Führe mich jetzt zu Ser Loras!"

Faramir nickte und geleitete den König und die Heerführer durch eine Gasse, die zur Hauptstraße zum Roten Bergfried führte. Dort waren viele bewaffnete Männer, von denen die meisten grüne Waffenröcke mit der goldenen Rose des Hauses Tyrell trugen. Am Ende der Straße führte eine Brücke über einen breiten und tiefen Graben zu den hohen, verschlossenen Bronzetoren des Roten Bergfrieds. Am Graben standen Bogenschützen der Tyrells und beschossen die Verteidiger auf der Mauer der Festung, die ihrerseits mit Armbrüsten zurückschossen.

"Ser Loras!", rief Faramir und ging auf einen jungen Mann von etwa achtzehn Jahren zu, der eine prächtige Rüstung mit dem Wappen der Tyrells trug und angespannt in Richtung der Festung schaute. Er wandte seinen Blick zu Faramir und nickte.

"Ser Loras, dies ist seine Gnaden, Elessar Telcontar, Hoher König von Arnor und Gondor", stellte Faramir seinen König vor. "Er hat sein Heer durch das Eisentor in die Stadt geführt." Der junge Mann neigte leicht sein Haupt. "Euer Gnaden, es ist mir eine Ehre! Werdet Ihr uns bei unserem Angriff auf die letzte Zuflucht des falschen Königs unterstützen?"

"Die Ehre ist ganz meinerseits, Ser Loras Tyrell", sagte Elessar. "Wir sind in der Tat gekommen, um bei der Eroberung des Roten Bergfrieds zu helfen. Wie ist die Lage?"

"Wir beschießen die Mauer, doch ich weiß noch nicht, ob wir das Tor stürmen können. Es ist aus Bronze und daher mit einem Rammbock nur schwer zu durchbrechen. Meine Offiziere meinen, wir sollten mit einem Angriff auf das Tor warten, bis König Stannis und Lord Tarly hier sind."

"Es wird nicht nötig sein, das Tor zu stürmen, Ser Loras", erklärte Elessar. "Ich werde mit Fürst Faramir dafür sorgen, dass sich das Tor von innen öffnet."

"Gibt es etwa auch hier einen Geheimgang, Euer Gnaden?", fragte der junge Ritter erstaunt.

"Vertraut uns!", antwortete Elessar. "Beschießt weiter die Verteidiger, bis wir das Tor öffnen. Und nun entschuldigt uns bitte. Kommandant Dacil wird Euch in meiner Abwesenheit zur Seite stehen." Er wechselte ins Westron. "Faramir, die Weiße Schar und eine Kompanie der Waldläufer sollen mit uns mitkommen!"

Elessar führte Faramir samt seiner Leibgarde, zwei Kompanien der Waldläufer und der Stadtwache von Minas Tirith sowie der Weißen Schar wieder zurück in die Gassen von Königsmund, bis sie zu einem verfallenen Brunnen kamen. "Hier müssen wir hinunter!", erklärte der König.

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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