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Gesellschaft, Kultur, Freizeit » Bibliothek » Faust II. Eine verteufelte Sache.

sphnix

Gefährte

: [Re: sphnix]


Vor dem Palaste des Menelaos zu Sparta

Helena, rückerobert, kommt mit ihren Dienerinnen, die den Chor darstellen, vom Strand in ihr heimatliches Sparta, und zum Palast ihres ehemaligen Ehemanns , des spartanischen Königs Menelaos. Was er genau mit ihr vorhat - ob sie wieder seine rechtmäßige (und rechte ausübende) Frau sein soll, oder ob sie Gefangene ist, weiß sie nicht. Sein distanziertes Verhalten während der Fahrt lässt sie nichts Gutes hoffen; und die Tatsache, dass zwar ein Opfer geplant ist, aber kein Opfertier da, macht ihr ebenfalls Sorgen. Als sie den Palast trotz allem betreten will, sieht sie etwas im Haus, das sie erschüttert: Ein „großes Weib“, die alte Schaffnerin, die aber Phorkyas, die Hässlichkeit schlechthin (und außerdem natürlich der Teufel) ist. Zwischen Phorkyas und den Dienerinnen entspinnt sich ein Streit; der Chor attackiert ihr Hässlichkeit, sie der Mädchen Unverstand. Helena, die dieser Zwist betrübt, spricht selbst freundlicher mit Phorkyas; zusammen erinnern sie sich an Helenas diverse Verehrer: Theseus, Patroklus, Menelas, Achill; später wird laut Kommentar Deiphobus nachgetragen. Als von ihrem postmortalen Verhältnis zu Achill die Rede ist, kippt Helena kurz um - quasi eine Reaktion auf ihre Reflexion des eigenen mythischen Daseins. Schon kurz vorher, als von ihrem doppelten Dasein in Ägypten und Ilios die Rede war, hatte sie Identitätsprobleme (wie es über sich selbst nachdenkenden Mythenwesen ja auch ansteht). Kaum hat sie sich erholt, droht neues Verhängnis: Phorkyas bestätigt, dass sie es ist, die das Opfertier darstellen soll; während ihre Dienerinnen (eine gute alte Odyssee-Tradition) wie Vögel erhängt werden sollen. (In der Odyssee verfährt der Listenreiche Odysseus so mit denjenigen Mägden, welche mit den Freiern gevögelt haben). Helena empfindet Schmerz, die Mägde Furcht; da schlägt Phorkyas eine Rettungsmöglichkeit vor: Während der langen Zeit der königlichen Abwesenheit ist im Gebirgstal hinter Sparta eine neue Burg entstanden, mit „cimmerischen“ )(also aus dem Norden kommenden) Bewohnern:
„Den historischen Hintergrund [...] bildet im frühen 13. Jh. das Eindringen fränkischer und normannischer Ritter auf der peloponnesischen Halbinsel“ (K, S. 604).
Das ist nicht mehr direkt antik; und der Kulturkontrast wird wieder einmal über die Architektur ausgetragen: Phorkyas hält den Burgbaustil mit „Säulen, Säulchen, Bogen, Bögelchen“ (F. 353) gegen die „cyclopische“ Bauart der Spartaner. Noch ein bisschen Zweifel vonseiten Helena, aber die Mägde sind sehr dafür, in der fremden Burg weiterzuleben, anstatt im vertrauen Palast zu sterben; und schließlich willigt Helena ein. Es wird neblig ...

Helena spricht in dieser Passage „sechshebig jambisch und reimlos, den Hauptvers des griechischen Dramas“ (K, S. 590), eine Struktur, die, wie der Kommentar sagt, an vielen Stellen der Alltagssprache zuwiderläuft und das künstlich-Kunstvolle betont; und der Chor ist eh griechisch oder griechennahe.


Tjoa. Noch Fragen?

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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sphnix

Gefährte

Re: : [Re: sphnix]

Bis wann meint ihr, weiter klassisch sein zu können?

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Hisimir

Gefährte

Re: : [Re: sphnix]

Diese Woche wird eng. Irgendwann nächste vielleicht?

Ehre das Gimp!
아미
Sie hören gern, zum Schaden froh gewandt,
Gehorchen gern, weil sie uns gern betrügen;
Sie stellen wie vom Himmel sich gesandt,
Und lispeln englisch, wenn sie lügen.
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sphnix

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Re: : [Re: Hisimir]

Ist gut

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sphnix

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Re: : [Re: sphnix]

Ist jetzt die nächste?
Und wohin ist Keli verschwunden, so generell?

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Keliope

Nebelläuferin

Re: : [Re: sphnix]

Ich fürchte, seit ich in der Schweiz war, um den 60. Geburtstag meines jüngsten Onkels zu feiern, befinde ich mich in einer Art Midlife-Krise, die mit ausgeprägter Müdigkeit und Lese-Unlust einhergeht.

The rain goes on, on and on again
I'll blame it on the weather man
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sphnix

Gefährte

Re: : [Re: Keliope]

Erzähl mir mehr

(Ich bin ja versucht zu sagen, dass ich die mit 20 hatte, aber das war halt noch sehr optimistisch gedacht )

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Geändert durch sphnix (29.09.2019 10:54)

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Hisimir

Gefährte

Re: : [Re: sphnix]

Waren wir schon am Inneren Burghof? Ich bin verwirrt ob des langen Kapitels

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sphnix

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Re: : [Re: Hisimir]

Wir waren an ihm, und im Folgenden nun müssen wir IN ihn.
(Passage beginnt mit der Chorführerin)
Bis "der Schauplatz verwandelt sich durchaus"?

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Hisimir

Gefährte

Re: : [Re: sphnix]

Helena kommt in Faustens Burg an und alle bieten ihr alles an, von ihrer Schönheit geblendet. Der scharfsichtige Lynkeus, der viele Reichtümer angehäuft hat und natürlich auch Faust selber. Helena wird ganz flott die Herrscherin und Faust beginnt mit ihr auf dem Thron herumzu turteln. Ich vermute mal mit der schönen Sprechweise ist ein anderes Versmaß gemeint, welches Faust dann Helena beibringt, damit sie auch so schön reden kann.
Phorkyas tritt ein und warnt vor dem herannahen eines großen Heers.
Mit Deiphobus sind vermutlich die beiden Begleiter des Mars gemeint. Phobus und Deimos, Furcht und Schrecken.
Das alte Motiv, dass schlechte Nachricht dem Boten zulasten fällt, wird von Faust wieder aufgegriffen, die hässliche Phorkyas kann natürlich keine guten Botschaften bringen.
Faust teilt den Heerführern verschiedene Gebiete zu und stellt Sparta mit Helena als Königin an die Spitze.
Die Griechen sieht Faust als zu geschwächt an, um nach dem Kampf um Ilios noch irgendwas großartiges bewirken zu können, schließlich sind Größen wie Nestor tot.
Die Stämme Europas hingegen bekommen ihren Teil vom Kuchen.
Da wären Erläuterungen, vllt aus dem Kommentar noch hilfreich.
Den Germanen Korinth
Den Goten Achaia.
Den Franken Elis.
Den Sachsen Messene.
Den Normannen die Meere und Argolis.
Wobei Franken und Sachsen auch Germanen waren, wenn mich nicht alles täuscht.

Mit Worten malt Faust eine paradiesische Utopie aus, die er erschaffen möchte.

Fehlinterpretationen sind nicht ausgeschlossen.

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아미
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