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Gesellschaft, Kultur, Freizeit » Actors Club » Zuletzt gesehene Filme. Und warum sie gut sind, oder auch nicht.

sir_gabi

Gefährte

Re: Zuletzt gesehene Filme. Und warum sie gut sind, oder auch nicht. [Re: sir_gabi]

Arctic (2018)

Obwohl der Film schon von 2018 ist, kam er in Deutschland leider nie in die Kinos, sondern wurde im November 2019 nur auf DVD veröffentlicht.

Im Film Arctic spielt Mads Mikkelsen einen Mann (sein Name "Overgård" wird nie genannt und steht nur auf der Jacke), irgendwo in der Arktis abgestürzt ist, vermutlich schon Wochenlang. Erklärungen über das Wie und Warum gibt es den ganzen Film über nicht. Man trifft als Zuschauer auf diesen Mann, der seinen täglichen Routinen nachgeht: ein riesiges SOS freischaufeln, seine Angeln überprüfen, einen Steinhaufen vom Eis/Schnee zu befreien und an verschiedenen Stellen mit einem Dynamo einen Sender zum Laufen zu bringen, um ein Signal zu senden.

Das Ganze beginnt ohne Filmmusik und zuerst dachte ich: Da fehlt aber was, um das spannender zu machen. Dann aber fand ich: genau richtig, denn dieser Mann hat auch keine Musik, die ihn ablenkt. Stattdessen ist er in dieser furchtbaren Kälte, in der Stille und Einsamkeit gefangen und versucht seine Hoffnung nicht aufzugeben.

Und ja: Da empfängt er ein Signal und sieht einen Hubschrauber, der ihn ebenfalls entdeckt. Doch bei der versuchten Landung stürtzt der Hubschrauber ab. Der Pilot ist tot und die (koreanische/thailändische?) Pilotin verletzt. Er schafft die Frau (deren Name nur in entsprechenden asiatischen Buchstaben auf ihrem Ausweis zu lesen sind) unter Mühe vom Hubschrauber in seine Behausung (sein abgestürztes Flugzeug). Die Tage vergehen und wieder kommt keine Hilfe. Da die Medizin ausgeht, müssen die beiden zu einer sehr, sehr weit entfernten Forschungsstation aufbrechen. Jetzt beginnt der wirkliche Überlebenskampf ...

Spätestens ab diesem Punkt ist der Zuschauer mitten drin und leidet mit, erträgt die schier unerträglichen körperlichen Anstrengungen und denkt sich: jetzt muss er doch aufgeben. Denn die Wege sind unglaublich hart und weit und eisig kalt. Weiß er überhaupt, ob er in die richtige Richtung geht? Reichen die wenigen vorher gefangenen Fische? Hat die verletzte Frau überhaupt noch eine Chance? Usw.

Im Film wird wegen der Sprachbarriere, aber auch weil die Frau sowieso viel zu schwach ist, kaum gesprochen. Man erfährt auch nichts von den Gedanken des Mannes, sondern muss sich ganz auf Mimik und Gestik von Mads Mikkelsen einlassen, um zu verstehen, wie es dem Mann geht. Das kann Mads Mikkelsen aber besonders gut. Er zeigt seine Verlorenheit, Einsamkeit, Mutlosigkeit, aber auch seinen unglaublichen Lebenswillen ganz natürlich - und es wirkt auch ohne Filmmusik. Obwohl sie im Laufe des Filmes ganz dezent eingesetzt wird, aber nicht, um Dramatik zu erzeugen, denn die ist sowieso schon da. Super ist auch, dass wir da keinen Helden oder Überflieger sehen. Es ist ein ganz normaler Mensch, der da versucht aus der weißen Hölle herauszukommen, der zwar über sich hinauswächst, aber dabei nie mehr leisten kann, als ein Mensch, der durch seinen Lebenswillen getrieben wird. Man fragt sich, ob man selbst so lange durchhalten würde oder schon vorher aufgegeben hätte. Aber dieser Lebenswille treibt einen eben weiter und weiter.

Wichtig ist, dass man sich (wie meiner Meinung nach bei vielen Dramen mit Mads Mikkelsen) in der richtigen Stimmung befindet: Man darf durch nichts abgelenkt sein - sei es nebenbei noch etwas machen oder in Gedanken eigentlich ganz andere Dinge (ob positiv oder negativ) wälzen. Denn in diesen Film muss man abtauchen, damit er einem gefällt - und er bewegt einen und wühlt einen über den Film hinaus auf. Ich war am Ende wirklich froh, dass es ein Ende genommen hatte. Ich wollte nicht noch länger mitleiden, mitgehen, mitkämpfen.

Ich finde es super, dass Mads Mikkelsen immer wieder solche Low-Budget-Filme macht und da sein ganzes Können zeigt. Da verzeihe ich ihm auch glatt, dass er auch immer wieder in schlechten Mainstream-Filmen mitspielt, wo er sein Können gar nicht wirklich zeigen kann. Aber so kann er sich es halt leisten auch kleine Filmprojekte zu machen.

Für mich war der Film ein Hochgenuss! (Kleines Manko waren mehrere kurze schwarze Sequenzen, die ein paar mal nicht richtig passten.)

5 von 5 arktischen Schneestürmen

Mads Mikkelsen — der coolste Däne seit Hamlet!
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Ridcully

Erzkanzler

Re: Zuletzt gesehene Filme. Und warum sie gut sind, oder auch nicht. [Re: sir_gabi]

sir_gabi schrieb:
Arctic (2018)



Kann es sein, Daß Mikkelsen so etwas gerne macht. Klingt vom Filmaufbau ein bißchen wie Valhalla Rising (obwohl der natürlich ein ganz anderes Thema hatte). Da gehen die Meinungen auch weit auseinander, ich fand ihn toll, da konnte man so richtig die Angst der Personen spüren.

Auch so was in der Art: Der Mann aus den Eis - Jürgen Vogel als Ötzi, und wie er eventuell an den Ort seines Tode gelangt ist.
Ach sehr minimalistisch was die Sprache angeht (wohl eine Art frühes Rätoromanisch), teilweise sehr brutal, aber auch grandiose Landschaftsaufnahmen, die immer zeigen, wie klein der Mensch doch im Vergleich zu den Bergen ist.

Gerade arbeite ich mich durch Jonathan Strange & Mr. Norell durch, eine Miniserie, die an Weihnachten auf Tele5 lief.
Das ganze spielt Anfang des 19. Jh. in England, und die beiden Titel"helden" sind zwei Zauberer, die unter anderem der Armee gegen Napoleon helfen.

Ich fand das Buch schon sehr gut, und die Verfilmung ist gelungen.


Und noch ein älteres Werk:
Trollhunter
Norwegischer "Found Footage"-Film, in dem ein Studententeam einen Trolljäger begleitet, also jemanden, der sich im Auftrag der Regierung darum kümmert, daß die Trolle (deren Existenz natürlich vertuscht wird) in ihren Reservaten bleiben.
Empfehlung für alle Norwegenliebhaber und die, die sich ein bißchen für nordeuropäische Sagen interessieren.
Sehr absurd, sehr lustig und nebenbei erfährt man auch,warum im Fjell überall Strommasten rumstehen.

Tolkien-Rittermahl-Veteran Burg Gleiberg 2000
Diplom-Muschelschubbser & Fußgänger der Riddermark

Geändert durch Ridcully (03.01.2020 18:34)

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sir_gabi

Gefährte

Re: Zuletzt gesehene Filme. Und warum sie gut sind, oder auch nicht. [Re: Ridcully]

Ridcully schrieb:
sir_gabi schrieb:
Arctic (2018)



Kann es sein, Daß Mikkelsen so etwas gerne macht. Klingt vom Filmaufbau ein bißchen wie Valhalla Rising (obwohl der natürlich ein ganz anderes Thema hatte). Da gehen die Meinungen auch weit auseinander, ich fand ihn toll, da konnte man so richtig die Angst der Personen spüren.

Auch so was in der Art: Der Mann aus den Eis - Jürgen Vogel als Ötzi, und wie er eventuell an den Ort seines Tode gelangt ist.
Ach sehr minimalistisch was die Sprache angeht (wohl eine Art frühes Rätoromanisch), teilweise sehr brutal, aber auch grandiose Landschaftsaufnahmen, die immer zeigen, wie klein der Mensch doch im Vergleich zu den Bergen ist.



Valhalla Rising ist auch nicht so meins. Ok, die Angst konnte man schon spüren, aber ich habe den Sinn des Films nicht wirklich verstanden. Da haben mich auf jeden Fall die Landschaftsaufnahmen beeindruckt. Ob ich die DVD aber wirklich noch mal einlege, bezweifle ich.

Bei Arctic ist da halt gar nichts Mystisches. Man hätte ja z. B. auch einen Menschen zeigen können, der mit dem Schicksal hadert und dann - egal, ob er vorher gläubig war oder nicht - mit den himmlischen Mächten hadert. Das ist aber kein Thema im Film. Man kann sich auch gut mit Mads Mikkelsens Charakter identifizieren. Er ist halt kein Übermensch, sondern ein relativ cleverer Mensch, der so die nötigsten Überlebenssachen anpackt. Man denkt sich beim Schauen: notfalls würde ich das auch hinbekommen (auch wenn ich noch nie geangelt habe, geschweige denn einen Fisch ausgenommen habe) ... Und das macht irgendwie auch wieder Mut, weil man sich denkt, dass man in einer Gefahrensituation vielleicht doch deutlich weiterkommen würde, als man sich als zivilisierter Mensch überhaupt zutraut.

Den Ötzi-Film habe ich nicht geschaut. Bei deutschen Filmen bin ich immer recht skeptisch, aber wenn er mir mal unter die Finger kommt, schaue ich mal rein.

Mads Mikkelsen — der coolste Däne seit Hamlet!
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Sarwen

Gefährte

Re: Zuletzt gesehene Filme. Und warum sie gut sind, oder auch nicht. [Re: sir_gabi]

Die Eiskönigin 2
Endlich habe ich den 2.Teil gesehen und finde ihn klasse.
Ein neues Abenteuer erwartet Elsa, Anna,Olaf,Kristoph und Sven.
Wo sie die Vergangenheit und das Bündnis mit den Northulda ihrer Eltern erfahren.
Was für eine Bedeutung Elsa hat,führt sie bis nach Norden um mehr zu erfahren.
Olaf hat mal wieder lustige Sprüche drauf,auch Bruni ist zuckersüß.

Nin o Chithaeglir,lasto beth daer:
Rimmo nin Bruigen dan in Ulaer!
Nin o Chithaeglir,lasto bethe daer:
Rimmo nin Bruinen dan in Ulaer! ~ Arwen
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Corydoras

Gefährte

Re: Zuletzt gesehene Filme. Und warum sie gut sind, oder auch nicht. [Re: Sarwen]

Knives Out

Ein wundervolles Whodunnit der klassischen Art... und jeder spielt mit!

Ich kann nicht wirklich viel verraten, das erlaubt schon das Genre nicht, aber der Film ist voller Plottwists (einer, der auf einem sprachlichen Missverständnis basiert - wie synchronisieren sie sowas nur?) und subtilem Humor.
Im Prinzip haben wir ein Haus voller schräger Gestalten, und eine Leiche. Fast wie bei Agatha Christie. Und das Verbrechen wird Schicht für Schicht aufgedeckt. Daniel Craig fand ich hier großartig, und der ist mir zuvor noch nie in irgendwas aufgefallen.

Definitiv ein Highlight und das schon so früh im Kinojahr.

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Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?

Heirs of Durin
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sphnix

Gefährte

Re: Zuletzt gesehene Filme. Und warum sie gut sind, oder auch nicht. [Re: Corydoras]

Hmmm! Den hatte ich ja tatsächlich erwogen. Möge der Dämon der Verkühlung mich verlassen & es ermöglichen!

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Corydoras

Gefährte

Re: Zuletzt gesehene Filme. Und warum sie gut sind, oder auch nicht. [Re: sphnix]

Na da bin ich gespannt, ob dir der gefällt!

Ich so:

7500

Langfilmdebüt von Patrick Vollrath. Im Prinzip ist das ein modernes Kammerspiel. Wir erleben nämlich eine Flugzeugentführung einzig aus dem Cockpit mit, der Rest des Flugzeuges wird nie gezeigt. Getragen wird der Film von Joseph Gordon-Levitt, der restliche Cast besteht aus deutschen Schauspielern, aus denen besonders Omid Memar hervorsticht.

Sehr spannend und beklemmend das Ganze. Wir dachte übrigens, durch das Fenster verschwommen den Flughafen Wien zu erkennen (im Film war es Berlin). Kann aber auch falsch sein. Habe nichts zu den Drehorten gefunden.

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Heirs of Durin
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Re: Zuletzt gesehene Filme. Und warum sie gut sind, oder auch nicht. [Re: Corydoras]

Corydoras schrieb:
Wir dachte übrigens, durch das Fenster verschwommen den Flughafen Wien zu erkennen (im Film war es Berlin). Kann aber auch falsch sein. Habe nichts zu den Drehorten gefunden.


Dann geh doch nach Bildern!

Denn du liegts richtig.
Google - Flughafen Wien bei Nacht (7. Bild) (Trailer bei 0:12 anhalten)
Tegel kann man definitive schon an der Form des Towers ausschließen.
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Corydoras

Gefährte

Re: Zuletzt gesehene Filme. Und warum sie gut sind, oder auch nicht. [Re: Ash_Nazg_Thrakatuluk]

Haha, wir haben uns eher an den Bodenmarkierungen orientiert bzw. daran, dass die Flugzeuge am Rollfeld vom Farbschema her alle zu Austrian passten. (Wir hatten wie gesagt nur die Farben, draußen war alles verschwommen)

Aber als Wiener erkennt man den eigenen Flughafen vermutlich eh am besten. :P Also cool, dass das echt der Drehort war!

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Heirs of Durin
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sphnix

Gefährte

Re: Zuletzt gesehene Filme. Und warum sie gut sind, oder auch nicht. [Re: Corydoras]

Corydoras schrieb:
Na da bin ich gespannt, ob dir der gefällt!


´

ich auch. ich werde berichten.

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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