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Gesellschaft, Kultur, Freizeit » Bibliothek » Faust II. Eine verteufelte Sache.

sphnix

Gefährte

Re: Faust II. Eine verteufelte Sache. [Re: Caddy]

Caddy schrieb:
rata, darf ich?



Nein


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ratatoeskr

Gefährte

Re: Faust II. Eine verteufelte Sache. [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
Caddy schrieb:
rata, darf ich?



Nein



Ihr wisst, auf unsern deutschen Bühnen probiert ein jeder, was er mag!
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sphnix

Gefährte

Re: Faust II. Eine verteufelte Sache. [Re: ratatoeskr]

Doch wie machen wirs, dass alles frisch und neu, und mir Bedeutung auch gefällig sei?


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Hisimir

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Re: Faust II. Eine verteufelte Sache. [Re: sphnix]

Während der Kaiser Party gemacht hat, haben seine Berater Papiergeld drucken lassen. Es ist noch ans Gold im Boden gebunden, hat aber eben nur den Wert, den wir glauben, dass es hat.
Durch das fleißige Gelddrucken über Nacht gehts dem ganzen Reich gleich besser, die Menschen haben was zum Ausgeben, das Heer ist wieder bezahlt und alle anderen auch.
Der Kaiser ist erst skeptisch, wird jedoch von Faust und Mephisto von der Praktikabilität des Papiergeldes überzeugt: es ist leicht zu tragen für jedermann, leicht zu verwenden für jedermann.
Der Kaiser gibt etwas von dem Geld an diverse Mitglieder des Hofes, so auch an den Narren aus der zweite Szene, der doch nicht gestorben war. Faust wird jetzt auch in den Dienst des Kaisers genommen, der Schatzmeister scheint ihn schon zu mögen.

So viel grob zum Inhalt.
Alles Weitere kommt von anderen schlauen Seelen

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Sie hören gern, zum Schaden froh gewandt,
Gehorchen gern, weil sie uns gern betrügen;
Sie stellen wie vom Himmel sich gesandt,
Und lispeln englisch, wenn sie lügen.
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ratatoeskr

Gefährte

Re: Faust II. Eine verteufelte Sache. [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
Doch wie machen wirs, dass alles frisch und neu, und mir Bedeutung auch gefällig sei?



Und was sie deinem Geist nicht offenbaren mag,
Das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben.
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sphnix

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Re: Faust II. Eine verteufelte Sache. [Re: ratatoeskr]

Erkennst nicht der Sterne Lauf?


Kelipyr haben noch nichts gesagt. Da darf ich auch noch trödeln.


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sphnix

Gefährte

Re: Faust II. Eine verteufelte Sache. [Re: sphnix]

1. Akt, 4. Szene: Lustgarten

Der Tag danach.
Dem Kaiser geht es gut; er ist von seinem neuen Narren (der ihm nebenbei auch noch die Herrschaft über die weiteren Elemente anbietet) sehr angetan.
Nach und nach kommen die Hofstaatsangehörigen herbei, alle begeistert, weil ein Wertpapier - von Kaiser als Pan unterschrieben - im Umlauf ist, das, vorläufig wenigstens, zu einem ökonomischen Aufschwung geführt hat. Der Marschalk berichtet, dass „die Wucherklauen“ beschwichtigt sind, der Heermeister, dass der ausstehende Sold ausgezahlt werden konnte. Die Hofstaatsmitglieder fangen sogleich an zu überlegen, was sie mit dem Geld anfangen - auch der alte Narr, der wieder auf den Beinen ist: Er möchte Grundbesitz erwerben. Eine weise Entscheidung, wie der Kommentar (anders als das Eichhorn) meint, da der Wert des Grundbesitzes auch bei der zu erwartenden Inflation möglicherweise beständig bleibt.

Des Weiteren verweist der Kommentar auf Binswanger, der in diesem Buch
https://www.amazon.de/Magie-%C3%B6konomische-Deutung-Goethes-Faust/dp/3938017252
die Papiergeldschöpfung quasi als Fortsetzung der im Text ansonsten vorkommenden Alchemie mit anderen Mitteln deutet.
Während in der zweiten Szene ein Hof geschildert wurde, der sich am ehesten im 15. oder 16. Jahrhundert ansiedeln lässt, fängt Goethe hier nun Vorgänge ein, die eher Prozessen des 18. Jahrhunderts entsprechen.

Kleines Detail: Den „Purpursaum“ der Wellen erklärt der Kommentar mit Verweis auf die Goethesche Farbenlehre, derzufolge das Auge, wenn es eine Farbe sieht, die Komplementärfarbe dazuliefert, weswegen dem „eigentlich“ grünen Meer der Purpursaum entspricht. Ferner beschreibt Goethe den Meeresgrund, wie der Taucher ihn sieht, wenn sie Sonne in ihn scheint, als purpurfarbig - dann mit grünen Schatten.

Soviel dazu. Schaffen wir den kommenden kurzen Dialog auf finsterer Galerie bis übermorgen?


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Hisimir

Gefährte

Re: Faust II. Eine verteufelte Sache. [Re: sphnix]

Jau wir schaffen das.

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ratatoeskr

Gefährte

Re: Faust II. Eine verteufelte Sache. [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
[auch der alte Narr, der wieder auf den Beinen ist: Er möchte Grundbesitz erwerben. Eine weise Entscheidung, wie der Kommentar (anders als das Eichhorn) meint, da der Wert des Grundbesitzes auch bei der zu erwartenden Inflation möglicherweise beständig bleibt.



Jupp, genau deswegen meint das Eichhorn ja - wobei es natürlich Spökenkiekerei ist, anzunehmen, Goethe habe dergleichen auch schon in Frage gestellt.

sphnix schrieb:
Des Weiteren verweist der Kommentar auf Binswanger, der in diesem Buch
https://www.amazon.de/Magie-%C3%B6konomische-Deutung-Goethes-Faust/dp/3938017252
die Papiergeldschöpfung quasi als Fortsetzung der im Text ansonsten vorkommenden Alchemie mit anderen Mitteln deutet.



Das scheint mir logisch; es ist ja Alchemie in der landläufigen Meinung (man führt einen Stoff auf eine -eigentlich- unmögliche, unnatürlich Art und Weise in einen anderen über).
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ratatoeskr

Gefährte

Re: Faust II. Eine verteufelte Sache. [Re: ratatoeskr]

Na denn beginne ich mal mit der "Gallerie".

Zu den Müttern wird Sphinx' schlaues Buch mehr sagen, denke ich - das hab ich vor Äonen mal nachgelesen, aber auch gleich wieder evrdrängt.

Was mir auffällt: Faust behandelt Mephisto hier (für Faust II) erstmals als Knecht des Vertrages, der nun gefälligst die zugesagte Leistunge rbringen soll, und zwar fix. Die im Teufelspakt vereinbarte Leistung abzurufen, vor allem zu zwingen, führt allerdings ja selten zu einer Besserung für den Teufelsbündner; auch hier zeichnet sich das schon ab (Unsichere Rückkunft, Trugbilder...).

Außerdem unterscheidet der Text damit ja nun schon zwei Arten des Übernatürlichen: Das scheinbar Übernatürliche (Mephistos eigene Kraft, die eigentlich nur nachäfft), und wahre Magie, "Urmagie", immer schon da gewsenes" (Mütter, Antike...). Während für Mephistos Magie auch einfach Dinge rituell getan werden müssen (Stampfen, Dreifuß berühren), ist die andere Form von Magie einfach da und kann/muss erfühlt, erfahren werden. (und Mephisto kann da nicht mit hin!)

Und: Fausts Gang zu den Toten nebst Rückkehr ist natürlich blasphemisch; über Odysseus, Orpheus, Jesus in die Gegenwart zu Faust (und dann natürlich Harry Potter).

Ich mag den Spott des Dieners Mephisto, der seinen Herrn lenkt wie es ihm passt (und natürlich wieder mit einer "unvollständigen" Ausführung der Anweisung davonkommt), und der sprachlich sehr leibevoll ausgeführt ist.

Wie weit Goethe seinerzeit vorgeplant hat, weiß sicher auch das schlaue Buch, aber: in Faust 1 heissts ja (aus dem Gedächtnis): "du siehst, mit diesem Trank im leibe/ bald Helenen in jedem Weibe", und zumindest hier wird ja wieder auf die Hexenküche angespielt. Ob Helena also wirklich so schön ist, oder ob faust immer noch im magischen Leibesrausch sit und nach Gretchen jetzt alles v...erführen würde, was bei drei nciht auf dem Baum ist, bleibt also dahingestellt. Aber: von der kleinstädtischen Kindsmörderin auf die schönste Frau und Königin ever umzusatteln ist von Goethe natürlich schon auch nochmal ein "wer kann,d er kann"-Moment.
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