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Gesellschaft, Kultur, Freizeit » Bibliothek » Faust II. Eine verteufelte Sache.

Caddy

Gefährte

Re: Faust II. Eine versemmelte Tauche. [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
Warum muss man Schiller nicht erkennen?


Weil man Schiller nicht kennen muss.

In Bezug auf:
Und woher ist das nun?


Wallenstein!

In Bezug auf:
Ich erkenne mich gar nicht mehr aus.


In der deutschen Grammatik?

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

Aber nein, das tut Caddy nicht. Natürlich tut Caddy das nicht.
~ William Faulkner, Schall und Wahn
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ratatoeskr

Gefährte

Re: Faust II. Eine versemmelte Tauche. [Re: Caddy]

Da von weiteren sphingschen Verspätungen, hohlen Versprechungen und ähnlichen Liederleichkeiten wider des Bürgers Moralgefühl ja quasi fest auszugehen ist, wollte ich die Goethezitate nicht gleich alle vorab verheizen. Und Schiller ist ja quasi eh das selbe wie Goethe.
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Caddy

Gefährte

Re: Faust II. Eine versemmelte Tauche. [Re: ratatoeskr]

Du stellst Dich damit selbst in die rechte Ecke!

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

Aber nein, das tut Caddy nicht. Natürlich tut Caddy das nicht.
~ William Faulkner, Schall und Wahn
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sphnix

Gefährte

Re: Faust II. Eine versemmelte Tauche. [Re: Caddy]

Caddy schrieb:
sphnix schrieb:
Warum muss man Schiller nicht erkennen?


Weil man Schiller nicht kennen muss.




Das ist doch nur dein deutscher Schuldkomplex, der dir solche Worte eingibt!


In Bezug auf:

In Bezug auf:
Ich erkenne mich gar nicht mehr aus.


In der deutschen Grammatik?






ratatoeskr schrieb:
Da von weiteren sphingschen Verspätungen, hohlen Versprechungen und ähnlichen Liederleichkeiten wider des Bürgers Moralgefühl ja quasi fest auszugehen ist,



Verleumd'!


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sphnix

Gefährte

Nämlich schnell und schön schreibt das sphnix! [Re: sphnix]

1. Akt, 5. Szene: Finstere Galerie

Die Szene erinnert mich ein bisschen an die Szenen, nachdem Faust Gretchen gesehen hat: Wieder wird Mephisto schwer bedrängt. Diesmal allerdings nicht, weil Faust selbst etwas will, sondern weil der Kaiser etwas will, nämlich Paris und Helena. Mephisto grantelt und gibt zu bedenken, dass Helena nicht so simpel wie Papiergeld zu beschaffen ist. Faust gibt indes keine Ruhe, und so verrät Mephisto Faust, dass er zu den Müttern muss, in Regionen jenseits des Menschlich-Bekannten. Die Passage „Und hättest den Ozean durchschwommen...“ gefällt mir, nebenbei, sehr gut; Faust ist indes weniger beeindruckt. Er bekommt von Mephisto einen wachsenden Schlüssel, der Faust führen und mit dem er der Mütter Dreifuß berühren soll. Ob er jemals wiederkommt?
Cliffhanger.

Der schlaue Kommentar weiß zu berichten, dass die Beschwörung antiker Figuren durch Faust auch schon in den alten Faustbüchern vorkommt. Ferner verrät er, dass Goethe einmal gesagt hat, dass von den göttlichen Müttern bei Plutarch die Rede ist; ansonsten hat der Autor selbst sich hier Deutungen aber eher verweigert. Irgendwie mit Sein, Wesen, Urdingen usw. werden die Mütter (diesem beliebtesten deutschen Aufenthaltsort", wie der Kommentar Benn auf Seite 468 zitiert) wohl assoziiert sein, doch weist der Kommentar auch - nicht zu Unrecht, wie ich finde - auf die ironische Färbung der Szene hin. Nicht zuletzt deswegen, weil sich hier zeigt sich, was später wieder Thema wird: Mephistos Fremdeln mit dem Antik-Heidnsichen.





Die folgende Szene zeigt uns den Teufel als Vorläufer von Dr. Sommer und „Fragen Sie Tante XY“. Schaffen wir die paar Reimchen bis Donnerstag?


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sphnix

Gefährte

Re: Faust II. Eine versemmelte Tauche. [Re: Keligone]

Keliope schrieb:
Ich hinke zwei Kapitel hinterher, aber ich versuche bis Sonntag aufzuholen.

uuuuund?

ratatoeskr schrieb:
Die im Teufelspakt vereinbarte Leistung abzurufen, vor allem zu zwingen, führt allerdings ja selten zu einer Besserung für den Teufelsbündner; auch hier zeichnet sich das schon ab (Unsichere Rückkunft, Trugbilder...).



Ich hätte ja eher gesagt, dass solche Passagen immer die sind, wo Mephisto zu leiden hat. Fausts Pakt verschärft sich ja nirgends. Er ist einmal geschlossen, und punkt. Faust versucht ja auch nicht, vom Teufel loszukommen. Er fällt ihm schlicht auf die Nerven - wie schon mit Gretchen.


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Geändert durch sphnix (20.05.2019 21:17)

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Keligone

Nebelläuferin

Re: Faust II. Eine versemmelte Tauche. [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
Keliope schrieb:
Ich hinke zwei Kapitel hinterher, aber ich versuche bis Sonntag aufzuholen.

uuuuund?


Es verhält sich da wie mit meiner Mutter wenn sie gefragt hat, ob ich auch meine Hausaufgaben schon gemacht hätte. Je öfter sie gefragt hat, desto weniger wollte ich sie machen.

Aber ja, ich geh in der Mittagspause lesen.

sphnix schrieb:
Warum muss man Schiller nicht erkennen? Und woher ist das nun? Ich erkenne mich gar nicht mehr aus.


Jetzt weißt du, wie es mir in 90% der Fälle geht.

sphnix schrieb:
Ich hätte ja eher gesagt, dass solche Passagen immer die sind, wo Mephisto zu leiden hat. Fausts Pakt verschärft sich ja nirgends. Er ist einmal geschlossen, und punkt. Faust versucht ja auch nicht, vom Teufel loszukommen. Er fällt ihm schlicht auf die Nerven - wie schon mit Gretchen.


Ja, Mephisto ist schon ein armer Kerl. Deswegen ist er mir auch teilweise so sympathisch.

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sphnix

Gefährte

Re: Faust II. Eine versemmelte Tauche. [Re: Keligone]

Keliope schrieb:
sphnix schrieb:
Keliope schrieb:
Ich hinke zwei Kapitel hinterher, aber ich versuche bis Sonntag aufzuholen.

uuuuund?


Es verhält sich da wie mit meiner Mutter wenn sie gefragt hat, ob ich auch meine Hausaufgaben schon gemacht hätte. Je öfter sie gefragt hat, desto weniger wollte ich sie machen.



Aber das hier ist keine Hausaufgabe!



In Bezug auf:
sphnix schrieb:
Warum muss man Schiller nicht erkennen? Und woher ist das nun? Ich erkenne mich gar nicht mehr aus.


Jetzt weißt du, wie es mir in 90% der Fälle geht.


Inwiefern dies?


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sphnix

Gefährte

Re: Faust II. Eine versemmelte Tauche. [Re: sphnix]

Nachgedanken zu Nachfragen:
Mir ging eben unter der Dusche nochmal durch den Kopf, dass mir diese Dynamik tatsächlich eher fremd ist, wo es um zu Tuendes geht. Klar nerven mich "Hast du XY schon gemacht?"-Drängeleien dort, wo ich XY eigentlich für überflüssig/nur lästig halte bzw. es unfreiwillig/nur aus Kompromissgründen erledige; aber die Handlung selbst verändert sich qualitativ für mich kaum dadurch. Und wenn es um Handlungen geht, die ich selbst für sinnvoll halte, können Nachfragen mich unter Umständen tatsächlich sogar antreiben. Eigentlich immer dann, wenn ich das Gefühl habe, dass ich zwar die fragliche Handlung für sinnvoll halte, diese Handlung (meist ist es "was schreiben") aber dem Rest der Menschheit am Arsch vorbeigeht und dadurch ihren Sinn verliert (weil sie wirkungslos bleibt). Nachfragen hinsichtlich solcher Sachen geben mir zumindest eine gewisse Hoffnung darauf, dass zumindest ein oder zwei Personen die Handlung vielleicht zur Kenntnis nehmen/darauf reagieren werden; und insofern befreien mich in diesem Fall Nachfragen ein bisschen von der Stummheit des leeren Raums, in dem ich mich latent gefangen sehe.

Allerdings kann ich den konträren Effekt von Nachfragen auf einem anderen Gebiet verstehen, nämlich auf dem Gebiet der Affekte/Gefühle. Situationen, die von mir ein bestimmtes Gefühl fordern, löschen die Möglichkeit, dass ich dieses Gefühl habe, mit großer Wahrscheinlichkeit aus.


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Keligone

Nebelläuferin

Re: Faust II. Eine versemmelte Tauche. [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
Ferner verrät er, dass Goethe einmal gesagt hat, dass von den göttlichen Müttern bei Plutarch die Rede ist.


Das ist gut zu wissen, jetzt muss ich die aber erstmal googeln.
Was ich noch googeln muss: Neophyten.


Und der Kaiser ist ja einer... Man reicht ihm den kleinen Finger, schon will er die ganze Hand. Armer Mephisto.
Er macht Faust klar, dass er sich in Gefilde begibt, wo er nichts vorfinden wird (außer den Müttern! *schauder*), also das absolut Trostlose.
Faust - wie immer vor Optimismus strotzend - hofft "In [seinem] Nichts das All zu finden".
Der Schlüssel dient dabei nicht nur als Wegweiser, sondern anscheinend auch als "Kruzifix" gegen sowas wie böse Geister ("das Getreibe", das er sich vom Leibe halten soll)?

sphnix schrieb:
Ob er jemals wiederkommt?
Cliffhanger.



Wenn der Teufel da schon so seine Zweifel hat...
Ich tippe aber auf ja, im Schlepptau Paris und Helena.

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