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Gesellschaft, Kultur, Freizeit » Bibliothek » Buchbesprechung Harry Potter, Band 5

athameg

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 5 [Re: NaugrimNogrod]

Stimmt natürlich, was Cormac betrifft: Rowling hat zwar offensichtlich von Anfang an eine Planung für die Gesamtserie gehabt, aber die wurde erstens nachher stellenweise sowieso noch verändert und war sicherlich auch nicht derart bis in jedes Detail festgelegt, dass eine vergleichsweise unwichtige Figur wie Cormac jahrelang vorher geplant war. Allerdings wäre es dann leicht gewesen, in die Szene, in der Harry Cormac kennen lernt, eine Bemerkung einzubauen, dass er den zwar vom Sehen kennt, aber halt nicht irgendwie näher.

Und, auch das stimmt: unlustige Schüler, die keine Lust zum Lernen haben, gibt es natürlich, jede Menge sogar. Aber bei Harry ist das schon besonders ausgeprägt irgendwie. Der Normalfall eines unlustigen Schülers ist eigentlich eher Ron. Es könnte interessant sein, einmal zu vergleichen, inwieweit Ron und Harry da unterschiedlich reagieren, Ron als ganz normal unlustiger Schüler und Harry als etwas extremerer Sonderfall.

Früher suchten die Hexen ihre Alraunen unterm Galgen, heute suchen sie sie im Internet. "Die Welt ist im Wandel", in der Tat.
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Hisimir

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 5 [Re: athameg]

Ich seh da aber keinen großen Unterschied zwischen den beiden. Beide sind sie keine untalentierten Zauberer, beide haben sie gefühlt nur ein sehr geringes Interesse, Magie zu lernen. Sie sind da so wie 80% meiner Klassenkameraden waren (braucht man ja später eh nicht)
Besonders bei Harry finde ich das aber merkwürdig, besonders am Anfang. Ron kommt aus einer Zaubererfamilie, Harry ist bei Muggeln aufgewachsen, aber selbst am Anfang, wo das alles für ihn neu und unheimlich faszinierend hätte sein müssen, war er nur mäßig interessiert, hat vielleicht mal in ein Buch reingeschaut, aber das wars auch schon. Sowas tun anscheinend nur Streber wie Hermione.

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athameg

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 5 [Re: Hisimir]

Das ist in der Tat eine Sache,die man oft übersieht: sowohl Harry als auch Ron sind durchaus begabte Zauberer. Und auch wenn sie nun wirklich keine begeisterten Schüler sind, so sind sie doch beide im Unterricht durchaus guter Durchschnitt (als begeisterte Schüler wären sie wesentlich besser). Das geht immer ein bisschen unter, weil man sie halt neben Hermione und ihrem extremen Arbeitseifer und Theorie-Wissen erlebt. Immerhin schaffen es sowohl Harry als auch Ron, am Ende des Schuljahres sieben OWL-Prüfungen zu bestehen. Laut Mrs. Weasley hat Ron damit mehr OWLs erreicht als seine Brüder Fred und George zusammen. Und: beide schaffen ein "gut" in ihrer Zaubertränke-Prüfung, trotz der offenkundigen Schwierigkeiten mit Snape.

Und, das stimmt natürlich auch: Ron kommt aus einer Zaubererfamilie, für ihn ist diese magische Welt weder neu noch sensationell. Für Harry dagegen sollte sie es eigentlich sein. Da würde man eben, wenn er denn total normal reagieren würde,tatsächlich erwarten, dass er da mehr erkennbares Interesse für den Unterricht aufbringt. Aber genau das tut er eben nicht (was meine Theorie eher bestätigen würde, für meine Begriffe). Da ist zwar im ersten Band die Rede davon, dass er bevor er nach Hogwarts fährt in seinen Schulbüchern liest und sie sehr interessant findet, aber als er dann tatsächlich in Hogwarts ist, lässt dieses Interesse offenbar recht schnell nach. Da ist das eben Schule und demnach aktuell nicht wichtig.

Und, ja, "sowas tun anscheinend nur Streber wie Hermione". Der Streber-Aspekt könnte durchaus auch wichtig sein. Man ist nicht gern ein Streber. Schönes real-life-Beispiel dafür: irgendwann habe ich mal eine ganze Pause lang heftig mit einem Achtklässler diskutiert, über die Problematik des Klimawandels, und der hatte wirklich Ahnung davon, er hatte sich damit befasst, weil es ihn eben interessiert hat. Zwei Wochen später hatten wir das Thema im Unterricht, und er saß in der Klasse und hat nichts dazu gesagt. Nachher habe ich ihn gefragt warum, wo er doch wirklich Ahnung von dem Thema hatte. Und was antwortet er? "Wenn die merken, dass ich davon Ahnung habe, dann bin ich für die ein Streber." - Tja.

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Eiliane

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 5 [Re: athameg]

Ich weiß nicht warum J.K. Rowling immer wieder Harry zwischendurch als unfähigen Zauberer darstellt. Mir kommt es vor als ob sie damit irgendwie Spannung erzeugen will, Harry ist nicht perfekt.
Dass damit gezeigt werden soll, dass Harry wegen seiner Vergangenheit, seiner lieblosen „Familie“ traumatisiert ist und deshalb immer wieder an einfachen Dingen scheitert, eine Blockade hat, kann ich nicht sehen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Harry noch extra üben muss um einen Standard-Zauberspruch zu erlernen.
Harry beherrscht als einziger (nur noch Neville) den Aufrufezauber nicht.
Über zwei Wochen später kann Harry den Zauberspruch immer noch nicht. Erst als er den Zauberspruch wegen seinem Kampf gegen den Drachen unbedingt beherrschen muss bittet er Hermine ihn zu unterrichten. Sie üben Stundenlang bis Harry endlich jeden Gegenstand zu sich holen kann. Sie machen das zuerst in einem leeren Klassenzimmer später dann im Gemeinschaftsraum, der Gegenstand ist also nur ein paar Meter von ihm entfernt und er kann ihn sehen.
Harry brauchte stundenlang um einen Zauberspruch, den alle anderen Mitschüler schon während des Unterrichts beherrschten, zu erlernen.
Dann beherrscht er ihn allerdings so gut, dass er seinen Besen aus dem Schloss zu sich an den Waldrand holen kann.
Zuerst kann er ihn gar nicht, dann plötzlich, mit erhöhten Schwierigkeitsgrad, ohne einmal geübt zu haben, perfekt.

Im dritten Jahr kann Harry aber bereits beim dritten Versuch einen Patronus erschaffen, noch nicht in einer Gestalt, aber es war schon ein mächtiger silberner Schatten.

Jetzt, im fünften Jahr, ist es der Schweigezauber den Harry wieder nicht beherrscht.

Es gibt einfach keine einleuchtende Erklärung warum Harry immer wieder bei Standardzaubersprüchen versagt, während er komplizierte Zauber sehr schnell erlernt.
Es ist einfach unglaubwürdig, dass Harry, nachdem er einen gestaltlichen Patronus heraufbeschwören kann, den nur wenige erwachsene Zauberer beherrschen, an einfachen Standard-Zaubersprüchen scheitern soll.
Andere Zaubersprüche, die nie im Unterricht geübt werden, beherrscht Harry aber schon lange, z.B. Furunkelfluch.

Mit Unkonzentriertheit kann erklärt werden, warum er so oft in Zaubertränken versagt. Da reicht es aus, wenn er eine falsche Zutat benutzt, nicht in der richtigen Reihenfolge die Zutaten in den Kessel hineingibt, im falschen Uhrzeigersinn umrührt, die Temperatur zu hoch oder niedrig ist, und schon ist der Zaubertrank verdorben. Er muss also immer hochkonzentriert bei der Sache bleiben.

Den Schweigezauber hingegen kann er immer wieder neu versuchen und sich dann darauf konzentrieren. Er muss also nicht während des gesamten Unterrichts bei der Sache sein, es reicht, wenn er sich im richtigen Moment voll auf den Zauberspruch konzentriert.

Es ist eines der nicht vollständig durchdachten Ereignisse bei Rowling die einfach nicht zusammenpassen.

Wie bei der Beschränkung der Zauberei Minderjähriger nur in diesem Buch, ohne spätere Jahre zu berücksichtigen:
1. Kapitel: Harry beschwört einen Patronus: Zaubereiministerium erfährt es.
3. Kapitel: Tonks hilft Harry beim Kofferpacken mit Zauberspruch: Ministerium registriert es nicht.
8. Kapitel: Der Schwebezauber von Dobby wird erwähnt: wurde damals vom Zaubereiministerium Harry angelastet, obwohl er es nicht war.

Es passt nicht zusammen: Tonks Zauber hätte vom Zaubereiministerium registriert werden müssen, gleiche Vorrausetzung wie bei Dobby.
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athameg

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 5 [Re: Eiliane]

Stimmt, da sind einige Sachen schon sehr unlogisch. Harry lernt als Drittklässler den offensichtlich immens schwierigen Patronuszauber ziemlich schnell, kriegt aber als Viertklässler so etwas relativ Simples wie "Accio" kaum hin. Und das sind beides Dinge, die er akut und relativ dringend braucht. Wie erklärt sich das? - Ich fürchte, das erklärt sich einfach damit, dass es sich für die Handlung so besser macht, Logik hin oder her. Und das ist keine ganz gute Sache. Natürlich schreibt man eine Geschichte so, wie es sich für die Handlung am besten macht. Aber es ist halt besser, wenn man es trotzdem so darstellt, dass die Sache wenigstens halbwegs sinnvoll und überzeugend wirkt.

Ein ganz besonderes Problem in dieser Hinsicht ist natürlich das Verbot der Zauberei Minderjähriger und die "Spur", durch die Verstöße gegen dieses Verbot im Ministerium registriert werden. Dieses Problem begegnet uns zum ersten Mal in Band 2, und da hört sich die Rechtslage eigentlich noch recht klar an: Harry wohnt als einziger Zauberer im Muggel-Ort Little Whinging und im Haus Privet Drive 4, und wenn dort jemand zaubert, dann muss er das gewesen sein. Was natürlich unsinnig ist, denn Menschen können sich ja nun mal von einem Ort zum anderen bewegen. also kann Harry Besuch von anderen zauberkundigen Leuten bekommen, die in diesem Haus ganz legal (weil erwachsen) Magie ausüben. Und ebenso könnte Harry das Haus verlassen und irgendwo anders zaubern, und es würde nicht registriert werden. Und in magischen Familien, wo es Erwachsene gibt, die dort ganz legal zaubern, würde die Sache so ohnehin nicht funktionieren. - Nein, diese Regelung in Band 2 ist einfach unsinnig, denn die "Spur" muss an die Person gebunden sein und nicht an deren Wohnort oder Haus.

Offenbar ist das Rowling im Nachhinein auch aufgegangen, denn später stellt sie die Rechtslage anders dar und geht offenbar auch stillschweigend davon aus, dass die "Spur" an die Person gebunden ist und nicht an den Ort. Und dadurch entstehen diese ganzen Widersprüche, die du da aufgezählt hast. Arthur Weasley (zu Beginn von Band 4) und Tonks (zu Beginn von Band 5) zaubern im Haus der Dursleys, ohne dass Harry dafür verantwortlich gemacht wird wie seinerzeit für Dobbys Schwebezauber. Andererseits wird Harry aber durchaus für den Patronuszauber verantwortlich gemacht, mit dem er sich und Dudley vor den Dementoren schützt, obwohl sich dieser Zauber nicht in Privet Drive 4 abgespielt hat sondern offenbar ein ganzes Stück weit davon entfernt.

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athameg

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 5 [Re: athameg]

Hier folgt das Quidditch-Kapitel dieses Bandes. Aber diesmal ist selbst das Quidditch-Kaptiel düster:

The Lion and the Serpent

Die DA trainiert weiter, wenn auch dadurch behindert, dass die Mitglieder von insgesamt drei Quidditch-Teams auf ihren Trainingszeiten bestehen. Hermione hat eine Methode entwickelt, die sie bei den Todessern abgeguckt hat und die es ermöglicht, alle Mitglieder der DA über anfallende Termine zu verständigen: sie stattet alle mit präparierten Galleons aus, die heiß werden, wenn sich irgendwelche Termine ändern, und die die Termine des nächsten Treffens anzeigen.

Das Problem im Quidditch-Team der Gryffindors ist nach wie vor Ron, der zwar im Prinzip ein guter Spieler ist, der aber erstens Lampenfieber hat und zweitens absolut nicht damit umgehen kann, wenn er (wie in diesem Sport offensichtlich üblich) von der gegnerischen Mannschaft übel beschimpft und beleidigt wird. Während des ersten Spiels der Saison, Gryffindor gegen Slytherin, singen die Slytherins auf den Tribünen ein von Draco Malfoy verfasstes Lied, das Ron und seine Familie übel beleidigt. Ron lässt sich wirklich irritieren, aber dennoch gewinnen die Gryffindors, weil Harry den Snitch relativ schnell fängt.

Unmittelbar danach schleudert einer der Slytherin-Sucher, Crabbe, noch einen Klatscher in Harrys Richtung und trifft ihn auch. Während Madam Hooch, die Schiedsrichterin, noch damit beschäftigt ist, Crabbe zurechtzuweisen, werden Harry, seine Mutter und die Familie Weasley erneut heftig von Draco Malfoy beleidigt, der sich ärgert, dass er verloren hat. Harry und George (Fred wird von den Jägerinnen aus seinem Team zurückgehalten) attackieren Draco daraufhin heftig und ziemlich gewalttätig. McGonagall trennt die Streitenden und nimmt Harry und George mit in ihr Büro.

Dort mischt sich Umbridge in die Sache ein, sehr zu McGonagalls Ärger. Sie verhängt ein lebenslanges Spielverbot für Harry, George und Fred, ihre Besen werden beschlagnahmt und in Umbridges Büro aufbewahrt.

Danach ist natürlich die Stimmung im Gryffindor-Gemeinschaftsraum und insbesondere bei Angelina sehr gedrückt. Ron, der sich nach dem Spiel noch nicht wieder hat sehen lassen, taucht erst am Abend wieder auf. Als er hört, was passiert ist, gibt er sich die Schuld an der ganzen Geschichte. - Wenigstens Hermione hat eine gute Nachricht: Hagrid ist offensichtlich wieder zu Hause.

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Sarwen

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 5 [Re: athameg]

Ich finde das ziemlich unfair von den Slytherins die ungeschoren davon kommen.
Crabbe müsste eigentlich auch Spielverbot bekommen.

Nin o Chithaeglir,lasto beth daer:
Rimmo nin Bruigen dan in Ulaer!
Nin o Chithaeglir,lasto bethe daer:
Rimmo nin Bruinen dan in Ulaer! ~ Arwen
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Eiliane

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 5 [Re: athameg]

Um die Termine der DA unauffällig an die Mitglieder weitergeben zu können hat Hermine gefälschte Galleonen mit dem Proteus-Zauber belegt. Dieser Zauber verbindet mehrere gleiche Objekte (hier Münzen), wird an einer etwas verändert, überträgt es sich auf alle anderen.
Hermine wird von Terry Boot bewundert, weil sie diesen schwierigen Zauber bereits im fünften Jahr beherrscht, das ist UTZ-Niveau.
Harry muss nun nur die Zahlen am Ziffernrand seiner Galleone verändern, die dann Datum und Uhrzeit des nächsten Treffens anzeigt.
Es wird nicht verraten mit was für einen Zauber Harry diese Zahlen verändern kann.

Wir erfahren hier auch, dass sich der Sprechende Hut überlegt hat Hermine in Ravenclaw einzusortieren, sich aber dann doch für Gryffindor entschieden hat.

Die Hauslehrer können nicht verbergen, dass sie ihre eigenen Quidditch-Mannschaften siegen sehen wollen.
McGonagall gibt in der Woche vor dem Spiel keine Hausaufgaben mehr auf. Der Quidditch-Pokal soll auch weiterhin in ihrem Büro stehen. Sie will ihn nicht an Professor Snape übergeben müssen.
Auch Snape ist parteiisch, er reserviert sehr häufig das Quidditch-Feld für seine Slytherin. Auch ignoriert er die Berichte von Angriffen seiner Schüler auf Gryffindors.

Ron wäre eigentlich kein schlechter Hüter, sogar Fred und Georg räumen das ein. Aber Ron verliert sehr schnell sein Selbstvertrauen sobald er einen Fehler macht.
Harry konnte hämische Kommentare seiner Gegner abschütteln, er war schon seit Jahren daran gewöhnt.
Ron hatte noch nie so einen Dauerbeschuss mit Sticheleien erlebt. Er konnte die Beleidigungen und Drohungen seiner Gegner nicht einfach wegstecken oder sie ins lächerliche ziehen.
Ron wurde immer nervöser und am Tag des Spiels versagte er dann völlig.
Harry konnte den Schnatz schnell fangen, Gryffindor gewann das Spiel, dass sich Ron einige Tore eingefangen hatte spielte keine Rolle mehr.

Bis jetzt war es immer der Hauslehrer der die Strafen für Verfehlungen seiner Schüler bestimmte.
Umbridge kam mit dem neuen Ausbildungserlass Nr. 25, der es ihr ermöglichte die Strafen anderer Lehrkräfte nachzubessern.
Dieser Erlass war Umbridges Rache an McGonagall.
Damit die Gryffindor Quidditch-Mannschaft wieder spielen konnte war McGonagall zu Dumbledore gegangen. Gegen diesen konnte sich Umbridge nicht durchsetzen, sie musste nachgeben.
Wenn sich McGonagall bittend an Umbridge gewandt hätte, geschmeichelt und eingeschleimt hätte, sie sollte doch ihre Quidditch-Mannschaft wieder genehmigen, hätte es diesen Erlass jetzt vielleicht noch nicht gegeben.

Irgendwann später aber wäre er sicher gekommen. Damit hat Umbridge die höchste Autorität gegenüber allen Hogwarts-Schülern. Sie kann jetzt jede vom Lehrkörper verhängte Strafe, Sanktion und Sonderrechtsstreichung abändern.


@Sarwen

Umbridge geht es nicht um Gerechtigkeit, es geht ihr um Macht, ihr ist es egal ob Crabbe bestraft wird.

McGonagall wollte Harry und Georg zu einer Woche Nachsitzen verdonnern. Ein lebenslanges Spielverbot ist für diese Vergehen sehr übertrieben.
Umbridge wollte Harry Potter und die Weasley-Zwillinge verletzen, sie sind ihr ein Dorn im Auge.
Es ist ihr nicht gelungen Harry Potter aus Hogwarts zu entfernen, jetzt konnte sie ihm zumindest seine Lieblingsbeschäftigung verbieten.
Mit den Zwillingen will sie vor allem ihren Vater Arthur treffen.



Geändert durch Eiliane (08.11.2018 17:07)

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athameg

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 5 [Re: Eiliane]

Stimmt, Umbridge geht es um Macht (davon gleich noch mehr). Crabbe und seine Strafarbeit sind ihr egal. Und, doch, die Strafarbeit bekommt er, hundertmal irgendwas schreiben oder etwas in der Art. Er lacht drüber, verständlicherweise.

Und, auch das stimmt: Umbridge hasst McGonagall mit Sicherheit auch persönlich. Denn McGonagall ist diejenige von den Hogwarts-Lehrern, die Umbridge am deutlichsten widerspricht. Und man kann sie nicht los werden, indem man sie entlässt, weil sie ihren Job schlecht macht. Das funktioniert später bei Trelawney und bei Hagrid,die ja nun wirklich keine Super-Lehrer sind. Aber McGonagall macht ihren Job nun mal nicht schlecht.

- Aso: Umbridge und die Macht. Ich glaube, Umbridge wird hier immer noch unterschätzt, indem man ihr menschliche Beweggründe unterstellt. aber das funktioniert bei ihr nicht. Der Ausbildungserlass Nr. 25 ist keine persönliche Rache an McGonagall oder zumindest ist er das nur nebenbei. Das geht alles viel weiter.

Was will Umbridge eigentlich, was ist ihr Ziel? Sie will die totale Macht über Hogwarts, da soll selbst in den Köpfen der Schüler und Lehrer nichts mehr passieren, was nicht in ihrem Sinne ist. Und diese totale Macht ist natürlich kein Selbstzweck. Umbridge hat eine sehr genaue Vorstellung davon, wie die Leute zu denken und zu fühlen haben, und wer nicht ihrer Vorstellung entspricht, der ist "krank" und muss dementsprechend gesund gemacht werden. Auch durch Folter, wenn das hilft. Und wer derart auf den rechten Weg gebracht worden ist, hat gefälligst dankbar dafür zu sein, dass man ihm geholfen hat. Denn man hat ja damit ein gutes Werk getan.

Und Hogwarts, als die Schule, die praktisch der gesamte Zauberer-Nachwuchs besucht, ist natürlich genau der Ort, um der nachwachsenden Generation das richtige Denken und Fühlen zu vermitteln, auf welche Art auch immer. Umbridge tritt in Hogwarts von Anfang an mit einem exakten Plan an, er sich im Grunde schon von ihrer Antrittsrede ablesen lässt. Hermione zumindest gelingt das. Die Stufen stehen von Anfang an fest: Einrichtung des Postens der "Großinquisitorin" (gibt ihr Handlungsspielraum und ermöglicht es ihr, die Lehrer zu überprüfen); Ausbildungserlass Nr. 24 (sichert Umbridge die totale Kontrolle über alle Gruppenaktivitäten der Schüler); Ausbildungserlass Nr. 25 (ermöglicht es Umbridge, in die Erziehungsmaßnahmen der Lehrer einzugreifen). Die weiteren Schritte werden folgen: Entlassung unliebsamer Lehrer (was wiederum die verbleibenden Lehrer unter Druck setzt) und schließlich die Vertreibung Dumbledores und das Übernehmen der Schulleitung. Diese Ausbildungserlassse werden ja mit Sicherheit nicht binnen Stunden erstellt, wenn sie durch ein akutes Ereignis "notwendig" werden, die hat Umbridge mit Sicherheit schon von Anfang an griffbereit, setzt sie allerdings geschickterweise erst dann ein, wenn sich ein Anlass bietet, an dem sie das festmachen kann, wie das Treffen der Schüler im "Eberkopf" für Erlass Nr. 24 und McGonagalls Reaktion auf die Schlägerei nach dem Quidditchspiel (Erlass Nr. 25).

Auch wenn's hier keinen interessiert, das weiß ich mittlerweile: die Großinquisitorin hat ein exaktes literarisches Vorbild, und das in diesem Fall zum Vergleich heranzuziehen ist schon extrem interessant. Und es hat für mich manche Dinge tatsächlich klarer gemacht.

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Hisimir

Gefährte

Re: Buchbesprechung Harry Potter, Band 5 [Re: athameg]

Mich interessieren diese literarischen Vorbilder durchaus. Wenn es denn für die anderen so störend ist, magst du mir das vielleicht per PN näher erläutern?

Ich glaube nicht, dass Hagrid per se ein schlechter Lehrer ist, natürlich, in den vorangegangen Jahren traf er einige merkwürdige Entscheidungen, aber hier, mit Hermiones Hilfe bringt er doch ganz ordentlichen Unterricht zusammen. Im Gegensatz zu McGonnagall oder Snape lässt ihn aber eben Umbridges Anwesenheit nicht kalt, weshalb er nervös wird und dadurch seinen Posten verspielt. Dabei muss man auch beachten, dass Umbridge ihn lächerlich macht...sie hasst Halbmenschen und lässt ihn das auch recht deutlich spüren, aber dazu kommen wir ja später noch.

Dieses Schrittweise ergreifen der Macht und das Erlangen der Kontrolle über immer mehr Bereiche kommen mir ebenfalls sehr bekannt vor, nach einem historischen Vorbild aber. Insofern ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Umbridge später wieder einen hohen Posten im faschistischen Regime Voldemorts innehat.

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