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Mittelerde & andere phantastische Welten » Kreativschmiede » Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige

Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Pycelle räusperte sich. "Diese Worte stehen oft in Briefen und Dokumenten aus den Freien Städten. Sie meinen meist nicht viel mehr als, sagen wir, 'verfasst vor Gott'. Vor dem Gott der Roten Priester."

"Varys hat uns schon vor einigen Jahren erzählt, dass Lady Selyse sich mit einer Roten Priesterin eingelassen hätte", erinnerte Kleinfinger sie.

Tyrion tippte auf den Brief. "Und nun scheint ihr Hoher Gemahl ihrem Beispiel gefolgt zu sein. Das könnten wir gegen ihn verwenden. Ebenso, dass er sich mit einem ausländischen König verbündet hat. Drängt den Hohen Septon zu verkünden, Stannis habe sich gleichermaßen gegen die Götter und gegen seinen rechtmäßigen König erhoben und will unsere Lande an einen fremden Herrscher verkaufen…"

"Ja, ja", erwiderte Cersei ungeduldig. "Aber zuerst müssen wir verhindern, dass sich dieser Schmutz weiter verbreitet. Der Rat muss folgenden Erlass herausgeben: Jeder Mann, der es wagt, von Inzest zu sprechen oder Joffrey einen Bastard zu nennen, soll dafür seine Zunge einbüßen."

"Eine besonnene Maßnahme", meinte Pycelle zustimmend.

"Eine Torheit", seufzte Tyrion. "Wenn man einem Mann die Zunge herausreißt, straft man seine Worte nicht Lügen, sondern lässt alle Welt wissen, dass man sie fürchtet."

"Was sollten wir sonst machen?", fragte Cersei ärgerlich.

"Sehr wenig. Lasst sie flüstern, bald werden sie der Geschichte müde werden. Jeder Mensch mit ein wenig Verstand wird darin sowieso nur einen plumpen Versuch sehen, den Raub der Krone zu rechtfertigen. Hat Stannis irgendwelche Beweise vorgelegt? Nein, er nennt nur Ned Stark als Zeugen…"

"So ist es!", stimmte Kleinfinger ihm zu. "Jener Ned Stark, der vor dem versammelten Volk vor der Großen Septe von Baelor seinen schändlichen Verrat gestanden und Joffrey als rechtmäßigen König anerkannt hat, doch danach wieder sein wahres Gesicht gezeigt und erneut Verrat begangen hat. Lord Tyrion hat Recht: Wenn wir versuchen, das Gerede über Stannis' Behauptungen zum Verstummen zu bringen, verleihen wir ihm nur Glaubwürdigkeit. Strafen wir diese jämmerlichen Lüge besser mit Verachtung und entlarven in der Zwischenzeit den Lügner Ned Stark!"

"Wie wollt Ihr das anstellen?", fragte Cersei.

"Mit einigen viel interessanteren Geschichten über Ned Stark und seine Leute. Es kann schon hilfreich sein, wenn wir das Volk an Ned Starks Worte vor der Großen Septe erinnern. Darüber hinaus kursieren jetzt schon abenteuerliche Geschichten über seinen Sohn und seine Männer, die in den Flusslanden Krieg führen. Es heißt, Robb Stark würde auf einem riesigen Wolf in die Schlacht reiten, der feindliche Soldaten bei lebendigem Leibe frisst. Lasst uns das doch etwas ausschmücken behaupten, dass auch Ned Starks Sohn, der junge Wolf und seine Männer sich an Menschenfleisch gütlich tun."

Tyrion schüttelte den Kopf. "Das sind allzu abenteuerliche Schauermärchen. Wer sollte einen solchen Unsinn glauben? Und was hat das mit Ned Starks Verrat zu tun?"

"Die Leute glauben viel mehr, als man sich vorstellen kann", lachte Kleinfinger. "Aber Ihr habt Recht, wir sollten wegen Ned Stark noch mehr unternehmen: Nicht nur Stannis hat sich gegen die Sieben erhoben, sondern auch Lord Stark, der bekanntlich die alten Götter verehrt. Alle Gläubigen sollen aufgefordert werden, den rechtmäßigen König Joffrey als Verteidiger des Glaubens zu dienen – gegen den Usurpator und seine Hand; gegen den Roten Gott und die heidnischen Götter des Nordens!"

"Lord Petyr, Ihr seid wahrlich niederträchtig!", bemerkte Cersei nicht ohne Respekt. Auf dem Gebiet von Hinterlist und Verschlagenheit konnte sich Kleinfinger wahrlich mit ihr messen! Gut, dass dieser Mann nicht auf der Seite von Stannis und Ned Stark war.

"Vielen Dank, Euer Gnaden."

"Und ein vollendeter Lügner", fügte Tyrion weniger herzlich hinzu. "Zur Verteidigung des Glaubens gegen den Roten Gott aufzurufen ist richtig, aber mir behagt es nicht, die Menschen gegen die alten Götter aufzuhetzen. Die Anhänger der alten und neuen Götter leben seit Jahrhunderten in Frieden und das sollte besser so bleiben – dieser Ansicht dürfte auch der Hohe Septon sein. Und wenn wir irgendwelche Schauermärchen über menschenfressende Nordländer verbreiten, werden diese rasch als Lügen entlarvt."

"Richtig, Mylord", sagte Kleinfinger. "Natürlich wird die Krone keine Schauermärchen verbreiten oder ein böses Wort gegen die alten Götter äußern. Huren hingegen erzählen gerne Geschichten und mir gehört zufällig das eine oder andere Bordell. Und auch wenn es kaum zu glauben ist, lassen sich dort selbst Septone blicken."

"Weil auch sie Männer sind!", sagte Cersei verächtlich. "Ja, Lord Petyr, Eure Huren sollen diese frommen Männern – und auch anderen Gläubigen - die richtigen Worte einflüstern!"

Cersei gefiel Kleinfingers Plan. Dass er Tyrion einiges Unbehagen bereitete, gefiel ihr noch mehr.

Gondor hilft Westeros

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Margaery I

Wie eine riesige Schlange kroch der Heereszug über den Rosenweg. Das größte Heer, das die Sieben Königslande je gesehen hat, so hatte Renly getönt und seine Gemahlin war geneigt, ihm das zu glauben. Aber waren es tatsächlich achtzigtausend Männer? Margaery wusste es nicht und sie zerbrach sich auch nicht weiter den Kopf darüber, während sie an der Seite ihres Gemahl weiterritt, sondern blickte etwas verträumt nach rechts, wo der Mander träge dahinfloss. Die tief im Westen stehende Sonne spiegelte sich im Wasser. Kommen wir nicht bald zu einer Stadt, die über den Fluss führt?

"Ist Euch langweilig, meine Königin?", fragte Renly.

"Wie? Nein, Euer Gnaden. Ich fragte mich nur, ob wir nicht bald die Stadt Bitterbrück erreichen."

"Eher ein Städtchen." Der König lachte. "Ein paar Häuser, die eine kleine Burg umgeben. Wir werden wohl morgen ankommen. Ich beabsichtige, dort ein großes Turnier zu veranstalten."

Margaery schaute nach vorne, wo zwei Kompanien aus Rosengarten als Vorhut marschierten und sah, dass diese zum Stehen kamen. Renly hob die Hand, um dem Heer das Zeichen zum Halten zu geben. Von der Spitze der Vorhut kam Margaerys Bruder Loras herangeritten. Er hielt vor dem König und der Königin an, lächelte Renly an und überreichte ihm einen Brief.

"Euer Gnaden, das hat mir soeben ein berittener Bote von Lord Caswell überreicht. Der Rabe ist seinen Worten zufolge heute Morgen aus Drachenstein eingetroffen."

"Ach schau, von meinem lieben Bruder Stannis", spottete Renly. "Haben ihm die Götter noch mehr Krieger geschickt? Oder möchte er noch weitere Abscheulichkeiten über die Lannisters verbreiten?" Es war nicht der erste Brief von Stannis, der nach Renlys Krönung in der Weite eingetroffen war. Tatsächlich hatte die ungeheuerliche Behauptung, dass Cerseis Kinder Früchte des Inzests mit ihrem Bruder seien, für einiges Aufsehen gesorgt, zumal Eddard Stark als Zeuge genannt wurde. Deshalb meinten nicht wenige unter den Lords, dass die Geschichte wohl wahr sei. Renly hatte es erstmal die Sprache verschlagen, doch dann hatte er gesagt, dass es gleichgültig sei, ob Stannis‘ Behauptungen wahr seien oder nicht, entscheidend sei, wer über das größte Heer verfüge und den Krieg gewinne.

Renly brach das Siegel und entrollte den Brief. Noch während er las, brach er in lautes Gelächter aus. "Das ist ja köstlich!" prustete er. "Lest, meine Königin, und gebt den Brief dann Eurem Bruder zurück."

Margaery nahm den Brief entgegen und las:


An Renly aus dem Hause Baratheon, Lord von Sturmkap

Mein Bruder,

gemäß dem Recht von Gesetz und Blut steht der Eiserne Thron der Sieben Königslande von Westeros alleine mir zu. Du schuldest mir deine Treue und deinen Gehorsam. Dass du dich König nennst, ist ein Akt des Hochverrats. Doch um der Mutter Willen, die uns beide geboren hat, bin ich bereit, dir zu verzeihen, wenn du vor mir das Knie beugst und mir die Treue schwörst. Dafür ernenne ich dich zu meinem Erben, solange ich keinen Sohn habe.

Als Zeichen meiner Großzügigkeit werde ich dich nicht angreifen, so lange unsere gemeinsamen Feinde, die Lannisters, nicht besiegt sind und so lange du deinerseits meine Heere nicht angreifst. Solltest du jedoch das Schwert auch nur gegen einen mir ergebenen Lord oder gegen meine Verbündeten erheben, werde ich dich vernichten.

Erlassen im Lichte des Herrn, gezeichnet mit Wappen und Siegel von Stannis aus dem Hause Baratheon, dem Ersten Seines Namens, König der Andalen, der Rhoynar und der Ersten Menschen, Herr der Sieben Königslande und Beschützer des Reiches



Margaery war befremdet von dem widersprüchlichen Brief, in dem Stannis einerseits drohte und sich andererseits großzügig gab. "Eine seltsame Botschaft", meinte sie und gab das Schreiben Loras zurück.

"So ist es, meine Königin", stimmte Renly zu. "Wie dem auch sei, der Tag geht zu Ende und daher werden wir hier unser Lager aufschlagen. Loras, sorge dafür, dass die Lords den Brief zu lesen bekommen. Wir werden uns nach dem Abendessen beraten."

"Sehr wohl, Euer Gnaden."

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Bald darauf war das Lager errichtet und König Renly nahm das Abendessen in seinem großen Zelt zusammen mit seiner Königin, ihrem Bruder und den Lords Randyll Tarly, Mathis Esch, Alester Florent, Eldon Estermont sowie Lady Arwyn Eichenherz und Ser Baelor Hohenturm ein. Nachdem das Mahl beendet war und alle den Brief von Stannis gelesen hatten, eröffnete Renly die Beratung:

"Lords und Ladies, Ihr alle habt gelesen, dass mein lieber Bruder, der Lord von Drachenstein mich gleichzeitig als Hochverräter beschimpft, mir droht, mich zu seinem Erben ernennt und mir einen Waffenstillstand anbietet. Was haltet Ihr davon? Und wie sollen wir darauf reagieren?"

"Euer Gnaden, diesen Brief hat Lord Stannis sicher nicht alleine verfasst", meinte der alte Eldon Estermont. "Aus den Beleidigungen und Drohungen spricht der stolze und sture Stannis, doch dieser Vorschlag eines indirekten Bündnisses gegen die Lannisters haben ihm gewiss andere eingeredet."

"So ist es wohl, Onkel", stimmte Renly seinem Verwandten zu. "Vielleicht kam das von Ned Stark. Das ist ein guter, ehrenwerter Mann. Bedauerlich, dass er nach Roberts Tod nicht mein Angebot angenommen hat – es hätte ihm Kerker und Todesangst erspart."

"Vielleicht kam es auch von einem der Söldner", gab Mathis Esch zu bedenken. "Es heißt, dieser sogenannte ‚König von Gondor‘ hätte mehr Männer als Stannis."

"Zumindest hat er wohl geschickte Männer", meinte Margaery. "Sie haben Ned Stark aus Königsmund gerettet, ohne auch nur einen Mann zu verlieren."

"Dann wäre es zweifellos von Vorteil, nicht gegen sie zu kämpfen", befand Alester Florent, der alte Lord von Klarwasser. "Wir sollten uns in der Tat auf den Krieg gegen die Lannisters konzentrieren."

"Damit Ihr nicht gegen Eure eigene Sippe kämpfen müsst, Lord Florent?", fragte Loras kritisch und spielte darauf an, dass Lord Alesters Bruder der Kastellan von Drachenstein und seine Nichte Stannis‘ Gemahlin war.

"Zweifelt Ihr etwa an meiner Treue zum König, Ser Loras?", erwiderte der Lord von Klarwasser pikiert. "Ich habe Eurem Hause treu gedient, junger Ser, da wart Ihr noch gar nicht geboren."

"Das wissen wir und mein Bruder wollte Euch sicher nicht beleidigen, Mylord", beschwichtigte Margaery, wobei sie einen tadelnden Blick auf Loras warf. "Wir sollten uns jetzt lieber mit der Frage befassen, ob wir auf Lord Stannis‘ Angebot eingehen."

"Ich wäre grundsätzlich dafür", meinte Baelor Hohenturm, "doch diese Beleidigungen und Anmaßungen sollten wir ihm nicht durchgehen lassen."

"Das lasst meine Sorge sein", lachte Renly. "Ich weiß schon, wie ich das Stannis mit gleicher Münze heimzahlen werde. Ser Baelor, Ihr seid also dafür, dass wir Stannis‘ Angebot annehmen, und Lord Florent ebenfalls. Was meint Ihr?" Er sah die anderen an.

"Mir gefällt dieser Brief nicht!", erklärte Randyll Tarly. "Ich meine, Stannis stellt eine Gefahr für Euch dar, Euer Gnaden. Wenn Ihr sein Angebot annehmt, wird er nur stärker werden. Die Lannisters können nicht an einem Tag besiegt werden. Bis wir mit ihnen fertig sind, ist Stannis vielleicht so stark geworden wie wir… oder stärker. Vielleicht schließen sich ihm die Ritter des Grünen Tals an. Oder die Dornischen. Oder er holt noch mehr ausländische Söldner ins Land."

"Verzeiht, das sehe ich anders, Lord Tarly", widersprach Arwyn Eichenherz. "Dieser Brief von Lord Stannis ist doch eher ein Eingeständnis seiner Schwäche. Er hat es bisher nicht gewagt, Königsmund anzugreifen und die ihm ergebenen Lords des Nordens und der Flusslande sind durch die Lannisters schwer bedrängt und werden wahrscheinlich noch mehr in Bedrängnis geraten, da in Casterlystein ein neues Heer aufgestellt wird."

"So ist es fürwahr", stimmte Mathis Esch zu, "es ist sehr wohl möglich, dass Tywin Lannister Robb Stark besiegt und anschließend sein Heer nach Königsmund führt. Dann wird es auch für ein so großes Heer wie das unsere viel schwieriger, die Hauptstadt zu erobern."

"Ja, Tywin Lannister wird leichtes Spiel haben, wenn wir uns gegen Stannis wenden!", gab Eldon Estermont zu bedenken. "In diesem Falle werden die Lannisters den Krieg gewinnen."

"Ihr missversteht mich", verteidigte sich Randyll Tarly. "Ich plädiere keineswegs dafür, jetzt gegen Stannis zu kämpfen. Auch sollten wir sein Angebot nicht ablehnen. Es wäre besser, ihm gar nicht zu antworten, damit er sich nicht sicher sein kann, wie wir mit ihm umgehen."

"Ja, das sehe ich genauso", pflichtete Loras bei. "Wenn wir Stannis‘ Angebot annehmen, könnte er sich ermutigt fühlen, Königsmund anzugreifen - vor uns!"

"Und was wäre daran so schlimm?", fragte Renly. "Soll er doch Königsmund angreifen und sich eine blutige Nase holen! Mit Verlaub, Lord Tarly, aber diesen Brief werde ich gewiss nicht unbeantwortet lassen. Nein, diesen Spaß lasse ich mir nicht entgehen! Nur schade, dass ich Stannis‘ Gesicht nicht sehen kann, wenn er liest, dass ich ihn großzügigerweise zu meinem Erben erhebe."

Margaery erstarrte vor Schreck. "Natürlich nur, solange wir keine Kinder haben!", fügte Renly lachend hinzu, als er den Blick seiner Gemahlin bemerkte.

"Aber was ist, wenn Stannis Königsmund erobert?", fragte Margaery. "Könnte er das?"

Renly zuckte mit den Schultern. "Vielleicht. Allerdings würde er dabei sicher einige Verluste erleiden."

"Dann sollten wir ihn umso mehr zum Losschlagen ermuntern!", warf Baelor Hohenturm ein. "Lord Tarly meinte eben, Stannis könnte stärker werden, wenn nur wir gegen die Lannisters kämpfen. Bringen wir Stannis doch dazu, dass er die Lannisters angreift oder zumindest Robb Stark wieder in Marsch setzt! Der junge Wolf wartet auch schon zu lange in Schnellwasser ab. Wir könnten dies als Bedingung für die Annahme seines Angebots fordern."

"Ja, das ist ein guter Vorschlag!", stimmte Arwyn Eichenherz zu. "Aber wird er sich darauf einlassen oder weiter abwarten?"

"Das werden wir sehen", sagte Renly gelassen. "Wir bleiben bei der Strategie, dass wir nichts überstürzen. Morgen kommen wir nach Bitterbrück, da bleiben wir fürs erste und ich werde dort die Antwort an meinen Bruder schreiben. Sie wird ihn nicht erfreuen, auch wenn ich seine Angebot annehme."

"Wollt Ihr es wirklich annehmen, Euer Gnaden?", fragte Mathis Esch. "Ich wäre auch dafür."

"Das sind hier wohl die meisten, oder?" Renly blickte in die Runde. Margaery, Lord Florent und Lord Estermont nickten. Randyll Tarly und Loras verzogen keine Miene.

"Gut, dann ist es entschieden", sagte Renly. "Mein Bruder wird von mir bald einen netten Brief erhalten."

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Da ich übernächste Woche im Urlaub bin, gibt es das nächste Kapitel erst in drei Wochen.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Tyrion II

Seine List hatte genau so funktioniert, wie Tyrion es geplant hatte. Er hatte Kleinfinger, Pycelle und Varys jeweils einen möglichen Verlobten für Prinzessin Myrcella genannt und so herausgefunden, wer von den dreien für Cersei spionierte. Natürlich hatte sich die Königin furchtbar aufgeregt, dass ihre Tochter ausgerechnet nach Dorne sollte, um mit Trystan Martell verlobt zu werden. Aber Cersei hatte ihren Widerstand aufgegeben, nachdem Tyrion sie überzeugt hatte, dass Myrcella in Dorne sicherer war als in Königsmund.

Tyrion saß in seinem Solar und trank einen Becher Wein und plante den Besuch, den er Pycelle in dieser Nacht abstatten würde. Er wurde aus seinen Gedanken herausgerissen, als es an der Tür klopfte und Kleinfinger eintrat.

"Lord Baelish, wie kann ich Euch…", begann Tyrion.

"Ich schätze es nicht, zum Narren gehalten zu werden, Zwerg!", unterbrach ihn Kleinfinger aufgebracht. "Wenn Myrcella den Martell-Jungen heiratet, könnt Ihr sie wohl kaum auch noch mit Robert Arryn vermählen, oder?"

"Nicht ohne einen großen Skandal zu verursachen", stimmte Tyrion zu. "Ich bedaure meine kleine List, Lord Petyr, aber als wir uns darüber unterhalten haben, konnte ich noch nicht wissen, ob man in Dorne mein Angebot annehmen würde."

Kleinfinger war keineswegs besänftigt. "Ich mag es nicht, wenn man mich belügt, Mylord. Haltet mich bitte aus Eurem nächsten Täuschungsmanöver heraus! Ich nehme an, dass ich Harrenhal bekomme, ist ebenfalls vom Tisch."

"Nicht unbedingt", sagte Tyrion halb im Scherz. "Ihr könnt Harrenhal bekommen, wenn Ihr es schafft, Lady Lysa auch ohne eine Braut für ihren Sohn auf unsere Seite zu bringen." Er nahm an, dass Kleinfinger dies nicht ernst nehmen würde.

"Wie Ihr meint, Lannister", erwiderte Kleinfinger. "Dann habe ich mir doch nicht umsonst ein Schiff nach Möwenstadt gesucht. Ich breche gleich morgen auf. Wünscht mir eine gute Reise!"

Damit wandte er sich um und verließ das Solar, ehe der verblüffte Tyrion etwas erwidern konnte. Er überlegte kurz, ob er Kleinfinger nacheilen sollte, um ihm zu erklären, dass er es nicht ernst gemeint hatte. Doch er unterließ es, weil er sich so entweder völlig lächerlich gemacht oder Kleinfinger noch mehr verärgert hätte. Und er muss ja nicht unbedingt mein Feind werden. Schließlich war nicht er Cerseis Spitzel. Tyrion vertraute Kleinfinger nicht und wollte den Mann lieber nicht aus den Augen verlieren, daher missfiel es ihm, dass er sich nach Hohenehr begab. Immerhin, er kann nicht zu unseren Feinden überlaufen – nicht, nach allem, was er getan hat.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Um Mitternacht kamen wie verabredet Bronn und Timett in Tyrions Solar. Zu dritt begaben sie sich zu Pycelles Schlafzimmer. Zweifellos hatten einige Goldröcke gesehen, wie sie den Turm der Hand verließen, doch niemand hatte sie angesprochen. Tyrion war die Hand des Königs, und wohin er ging, war alleine seine Sache.

Die dünne Holztür splitterte unter Timetts kräftigem Fußtritt. Die Trümmer flogen nach innen und Tyrion hörte den Angstschrei einer Frau. Timett räumte den Rest der Tür mit drei Axthieben aus dem Weg und trat hindurch. Bronn und Tyrion folgten ihm.

Timett und Bronn traten ans Bett, in dem Pycelle mit einem nackten Dienstmädchen lag. Die junge Frau sprang aus dem Bett und wich an die Wand zurück, wo sie kauernd versuchte, ihre Reize zu bedecken "Bitte Mylords, tut mir nichts!", flehte sie.

"W-was hat das zu bedeuten? Ich bin ein alter Mann…", stammelte Pycelle und schrie auf, als Bronn ihn packte und hochzog.

"Ihr enttäuscht mich, Großmaester!", sagte Tyrion vorwurfsvoll. "Nicht allein, weil Ihr rein gar nichts über diesen Söldnerkönig Elessar und sein Reich Gondor herausgefunden habt. Vielmehr habt Ihr mich auch noch hintergangen und verraten."

"Wegen den Söldnern habe ich an die Zitadelle geschrieben", wimmerte Pycelle. "Nie habe ich Euch verraten! Ich bin Euer ergebener Diener!"

Tyrion setzte sich auf einen Stuhl, der vor dem Bett stand. "So ergeben, dass Ihr meiner Schwester von meinem Plan erzählt habt, Myrcella nach Dorne zu schicken?"

"N-nein, niemals", kreischte Pycelle. "Nein, das ist die Unwahrheit, ich schwöre, ich war es nicht. Varys, es war Varys, die Spinne, ich habe Euch vor ihm gewarnt…"

Tyrion verzog keine Miene. "Lügen alle Maester so erbärmlich schlecht? Varys habe ich gesagt, ich würde die Prinzessin den Graufreuds geben. Ich habe Kleinfinger gesagt, dass ich sie mit Robert Arryn zu vermählen gedenke. Doch ich habe keinem gesagt, dass ich sie nach Dorne schicken will – keinem außer Euch."

"Der Eunuch hat seine Spione überall", jammerte Pycelle.

"Timett, schneide seine Männlichkeit ab und verfüttere sie an die Ziegen!", befahl Tyrion. Timett packte den entsetzt schreienden alten Mann und erwiderte: "Halbmann, hier gibt’s keine Ziegen."

"Lass dir was einfallen!"

"Fangen wir doch damit an", meinte Bronn lachend, packte mit seiner linken Hand Pycelles Bart und zog mit seiner Rechten sein Messer. Mit einem raschen Schnitt entfernte er dreiviertel des Bartes, während Pycelle heulte und um Gnade flehte.

"Wie lange spioniert Ihr schon für meine Schwester?", fragte Tyrion.

Pycelle keuchte. "Was ich getan habe, geschah nur zum Wohle des Hauses Lannister. Immer… schon seit Jahren … fragt Euren Hohen Vater, ich war stets sein treuer Diener … seit den Tagen des irren Königs..."

"Wie viele Könige und ihre Hände habt Ihr verraten, frage ich mich. Aerys, Eddard Stark, mich… Etwa auch König Robert und Jon Arryn?"

"Ihr wart nicht hier", stöhnte Pycelle, "Robert… seine Wunden… Ihr hättet keinen Zweifel gehabt."

"Oh, ich weiß, dass Euch der Keiler die Arbeit abgenommen hat. Hätte er sie nicht erledigt, hättet Ihr zweifellos nachgeholfen."

"Er war ein miserabler König … eitel, trunksüchtig, lüstern … er hätte Eure Schwester verstoßen, wenn Renly die Jungfrau von Rosengarten an den Hof gebracht hätte…"

"Und was plante Lord Arryn?", fragte Tyrion.

"Er kannte die Wahrheit", antwortete Pycelle, "über… über…"

"Ich weiß, was er wusste", fauchte Tyrion, der nicht erpicht darauf war, dass Bronn und Timett ebenfalls die Wahrheit über Cerseis Kinder erfuhren.

"Er wollte handeln und es König Robert sagen!", rief Pycelle.

"Deshalb habt Ihr ihn zuerst vergiftet!"

"Nein, niemals", kreischte Pycelle. "Ich habe ihm nicht das Gift verabreicht, das schwöre ich!"

"Aber Ihr habt ihn verrecken lassen!", fuhr Tyrion den Maester an. "Ihr habt dafür gesorgt, dass er stirbt!"

Tyrion wandte sich angewidert ab. "Fesselt ihn und bringt ihn fort!", befahl er. "Werft ihn in eine der schwarzen Zellen!"

Bronn und Timett zerrten ihn durch die zerbrochene Tür hinaus. "Lannister", jammerte der Maester, "es geschah doch alles im Namen des Hauses Lannister."

Tyrion sah, dass das Dienstmädchen immer noch nackt an der Wand kauerte. Er gab der jungen Frau zwei Münzen. "Für die Unannehmlichkeiten!"

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Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Margaery II

Die Große Halle der Burg von Bitterbrück konnte man nur aus Höflichkeit so bezeichnen. Eng gedrängt saßen die Lords, Ladys und vornehmsten Ritter aus der Weite und den Sturmlanden auf den Bänken bei dem abendlichen Festmahl zusammen. Doch trotz der Enge herrschte eine fröhliche Stimmung: Sänger trugen ihre Lieder vor und Akrobaten zeigten ihre Kunststücke, während Lord Caswell, der junge Gastgeber, seine Diener die köstlichsten Speisen servieren ließ.

König Renly saß zwischen Margaery und Loras. Gelegentlich steckte Renly Margaery mit der Dolchspitze einen besonders erlesenen Bissen in den Mund, oder er beugte sich zu ihr hinüber und hauchte ihr einen Kuss auf die Wange. Gleichwohl bemerkte Margaery, dass ihr Gemahl sich hauptsächlich mit ihrem Bruder unterhielt.

Wird Renly mich heute Nacht endlich so anschauen, wie er Loras anschaut? Werden wir endlich… Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als ein Diener mit einer Karaffe höflich fragte, ob Ihre Gnaden noch Wein wollte. Margaery bedankte sich mit einem strahlenden Lächeln und ließ den Diener nachschenken. Wie ihr Gemahl sprach Margaery gleichermaßen liebenswürdig zu hochgeborenen Lords und einfachen Dienern.

Sie probierte den klaren Wein und blickte sich in der Halle um. Alle Anwesenden schienen fröhlich zu sein - alle bis auf eine: Brienne von Tarth unterhielt sich nicht und wandte ihren Blick kaum vom Teller. Sollte sie nicht auch fröhlich sein, da sich heute ihr Wunsch erfüllt hat und sie in Renlys Regenbogengarde aufgenommen wurde? Sie ist eine seltsame Frau.

Lady Brienne war nicht wie eine Lady gekleidet, sondern trug das Festgewand eines Ritters. Sie hat mehr von einem Ritter als einer Lady. So gut, wie sie mit dem Schwert umgehen kann, passt sie gewiss in die Regenbogengarde. Wenn sie sogar Loras besiegen kann…

Margaerys Blick wanderte zurück zu ihrem Bruder, der einen Leinenverband um die Stirn trug, aber ansonsten das Turnier trotz seiner Niederlage gegen Brienne gut überstanden hatte. Wiederum konnte Margaery nicht übersehen, wie Renly und Loras sich ansahen. Üblicherweise nimmt ein König Männer in seine Garde auf und geht mit einer Frau ins Bett. Mein König aber nimmt eine Frau in seine Garde auf und…

Je weiter der Abend fortschritt, desto trunkener und törichter wurden die Gäste. So mancher Ritter schäkerte mit der einen oder anderen hübschen Magd und berührte sie gar unschicklich. Und die jungen Mädchen ließen dies auch noch zu. Wenn mich ein Ritter so berührt hätte, als ich ein junges Mädchen war, hätte er gewaltigen Ärger mit meinem Vater und meinen drei Brüdern bekommen, dachte Margaery. Und wenn ich es zugelassen hätte, hätte ich gewaltigen Ärger mit meiner Mutter und den Septas bekommen. In dieser Hinsicht konnten sich junge Mädchen aus dem gemeinen Volk mehr Freiheiten herausnehmen als Töchter aus dem Hochadel, bei denen strikt darauf geachtet wurde, dass sie jungfräulich in die Ehe gingen.

Doch Margaery war kein Mädchen mehr, sondern eine erwachsene Frau von siebzehn Jahren. Und sie war verheiratet. Vor ihrer Hochzeit war sie von ihrer Mutter belehrt worden, dass eine verheiratete Frau sich ihrem Gatten hingeben müsste, wann immer er es verlangte, auf dass sie viele Kinder zeugten. Und in der Tat war Margaery auch bereit dafür, ihre ehelichen Pflichten zu erfüllen, doch Renly hatte dies seit ihrer Hochzeit kein einziges Mal verlangt. Das muss sich ändern…

"Meine Königin", sprach Renly sie auf einmal an, "ich würde gern ein wenig frische Luft schnappen. Möchtet Ihr mich auf den Turm begleiten?"

"Aber sicher, mein König", antwortete Margaery erleichtert. Sie war froh, dem nun allzu lauten und mehr als unschicklichen Treiben in der Halle zu entkommen. Ihr Gemahl führte sie aus der Halle durch eine niedrige Tür ins Treppenhaus. Lord Caswells Bergfried war kaum hoch genug, um ihn als Turm zu bezeichnen, so dass König und Königin bald die Spitze erreichten. Renly schob eine Holztür auf und sie traten hinaus aufs Dach.

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Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

"Was für ein Anblick!", freute sich Renly. Wohin man auch blickte, überall waren Lagerfeuer des großen Heeres zu sehen. "Dieses Heer wird bald in die Schlacht ziehen und die Lannisters besiegen – und wenn es sich nicht vermeiden lässt, auch meinen Bruder und seine nördlichen Vasallen, auch wenn ich noch hoffe, dass wir nicht gegen sie kämpfen müssen."

"Das hoffe ich auch", stimmte Margaery zu. "Wir kämpfen gegen gemeinsame Feinde, daher sollte doch eine friedliche Einigung mit Lord Stannis möglich sein. Ihr habt ihm ja auch eine sehr großzügige Antwort geschrieben, aber…." Sie hielt kurz inne. "Ihr wollt doch nicht wirklich, dass Stannis Euch beerbt?" Renly hatte am Morgen öffentlich verkündet, dass er Stannis als Erben einsetzte, so lange er kein Kind hatte.

"Wie? Gewiss nicht!" Renly lachte. "Das war heute Morgen nur ein Spaß, um meine Leute zu erheitern. Stannis würde einen entsetzlichen König abgeben und er wird es auch nicht werden, da er dreizehn Jahre älter ist als ich. Die Menschen respektieren Stannis, sie fürchten ihn gar, aber nur sehr wenige haben ihn je geliebt."

"Ja, daher braucht Ihr einen richtigen Erben!", sagte Margaery und rückte nahe an Renly heran. "Wir sollten ihn noch heute Nacht zeugen!" Sie umarmte und küsste ihren überraschten Gemahl auf den Mund.

Renly löste sich aus ihrer Umarmung und stammelte: "Verzeiht, aber ich fürchte, ich habe schon zu viel Wein getrunken, um… Ihr wisst schon… wir werden es ein andermal bestimmt tun…"

"Wenn Ihr wollt, kann Loras dabei helfen", sagte Margaery unbekümmert. "Er könnte Euch anregen. Ich weiß, dass es ihm nichts ausmacht."

Renly wurde blass. "Was? Ich weiß nicht, wovon Ihr sprecht!", brachte er verblüfft heraus.

"Oh, bitte!", seufzte Margaery. "Es ist nicht nötig, dass wir uns etwas vorspielen. Spart Euch die Lügen für den Hof auf, dort werdet Ihr noch viele davon brauchen. Ich weiß über Euch und meinen Bruder Bescheid. Es macht mir nichts aus, wenn Ihr nur Eure ehelichen Pflichten erfüllt. Eure Feinde sind nicht erfreut über unsere Ehe. Sie wollen uns wieder auseinander bringen. Um das zu verhindern gibt es nur einen Weg: Ihr macht mir ein Kind!"

"Das werde ich, das verspreche ich!", sagte Renly hastig.

"Wir können es später versuchen", beruhigte Margaery. "Ihr entscheidet, wie Ihr es haben wollt. Mit mir alleine, mit mir und Loras – wie immer es Euch gefällt."

Von der Treppe waren Schritte zu hören. Renly atmete auf und trat einen Schritt von seiner Gemahlin weg, als Brienne von Tarth auftauchte.

"Verzeiht die Störung, Euer Gnaden", sagte sie, "aber es ist eine Nachricht aus den Flusslanden eingetroffen und Lord Tarly meinte, Ihr solltet es sofort erfahren: Robb Stark ist mit seinem Heer aufgebrochen!"

"Sehr gut!", rief Renly. "Hat Stannis dem Knaben endlich Beine gemacht, nachdem ich ihm geschrieben habe… Aber Moment, der Rabe ging erst heute Morgen nach Drachenstein. Der junge Wolf ist nicht wegen meines Briefes aufgebrochen. Doch darauf kommt es ja auch nicht an. Hauptsache, er greift endlich Harrenhal an."

"Es tut mir leid, Euer Gnaden", entschuldigte sich Brienne, "aber es heißt, dass Robb Stark nach Westen zieht."

"Was?", rief Renly erstaunt. "Muss man diesem Knaben beibringen, wie man Landkarten liest? Er sollte doch wissen, dass Harrenhal östlich von Schnellwasser liegt. Oder befolgt er nur einen unsinnigen Befehl von Stannis?"

"Mein Gemahl, was könnte Robb Stark beabsichtigen, wenn er nach Westen zieht?", fragte Margaery.

"Das würde ich selbst gerne wissen", schnaubte Renly. "Vielleicht will er die Lannisters in ihrem eigenen Land angreifen, um Lord Tywin damit aus Harrenhal herauszulocken. Ein sehr gewagtes Vorgehen. Das könnte gelingen, aber auch völlig scheitern. Wenn der junge Wolf in den Westlanden unterliegt, könnte Tywin Lannister ungehindert nach Königsmund ziehen."

"Können wir ihn nicht daran hindern und ihm den Weg verstellen?", fragte Margaery.

"Nicht auf dem Rosenweg", antwortete Renly, "aber ich habe schon eine Idee, was wir machen könnten. Aber das will ich erst mit meinen Lords besprechen – zumindest mit denen, die noch nicht zu betrunken sind. Lady Brienne, sagt Lord Tarly, dass ich gleich komme." Die große Frau nickte und stieg wieder die Treppe hinunter.

Renly bot Margaery seinen Arm an. "Gehen wir, meine Gemahlin!"

Margaery hakte sich bei ihm ein und ahnte, dass nun wieder eine lange Besprechung bis tief in die Nacht bevorstand. Jetzt werden wir wieder nicht die ehelichen Pflichten erfüllen, dachte sie enttäuscht.

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Eddard V

Wütend schleuderte Stannis den Brief von Renly zu Boden. "Dieser unverschämte Verräter will mein Bruder sein?" Der König hatte Ned zu sich gerufen, nachdem die Antwort seines jüngeren Bruders eingetroffen war. Aufgebracht schritt er in der Kammer hin und her.

Ned bückte sich nach dem Brief, hob ihn auf und las:

An Stannis aus dem Hause Baratheon, Lord von Drachenstein

Mein innig geliebter Bruder,

du magst dich auf das Recht von Gesetz und Blut berufen, doch das ändert nichts daran, dass der Eiserne Thron gemäß dem Recht des Stärkeren und des besser Geeigneten mir zusteht. Dass du mir drohst und mich des Hochverrats bezichtigst, könnte ich zwar zum Anlass nehmen, dich zu bekriegen, doch zu deinem Glück bin ich ein kluger, gütiger und großzügiger König. Ich bin bereit, dir zu verzeihen und ernenne ich dich zu meinem Erben, solange ich kein Kind habe.

Weil ich dich so innig liebe, bin ich sogar so großzügig, und entspreche deiner Bitte, dich nicht anzugreifen, so lange unsere gemeinsamen Feinde, die Lannisters, nicht besiegt sind, wenn du sie deinerseits unverzüglich angreifst.

Gezeichnet mit Wappen und Siegel von Renly aus dem Hause Baratheon, dem Ersten Seines Namens, König der Andalen, der Rhoynar und der Ersten Menschen, Herr der Sieben Königslande und Beschützer des Reiches.


"War es das, was Ihr wolltet, Lord Stark?", fragte Stannis erregt. "Seid Ihr damit zufrieden, dass mein kleiner Bruder mich verhöhnt und aus meinem Angebot eine Bitte macht?"

Tatsächlich war Ned zufrieden, auch wenn ihm der anmaßende Tonfall des Briefes missfiel. "Euer Gnaden, ich verstehe Euren Zorn", sagte er beschwichtigend. "Renly ist respektlos, überheblich und unverschämt. Aber immerhin besitzt er genug Verstand, Euer Angebot anzunehmen. Wir können nun mit aller Kraft gegen die Lannisters kämpfen."

"Ihr meint, sobald König Elessar dazu bereit ist", schränkte Stannis mürrisch ein. "Wir müssen Königsmund vor Renly angreifen und vor allem müssen wir die Stadt erobern, bevor Tywin Lannister sein Heer dorthin bringt. Das sollte eigentlich Euer Sohn verhindern, Lord Stark. Weiß der Junge, was er macht?" Auch in Drachenstein war vernommen worden, dass Robb mit seinem Heer nach Westen zog.

"Bestimmt weiß er das!", meinte Ned. "Robb ist bewusst, dass ein Angriff auf Harrenhal aussichtslos wäre, so lange die Burg mit einem solch großen Heer bemannt ist."

"Ein Angriff auf Casterlystein wäre wohl kaum aussichtsreicher!", schnaubte Stannis. "Aber bitte, ich ahne, was Euer Sohn vorhat. Wenn es gelingt, kann es entscheidend zum Sieg gegen die Lannisters beitragen. Danach werde ich mich um Renly kümmern."

"Euer Gnaden, er ist immer noch Euer…"

"Ich weiß, dass er mein Bruder ist!", fauchte Stannis. "Aber solche Anmaßungen werde ich mir nicht mehr gefallen lassen. Ich werde ihm noch eine Gelegenheit geben, vor mir das Knie zu beugen, ansonsten… Melisandre hat mir gesagt, dass es Mittel und Wege gibt, mit Renly fertig zu werden – trotz seiner großen Streitmacht."

"Was denn für Mittel, Euer Gnaden?", fragte Ned beunruhigt.

"Das braucht Ihr nicht wissen, Lord Stark!", antwortete Stannis barsch. "Und kein Wort davon zu unseren Verbündeten aus Gondor! Die brauchen nur zu wissen, dass sie nicht gegen Renly kämpfen müssen. Sprecht mit Fürst Faramir und gebt ihm den Brief – und fragt, ob sein König endlich bereit ist, mit mir nach Königsmund zu ziehen!"

"Wie Ihr befehlt!" Ned verneigte sich und verließ die Kammer. Er ging aus der Festung hinab in Richtung Hafen und dachte über Stannis‘ Worte nach. Einerseits war erfreulich, dass Stannis und Renly zunächst nicht gegeneinander kämpfen würden. Doch die Gefahr eines Bruderkrieges war damit nicht gebannt, sondern nur aufgeschoben. Dabei müssen Brüder gerade jetzt zusammenhalten, denn der Winter naht. Ein langer, harter Winter. Und mit dem Winter kommen die Anderen.

Seine Gedanken wanderten zu dem erschreckenden Traum, von dem König Elessar berichtet hatte. Kann das wahr sein? Kommen die Anderen wirklich wieder? Nach achttausend Jahren? Für Ned waren die Anderen eine Legende aus uralten Zeiten gewesen und es fiel ihm nicht leicht, an ihre Wiederkehr zu glauben. Aber warum sonst haben die Götter die Männer aus der anderen Welt zu uns geschickt? Gewiss nicht nur, um meinen Kopf zu retten. Nein, so wichtig bist du nicht, Ned Stark!

Gondor hilft Westeros

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Ned freute sich auf den Besuch bei Faramir. Das Verhältnis zu König Elessars Hand war mittlerweile geradezu freundschaftlich. Überdies waren die Männer aus Gondor nicht nur Stannis‘ Verbündete gegen Joffrey; in gewisser Weise waren sie auch Neds Verbündete am Hof von Drachenstein, an dem eine deutliche Spaltung in zwei Parteien bemerkbar war: Auf der einen Seite waren die Anhänger der alten und neuen Götter wie Ned, Maester Cressen, Lord Sonnglas und Ser Davos; auf der anderen Seite die Anhänger des Herrn des Lichts, die von Lady Melisandre, Königin Selyse und ihrem Onkel Ser Axell Florent angeführt wurden. Die Spaltung ging manchmal sogar durch Familien: So waren die beiden ältesten Söhne von Ser Davos, Dael und Allard, gleichen Sinnes wie ihr Vater, doch zwei ihrer jüngeren Brüder, Matthos und Devan, waren fasziniert von der Roten Frau und ihrem Gott.

Schließlich gelangte Ned zum Hafen und begab sich zu Faramirs Schiff, das an einem der Kais ankerte. Die Wachen ließen ihn ungefragt passieren und einer der Soldaten meldete Faramir sein Kommen. Ned fragte sich, wie viele von ihnen schon seinen Doppelgänger, Faramirs toten Bruder Boromir gekannt hatten. Zu Neds Unbehagen schien es sich auch unter Stannis‘ Leuten herumzusprechen, warum Faramir ihn gerettet hatte.

Der Fürst von Ithilien empfing den Lord von Winterfell in seiner Kajüte. "Willkommen, Lord Stark", begrüßte Faramir seinen Gast. "Nehmt doch bitte Platz!" Sie setzten sich.

"Wir haben eine Antwort von Lord Renly bekommen", berichtete Ned und reichte Faramir den Brief. Faramir las ihn durch und gab ihn Ned zurück.

"Ein erfreulicher Inhalt, in unverschämte Worte gepackt", meinte er. "Ich möchte mir nicht ausmalen, wie Euer König dies aufgenommen hat."

"Stannis war verständlicherweise zornig", seufzte Ned. "Aber das wichtigste ist, dass Lord Renly das Angebot angenommen hat. Wir kämpfen getrennt, aber gegen denselben Feind. König Stannis meint, wir sollten bald Königsmund angreifen. Seid Ihr bereit dafür?"

"Nun ja…" Faramir antwortete zögernd. "Unsere Männer machen große Fortschritte beim Erlernen Eurer Sprache, ja. Wir werden in dieser Hinsicht sicher bald bereit sein. Aber…"

"Aber?" Ned blickte den Fürsten fragend an.

"Wir haben uns die Pläne der Stadt angeschaut und uns einen Überblick verschafft. König Elessar ist zu dem Schluss gekommen, dass es besser wäre, die Stadt gemeinsam mit den Truppen von Lord Renly anzugreifen."

Ned schüttelte den Kopf. "Darauf wird sich König Stannis niemals einlassen. Außerdem kommt Lord Renly nur sehr langsam voran. Er wartet ab, wie wir und die Lannisters uns bekämpfen. Nein, wir werden Königsmund alleine angreifen müssen. Haltet Ihr das etwa für aussichtslos?"

"Das nicht", räumte Faramir ein. "Wir haben zusammen insgesamt siebzehntausend Männer. Sofern die Stadt nicht von mehr als sechs- oder siebentausend Männern verteidigt wird, können wir sie mit Glück und Geschick erobern. Allerdings kann das ein sehr blutiger und verlustreicher Angriff werden. Außerdem ist es mit der Eroberung der Stadt allein nicht getan. Wir müssen sie danach auch halten können. Spätestens wenn das Heer von Tywin Lannister anrückt, werden wir Verstärkung brauchen. Wenn sie nicht von Lord Renly kommt… Was macht Euer Sohn jetzt, Lord Stark?"

"Robb ist nach Westen aufgebrochen", berichtete Ned. "Er greift die Lannisters in ihrem eigenen Land an und versucht damit wohl, Lord Tywin aus Harrenhal herauszulocken. Ein sehr wagemutiges Vorhaben."

"In der Tat", stimmte Faramir zu, "und ich würde dazu raten, abzuwarten, ob er damit Erfolg hat, ehe wir selbst angreifen. Aber selbst in diesem Falle müssen wir über die Eroberung hinaus an die Verteidigung der Stadt denken: Was ist, wenn Renly mit seinem riesigen Heer nach Königsmund marschiert? Wird er Stannis auch nach einem Sieg über die Lannisters nicht angreifen oder kommt es dann zum Bruderkrieg?"

"Ich weiß es nicht", antwortete Ned, "doch König Stannis verspricht Euch, dass Ihr nicht gegen Lord Renly zu kämpfen braucht."

"Ach, tatsächlich?" Faramir war überrascht. "Will er sich nun doch mit seinem Bruder verständigen?"

"Ich…" Ned stockte. Er wollte Faramir nicht belügen, doch andererseits hatte Stannis ihm einen eindeutigen Befehl erteilt. "Ich weiß nicht, was der König vorhat." Das entspricht zumindest teilweise der Wahrheit. "Er hat mir nur aufgetragen, Euch sein Versprechen mitzuteilen."

Faramir blickte Ned prüfend an. Er merkt, dass ich ihm nicht die ganze Wahrheit sage. Doch der Fürst von Ithilien verzog keine Miene.

"Also gut", sagte er, "ich werde König Elessar die Nachrichten überbringen. Nach der Durchsicht der Pläne der Stadt möchte er Euch ein Treffen in größerer Runde vorschlagen, um gemeinsam einen Schlachtplan auszuarbeiten."

"Ein ausgezeichneter Vorschlag", stimmte Ned zu. "König Stannis wird sicher erfreut sein."

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