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Mittelerde & andere phantastische Welten » Die Gaukler-Stube » Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel IX

Ailin

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel IX [Re: Ailin]

Bevor er den Hügel hinab ritt, wendete Dwalin noch einmal sein Pony und ließ den Blick den Weg zurück schweifen, den er gekommen war.
Weit entfernt, gerade noch erkennbar, flackerten die Feuer des zwergischen Nachtlagers unstet in der hereinbrechenden Dunkelheit. Der Tross mit Reitern, Karren und Wagen kam nur langsam voran, und Dwalin würde Dis und ihr Gefolge problemlos einholen, wenn er morgen Mittag aufbraeche. Die bleiche Sichel eines Mittsommermondes stieg über der fernen dunklen Bergkette der Ered Luin auf, die er vielleicht zum letzten Mal gesehen hatte. Vor genau einem Jahr hatten sie unter dem gleichen Mond im Haus des Elben Elrond über die Rückeroberung Erebors gesprochen. Nun war der erste Teil der Zwerge der Blauen Berge auf dem Weg, für immer in die alte Heimat im Osten zurück zu kehren, und mit ihnen Dwalin. Doch vorher wollte er noch etwas erledigen.
Versunken in den Anblick der zweiten Heimat seiner Familie, rieb sich Dwalin über das Hemd, unter dem die kaum verheilte Tätowierung juckte. Drei Schwerter, zwei zwergische und eine geschwungene Elbenklinge, zerbrochen, über denen ein Rabe seine Schwingen breitete, drei Runen, eine neben jeder Klinge, waren vor wenigen Tagen zu all den Bildern dazu gekommen, die bereits seinen Körper zierten. Und alle an einen Verlust erinnerten...
Dwalin riss seinen Blick von den in der Dunkelheit versinkenden fernen Bergen der Ered Luin los, wandte das Pony und trabte huegelabwaerts. Richtung Siedlung.
Wenig später glitt der Krieger vor einem Gartentor aus dem Sattel, hinter welchem steinerne Stufen hangaufwaerts zu einer von einer Laterne erleuchteten Tür führten. Dwalin band die Zuegel seines Ponys an einen Busch, so dass das Tier das saftige Gras im Umkreis erreichen konnte.
Dann schulterte er seinen Reisesack und zog die Glocke, die neben der runden grünen Tür mit dem Messingknauf hing...

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PadogasTook

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel IX [Re: Ailin]

Bilbo stellte den Teller mit dem Fisch auf den Küchentisch. Eine Ecke war am Rand herausgebrochen, Zeichen der Odyssee, die der Teller auf dem Rückweg zu seinem Besitzer hinter sich gebracht hatte. Der Hobbit zog eine kurze Grimasse, schnappte sich eine der Servietten aus der Aussteuer seiner Mutter, die er glücklicherweise in einem von einem seiner Tukcousins zurückbekommen hatte. Gemütlich ließ er sich auf die Bank fallen, da hörte er die Türglocke. Wer um alles in der Welt... Er legte die die Serviette auf den Tisch und marschierte zur Tür. Welcher seiner verdammten heuchlerischen Mithobbits es wagte ihn jetzt zu stören, konnte aber was erleben.
Er riss die Tür auf und stutzte, dann hob er eine Augenbraue und meinte trocken: „Bloß weil ich sagte, ihr bräuchtet nicht klopfen, heißt das noch lange nicht, dass du diesen infernalischen Lärm mit der Glocke machen musst!“ Einen Moment starrten Zwerg und Hobbit einander unbeweglich an, dann zog sich über beide Gesichter ein Grinsen und die beiden Gefährten lagen sich in den Armen.
„Komm herein, Dwalin! Es gibt Fisch, alles was die Speisekammer sonst noch hergibt, einen ordentlichen Schluck - und natürlich Kekse!“

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Ein Hobbit tut sowas nicht, ha!
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Ailin

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel IX [Re: PadogasTook]

Dwalin liess den Blick von dem abgenagten Fisch zu Bilbos Gesicht gleiten.
Manche Dinge aenderten sich nie. Der Hobbit zog die gleiche, leicht bedauernde Grimasse wie vor etwas mehr als einem Jahr, als ihm Dwalin sein Abendessen vor der Nase weg aß.
Innerlich belustigt, doch aeusserlich unbewegt biss der Krieger den Fischkopf ab und amüsierte sich erneut über den halb erschrockenen, halb angewiderten Ausdruck in Bilbos Augen. Der Kleine hatte sich auch nach der langen Reise wohl immer noch nicht an zwergische Tischmanieren gewöhnt...
Das nächste Dejavu wartete bereits, als Bilbo ihm das Keksglas entgegenstreckte.
"Hol mir ein Bier, Kleiner! Oder hast du die Speisekammer noch nicht wieder aufgestockt?" brummte der Krieger.
Während der Halbling einen Krug ergriff und Richtung Vorratskammer eilte, stellte Dwalin seinen Reisesack auf einen Stuhl und oeffnete ihn, um etwas zu entnehmen, das in gewachste Tücher gewickelt ganz oben auf lag.
Er hatte die Zeit am Fluss gut genutzt, während die Zwerge das Nachtlager aufschlugen, bevor die Dämmerung hereinbrach.
Als Bilbo, den vollen Humpen in der Hand, wieder in der Tür erschien, zwinkerte Dwalin ihm zu: "Du dachtest doch nicht etwa, ich esse einem guten Freund sein Nachtmahl weg!" Grinsend hob er beide Hände. "Wo ist deine Bratpfanne? Ich hoffe, dass diese vier Fische da rein passen! " Und dann fügte er mit einem Nicken zu einer verkorkten Tonflasche hinzu, die er auf den Tisch gestellt hatte."Zum Runterspuelen hab ich das Beste mitgebracht, was die Destillen der Blauen Berge hergaben.
Ich hoffe, du vertraegst einen ordentlichen Zwergenschnaps! Der Abend wird lang!"

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PadogasTook

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel IX [Re: Ailin]

Nun, die Pfanne fasste die vier Fische nur auf zwei Portionen. Aber das gab Dwalin und Bilbo die Gelegenheit ausgiebig die letzten Neuigkeiten auszutauschen. Bilbo berichtete von seinem Versteigerungserlebnis und erntete dafür von Dwalin ein paar sehr deutliche Worte über die Ehrbarkeit der ach so ehrenwerten Hobbits, denen er nur von Herzen mit einem guten Schluck Zwergenschnaps zustimmen konnte. Nach dem Essen ließen sich die beiden Freunde schließlich an Bilbos Kaminfeuer in der Wohnstube nieder. Dwalin erzählte noch stockender als es seiner zurückhaltenden Art entsprach von Dis und schloss seinen Bericht mit "Sie ist die stärkste Zwergin, die ich kenne!" Bilbo nickte: "Sie hat so viel verloren und behält trotzdem ihren Mut! Wie gerne hätte ich sie kennengelernt!" Eine lange Zeit schwiegen beide. Jeder sah die Verlorenen vor sich.
"Auf Thorin!"
"Auf Fili!"
"Auf Kili!"
Und während Kerzen und Feuer niederbrannten und die Flasche Zwergenschnaps mit jedem Toast sich langsam leerte, wurden nur hin und wieder Worte gewechselt, der Rest war Schweigen und Erinnerung.

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Draußen im Gebüsch vor der Stube saß, mal wieder, Pado. Er hatte Dwalins Pony im Bühl stehen sehen und war kurz davor gewesen, einfach bei Bilbo hereinzuplatzen, doch durch das geöffnete Wohnzimmerfenster hatte er einen Teil des Gespräches mitbekommen. Nein, hier wollte er nicht stören. Er schlang die Arme um die Knie und starrte den Bühl hinunter über das Tal und ergänzte leise:
"Auf Arrin!
Auf Borin!
Auf Ascarion!
Auf Ailin!"

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Geändert durch PadogasTook (08.03.2019 21:34)

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