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Mittelerde & andere phantastische Welten » Kreativschmiede » Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige

Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Eddard IV

Verständnislos schüttelte Ned den Kopf, als er den Brief seines Sohnes las. Balon Graufreud durch seinen Sohn um Hilfe bitten? Was für ein Unsinn, Robb! Ned saß am Tisch in seinem Gemach und griff zur Schreibfeder.

Für Ned bestand kein Zweifel, dass er Theons Ansinnen ablehnen musste. Theon war ein guter Junge, aber seinem Vater war nicht zu trauen, daher durfte der junge Graufreud auf keinen Fall nach Peik zurückkehren. Ned hatte zwar auch schon überlegt, ob man sich mit Lord Balon verbünden könnte, doch dabei hatte er zu keiner Zeit erwogen, Theon zu seinem Vater zu schicken. Er hatte seine Gedanken an ein Bündnis mit Lord Balon schließlich verworfen, da Stannis als Meister der Schiffe wesentlichen Anteil an der Niederschlagung der Graufreud-Rebellion vor zehn Jahren gehabt hatte und er Lord Balon noch mehr misstraute als Ned. Er schrieb eine deutliche Ablehnung, die er später dem König vorlegen würde.

Noch mehr als Theons unsinniger Vorschlag machte Ned Sorgen, was Robb über Lysa Arryn berichtete. Cat war im Streit von ihrer Schwester geschieden. Lady Arryn kümmerte sich nicht darum, dass das Land ihres Vaters von den Lannisters verwüstet wurde. Sie wollte sich scheinbar aus dem Krieg heraushalten und daher Stannis wohl nicht unterstützen. Umso mehr brauchen wir das Bündnis mit König Elessar!

Am meisten bekümmerte Ned Robbs Frage, ob man nicht mit den Lannisters verhandeln und den Königsmörder gegen Sansa tauschen könnte. Sicher kam das nicht alleine von Robb, sondern auch von Cat. Ned hatte dies bereits selbst Stannis vorgeschlagen, doch der König hatte jeglichen Kontakt mit den Lannisters abgelehnt. "Solange wir den Königsmörder haben, wird Eurer Tochter nichts geschehen", hatte Stannis gesagt. "Wir befreien sie, wenn wir Königsmund erobern!" Ned bezweifelte hingegen, dass Sansa nichts geschehen würde, doch der König war unerbittlich geblieben.

Gerade, als Ned überlegte, ob er Stannis aufsuchen sollte, klopfte es an der Tür und Faramir trat ein. "Seid gegrüßt, Lord Stark", sagte er. "Kann ich Euch sprechen?"

"Gewiss, Lord Faramir!", antwortete Ned. "Worum geht es?" Hoffentlich nicht um die Ähnlichkeit zwischen mir und seinem toten Bruder. Ned fand es unheimlich, dass er einen Doppelgänger in einer anderen Welt gehabt hatte, auch wenn Faramir ihn genau deshalb gerettet hatte. Bei weiteren Gesprächen hatte Ned herausgefunden, dass Faramir ein der Hand des Königs entsprechendes Amt in Gondor bekleidete. Ned war daher etwas verwundert, dass Faramir seinen König in eine andere Welt begleitete, statt ihn zu vertreten. Faramir hatte darauf erklärt, dass sein Onkel Imrahil, Fürst von Dol Amroth, das Amt ausüben würde.

"Es ist endlich soweit, Lord Stark!", sagte Faramir freundlich. "König Elessar hat den Wunsch geäußert, an Land zu kommen und König Stannis zu treffen, um mit ihm die Bedingungen für ein Bündnis auszuhandeln. Mein König hat mich zu Euch geschickt, um das Treffen vorzubereiten."

"Das ist gut! Das ist sehr gut!", rief Ned erfreut. "Endlich eine erfreuliche Nachricht an diesem Tage! Bitte, setzt Euch doch, Lord Faramir!"

Faramir nahm am Tisch gegenüber von Ned Platz. "Habt Ihr heute auch unerfreuliche Nachrichten erhalten, Lord Stark?", fragte er.

"Ja, leider", seufzte Ned. "Nachrichten von meinem Sohn: Die Ritter meiner Schwägerin Lysa werden Stannis nicht im Kampfe beistehen – und dass, obwohl die Lannisters ihren Gatten ermordet haben und ihre Heimat verheeren. Das macht die schwierige Lage in den Flusslanden noch schwieriger. Um ehrlich zu sein: wir sind dringend auf das Bündnis mit Eurem König angewiesen." Ned vertraute seinem Lebensretter Faramir, darum scheute er sich nicht, ihm dies zu verraten.

"Ich muss mehr über all das erfahren", sagte Faramir ernst. "König Elessar hat mir aufgetragen, mir einen Überblick zu verschaffen: Wie groß ist Eure Streitmacht, wie stark sind die Lannisters und wie steht es derzeit im Krieg?"

Ned nickte. "Ihr werdet Antworten auf Eure Fragen erhalten!" Er öffnete eine Schublade unter dem Tisch, in der eine Karte von Westeros lag. Er holte sie heraus und entrollte sie auf dem Tisch. Anhand der Karte erläuterte er Faramir die Größe der Heere und den Stand der Kämpfe in den Flusslanden. "Noch gelingt es meinem Sohn, Lord Tywin Lannisters Heer zu binden und von einem Marsch nach Königsmund abzuhalten. Auf gar keinen Fall darf dieses Heer zur Hauptstadt gelangen, denn mit so vielen Verteidigern würde sie nahezu uneinnehmbar."

"Stannis will Königsmund angreifen?", fragte Faramir.

"Sobald wie möglich", antwortete Ned. "Doch dafür hat er hier in Drachenstein zu wenig eigene Soldaten. Ser Davos Seewert hat noch einige lysenische Söldner gewinnen können, da er mit ihrem Anführer befreundet ist. Aber auch mit ihnen sind wir zu wenige. Ohne Eure Streitmacht wäre ein Angriff auf Königsmund aussichtslos."

"Ich verstehe." Faramir wurde nachdenklich. "Die Stadt zu erobern wird sehr schwierig sein. Und sie zu halten, wenn das Heer der Lannisters doch kommt, wird nicht leichter."

"Es könnte statt der Lannisters ein anderes Heer vor der Stadt erscheinen", fuhr Ned fort. "In diesem Krieg gibt es mehr als zwei Parteien." Er berichtete Faramir von Renly und dessen Bündnis mit Rosengarten. Der Mann aus Gondor schüttelte betroffen den Kopf.

"Ein jüngerer Bruder, der sich gegen den älteren auflehnt – das ist eine sehr üble Sache!", meinte er. "Umso mehr, wenn er über eine solch gewaltige Streitmacht verfügt. Gibt es keine Möglichkeit, dass sich die beiden Brüder verständigen?"

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

"Ich wünschte, das wäre möglich!", seufzte Ned. "Aber Stannis ist bei diesem Thema unerbittlich. Er will nicht mit Renly verhandeln, sondern erwartet, dass sein Bruder sich ihm unterwirft. Renly wiederum… Ich kenne ihn vom Hof in Königsmund, wo er Roberts Meister des Rechts war. Er ist im Grunde kein schlechter Mensch, nein, vielmehr ist er ein sehr freundlicher und fröhlicher junger Mann, aber leider ist er auch töricht, leichtsinnig und überheblich. Die Brüder lieben sich nicht."

"Schwierige Voraussetzungen, um einen Bruderkrieg zu vermeiden", bedauerte Faramir. "Doch ich sehe dies genauso wie Ihr. Wir müssen versuchen, ein solches Unglück zu verhindern. Ihr sagtet, Lord Renly war auch am Hof von Königsmund. Warum haben die Lannisters ihn nicht wie Euch in den Kerker geworfen? Und wie konnten sie Euch in den Kerker werfen, obwohl Ihr die Hand des Königs wart?"

"Lord Renly ist rechtzeitig geflohen", antwortete Ned und erzählte Faramir, was nach Roberts Tod in Königsmund passiert war und wie er von Kleinfinger, dem Jugendfreund und abgewiesenen Verehrer seiner Gemahlin, hintergangen worden war.

"Das ist ein ziemlich übler Intrigant, dieser Petyr Baelish", bemerkte Faramir. "Erinnert mich an…"

"Einen ähnlichen Mann am Hofe Eures Königs?", fragte Ned.

"Nein, nicht an jemanden den ich persönlich kannte", antwortete Faramir, "aber am Hofe eines befreundeten Königreiches gab es auch so einen verschlagenen Kerl, der Schlangenzunge genannt wurde. Auch er begehrte eine Jungfrau, die weit über seinem Stande war – die Nichte des Königs. Er wurde zum Verräter, doch seine Ränke wurden aufgedeckt, er wurde fortgejagt und fand fern seiner Heimat ein böses Ende. Mir blieb seine Bekanntschaft erspart, denn ich kenne ihn nur aus den Erzählungen meiner Gemahlin. Sie war jene Jungfrau, der dieser abscheuliche Intrigant nachstellte."

"Ihr seid mit einer ausländischen Prinzessin verheiratet? Eure Heirat diente gewiss dazu, die Freundschaft zwischen Gondor und diesem anderen Reich zu festigen", schlussfolgerte Ned.

Faramir schüttelte den Kopf. "Nein, die unverbrüchliche Freundschaft zwischen Gondor und Rohan wurde durch das Band unserer Ehe zwar gefestigt, aber ich habe Éowyn nicht deswegen geheiratet. Wir haben geheiratet, weil wir uns unsterblich ineinander verliebt hatten." Er lachte. "Habt Ihr etwa aus politischen Gründen geheiratet, Lord Stark?"

"Ja, in der Tat", sagte Ned ernst. "Catelyn Tully war eigentlich meinem älteren Bruder Brandon versprochen gewesen. Aber nachdem er und unser Vater vom irren König ermordet worden waren und ich unversehens der neue Lord von Winterfell geworden war, habe ich Cat unverzüglich geheiratet, auch wenn ich sie am Tage der Hochzeit das erste Mal sah. Die Liebe kam bei uns dann im Laufe der Ehe."

"Ihr habt Eure Gemahlin bei Eurer Hochzeit kennen gelernt?", fragte Faramir befremdet. "Arrangierte Ehen gibt es in unserer Welt zwar auch, aber dass sich die Brautleute nicht kennen, wäre bei uns kaum denkbar."

"Es ist vielleicht nicht wünschenswert", räumte Ned ein, "aber manchmal müssen eben solche Ehen geschlossen werden. Auch mein erstgeborener Sohn Robb wird eine Tochter aus dem Hause Frey ehelichen, die er noch nicht kennt." Dabei erinnerte er sich, dass laut Robbs Brief auch Arya einem Sohn von Walder Frey versprochen war – und davon noch nichts wusste.

"Was ist mit Euch?", fragte Faramir. "Worüber denkt Ihr nach, Lord Stark?"

"Verzeiht", sagte Ned, "mir ist nur gerade eingefallen, dass ich später noch etwas wichtiges mit meiner Tochter zu besprechen habe. Aber zurück zu unserem Gespräch. Habt Ihr noch Fragen, Lord Faramir?"

"Ja, Lord Stark. Was denkt Ihr über Lady Melisandre, die Rote Frau?"

Ned atmete tief durch. "Um ehrlich zu sein, ist mir diese Frau überhaupt nicht geheuer. Ihr fanatisches Gerede von ihrem Gott ist mir unheimlich, ihre Verachtung der alten und neuen Götter ist abscheulich und ihr Einfluss auf die Königin und ihren Onkel erscheint mir sehr unheilvoll. Es heißt, sie wolle die Septe zerstören und die Standbilder der Sieben verbrennen. Das ist blasphemischer Wahnsinn! Stannis darf das nicht zulassen, denn sonst würde er sich bei allen Anhängern der Sieben verhasst machen. Hattet Ihr auch schon mit dieser Frau zu tun?"

"Nein, nicht seit dem ersten Treffen bei Eurem König, bei dem ich kein Wort von ihr verstanden habe. Aber mein Vetter Elphir hat sie einige Male besucht und dem König und mir davon berichtet und einiges davon war auch für uns befremdlich und verstörend. Inwiefern ist Melisandres Einfluss auf die Königin unheilvoll? Unterstützt Königin Selyse diesen 'Wahnsinn', wie Ihr es nennt?"

"Mehr als das. Melisandre hat gegenüber der Königin behauptet, dass sie Lord Renlys Tod in den Flammen gesehen hätte. Königin Selyse hat dann ihrem Gemahl einen Brudermord nahegelegt. Ich habe zwar darauf verwiesen, dass Sippenmörder vor den alten und den neuen Göttern verflucht sei, aber Selyse hat meinen Einwand mit dem Hinweis auf ihren Gott verworfen." Ned hielt kurz inne. "Da hatte ich die Idee, dass Euer König den meinen von einem Brudermord abhalten könnte…"

Faramir zog die Stirn in Falten. "Ich werde König Elessar davon berichten. Sippenmörder sind auch in unserer Welt verflucht. Wir müssen uns freilich auch noch überlegen, wie wir mit Renly umgehen sollen und wie wir dem unheilvollen Wahnsinn Einhalt gebieten können."

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Hisimir

Gefährte

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Uhhh jetzt wird es spannend. Westeros' Intriganz trifft auf Mittelerdes Unschuld. Das werden spannende Kapitel. Ich kann es kaum erwartet.
Liest sich echt gut

Ehre das Gimp!
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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Hisimir]

Danke, Hisimir!

Intriganz gab es in Mittelerde auch, wie das von Faramir erwähnte Beispiel zeigt. Und nach allem, was Ned widerfahren ist, sind die Herren Gondors keineswegs naiv-unschuldig und werden sich nicht leicht überrumpeln lassen.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Arya III

"Mutter hat WAS?", rief Arya empört. "Sie hat mich für eine verdammte Brücke an die Freys verkauft?"

Ihr Hoher Vater war in ihre Kammer eingetreten und hatte in sehr ernstem Ton gesagt, dass er mit ihr reden müsse. Dann hatte er ihr von der Vereinbarung ihrer Hohen Mutter mit Lord Frey berichtet, nach der Arya den jüngsten Sohn des Lords der Zwillinge heiraten sollte.

"Beruhige dich, Arya!", bat Lord Eddard. "Deine Mutter musste das tun. Robb braucht die Unterstützung der Freys in diesem Krieg. Er wird selbst eine Tochter von Walder Frey ehelichen."

"Das ist was anderes!", erwiderte Arya hitzig. "Robb ist ein Junge und der Erbe von Winterfell, der sowieso irgendeine Lady heiraten und betten und mit ihr Kinder machen muss, aber ich… ich… ich will keinen Frey-Jungen heiraten! Ich will überhaupt nicht heiraten! Ich will nicht, dass mich irgendein Frey bettet und mir Kinder macht!"

"Arya, bitte!", stöhnte ihr Vater. "Du bist eine Tochter des Hauses Stark und du musst eines Tages ohnehin heiraten! Du willst doch nicht Septa oder Schweigende Schwester werden?"

"Nein, ich will nicht!" Arya fing an zu weinen. "Lieber gehe ich zur Nachtwache wie Jon und Onkel Benjen. Die dürfen nicht mal heiraten."

"Ach Kind!" Lord Eddard ging in die Knie und umarmte Arya tröstend. "Du weißt doch, dass Mädchen nicht zur Nachtwache dürfen. Schau, dieser Frey-Junge ist vielleicht ganz nett. Außerdem werden noch einige Jahre vergehen, bis ihr heiratet. Bis dahin denkst du über das Heiraten und Kinderkriegen ganz anders als heute."

"Nein!", schluchzte Arya. "Warum macht Mutter so etwas? Was habe ich ihr getan, dass sie mir das antut? Was ist, wenn dieser Frey-Junge so ein Ekel wie Joffrey ist?"

Ihr Vater atmete tief durch, ehe er sprach. "Erwarte doch nicht gleich das Schlimmste! Du hast deiner Mutter nichts getan. Aber du musst dir vorstellen, in welcher Situation Robb und deine Mutter waren. Sie sind in den Krieg gezogen, um uns zu befreien und um den Flusslanden gegen die Überfälle der Lannisters beizustehen. Sie standen mit ihrem Heer vor den Zwillingen und mussten dort unbedingt den Fluss überqueren, was nur mit der Zustimmung von Walder Frey möglich war, der seine Unterstützung nicht umsonst gewährt. Lord Frey hat zahlreiche Kinder und ist vor allem darauf aus, sie möglichst gut zu verheiraten. Und deine Mutter… sie stammt aus dem Hause Tully. Du kennst doch die Worte der Tullys?"

"Familie, Pflicht, Ehre", sagte Arya freudlos. "Aber ich bin keine Tully! Ich bin eine Stark! Ich bin eine Wölfin und keine Forelle!"

"Arya, bitte höre mir zu. Deine Mutter musste als junges Mädchen genau nach den Worten ihres Hauses handeln: Sie hat mich geheiratet, obwohl sie mich nicht kannte. So erfüllte sie ihre Pflicht und erwies ihrer Familie Ehre."

"Aber Vater, ich bin nicht wie Mutter… ich bin mehr wie du. Bitte sage mir, dass du mich nicht an die Freys verkauft hättest."

Lord Eddard zögerte, dann schüttelte er den Kopf. "Auch ich habe deine Mutter geheiratet, obwohl ich sie gar nicht kannte. Ich weiß nicht, ob ich mit Lord Frey eine solche Vereinbarung getroffen hätte. Es spielt auch keine Rolle. Auch wenn ich nicht von den Tullys abstamme, so sind auch mir Familie, Pflicht und Ehre am wichtigsten."

Da hatte Arya eine Idee. "Kann nicht Sansa die Frau dieses Frey-Jungen werden? Sie möchte doch unbedingt heiraten."

"Ich bezweifle, dass Lord Frey damit einverstanden wäre", erwiderte ihr Vater. "Außerdem ist Sansa immer noch in Gefangenschaft."

"Aber wir werden sie doch sicher bald befreien?", fragte Arya.

Die Miene ihres Vaters verfinsterte sich. "Das hoffe ich, aber es wird nicht einfach, Sansa zu retten. Ich will gar nicht daran denken, was sie gerade erleiden muss und was Joffrey ihr antun könnte. Aber du willst deine Schwester nur befreien, um sie so zu verheiraten, wie deine Mutter dich verheiraten möchte?"

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Als Lord Eddard über Sansas Leid sprach, kam sich Arya auf einmal etwas selbstsüchtig vor. "Verzeih, Vater, ich hatte nicht bedacht, dass Sansa…" Sie brach ab und senkte die Augen.

"Schon gut, Arya. Du sagst, du seiest eine Wölfin. Dann sage ich dir nochmal, dass in der Kälte des Winters der einsame Wolf stirbt, aber das Rudel überlebt. Gerade jetzt müssen wir Starks zusammenhalten, denn der Winter naht."

"Ja, Vater!" Sie hatte immer noch die Augen gesenkt.

Noch einmal holte ihr Vater tief Luft. "Ich verspreche dir, bevor du heiratest, werde ich mir diesen Frey-Jungen genau anschauen. Und selbst wenn ich Ärger mit Walder Frey bekommen sollte, werde ich dich nicht an einen Mann verheiraten der deiner nicht würdig ist."

"Danke, Vater!" Sie schaute auf und blickte ihm in die Augen.

Lord Eddard stand auf. "So, und mache dir jetzt nicht zu viele düstere Gedanken über das, was erst in einigen Jahren passieren wird. Kann ich dich alleine lassen?"

Arya nickte und ihr Vater verließ ihre Kammer. Nachdem er gegangen war, warf sich Arya auf ihr Bett. Sie weinte nicht mehr, sondern dachte über das nach, was ihr Vater ihr gesagt hatte. Doch sie fand keine Ruhe, so dass sie schon einige Minuten später aufstand. Auf gar keinen Fall werde ich diesen Frey heiraten!

Sie ging hinaus, um mit Sharin zu sprechen. Sie fand die Prinzessin in ihrem Gemach, mal wieder in ein Buch vertieft. Als Sharin ihre Freundin bemerkte, sagte sie freundlich: "Arya! Schön, dass du kommst! Aber… was machst du denn für ein Gesicht?"

"Ich bin verlobt… worden", antwortete Arya. Dann sprudelte es aus ihr heraus und sie erzählte Sharin von der Vereinbarung ihrer Mutter mit den Freys und von dem Gespräch mit ihrem Vater. "Ich muss diesen Frey-Jungen heiraten, dabei kenne ich ihn nicht und ich will ihn nicht kennen!", klagte sie.

"Oh je, Arya!", seufzte Sharin und umarmte ihre Freundin. "Vielleicht kann mein Vater da etwas machen. Er ist schließlich der König. Soll ich ihn fragen?"

"Nein, lieber nicht!", bat Arya, die keine Hoffnungen auf den wenig herzlichen König setzte. "Nicht, dass du am Ende noch wegen mir Ärger mit deinem Vater bekommst."

"Oder mit meiner Mutter", ergänzte Sharin. "Sie wird für dein Anliegen kein Verständnis haben, denn sie hat mich gelehrt, dass es die natürliche Bestimmung adeliger Töchter sei, mit adeligen Söhnen verheiratet zu werden und es nicht wichtig sei, ob die Brautleute einander lieben. So war es bei meinen Eltern und bis heute gibt es keine Liebe zwischen ihnen."

"Natürliche Bestimmung!", murrte Arya. "Wenn ich das schon höre! Nur weil ich die Tochter eines Lords bin, darf man mich verkaufen wie eine Sklavin? Ich dachte, Sklaverei sei in Westeros verboten!"

"Und wenn du vor der Hochzeit wegläufst?", überlegte Sharin. "Dann könnte ich mich bereit erklären, den Frey-Jungen zu heiraten. Da hätte Lord Frey sicher nichts dagegen, denn ich bin ja sogar Prinzessin."

"Ach Sharin, du bist so lieb!", rief Arya und umarmte sie. Sie fand es sehr erstaunlich, dass zwei so gefühlskalte Menschen wie König Stannis und Königin Selyse eine derart warmherzige und liebenswerte Tochter hatten. "Aber damit werden deine Eltern sicher nicht einverstanden sein, dass du dir deinen Gemahl selbst aussuchst."

"Ja, gewiss", bedauerte Sharin, "sie werden meine Gemahl aussuchen. Ob sie wohl einen Lord finden, den das hier nicht abschreckt?" Sie berührte die Grauschuppen in ihrem Gesicht.

"Also wenn ein Lord dich nur deswegen nicht heiraten will, wäre er ein oberflächlicher Dummkopf!", meinte Arya. "Aber mache dir doch darüber keine Gedanken, bis du heiratest, werden noch Jahre vergehen!"

"Siehst du, dasselbe könnte man dir auch sagen!", erwiderte Sharin mit einem verschmitzten Lächeln.

"Ja, da hast du Recht!", rief Arya. Beide Mädchen lachten und vertrieben damit für den Augenblick ihre Gedanken an noch ferne Hochzeiten.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Elessar III

Der König von Arnor und Gondor schritt am Morgen des vereinbarten Tages mit seinem Gefolge auf der Treppe zur Festung Drachenstein hinauf, um sich endlich mit König Stannis zu treffen. Elessar ging mit Faramir und Elphir voran. Ihnen folgten die weiteren Herren, die bei der Begegnung anwesend sein sollten sowie hundert Krieger aus verschiedenen Einheiten: Wächter der Veste von Minas Tirith, Waldläufer von Ithilien, Männer der Weißen Schar von Emyn Arnen, Schwanenritter aus Dol Amroth, und Waldläufer aus Arnor.

Das Tor zur Festung wurde vor ihnen geöffnet. Im Hof standen mehrere Kompanien von Stannis‘ Kriegern Spalier. Elessar nickte im Vorübergehen den Soldaten zu und schaute in ihre Gesichter. In ihren Augen sah er vor allem Neugier.

Schließlich kamen sie zum Eingang zur großen Halle, der das Maul eines riesigen steinernen Drachen darstellte. Vor dem noch geschlossenen Tor stand Ser Axell Florent, der Kastellan von Drachenstein mit zwei Kriegern. Elessar blieb am Tor stehen und gab das Zeichen zum Anhalten. Zum Zeichen des Friedens nahm er sein Schwert ab und stellte es an die Wand. Zwei seiner Wächter traten hinzu, um Andúril zu bewachen und darauf zu achten, dass niemand das Schwert berührte. Auch die zwölf Männer, die ihn begleiten sollten, legten ihre Waffen ab.

Der Kastellan verneigte sich darauf kurz vor Elessar, dann ließ er das Tor öffnen und ging in die Halle voraus. Elessar folgte ihm mit seinen zwölf Begleitern. Also hinein in den Bauch des Drachen! dachte Elessar. Der Saal erschien ihm freilich nicht besonders groß – er war deutlich kleiner als seine eigene Halle in der Veste von Minas Tirith und als Meduseld, die Halle des Königs von Rohan. Außerdem war es in diesem Saal nicht annähernd so hell wie in seinen Hallen. Durch die östlichen Fenster fielen einige Strahlen der aufgehenden Sonne, außerdem erhielt die Halle Licht durch Feuer in zwei Standleuchtern am hinteren Ende, dennoch wirkte sie düster.

Am Ende der Halle führten mehrere Stufen hinauf zu einem großen, spitzen Fels, der aus dem Boden ragte und in den kunstvoll ein Sitz hineingearbeitet worden war und auf dem König Stannis thronte. Vor dem Fels saßen zur Linken und Rechten des Königs seine Gemahlin, Lady Melisandre, Eddard Stark und weitere Herren aus seinem Gefolge. Auf einer größeren Zwischenstufe war eine Reihe mit leeren Stühlen aufgestellt, die in die Richtung des Thrones blickten. Als Ser Axell die Männer aus Mittelerde hineinführte, erhoben sich Stannis und seine Leute.

Elessar und seine Männer stellten sich vor die für sie bereit gestellten Stühle. Wie zwischen Eddard und Faramir verabredet, sprach Stannis als erster: "Ich grüße Euch und heiße Euch willkommen in Drachenstein, Elessar Telcontar, König des Wiedervereinigten Königreiches von Arnor und Gondor!"

Darauf erwiderte Elessar: "Ich grüße Euch und danke Euch für Euer Willkommen, Stannis Baratheon, König der Andalen, der Rhoynar und der Ersten Menschen, Herr der Sieben Königslande und Beschützer des Reichs!"

Stannis blickte einen Augenblick unsicher zu Eddard, der zu seiner Rechten stand und ihm zunickte. "Ihr kennt ja bereits meine Hand", fuhr Stannis fort, "Eddard Stark, Lord von Winterfell und Wächter des Nordens. Er wird Euch nun mein Gefolge vorstellen."

Lord Stark nickte und stellte zunächst die Damen und Herren vor, die zur Linken von Stannis standen: "Ihre Gnaden, Königin Selyse Baratheon, Lady Melisandre aus Asshai, Lord Monford Velaryon von Driftmark, Lord Bar Emmon von Scharfspitze, Lord Ardrian Celtigar von der Klaueninsel und Ser Axell Florent kennt Ihr ja bereits." Der Kastellan hatte sich rasch bei Stannis‘ Gefolgsleuten eingereiht.

Elessar nickte den Vorgestellten zu, ehe sich Lord Stark an die Leute zu seiner Rechten wandte. "Lord Gunter Sonnglas von Süßhafensund, Maester Pylos, Maester Cressen, Ser Davos Seewert und Lord Salladhor Saan aus Lys." Letzterer war ein Mann mittleren Alters von dunkler Hautfarbe, wie sie in Mittelerde bei den Menschen aus Weit-Harad bekannt war. Hat Ähnlichkeit mit einem Corsaren, dachte Elessar, dann ergriff er das Wort:

"Vielen Dank, Lord Stark. Euer Gnaden, Ihr kennt auch meine Hand, Faramir, Denethors Sohn, Fürst von Ithilien und Lord von Emyn Arnen. Er wird Euch nun mein Gefolge vorstellen."

Der Truchsess nickte. Er stand auch zur Rechten seines Königs und stellte zunächst die Männer vor, die sich zur Linken Elessars befanden: "Kommandant Elphir von Dol Amroth, Hauptmann Erchirion von Dol Amroth, Lord Rondir von Lossarnach, Hauptmann Anborn aus Ithilien und Hauptmann Brindor aus Arnor." Er wandte sich nach rechts: "Lord Earnil von Pelargir, Lord Angbor von Lamedon, Lord Hirmor von Pinnath Gelin, Kommandant Dacil aus Minas Tirith, Hauptmann Túrin aus Minas Tirith und Hauptmann Beregond aus Emyn Arnen."

Da die Vorstellung damit abgeschlossen war, sagte Stannis: "Vielen Dank, Fürst Faramir. Setzen wir uns!" Die vierundzwanzig Herren und zwei Damen nahmen Platz. "Euer Gnaden, ich bitte Euch nun, uns zu erklären, wer Euch in unsere Welt geschickt hat und warum."

"Wie Ihr wünscht, Euer Gnaden", begann Elessar. "Mir ist bekannt, dass Eure Leute sich fragen, welche Götter uns geschickt haben: Die alten Götter des Waldes, die Sieben oder der Herr des Lichts. Meine Antwort lautet: Es waren alle zusammen."

Ein Raunen ging durch die Reihe von Stannis‘ Leuten. "Aber das ist doch nicht möglich!", rief Königin Selyse. "Es gibt nur einen wahren Gott, den Herrn des Lichts!"

"Und seinen Feind, den Großen Anderen", ergänzte Melisandre. "Alle anderen sogenannten Götter sind Dämonen in seinem Dienste."

"RUHE!", donnerte Stannis. "Ich bitte um Vergebung, Euer Gnaden. Bitte erläutert, wie Euch alle Götter gleichzeitig schicken konnten."

"Ich erhielt meinen Auftrag vom Herrn der Lüfte", fuhr Elessar fort, "im Namen des Einen, der den Herrn der Lüfte und alle anderen Götter aus seinen Gedanken schuf, ehe die Welt geformt wurde. Ich weiß nicht, ob nun der Eine oder der Herr der Lüfte dem Herrn des Lichts entspricht, aber es besteht kein Zweifel, dass ich im Auftrag des Herren hier bin." Elessar ließ bewusst offen, ob er mit diesem "Herren" Eru oder Manwe meinte. "Der Herr der Lüfte ist einer der vierzehn Mächte, die wir in unserer Welt besonders verehren. Wir haben sie zum Teil in den Sieben wiedererkannt. Doch der Eine schuf aus seinen Gedanken noch viel mehr Götter, wie Ihr sie nennt – unzählige von ihnen, und von den meisten kennen wir nicht einmal die Namen. Zu ihnen gehören gewiss auch die Götter, die Lord Stark und seine Leute im Norden verehren. Sie alle haben uns in Eure Welt geschickt."

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Erneut ging ein Raunen durch Stannis‘ Gefolge. Elessar überlegte, ob er seine langjährige Freundschaft mit einem dieser "Götter" erwähnen sollte, der unter verschiedenen Namen als grauer Pilger durch Mittelerde gewandert war. Nein, das würde sie eher noch mehr verwirren. Er vernahm, wie der alte Maester Cressen murmelte: "Es waren die Götter! Diese rote Frau hat nichts als Unsinn erzählt!"

"Ihr irrt Euch, Maester Cressen!", widersprach Elessar. "Lady Melisandre warnt vor einem Feind und sie warnt zu Recht! Der Große Andere ist auch in unserer Welt bekannt – als der Schwarze Feind. Vor Tausenden von Jahren war er sogar in unserer Welt. Er wurde besiegt und aus der Welt verbannt, doch sein Werk besteht fort – in unserer Welt wie in Eurer. Eure Welt ist in großer Gefahr, daher wurden wir hierher geschickt."

"Er war in Eurer Welt?", rief Melisandre erschrocken. Sie blickte Elessar in die Augen, dann in das Feuer eines der Standleuchter. Plötzlich zuckte sie zusammen und schlug die Hände vor ihren Mund. Sie wandte ihren Blick vom Feuer ab und war auf einmal sehr blass geworden.

"Was ist mit Euch?", fragte Selyse besorgt. "Was habt Ihr im Feuer gesehen?"

"Ich sah ein lidloses rotes Auge", keuchte Melisandre, "Ein gefährlicher Feind, der ein mächtiger Leibeigener des Großen Anderen war – ein sehr mächtiger. Doch König Elessar hat ihn besiegt." Die zuvor so selbstbewusste Frau machte plötzlich einen eingeschüchterten Eindruck.

"Nicht ich allein", sagte Elessar ruhig, "doch ich hatte meinen Anteil daran, ja."

Melisandre blickte zu Stannis: "Euer Gnaden, was immer König Elessar als Bedingung stellt – Ihr müsst Euch mit ihm verbünden! Wir brauchen seinen Beistand in der Großen Schlacht gegen die Mächte der Finsternis!"

"Ja, gewiss!" Stannis gab sich unbeeindruckt. "Bevor ich in Eure Große Schlacht ziehen kann, muss ich erst den Eisernen Thron erringen und die Sieben Königslande unter meiner Herrschaft vereinen. Werdet Ihr mir dabei helfen, Euer Gnaden?"

Elessar atmete tief durch, ehe er antwortete: "Der Herr der Lüfte hat mir gesagt, dass die Sieben Länder unter einer rechtmäßigen Herrschaft vereint werden müssen, um gegen den wahren Feind zu bestehen. Ich bin daher bereit, Euch als Euer Verbündeter zu helfen – unter bestimmten Bedingungen!"

"Das hatte ich mir schon gedacht", stöhnte Stannis. "Also, was wollt Ihr? Gold? Reichtümer? Ihr sollt soviel erhalten, wie Ihr wünscht, sobald die Schatzkammern von Königsmund in meiner Hand sind."

"Als ob es mir darum ginge!", lachte Elessar. "Nein, Euer Gnaden, was das betrifft würde es mir fürs Erste ausreichen, dass Ihr mir die Verpflegung meiner Truppen zusichert. Bei meinen Bedingungen geht es nicht um Belohnungen für uns, sondern um etwas anderes. Mir ist zu Ohren gekommen, dass Ihr Euch zum Herrn des Lichts bekennen werdet, wenn ich mich mit Euch verbünde."

"Ja, das habe ich Lady Melisandre versprochen. Ihr verlangt doch nicht, dass ich dieses Versprechen breche?"

"Keineswegs. Ich bitte Euch nur darum, dass Ihr die Anhänger der alten Götter und der Sieben unbehelligt lasst – und alles, was ihnen heilig ist."

"Was verlangt Ihr?", fauchte Selyse. "Die Standbilder der falschen Götter sollen brennen! Das ist der Wille des…" Sie brach ab, als Melisandre ihre Hand ergriff.

"Lasst es bitte gut sein, Euer Gnaden!", seufzte die Rote Frau. Sie wirkte immer noch eingeschüchtert.

"Ihr werdet jetzt still sein, Selyse!", fuhr Stannis seine Gemahlin an. "Ich nehme die Bedingung an, Euer Gnaden. Und Eure Truppen werden auch verpflegt. Genügt Euch das?"

"Ich habe noch ein Anliegen. Wir werden Euch gegen den falschen König Joffrey unterstützen. Was aber Euren jüngeren Bruder Renly betrifft – nun, wir sind gewiss nicht in diese Welt gesandt worden, um in einem unseligen Bruderkrieg Partei zu ergreifen. Wer das Blut seiner eigenen Sippe vergießt, ist verflucht – in unserer Welt genauso wie in der Euren."

Stannis schnaubte. "Erwartet Ihr etwa, dass ich mit diesem Hochverräter Renly verhandle, nur weil er mein Bruder ist? Das werde ich nicht tun. Nicht, solange er sich König nennt. Für ihn gilt das Gleiche wie für den Thronräuber Joffrey: Sie beugen das Knie oder ich werde sie vernichten!"

"Ihr braucht nicht mit ihm zu verhandeln", erwiderte Elessar. "Es genügt, wenn Ihr ihm schriftlich ein großmütiges Angebot unterbreitet und zumindest einen Waffenstillstand gewährt, so lange es gegen die Lannisters zu kämpfen gilt."

Für einige Augenblickte schaute Stannis dermaßen finster drein, dass Elessar befürchtete, zu weit gegangen zu sein, doch dann wandte Stannis sich an Eddard: "Was haltet Ihr von König Elessars Vorschlag, Lord Stark?"

"Euer Gnaden", antwortete Eddard, "wie Ihr wisst, haben wir heute erfahren, dass Lord Renly mit seinem Heer von Rosengarten in nordöstlicher Richtung aufgebrochen ist. Es ist für uns von entscheidender Bedeutung, dass er seine Streitkräfte gegen die Lannisters einsetzt und nicht gegen uns. Ich befürworte daher König Elessars Vorschlag."

Stannis schaute links und rechts zu seinen Gefolgsleuten, die zustimmend nickten, nicht aber auf seine Gemahlin, der Elessars Bedingungen offenkundig nicht behagten. "Einverstanden", sagte Stannis mürrisch, "ich werde Renly ein entsprechendes Angebot unterbreiten. Seid Ihr damit zufrieden, Euer Gnaden? Sind wir jetzt Verbündete?"

"Das sind wir!", antwortete Elessar erleichtert. Die beiden Könige standen auf und reichten sich die Hände.

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Nachdem nun also das Bündnis der Könige geschlossen wurde, gibt es wieder Mal eine Pause, da ich nächstes Wochenende beim Tolkien Tag in Geldern bin. In zwei Wochen geht es weiter.

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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