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Mittelerde & andere phantastische Welten » Kreativschmiede » Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige

Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Hisimir]

Hisimir schrieb:
Ich freu mich schon wieder auf nächsten Samstagabend

Heute Abend bin ich beim Stammtisch, daher gibt es das nächste Kapitel (mit einem neuen POV-Charakter) am Sonntag.

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Gendry I

Je weiter die vom alten Yoren angeführte Gruppe von etwa dreißig neuen Rekruten für die Nachtwache nach Norden kam, desto öfter gab es Hinweise auf den Krieg zu sehen: Frische Gräber und Menschen, die in großer Anzahl auf dem Königsweg nach Süden flohen und sie vor den Kämpfen in den Flusslanden warnten. Bald gab es auch unter den Rekruten einen Todesfall: Praed, der ständig gehustet hatte, fiel allerdings nicht im Kampf, sondern wurde von seiner Krankheit dahingerafft. Sie begruben ihn am Straßenrand. Gendry erhielt von Yoren Praeds Schwert und fragte sich mit einigem Bangen, ob er auch bald in einem Grab am Straßenrand enden würde.

Eines Abends hielten sie in einem Dorf mit einem alten Gasthaus. Yorens Geld reichte für eine warme Mahlzeit für alle, außerdem durften sie das Badehaus benutzen. Gendry nahm das Angebot eines Bades nur allzu gerne an und war froh, den Schmutz der vergangenen Wochen wegzuwaschen. Nach dem Bad begab er sich in die Gaststube und genoss mit den anderen die warme Pastete mit Schweinefleisch und die Bratäpfel. Der Wirt spendierte ihnen dazu eine Runde Bier, da er einen Bruder bei der Nachtwache hatte.

Während Gendry das Bier trank, lauschte er ein wenig den Gesprächen in der Gaststube. In den meisten ging es um den Krieg. "Ihr werdet bald wieder auf dem Rückweg sein", meinte der Wirt zu Yoren. "Nach Norden gibt es kein Durchkommen. Die Hälfte aller Felder ist abgebrannt, und wer sich dort oben noch herumtreibt, hat sich hinter die Mauern der Burgen verkrochen."

"Uns kann das gleichgültig sein", beharrte Yoren stur. "Tully oder Lannister, welche Rolle spielt das schon? Die Nachtwache ergreift für niemanden Partei."

"Es geht um mehr als nur um Lannister oder Tully", erwiderte der Wirt. "Aus den Mondbergen sind die Wilden heruntergekommen, und denen könnt ihr mal erzählen, dass Ihr keine Partei ergreift. Und die Starks haben sich auch eingemischt und sich mit den Tullys der Rebellion von Stannis Baratheon angeschlossen, nachdem diese geheimnisvollen Fremden Lord Stark im letzten Moment das Leben gerettet und nach Drachenstein gebracht haben. Es heißt, die Götter hätten ihre Krieger geschickt, um Eddard Stark zu retten. Sein Sohn hat überdies Jaime Lannister besiegt und gefangen genommen."

"Ich habe gehört, der Junge reitet auf einem Wolf in die Schlacht", behauptete ein Kerl mit gelblichem Haar.

"Törichtes Gerede." Yoren spuckte aus.

"Der Mann, der es mir erzählt hat, will es mit eigenen Augen gesehen haben. Ein Wolf, so groß wie ein Pferd, hat er geschworen."

"Wegen eines Schwurs muss es noch lange nicht wahr sein, Hod", entgegnete der Wirt. "Du schwörst ständig, deine Schulden bei mir zu begleichen, und ich habe noch kein einziges Kupferstück gesehen." Die anderen Gäste brachen in schallendes Gelächter aus, während dem Kerl die Röte ins Gesicht stieg. Gendry lachte mit, doch die folgenden Gespräche über Schauergeschichten um angeblich menschenfressende Wölfe fand er bald langweilig. Er trank sein Bier aus und verließ die Gaststube.

"Junge!", rief jemand, als er draußen war. Die Stimme kam aus dem Wagen, in dem die drei Gefangenen aus den Schwarzen Zellen eingesperrt waren, die ebenfalls in die Nachtwache aufgenommen werden sollten.

Gendry blieb stehen und schaute vorsichtig zum Wagen. Er fürchtete sich vor den drei Kerlen, denn er hatte gehört, dass nur die schlimmsten Verbrecher in den Schwarzen Zellen eingesperrt wurden.

Der Gefangene hob den leeren Krug. "Ein Mann könnte noch einen Schluck Bier vertragen. Ein Mann bekommt ganz schön Durst, wenn er gefesselt ist." Er war der jüngste der drei, schlank, mit feinen Gesichtszügen und einem Lächeln auf den Lippen. "Und ein Bad könnte ein Mann auch vertragen", fügte er hinzu, als er Gendrys misstrauischen Blick bemerkte. "Und ein Junge könnte einen Freund gewinnen."

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

"Ich habe bereits Freunde", entgegnete Gendry. Tatsächlich verstand er sich mittlerweile recht gut mit einigen der älteren Rekruten und auch den meisten Waisenjungen, selbst mit Lommy Grünhand und Heiße Pastete, die er anfangs wegen ihrer kindischen Angeberei als ziemlich lästig empfunden hatte.

"Vielleicht, aber ich sehe keine!", rief der zweite Gefangene, ein gedrungener, dicker Kerl ohne Nase. Der dritte Gefangene, ein hässlicher Glatzkopf, zischte durch die Zähne. Erschrocken wich Gendry von dem Wagen zurück.

"In den Schwarzen Zellen kann sich ein Mann seine Gesellschaft nicht aussuchen", sagte der gut aussehende Gefangene. "Diese beiden haben keine Manieren. Ein Mann bitte um Verzeihung. Du heißt Gendry, nicht wahr?"

"Bulle!", warf der Nasenlose ein. "Oder doch eher Ochse?"

"Ein Mann muss sich seiner Gefährten schämen", sagte der gut Aussehende. "Mit Stolz trägt dieser Mann den Namen Jaqen H’ghar. Ein Mann war einst in der freien Stadt Lorath heimisch. Die ungehobelten Gefährten, die mit einem Mann das Schicksal der Gefangenschaft teilen, heißen Rorge" – er deutete mit dem Krug auf den Nasenlosen – "und Beißer. Er kann nicht sprechen und nicht schreiben, aber seine Zähne sind scharf, deshalb nennt ein Mann ihn Beißer." Beißer zischte erneut und fletschte seine Zähne.

"Hol‘ uns Bier, du dummer Ochse!", schrie Rorge.

"Nein, bestimmt nicht!", erwiderte Gendry ängstlich. Rorge warf fluchend seinen Bierkrug nach ihm. Gendry konnte ausweichen und entfernte sich vom Wagen.

Er ging wieder zurück in Richtung des Gasthauses, blieb aber wie angewurzelt stehen, als er sah, dass sechs Soldaten herangeritten kamen. Die schwarzen Kettenhemden und die goldenen Umhänge waren ihm gut bekannt. Goldröcke. Was wollen die hier? Einer von ihnen war ein Offizier; Gendry erkannte dies an der Verzierung des Brustpanzers; hatte er doch selbst so manches Mal solche Panzer geschmiedet. Die Goldröcke ritten auf Yorens Schützlinge zu, die noch vor dem Badehaus anstanden, und hielten an.

"Ihr Männer", rief der Offizier, "Seid ihr die, die das Schwarz anlegen werden?"

"Schon möglich", antwortete jemand vorsichtig. Ein anderer Rekrut ging ins Gasthaus, um Yoren zu verständigen.

Reysen, der Älteste unter den Rekruten, meinte: "Wir würden uns lieber euch anschließen. An der Mauer soll es kalt sein."

Der Offizier stieg ab. "Ich habe hier einen Haftbefehl für einen bestimmten Jungen."

Yoren kam aus dem Gasthaus und trat zu dem Offizier. "Wer will den Jungen haben?"

Die anderen Stadtwachen stiegen ebenfalls ab. "Die Königin will ihn haben, alter Mann, auch wenn es Euch nichts angeht", antwortete der Offizier und zog eine Rolle mit einem Wachssiegel aus dem Gürtel. "Hier, das Siegel Ihrer Gnaden und die Vollmacht."

Yoren befingerte das goldene Siegelwachs auf der Vollmacht. Er schüttelte den Kopf. "Die Sache ist die: Der Junge gehört jetzt zur Nachtwache. Was er in der Stadt angestellt hat, hat keine Bedeutung mehr. So ist das Gesetz."

"Ach ja?", rief der Offizier. "Das sieht die Königin anders. Rückt den Jungen heraus!" Er zog sein Schwert. Yoren zog darauf das seine.

Der Offizier grinste hämisch. "Alter Narr, ich habe fünf Männer bei mir."

"Und ich habe dreißig!", erwiderte Yoren.

Der Goldrock lachte. "Dieser Haufen? Die meisten haben nicht einmal richtige Waffen. Heda, Knabe, steck die Klinge ein!" Er zeigte mit seinem Schwert auf Gendry, der seine Waffe zog.

Doch es erwies sich als Fehler, Yoren für einen Moment aus den Augen zu lassen. Im Nu hatte er dem Goldrock das Schwert an die Kehle gedrückt. "Ihr bekommt niemanden, solange Euch ein unversehrter Hals lieb ist! Lasst Euer Schwert fallen, steigt auf Euer Pferd und galoppiert zurück in Eure Stadt! Sofort!"

Der Offizier ließ das Schwert fallen. "Das werden wir behalten", sagte Yoren. "Guter Stahl wird auf der Mauer immer gebraucht."

"Wie Ihr sagt. Fürs erste jedenfalls. Männer!" Die anderen Goldröcke schoben ihre Waffen in die Scheiden und stiegen auf. Als der Offizier auf seinem Pferd saß rief er noch: "Wir suchen einen Knaben namens Gendry. Sein Helm hat die Form eines Stierkopfs. Wer ihn ausliefert, erhält eine königliche Belohnung. Wir kommen mit mehr Männern wieder. Und dann nehme ich Euren Kopf mit – zusammen mit dem Bastardjungen!" Die Stadtwachen ritten davon.

Gendry blickte ihnen wie vom Donner gerührt und mit zitternden Knien nach. Warum hat es die Königin auf mich abgesehen?

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Robb III

Hoster Tully, Lord von Schnellwasser, lag in seinem Bett und schlief, als seine Tochter, sein Enkel und dessen Schattenwolf eintraten. Sein Haar und sein Bart waren weiß wie das Federbett und seine einst stattliche Gestalt wirkte klein und zerbrechlich. Lady Catelyn und Robb standen schweigend neben dem Bett. Grauwind winselte ab und zu traurig. Robb hatte bei früheren Besuchen schon erlebt, dass sein Großvater wach war und gesprochen hatte, doch seine Worte ergaben wenig Sinn – Lord Hoster hatte zu Menschen gesprochen, die längst tot waren, einmal hatte er Lady Catelyn beim Namen ihrer Mutter genannt.

Nach einer Weile öffnete sich die Tür und Theon Graufreud schaute herein. "Verzeiht die Störung", sagte er. "Robb, Ser Brynden ist zurück und wartet unten. Er bat mich, dich zuerst zu benachrichtigen."

"Gut, führe mich zu ihm, Theon!", bat Robb. "Kommst du mit, Mutter?" Lady Catelyn nickte. Sie verließen Lord Hosters Gemach und schritten den Turm hinab zum Hof. Der Schwarzfisch kam ihnen von den Stallungen entgegen.

"Großonkel!", rief Robb. "Welche Neuigkeiten gibt es?" Sie schritten in den Götterwald: Robb, seine Mutter und sein Großonkel gingen voran, Theon folgte ihnen.

"Die ganzen Flusslande werden mit Blut und Feuer überschwemmt", antwortete der Schwarzfisch düster. "Die Kämpfe haben sich im Süden bis zum Schwarzwasser, im Norden über den Trident bis fast zu den Zwillingen ausgedehnt. Marq Peiper und Karyl Vanke haben ein paar kleine Siege errungen, und dieser Lord aus dem Süden, Beric Dondarrion, jagt die Plünderer, fällt über Lord Tywins Banditen her und zieht sich rasch wieder in die Wälder zurück."

"Einige von Neds Gardisten aus Königsmund sind bei diesem Lord Beric", erinnerte sich Lady Catelyn. "Mögen die Götter sie beschützen."

"Dondarrion und dieser Rote Priester sind schlau genug, sich nicht erwischen zu lassen", fuhr Ser Brynden fort, "aber über die Flusslords hört man traurige Dinge. Edmure hätte sie nie ziehen lassen dürfen. Wie Wachteln haben sie sich verteilt, jeder wollte sein eigenes Land verteidigen, aber das war unglaublich töricht. Jonos Bracken wurde verwundet, sein Neffe Hendry ist gefallen. Tytos Schwarzhain hat die Lannisters aus seinem Land vertrieben, aber sie haben jedes Vieh und sämtliche Getreidevorräte mitgenommen, so dass er nur noch Burg Rabenbaum und ein verbranntes Ödland sein Eigen nennen darf. Die Leute von Darry konnten die Festung ihres Lords zurückerobern, konnten sie jedoch nur zwei Wochen halten, bevor Gregor Clegane über sie hergefallen ist und alle niedergemacht hat, sogar den Lord."

Robbs Mutter war entsetzt. "Darry war doch noch ein Kind!"

"Ja, und der Letzte seines Geschlechts. Der Junge hätte ein hübsches Lösegeld erbracht, aber Gold bedeutet einer solchen Bestie wie Gregor Clegane nichts."

"Clegane ist lediglich Lord Tywins Handlanger", knurrte Robb. "Der Lord von Casterlystein ist der eigentliche Feind."

"Nur allzu wahr", stimmte Ser Brynden zu. "Und Tywin Lannister ist kein Narr. Er sitzt sicher in den Mauern von Harrenhal, lässt sein Heer sich an unserer Ernte gütlich tun und brennt nieder, was er selbst nicht braucht. Gregor Clegane ist nicht der einzige Hund, den er von der Leine gelassen hat. Ser Amory Lorch ist ebenfalls aufs Schlachtfeld gezogen, und irgendein Söldner aus Qohor, der einen Mann lieber verstümmelt als tötet. Ich habe gesehen, was sie zurücklassen. Ganze Dörfer werden niedergebrannt, Frauen vergewaltigt und grausam verstümmelt, ermordete Kinder werden nicht begraben und locken Wölfe und wilde Hunde an."

"Das ist abscheulich!", rief Robb empört.

"Edmure wird toben, wenn er davon erfährt!", seufzte Lady Catelyn.

Der Schwarzfisch nickte. "Genau, das liegt in Lord Tywins Absicht. Er will uns reizen und zur Schlacht herausfordern! Ihm würde es gefallen, den Kampf auf einem Feld auszutragen, das er selbst bestimmt. Er möchte, dass wir nach Harrenhal marschieren."

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

"Und du meinst, das wäre ein Fehler?", fragte Robb seinen Großonkel. "Wir müssen doch etwas unternehmen!"

"Ja, es wäre ein Fehler!", antwortete der Schwarzfisch. "Meine erste Regel im Krieg lautet: Erfülle dem Feind niemals seine Wünsche! Dennoch müssen wir etwas unternehmen. Das Schlimmste habe ich noch nicht erzählt. Unsere Kundschafter im Westen haben berichtet, dass sich bei Casterlystein ein neues Heer versammelt."

Diese Nachricht war für Robb wie ein Schlag in die Magengrube. "Wer wird das Heer befehligen?", stöhnte er.

"Ser Steffert Lannister, ein Bruder von Lord Tywins verstorbener Gemahlin. Er ist ein dummer, alter Mann, doch sein Sohn, Ser Dawen, ist durchaus ernst zu nehmen."

"Mit welchen Männern wollen Vater und Sohn ein neues Heer aufstellen?", fragte Robb.

"Mit Söldnern, freien Rittern und grünen Jungen, die noch nicht reif für eine Schlacht sind und noch gedrillt werden müssen. Es bleibt also noch Zeit, bis wir uns ihnen stellen müssen."

"Nein, wir werden nicht auf sie warten!", entschied Robb. "Wir werden hier nicht untätig herumsitzen, sondern mit den Nordmännern diesem neuen Heer entgegenreiten und in die Westlande einfallen! Dann werden wir sehen, ob Lord Tywin noch in Harrenhal bleibt, wenn wir seine Heimat bedrohen und den Krieg bis vor die Tore von Casterlystein und Lannisport bringen!"

"Du willst mit so wenigen Männern in die Westlande einfallen?", rief seine Mutter erschrocken. "Das ist sehr gefährlich!"

"Viel muss im Krieg gewagt werden!", erwiderte Robb. "Und wenn ich Ser Brynden richtig verstehe, wäre ein Angriff auf die Westlande weniger gefährlich als ein Angriff auf Harrenhal."

"Entschuldigung", meldete sich Theon, der bisher geschwiegen hatte, zu Wort, "aber wenn wir Casterlystein und Lannisport nicht nur angreifen, sondern auch erobern wollen, brauchen wir Schiffe. Mein Vater hat Schiffe und Männer, die sie zu steuern wissen."

"Männer, die meinen Vater bekämpft und gegen König Robert rebelliert haben", sagte Robb. "Warum sollte ausgerechnet dein Vater uns helfen?"

"Ich bin sein einziger lebender Sohn", antwortete Theon. "Er wird auf mich hören, das weiß ich. Schicke mich nach Peik, Robb!"

"Nein, Theon, du gehst nicht nach Peik!", protestierte Lady Catelyn. "Ned würde das nie erlauben! Balon Graufreud ist nicht vertrauenswürdig!"

"Misstraut Ihr mir etwa, Lady Stark?", fragte Theon gekränkt. "Ich bin für Euren Gemahl in die Schlacht gezogen und habe für den Norden gekämpft. Und mein Vater hat nach dem Ende seiner Rebellion den Frieden gewahrt."

"Er hat den Frieden gewahrt, weil du als Geisel in Winterfell warst!", mischte sich der Schwarzfisch ein. "Kehrst du zu ihm zurück, werden er und seine Brüder wieder zu Räubern und Plünderern!"

"Ser Brynden, Ihr beleidigt meine Familie!", schimpfte Theon. "Das lasse ich nicht…"

"RUHE! Ihr Alle!", rief Robb. "Das reicht jetzt! Theon, ich denke nicht, dass ich befugt bin, dich nach Peik zu senden. Das können nur der Lord von Winterfell oder unser König erlauben."

Theon blickte unglücklich drein. "Aber, Robb, ich dachte, wir wären Brüder…"

"Das sind wir!", sagte Robb. "Und ich habe auch noch nicht zu Ende gesprochen. Ich werde König Stannis und Vater über deine Idee informieren und dir ihre Entscheidung mitteilen. Und nun genug davon! Wir haben einen Feldzug vorzubereiten!“

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Die Fanfiction macht jetzt wieder einige Wochen Pause, weil ich noch auf Rückmeldungen meiner Beta-Leser warte. Mit der Veröffentlichung geht es in der zweiten April-Hälfte weiter.

Es wäre schön, wenn in der Zwischenzeit hier einige Kommentare gepostet würden.

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Hisimir

Gefährte

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Im ersten Moment, als deine Fanfiction anfing, dachte ich mir "Jetzt wird alles besser werden. Jetzt wird alles gut." Doch jetzt kommt die Sache mit Theon und den Eiseninseln. Das hatte ich damals völlig verdrängt. Bin sehr gespannt, wie es da weiter geht und was für Konsequenzen diese relativ kleine Änderung der Ereignisse (die Rettung von Ned) haben wird.
Kommt es trotzdem zur roten Hochzeit? Wenn es Robb jetzt in den Westlanden genauso ergeht, wie im Originial, und warum sollte es das nicht, dann gibt es da sicherlich trotzdem Probleme.
Ist natürlich alles nur hätte-wenn-aber, ist ja auch ne fanfiction, aber ich finde es trotzdem spannend, darüber nachzudenken und zu lesen. Also vor allem ein fettes Danke, dass du die hier postest

Ehre das Gimp!
난 괜찮아
Kugelsicherer Pfadpfinder ~~ 아미
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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Hisimir]

Danke, Hisimir!
Hisimir schrieb:
Bin sehr gespannt, wie es da weiter geht und was für Konsequenzen diese relativ kleine Änderung der Ereignisse (die Rettung von Ned) haben wird.

Bis jetzt verläuft noch vieles so ähnlich wie im Original - und das wird in einigen Sub-Plots auch noch einige Zeit so bleiben, weshalb ich auch nicht "alles" erzähle und es z.B. bis auf weiteres keine Kapitel mit Daenerys oder Jon geben wird. Doch im Laufe der Zeit wird der Schmetterlings-Effekt sichtbar werden. Neds Rettung hat bereits dazu geführt, dass Robb nicht König des Nordens, sondern ein Gefolgsmann von Stannis wurde - daraus werden sich weitere Konsequenzen ergeben...

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Elessar II

Der König von Arnor und Gondor saß in seiner Kajüte in der Ancalime und wartete auf Faramir und Elphir. Die beiden waren die einzigen Gefolgsleute, die Elessar bislang in die Festung Drachenstein geschickt hatte, auch wenn sich die Soldaten Gondors auf der Insel frei bewegen durften. Auf dem Tisch vor Elessar lag eine Landkarte von Westeros, die Maester Pylos ihm überlassen hatte.

Angespannt blickte er auf die verschlossene Kiste, die an der Wand der Kajüte stand. In ihr befand sich der Palantír von Orthanc. Vor der Abreise hatte Elessar lange überlegt, ob er den letzten brauchbaren sehenden Stein in Mittelerde in die andere Welt mitnehmen sollte. Schließlich entschied er sich dafür. Der Orthanc-Stein hatte sich das eine oder andere Mal als nützlich erwiesen, seit Elessar ihn während des Ringkriegs zum ersten Mal verwendet hatte, um sich Sauron zu offenbaren. Freilich hatte der König im Laufe der Jahre gemerkt, dass die Verwendung des Steins auch ihre Tücken hatte. Der Palantír zeigte als sehender Stein nur Sichtbares und übermittelte keine Geräusche. Das, was der Nutzer des Steins sah, entsprach der Wirklichkeit, doch es konnte zu falschen Schlussfolgerungen verleiten. Daher hatte Elessar den Stein seit der Ankunft in Westeros noch nicht verwendet.

"Soll ich es jetzt wagen?" überlegte er. "Mit Hilfe dieser Landkarte könnte ich den Stein so ausrichten, dass ich nach Königsmund schauen könnte…"

Doch schließlich schüttelte er den Kopf. "Noch ist es viel zu früh. Ich muss noch viel mehr über Westeros erfahren, ehe ich den Stein sinnvoll verwenden kann."

Elessar entspannte sich ein wenig. Kurz darauf trafen sein Truchsess und der Erbe von Dol Amroth ein. Auf ein Zeichen des Königs hin setzten sich die beiden Männer.

"Nun, meine Herren, was habt ihr außer der Gemeinen Zunge in den vergangenen Wochen noch gelernt?", fragte Elessar.

"Ich habe von Maester Cressen so manches über die sieben Götter erfahren", antwortete Faramir, "und von Lord Stark einiges über die alten Götter."

"Mir hat Lady Melisandre vieles über den Herrn des Lichts erzählt", ergänzte Elphir. "Sie meint, es gäbe nur diesen einen Gott und er hätte uns geschickt."

"Genau genommen sind die sieben auch nur einer", erklärte Faramir, "auch wenn sich das ziemlich verwirrend anhört. Ein Gott in sieben Personen: Der Vater, die Mutter, der Schmied, die Jungfrau, der Krieger, das alte Weib und der Fremde."

Elessar zog die Stirn in Falten. "Das ist in der Tat verwirrend. Manwe hat mich freilich schon in meinem Traum darauf hingewiesen, dass die Bewohner dieser Welt die Ainur in anderer Anzahl und auf unterschiedliche Weise verehren würden. Trotzdem, Faramir, konntest du die Valar in den Sieben wiedererkennen?"

"Einige konnte ich ziemlich klar zuordnen, Herr", antwortete Faramir. "Der Schmied ist wohl Aule und der Krieger wohl Tulkas, wobei er auch ein wenig an Orome erinnert. Ansonsten… der Vater ist wohl Manwe. Bei der Mutter bin ich mir nicht sicher, ob sie Varda oder Yavanna ist. Manches an ihr würde auch zu Este passen. Die Jungfrau hat Ähnlichkeit mit Nessa und Vána und das Alte Weib mit Nienna und Vaire. Der Fremde könnte Mandos sein."

"Die Menschen dieser Welt machen sich tatsächlich andere Bilder der Ainur…", meinte der König.

"Sie machen sich im wörtlichen Sinne Bilder!", warf Faramir ein. "Gemalte Bilder und Standbilder! Ich fand das sehr befremdlich. Noch befremdlicher finde ich, dass einige Leute täglich zu den Göttern beten. Geradezu unheimlich war mir, dass sie dies in dafür errichteten Tempeln machen. Sie nennen diese Gebäude Septen. Das große Haus, vor dem Lord Eddard hingerichtet werden sollte, heißt 'Große Septe'. Nur gut, dass ich damals nicht gewusst habe, was das für ein Haus war. Es hätte mich wohl sehr verstört."

"Dann kannst du dir vorstellen, wie ich mich bei Lady Melisandre gefühlt habe", meinte Elphir, "als sie mir das Bild eines Tempels gezeigt hatte. Ich dachte dabei an den bösen Tempel in Númenor und bin ziemlich erschrocken. Noch mehr erschauderte ich, als sie mir von Feueropfern in den Tempeln erzählten."

"Fürwahr, das klingt grauenhaft", stimmte Elessar zu, "und es erinnert an die bösen Riten der götzendienerischen Könige unter Saurons Herrschaft. Wie kommt Lady Melisandre darauf, dass ihr Herr des Lichts uns geschickt hätte?"

"Sie behauptet, es im Feuer gesehen zu haben. Angeblich zeigt ihr Gott in den Feuern Visionen von Dingen, die waren, und Dingen, die passieren können. Und manches von dem, was sie mir erzählte, ergab tatsächlich einen Sinn." Als Elessar dies hörte, dachte er an Frau Galadriel und ihren Spiegel aus Wasser, der auch solche Dinge zeigte. Doch die Herrin hatte auch gewarnt, dass der Spiegel als Führer für Taten gefährlich sei und in die Irre führen könnte. Gilt dies auch für das Feuer von Melisandre?

Elphir berichtete dem König und dem Truchsess, was er von Melisandre über den Großen Anderen, Azor Ahai und das Schwert Lichtbringer gehört hatte. "Ein abscheulicher Feind, dessen Namen nicht genannt wird sowie ein Schwert, mit dem einst die Finsternis besiegt wurde und das wieder erhoben wird, wenn die Finsternis zurückkommt – das kam mir doch sehr bekannt vor!" Elphirs Blick fiel auf Andúril, das Schwert des Königs.

"Das stimmt", räumte Elessar ein. "Aber auch wenn in Gondor Saurons Name nicht genannt wurde, so war er dennoch nur ein Diener und Sendling. Sauron ist nicht der Große Andere, von dem Melisandre spricht. Außerdem frage ich mich, wer der Herr des Lichts tatsächlich ist. Ist es Manwe? Oder etwa der Eine?" Er hielt nachdenklich inne und fragte schließlich: "Elphir, wie steht Melisandre zu den anderen Göttern?"

"Sehr feindselig", seufzte Elphir. "Sie behauptet, alle anderen Götter seien Dämonen im Dienste des Großen Anderen. Sie hat angekündigt, dass sie die Standbilder der Sieben verbrennen möchte, wenn Stannis sich zu ihrem Gott bekennt. Ebenso will sie es später mit den Bäumen der alten Götter machen."

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Elessar verzog das Gesicht und schüttelte den Kopf. "Das wiederum ergibt überhaupt keinen Sinn. Faramir, was hat Lord Stark dir über die alten Götter erzählt?"

"Nur wenig", antwortete Faramir, "er sagte, dass es unzählige Götter in Wald, Fluss und Stein gäbe, deren Namen geheim seien. Sie werden nicht in Tempeln verehrt, sondern in Götterhainen. In diesen Heiligtümern gäbe es weiße Bäume, die Wehrholzbäume genannt werden. Als Lord Stark den Weißen Baum Gondors auf unseren Segeln sah, hielt er ihn für einen solchen Wehrholzbaum. Seine Tochter Arya, die auch die Sieben verehrt, brachte wiederum unsere sieben Sterne mit den sieben Göttern in Verbindung. Sie meint, die alten und die neuen Götter hätten uns geschickt."

"Also haben uns alle zusammen geschickt!", lachte Elphir. "Was erzählen wir den Menschen von Westeros, wenn sie uns danach fragen?"

"Die Wahrheit natürlich", antwortete Elessar. "Und in gewisser Weise haben uns alle zusammen geschickt. Ich denke, allmählich verstehe ich, was Manwe damit gemeint hat, dass die Menschen dieser Welt die Ainur auf unterschiedliche Weise und in anderer Anzahl verehren. Die Verehrung in dieser Welt beruht auf Glauben und nicht auf dem Wissen der Elben wie bei uns. Die Elben sind den Valar tatsächlich begegnet. Doch in den Überlieferungen von Westeros werden nirgends Elben erwähnt, soweit ich weiß."

"Ihr habt Euch schon mit den Überlieferungen befasst?", fragte Faramir.

"Ja, fürwahr. Maester Pylos ist mit mir die Geschichte der Sieben Königslande durchgegangen und hat mir einige Bücher ausgeliehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass es fast nur um Menschen geht – Elben, Zwerge und Halblinge werden nirgends genannt. Wobei ich gerade vorhin beim Lesen auf uralte Sagen über menschenähnliche Wesen gestoßen bin. Man nannte sie die Kinder des Waldes."

"Halblinge galten vor nicht allzu langer Zeit in Gondor auch noch als Sagengestalten", warf Faramir ein. "Erst seit dem Ringkrieg wissen wir, dass es sie tatsächlich gibt."

Elessar nickte. "Und möglicherweise werden wir hier ähnliches erleben. Doch zunächst müssen wir uns mit den Menschen und ihrer Geschichte befassen. Ihr solltet diese Bücher auch noch lesen, wobei wir noch mehr über die alten Sagen erfahren müssen, denn diese berichten wohl auch vom wahren Feind, gegen den wir eigentlich kämpfen müssen. Zuvor aber müssen die sieben Königslande unter einer rechtmäßigen Herrschaft vereint werden, was schwer genug werden wird."

Nachdenklich hielt er kurz inne, ehe er fortfuhr. "Ich finde es nicht leicht zu beurteilen, wessen Herrschaft hierzulande rechtmäßig ist. Ein geeintes Königreich gibt es erst seit dreihundert Jahren, als Aegon Targaryen die Länder gewaltsam eroberte – mit Hilfe von fliegenden, feuerspeienden Drachen! Das muss man sich mal vorstellen, dass Menschen solche Ungeheuer für ihre Zwecke verwenden konnten. Während der Herrschaft der Targaryens gab es sowohl Perioden von Frieden und Wohlstand in Zeiten guter und gerechter Könige wie Jaehaerys dem Schlichter oder Aegon dem Unwahrscheinlichen als auch blutige Machtkämpfe. Genauso verstörend wie den Einsatz von Drachen fand ich, dass die Targaryens der Wahnidee folgten, ihr Blut rein zu halten und die Könige deswegen ihre eigenen Schwestern heirateten und mit ihnen Kindern zeugten. Dabei setzten sie sich über jegliches Gesetz hinweg."

"Aber solch blutschänderisches Verhalten muss doch schlimme Folgen haben!", rief Elphir entsetzt. Inzest war in Mittelerde streng verboten und jeder in der Überlieferung gelehrte Gondorianer kannte die tragische Geschichte der Kinder Húrins, die unbewusst gegen dieses Verbot verstoßen und sich deshalb selbst getötet hatten.

"Das hatte es fürwahr", stimmte Elessar zu. "Es gab schreckliche Könige wie Maegor den Grausamen, Aegon den Unwerten und schließlich Aerys, den irren König."

"Derjenige, der von Robert Baratheon gestürzt wurde?", fragte Faramir.

"Ja, wobei die Rebellion von Aerys‘ Sohn Rhaegar ausgelöst wurde, der Lyanna Stark entführte, die Verlobte von Robert Baratheon und Schwester von Eddard Stark. Sein älterer Bruder Brandon Stark wollte Prinz Rhaegar deswegen zum Kampf herausfordern, doch er wurde ebenso wie später sein Vater Rickard Stark vom König verhaftet und auf sehr grausame Weise hingerichtet."

"Wahrhaft ein irrer König", meinte Elphir schaudernd. "Aber mit welchem Recht nahm sich Robert den Thron? Gab es keine Angehörigen der Targaryen-Familie, die nicht an den Verbrechen von Aerys und Rhaegar beteiligt waren?"

Elessar seufzte. "In diesem Krieg wurden fürchterliche Grausamkeiten auf beiden Seiten begangen. An seinem Ende waren nicht nur Aerys und Rhaegar tot, auch Rhaegars Gemahlin Elia und ihre beiden kleinen Kinder waren ermordet worden. Nur zwei jüngere Geschwister Rhaegars, ein Junge und ein Mädchen, überlebten und flohen über das Meer. Und der Junge ist dort, in einem fernen Land im Osten, vor kurzem auch getötet worden.

Robert begründete seinen Anspruch auf den Thron damit, dass die Mutter seines Vaters eine Prinzessin aus dem Hause Targaryen war. Da auch seine Verlobte Lyanna Stark den Krieg nicht überlebt hatte, heiratete Robert Cersei Lannister. Was es mit dieser Frau und ihren Kindern auf sich hat, ist dir bekannt, Faramir?"

"Ja, Herr. Cersei betrog ihren Gemahl mit ihrem eigenen Zwillingsbruder Jaime Lannister, der einst den irren König verriet und ermordete. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass so ein Verräter auch zu Roberts Königsgarde gehören konnte. Eddard Stark kam schließlich dahinter, dass keines der drei Kinder von Cersei von Robert abstammte."

"Demnach wäre Stannis also Roberts legitimer Erbe und damit der rechtmäßige König?", fragte Elphir.

"So sieht es aus", antwortete Elessar langsam. "wenn man Roberts Herrschaft als rechtmäßig betrachtet, ja." So ganz sicher war er dessen nicht, denn er dachte an das noch lebende Targaryen-Mädchen. "Auf jeden Fall hat dieser Kindkönig Joffrey keinen rechtmäßigen Anspruch auf den Thron. Zwar haben die Valar uns eigentlich nicht hierher geschickt, um einen Thronräuber zu stürzen, aber wie es aussieht, müssen wir zunächst dabei mitwirken, bevor wir uns dem wahren Zweck unserer Reise zuwenden können. Außerdem müssen wir schon um unserer eigenen Versorgung willen mit Stannis verhandeln, denn unsere Vorräte reichen auch nicht unbegrenzt."

Elessar wandte sich an seinen Truchsess: "Faramir, sprich zunächst mit Lord Stark, dass ich seinen König zu treffen wünsche, um mit ihm die Bedingungen für ein Bündnis zu verhandeln. Lord Stark ist ja auch eine Art Truchsess oder genauer gesagt das hier." Er hob seine rechte Hand.

"Die Hand des Königs!" Faramir nickte. "Das habe ich auch schon vernommen."

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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