Zum Inhalt springen

Passwort vergessen?

Jetzt registrieren

herr-der-ringe-film.de

Mittelerde & andere phantastische Welten » Kreativschmiede » Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige

Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Sie verließen die Kammer und gingen zu einem anderen Raum im Turm, in dem ein großer Käfig stand. Im Käfig war ein einzelner Rabe. Er war schneeweiß und größer als ein Falke. Seine schwarzen Augen zeigten, dass er kein Albino war.

Sharin jauchzte entzückt beim Anblick des Vogels, der die Menschen mit einem Krächzen begrüßte. Auch Faramir schien vom weißen Raben beeindruckt. Doch Arya fiel vor allem auf, dass er alleine war.

"Wo sind die anderen Raben?", fragte sie. "die schwarzen?"

"In einem anderen Raum", antwortete Cressen. "Weiße und schwarze Raben kommen nicht miteinander aus und müssen getrennt gehalten werden. Die Zitadelle hat zwei große Rabenschläge nur für weiße Raben. Sie verwendet weiße Raben nur für solch wichtige Nachrichten wie den Wechsel der Jahreszeiten."

"Wird es jetzt wirklich kälter werden?", fragte Sharin.

"Ja, Prinzessin", antwortete Cressen. "Die Jahre des Sommers sind vorbei."

"Jahre des Sommers?", rief Faramir verwirrt. "Was meint Ihr damit? Ist es nicht jedes Jahr Sommer und Winter?"

"Jedes Jahr? Nein!" Cressen war verwundert. "Dieser Sommer hat viele Jahre gedauert. Diese beiden jungen Damen haben in ihrem Leben noch keinen Winter erlebt. Ist das in Eurer Welt anders?"

"In unserer Welt gibt es in jedem Jahr vier Jahreszeiten", sagte Faramir.

"Also habt Ihr schon als Kind alle Jahreszeiten erlebt?", fragte Arya.

"Ja, gewiss", antwortete Faramir. "Und Ihr habt noch nie…" Er brach ab, als er Schritte im Turm hörte. Aryas Vater kam herangeschritten. Er blieb vor dem Eingang stehen.

"Vater!", rief Arya erfreut. "Maester Cressen hat uns den weißen Raben gezeigt! Der Winter naht!" Lord Eddard lächelte. "Mylord Hand!", grüßte Cressen. "Die Prinzessin und Eure Tochter wünschten den Raben zu sehen und diesen Wunsch konnte ich ihnen nicht abschlagen."

"Vielen Dank dafür, Maester, aber ich bin hier um, mit Lord Faramir zu sprechen", erklärte Lord Eddard.

"Wie Ihr wünscht!" Faramir nickte und trat hinaus zu Aryas Vater. Die beiden traten hinter die Tür und machten einige Schritte weg vom Raum des Raben.

"Bitte, Maester Cressen, erzählt doch noch mehr über die weißen Raben und den Winter!", bat Sharin. "Sehr wohl, Prinzessin!", sagte der Maester und wandte sich wieder dem Raben zu. Arya hörte freilich nicht zu, sondern schlich vor die Tür um mitzuhören, was ihr Vater und Lord Faramir hinter der Tür besprachen.

"König Stannis wird ungeduldig!", hörte Arya ihren Vater sagen. "Er möchte wissen, ob Euer König Elessar ihm in seinem Kampf beistehen wird. Vor allem möchte er ihn endlich treffen."

"Ich werde es König Elessar ausrichten", erwiderte Faramir, "doch wir müssen noch weiter Eure Sprache lernen und mehr über Westeros erfahren, bevor sich die Könige treffen können. Habt bitte noch ein klein wenig Geduld!"

"Da ist noch etwas", seufzte Lord Eddard, "Lady Melisandre und Königin Selyse behaupten, dass ihr Gott, der Herr des Lichts, Euch geschickt hat. Dieser Gott sei der richtige und alle anderen falsch. Doch andere Leute meinen, es seien die Sieben gewesen, die Euch geschickt hätten. Aber Ihr kamt zu meiner Rettung, als ich zu meinen Göttern des Waldes gebetet hatte. Lord Faramir, welcher Gott oder welche Götter haben Euch geschickt?"

"Lord Eddard, wir müssen mehr über Eure verschiedenen Götter erfahren, ehe wir dies beantworten können. Es waren tatsächlich Götter, wie Ihr sie nennt, die uns in diese Welt gebracht haben. Doch damit will ich nicht gesagt haben, dass die Königin oder Lady Melisandre im Irrtum sind."

"Aber haben Euch diese Götter tatsächlich aufgetragen, mich zu retten?", fragte Aryas Vater eindringlich. "In Königsmund habt Ihr doch genau gewusst, was Ihr zu tun habt? Woher? Warum?"

Faramir seufzte. "Also gut, das zumindest sollt Ihr erfahren. Ich wusste nicht, dass wir Eddard Stark, Lord von Winterfell, retten sollten. Wir haben Euch gerettet, weil Euer Aussehen und Eure Stimme haargenau denen meines toten Bruders Boromir gleichen."

"Ihr habt mich für Euren Bruder gehalten?"

"Ja, ich dachte, Boromir sei wieder am Leben – dabei ist er in unserer Welt schon vor dreizehn Jahren im Kampf gefallen. Außerdem war er nie verheiratet und hatte keine Kinder."

Arya konnte kaum glauben, was sie da hörte. Ihr Vater hatte einen Doppelgänger in der anderen Welt gehabt? Mit der gleichen Stimme? Wie war das möglich? Arya fand dies so verwirrend, dass sie nicht weiter dem Gespräch ihres Vaters mit Lord Faramir lauschen konnte. Sie trat wieder in den Raum zu Cressen und Sharin, die ihre Abwesenheit scheinbar nicht bemerkt hatten. Der Maester hatte den Raben dazu gebracht, "Lady" zu krächzen, was Sharin sehr amüsierte. Arya lächelte dazu, doch in ihren Gedanken war sie abwesend.

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


- Heermeister von Gondor
- Vorleser des Roten Buches
- Zitatewerfer der krassen Herde
- Facebook-Verweigerer
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Robb II

Robb saß in seinem Gemach in Schnellwasser und schaute angespannt auf die beiden Briefe, die er aus Drachenstein erhalten hatte – vom König und von seinem Hohen Vater. Grauwind lag zu seinen Füßen und döste. Eigentlich hätte Robb zufrieden sein können, denn schließlich hatte Stannis ihn zum Kommandanten der Truppen des Nordens und der Flusslande ernannt. Aber eigentlich war er das schon gewesen, bevor er Stannis die Treue geschworen hatte. Überdies enthielt der Brief keine klare Anweisung, wie er mit seinen Truppen vorgehen sollte – nur den sehr allgemeinen Befehl, "auf jeden Fall zu verhindern, dass Lord Tywin mit seinem Heer nach Königsmund gelangt".

Wie Robb das anstellen sollte, war ihm offenkundig selbst überlassen. Von Lord Tywin wusste Robb, dass er mittlerweile in Harrenhal angekommen war, seine Truppen aber noch in Kämpfe in den Flusslanden verwickelt waren. Edmure hatte den Flusslords die Erlaubnis zum Aufbruch erteilt, damit sie ihre eigenen Lande verteidigen konnten. Ser Marq Peiper und Lord Karyl Vanke waren bereits abgezogen. Nun hatte auch Lord Jonos Bracken seine Abreise angekündigt. Robb hatte wiederum seinen Großonkel Ser Brynden Tully als Kommandanten der Kundschafter und Vorreiter entsandt, um Informationen über den Verlauf des Krieges einzuholen.

Robb dachte auch über das nach, was nicht in Stannis‘ Brief stand. So verriet der König nicht, wie er selbst vorzugehen gedachte. Würde er Königsmund angreifen? "Freilich steht das nicht in dem Brief, du Narr!", tadelte Robb sich selbst. "Der Rabe könnte ja abgeschossen werden und der Brief in die falschen Hände gelangen." Auch stand in dem Brief nicht, wie Robb sich gegenüber Renly verhalten sollte, der sich auch König nannte. Würde Stannis sich mit ihm verbünden oder gegen den eigenen Bruder kämpfen? Doch da Renly weit weg in Rosengarten weilte, wollte sich Robb darüber fürs erste keine weiteren Gedanken machen.

Er legte den Brief des Königs beiseite und richtete seine Aufmerksamkeit auf den Brief seines Vaters, der eine sehr gute Nachricht enthielt: Nicht nur sein Vater, auch Arya war gerettet und in Sicherheit – dank der fremden Krieger, die "die Götter gesandt haben". Doch das war noch nicht alles: Lord Eddard fragte auch an, warum Lysa Arryn keine Truppen zur Unterstützung ihres Vaters geschickt hatte. Das frage ich mich auch. Er musste den Brief seiner Mutter zeigen und sie nach Tante Lysa fragen. Aber wie würde Lady Catelyn reagieren, wenn sie den Rest des Briefes las?

Hüte dich vor dem Königsmörder, aber sorge dafür dass er am Leben bleibt, denn noch haben sie Sansa. Er hat Bran vom Turm gestürzt, weil dein Bruder Jaime und Cersei gesehen hat. Cersei hat das mir gegenüber genauso zugegeben wie den Inzest mit ihrem Bruder.

Noch während er den Brief seines Vaters las, hörte er Schritte im Gang. Kurz darauf klopfte es an der Tür und sein Knappe Olyvar Frey schaute herein: "Mylord, ich habe wie befohlen Eure Mutter verständigt!" Der Junge machte die Tür weit auf und Lady Catelyn trat ein.

"Du hast einen Brief von Ned bekommen?", fragte sie, während der Knappe die Tür von außen wieder schloss. Robb reichte seiner Mutter den Brief.

"Arya!", rief sie erleichtert, während sie auf den Brief schaute. Doch ihr Lächeln schwand, als sie weiterlas.

"Mutter, warum bekommen wir keine Hilfe von Tante Lysa?", fragte Robb. "Ihre Heimat, das Land ihres Vaters, wird angegriffen und sie reagiert nicht auf unsere Raben!"

Seine Mutter seufzte. "Ich fürchte, Lysa denkt nur noch an sich und ihren Sohn. Diese Närrin kümmert sich nicht darum, was mit dem Land ihres Vaters geschieht. Robb, als ich Hohenehr verlassen habe, bin ich nach einem heftigen Streit mit Lysa gegangen. Sie schien mir nicht mehr bei klarem Verstand zu sein! Aber dass solltest du so nicht dem König schreiben."

"Schon gut!", stöhnte Robb. "Aber dass sie selbstsüchtig und treulos ist, werde ich ihm sehr wohl schreiben!"

"Robb, die Sache mit Jamie Lannister und Bran…", begann Lady Catelyn.

"Ach, der verfluchte Königsmörder! Für das, was er Bran angetan hat, würde ich ihn gerne am nächsten Baum aufknüpfen oder Rickard Karstarks Rache überlassen, wenn ich könnte. Aber sie haben Sansa! Deswegen hat Vater befohlen, dass er am Leben bleiben muss. Zumindest werde ich ihm einen Besuch abstatten!" Er stand auf.

"Robb, sei vorsichtig!", bat seine Mutter. "Ned hat dich vor ihm gewarnt! Ich... komme mit."

Das hatte ich befürchtet. "Wie du willst! Aber überlasse mir das Reden! Komm, Grauwind!" Der Schattenwolf erhob sich und folgte seinem Herren.

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


- Heermeister von Gondor
- Vorleser des Roten Buches
- Zitatewerfer der krassen Herde
- Facebook-Verweigerer
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Robb und seine Mutter verließen die Kammer und stiegen die Treppe hinab. Sie gingen tief hinunter in die Verliese von Schnellwasser. Dort saß in einer Zelle Jaime Lannister, der Königsmörder. Seine Arme und Beine waren festgekettet.

Als Robb mit seiner Mutter und dem Schattenwolf ankam, befahl er der Wache: "Öffnet die Tür und lasst uns alleine!" Der Wächter führte den Befehl aus und trat weg.

Jamie Lannister schaute auf die Besucher und spottete: "Schau an, der junge Wolf beehrt mich! Traut Ihr Euch nicht alleine zu mir, Knabe, dass Ihr Eure Mama und Euer Schoßtier mitgebracht habt?"

Robb spürte den Zorn in sich aufsteigen doch er sagte nichts.

"Oh, stört es Euch, wenn ich Euch Knabe nenne?", fuhr Lannister in hämischen Ton fort. "Habe ich Euch beleidigt, Stark?"

"Ihr beleidigt Euch selbst, Königsmörder!", erwiderte Robb. "Ihr seid von einem Knaben besiegt worden, Ihr werdet von einem Knaben gefangen gehalten. Und vielleicht werdet Ihr von einem Knaben getötet. Wir haben von König Stannis Baratheon die Wahrheit über Euch und Eure Schwester erfahren. König Joffrey Baratheon ist weder ein wahrer König noch ein wahrer Baratheon. Er, das Mädchen Myrcella und der Knabe Tommen sind allesamt Eure Bastarde!"

Der Königsmörder verzog keine Miene. "Stannis behauptet das? Wie praktisch für ihn, denn wenn das stimmte, dann wäre er der rechtmäßige König."

"Stannis ist unser rechtmäßiger König!", stieß Robb hervor. "Ich habe ihm die Treue geschworen! Und Ihr seid nicht nur ein Königsmörder und Blutschänder, nein, Ihr habt auch meinen Bruder aus dem Fenster gestoßen, weil er Euch mit der Königin gesehen hat!"

"Habt Ihr auch Beweise?", fragte Lannister trotzig. "Oder verbreitet Ihr nur Klatsch wie die Fischweiber?"

"Mein Vater hat die Wahrheit herausgefunden. Euer Sohn wollte ihn hinrichten lassen, damit die Welt nicht erfährt, wer ihn gezeugt hat. Aber das konnte verhindert werden, denn die Götter selbst haben ihre Krieger zur Rettung von Eddard Stark geschickt! Mein Hoher Vater lebt und ist die Hand des rechtmäßigen Königs in Drachenstein. Und bald wird es in allen sieben Königslanden bekannt werden, dass Ihr Joffreys Erzeuger seid."

"Ach, und wie hat Ned Stark diese angebliche Wahrheit herausgefunden?" In Lannisters Stimme schwang neben Trotz nun auch Wut mit. "Hat er mich und Cersei etwa beobachtet?"

"Eure Schwester hat es ihm gesagt." Robb sprach ganz ruhig und verspürte eine gewisse Genugtuung, als Lannister auf einmal sprachlos war.

"Ihr leugnet nicht, was Ihr meinem kleinen Jungen angetan habt?", rief Lady Catelyn. "Ihr seid ein Mann ohne Ehre! Ihr seid ein Monster!" Sie schritt an Robb vorbei und wäre auf Lannister losgegangen, wenn Robb sie nicht festgehalten hätte.

"Mutter!", stöhnte Robb. "Lass das! Wir gehen jetzt!"

Lannister fand seine Fassung wieder und spottete: "Lady Stark, Ihr seid ja eine echte Wölfin geworden mit den Jahren, viel von der Forelle habt Ihr nicht mehr."

"Der Spott wird Euch schon noch vergehen, Lannister!", drohte Robb. "Ihr werdet Eure gerechte Strafe erhalten!" Noch während Robb zum Königsmörder sprach, schlich Grauwind auf Lannister zu. Der Schattenwolf knurrte und fletschte seine Zähne, so dass der Gefangene es vorzog, zu schweigen statt noch eine hämische Bemerkung zu machen.

"Zu mir, Grauwind!", befahl Robb und rief die Wache, damit die Zelle aufs Neue zugesperrt wurde, nachdem der Schattenwolf wieder bei seinem Herrn war.

Robb ging mit Lady Catelyn hinaus. "Mutter, was hattest du eben vor?", fragte er nicht ohne Ärger. "Ich nehme mal nicht an, dass du wie Lord Karstark den Königsmörder umbringen willst."

"Ich.. ich weiß es nicht, Robb", antwortete Lady Catelyn verlegen. "Ich war einfach nur wütend auf diesen Unmenschen. Ich weiß doch, dass wir ihn lebend brauchen, wegen Sansa. Was tun wir, um sie frei zu bekommen?"

Robb atmete tief durch. "Das müssen der König und Vater entscheiden. Mutter, möchtest du nicht zu den Zwillingen reisen? Dort wärest du weiter von den Kämpfen entfernt und du könntest die Töchter von Lord Frey kennenlernen und eine für mich als Braut auswählen. Danach könntest du nach Winterfell zurückkehren. Bran und Rickon brauchen dich!"

"Nein, Robb!", sagte sie entschieden. "Du bist mit bald Siebzehn alt genug, um dich selbst für eines von Lord Walders Mädchen zu entscheiden. Außerdem bleibt meinem Hohen Vater nur noch kurze Zeit. Solange dein Großvater lebt, ist mein Platz hier bei ihm in Schnellwasser."

"Schon gut", seufzte Robb. "Ich brauche etwas frische Luft. Guten Tag, Mutter. Grauwind, komm!" Er ließ seine verdutzte Mutter stehen und ging rasch fort. Der Schattenwolf trottete hinter ihm her.

Robb ging in den Götterwald und dachte nach. Würde Mutter auch bei Großvater bleiben wollen, wenn Sansa in Sicherheit wäre? Mir wäre es lieber, sie wäre weit weg vom Krieg. Er blickte zum Himmel und sah den roten Kometen. Ein Zeichen des Krieges. Es wird noch sehr viel Blut vergossen werden.

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


- Heermeister von Gondor
- Vorleser des Roten Buches
- Zitatewerfer der krassen Herde
- Facebook-Verweigerer
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Tyrion I

Der Empfang durch den Kleinen Rat war genauso ausgefallen, wie Tyrion es erwartet hatte. Varys, Janos Slynt, Petyr Baelish und Maester Pycelle hatten sich höflich gegeben, als er den Brief seines Vaters überreicht hatte. Nur Tyrions ach so entzückende Schwester Cersei hatte ihre Abscheu nicht verhehlt. Sie hatte erwartet, dass Lord Tywin mit seiner Streitmacht anrücken würde. Stattdessen war Tyrion mit ein paar hundert Männern gekommen, um an seines Vaters Stelle das Amt der Hand des Königs auszuüben. Schließlich schickte Tyrion die Berater höflich hinaus, um unter vier Augen mit Cersei zu sprechen.

Kaum waren sie alleine, ließ Cersei ihrem Ärger freien Lauf. "Hat Vater den Verstand verloren? Oder hast du den Brief gefälscht? Warum hat er mich mit dir gestraft? Ich wollte, dass er selbst kommt." Sie zerknüllte Lord Tywins Schreiben. "Ich bin Joffreys Regentin, und ich habe ihm einen königlichen Befehl geschickt."

"Und er hat ihn ignoriert", meinte Tyrion. "Trotz deiner dramatischen Meldung von einer von Stannis angeheuerten ausländischen Flotte in der Schwarzwasserbucht, die angeblich Königsmund jederzeit angreifen könnte. Wie mir scheint, hat sie immer noch nicht angegriffen." Er hatte vernommen, dass sich die fremden Schiffe nach Drachenstein zurückgezogen hätten.

Cersei schnaubte vor Wut. "Ich könnte diesen Brief als Fälschung bezeichnen und dich in den Kerker werfen lassen! Das kann niemand ignorieren!"

"Niemand", stimmte Tyrion zu, "am wenigsten unser Vater mit seinem großen Heer. Aber warum willst du mich in die Verliese bringen lassen, süße Schwester, wo ich doch den ganzen weiten Weg auf mich genommen habe, um dir zu helfen?"

"Ich habe nicht um deine Hilfe gebeten, sondern Vater befohlen, herzukommen."

"Ja", sagte er leise, "aber eigentlich wolltest du Jaime."

Tyrion sah in Cerseis Gesicht neben Zorn auch Angst und Verzweiflung. "Jaime…"

"…ist genauso mein Bruder wie deiner", unterbrach Tyrion sie. "Unterstütze mich und ich verspreche dir, wir werden Jaime befreien."

"Und wie?", verlangte Cersei zu wissen. "Eddard Stark wird wohl kaum vergessen, dass wir versucht haben, ihn zu köpfen. Es heißt, dass er jetzt die Hand von Stannis sei, der sich auch zum König ausgerufen haben soll. Das wird das Verhandeln um Jaime nicht einfacher machen."

"Das ist wohl so", stimmte Tyrion zu, "aber immerhin hast du noch Lord Stark ältere Tochter. Ich habe Sansa draußen bei Joffrey gesehen. Aber wie konnte die jüngere Tochter entkommen?"

"Ich habe Meryn Trant befohlen, sie zu ergreifen, als Robert starb, aber ihr verfluchter Tanzmeister hat sich eingemischt, und sie konnte fliehen. Sie hat sich in der Stadt versteckt und ist gerade dann wieder aufgetaucht, als diese fremden Söldner ihren Vater befreit haben. Sie wurde gesehen, wie sie mit Lord Eddard zusammen weggebracht wurde."

Dass Arya mit ihrem Vater geflohen war, hatte Tyrion noch nicht gewusst, dennoch ging er davon aus, dass ein Mädchen genügen würde. "Was hältst du von unseren Freunden im Rat? Bist du ihrer Loyalität sicher? Vertraust du ihnen?"

"Ich vertraue niemandem", fauchte Cersei. "Ich brauche sie. Warum fragst du?"

"Vater scheint ihnen auch nicht zu vertrauen. Er weiß, dass die kurze Herrschaft deines Sohnes eine einzige Folge von Torheiten und Katastrophen war. Aus diesem Grund nimmt er an, jemand würde Joffrey schlecht beraten."

Cersei blickte ihn forschend an. "Joffrey mangelt es nicht an gutem Rat. Er war schon immer sehr eigenwillig. Jetzt, als König, glaubt er, tun zu können, was er will, und nicht, was man ihm sagt."

"Kronen stellen seltsame Dinge mit den Köpfen darunter an", pflichtete Tyrion ihr bei. "War es seine Idee, Eddard Stark köpfen zu lassen?"

Die Königin verzog das Gesicht. "Man hat ihn angewiesen, Stark zu begnadigen und das Schwarz anlegen zu lassen. Der Mann wäre damit keine Gefahr mehr gewesen und wir hätten uns friedlich mit seinem Sohn einigen können; Joff hingegen wollte dem Pöbel eine bessere Vorstellung bieten. Was hätte ich tun sollen? Er hat vor der halben Stadt Lord Eddards Tod gefordert. Und Janos Slynt und Ser Ilyn schritten sogleich zur Tat und hätten sie auch ausgeführt, wenn nicht auf einmal diese Söldner eingegriffen und Ilyn Payn getötet hätten. Ich bin mir völlig sicher, dass Stannis sie geschickt hat!" Sie ballte die rechte Hand zur Faust.

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


- Heermeister von Gondor
- Vorleser des Roten Buches
- Zitatewerfer der krassen Herde
- Facebook-Verweigerer
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

"Das ist wahrscheinlich", stimmte Tyrion zu, "da sie Lord Eddard nach Drachenstein gebracht haben. Und kurze Zeit später haben seine Leute Stannis die Treue geschworen. Doch darauf wäre es wohl auch hinausgelaufen, wenn Ilyn Payn seine Tat vollendet hätte. Und dieser Lord Slynt hat sich also daran beteiligt? Aber andererseits war er unfähig, mit seinen Goldröcken diese Fremden aufzuhalten, die ohne Verluste in die Stadt eindringen und mit Lord Stark entkommen konnten. Das hat uns dieses unsinnige Gerede über von den Göttern geschickte Retter eingebrockt. Wessen Idee war es, diesem Versager Harrenhal zu geben und ihn in den Rat zu berufen?"

"Darum hat sich Kleinfinger gekümmert. Wir brauchten Slynts Goldröcke. Eddard Stark hat einen Komplott mit Roberts Brüdern geschmiedet und Lord Stannis öffentlich als rechtmäßigen König bezeichnet. Wir hätten alles verloren, wenn die Goldröcke sich nicht gegen Starks Männer gewandt und sie getötet hätten. Und wir sind dem Unheil nur knapp entgangen. Wäre Sansa nicht zu mir gekommen und hätte mir die Pläne ihres Vaters offenbart…"

Tyrion war überrascht. "Wirklich? Seine eigene Tochter?"

"Das Mädchen war bis über beide Ohren verliebt. Für Joffrey hätte sie alles getan, allerdings nur, bis er befahl, ihrem Vater den Kopf abzuschlagen und das eine Gnade nannte. Damit hatte ihre Liebe ein Ende."

"Seine Gnaden hat eine unnachahmliche Art, die Herzen seiner Untertanen zu gewinnen", sagte Tyrion und lächelte schief. "Wurde Ser Barristan Selmy auch auf Joffreys Wunsch aus der Königsgarde entlassen?"

Cersei seufzte. "Joff wollte jemandem die Schuld an Roberts Tod geben. Varys hat Ser Barristan vorgeschlagen. Warum auch nicht?"

"Ser Barristan war Lord Kommandant von Roberts Königsgarde", erinnerte Tyrion sie. "Das gemeine Volk spricht über ihn wie über Serwyn vom Spiegelschild und Prinz Aemon den Drachenritter. Was, glaubst du, werden sie erst denken, wenn sie Barristan den Kühnen neben Stannis Baratheon reiten sehen?"

Cersei blickte zur Seite. "Daran habe ich nicht gedacht."

"Vater schon", sagte Tyrion. "Deswegen hat er mich hergeschickt. Um diesen Torheiten ein Ende zu bereiten, damit dein Sohn diesen hässlichen eisernen Stuhl behalten kann."

"Wie willst du das anstellen?", fragte Cersei.

"Zunächst muss ich wissen, wer für welche Dummheit verantwortlich war. Du sagtest, Joffrey wollte Lord Eddard töten, Varys hat Barristan entlassen und Kleinfinger hat uns mit Lord Slynt beschenkt. Wer hat Jon Arryn getötet?"

"Woher sollte ich das wissen?", fauchte Cersei. "Dieser Narr Eddard Stark hat mich verdächtigt. Er deutete an, dass Jon Arryn den Verdacht hegte… oder glaubte…"

"Dass du dich von unserem süßen Jaime stechen ließest?" Sie schlug ihm ins Gesicht.

"Meinst du, ich sei genauso blind wie Vater?" Tyrion rieb sich die Wange. "Mit wem du ins Bett steigst, ist mir gleich, auch wenn es mir ungerecht erscheint, wenn du deine Beine für den einen Bruder breit machst und den anderen nicht." Sie schlug ihm wieder ins Gesicht.

"Gemach, Cersei, ich scherze nur. Mir ist jede anständige Hure lieber als du. Ich habe nie verstanden, was Jaime an dir gefunden hat." Sie schlug ihm zum dritten Mal ins Gesicht.

Seine Wangen schmerzten, trotzdem lächelte er. "Wenn du so fortfährst, werde ich noch wütend."

Sie hielt ein. "Was sollte mich das kümmern?"

"Ich habe ein paar neue Freunde, die dir nicht gefallen werden. Wie hast du Robert umgebracht?"

"Das hat er selbst erledigt. Wir brauchten nur ein wenig nachzuhelfen. Als Lancel sah, dass Robert Keiler jagen wollte, gab er ihm Starkwein. Er verstärkte seinen geliebten herben Roten, bis er dreimal so kräftig war wie gewöhnlich. Dieser stinkende Dummkopf hat ihn genossen. Er hätte jederzeit aufhören können, aber nein, er hat den ersten Schlauch ausgetrunken und ließ sich von Lancel einen zweiten bringen. Der Keiler hat schließlich das Seinige dazu beigetragen. Kein anderes Schwein hat mir je so gemundet. Sein Geschmack war voller Triumph!"

"Wahrlich, Schwester, du bist die geborene Witwe. Nachdem ich jetzt alle mir zustehenden Ohrfeigen erhalten habe, werde ich dich verlassen. Nur eine Bitte habe ich noch: Sorge freundlicherweise dafür, dass der kleinen Sansa Stark kein Leid geschieht. Es wäre nicht gut, wenn wir sie auch noch verlieren. Wir hätten dann niemanden mehr, den wir für Jaime eintauschen könnten."

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


- Heermeister von Gondor
- Vorleser des Roten Buches
- Zitatewerfer der krassen Herde
- Facebook-Verweigerer
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Elphir III

Zögernd klopfte Elphir an die Tür von Melisandres Kammer. "Herein!" rief sie und er trat ein.

Sie war wie immer in Rot gekleidet und stand in der Kammer, die von einigen Kerzen erleuchtet wurde, aber dennoch schummrig war. In der Mitte der Kammer befand sich ein Tisch, auf dem Bücher lagen. "Willkommen, Lord Elphir!", sagte Melisandre.

"Seid gegrüßt, Lady Melisandre!", sagte er langsam, denn noch fühlte er sich nicht ganz sicher in der Gemeinen Zunge von Westeros. Unwillkürlich wanderte sein Blick zum großzügigen Ausschnitt von Melisandres Kleid. Sie war eine sehr schöne, sinnliche Frau.

"Euer Blick sucht, was unter meinem Kleid ist", stellte Melisandre fest. "Vielleicht werdet Ihr es bald sehen."

"Nein danke!", lachte Elphir. "Ich bin ein glücklich verheirateter, treuer Ehemann und Vater von vier Kindern. Jedenfalls bin ich nicht hier, um unter Euer Kleid zu schauen."

"Seid Ihr gekommen, um mir eine gute Nachricht zu bringen?", fragte Melisandre. "Wird sich Euer König endlich mit dem meinen treffen und sich mit ihm verbünden, so dass Stannis sich endlich vor aller Augen zum Herrn des Lichts bekennt?"

"Nein, noch nicht…", antwortete Elphir stockend. "Ich wollte von Euch mehr erfahren über Euren Herrn des Lichts. Ihr sagtet mir bei unserem ersten Treffen, dass er uns in diese Welt geschickt habe. Es ist nur… wir kennen ihn nicht. Jedenfalls nicht unter diesem Namen."

Melisandre blickte ihn prüfend und auch ein wenig enttäuscht an. "Eigentlich hatte ich gehofft, dass Ihr bestätigen würdet, was ich in den Flammen gesehen habe – dass der eine, wahre Gott Euch geschickt hat. Euer Lord Faramir soll zu diesem Greis Cressen etwas von Göttern gesagt haben, die Euch geschickt hätten, aber das kann nicht sein! Es gibt nur einen Gott! Nur der Herr kann Euch das Tor zwischen den Welten geöffnet haben!"

Was ist dir da rausgerutscht, Vetter Faramir? Elphir lief rot an und stammelte: "Vielleicht hat Cressen Faramir falsch verstanden. Wir sind noch nicht so sicher in Eurer Muttersprache…"

"Die Gemeine Zunge ist nicht meine Muttersprache!", unterbrach ihn Melisandre schroff. "Aber ich habe sie schnell gelernt, und Ihr lernt sie ebenso schnell. Lord Elphir, wer hat Euren König in unsere Welt geschickt?"

"Diese Frage kann nur König Elessar beantworten!" Elphir hatte seine Fassung wieder gewonnen. "Und nun erzählt mir vom Herrn des Lichts!"

"Wie Ihr wünscht, Mylord", seufzte sie. "Setzen wir uns!" Sie nahmen am Tisch Platz.

"R’hllor, der Herr des Lichts ist der einzig wahre Gott", begann sie. "All die anderen Götter von Westeros sind nichts weiter als Dämonen; Leibeigene des Großen Anderen."

"Wer ist der Große Andere?", fragte Elphir.

"Der Feind. Der, dessen Name nicht genannt werden darf. So, wie R’hllor für Licht, Wärme und Leben steht, steht der Große Andere für Dunkelheit, Kälte und Tod."

Der, dessen Name nicht genannt werden darf. Das zumindest kam Elphir bekannt vor. In Gondor hatte es vor der Rückkehr des Königs niemand gewagt, den Namen "Sauron" in den Mund zu nehmen. Man hatte stattdessen vom namenlosen Feind gesprochen.

"Seit Anbeginn der Zeit herrscht Krieg zwischen dem Licht und der Finsternis", fuhr Melisandre fort, "und vor tausenden von Jahren lag Dunkelheit über der Welt, bis ein Held, Azor Ahai, das Schwert Lichtbringer schmiedete, mit dem er die Finsternis des Großen Anderen besiegte. Doch die Finsternis kehrt wieder zurück."

Sie hielt inne. Die Finsternis, die vor tausenden von Jahren besiegt wurde, aber dann wiederkehrt. Auch das war Elphir nicht unbekannt. "Habt Ihr davon schon gehört?", fragte sie ihn auf einmal.

"Ja, so etwas Ähnliches, bezogen auf meine Welt", gab Elphir zu. "Aber erzählt bitte weiter!"

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


- Heermeister von Gondor
- Vorleser des Roten Buches
- Zitatewerfer der krassen Herde
- Facebook-Verweigerer
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

"Wie Ihr wünscht. In den alten Büchern meiner Heimat Asshai steht geschrieben, dass nach einem langen Sommer ein Tag kommen wird, an dem die Sterne bluten und der kalte Odem der Finsternis die Welt umschlingen wird. In dieser Stunde des Schreckens wird ein Krieger ein brennendes Schwert aus dem Feuer ziehen. Und dieses Schwert soll Lichtbringer sein, das Rote Schwert des Helden, und wer es ergreift, ist der wiedergeborene Azor Ahai, und die Dunkelheit wird vor ihm weichen."

"Und wer soll dieser Krieger sein?", fragte Elphir, wobei er ihre Antwort bereits ahnte.

"Stannis Baratheon!", rief Melisandre. "Er ist der Prinz, der verheißen wurde. Ihr werdet bald sehen, wie er das brennende Schwert aus dem Feuer zieht. Um ihm im Kampf gegen die Dunkelheit beizustehen, seid Ihr hier!"

"Das wird wohl so sein…" Elphir wurde nachdenklich.

"Kommt mit, Lord Elphir, wenn die Gläubigen sich heute Abend zum Gebet versammeln!"

"Warum betet Ihr ausgerechnet heute Abend?" Elphir vermutete einen besonderen Anlass für das Gebet, denn in Mittelerde war regelmäßiges Beten unbekannt. Die Menschen Gondors riefen die Valar lediglich in unmittelbarer Gefahr und Bedrängnis um Hilfe an.

"Wir beten bei jedem Sonnenuntergang, damit R’hllor uns beschützt, denn die Nacht ist dunkel und voller Schrecken!"

"Jeden Abend?" Befremdet schüttelte Elphir den Kopf. "Und wo versammelt Ihr Euch?"

"An einem Feuer im Freien", antwortete Melisandre, "noch haben wir hier keinen Roten Tempel."

"Was sind Tempel?", fragte Elphir.

Melisandre griff nach einem der Bücher, die auf dem Tisch lagen und blätterte darin. "Seht, Lord Elphir, das ist der Rote Tempel von Volantis."

Elphir schaute in das Buch – und wurde blass, als er sah, dass in dem Buch ein großes Gebäude abgebildet war. "Ihr….Ihr verehrt Euren Gott in diesen großen Häusern?"

"Ja, gewiss", antwortete Melisandre verwundert. "Gibt es in Eurer Welt keine Tempel?"

"Äh, nein…", stotterte Elphir, "nur heilige Orte ohne Häuser. So etwas wie ein Tempel ist für mich… ungewohnt."

Tatsächlich hatte Elphir vor Jahren schon einmal in einem Buch über die Geschichte Númenórs das Bild eines Tempels gesehen – des großen Tempels, den Sauron zur Verehrung von Morgoth in Armenelos, der Hauptstadt Númenórs, errichtet hatte. In dem Tempel hatte Sauron Nimloth, den Weißen Baum, verbrannt und Morgoth Menschen geopfert. Der Tempel war beim Untergang Númenórs vernichtet worden, doch das Bild eines solchen Hauses war für Gondorianer mit düsteren Erinnerungen verknüpft, da sie diese Bauwerke mit der Verehrung des Bösen in Verbindung brachten. Jetzt dämmerte ihm auch, welchen Zweck jenes große Gebäude in der Hauptstadt hatte, zu dem Faramir mit seinen Männern gegangen war.

"Was macht Ihr in den Tempeln", fragte Elphir vorsichtig nach, "nur beten?"

"In den Tempeln des Herrn entzünden wir große Feuer. In diesen heiligen Feuern opfern wir dem Herren und durch den Blick ins Feuer sehen wir Dinge, die waren, und Dinge, die noch passieren können."

"Ihr bringt in dem Tempel Feueropfer dar?" Elphir fand das entsetzlich. Er fühlte sich in der Gegenwart Melisandres zunehmend unwohl.

"Ja, Mylord. Missfällt Euch das etwa?"

"Bei uns gibt es so etwas nicht!" Eigentlich wollte er gehen, doch er musste noch mehr erfahren. "Aber bitte, erzählt mir doch noch mehr vom Herrn des Lichts!"

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


- Heermeister von Gondor
- Vorleser des Roten Buches
- Zitatewerfer der krassen Herde
- Facebook-Verweigerer
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Hisimir

Gefährte

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Uhh jetzt wird es spannend
Bin mal sehr gespannt, wie du den Religionskonflikt löst.
GRRM lässt ja immer ziemlich offen, welche von denen jetzt stimmen, also welche Religionen wahrhaftige Götter anbeten. Die Macht der Wehrholzbäume und der dreiäugigen Krähe legen ja nahe, dass zumindestens die alten Götter, nicht machtlos sind und existieren.
Von den 7 kriegt man nichts wunderliches mit. Und R'hllor kann Menschen wiederbeleben.
Aber was ist jetzt die Wahrheit? Gibt es überhaupt eine?
Sehr spannendes Thema, find ich super, wie du das angehst.
Die Parallen zu Saurons Morgoth Kult in Numenor, sind mir vorher gar nicht aufgefallen.
Du schreibst das Klasse

Ehre das Gimp!
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Hisimir]

Vielen herzlichen Dank, Hisimir!
Hisimir schrieb:
GRRM lässt ja immer ziemlich offen, welche von denen jetzt stimmen, also welche Religionen wahrhaftige Götter anbeten. Die Macht der Wehrholzbäume und der dreiäugigen Krähe legen ja nahe, dass zumindestens die alten Götter, nicht machtlos sind und existieren.
Von den 7 kriegt man nichts wunderliches mit. Und R'hllor kann Menschen wiederbeleben.
Aber was ist jetzt die Wahrheit? Gibt es überhaupt eine?

Bei GRRM eher nicht; er hat sich vor einigen Jahren in einem Interview dazu geäußert:
In Bezug auf:
Well, the readers are certainly free to wonder about the validity of these religions, the truth of these religions, and the teachings of these religions. I'm a little leery of the word "true" — whether any of these religions are more true than others. I mean, look at the analogue of our real world. We have many religions too. Are some of them more true than others? I don't think any gods are likely to be showing up in Westeros, any more than they already do. We're not going to have one appearing, deus ex machina, to affect the outcomes of things, no matter how hard anyone prays. So the relation between the religions and the various magics that some people have here is something that the reader can try to puzzle out.

Das unterscheidet Martin sehr deutlich von Tolkien, bei dem es ein ganz wesentlicher Bestandteil seines Werkes ist, dass die Welt von Eru geschaffen und von den Valar geformt wurde und dass Valar und Maiar den Kindern Erus leibhaftig begegnen.

Für Menschen aus Mittelerde sind die konkurrierenden Religionen von Westeros ziemlich verwirrend; wenn dann auch noch Tempel und Brandopfer erwähnt werden, wird das für Elphir, einen Nachfahren der Getreuen Númenórer, aufgrund der bösen Assoziationen zu einem starken "Kulturschock".

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


- Heermeister von Gondor
- Vorleser des Roten Buches
- Zitatewerfer der krassen Herde
- Facebook-Verweigerer
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Hisimir

Gefährte

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Okay, das Interview kannte ich nicht, ich hab jetzt nur aus meinem Wissen aus den Büchern interpretiert.
Also danke
Mir gefallen beide Ansätze gut.
Ich freu mich schon wieder auf nächsten Samstagabend

Ehre das Gimp!
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht
Zusatzinformationen
Thread drucken