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herr-der-ringe-film.de

Spiel & Spaß » Das Mathom-Haus » Der Thread der expliziten Intoleranz

Keli

Nebelläuferin

Re: ernsthaft verdreht [Re: Keli]

In Bezug auf:
Die Treusinn-Manufakturen


Im Dogs Magazin beschreibt Astrid Nestler es noch treffender (und ausführlicher). Was es nicht unbedingt besser macht.

"In den mittlerweile rund 725 Sozialbetrieben bundesweit arbeiteten 2016 insgesamt 305 000 Menschen. Zwar gibt es immer weniger mit angeborenen Handicaps, dafür steigt seit Jahren der Anteil derjenigen, die aufgrund einer psychischen Beeinträchtigung in die Werkstätten kommen. Die ursprüngliche Idee war, vor allem geistig Behinderten angemessene Arbeit in einem geschützten Rahmen zu ermöglichen. "Beschützende Werkstätten" gingen ab den Fünfzigerjahren aus ehrenamtlichen Elterninitiativen wie der Lebenshilfe hervor.
Oder die Behindertenwerkstätten entstanden schon im 19. Jahrhundert aus christlicher Nächstenliebe wie die Stiftung Bethel [...]."
"Um die Kunden bei der Stange zu halten und weil Produkte langlebig sind, müssen ständig neue Ideen entwickelt werden. Geplant sind Spielys in Neonfarben, ein Keramiknapf mit anderer Form, Hundpullis aus Stretchfleece und neu designtes Zubehör aus Bioethane, einem mit Plastik ummantelten Gurtband, das vegan ist und häufiger gefragt wird. Wie groß kann man werden, ohne den Manufakturcharakter zu verlieren? Eine Obergrenze sieht Rosner bei etwa 10 000 verkauften Näpfen pro Jahr. Da ist also noch Luft nach oben. Ihr Traumziel aber ist, Büro, Lager und Werkstatt mit einem Teil der Fertigung in einem Gebäude zu vereinen. "Mit einer eigenen Werkstatt könnte ich ganz normale externe Arbeitsplätze für Behinderte einrichten", sagt Simone Rosner. "Das wäre dann wirklich die Art von Integration in die Gesellschaft, die ich mir für Menschen mit Handicap wünschen würde."



°~°~°~~°~°~~°~°~°
K
eli mag keine Kirschen, lässt sich aber durchaus mit Küchle und Keksen bestechen.
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Pyr

Gefährte

Wieder einmal: [Re: Keli]

Es ist vollkommen lachhaft, ein "gleichberechtigtes" Nebeneinander von "heterosexuellen" und "homosexuellen" "Identitäten" anstreben zu wollen, da die "Homosexualität" ebenso durch die "Heterosexualität" konstituiert & vermittelt ist, wie sie durch sie marginalisiert, abgespalten, ausgestoßen und tabuisiert ist - eben weil die heterosexuelle Identität in ihrer Gewaltsamkeit selbst Produkt von gewaltsamer Abspaltung ist. Was bei jedem Schwimmbadbesuch zu erkennen ist, sofern man nicht schon betriebsblind ist. Das gleiche gilt für den Wunsch nach einer nicht-übergriffigen heterosexuellen Männlichkeit. Oder nach einem Kapitalismus mit menschlichem Antlitz und positiver Öko-Bilanz. Oder nach der Quadratur des Kreises.

"Weit schlimmer als der Zustand, in dem nur das Schlechte gefressen wird, ist der Zustand, in dem schon alles gefressen wird."

(Bert Brecht; 'Theater als geistige Angelegenheit')
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sphnix

Gefährte

Re: Wieder einmal: [Re: Pyr]

Das ist alles richtig, und ich fürchte irgendwie trotzdem, dass gerade die Klientel, an die es sich richtet, es eher nicht verstehen wird. Wobei ich dir auch nicht sagen kann, wie man es besser formulieren könnte, fürchte ich.

I tried walking backwards to get less confused.
Working off a theory I could never prove
That it was life itself to blame.
And time ruined the world
like a failed revolution.

(Bright Eyes, Cartoon Blues)
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Pyr

Gefährte

Re: Wieder einmal: [Re: sphnix]

Ich kann & wollte das auch noch konkretisieren. Ob es dann jemanden erreicht, ist natürlich trotzdem fraglich. In der Zwischenzeit ein Versuch, die Denkrichtung zu ändern: Die Frage sollte (in Bezug auf alles) nicht lauten "Wie machen wir das Beste daraus?", sondern "Wie kommt es eigentlich dazu, dass die Dinge die Gestalt annehmen, in der sie uns begegnen?".

"Weit schlimmer als der Zustand, in dem nur das Schlechte gefressen wird, ist der Zustand, in dem schon alles gefressen wird."

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Morion

Gefährte

Re: Wieder einmal: [Re: Pyr]

Ich werde mal versuchen, zu paraphrasieren, was Pyr schrieb, auch um aufzuzeigen, was davon ich nicht richtig verstehe.

Du findest es unsinnig, Toleranz für Homosexuelle (die, darf ich annehmen, stellvertretend für alle möglichen Nichtheteroetceteras stehen) zu fordern, da, ich zitiere, "Homosexualität" ebenso durch die "Heterosexualität" konstituiert ist, das heißt (konstituieren musste ich dudeln) erst durch das Konzept Heterosexualität das Konzept Homosexualität entsteht (geht das so weit in eine richtige Richtung?), wie sie durch sie marginalisiert, abgespalten, ausgestoßen und tabuisiert ist. Den zweiten Satzteil verstehe ich vielleicht, aber magst du nochmals ausführen, woher die Korrelation zwischen konstituiert sein (ich habe ein Wort gelernt!) und marginalisiert werden kommt. Oder war das lediglich eine Aufzählung?

eben weil die heterosexuelle Identität in ihrer Gewaltsamkeit selbst Produkt von gewaltsamer Abspaltung ist.

Diesen Teil verstehe ich nun fast gar nicht: Inwiefern ist die heterosexuelle Identität gewaltsam? Und inwiefern ein Produkt gewaltsamer Abspaltung? Von was?

Ich glaube, über deine Beobachtungen im Schwimmbad schriebst du bereits? Ich erinnere mich nur noch dumpf.

Den letzten Teil deines Absatz finde ich nichtsoschwer verständlich: Du zählst Forderungen auf, die manch einer stellen könnte, nicht zu sich selbst widerspruchsfrei sind.

Ist das Satire oder kann das weg?
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sphnix

Gefährte

Nominalstil für Sonntags: [Re: Morion]

Um selbst ein paar Worte zum Thema zu schrieben, ohne zu wissen, wie sehr das jetzt das pyrrisch Gemeinte trifft:
Heterosexuelle Identität bedeutet zwangsläufig, dass Geschlecht als relevantes Kriterium der Wahrnehmung eines Menschen akzeptiert wird. Diese Akzeptanz ist gesellschaftliche erzwungen, sofern "Mann" und "Frau" gesellschaftlich bedeutsame Kategorien sind. Männer und Frauen zu unterscheiden bedeutet aber unter anderem auch, sie aufeinander zu beziehen, da Männer und Frauen in dem, was sie unterscheidet, als gegensätzlich und einander ergänzend definiert sind. Heterosexuelle Identität bedeutet, als Mann auf eine Frau, und als Frau auf einen Mann bezogen zu sein, wobei der jeweils andere das verkörpert, was man selbst nicht ist. Homosexualität akzeptiert diese Unterscheidung, sie positioniert sich nur schräg dazu, indem sie entweder die heterosexuelle Polarität in das Verhältnis von Geschlechts-Gleichen hineinversetzt, oder sich, was die Ausrichtung des Begehrens angeht, dem Ergänzungsverhältnis verweigert.
Einfacher ausgedrückt: Da der Mann als Mann, die Frau als Frau nur in ihrem jeweiligen heterosexuellen Aufeinanderbezogensein definiert sind, beruht das homosexuelle Sich-Beziehen des Mannes auf den Mann, der Frau auf die Frau notwendig auf einer heterosexuellen Prämisse.

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sphnix

Gefährte

Bücher/Magazin [Re: sphnix]

Dorten (in der Ausgabe Dezember/Januar 2018) ist ein Interview mit Juli Zeh abgedruckt, aus dem ich 2 problematische Passagen herausgreifen will, weil sie mit allgemeinen Problemen/ problematischen Haltungen zu tun haben.

1. Dieser Aussage geht eine andere voran, nämlich die, dass Zeh keine Angst hat, dass ihre Nachbarn sich in ihren Romanen porträtiert fühlen, weil die Nachbarn eh nicht lesen. Zeh, auf Nachfrage:

Die Leute in unserem Dorf lesen vielleicht mal die lokale Zeitung. Aber keine Bücher und schon gar keinen 600 Seiten Schmöker [Anmerkung zum Begriff: gdfk jvbdufvdfufd! ] Ausgeschlossen. Ich meine das in keiner Weise despektierlich, es ist einfach eine Tatsache. Menschen haben unterschiedliche Fähigkeiten. Ich kann beispielsweise keinen Traktor reparieren, das hingegen kann mein Nachbar.

Dieser Aussage wegen hab ich das Interview in diesen Thread gepackt; ich halte das für ein Paradebeispiel repressiver Toleranz (und auch sonst für dämlich) - und zwar insofern, als "Lesen" zur "Fähigkeit" herabgestuft wird und dann austauschbar ist, was wiederum das Betrogensein von Menschen wegretuschiert, die verminderte Chancen haben, zum Bewusstsein ihrer Lage zu kommen.



2. Hier geht es teils um Lanzarote, teils ums Tauchen:

a) "Da stehe ich vor einem Vulkan und denke: 'Wie wichtig bin ich den eigentlich angesichts von Millionen Jahren Erdgeschichte, als es keine Säugetiere geschweige denn Menschen gab?' Das setzt einem wieder ins Verhältnis und relativiert das aufgeblasene Bedeutsamkeitsego, das wir ja alle haben. [...]
Das Tauchen reduziert einem auf die nackte Existenz. Das ist sehr heilsam. Aber auch angsteinflößend.


Was soll das? Was soll dieser vollkommen sinnfreie, leere Schwanzvergleich zwischen Mensch und Universum? Und relativiert schon ein Berg den Menschen, oder braucht es dazu das Universum, oder reicht schon ein Kiesel? Oder ist das Alles doch einfach Kategoriensmoothie dämlichsten Zuschnitts, abgeschmeckt mit abgestandenem leerem Existenzialin?

http://forum.herr-der-ringe-film.de/showflat.php/Number/6017693#Post6017693

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Najade

Gefährte

Re: Bücher/Magazin [Re: sphnix]

sphnix schrieb:


Was soll das? Was soll dieser vollkommen sinnfreie, leere Schwanzvergleich zwischen Mensch und Universum? Und relativiert schon ein Berg den Menschen, oder braucht es dazu das Universum, oder reicht schon ein Kiesel? Oder ist das Alles doch einfach Kategoriensmoothie dämlichsten Zuschnitts, abgeschmeckt mit abgestandenem leerem Existenzialin?

http://forum.herr-der-ringe-film.de/showflat.php/Number/6017693#Post6017693

Frag das alles doch den Berg. Der ist aelter und hat mehr Erfahrung

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Die unbeantwortete Najade ist unbeantwortet! Die überschätzte Najade ist überschätzt!
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"And what good is it to me that you're here now? Where were you twenty years ago, ten years ago? How dare you, how dare you come to me now, when I am this?[...] I wish you had never come. Why did you come now?"
― Peter S. Beagle, The Last Unicorn
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sphnix

Gefährte

Re: Bücher/Magazin [Re: Najade]

Den Weisen Alten, meinst du sicher!

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