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herr-der-ringe-film.de

JulianRusch

Gefährte

Re: Herr der Ringe TV-Serie, geplant von Amazon [Re: Fleuz]

Mohrchen:
Nur wegen dem Dolch soll man also 3 eher unwichtige Kapitel verfilmen? Im Film kriegen die Hobbits ihre Schwerter halt von Aragon. Übrigens, zu deinem Beispiel, Tom Bombadil hätte die Schlacht entschieden. Nach dieser Logik wäre Radagast einer der wichtigsten Charaktere der Filmreihe, da er Gandalf die Morgulklinge gibt, und dieser nur deswegen nach Dol Guldur ging. Ohne Radagast wäre Sauron also im verborgenen geblieben und die Schlacht der 5 Heere hätten die Orks gewonnen (Radagast kommt mit den Adler). Das kann man im Prinzip auf jeden Charakter anwenden. Ohne Glorfindel wäre der Ring wahrscheinlich schon vor Bruchtal verloren gegangen. Im Film hat diese Aufgabe einfach jemand anderes übernommen und das ist bei einer Verfilmung auch sinnvoll (sonst hätte man einfach zu viele Charaktere).
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Barbarossa_Rotbart

Gefährte

Re: Herr der Ringe TV-Serie, geplant von Amazon [Re: JulianRusch]

JulianRusch schrieb:
Mohrchen:
Nur wegen dem Dolch soll man also 3 eher unwichtige Kapitel verfilmen? Im Film kriegen die Hobbits ihre Schwerter halt von Aragon. Übrigens, zu deinem Beispiel, Tom Bombadil hätte die Schlacht entschieden. Nach dieser Logik wäre Radagast einer der wichtigsten Charaktere der Filmreihe, da er Gandalf die Morgulklinge gibt, und dieser nur deswegen nach Dol Guldur ging. Ohne Radagast wäre Sauron also im verborgenen geblieben und die Schlacht der 5 Heere hätten die Orks gewonnen (Radagast kommt mit den Adler). Das kann man im Prinzip auf jeden Charakter anwenden. Ohne Glorfindel wäre der Ring wahrscheinlich schon vor Bruchtal verloren gegangen. Im Film hat diese Aufgabe einfach jemand anderes übernommen und das ist bei einer Verfilmung auch sinnvoll (sonst hätte man einfach zu viele Charaktere).

Was aber zum Glück nur für die Verfilmung gilt. In den Büchern begibt sich Gandalf aus eigenen Antrieb nach Dol Guldur, weil er wissen will, wer der Nekromant wirklich ist. Außerdem wollte man ihn schon viel früher aus Dol Gulder vertreiben, aber bislang war Saruman dagegen. Außerdem kommen die Adler aus eigenem Antrieb, da sie die Orks hassen. Die Verfilmung unterschlägt all dies...

Jeder hat das Recht auf meine Meinung.

Fantasy ist die Flucht vor der Wirklichkeit, aber wer außer den Gefängniswärtern fürchtet eine Flucht?

Die Tugenden eines Edelmannes: Geiz, Gier, Neid.
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Re: Herr der Ringe TV-Serie, geplant von Amazon [Re: Barbarossa_Rotbart]

Die Hobbit Filme sind doch von vorn bis hinten out of "Lore" ...

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Barbarossa_Rotbart

Gefährte

Re: Herr der Ringe TV-Serie, geplant von Amazon [Re: Ash_Nazg_Thrakatuluk]

Ash_Nazg_Thrakatuluk schrieb:
Die Hobbit Filme sind doch von vorn bis hinten out of "Lore" ...

Genau, deshalb sollte man sich auch nicht auf sie berufen.

Jeder hat das Recht auf meine Meinung.

Fantasy ist die Flucht vor der Wirklichkeit, aber wer außer den Gefängniswärtern fürchtet eine Flucht?

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JulianRusch

Gefährte

Re: Herr der Ringe TV-Serie, geplant von Amazon [Re: Barbarossa_Rotbart]

Die Meinung zu den Hobbitfilmen teile ich. Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen dass ich es nicht sinnvoll finde Bombadil als entscheidenen Charakter beim Fall des Hexenkönigs zu bezeichnen, weil man so ein Verfahren auf nahezu jeden Charakter anwenden kann.
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mohrchen

Gefährte

Re: Herr der Ringe TV-Serie, geplant von Amazon [Re: JulianRusch]

JulianRusch schrieb:
Mohrchen:
Nur wegen dem Dolch soll man also 3 eher unwichtige Kapitel verfilmen? Im Film kriegen die Hobbits ihre Schwerter halt von Aragon.

Nein, Merry bekommt eine neue Klinge in Rohan. Und damit ist es eine x-beliebige Klinge. Es wäre tatsächlich sinnvoller gewesen, wenn sie die Dinger von Aragorn bekommen hätten, mit dem Hinweis, da lägen alte Bannsprüche drauf. Kam aber nicht.

In Bezug auf:
Die Meinung zu den Hobbitfilmen teile ich. Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen dass ich es nicht sinnvoll finde Bombadil als entscheidenen Charakter beim Fall des Hexenkönigs zu bezeichnen, weil man so ein Verfahren auf nahezu jeden Charakter anwenden kann.

Jein: Tolkien selbst weist im Buch während der Geschichte darauf hin, dass die Klinge Merry von Bombadil gegeben wurde, und dass ohne diese die Verletzung des Hexenkönigs nicht möglich gewesen wäre.

Prinzipiell ist es schon richtig, dass viele Charaktere durch kleine Wirkungen zu seinem Fall beigetragen haben. Aber Bombadil wird von Tolkien an exakt der Stelle explizit betont.

Gruß, Thilo.

Never take your liberty for granted, and be careful whom you vote for because it may be the last election you'll ever have.
-- Garry Kasparov

Terroristen sind NIEMALS Gläubige. Terroristen sind IMMER kranke Arschlöcher!
-- Ralf Ruthe
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Inken

Gefährte

Re: Herr der Ringe TV-Serie, geplant von Amazon [Re: JulianRusch]

JulianRusch schrieb:
Ancalagon:

1. Zu Tom Bombadil hat wohl jeder seine Meinung. Mir haben die Kapitel im Buch auch gefallen, möchte sie aber nicht im Film haben. Auch wenn mir die Kapitel gefallen haben sehe ich hier einfach nichts was zu Handlung beiträgt.


Das, was ich farbig markiert habe, scheint mir ein springender Punkt zu sein.
In guten Romanen ist es ja ganz normal, dass sie sich nicht auf "Handlung" reduzieren lassen.

In Tolkiens "Briefen" - Brief 144 - schreibt Tolkien über Tom Bombadil ->
Tolkien schrieb:
...Tom Bombadil is not an important person – to the narrative. I suppose he has some importance as a ‘comment’.


Diese Stelle habe ich immer als sehr interessant und vor allem aufschlussreich gefunden. Obwohl das nicht so einfach zu verstehen ist, das mit dem "Kommentar". Wozu ist die Figur ein Kommentar.

Das versucht Tolkien im Anschluss an dieses Zitat zu umschreiben.
Hier kann man das nachlesen:
http://www.csun.edu/~dar04956/literature/lordoftherings/tolkien_tom_bombadil.pdf
Beginn der Passage ist das Ende von Seite 1.

Kurz zusammengefasst:
die Bombadil-Figur ist eine Alternative zu der story selber, die auf Grundprinzipien beruht: entweder man ist für das Böse oder das Gute, für Krieg oder Frieden. Darauf beruhe die story.

Bombadil gehöre aber nicht in diese story, denn er teilt diese Grundprinzipien nicht. Insofern ist die Existenz dieser Figur eine eingebaute Alternative zu dem Roman selber. Er stellt den Roman in Frage.

Mich begeistert das, was Tolkien da schreibt.

Die Frage wäre, ob man das auch in einen Film rüberbringen könnte.
Ich denke: Wenn man daran interessiert ist: ja. Man kann es auch filmisch transportieren.
Es ist eine Metaebene, die Tolkien da in den Roman eingelagert hat, und Filme können meines Erachtens natürlich auch Meta-Figuren neben den realen spielen lassen.

Geändert durch Inken (09.01.2018 03:01)

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Thranduil

Gefährte

Re: Herr der Ringe TV-Serie, geplant von Amazon [Re: Inken]

Also ich weiß nicht... Die ganzen Versuche Bombadil irgendwie zu erklären gehen doch alle fehl. Auch seine eigenen, auch wenn sie aller Ehren wert sind und natürlich literarisch hochtrabend. Letztlich war Bombadil nichts anderes als eine Reminiszenz an seine Kids.

Ich zitiere mal aus einem Aufsatz von 1986 dazu:

Within the Tolkien household Tom Bombadil was originally a Dutch doll
belonging to one of Tolkien's children (Carpenter, Tolkien, p. 162;
Grotta-Rurska, Tolkien, p. 101). Tolkien later wrote a poem about
him called "The Adventures of Tom Bombadil," published in Oxford
Magazine in 1934, long before the writing of the Lord of the Rings
began. When Tolkien decided to introduce Tom into the trilogy, little
needed to be changed about him or his poem except for the feather
in his hat - changed from peacock to swan-wing, since peacocks do
not live in Middle-earth (Tolkien, Letters, pp. 318-19).

Many readers of the Lord of the Rings consider Tom's presence in
the first book to be an unnecessary intrusion into the narrative,
which could be omitted without loss. Tolkien was aware of their
feelings, and in part their judgment was correct. As Tolkien wrote in
a letter in 1954, ". . . many have found him an odd and indeed
discordant ingredient. In historical fact I put him in because I had
already invented him.


Francis Ford Coppola: "My father had always told me: Steal from the best!"

Geändert durch Thranduil (16.01.2018 08:57)

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Inken

Gefährte

Re: Herr der Ringe TV-Serie, geplant von Amazon [Re: Thranduil]

Thranduil schrieb:
Also ich weiß nicht... Die ganzen Versuche Bombadil irgendwie zu erklären gehen doch alle fehl. Auch seine eigenen, auch wenn sie aller Ehren wert sind und natürlich literarisch hochtrabend. Letztlich war Bombadil nichts anderes als eine Reminiszenz an seine Kids.


Das, was ich gefettet habe, ginge dann ja auch fehl - da Deiner Ansicht nach ja alle Deutungen fehl gingen, auch die, die Tolkien selber in einem Brief formuliert hat.

Es kommt eben darauf an, welches Denkniveau oder welchen Anspruch man Tolkien zutraut.

Falls man Tolkien für etwas minderbemittelt oder zumindest unbedarft hält - und so einige tun das -, dann hat er halt diese Figur nur reingenommen, weil er an seine Kinder dabei dachte.

Warum aber hat er nicht alle anderen Puppen, denen er mal Namen gegeben hat, auch mit in seinen "Herrn der Ringe" genommen?
Die könnten ihn doch auch an seine Kinder erinnert haben.

Wenn man Tolkien aber nicht für minderbemittelt oder unbedarft hält, sondern ihm zutraut, dass es stimmt, was er immer schreibt: dass seine Mythologie im Earendel-Gedicht wurzelt und ihm auf der Suche nach "Licht" in einer für ihn furchtbaren Zeit Mut gemacht hat:

dann kann es sehr wohl sein, dass die Figur des Tom Bombadil eine Alternative zu der Sicht seiner Zeit ist: dass alles nur um den Gegensatz Krieg oder Frieden kreise und kein jenseits dieses dualistischen Denkens kenne.

Tolkien selber "spürt" ja auch nur - wie er schreibt -, dass diese Figur an etwas rührt, was er für richtig hält: dass es ene Möglichkeit gibt, wo "Macht" einen Menschen nicht mehr verderben kann.
Einfach, weil er dieses System der Korruption verlassen hat.

In meinen Augen ist das eine Kapitalismuskritik im strengen Sinne.
Sie ähnelt sehr dem jungen Marx, der eine ähnlilche Utopie hatte.

Tom Bombadil ist natürlich auch nur eine Utopie. Und nicht nur er in Tolkiens Werk.
Aber ist es sinnlos, Utopien literarisch umzusetzen?

Ich glaube, dass die Filmemacher, die zur Zeit planen, den jungen Tolkien zu verfilmen, das inzwischen verstanden haben:
dass Tolkien Auswege aus dem Dilemma der heutigen Welt gesucht hat. Und diese literarisch umgesetzt hat.

Bombadil wird durch den Ring nicht unsichtbar, wird davon nicht korrupt.

Geändert durch Inken (17.01.2018 13:42)

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Thranduil

Gefährte

Re: Herr der Ringe TV-Serie, geplant von Amazon [Re: Inken]

Naja. Einerseits "touché", andererseits: Das ist keine Deutung sondern ein Fakt. Es gab eine Puppe bei den Tolkiens die so hieß. Seinen Kindern zuliebe hat er die irgendwie in den HDR reingeflickschustert. Und dann - typisch Tolkien - Theorien entworfen, wie er da doch irgendwie reinpassen könnte, obwohl er da absolut nicht reinpasst (und irgendwie doch). Für mich jedenfalls somit (fast) "end of story." Das ist ja ein ähnliches Vorgehen wie seine fadenscheinigen Erklärungsversuche für den doppelten Glorfindel. Er hat ja immer so getan als ob er nur Chronist sei und das alles irgendwie auf seinem Dachboden gefunden und aus dem Westron übersetzt hat. Und das ist irgendwie schon ein wenig infantil, oder? Vielleicht auch bewundernswert idealistisch, aber zumindest verbietet sich doch eine streng logische Sinnsuche zum Thema Bombadil wenn man sich dieser Spinnereien Tolkiens bewusst ist. Er hätte doch niemals wirklich in einen Brief geschrieben "den habe ich meinen Kindern zuliebe da reingefriemelt." - Zumindest in seinen späteren Jahren nicht mehr.

Warum er nicht die anderen Puppen mit reingenommen hat? Weil es über die auch keine Stories im Oxford Journal gab Offenbar war das eine der wenigen literarisch bedeutsamen Figuren, und Father Christmas konnte er nun wirklich nicht reinnehmen. Obwohl, halt, der wird im Hobbit erwähnt ))

Ich halte ihn deswegen ja nicht für minderbemittelt. Ich lese gerade mal wieder seine Briefe. Er hat den HDR ja immer nur so halb mit dem Anspruch geschrieben, veröffentlicht zu werden, und ihn darüber hinaus zuerst als Kinderbuch-Fortsetzung gedacht. Vielleicht rührt daher der Bombadil Auftritt.

Ich glaube, dass die Filmemacher, die zur Zeit planen, den jungen Tolkien zu verfilmen
da weißt du mehr als ich?! Welche denn? Es ist doch gar nicht bekannt wer da eingeplant ist...

Francis Ford Coppola: "My father had always told me: Steal from the best!"

Geändert durch Thranduil (18.01.2018 19:46)

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