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Mittelerde & andere phantastische Welten » Kreativschmiede » Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige

Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Faramir II

Nachdem die ganze Kompanie wieder an Bord war, ließ Faramir die beiden Gäste in seine Kajüte führen. Boromir (oder der Mann, der wie Boromir aussah) wurde aufs Bett gelegt. Auf Faramirs Geheiß wurde ein Heiler herbei gerufen, der das verletzte Bein des Mannes wusch und neu verband. Seine Tochter (aufgrund der Ähnlichkeit nahm Faramir an, dass das Mädchen seine Tochter war) zeigte auf ihren offen Mund und ihren Bauch.

"Ich verstehe, du hast Hunger", sagte Faramir und klatschte in die Hände. "Bringt Speisen und Getränke für die Gäste!" Bald darauf wurden Wasser, Brot, Butter, Käse und Früchte in die Kajüte gebracht. Faramir bot dem Mädchen einen Stuhl an, ebenso dem Mann, der mit Hilfe des Heilers vom Bett aufstand. Beide aßen viel und man merkte, dass sie schon einige Zeit kein reichliches Mahl erhalten hatten.

Faramir leistete ihnen zunächst Gesellschaft und fragte sich, wen er da gerettet hatte: Dieser Mann sah Boromir zwar verblüffend ähnlich, doch er war wohl ein Mensch dieser Welt. Außerdem hatte er eine Tochter – oder vielleicht sogar zwei Töchter? Faramir erinnerte sich an das rothaarige Mädchen, das in den Kuppelbau gezerrt worden war. Hat sie nach ihrem Vater geschrien? Seine Hoffnung, dass Boromir von den Toten wiedergekehrt war, hatte sich verflüchtigt.

Schließlich ging Faramir an Deck, um nach dem Rechten zu sehen. Das Schiff befand sich mittlerweile auf dem offenen Meer. Am Horizont waren im Westen noch die Türme der roten Festung zu sehen. Der Truchsess schaute zur Mithrellas, wo Elphir ihm zuwinkte. Er gab das Zeichen zu langsamer Fahrt und zuckte fragend mit den Schultern.

"Also gut!", sagte Faramir und nickte. Er gab den Befehl, langsamer zu rudern, da sie scheinbar nicht verfolgt wurden. Anschließend ging er wieder in die Kajüte und setzte sich zu seinen Gästen.

Der Truchsess zeigte auf sich selbst und sagte: "Faramir!" Dann zeigte er auf den Mann, der wie Boromir aussah. Dieser verstand und sagte: "Eddard! Eddard Stark!" Er legte seine Hand auf den Arm des Mädchens und sagte: "Arya! Arya Stark!" Dann sagte er noch einige Worte, die Faramir nicht verstand, doch er vermutete, dass er damit ausdrücken wollte, dass sie seine Tochter war.

Faramir überlegte, wie er seinen Gästen mehr über sich sagen könnte und stand auf. Er holte eine Karte vom Nordwesten von Mittelerde und legte sie auf den Tisch. Eddard und Arya schauten neugierig und verwundert auf die Karte. Faramir zeigte auf sein Heimatland. "Gondor!" sagte er. "Da kommen wir her. Hier ist Minas Tirith. Und hier: Ithilien. Hier Dol Amroth!"

Eddard schüttelte den Kopf. Er machte mit seiner Hand eine ratlose Bewegung über der Karte und fragte: "Westeros? Essos?" Dann zeigte er nach draußen und sagte: "Westeros!" Faramir schloss daraus, dass dies der Name des Landes war. Und er war sich nun endgültig sicher, dass dieser Mann nicht sein Bruder war, sondern tatsächlich ein Mensch dieser Welt. Aber wie ist es möglich, dass zwei Menschen in zwei verschiedenen Welten sich in Aussehen und Stimme völlig gleichen?

Doch ehe er weiter darüber nachdenken konnte, hörte er von draußen einen Alarmruf. Er eilte zur Tür und ging hinaus. Arya Stark sprang auf und folgte ihm.

An Decke sah Faramir, dass seine Männer nach Westen in die Richtung der Stadt blickten. Dort waren entfernt drei Segel zu entdecken. "Also doch!", rief Faramir. "Wir werden verfolgt!" Auch Arya Stark schien beunruhigt. Sie eilte zurück in die Kajüte.

"Rudern!", befahl Faramir. "So schnell es geht. Gebt auch der Mithrellas das Zeichen!" Faramir sah, dass auf dem anderen Schiff Elphir zu rudern befahl. Sogleich begannen die Seeleute auf beiden Schiffen zu rudern. Unterdessen humpelte Eddard Stark von seiner Tochter gestützt an Deck. Sie kamen zu Faramir, der die Verfolger beobachtete. Zunächst schien der Vorsprung der beiden Schiffe aus Gondor zu wachsen. Nach einiger Zeit bekam Faramir aber den Eindruck, dass die Verfolger wieder näher kämen.

"Sie sind nicht so schwer beladen wie wir", murmelte Faramir und rief laut: "Schneller rudern!" Alle Schiffe aus Gondor waren vor ihrer Abfahrt mit großen Vorräten für eine lange Reise beladen worden.

Die Verfolger kamen immer näher. Es waren Galeeren mit gelben Segeln. Faramir schaute zu seinen Gästen und bemerkte, dass Vater und Tochter sich aufgeregt unterhielten. Sie schienen zu wissen, wer ihre Verfolger waren. "Ihr beide geht besser zurück in die Kajüte!" sagte Faramir und zeigte zur Tür. Eddard Stark verstand Faramirs Geste und humpelte in die Kabine. Arya Stark folgte ihm widerwillig.

"Macht euch bereit zum Gefecht!", befahl Faramir seinen Männern. Er rechnete damit, dass die Verfolger sie angreifen würden. Mittlerweile waren die drei Schiffe so nahe, dass Faramir das Wappen auf den Segeln erkennen konnte: Es war ein schwarzer Hirsch auf gelbem Grund.

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

AHUUUUU! Der vertraute Klang von Signalhörnern erschallte plötzlich – doch er kam nicht von den verfolgenden Schiffen im Westen, sondern aus östlicher Richtung. Faramir drehte sich um und sah, dass ihnen die Flotte Gondors entgegenkam, allen voran die Ancalime, König Elessars Flaggschiff. Die Männer auf der Finduilas und der Mithrellas brachen in Jubel aus. Faramir atmete erleichtert auf. Er ließ das Signal erwidern, dann blickte er wieder zu den Verfolgern.

Zunächst kamen die drei Galeeren mit dem Wappen des Hirsches immer noch näher. Doch dann wurden sie langsamer und wendeten. Sie hatten angesichts der fremden Flotte die Verfolgung aufgegeben und ruderten fluchtartig nach Westen, während die Männer Gondors wieder jubelten. Faramir gab den Befehl, langsamer zu fahren.

Angelockt von den Jubelrufen kamen auch Eddard und Arya wieder aus der Kajüte. Faramir ging ihnen entgegen. "Seht, unser König ist zu unserer Hilfe gekommen!" Er zeigte auf die Ancalime. Vater und Tochter blickten auf das Wappen Gondors auf dem schwarzen Segel: Der Weiße Baum, über ihm sieben Sterne und die hohe Krone. Das Wappen schien ihnen zu gefallen, denn sie begannen, angeregt zu diskutieren und schienen dabei erfreut. Faramir ließ dem Flaggschiff signalisieren, dass er an Bord kommen wollte. Nach einigen weiteren Hornstößen hielt die Flotte Gondors an.

"Kommt!", sagte Faramir zu seinen beiden Gästen. "Ich stelle Euch unserem König vor!" Sie bestiegen ein Beiboot, das ins Wasser herabgelassen wurde und fuhren zur Ancalime. Über eine Strickleiter kamen sie auf das Flaggschiff Gondors. Faramir führte Eddard und Arya zum König, der an Deck auf einem Stuhl saß. Als er Faramirs Gäste sah, erhob er sich.

"Boromir!", rief Elessar völlig verblüfft. "Wie ist das möglich? Ich war doch selbst dabei, als du gestorben bist!"

Doch Eddard schüttelte heftig den Kopf, zeigte auf sich und sagte: "Eddard Stark!"

"Aber Boromir! Erkennst du mich denn nicht? Ich bin es, Aragorn!" Elessar nannte seinen alten Namen, unter dem Boromir ihn gekannt hatte.

"Herr, das ist nicht Boromir!", mischte sich Faramir ein. "Das ist Eddard Stark, ein Mensch dieser Welt. Das Mädchen ist seine Tochter Arya Stark. Sie verstehen unsere Sprache nicht."

"Aber diese Ähnlichkeit, Faramir! Seine Stimme, sein Gesicht! Aber was ist mit seinem Bein geschehen?" Er klatschte in die Hände und sogleich wurden Stühle für die Gäste gebracht. Sie setzten sich.

"Faramir, wie kam es dazu, dass Boro… dass Eddard Stark und seine Tochter auf deinem Schiff mitgefahren sind und warum wurdet ihr verfolgt?" Faramir berichtete darauf, wie er mit seinen Männern in die Stadt eingedrungen war und sich wie im Traum vorhergesehen zu dem großen Kuppelbau begeben hatte, wo er Eddard Starks Hinrichtung verhindert hatte und wie sie aus der Stadt geflohen waren.

"Mir wurde die Enthauptung, die du verhindert hast, gezeigt!", entfuhr es dem König, als Faramir seinen Bericht beendet hatte. "In meinem verzauberten Traum habe ich gesehen, wie einem Mann, der mir bekannt vorkam, vor einer Menschenmenge der Kopf abgeschlagen wurde. Manwe sagte mir, dass in dieser Welt ehrenwerte Leute heimtückisch ermordet würden, wenn wir nicht eingreifen! Eines dieser Verbrechen hast du bereits verhindert, Faramir!"

Elessar nickte Faramir zu. "Gut gemacht, Truchsess! Du hast das Richtige getan und einen ehrenwerten Mann gerettet, auch wenn er nicht dein Bruder ist, sondern ihm nur verblüffend ähnlich sieht."

Dass Elessar seinen verzauberten Traum erwähnte, erinnerte Faramir an den seinen. "Herr, in meinem Traum erfuhr ich, dass ich in jener großen Stadt jemanden finden würde, der meine Hilfe benötigt und der uns im Gegenzug helfen könnte. Zweifellos ist Eddard Stark dieser Mann!"

"Ja, fürwahr!", stimmte Elessar zu. "Zunächst sollten wir wissen, wohin wir ihn bringen sollten, nachdem du ihn aus den Klauen dieses bösartigen Kindkönigs gerettet hast."

Er stand auf. "Herr Eddard Stark, wohin sollen wir uns wenden? Nach Norden, Osten, Westen, Süden?" Er wies mit seinen Armen in die jeweiligen Himmelsrichtungen. Eddard Stark schien zu verstehen, denn er zeigte nach Nordosten und sagte einige Worte, wobei er das Wort "Stannis" betonte.

"Stannis? Ist das ein Ort?", fragte Elessar.

Eddard deutete eine Verneigung gegenüber Elessar an, zeigte auf dessen Krone, wandte sich dann nach Nordosten und deutete nochmal eine Verneigung an und sagte dabei wieder: "Stannis!"

"Ich denke, Stannis ist der Name seines Königs!", mutmaßte Faramir. "wir finden ihn im Nordosten!"

"Nun denn, dann fahren wir zu Stannis!", beschloss Elessar. "Faramir, Eddard Stark und seine Tochter bleiben deine Gäste. Bringe sie also zurück auf dein Schiff. Und noch etwas: Versuche, während der Reise, ihre Sprache zu lernen, auch wenn es schwierig ist!"

"Sehr wohl, Herr! Das ist ohnehin meine Absicht."

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Cersei I

Der Tag war ganz und gar nicht so verlaufen, wie es sich Cersei vorgestellt hatte. Dabei hatte er doch zunächst wie geplant begonnen: Eddard Stark hatte seinen Verrat zugegeben und Joffrey als rechtmäßigen König anerkannt. Aber danach war alles furchtbar schiefgegangen.

Es fing damit an, dass Joffrey Eddard Stark zum Tode statt zum Dienst in der Nachtwache verurteilt hatte. Cersei hatte dagegen ebenso protestiert wie Varys und der Hohe Septon, doch Joffrey hatte sich nicht darum gekümmert, sondern Ilyn Payn die Hinrichtung befohlen. Doch gerade als der Henker mit Eddards Stark Schwert ausholte, wurde er plötzlich von einem Pfeil getroffen und mit einem weiteren Pfeilschuss getötet.

Wie aus dem Nichts waren fremde Krieger aufgetaucht und während der Hofstaat Zuflucht in der Großen Septe suchte, hatten sie sich mit Eddard Stark davongemacht. Aber wie konnten diese Fremden in die Stadt eindringen und wieder entkommen? Wer waren sie überhaupt und wer hatte sie geschickt?

Nachdem die Fremden auf zwei Schiffen in die Schwarzwasserbucht geflohen waren, hatte Cersei die Verfolgung durch drei Galeeren der königlichen Flotte befohlen. Am Abend waren die drei Schiffe zurückgekehrt – ohne Gefangene, aber mit der beunruhigenden Meldung, dass sich in der Bucht eine fremde Flotte von etwa vierzig bis fünfzig Schiffen der Stadt näherte.

Cersei berief darauf sofort eine Sitzung des Kleinen Rates ein. Die Gesichter der Mitglieder waren ernst, als sich der Rat versammelte. Selbst Lord Petyr Baelish, der meist ein verschmitztes, spöttisches Lächeln auf den Lippen hatte, wirkte beunruhigt. Cersei eröffnete die Sitzung und wandte sich zunächst an den Kommandanten der Stadtwache:

"Lord Slynt, eine feindliche Flotte befindet sich in der Schwarzwasserbucht. Ist die Stadtwache bereit zum Kampf?"

"Unbedingt, Euer Gnaden!", antwortete Janos Slynt selbstbewusst und leichtfertig. "Wir werden jeden Angriff auf Königsmund erfolgreich abwehren!"

"Das ist beruhigend, Lord Slynt", sagte Cersei, die freilich den Eindruck hatte, dass der Kommandant die Bedrohung durch die fremde Flotte nicht ernstnahm. "Wie viele der fremden Eindringlinge konntet Ihr töten oder gefangen nehmen? Habt Ihr die Gefangenen schon befragt?"

Janos Slynt lief rot an, als die Königin ihm diese Fragen stellte und antwortete dann stotternd: "Äh, nein Euer Gnaden… Wir konnten keinen befragen… Sie sind alle entkommen…Leider."

Und diesen unfähigen Schwachkopf haben wir zum Lord von Harrenhal gemacht!, dachte Cersei. Sie wandte sich an den Meister der Flüsterer:

"Lord Varys, was habt Ihr in der Zwischenzeit über diese Fremden herausgefunden? Woher kommen sie und wer hat sie geschickt?"

"Ich fürchte, diese Fragen kann ich noch nicht beantworten, Euer Gnaden", antwortete Varys. "Einige meiner Vögelchen haben die Fremden zwar gesehen und sie auch sprechen gehört, doch leider kein Wort verstanden, da sie eine gänzlich fremde Sprache sprechen."

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

"Wie? Der große Lord Varys hat nichts herausgefunden?", fragte Kleinfinger spöttisch nach. "Ihr enttäuscht mich, mein Freund!"

"Ihr irrt Euch, Lord Baelish!", widersprach Varys ärgerlich. "Ich habe sehr wohl einiges herausgefunden. Diese Fremden kamen mit zwei Schiffen, wobei die Besatzung des ersten Schiffes am Hafen für einiges Aufsehen sorgte, weil niemand sie verstehen konnte. Ein Kaufmann, der zuerst versucht hatte, mit ihnen zu sprechen, ließ einen Maester rufen, um sich mit ihnen zu verständigen. Aber es nützte alles nichts…"

"Das ist alles schon bekannt, Lord Varys! Doch ich will wissen, wie die Fremden in die Stadt eindringen und wieder entkommen konnten!", unterbrach ihn Cersei.

"Dazu komme ich jetzt, Euer Gnaden", fuhr Varys fort. "Da sich alle Aufmerksamkeit auf das erste Schiff richtete, konnten Männer vom zweiten Schiff in die Stadt eindringen, wobei sie die Wache am Schlammtor erfolgreich bestachen."

"Was?", rief Pycelle empört. "Es gibt bestechliche Stadtwachen? Das ist ja unerhört! Diese Wache muss gefunden und bestraft werden!" Janos Slynt lief noch röter an, während Kleinfinger spöttisch grinste und Cersei die Augen verdrehte.

"Ja, selbstverständlich!", sagte sie ärgerlich, "Aber wir haben gerade andere Sorgen! Macht weiter, Lord Varys, wie entkamen die Fremden aus der Stadt, wo doch eine ganze Kompanie der Stadtwache im Hafen war?"

"Sie war dort, ja", antwortete Varys, "aber meine Vögelchen berichteten mir, dass diese Kompanie auf dem Platz der Fischhändler mehr oder weniger an den Fremden vorbei gestürmt ist, da sie durch das von Lord Slynt befohlene Signal als Verstärkung zur Großen Septe gerufen wurde."

"Wie?", rief Janos Slynt und rang um Fassung. "Ihr… Ihr…Ihr wollt mir die Schuld geben, dass die Fremden entkommen sind?! Alles was ich tat, diente alleine der Sicherheit des Königs!"

Cersei schnaubte verächtlich, doch sie sagte erstmal kein böses Wort gegen Slynt. Sie hatte zwar wenig für den unfähigen und korrupten Kommandanten der Goldröcke übrig, aber sie hatte nicht vergessen, dass er es gewesen war, der ihre Macht durch seinen Verrat an Eddard Stark und die Ermordung der Männer aus Winterfell gerettet hatte.

"Dafür sind wir Euch auch dankbar, Lord Slynt!", sagte Kleinfinger. "Wir können jetzt nicht mehr ändern, dass die fremden Söldner fort sind. Aber wer hat sie hierher geschickt, um Eddard Stark zu befreien? War es Lord Stannis oder Lord Renly? Oder am Ende der junge Robb Stark?"

"Das ist mit Sicherheit das Werk von Stannis!", antwortete Cersei. "Er hat als Meister der Schiffe die meisten Kontakte nach Essos, wo er diese Söldner zweifellos angeheuert hat – er hat auf jeden Fall mehr Kontakte als Renly, von dem Wolfswelpen ganz zu schweigen! Stannis ist der Gefährlichste unter diesen Verrätern und Eddard Stark unterstützt seinen Anspruch – ihr alle habt es gehört!" Die Männer nickten, denn sie waren alle dabei gewesen, als Eddard Stark im Thronsaal Stannis als "wahren Erben" von Robert bezeichnet hatte – wenige Augenblicke, bevor er festgenommen und in den Kerker geworfen worden war.

Cersei sah das Nicken der Männer und dachte gleichzeitig daran, wie nutzlos sie doch alle angesichts der Bedrohung durch die fremde Flotte waren. Stannis‘ Flotte, dachte sie. Und wenn Renly tatsächlich in Rosengarten ist und die Unterstützung der Tyrells gewinnt… Vater muss mit seinem Heer zu uns kommen! Außerdem brauchen wir Seefeuer – viel Seefeuer!

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

An dieser Stelle ein Tipp für Leser, die A Song of Ice and Fire nur im englischen Original gelesen haben und in meiner Geschichte vielleicht über ungewohnte Namen und Bezeichnungen wie Rosengarten (Highgarden) oder Seefeuer (Wildfire) stolpern: Zum Nachschauen empfehle ich das Wiki von Eis und Feuer, wo in den Artikeln auch die Originalnamen genannt und die entsprechenden Artikel aus dem Wiki of Ice and Fire verlinkt sind.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Arya I

Düster ragte die Insel mit der Festung Drachenstein aus dem Meer. Auch im Licht der Morgensonne erschien die Festung finster, bedrohlich und keineswegs einladend. Das soll der Sitz des rechtmäßigen Königs sein?, dachte Arya zweifelnd. Es war der dritte Morgen nach der Flucht aus Königsmund und Faramirs Schiff fuhr genau in die Richtung der Festung.

Arya blickte zurück nach Westen, wo die anderen Schiffe der Flotte Gondors zurückgeblieben waren. Ob sie dies auf Empfehlung ihres Vaters oder aus eigenem Entschluss taten, wusste sie nicht. Sie hatte nur gehört, dass Lord Faramir nach einer Besprechung bei seinem König auf die Insel gezeigt, genickt und in der Gemeinen Zunge zu Lord Eddard gesagt hatte: "Nur mein Schiff!"

In den letzten zwei Tagen hatten Lord Eddard und Arya ihren Rettern einige Wörter in der Gemeinen Zunge beibringen können. Insbesondere Lord Faramir war sehr eifrig dabei, die Sprache von Westeros zu erlernen. Doch umgekehrt hatten Arya und ihr Vater nur wenig über ihre Retter erfahren: Die Namen von Lord Faramir und weiterer Männer auf dem Schiff waren Arya mittlerweile geläufig. Auch dass sie nach ihrer Rettung zu König Elessar gebracht worden waren, wusste sie. Doch wo Elessars Reich Gondor lag, war ihr unklar. Auch wusste sie immer noch nicht, warum diese Leute ihren Vater gerettet hatten. Es würde wohl noch einige Tage des Sprachunterrichts bedürfen, bevor sie dies Lord Faramir fragen könnte.

Das Schiff gelangte zum Hafen von Drachenstein. Arya fiel auf, dass am Kai eine Kompanie Soldaten stand. "Wir werden schon erwartet!", sagte Lord Eddard. Er stützte sich auf einen Stock aus geglättetem, weißem Holz, den er von Faramirs Männern erhalten hatte. Noch hinkte er und es würde wohl noch einige Zeit brauchen, bis die Wunde verheilt sein würde. Daher verzichtete er darauf, sein Schwert zu tragen.

Ein kleiner, dicker Mann mit großen Ohren und einer breiten Nase trat aus den Reihen der Soldaten im Hafen vor. Er trug als Wappen einen roten Fuchskopf, der von blauen Blumen umgeben war. "Wer wünscht, in Drachenstein zu landen?", rief er in Richtung des Schiffes.

"Lord Eddard Stark von Winterfell!", antwortete Aryas Vater. "Und Lord Faramir aus dem Reich Gondor!" Das Schiff legte an und die Planke wurde ausgefahren. Lord Eddard humpelte voran, gefolgt von Arya, Lord Faramir und vier von dessen Männern: Beregond, Bergil, Mablung und Damrod.

"Willkommen in Drachenstein, Mylords!", sagte der dicke Mann. "Ich bin Ser Axell Florent, Kastellan von Drachenstein und Onkel Ihrer Gnaden, Königin Selyse. Seine Gnaden König Stannis erwartet Euch bereits." Er nickte dabei Lord Faramir zu.

"Stannis hat uns erwartet?", fragte Lord Eddard verblüfft. "Hat er Lord Faramir und König Elessar beauftragt, mich aus Königsmund hierher zu bringen?"

"Äh, was, nein!", antwortete Ser Axell verwirrt. "Soviel ich weiß, Mylord, hat Seine Gnaden nicht Euch erwartet, Lord Stark, sondern das Eintreffen einer Streitmacht aus einer anderen Welt, die dieses Wappen einer hohen Krone mit sieben Sternen und einem weißen Baum führt." Er zeigte auf Lord Faramirs Waffenrock. "Und Ihr seid doch aus einer anderen Welt, Lord Faramir?"

Doch Faramir antwortete unsicher: "Nicht verstehen!"

Aus einer anderen Welt! Arya machte große Augen bei diesen Worten. Das erklärte freilich, warum die Männer aus Gondor die Gemeine Zunge nicht beherrschten. Sie blickte zu ihrem Hohen Vater, der das Gleiche zu denken schien.

"Aber woher weiß Stannis... Wir sollten dies besser mit dem König besprechen. Geleitet Ihr uns bitte zu ihm, Ser Axell?", fragte er.

"Ja, gewiss, bitte folgt mir!", antwortete Ser Axell und ging voran.

Der Aufstieg war lang und mühsam. Er führte erst in die Festung hinein und dort über eine hohe Steinbrücke weiter in die Steintrommel. Lord Eddard verbarg seinen Schmerz, doch Arya spürte, wann ihr Vater eine Pause brauchte und sagte dann: "Ser Axell, bitte gebt uns einen Moment zum Ausruhen!" Der Kastellan schien zunächst wenig geneigt, Aryas Bitte zu entsprechen, aber als dann Faramir auch "Ausruhen!" sagte, blieb er doch stehen und wartete.

Schließlich hatten sie es geschafft und kamen in der Steintrommel zum Eingang der Kammer der bemalten Tafel. "Seine Gnaden wird Euch jetzt empfangen", sagte Ser Axell. "Legt Eure Waffen ab, Lord Faramir, und Eure Leibwachen bleiben hier!" Er zeigte auf Lord Faramirs Schwert, der die Geste verstand und sein Schwert und seinen Dolch ablegte, um sie Beregond zu reichen. "Das Kind kann bei den Wachen bleiben", ergänzte der Kastellan.

"Nein, Ser Axell!", widersprach Lord Eddard deutlich. "Nachdem meine Tochter bis hierher mitgekommen ist, soll sie auch den neuen rechtmäßigen König kennenlernen. Ich wurde einmal gewaltsam von Arya getrennt, ein zweites Mal lasse ich das nicht zu!"

"Wie Ihr wünscht!" Der Kastellan sprach gleichzeitig kleinlaut und mürrisch. "Eure Tochter kann ebenfalls eintreten. Aber sie muss das Ding da ablegen!" Er zeigte auf Nadel. "Das Ding da heißt Nadel!" erwiderte Arya trotzig, aber sie legte das Kurzschwert auf einen Wink ihres Vaters ab und reichte es Bergil.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Die Tür öffnete sich. Lord Eddard, Arya und Lord Faramir traten ein. Aryas Blick fiel zunächst auf die lange Tafel, nach der die Kammer benannt war und die eine riesige Karte von Westeros darstellte. Einige Stühle waren an den Rand der Karte gestellt worden. Ser Axell sprach zu dem Mann, der an der Tafel saß. An seiner Seite saß eine schöne, rothaarige Frau in einem roten Gewand. "Euer Gnaden, ich habe die Gäste zu Euch geleitet: Lord Eddard Stark von Winterfell und seine Tochter Arya sowie Lord Faramir aus… der anderen Welt."

"Danke, Ser Axell! Ihr dürft Euch zurückziehen!", erwiderte Stannis Baratheon. Ist dieser hagere Mann wirklich der Bruder vom dicken König Robert?, fragte sich Arya. Ser Axell ging wieder hinaus, wobei Arya den Eindruck hatte, dass er lieber bei der Besprechung dabei wäre.

"Euer Gnaden!", sagte Lord Eddard und verneigte sich. Arya machte darauf einen Knicks, während Lord Faramir sich nur andeutungsweise verneigte.

"Willkommen, Mylords und junge Lady!", sagte Stannis. "Setzt Euch! Auch Ihr, verehrter Lord Faramir! Seid Ihr der Befehlshaber Eurer Flotte?"

Lord Faramir nahm wie Arya und ihr Vater Platz, doch auf Stannis‘ Frage antwortete er nur: "Nicht verstehen!"

"Natürlich!", stöhnte Stannis. "Menschen aus einer anderen Welt sprechen nicht die Gemeine Zunge von Westeros. Lord Stark, habt Ihr ihm das 'Nicht verstehen' beigebracht?"

"Ja, Euer Gnaden", antwortete Aryas Vater, "meine Tochter und ich haben seit unserer Flucht aus Königsmund unseren Rettern einige Worte beibringen können. Lord Faramir hat nicht den Befehl über die Flotte, sondern König Elessar von Gondor, den wir auch schon getroffen haben."

"Gondor?", wiederholte der König. Er wandte sich an die rote Frau: "Habt Ihr schon von jenem Reich gehört, Lady Melisandre?"

"Nein, Euer Gnaden", antwortete Lady Melisandre. "Der Herr hat mir nur offenbart, dass seine Krieger aus einer anderen Welt kommen. Mit Eurer Erlaubnis!" Sie wandte sich an Lord Faramir und sprach ihn auf Valyrisch an. Doch Faramir schüttelte den Kopf und sagte wieder: "Nicht verstehen!" Die rote Frau redete ihn darauf noch in einer anderen Sprache an, doch Lord Faramir verstand diese auch nicht.

"Eine schöne Verstärkung hat mir Euer Gott geschickt!", sagte Stannis sarkastisch. "Was soll ich mit Kriegern, die unsere Sprache nicht verstehen! Wie sollen sie für uns kämpfen? Und warum haben sie Euch gerettet, Lord Stark?"

"Ich weiß es nicht, Euer Gnaden", antwortete Lord Eddard. "Ich dachte, Ihr hättet sie geschickt. Im ersten Augenblick dankte ich freilich den alten Göttern, da Lord Faramir und seine Männer mich in buchstäblich letzter Sekunde vor dem Tod bewahrt haben."

"Es waren nicht Eure falschen Götter, Lord Stark!", widersprach Lady Melisandre. "Der Herr des Lichts, der einzige wahre Gott war es, der seine Krieger ausgesandt hat, um Euch zu retten."

"Das stimmt doch nicht!", protestierte Arya. "Es waren die alten und die neuen Götter!"

"Sei still, Arya!", gebot ihr Vater.

"Aber Vater!", rief Arya. "Du hast es doch selbst gesagt! Sie haben einen Herzbaum der alten Götter in ihrem Wappen. Und die sieben Sterne stehen für die neuen Götter!"

"Eure Tochter ist ziemlich vorlaut, Lord Stark!", sagte der König streng. "Wie alt bist du, Mädchen?"

"Ich bin elf, Euer Gnaden."

"Genauso wie meine Tochter Sharin. Die ist manchmal auch so vorlaut, was ich nicht schätze! Also sei still, wie es dein Vater gesagt hat! Lord Stark, Ihr sagtet vorhin, Ihr seid in letzter Sekunde gerettet worden. Wollte Cersei Euch hinrichten lassen?"

"Nein, nicht Cersei!", antwortete Lord Eddard. "Wäre es nach der Königin gegangen, hätte ich das Schwarz angelegt und wäre unterwegs zur Nachtwache. Es war einzig und allein Joffrey, der den Befehl zu meiner Hinrichtung gab. Ilyn Payn hätte mich geköpft, wenn Lord Faramir nicht eingegriffen hätte."

"Aber warum habt Ihr Lord Stark gerettet, Lord Faramir?", sagte Stannis mehr zu sich selbst als zu Faramir. "Und welcher Gott hat Euch geschickt?"

Darauf antwortete Faramir: "Erst wir Sprache lernen!"

"Fürwahr, da habt Ihr Recht!", seufzte der König. "Wir haben viel zu tun!"

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Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Eddard II

Wie viele von diesen Schiffen passen in den Hafen?

Ned blickte von der Steintrommel hinab zum Meer, während die Flotte Gondors in den Hafen von Drachenstein hinein steuerte, allen voran das Flaggschiff König Elessars. Ein Tag war seit ihrer Ankunft vergangen. Arya und Ned hatten Gemächer in der Festung erhalten, während Faramir mit seinen Leibwächtern am Abend zu seinem Schiff zurückgekehrt war. Stannis hatte die Erlaubnis erteilt, dass Elessars Flotte in Drachenstein landete und Faramir schien das verstanden zu haben.

König Stannis hoffte, dass die Männer aus Gondor durch den Kontakt mit den Einheimischen nach und nach die Gemeine Zunge erlernen würden. Vor allem sollten die Soldaten die Befehle lernen. König Elessar, Lord Faramir und weitere Lords aus Gondor sollten darüber hinaus auch Unterricht von Maester Pylos und Maester Cressen erhalten.

Aber es wird Wochen, vielleicht Monate brauchen, bis sie unsere Sprache beherrschen.

Ned wurde aus seinen Gedanken herausgerissen, als ein Diener meldete, dass der König ihn zu einer Besprechung befohlen habe. Auf seinem Stock gestützt humpelte Ned zur Kammer der bemalten Tafel. An der Seite von Stannis saß Lady Melisandre. Ned war über die Anwesenheit der roten Priesterin nicht erfreut und befürchtete, dass sie wieder lästerlich gegen die alten und die neuen Götter reden würde. Auf ein Zeichen von Stannis setzte sich Ned.

"Lord Stark", begann der König, "Euch ist bekannt, dass Euer Sohn mit einem Heer aus dem Norden in den Krieg gegen die Lannisters gezogen ist und mittlerweile die Flusslande erreicht hat?"

"Ja, davon habe ich gehört", antwortete Ned, "Varys hat mir davon berichtet, als ich im Kerker war. Ich bin ziemlich erschrocken, denn Robb ist doch noch ein Junge!"

"Ein Junge mit ziemlich viel Talent", sagte Stannis nicht ohne Respekt. "Er hat bereits zwei Schlachten gewonnen und den Königsmörder gefangengenommen."

"Mein Robb hat Jaime Lannister gefangengenommen?", rief Ned ungläubig, aber auch mit Stolz auf seinen Erstgeborenen. Sie haben Sansa, aber wir haben den Königsmörder!

"Er ist für Euch in den Krieg gezogen", stellte Stannis fest, "für Euch und Eure Töchter. Doch da Ihr nun frei seid, frage ich Euch, Lord Stark: Wird das Heer des Nordens auch für mich kämpfen?"

"Selbstverständlich! Ihr seid der rechtmäßige König! Mein Sohn kämpft ja schon gegen Eure Feinde."

"Es ist so gekommen, wie ich es voraus gesehen habe", sagte Melisandre zum König. "Eure Streitmacht wurde um ein Vielfaches vergrößert. Dankt dem Herrn des Lichts dafür, wie Ihr es versprochen habt!"

"Ja, schon gut!", stöhnte Stannis. "Ich werde dem Herrn danken und mich öffentlich zu ihm bekennen, sobald König Elessar sich mit mir verbündet. Doch nun lasst mich mit Lord Stark alleine!"

Melisandre erhob sich und verließ die Kammer. Der König fuhr danach fort:

"Lord Stark, Ihr sagtet, Euer Sohn kämpft gegen meine Feinde. Fürwahr, er kämpft gegen die Lannisters. Doch das sind nicht meine einzigen Feinde: Mein eigener Bruder Renly hat mich verraten! Heute Morgen traf die Nachricht ein, dass er in Rosengarten Margaery Tyrell geheiratet und Anspruch auf den Eisernen Thron erhoben hat."

"Renly hat was?" Ned war entsetzt. "Bedeutet das, dass Maes Tyrell seinen unberechtigten Anspruch unterstützt?"

"Wundert Euch das bei Maes Tyrell?", fragte Stannis verbittert zurück. "Dieser fette Kerl hatte doch schon lange davon geträumt, seine Tochter zur Königin zu machen! Allerdings kann er mit Renly als Schwiegersohn nicht auf Enkelkinder hoffen."

"Ich hätte es wissen müssen", seufzte Ned. "Als Robert noch im Sterben lag, hat Renly mir vorgeschlagen, Cersei und ihre Kinder festzunehmen. Ich habe abgelehnt, auch wenn mir nicht klar war, dass er selbst König werden wollte."

"Stattdessen seid Ihr am nächsten Tag festgenommen worden, Lord Stark. Wie konnte es dazu kommen? Wie konnte Cersei Euch ausmanövrieren?"

"Ich habe dem falschen Mann vertraut. Lord Baelish hatte mir zugesichert, dass die Stadtwache mir gehört und ich wollte mit ihrer Hilfe Cersei und ihre Kinder in Gewahrsam nehmen. Doch die Goldröcke wandten sich im Thronsaal gegen mich und töteten meine Männer. Es ist alles meine Schuld!" Die Erinnerung an den Tod seiner Männer bedrückte ihn sehr.

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

"Ihr habt KLEINFINGER vertraut?", rief Stannis entsetzt. "Von allen verfluchten Intriganten in Königsmund ist er der hinterhältigste und verschlagenste! Habt Ihr ihm etwa auch anvertraut, dass Ihr die Wahrheit über Cerseis Kinder herausgefunden habt?"

"Das habe ich", gab Ned beschämt zu. "allerdings schien es ihn nicht zu überraschen. Er hat dies wohl auch geahnt."

"Zweifellos!", schnaubte Stannis. "Natürlich waren Jon Arryn und ich nicht die einzigen, die dieser Blutschande auf der Spur waren. Aber nachdem Ihr es Kleinfinger gesagt habt, hat er wohl Cersei verraten, dass Ihr zu viel wisst."

Ned wäre vor Scham am liebsten im Erdboden versunken. Er musste nun seine fürchterlichen Fehler gestehen. "Es ist viel schlimmer, Euer Gnaden. Ich habe es Cersei selbst gesagt."

"LORD STARK!" Stannis schrie Ned an und wäre fast aufgesprungen. "Seid Ihr des Wahnsinns? Warum habt Ihr das getan… und wann?"

"Während Robert auf der Jagd war", antwortete Ned kleinlaut. "Ich wollte Cerseis Kinder vor seiner Rache schützen und ihr die Gelegenheit geben, mit ihnen aus Westeros zu fliehen. Ich wollte barmherzig sein! Als ich ihr sagte, dass alle drei Kinder von Jaime sind, hat sie es gar nicht bestritten, sondern versucht, mich auf ihre Seite zu ziehen. 'Wenn man das Spiel um Throne spielt, gewinnt man oder man stirbt. Dazwischen gibt es nichts.' Das waren ihre Worte!"

"Da hat diese verlogene Hure einmal wahre Worte gesprochen!", rief Stannis. "Ihr seid ein Narr, Lord Stark! Cersei und ihr Inzest-Bastard Joffrey haben sich für Eure Barmherzigkeit oder genauer gesagt Eure Dummheit wahrlich als sehr dankbar erwiesen. Warum habt Ihr nach Eurem Gespräch mit Cersei nicht sofort Robert verständigt?"

"Er war auf der Jagd und als ich ihn wieder sah, war es zu spät: Er lag im Sterben. Da habe ich es nicht über mein Herz gebracht…"

"Das sieht Euch ähnlich! Die Torheit des Erbarmens!"

"Das ist leider noch nicht alles, Euer Gnaden", seufzte Ned. "Dass Robert durch den Keiler getötet wurde, war kein unglücklicher Zufall. Roberts Knappe war Lancel Lannister, Cerseis Vetter. Von Varys erfuhr ich, dass Cersei ihm den Weinschlauch gegeben und dabei gesagt hat, dass es Roberts liebster Tropfen sei. Euer Gnaden, ich habe als Hand König Roberts versagt. Mein Erbarmen hat Euren geliebten Bruder getötet. Könnt Ihr mir das vergeb…"

"Ich habe Robert nicht geliebt!", unterbrach ihn Stannis harsch. "Und er mich genauso wenig. Euch hat er wie einen Bruder geliebt, nicht mich, seinen Bruder! Und deswegen hat er Euch nach dem Tod von Jon Arryn zu seiner Hand ernannt, nicht mich! Ein Fehler, der ihn das Leben gekostet hat. Dieses Amt stand mir zu und Eure Fehler hätte ich nicht begangen!"

"Euer Gnaden, ich wollte das Amt nicht. Ich habe es übernommen, weil ich glaubte, dass es meine Pflicht war. Ich wünschte mir, ich hätte es abgelehnt und wäre in Winterfell geblieben. Fürwahr, ich hätte den Norden nicht verlassen sollen!"

Stannis schien sich wieder zu beruhigen. "Was geschehen ist, ist geschehen. Ihr habt Eure Fehler fast mit Eurem Leben bezahlt. Was habt Ihr jetzt vor, da Euch ein neues Leben geschenkt wurde?"

"Das hängt von Euren Befehlen ab, Euer Gnaden. Ich wollte hier bleiben, bis meine Verletzung verheilt ist. Danach würde ich mich in die Flusslande begeben, um den Befehl über meine Truppen zu übernehmen und für Euch kämpfen, zumal meine ältere Tochter Sansa noch in Königsmund gefangen ist. Meine Tochter Arya würde ich freilich gerne so bald wie möglich zurück nach Winterfell schicken."

"Nein!" Stannis schüttelte den Kopf. "Arya bleibt fürs Erste hier. Meiner Tochter Sharin fehlt eine gleichaltrige Freundin adeliger Herkunft. Da kommt mir Eure Arya gerade recht – allerdings darf sie nicht mit ihrem übergroßen Messer in Sharins Nähe. Am besten nehmt Ihr ihr das Ding wieder weg, das ist kein Spielzeug für Mädchen! Und Ihr selbst bleibt auch noch etwas länger hier, denn ich muss Euch noch für Eure Fehler bestrafen."

Ned wurde blass. "Euer Gnaden, ich…"

"Keine Sorge!", sagte Stannis. "Ich will weder Euren Kopf noch will ich Euch das Schwarz anlegen lassen. Nein, mir fällt eine bessere Strafe ein. Ich habe bisher noch keine Hand des Königs. Hiermit ernenne ich, Stannis Baratheon, König der Andalen, der Rhoynar und der Ersten Menschen, Herr der Sieben Königslande und Beschützer des Reiches, Euch, Eddard Stark, Lord von Winterfell und Wächter des Nordens zu meiner Hand. Ich biete Euch das Amt nicht an, ich befehle, dass Ihr es annehmt!"

"Aber… Euer Gnaden", stammelte Ned verwirrt und verblüfft, "wie könnt Ihr, nachdem ich in diesem Amt so versagt habe…"

"Ihr werdet hoffentlich aus Euren Fehlern gelernt haben! Abgesehen davon gibt es unter den wenigen mir ergebenen Lords keinen, der sich für dieses Amt eignen würde. Ihr werdet meine Hand sein, bis ich den Eisernen Thron errungen habe. Erst danach dürft Ihr das Amt aufgeben und nach Winterfell zurückkehren! Und Eure Arbeit beginnt sofort, denn wir haben einen Brief an Eure Leute zu schreiben!"

"Wir Ihr befehlt, Euer Gnaden!" Bedrückt verneigte sich Ned vor Stannis. Der König hatte ihn wahrlich zu einer harten Strafe verurteilt!

Gondor hilft Westeros

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Robb I

Robb atmete tief durch, als er vor dem schlanken Herzbaum kniete und still betete. Habt Dank, Ihr Götter, für die wundersame Rettung meines Vaters! Habt Dank, dass Ihr diese Krieger geschickt habt! Helft mir, dass ich jetzt die richtigen Entscheidungen treffe!

Neben ihm knieten einige der Lords (und eine Lady) aus dem Norden: Großjon Umber, Rickard Karstark, Maegen Mormont, Galbart Glauer und weitere. Auch Tytos Schwarzhain weilte unter ihnen, denn er war einer der wenigen Lords aus den Flusslanden, die den alten Göttern huldigten. Das stille Gebet im Götterhain von Schnellwasser gewährte ihnen einige Momente der Ruhe, ansonsten gab es aufgrund der Nachrichten der letzten Tagen viel Aufregung unter den Truppen des Nordens und der Flusslande.

Dass Eddard Stark von König Joffrey zum Tode verurteilt worden war, dann aber im letzten Moment von unbekannten Kriegern gerettet wurde, war nun allgemein bekannt. Doch wer die Retter waren und wer sie geschickt hatte, blieb unklar. Robb hatte sich gefragt, ob einer der Lords dafür verantwortlich war, doch sie waren alle genauso überrascht wie er. Wenn es keiner von uns war – wem sonst liegt das Leben meines Vaters am Herzen? Stannis oder Renly oder jemand anders?

Manche glaubten freilich, dass die fremden Krieger nicht von Menschen ausgesandt worden waren. Die Fremden hatten in Königsmund nicht einen einzigen Krieger verloren und kamen Gerüchten zufolge von einer großen Flotte in der Schwarzwasserbucht, deren Schiffe angeblich ein Wappen mit einem Herzbaum der alten Götter und sieben Sternen der neuen Götter zeigten. Daher hieß es, die Retter von Lord Stark seien von den alten und den neuen Göttern geschickt worden. Robb war kein übermäßig frommer Junge, aber da die Rettung seines Vaters in letzter Sekunde fast einem Wunder gleichkam, war er doch geneigt, hier an ein göttliches Eingreifen zu glauben.

Schließlich stand Robb auf, verließ den Götterhain und schritt zur Großen Halle von Schnellwasser. Angesichts der Nachricht, dass Renly Baratheon Anspruch auf die Krone erhoben hatte, musste eine Ratsversammlung abgehalten werden. Robbs Mutter wäre es lieber gewesen, wenn er ihren schwer kranken Vater besucht hätte, aber das musste warten.

Für die Versammlung waren vier lange Tische aufgestellt. Da Lord Hoster Tully zu schwach war, um an der Versammlung teilzunehmen, saß sein Sohn Edmure auf dem Thronsitz der Tullys, sein Onkel Brynden, der Schwarzfisch, an seiner Seite. Die Lords der Flusslande saßen links und rechts neben ihnen. Ihnen gegenüber saßen die Lords aus dem Norden. Robb und seine Mutter blickten seinem Onkel direkt ins Gesicht.

Die Besprechung zog sich über den ganzen Nachmittag hin. Jeder Lord hatte etwas zu sagen und es kam zu heftigen Wortwechseln. Robb hielt sich zunächst zurück und trank ab und zu etwas von dem Wein, der auf dem Tisch stand.

Da Tywin Lannister mit seinem Heer auf dem Weg nach Harrenhal war, wollten viele Lords ihn verfolgen und stellen, um die Macht der Lannisters ein für alle Mal zu brechen. Der junge Marq Peiper drängte dagegen darauf, nach Westen zu ziehen und Casterlystein anzugreifen. Jason Mallister hingegen mahnte zur Geduld und schlug vor, den eigenen Truppen Ruhe zu gönnen und Lord Tywins Nachschubwege abzuschneiden. Davon wollte Lord Schwarzhain nichts hören, der darauf drängte, zusammen mit dem Heer von Roose Bolton nach Harrenhal zu marschieren. Dem Vorschlag von Schwarzhain widersprach wie stets Bracken. Lord Jonos Bracken schlug vor, nach Süden zu ziehen, um König Renly die Treue zu schwören und sich ihm anzuschließen.

Robb hatte die ganze Zeit schweigend zugehört, doch jetzt sagte er: "Renly ist nicht der König!"

"Ihr könnt doch nicht zu Joffrey halten, Mylord!", sagte Galbart Glauer. "Er wollte Euren Vater hinrichten!"

"Das macht Renly nicht zum König!", erwiderte Robb. "Er ist Roberts jüngster Bruder. So wie Bran nicht vor mir Lord von Winterfell werden könnte, kann Renly nicht vor Stannis den Thron besteigen."

Lady Mormont gab ihm Recht. "Lord Stannis hat den rechtmäßigeren Anspruch."

"Renly ist gekrönt worden", sagte Marq Peiper, "Rosengarten und Sturmkap unterstützen ihn. Wenn Winterfell und Schnellwasser ihre Streitmacht der seinen anschließen, werden wir stark genug sein, um die Lannisters zu vernichten. Was hat Lord Stannis dem entgegenzusetzen, dass wir darauf verzichten?"

"Das Recht!", antwortete Robb stur. Er glaubte, dass sein Vater genauso argumentieren würde.

"Sollen wir uns also für Stannis entscheiden?", fragte sein Onkel Edmure.

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