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Mittelerde & andere phantastische Welten » Kreativschmiede » Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige

Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Robb VII

"Bring uns Wein, Olyvar!", gebot Robb seinem Knappen. Es war Abend und Robb saß mit seinem Onkel, seinem Großonkel, Beric Dondarrion, Thoros von Myr und Harwin von der Bruderschaft in seinem Zelt.

Olyvar Frey holte einen Krug Wein und mehrere Kelche und stellte sie auf den Tisch. Er goss jedem der Herren ein und verließ darauf das Zelt.

"Nun, Mylords", begann Robb, "würde ich zunächst gerne erfahren, wie Ihr zur Bruderschaft ohne Banner geworden seid. Es war doch mein Vater, der Euch entsandt hatte, um Gregor Clegane zur Strecke zu bringen."

"Das stimmt", räumte Lord Beric ein, "doch weder Euer Vater noch wir wussten, dass die Lannisters uns eine Falle gestellt hatten. Lord Tywin hatte seinen Berg mit Feuer und Schwert über den Roten Arm geschickt, um damit Euren Vater anzulocken. Er hatte damit gerechnet, dass Lord Eddard selbst in den Westen kommen würde, um sich um Gregor Clegane zu kümmern. Falls er das getan hätte, wäre er gefangen genommen und als Geisel gegen den Gnom ausgetauscht worden, der sich damals in den Händen Eurer Mutter befand. Doch der Königsmörder wusste nichts von diesem Plan, und als er von Tyrions Gefangennahme hörte, hatte er Euren Vater in den Straßen von Königsmund angegriffen."

"Davon habe ich auch gehört", sagte Robb. "Einige unserer besten Männer wurden dabei getötet. Und mein Hoher Vater brach sich das Bein."

Harwin nickte. "Deswegen konnte Lord Eddard nicht nach Westen ziehen. Stattdessen hat er Lord Beric geschickt, mit zwanzig seiner eigenen Männer und zwanzig aus Winterfell, zu denen auch ich gehört habe. Außerdem waren noch Thoros und Ser Raymun Darry mit ihren Leuten dabei. Insgesamt waren wir einhundertzwanzig Mann. Aber Gregor hat bei der Mummersfurt auf uns gewartet und auf beiden Ufern einen Hinterhalt legen lassen. Während wir den Fluss durchquerten, sind sie über uns hergefallen."

"Es hieß, dass es ein furchtbares Gemetzel war", warf Ser Brynden ein. "Ser Raymun und viele andere wurden getötet."

"So war es in der Tat", bestätigte Lord Beric. "Zwei Drittel unserer Männer waren gefallen und ich war schwer verwundet. Doch ich überlebte dank dem Herrn des Lichts und erklärte meinen Männern, dass dies nicht das Ende, sondern der Anfang des Krieges war und dass jeder Mann, der dort gefallen war, zehnfach gerächt würde.

Doch inzwischen waren die Kämpfe an uns vorbei gezogen. Die Männer des Bergs waren nur die Vorhut von Lord Tywins Heer gewesen. Sie hatten den Roten Arm in großer Zahl überquert, schwärmten in die Flusslande und brannten alles nieder, was ihnen in den Weg kam. Wir waren nur wenige, so konnten wir nur ihre Nachhut jagen, doch wir sagten uns, dass wir uns mit König Robert vereinen würden, wenn er nach Westen marschierte, um Lord Tywins Rebellion niederzuschlagen. Dann hörten wir von Roberts Tod und auch von Lord Eddards Gefangennahme und dass Cerseis Welpe auf den Eisernen Thron gestiegen war."

"Das waren fürwahr schlimme Nachrichten", seufzte Robb. "Mein Hoher Vater war stets der treueste Freund von König Robert. Nach Roberts Tod und der Gefangennahme meines Vaters hatte ich keine andere Wahl als zum Rebellen gegen den Eisernen Thron zu werden."

"So ähnlich erging es uns", sagte Lord Beric. "Für uns stellte sich die ganze Welt auf den Kopf. Wir waren von der Hand des Königs ausgesandt worden, um Geächtete zu jagen, und plötzlich waren wir selbst die Geächteten, und Lord Tywin war die Hand des Königs. Einige wollte sich ergeben, aber das kam für mich nie in Frage. Wir waren weiterhin Männer des Königs und die Löwen plünderten das Volk des Königs aus. Wenn wir schon nicht mehr für Robert kämpfen konnten, so wollten wir doch das Volk verteidigen, bis uns alle der Tod ereilt."

Ser Edmure wirkte unzufrieden. "Ich verstehe das nicht, Lord Beric", murrte er. "Ihr behauptet, weiter Männer des Königs zu sein, doch warum habt Ihr Euch nicht uns angeschlossen, um für König Stannis, den rechtmäßigen Nachfolger von Robert, zu kämpfen?"

Lord Beric zögerte einen Moment mit seiner Antwort. "Wir waren unschlüssig", sagte er schließlich. "Als wir hörten, dass sich mit Stannis und Renly zwei neue Könige gegen den Eisernen Thron erhoben, war uns nicht klar, ob wir für einen von ihnen kämpfen sollten."

Robb schüttelte den Kopf. "Mit Verlaub, Lord Beric, es war mein Vater, der Euch entsandt hat und er ist wieder die Hand des rechtmäßigen Königs. Er dient jetzt Stannis und hat Euch nicht von dem Euch erteilten Auftrag entbunden."

"Das weiß ich sehr wohl", räumte Lord Beric ein, "aber von der Truppe, die ich auf Eures Vaters Befehl aus Königsmund nach Westen geführt habe, sind nur noch wenige Männer am Leben."

"Wie kommt es dann, dass die Bruderschaft ohne Banner aus Dutzenden Leuten besteht?", fragte der Schwarzfisch.

"Dutzende?" Lord Beric lachte. "Nur ein Bruchteil der Bruderschaft begleitet mich. Wir sind Hunderte, überall in den Flusslanden, wo Lord Tywins Schergen das Volk heimsuchten. Erkläre, wie es dazu kam, Harwin!"

Gondor hilft Westeros

"Ich würde dieses Ding nicht nehmen, und wenn ich es auf der Straße fände."


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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

"Während wir gegen die Löwen kämpften, passierte Eigenartiges", erklärte Harwin. "Für jeden Mann, den wir verloren, tauchten zwei auf, die seinen Platz einnahmen. Einige waren Ritter oder Knappen von edler Geburt, aber die meisten waren aus dem gemeinen Volk: Feldarbeiter, Fiedler, Gastwirte, Diener und Schuster, sogar zwei Septone. Männer, Frauen und Kinder jeden Standes. So wurden wir zur Bruderschaft ohne Banner."

"Diese Leute schlossen sich Euch an?", empörte sich Edmure. "Wenn sie kämpfen wollen, müssen sie es für ihren König und ihre Lords tun!"

"Bei allem Respekt, Ser", erwiderte Lord Beric energisch, "aber wir kämpfen für das gemeine Volk, während die Lords der Flusslande hauptsächlich ihre eigenen Festungen verteidigen. Ist es da nicht verständlich, dass sich die Leute lieber der Bruderschaft ohne Banner anschließen?"

Ehe sich Edmure noch mehr empören konnte, fragte Robb: "Doch jetzt wollt Ihr Euch uns doch anschließen. Woher kommt dieser Sinneswandel?"

"Wir haben es uns aus mehreren Gründen anders überlegt", antwortete Lord Beric. "Einer davon war, dass Euer Vater jetzt die Hand von Stannis ist. Doch das war nicht entscheidend. Thoros hat vor kurzem eine Botschaft erhalten."

"Sie wurde von der Roten Priesterin Melisandre überbracht", sagte Thoros von Myr. "Von ihr erfuhren wir, dass Stannis sich zum Herrn des Lichts bekannt hat. Er ist nicht nur der rechtmäßige König, sondern auch der wiedergekehrte Azor Ahai, der Prinz, der verheißen wurde. Er wird uns alle anführen in dem Krieg, der wichtiger ist als das kindische Spiel um Throne. Für diesen Krieg hat ihm der Herr des Lichts als Beistand jene Krieger aus einer anderen Welt geschickt, die Euren Vater gerettet haben, junger Lord."

"Ich wiederum habe gehört, dass die alten und neuen Götter diese Krieger geschickt haben", erwiderte Robb. "Aber von welchem Krieg redet Ihr, der wichtiger sein soll als der, den wir gerade führen?"

"Der Große Krieg um das Leben selbst", raunte Lord Beric. "Denkt an die Worte Eures Hauses, Mylord! Der Winter naht fürwahr und mit ihm eine uralte, durch und durch böse Macht, die alle Häuser von Westeros und ihre Untertanen vernichten wird, wenn wir nicht gemeinsam gegen sie kämpfen. Und Eure Heimat ist als Erste bedroht, denn die kalten Winde erheben sich im Norden – wie damals, vor tausenden von Jahren in der Langen Nacht. Gegen diesen Feind helfen weder eure alten Baumgötter noch die Sieben. Nur mit der Hilfe des Herrn des Lichts können wir die Menschen retten."

"Was macht Euch so sicher, dass ausgerechnet Euer fremder Gott hilfreicher ist als unsere Götter?", fragte Ser Brynden zweifelnd.

"Ihr habt doch gewiss schon mehrmals gehört, dass ich gefallen sei, oder?", erwiderte Lord Beric.

"Ja, viermal, aber da Ihr hier seid, waren das offensichtlich leere Prahlereien der Lannisters!", meinte Edmure.

"Nein, keineswegs!", widersprach Lord Beric. "Ich wurde tatsächlich viermal getötet. Doch Thoros hat mich…"

"Ich habe nur die Worte gesprochen", sagte Thoros. "Der Herr des Lichts hat Euch ins Leben zurückgeholt."

Robbs Augen weiteten sich. "Euer Gott kann Tote zum Leben erwecken? Macht er das bei allen Gefallenen Eurer Bruderschaft?"

"Nein, denn es hat einen hohen Preis", antwortete Lord Beric bitter, "Jedes Mal wenn ich getötet werde, erwache ich schwächer als zuvor. Ich verspüre keinen Hunger und obwohl ich mich müde fühle, kann ich überhaupt nicht mehr schlafen. Die Erinnerungen an mein früheres Leben schwinden. Ich könnte nicht mehr zu der Burg zurückfinden, die mir einst gehörte und ich weiß auch nicht mehr die Haarfarbe meiner Verlobten. Jedes Mal bleibt ein Teil von mir tot und manchmal wünschte ich mir, ich würde nicht mehr zurückgeholt und hätte meinen Frieden."

"Aber warum holt Thoros… oder Euer Gott Euch zurück?", fragte Robb.

"Wir sind Teil von etwas Größerem als wir selbst", sagte Thoros. "Der Herr des Lichts nutzt nicht ohne Grund einem Trunkenbold von Priester als Werkzeug, um Beric zurückholen. Unser Gott ist mit Beric noch nicht fertig. Und auch Euer Vater wird noch gebraucht und wurde deswegen im letzten Augenblick von Kriegern des Lichts aus einer anderen Welt gerettet, junger Wolf. Wir alle müssen uns um König Stannis scharen, der uns in den Kampf gegen den wahren Feind führen wird, sobald er der Eisernen Thron errungen hat."

Robb fragte sich, ob Thoros mit dem "wahren Feind" die Anderen meinte, die er hauptsächlich aus den Erzählungen der Alten Nan kannte, doch ehe er den Priester aus Myr fragen konnte, trat plötzlich Olyvar Frey ein.

"Verzeiht die Störung, Mylords", sagte der Knappe schüchtern, "aber Lord Umber und Lady Mormont meinten, dass Ihr das sofort erfahren müsst: Unser Heer im Osten hat Harrenhal erobert! Eben kam ein berittener Bote von Ser Helman Tallhart."

Robb sprang auf. "Von Helman Tallhart? Nicht von Roose Bolton?" Anstatt den Boten ins Zelt rufen zu lassen, eilte Robb hinaus. Die Tullys und die Männer der Bruderschaft folgten ihm.

Ein junger Mann, vielleicht zwei oder drei Jahre älter als Robb, stand vor dem Zelt und sprach mit dem Großjon, Maegen Mormont, Galbart Glauer und Jason Mallister. Als er Robb erblickte, verneigte er sich und sagte:

"Mylord, ich bin Ser Morgan Eschwald. Ser Helman Tallhart und Ser Robett Glauer haben mich zu Euch geschickt, um von unserem großen Sieg zu berichten. Wir haben Harrenhal erobert!"

"Das sind sehr gute Nachrichten, aber… Tallhart und Glauer? Was ist mit Roose Bolton?", fragte Robb.

"Lord Bolton wurde während der Belagerung leider schwer verletzt", antwortete Ser Morgan, "und die Maester mussten tagelang um sein Leben kämpfen. Ser Helman übernahm daher den Befehl. Nur wenige Tage später konnten wir die schwach bemannte Festung erobern, denn unter den Verteidigern herrschte Verwirrung und Uneinigkeit, nachdem der Kastellan tödlich verunglückt war."

"Tödlich verunglückt? Nicht im Kampf gefallen? Wer war der Kastellan?"

"Es war Ser Amory Lorch, der tatsächlich nicht von uns getötet wurde. Vielmehr stürzte er aus unbekannten Gründen aus einem Gemach im Königsbrandturm in seinen Tod. Unter den verbliebenen Offizieren der Lannisters herrschte Uneinigkeit, wer das Kommando übernehmen sollte. Das haben wir ausgenutzt und das Torhaus gestürmt. Dabei haben wir zwar einige Verluste erlitten, aber sobald wir den Hof erreichten, war die Festung nicht mehr zu halten."

"Vielen Dank, Ser Morgan", sagte Robb, "ich bin erfreut, von diesem Sieg zu hören. Olyvar, rufe alle Lords zusammen! Wir müssen das weitere Vorgehen beraten!"

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Brienne II

Angesichts des in der Nähe befindlichen feindlichen Heeres war alle Müdigkeit verflogen. Brienne gab ihrem Pferd die Sporen, während sie an des Königs Seite ritt. Nach der Entdeckung des Heeres durch einen feindlichen Späher hatte Renly die Reiterei aufgeteilt. Die eine Hälfte unter dem Befehl von Lord Tarly ritt nach Nordosten, genau in die mutmaßliche Richtung des Lannister-Heeres, während Renly die zweite Hälfte weiter auf dem Goldweg führte, der hier genau nach Osten verlief. Der König hoffte, er könnte so dem feindlichen Heer den Weg abschneiden.

Sie waren etwa eine Stunde unterwegs. Der Goldweg machte zwischen einigen sanften Hügeln eine Biegung nach Südosten. Die Straße verlief nun entlang des Nordufers des Schwarzwassers in die Richtung von Königsmund. Von den Streitkräften der Lannisters war nichts zu sehen. Auch auf der Straße vor ihnen waren keine frischen Spuren zu finden, die ein großes Heer zwangsläufig hinterlassen würde.

"Wir waren schnell genug", sagte Renly zu seiner Garde. "Lord Tywin war noch nicht hier. Wir werden ihm entgegen reiten und sein Heer stellen!"

Die zehntausend Reiter wandten sich nach Norden, um den Befehl ihres Königs auszuführen. Sie hatten den Goldweg kaum hinter sich gelassen, als sie auf einmal Schreie und das Klirren von Waffen hörten. Brienne blickte angespannt in die Richtung, aus welcher der Lärm kam, doch zwischen den Hügeln waren die Kämpfenden nicht zu sehen.

"Lord Tarly hat den Feind vor uns gefunden", murmelte Loras Tyrell. "Die Schlacht hat bereits begonnen."

"Ja, fürwahr!", stimmte Renly zu. "Wir müssen schleunigst eingreifen! Ser Loras, Ihr führt die Vorhut an! Lord Esch, führt Eure Reiter nach links! Lord Caron, Ihr befehligt die rechte Flanke! Voran jetzt, aber schnell!"

Ser Loras galoppierte darauf an die Spitze der berittenen Streitmacht, die nun deutlich schneller vorrückte. Der Kampfeslärm im Norden wurde immer lauter. Schließlich ritten sie einen der Hügel hinauf. Hinter diesem befand sich ein großes Feld. Hier war die Schlacht im vollen Gange.

Brienne sah, wie Reiterscharen aus der Weite die Fußtruppen des Lannister-Heeres angriffen, dabei aber wiederum von Reitern der Lannisters verfolgt wurden. Lord Tarly durchbrach gerade mit mehreren Rittern eine feindliche Kampfeslinie, doch er drohte umzingelt zu werden. Seine Streitmacht war deutlich kleiner als die der Lannisters. Auf einem Hügel im Norden, abseits des Kampfes, flatterten vier große rote Banner mit dem goldenen Löwen der Lannisters im Wind. Unter ihnen saß ein Mann in glänzender Rüstung auf seinem Pferd und beobachtete die Schlacht. Brienne konnte ihn aufgrund der Entfernung nicht erkennen, aber sie war sich sicher, dass es sich um Lord Tywin handelte.

"Gebt das Zeichen zum Angriff!", befahl der König. Sogleich erschallten mehrere Trompeten. Die Vorhut unter Loras' Führung ritt darauf in die Richtung von Lord Tarly. Auch die anderen Reiter zur Rechten und Linken griffen an. Nur der König und die fünf verbliebenen Mitglieder der Regenbogengarde rührten sich nicht. Ser Guyard Morrigen blickte fragend zu Renly, doch ehe er etwas sagen konnte, sprach der König:

"Geduld, Ser Guyard. Ich will mir das Ganze erstmal genau wie Lord Tywin dort hinten von einem Hügel anschauen, bevor ich ihn mir selbst vorknöpfe."

Brienne hatte erwartet, sofort kämpfen zu müssen, doch nun beobachtete sie stattdessen an ihres Königs Seite die Schlacht, die nun eine Wendung zu nehmen schien. Renlys Truppen waren nun in der Überzahl und die von Ser Loras, Lord Esch und Lord Caron befehligten Reiter kamen ihren bedrängten Kameraden zur Hilfe. Auf der linken Seite konnte Lord Esch mit seinen Männern zu Lord Tarly durchbrechen. Auf der rechten Flanke lieferten sich Lord Carons Reiter ein heftiges Gefecht mit den Kriegern des Hauses Marbrand. Doch am heißesten tobte der Kampf in der Mitte, wo Ser Loras mit seinen Männern in die Richtung von Lord Tywin vorstieß. Eine große Kompanie, die unter einem silbernen Banner mit dem Wappen eines purpurnen Einhorns kämpfte, stellte sich ihnen in den Weg und tötete mehrere Reiter und ihre Pferde.

"Welches Haus hatte nochmal dieses Einhornwappen?", fragte Renly.

"Haus Brax von Horntal, Euer Gnaden", antwortete Brienne.

"Ach ja, stimmt!", erinnerte sich der König. "So wie unsere Leute zuschlagen, werden nicht allzu viele Männer nach Horntal zurückkehren. Kommt, lasst uns mitmachen, solange Ser Loras uns noch etwas übrig lässt!"

Er gab seinem Pferd die Sporen und ritt voran, worauf ihm seine Gardisten folgten. Brienne klappte ihr Visier herunter und versuchte, an die Seite von Renly zu gelangen, um ihm Deckung zu geben, auf dass er nicht von einem Pfeil oder Speer getroffen würde. Doch niemand wagte es, den König oder seine Garde anzugreifen. Die wenigen Lannister-Soldaten in der Nähe, die nicht getötet worden waren, ergriffen die Flucht.

Der König ritt weiter in die Richtung von Ser Loras, der mit seinen Reitern die Reihen der Kompanie des Hauses Brax zerschlagen hatte und weiter auf Lord Tywin zuhielt. Doch eine große Reiterschar kam ihnen entgegen. Sie wurde von einem riesigen Ritter angeführt, der das Visier seines Helms heruntergeklappt hatte. Neben ihm flatterte sein Banner: Drei schwarze Hunde auf gelben Grund.

"Der Reitende Berg!", rief Renly. "Mit dem hat Loras seit dem Turnier der Hand noch eine Rechnung offen." Er ritt weiter, doch seine Gardisten versuchten, ihn zurückzuhalten.

"Euer Gnaden, Ihr solltet Euch besser vom Berg fernhalten!", rief Ser Robar Rois und sprach damit auch Brienne aus dem Herzen.

"Vielleicht habt Ihr Recht", meinte Renly und zügelte sein Pferd. Brienne verspürte einen Anflug von Erleichterung. Doch als sie in die Richtung von Ser Loras schaute, sah sie mit Schrecken, wie Gregor Clegane mit seiner Lanze den Hals eines Reiters der Tyrells durchbohrte.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Während der Berg noch versuchte, seine Lanze aus dem Getöteten herauszuziehen, griff Ser Loras an und ritt mit gesenkter Lanze auf ihn zu. Ser Gregor riss seinen Schild hoch und wehrte den Angriff ab, wobei Ser Loras' Lanze zersplitterte. Der Berg ließ seine Lanze los, zog sein Schwert und griff nun seinerseits Ser Loras an. Sein Schwertstreich verfehlte den jungen Ritter aus Rosengarten, traf aber dessen Pferd, das darauf ins Straucheln geriet und stürzte.

"LORAS! NEIN!", schrie Renly entsetzt und gab seinem Pferd die Sporen. "EUER GNADEN!", rief Brienne ihrem König noch entsetzter hinterher, doch dieser galoppierte schon zu den Kämpfenden. Fluchend ritt Brienne ihm ebenso wie die anderen vier Gardisten nach. Unterdessen griff ein Soldat der Tyrells Ser Gregor an und lenkte ihn damit von Ser Loras ab, der sich mühsam aufrappelte. Renly versuchte, zu ihm zu gelangen, doch einer der berittenen Männer des Bergs verstellte ihm den Weg und griff den König an.

Brienne versuchte, Renly einzuholen, wurde aber ihrerseits von einem anderen Reiter des Bergs angegriffen. Der Kerl versuchte, sie mit seiner Lanze aus dem Sattel zu stoßen, doch Brienne wich geschickt aus und stieß mit ihrer Lanze nach dem Mann. Sie traf seinen Hals und stieß ihn vom Pferd.

Sie zog ihre Lanze aus dem Gefallenen und schaute nach ihrem König. Renly hatte seinen Gegner getötet, doch mittlerweile waren Ser Robar Rois und Ser Emmon Cuy an ihm vorbei geritten und griffen den reitenden Berg an, der Ser Loras' Kameraden erschlagen hatte. Ser Loras wiederum erwehrte sich der Angriffe von Ser Gregors Bannerträger.

Der Berg enthauptete Ser Robar mit einem einzigen Schwertstreich, doch Ser Emmon traf sein Pferd, das schwer verwundet zusammenbrach. Brienne wollte ihren Kameraden zur Hilfe kommen, doch ein feindlicher Fußsoldat griff sie von rechts an. Er schlug mit seinem Schwert nach ihrer Lanze, die darauf zerbrach, wobei die Splitter die Seite ihres Pferdes trafen. Das Ross bäumte sich auf und warf Brienne ab. Sie hatte aber Glück und landete genau auf dem feindlichen Soldaten.

Der Mann schrie auf, als Brienne mit voller Wucht auf ihn fiel. Sie rollte von ihm herunter, sprang auf und zog ihr Schwert. Ihr Feind versuchte, sich aufzurappeln, doch Brienne stieß ihm ihr Schwert in den Hals und drehte die Klinge.

Sie zog ihr Schwert aus dem Toten und sah, dass der Kampf immer heftiger tobte. Die Anwesenheit des Königs führte dazu, dass immer mehr Soldaten beider Seiten hinzukamen. Doch durch den Lärm des Kampfes hörte sie den lauten Todesschrei von Ser Emmon. Der Berg hatte ihn mit seinem Schwert durchbohrt und schritt auf Renly zu, der immer noch auf seinem Pferd kämpfte.

Brienne rannte zum König, so schnell es in ihrer schweren Rüstung möglich war, doch Ser Gregor war näher bei Renly. Ser Guyard Morrigen stellte sich ihm in den Weg und ging mit seiner Lanze auf ihn los, doch der Berg tötete ihn mit zwei Hieben seines Schwertes. Er ergriff Ser Guyards Lanze und schleuderte sie in Renlys Richtung. Die Lanze traf den König am Bauch und stürzte ihn vom Pferd.

"NEIN!", kreischte Brienne. Das Rennen in der Rüstung hatte sie viel Kraft gekostet, doch als sie sah, wie ihr König stürzte, vergaß sie ihre Erschöpfung schlagartig. Ser Gregor schritt zum auf dem Boden liegenden Renly und holte mit seinem Schwert aus, da stürzte sich Brienne auf ihn. Mit einem lauten Schrei schlug sie mit Ihrem Schwert nach dem Berg, der seinen bereits schwer beschädigten Schild hochriss und ihren Schlag gerade noch abwehren konnte.

Mit einem wütenden Grunzen schlug Ser Gregor zurück. Zweimal konnte Brienne sein riesiges Schwert mit ihrem Schild abwehren, und da der Berg bei seinen Angriffen seine eigene Deckung vernachlässigte, schlug sie zweimal nach ihm und traf ihn an der Seite und auf der Brust, doch ihre Schläge prallten wirkungslos an seiner schweren Rüstung ab. Beim dritten Hieb schlug Ser Gregor mit solcher Wucht nach ihrem Schwert, dass sie es fallen lassen musste, um einen Bruch ihres Handgelenks zu vermeiden.

Der Berg stieß ein höhnisches Gelächter aus, ließ seinen beschädigten Schild fallen und ergriff sein Schwert mit beiden Händen, während Brienne sich panisch nach ihrem Schwert umsah. Als sie es erblickte und sich nach ihm bückte, schlug Ser Gregor zu. Sie konnte ihren Schild gerade noch hochreißen, doch die Klinge des Bergs traf ihn mit aller Wucht und blieb stecken. Brienne ließ ihren Schild los und hechtete zu ihrem Schwert. Ser Gregor versuchte laut fluchend, sein Schwert aus Briennes Schild zu ziehen, wobei er sich bückte und mit einem Fuß den Schild auf den Boden drückte. Da fiel Brienne eine Technik ein, die ihr ihr Lehrer Ser Gutwinn, der Waffenmeister von Dämmertal, einst beigebracht hatte, nachdem sie ihn gefragt hatte, wie man einen starken, schwer gepanzerten Feind bekämpfen könnte.

Sie ergriff ihr Schwert mit beiden Händen an der Klinge, und holte zum Schlag aus, während Ser Gregor sein Schwert endlich aus ihrem Schild lösen konnte. Brienne schlug den Knauf mit aller Kraft gegen den Kopf des Bergs. Der heftige Aufprall löste einen Wiederhall in Ser Gregors Rüstung aus. Der Berg schwankte auf einmal wie ein Betrunkener. Brienne ergriff ihr Schwert wieder am Knauf und stieß nach Ser Gregors Kopf. Doch dieser wich aus und schlug trotz seines Schwankens selbst noch einmal zu. Sein Schwert traf ihre linke Seite und schlug dabei eine so tiefe Delle in ihre Rüstung, dass sie schwer verletzt wurde.

Brienne brüllte vor Schmerz, doch sie sah, dass der Berg sein Schwert fallen ließ und selbst zu Boden ging. Sie nahm ihrer Verletzung zum Trotz alle Kraft, die sie noch hatte, zusammen und stieß das Schwert genau durch einen der Augenschlitze im Helm des Bergs, der entsetzt röchelte und dann schlagartig verstummte. Er brach zusammen. Brienne ließ ihr Schwert in Ser Gregors Kopf stecken. Ihre Beine zitterten und der Schmerz in ihrer Seite wurde immer stärker. Sie legte beide Hände auf die stark blutende Wunde.

"Brienne…", hörte sie Renlys Stimme sagen. Sie blickte zum König, der schwer verletzt auf dem Boden lag.

Er ist noch am Leben!
dachte sie. Dann wurde ihr schwarz vor Augen.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Margaery III

Der Gestank auf dem Schlachtfeld war kaum auszuhalten, doch Margaery widerstand der Versuchung, sich ein Tuch vor das Gesicht zu halten, während sie mit ihren Begleitern über jenes Feld ritt, auf dem eine Stunde zuvor noch die Kämpfe getobt hatten.

Die Königin war vom Süden mit dem Heer eingetroffen, als die Schlacht zwischen der Reiterei ihres Gemahls und den Streitkräften der Lannisters voll im Gange war. Sie hatte dann an der Seite von Lady Eichenherz aus sicherer Entfernung beobachtet, wie die Fußsoldaten in den Kampf eingriffen und die Reihen der Lannisters durchbrochen wurden. Lord Tywins Männer waren nun deutlich in der Unterzahl, dennoch kämpften sie verbissen weiter, doch sie wurden immer weiter zurückgedrängt. Der Kampflärm entfernte sich immer weiter von Margaerys Standort. Sie wollte daher näher an die Schlacht heranreiten, um ihren Verlauf beobachten zu können, doch Lady Eichenherz hielt sie davon ab. Erst als kein Waffengeklirr mehr zu hören war und nachdem zwei der Wachen als Späher vorausgeritten und mit der Nachricht vom siegreichen Ende der Schlacht wieder zurückgekehrt waren, konnte Margaery zum Schlachtfeld reiten.

Dabei bot sich ihr ein Anblick des Grauens. Hunderte Gefallene beider Seiten lagen auf dem Feld, zum Teil furchtbar verstümmelt. Margaery versuchte, nicht hinzusehen und nach vorne zu schauen, während sie weiter ritt. Doch gelegentlich konnte sie nicht anders und schaute, wenn sie einen Verwundeten stöhnen hörte oder wenn die grau gekleideten Schweigenden Schwestern sich um die Toten kümmerten. Ab und an sah sie auch, wie einige entwaffnete Lannister-Männer abgeführt wurden.

Sie ritt mit Lady Eichenherz zu einer Anhöhe, wo einige Zelte errichtet waren und zwei große Banner mit dem schwarzen Hirsch des Hauses Baratheon und der goldenen Rose des Hauses Tyrell im Wind flatterten. Das war für Margaery ein ermutigender Anblick, nachdem sie noch keine Nachricht erhalten hatte, wie es ihrem Gemahl und ihrem Bruder in der Schlacht ergangen war.

Viele Soldaten versammelten sich um die Zelte. Obwohl sie gerade eine Schlacht gewonnen hatten, wirkten sie erschöpft und niedergeschlagen. Nirgends war ein Lachen zu hören. "Das größte Unglück ist eine verlorene Schlacht, das zweitgrößte eine gewonnene", bemerkte Lady Eichenherz leise. Margaery nickte traurig und ritt zu dem ihr wohlbekannten Zelt des Königs, vor dem viele Männer versammelt waren. Die beiden Damen saßen ab. Mehrere Soldaten hielten vor dem Zelt Wache, doch nur einer von ihnen gehörte zur Regenbogengarde. Er verneigte sich vor der Königin und der Lady.

"Seid gegrüßt, Ser Parmen", sagte Margaery zu ihm. "Sind der König und mein Bruder hier? Wie geht es ihnen?"

"Ja, sie sind beide hier, Euer Gnaden", antwortete Ser Parmen Kranich, "Euer Bruder ist wohlauf, aber der König…" Er stockte. "Vielleicht wollt Ihr selbst sehen…", sagte er dann und hielt ihr das Zelt auf.

Die Königin trat beunruhigt in das Zelt und Lady Eichenherz folgte ihr. Margaerys Blick fiel sogleich auf das Bett in der Mitte des Zeltes, auf dem ihr Gemahl ruhte. Sie sah zu ihrem Schrecken, dass Renlys Hemd an seinem Bauch blutdurchtränkt war. Seine Augen waren geschlossen, doch seine Brust hob und senkte sich. Loras kniete mit gesenktem Kopf am Bett und hielt Renlys rechte Hand. Um das Bett herum standen Maester Jurne, Maester Ballabar, Lord Tarly, Lord Esch, Lord Estermont und Ser Baelor Hohenturm.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

"Mein Gemahl! Bruder!", brach es aus Margaery heraus.

Loras hob den Kopf und blickte zu Margaery, die sah, dass ihr Bruder weinte. Renly schlug die Augen auf und schaute zu Margaery. "Meine Königin", sagte er leise. "Gut, dass Ihr noch kommt, bevor ich gehe."

"Bitte sprecht doch nicht so, mein König!", bat Margaery und trat ans Bett. Ihr traten Tränen in die Augen. Loras reichte ihr Renlys Hand.

"Leider muss ich…", keuchte Renly. "Loras, wo ist die Regenbogengarde? Sie sollte auch hier sein."

"Ser Parmen hält vor dem Zelt Wache", seufzte Loras, "Lord Caron, Ser Guyard, Ser Robar und Ser Emmon sind gefallen. Lady Brienne ist schwer verletzt und bewusstlos. Maester Lomys konnte noch nicht sagen, ob sie durchkommt."

"Sie wird es schaffen, sie hat den Berg getötet", stöhnte Renly und wandte sich an Margaery: "Es tut mir so leid, dass wir keinen gemeinsamen Erben haben werden, sondern… sondern…"

"Euer Gnaden, wer soll Euer Erbe sein?", fragte Lord Tarly.

"Stannis!", antwortete Renly. "Ich war so töricht… ich hätte von Anfang an mit ihm… aber ihr seid noch da. Dient meinem Bruder und nehmt Rache an den Lannisters!"

"Das werden wir, ich schwöre es!", rief Loras und sprang auf. "Lord Tywin und Ser Kevan sind nach Norden entkommen. Wahrscheinlich wollen sie zurück in die Westlande. Wir werden sie verfolgen und töten, selbst wenn wir dafür Casterlystein erobern müssten!"

"Nein, zieht nach Königsmund!", keuchte Renly, dessen Stimme immer schwächer wurde. "Kämpft dort für meinen Bruder. Das ist mein letzter Befehl! Mylords, schwört mir, dass Ihr König Stannis treu dienen werdet!"

"Ich schwöre es!", rief Loras. "Ich schwöre es!", riefen darauf die Lords und Lady Eichenherz.

"Es ist so kalt…", seufzte Renly. Sein Blick wurde starr. Maester Jurne kniete sich neben ihm hin, fühlte seinen Puls und schloss Renlys Augen. Er schaute traurig zu Margaery und Loras und schüttelte den Kopf.

"NEIN!", schrie Loras und sank wieder in die Knie. "Wach auf, Renly! Du bist nicht tot! Du kannst nicht tot sein." Er schrie, weinte und vergrub sein Gesicht in seine Hände.

"Loras… er…", schluchzte Margaery, die gerade kaum einen klaren Gedanken fassen konnte. Sie wollte tröstend ihre Hand auf das Haupt ihres Bruders legen, doch sie erstarrte voll Schreck, als Loras den Kopf hob und sie finster und bedrohlich ansah. Noch nie zuvor hatte sie Loras so wütend und hasserfüllt gesehen. Er wandte seinen Blick von ihr und stand auf.

"Ich werde sie alle umbringen!", rief Loras zornig. "Den falschen König, seine blutschänderische Mutter, den Gnom, alle verfluchten Löwen!" Er stürmte aus dem Zelt.

Margaery hörte, wie Loras vor dem Zelt mit lauter Stimme rief: "Kameraden! König Renly ist tot! Dies war sein letzter Befehl: Zieht nach Königsmund und kämpft für König Stannis! Wir werden Rache nehmen! Auf nach Königsmund! Tod den Lannisters!"

"TOD DEN LANNISTERS!", riefen die Männer.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Tyrion III

Missmutig blickte Tyrion zum strahlend blauen Morgenhimmel auf, während er auf der Mauer des Roten Bergfrieds stand. Der Sturm ist also abgezogen. Jetzt herrscht bestes Wetter, um eine Flotte hierher zu bringen. In den letzten Tagen hatte es über der Schwarzwasserbucht geregnet und gestürmt, so dass mit der Ankunft von Stannis' Flotte nicht zu rechnen war. Dass diese Flotte, die viel größer war als die königliche Flotte von Joffrey, von Drachenstein aufgebrochen war, war schon einige Tage bekannt.

Tyrion hatte als amtierende Hand viele Maßnahmen ergriffen, um die Stadt auf die Abwehr eines feindlichen Angriffs vorzubereiten. Er hatte über Bronn Söldner anwerben lassen, die Stadtwache verstärkt, die von Cersei befohlene Herstellung von Seefeuer überwacht und schließlich eine große Kette für die Schwarzwassermündung anfertigen lassen. Doch er befürchtete, dass das alles nicht ausreichen würde, um den Angriff von Stannis abzuwehren.

Daher hatte er Vorkehrungen für Joffreys jüngere Geschwister getroffen, um sie in Sicherheit zu bringen. Er hatte Myrcella nach Braavos bringen lassen, wo eine Eskorte aus Dorne sie abholen sollte. Tommen war ebenfalls außerhalb der Stadt untergebracht.

"Das schöne Wetter scheint Euch nicht zu erfreuen, Lord Tyrion!", hörte er eine vertraute Stimme sagen.

"Bestimmt nicht, Lord Varys", erwiderte Tyrion, "denn dies ist das richtige Wetter für Lord Stannis und seine Flotte. Ihr wisst ja, dass sie sich nähert. Und mit ihr Schlacht und Tod!"

"Gewiss ist mir dies bekannt", sagte Varys. "Meine Vögelchen haben mir auch gemeldet, dass Lord Stannis diese rote Priesterin aus Asshai und die Söldner aus dem unbekannten Land Gondor mitbringt. Über diese Männer erzählt man sich seit der erstaunlichen Rettung von Lord Stark noch immer die wildesten Gerüchte."

Tyrion machte eine verächtliche Miene. "Am ärgerlichsten ist dieser Unsinn, sie seien von den Göttern gesandt worden, weil sie angeblich einen Wehrholzbaum der alten Götter und sieben Sterne der neuen Götter in ihrem Wappen haben."

"Die Septone predigen gegen diesen Unsinn", berichtete Varys. "sie weisen die Gläubigen darauf hin, dass nicht die sieben Sterne der Söldner, sondern ein siebenzackiger Stern das Zeichen der neuen Götter ist. Sie sagen, dass Lord Stannis vom Glauben an die Sieben abgefallen ist und mit ausländischen Söldnern einen verfluchten Krieg für den Herrn des Lichts gegen den Glauben führt."

Sie sagen dies, weil ich mit dem Hohen Septon darüber gesprochen habe, dachte Tyrion, aber das weiß Varys sowieso. Aber dass nun einzelne Septone zum heiligen Krieg nicht nur gegen den Roten Gott, sondern auch gegen die alten Götter von Stannis‘ Hand Ned Stark aufrufen, habe ich nicht gewollt. Das war Kleinfingers Werk.

"Könnt Ihr mir auch etwas Neues berichten, Lord Varys?", fragte Tyrion. "Gibt es Neuigkeiten von meinem Vater? Oder von Lord Renlys Heer?" Tyrion wusste, dass Lord Tywins Heer in den Flusslanden in Kämpfe verwickelt worden war, doch seither hatte er nichts mehr von ihm gehört.

"Nein, leider nicht, Mylord Hand", antwortete Varys. "Die einzigen Truppen von Lord Renly, über die wir genaues wissen, sind die Streitkräfte der Florents im Königswald. Es ist ein Heer von zehntausend Männern." Er zeigte über den Fluss nach Südosten, wo in der Ferne Rauchsäulen zu sehen war.

"Noch schützt uns der Fluss vor diesem Heer", meinte Tyrion, "denn Lord Florent hat keine Schiffe. Aber die Brände kommen näher." Er hatte die Männer der Bergstämme in den Wald geschickt, um den Vormarsch des Heeres von Lord Alester Florent zu behindern. Sie überfielen seine Kundschafter und griffen nachts die Lager an, doch sie vermieden den offenen Kampf. Lord Florent versuchte augenscheinlich, sie durch das Abbrennen des Waldes auszuräuchern. Tyrion machte sich Sorgen um die Männer der Stämme, denn ohne sie fühlte er sich schutzlos.

Zwar hatte er immer noch Bronns Söldner, inzwischen fast achthundert Mann, doch angeheuerte Kämpfer waren immer unberechenbar. Außerdem schätzte er, dass nur ein Viertel der auf sechstausend Mann aufgestockten Stadtwache verlässlich war und dass viele der neuen Rekruten in der Schlacht schnell ihren Mut verlieren würden.

"Ihr seht bedrückt aus, Mylord Hand", stellte Varys fest.

"Wundert Euch das?", brummte Tyrion. "Lord Stannis kommt von der See her, Lord Florent brennt den Königswald nieder und möglicherweise taucht auch noch Lord Renlys Heer auf. Von überall kommen Feinde und niemand steht uns bei, wenn mein Vater mit seinem Heer nicht rechtzeitig eintrifft."

"Woher sollte auch Hilfe kommen?", erwiderte Varys. "Etwa aus Dorne, weil Prinzessin Myrcella mit Fürst Dorans Sohn verlobt ist? Oder aus dem Grünen Tal von Arryn, weil Lord Baelish Lady Lysa darum bittet?"

Tyrion lächelte schief. "Angeblich macht Kleinfinger genau das – mit vollem Körpereinsatz in ihrem Bett! Fürwahr, ein großes Opfer, das der edle Lord Baelish bringt." Tatsächlich schauderte es Tyrion bei dem Gedanken, mit einem so abscheulichen Weib wie Lysa Arryn das Bett zu teilen.

Varys zuckte mit den Schultern. "Aber offensichtlich hat sein Opfer nicht den gewünschten Erfolg gebracht, auch wenn er Gegenteiliges behauptet." Kleinfinger hatte geschrieben, dass er Lysa Arryn erfolgreich davon abgehalten hätte, an der Seite der Starks und Tullys für Stannis zu kämpfen. Allerdings hatte sie dies auch vor seiner Ankunft nicht getan.

Gondor hilft Westeros

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

"Wir werden keine Hilfe erhalten", seufzte Tyrion. "Weder aus dem Grünen Tal noch aus Dorne. Vielleicht können wir uns umgekehrt glücklich schätzen, dass weder die Ritter des Grünen Tals noch die Dornischen für unsere Feinde kämpfen. Aber das wird uns auch nicht helfen, wenn die Stadt fällt. Ich wollte die Stadt als amtierende Hand retten, doch ich bin wohl nicht gut genug."

"Sagt das nicht, Mylord!", widersprach Varys. "Ihr seid als Hand ziemlich gut, muss ich sagen. Jon Arryn war ein guter und ehrenwerter Mann und Ned Stark ist es hoffentlich noch, doch beide verachteten das Spiel und alle seine Spieler. Ihr aber habt Freude daran."

"Und wie!", räumte Tyrion lächelnd ein. "Das hatte ich nicht erwartet."

Varys lächelte ebenfalls. "Umso besser spielt Ihr es!"

"Ich würde es gerne weiter spielen." Tyrions Lächeln verschwand. "Wenn Stannis durch die Tore bricht, ist das Spiel vorbei."

"Vielleicht ist Lord Stannis gar nicht der entscheidende Gegenspieler", raunte Varys. "Und auch nicht Lord Renly."

"Wer sonst?", fragte Tyrion. "Gewiss nicht Ned Stark – nicht nach allem, was man aus Drachenstein über ihn hört."

Was Tyrion vernommen hatte, ließ darauf schließen, dass Ned Starks Einfluss auf Stannis sehr begrenzt war, da der Lord von Drachenstein und selbst ernannte König eher auf die Rote Priesterin Melisandre hörte als auf seine Hand. Es gab sogar Gerüchte, Stannis würde Lord Stark und dessen jüngere Tochter gleichsam als Geiseln auf Drachenstein festhalten, um sich die Treue von Robb Stark und der Lords des Nordens und der Flusslande zu sichern. Selbst wenn das nicht zutraf, so erachtete Tyrion Ned Stark für nicht mehr besonders mächtig. Daher hielt er auch nichts von Joffreys Vorschlag, man könne doch Stannis von einem Angriff abhalten, indem man ihm mit dem Tod der Tochter seiner Hand drohte. Cersei hatte den Vorschlag ihres Sohnes brüsk zurückgewiesen, da sie fürchtete, dass Robb Stark Jamie aus Rache für Sansa töten würde. So war es Tyrion erspart geblieben, seinem Neffen zu erklären, dass Stannis wohl keine Rücksicht auf das Leben von Sansa Stark nehmen würde.

"Lord Stark beherrscht das Spiel um Throne nicht", sagte Varys, "aber möglicherweise ein anderer Mann, der voller Geheimnisse ist!"

"Wer in aller Welt hat denn Geheimnisse vor Euch?", fragte Tyrion mit einem spöttischen Unterton.

"Dieser so genannte König Elessar. Er ist mir ein völliges Rätsel. Ich hörte und höre viele Geschichten und Gerüchte aus vielen Ländern der bekannten Welt. Doch nirgends hat man je von einem König Elessar oder Ländern namens Arnor oder Gondor gehört."

"Dann ist er wohl ein besonders gerissener Söldnerführer", bemerkte Tyrion bissig, "dass er als König eines ausgedachten Reiches daherkommt, um so geheimnisvoll zu wirken, dass es selbst Euch verwirrt, Lord Varys. Habt Ihr denn gar nichts über ihn und seine Truppe herausgefunden?"

"Doch, gewiss", sagte Varys. "Er hat wohl mehr Männer als Stannis und scheint auch auszunutzen, dass er mächtiger ist. Es heißt, dass nicht Stannis, sondern Elessar den Zeitpunkt des Angriffs bestimmt hat. Möglicherweise benutzt er Stannis nur als Marionette, um selbst den Eisernen Thron zu erringen. Vielleicht hat Kleinfinger unbewusst die Wahrheit gesagt, als er meinte, dass die Sieben Königslande mit Stannis unter fremdländische Herrschaft gerieten."

Tyrion war nicht überzeugt. "Ich bezweifle, dass Lord Stannis sich so benutzen lassen würde. Mit welchem Recht will ein Söldnerführer den Eisernen Thron erringen?"

"Mit demselben Recht, mit dem Aegon der Eroberer die Herrschaft errungen und den Eisernen Thron errichtet hat: Mit dem Recht des Stärkeren. Und dass Elessar über starke und tapfere Männer verfügt, weiß man in der Stadt seit der abenteuerlichen Rettung von Ned Stark."

"Eine Rettung, die dank der Unfähigkeit von Janos Slynt gelang!", schnaubte Tyrion. "Ich hoffe, dieser korrupte und unfähige Tölpel erfriert auf der Mauer. Und Ned Stark dürfte diesem Elessar in großer Dankbarkeit verbunden sein."

"Gewiss", sagte Varys, "aber nicht Elessar hat den Angriff an der Großen Septe angeführt und Ned Stark gerettet, sondern ein gewisser Faramir, Fürst von Ithilien und König Elessars Hand. Angeblich hat er Lord Stark rein zufällig gerettet, weil dieser Faramirs totem Bruder ähnlich sieht." Der Eunuch kicherte.

"Das ist natürlich Unsinn", meinte Tyrion. "Aber lasst mich raten: Auf keiner Landkarte der bekannten Welt ist ein Land namens Ithilien zu finden." Varys nickte.

"Welche Ironie des Schicksals", seufzte Tyrion. "Söldner aus ausgedachten Ländern entscheiden das Spiel um Throne."

"Nicht unbedingt", widersprach Varys. "Heute Morgen hörte ich ein Lied aus dem fernen Qarth jenseits der Roten Wüste: Daenerys Targaryen lebt."

Tyrion zuckte mit den Schultern. "Ja, und? Ein sechzehnjähriges Mädchen am Ende der Welt ist unser kleinstes Problem."

"Sie hat drei Drachen", raunte Varys. "Doch selbst wenn das, was man erzählt, stimmt, wird es Jahre dauern, bis sie ausgewachsen sind. Dann aber gibt es kein Entrinnen."

Tyrion schüttelte den Kopf. Er hielt nichts von dem Gerede über Drachen. "Ein Spiel nach dem anderen, mein Freund!", sagte er schließlich.

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Buchfaramir

Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Robb VIII

Während er in der Vorhut des Heeres nach Südosten ritt, blickte Robb immer wieder nach Westen und fragte sich, ob er richtig entschieden hatte, weiterhin in Richtung von Königsmund zu marschieren. Am Tag zuvor hatten Späher berichtet, sie hätten im Südwesten Truppen der Lannisters gesichtet. Diese waren in westlicher Richtung unterwegs, hatten zahlreiche Verwundete bei sich und schienen vor kurzem eine Schlacht geschlagen zu haben. Einige Lords hatten darauf vorgeschlagen, die feindlichen Truppen zu verfolgen und anzugreifen, doch Robb hatte dies mit dem Hinweis auf Stannis' Befehl abgelehnt. Die Lords der Flusslande waren darüber nicht erfreut, da sie befürchteten, dass die Feinde hinter ihrem Rücken in ihre Heimat gelangen könnten. Robb konnte sie zunächst damit beschwichtigen, dass er wiederum Späher aussandte, um die feindlichen Truppen zu beobachten.

Aber Robb fragte sich nicht nur, wohin die Lannister-Truppen marschierten, sondern auch, gegen wen sie gekämpft hatten. Wobei es darauf nur eine wahrscheinliche Antwort gab. Lord Renlys Heer muss in der Nähe sein. Robb war unsicher, wie man sich gegenüber Lord Renly verhalten sollte. Nach allem, was er über die Vereinbarung zwischen König Stannis und seinem jüngeren Bruder wusste, handelte es sich nicht um ein echtes Bündnis, sondern lediglich um einen fragilen Nichtangriffspakt, der gelten sollte, solange die Lannisters nicht besiegt waren. Was aber würde Lord Renly unternehmen, wenn tatsächlich ein Heer in Stannis' Diensten auftauchen würde? Robb war sich nicht sicher, ob der Pakt tatsächlich halten würde.

Er hatte Späher unter der Führung seines Großonkels in die Richtung des Goldwegs geschickt, um nach Renlys Heer Ausschau zu halten. Robb schaute nochmals nach rechts, als von der Spitze des Heeres ein Ruf von Ser Edmure erschallte. Der Schwarzfisch war mit seinen Männern zurückgekehrt. Er berichtete, dass sie ein kleines Heerlager am Goldweg entdeckt hatten, in dem sich schätzungsweise nicht einmal halb so viele Männer wie in Robbs Heer befanden. Überdies waren unter ihnen wohl zahlreiche Verwundete. In der Mitte des Lagers wehte auf einem Hügel über einem großen Zelt das gelbe Banner mit dem schwarzen Hirsch des Hauses Baratheon.

Nach kurzer Beratung mit den Lords entschied Robb, dass sie sich an Renlys Lager nicht heranschleichen, sondern ganz offen nähern sollten. Er sandte Ser Brynden mit einigen Männern voraus, um sein Kommen in Frieden anzukündigen.

Sodann ritt Robb mit Edmure an der Seite an der Spitze des Heeres in Richtung des Lagers, das bald in Sichtweite kam. Vor dem Lager standen Soldaten mit den Wappen der Häuser Baratheon und Tyrell in Reih und Glied. Am Eingang zum Lager stand ein alter Mann, dessen Wappen eine dunkelgrüne Schildkröte auf hellgrünem Grund war. Lord Estermont ging es Robb durch den Kopf, als er das Wappen erkannte. Neben Lord Estermont stand eine junge, sehr schöne Frau in Robbs Alter mit langen braunen Haaren in einem dunkelblauen Kleid.

Auf Robbs Zeichen hin hielt sein Heer an. Robb und seine Begleiter saßen ab. Der alte Mann sagte: "Willkommen, Mylords. Ich bin Lord Eldon Estermont und befehlige dieses Lager."

"Sehr erfreut. Ich bin Robb Stark, Erbe von Winterfell und Kommandant der Heere des Nordens und der Flusslande im Dienste von König Stannis. Wenn Ihr dieses Lager befehligt, Lord Estermont, wo ist dann Lord Renly?"

"König Renly ist in seinem Zelt aufgebahrt, Mylord!", antwortete die junge Lady mit einer Stimme, die traurig und verbittert klang. "Mein Gemahl starb an den Verletzungen, die er in der siegreichen Schlacht gegen Tywin Lannisters Heer erlitten hat. Ich bin Margaery Tyrell, Witwe von König Renly. Und wer seid Ihr, Mylord?" Sie sprach Robbs Onkel an, der sie schon die ganze Zeit fasziniert angestarrt hatte.

"Ser Edmure Tully, Erbe von Schnellwasser", antwortete dieser mit hochrotem Kopf. "Mein Beileid für Euren Verlust, Mylady."

"Renly ist tot?", rief Robb überrascht und bestürzt. "Auch ich möchte Euch mein Beileid aussprechen, Lady Margaery."

"Ihr seid sehr freundlich, Mylords", erwiderte Lady Margaery höflich. "Ihr seid nicht zufällig den Resten von Lord Tywins Heer begegnet?"

"Unsere Späher haben sie gesehen", bestätigte Ser Edmure, "doch es kam zu keinem Kampf, denn die Lannister-Männer waren nach Westen unterwegs, wir aber sind auf Befehl von König Stannis auf dem Weg nach Königsmund."

"Ihr seid nicht die einzigen", sagte Lord Estermont. "Ser Loras Tyrell und Lord Randyll Tarly führen unser Heer nach Königsmund, um dort ebenfalls für König Stannis zu kämpfen, den König Renly auf seinem Sterbebett als Erben benannt hat. In diesem Lager hier sind nur die schwer Verwundeten und eine Wache für die Königin zurückgeblieben."

"Die Wache einer Lady", berichtigte ihn Lady Margaery verbittert. "Ich bin keine Königin mehr."

Aus Höflichkeit gegenüber der trauernden Lady Margaery verbarg Robb seine Freude darüber, dass Renlys Gefolgsleute nun auch für Stannis kämpfen würden. "Wir müssen mehr über all das erfahren, Lord Estermont", sagte er, "doch zunächst würde ich gerne dem Gefallenen meine Ehrerbietung erweisen."

Lord Estermont führte darauf Robb und die Lords des Nordens und der Flusslande und Lord Dondarrion zu dem großen Zelt auf dem Hügel. Als sie eintraten, erblickte Robb den in der Mitte des Zeltes aufgebahrten Leichnam von Lord Renly. Seine Haut war kreideweiß und seine Augen geschlossen. Robb verneigte sich vor dem Toten und die Lords taten es ihm gleich.

"Warum ist er so blass?", fragte Robb.

"Die Schweigenden Schwestern haben ihn bereits einbalsamiert", antwortete Lord Estermont. "Sie haben seine inneren Organe und sein Blut entfernt. Bald werden wir ihn nach Sturmkap zurückbringen, auf dass er in seiner Heimat seine letzte Ruhestätte findet."

Kein Blut und keine inneren Organe mehr? Dann kann ihn wohl nicht mal mehr Thoros' Gott zurückbringen. Robb hatte für einen Augenblick überlegt, ob er den Priester aus Myr bitten sollte, Lord Renly wie Lord Beric ins Leben zurückzurufen, doch er verwarf diesen Gedanken schnell wieder.

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Fürst von Ithilien

Re: Gondor hilft Westeros (Fanfiction), Band I: Ein anderer Krieg der fünf Könige [Re: Buchfaramir]

Nach der Ehrung der Toten kamen die Lords im Zelt von Lord Estermont zusammen, um von der Schlacht am Goldweg zu hören. Lord Estermont berichtete, dass beide Seiten schwere Verluste erlitten hatten, denn mehrere tausend Männer waren gefallen und noch mehr verwundet. Gleichwohl waren Ser Loras und Lord Tarly mit einem immer noch etwa fünfzigtausend Mann starken Heer nach Königsmund unterwegs.

Ser Edmure wandte sich darauf an Robb: "Sollten wir dann immer noch nach Königsmund marschieren, Kommandant? Bis wir dort ankommen, ist die Stadt längst gefallen. Wir sollten Lord Tywin verfolgen, einholen und die Macht der Lannisters für immer vernichten."

Robb schüttelte den Kopf. "Wir haben einen eindeutigen königlichen Befehl, nach Königsmund zu gehen. Den werde ich befolgen, sofern ich keinen anderen Befehl erhalte."

"Aber es kann sein, dass wir anderswo dringender gebraucht werden", wandte sein Onkel ein. "Was ist, wenn Lord Tywin unsere Abwesenheit ausnutzt und hinter unserem Rücken wieder in die Flusslande einfällt?"

"Das wird Lord Tywin gewiss nicht tun, wenn er hiervon erfährt", sagte Lady Margaery. Sie holte eine Schriftstück hervor und reichte es Robb. "Dieser Brief kam mit einem Raben aus Peik nach Rosengarten. Mein Vater ließ ihn an uns weiterleiten, so dass er uns gestern erreichte."

Robb nahm den Brief und las:


An Renly Baratheon, König der Grünen Lande,

Euer Gnaden,

die Eiseninseln sind von jetzt an frei und unabhängig und werden sich niemals wieder einem König aus den Grünen Landen beugen. Ich bin aber bereit, mich mit Euch zu verbünden, wenn Ihr die Unabhängigkeit der Eiseninseln und jede meiner Eroberungen in den Landen Eurer Feinde anerkennt. Im Gegenzug werde ich jeden Eurer Feinde auf Euren Wunsch angreifen. Die Eiserne Flotte ist bereits in See gestochen, um die Lannisters in den Westlanden anzugreifen. Bald werden wir Lannisport erobern. Antwortet mir, ob Ihr meine Bedingungen annehmt, ansonsten suche ich mir andere Verbündete.

Gezeichnet mit Wappen und Siegel von Balon, dem Neunten seines Namens, aus dem Hause Graufreud, König der Eiseninseln



Robb reichte den Brief an Ser Edmure weiter. Er wusste nicht so recht, was er davon halten sollte. Einerseits war es erfreulich, dass die Eisenmänner die Lannisters angreifen würden, andererseits offenbarte der Brief, dass Balon Graufreud nach zehn Jahren schon wieder rebellierte. Stannis, Elessar, Renly, Joffrey – mit Lord Balon sind es nun fünf Könige in diesem Krieg, dachte er. "Lady Margaery, hätte Euer Gemahl das Angebot angenommen?", fragte er schließlich.

"Ich weiß nicht, was er entschieden hätte", antwortete sie, "doch ich hätte ihm gewiss nicht dazu geraten. Diesen Seeräubern ist nicht zu trauen. Die Küsten meiner Heimat haben schon häufig unter ihren Überfällen gelitten."

"Ach, jetzt ist doch erstmal alles in Ordnung", lachte Ser Edmure. "Die Graufreuds und Lannisters bekämpfen sich und wir können ungestört nach Königsmund ziehen."

"Fürs erste, ja", pflichtete Robb seinem Onkel bei. "Gleichwohl muss König Stannis erfahren, dass wir es mit einer neuen Graufreud-Rebellion zu tun haben." Er fragte sich, was das für seinen Freund Theon bedeuten würde.

"Mögen sie sich bis dahin alle gegenseitig umgebracht haben!", rief Ser Edmure. "Obwohl ich gerade den reitenden Berg gerne selbst zur Strecke gebracht hätte."

"Ich ebenfalls", knirschte Lord Beric. "Denn ich sehe es als meine heilige Pflicht an, Gregor Clegane für seine zahllosen Verbrechen zu bestrafen."

"Dazu werdet Ihr keine Gelegenheit bekommen, Mylord", sagte Lord Estermont. "Und auch sonst niemand. Ser Gregor Clegane ist tot. Er fiel in der Schlacht."

"WAS?", rief Robb überrascht. "Welcher Mann hat es geschafft, den Berg zu erschlagen?"

"Es war kein Mann", antwortete Lady Margaery. "Lady Brienne von Tarth hat ihn mit ihrem Schwert getötet."

"Das ist doch nicht möglich!", entfuhr es Lord Beric. "Eine Frau hat Ser Gregor Clegane, den reitenden Berg, erschlagen?"

"Lady Brienne ist keine gewöhnliche Frau", erklärte Lord Estermont, "König Renly hat sie in seine Regenbogengarde aufgenommen, nachdem sie in Bitterbrück einen Buhurt gewonnen hatte. In der Schlacht hat sie den König verteidigt, als er von Ser Gregor angegriffen wurde. Dabei wurde sie schwer verletzt, dennoch konnte sie den Berg töten. Wobei ihr vielleicht geholfen hat, dass Ser Gregor wohl nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Bevor er mit anderen Gefallenen verbrannt wurde, hat man an seiner Leiche zwei noch nicht verheilte Verletzungen aus einem früheren Kampf entdeckt."

Edmure warf einen Blick in Robbs Richtung und deutete ein Lächeln an.

"Ist Lady Brienne noch am Leben?", fragte Robb.

"Ja, sie ist hier im Lager", antwortete Lady Margaery. "Sie ist nicht bei Bewusstsein und ihr Zustand ist immer noch sehr kritisch, doch inzwischen meinen die Maester, dass sie überleben wird."

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