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Gesellschaft, Kultur, Freizeit » Bibliothek » Harry Potter - Notizen beim Lesen

athameg

Gefährte

Harry Potter - Notizen beim Lesen

Ja, ich weiß. Wir hatten wochenlang einen ziemlich gut funktionierenden Thread zum Thema "Harry Potter". Aber es stellt sich halt mehr und mehr heraus, dass da zwei Dinge nicht unter einen Hut zu bringen sind: das einfache Lesen der Geschichte (mit Notizen dazu) und die literaturwissenschaftliche Analyse. Und da ich einfach finde, dass für beides Platz sein muss, starte ich jetzt einen Thread für die, die einfach nur lesen wollen.

Und damit das jetzt nicht nur einfach so im Raum steht, kommen hier noch ein paar Überlegungen zu einem Thema, das da kürzlich schon mal aufgetaucht ist: die Leser werden von Anfang an dazu gebracht, Gyrffindor gut zu finden und Slytherin schlecht.

Wie läuft das eigentlch ab? Ich meine, erst einmal geht es ja nur darum, dass die Schüler in Hogwarts auf verschiedene "Häuser" verteilt werden, die Wohngruppen und eine Art Familienersatz darstellen. Ist doch eine gute Sache, im Prinzip, denn die Verteilung auf mehrere Häuser schafft kleinere Gruppen, die Atmosphäre ist tatsächlich familiärer. Dass es da auch schon mal Rivalitäten zwischen dieser Häusern gibt, ist normal.

Aber Slytherin ist etwas Besonderes. Slytherin ist "schlecht". Woher wissen wir das eigentlich? Der erste Slytherin-Schüler, den wir kennen lernen, ist Draco Malfoy, beim Einkaufen in der Winkelgasse, und später im Zug treffen wir ihn wieder. Da ist er noch gar nicht nach Slytherin eingeteilt, erzählt aber, dass er unbedingt dorthin will. Und Draco ist ja nun mal nicht unbedingt erfreulich. Ein arroganter Bengel, der verwöhnte einzige Sohn reicher und sich vornehm vorkommender Eltern; es ist nicht ganz unverständlich, dass Harry sich an Dudley erinnert fühlt. Und wenn so jemand nach Slytherin will, dann stimmt das schon mal misstrauisch. Später kommen dann allerlei abfällige Äußerungen Rons über Slytherin dazu, aus denen vage hervorgeht, dass die Slytherins irgendwie böse sind. Mehr als "irgendwie" sind diese Äußerungen auch nicht, natürlich, wie sollten sie auch. Ron ist elf Jahre alt und plappert vermutlich lediglich halbverstandene Sachen nach, die er von den Eltern oder seinen Brüdern gehört hat. Aber für Harry, der da gerade in eine völlig fremde Welt katapultiert wird, ist Ron, der in dieser Welt aufgewachsen ist, natürlich eine Autorität. Also übernimmt Harry diese Ansicht sofort und will nun auch keinesfalls nach Slytherin. Und genau deshalb teilt der Sprechende Hut ihn nach Gryffindor ein.

Und für uns ist Harry der Held der Geschichte, natürlich. Harry will nach Gryffindor, weil Slytherin böse ist, und er kommt nach Gryffindor. Und wir freuen uns mit ihm. So entstehen Vorurteile.

Und zumindest dieses Vorurteil wird ja dann im aktuellen Kapitel noch mal bestätigt: der Slytherin-Hauslehrer Snape erweist sich als miserabler Lehrer und überhaupt höchst unerfreulich. Spätestens jetzt wissen wir sehr genau, wer in dieser Geschichte "die Guten" und "die Bösen" sind. Und diese Sicht der Dinge hält einige Bände lang an, erst in den beiden letzten Bänden löst sie sich ein wenig auf. Erst in Band sechs lernen wir mit Horace Slughorn einen einigermaßen guten Slytherin kennen.

Früher suchten die Hexen ihre Alraunen unterm Galgen, heute suchen sie sie im Internet. "Die Welt ist im Wandel", in der Tat.
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sphnix

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: athameg]

athameg schrieb:
Ja, ich weiß. Wir hatten wochenlang einen ziemlich gut funktionierenden Thread zum Thema "Harry Potter". Aber es stellt sich halt mehr und mehr heraus, dass da zwei Dinge nicht unter einen Hut zu bringen sind: das einfache Lesen der Geschichte (mit Notizen dazu) und die literaturwissenschaftliche Analyse.



Ich halte diese Ausgangsthese, wie schon oft formuliert, für falsch. Sie suggeriert, dass es so etwas wie "einfaches", also letztlich: nichtinterpretierendes Lesen gäbe. Ich weiß aber nicht, was das sein sollte. Das, was hier als "literaturwissenschaftliche Analyse" vom "Übrigen" abgetrennt wird, ist keine Hexerei, kein "ganz anderes", und auch nichts, was den "Nur-Lesern" egal sein kann, weil es sie nicht betrifft. Es ist vielmehr nichts anderes als eine gedankliche und begriffliche ERWEITERUNG des Prozesses, der "Lesen" heißt.

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Inken

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: athameg]

athameg schrieb:
Und damit das jetzt nicht nur einfach so im Raum steht, kommen hier noch ein paar Überlegungen zu einem Thema, das da kürzlich schon mal aufgetaucht ist: die Leser werden von Anfang an dazu gebracht, Gyrffindor gut zu finden und Slytherin schlecht


Und damit hast Du einen Thread eröffnet, der ein literarisches Verfahren thematisiert.
Du weist quasi selber nach, dass dies beim normalen Lesen herausgearbeitet werden kann und dass es nicht schwer ist, literarisch zu diskutieren.
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Eiliane

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: Inken]

@athameg
Gryffindor: Gut
Slytherin: schlecht

War das schon immer so, oder erst seit Voldemort?

Voldemort und die meisten seiner Anhänger, die Todesser, waren im Haus Slytherin gewesen.
Diejenigen die in jahrelang bekämpften, Mitglieder im Orden des Phönix, meist im Hause Gryffindor.

Also schon ein gewisser Grund warum dem Hause Slytherin Misstrauen entgegengebracht wurde. Slytherin stand für die Reinblüter, die auf Muggelstämmige (Schlammblut) herabsahen.

Steht nicht auch irgendwo, dass es schon zum Streit zwischen den 4 Gründern kam, als Slytherin keine Muggelgeborene mehr in der Schule aufnehmen wollte?
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Pyr

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: athameg]

athameg schrieb:
Dass es da auch schon mal Rivalitäten zwischen dieser Häusern gibt, ist normal.



Es ist nicht (nur) "normal", es ist durch die Schulregeln hervorgerufen, insofern "Leistungen", ob nun als Unterrichtserfolg/-misserfolg individueller Schüler, als (von individuellen Lehrern völlig willkürlich so gewertetes) (nicht) wünschenswertes Sozialverhalten auch jenseits des Unterrichts oder als Erfolg im Freizeitsport, gleichwertig und -gültig registriert, aufgerechnet und in einen Wettbewerbsrahmen gestellt werden. Zusammengefasst: Hogwarts erzieht seine Schüler zu gruppenegoistischen, jedem Kollektiv wie jeder konkreten Autoritätsfigur gegenüber konformen Kämpfernaturen, denen auch in ihrer Freizeit Absonderung/Zusammenrottung strukturell vorgegeben ist (= passwortgeschützte Gemeinschaftsräume, die für Nicht-Hausmitglieder tabu sind).

Gommorah is a nursery rhyme
you won't find in the book.
It's written on your city's face,
just stop and take a look.

(Sixto Rodriguez)


In ihrem Schweigen gegen die Erlebnisberichte der Individuen wird die Totalität das letzte Wort behalten.
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Inken

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: Eiliane]

Eiliane schrieb:

Voldemort und die meisten seiner Anhänger, die Todesser, waren im Haus Slytherin gewesen.
Diejenigen die in jahrelang bekämpften, Mitglieder im Orden des Phönix, meist im Hause Gryffindor.

Also schon ein gewisser Grund warum dem Hause Slytherin Misstrauen entgegengebracht wurde. Slytherin stand für die Reinblüter, die auf Muggelstämmige (Schlammblut) herabsahen.

Steht nicht auch irgendwo, dass es schon zum Streit zwischen den 4 Gründern kam, als Slytherin keine Muggelgeborene mehr in der Schule aufnehmen wollte?


Das scheint mir richtig zu sein, was Du schreibst.
Der Herauswurf der Nicht-Reinblütigen - also der Muggel - aus der Zauberergemeinschaft war offenbar ein zentrales Ziel bei der Gründung von Slytherin.
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Inken

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: athameg]

athameg schrieb:
Und für uns ist Harry der Held der Geschichte, natürlich. Harry will nach Gryffindor, weil Slytherin böse ist, und er kommt nach Gryffindor. Und wir freuen uns mit ihm. So entstehen Vorurteile.


Da ist etwas dran.

Allerdings muss noch etwas Zentrales hinzugefügt werden: Malfoy versucht Harry - ich glaube, noch vor der Hutgeschichte - dazu zu bewegen, sich von Hermine und Hagrid fernzuhalten und klar zu wählen, wer "in Ordnung ist" und wer "nicht in Ordnung" ist.

Also die Frage nach dem "reinen Blut" stellt sich dem Harry schon sehr früh, und wir erfahren, dass Harry schon an dieser Stelle sich entscheidet: er will weder Hermine noch Hagrid ablehnen.
Das aber fordert Malfoy.
Es handelt sich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr um ein "Vorurteil", sondern um eine Entscheidung: Malfoy vertritt die These des reinen Blutes, die mit Slytherin verbunden wird, Harry enscheidet sich dagegen.

Und dann kommt die Sache mit dem Hut.
Der Hut entdeckt in Harry, dass er Veranlagung dazu habe, "Großes" zu wollen und erreichen zu können, und Macht über andere haben zu können.
Und genau das, sagt der Hut, könne Slytherin aus ihm herauskitzeln.

Und Harry entdeckt in dem Moment, dass er das nicht will: er will keine Größe in der Art haben, dass damit Macht über andere damit verbunden ist. Er entscheidet sich noch einmal: die Slytherin-Kriterien, selbst wenn er die Voraussetzungen dafür hat, will er nicht in sich realisieren.

Der Hut hat keine Vorurteile, darum ist die innere Entscheidung Harrys gegen Slytherin nicht von Vorurteil geprägt. Er entscheidet sich gegen das, was das Haus Slytherin laut Hut in ihm entwickeln würde.

Später allerdings wird es komplexer, denn es stellt sich ja heraus, dass Snape, Lehrer in Slytherin, ein Halbblut ist - und außerdem im Phönix-Orden gegen die Todesser kämpft.

Das heißt, es findet in den Büchern eine Art Entwcklung statt: die Häuser nähern sich an, oder zumindest ist es das Ziel.
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ratatoeskr

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: sphnix]

sphinx schrieb:
athameg schrieb:
Ja, ich weiß. Wir hatten wochenlang einen ziemlich gut funktionierenden Thread zum Thema "Harry Potter". Aber es stellt sich halt mehr und mehr heraus, dass da zwei Dinge nicht unter einen Hut zu bringen sind: das einfache Lesen der Geschichte (mit Notizen dazu) und die literaturwissenschaftliche Analyse.



Ich halte diese Ausgangsthese, wie schon oft formuliert, für falsch. Sie suggeriert, dass es so etwas wie "einfaches", also letztlich: nichtinterpretierendes Lesen gäbe. Ich weiß aber nicht, was das sein sollte. Das, was hier als "literaturwissenschaftliche Analyse" vom "Übrigen" abgetrennt wird, ist keine Hexerei, kein "ganz anderes", und auch nichts, was den "Nur-Lesern" egal sein kann, weil es sie nicht betrifft. Es ist vielmehr nichts anderes als eine gedankliche und begriffliche ERWEITERUNG des Prozesses, der "Lesen" heißt.



Ja. Man sollte - auch an die eigene Nase fass - sich allerdings dann (mehr) bemühen, a) Auf Fachbegriffe da zu verzichten, wo es sie nicht unbedingt braucht, b) sie mehr erklären und c) danach fragen, was der Sinn, der Vorteil einer Analyse - in dem Fall: der Erzählperspektive - ist.

Mit c) voran: Es macht, um das Haus-Rivalität-Beispiel aufzugreifen, durchaus einen erheblichen Unterschied, ob Harry aus einer subjektiv verständlcihen Perspektive heraus die Trennung in Häuser (und eben Slytherin als "böses Haus" ) akzeptiert, weil sie ihm zum ersten mal die Frage "was bin ich(nicht)?" positiv beantwortet, oder ob der Text eine über Harry stehende Perspektive einnimmt (ist: auktorial, der "allwissende Erzähler"), die mit gut/böse arbeitet. Diese Perspektive müsste/sollte Fragen beantworten (und imho drückt sich der Text darum) wie, als Beispiel: Kommt Draco nach Slytherin, weil er böse ist? Oder geht eine bestimmte soziale Schicht nach Slytherin, weil man sich dadurch Anerkennung, Vorteile, Macht (analog zu etwa Studentenverbindungen) erhofft?
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sphnix

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: ratatoeskr]

ratatoeskr schrieb:
sphinx schrieb:
athameg schrieb:
Ja, ich weiß. Wir hatten wochenlang einen ziemlich gut funktionierenden Thread zum Thema "Harry Potter". Aber es stellt sich halt mehr und mehr heraus, dass da zwei Dinge nicht unter einen Hut zu bringen sind: das einfache Lesen der Geschichte (mit Notizen dazu) und die literaturwissenschaftliche Analyse.



Ich halte diese Ausgangsthese, wie schon oft formuliert, für falsch. Sie suggeriert, dass es so etwas wie "einfaches", also letztlich: nichtinterpretierendes Lesen gäbe. Ich weiß aber nicht, was das sein sollte. Das, was hier als "literaturwissenschaftliche Analyse" vom "Übrigen" abgetrennt wird, ist keine Hexerei, kein "ganz anderes", und auch nichts, was den "Nur-Lesern" egal sein kann, weil es sie nicht betrifft. Es ist vielmehr nichts anderes als eine gedankliche und begriffliche ERWEITERUNG des Prozesses, der "Lesen" heißt.



Ja. Man sollte - auch an die eigene Nase fass -



Was das angeht, bin ich als Sphinx natürlich etwas unterprivilegiert.

In Bezug auf:

sich allerdings dann (mehr) bemühen, a) Auf Fachbegriffe da zu verzichten, wo es sie nicht unbedingt braucht,



Sicher sollte man das (und ich bilde mir sogar ein, dass selbst in akademischen Kontexten weitgehend zu praktizieren, da ich auch in akademischen Kontexten Fachworthäufungen keineswegs mit Kenntnissüberschuss assoziiere). Nur sehe ich nicht, wo in der zur Debatte stehenden Diskussion besonders mit Fachbegriffen herumgetan worden wäre.
Abgesehen davon haben bestimmte Begriffe (hat sogar die Einführung neuer Begriffe) natürlich einen Sinn; nämlich da, wo damit ein einzuführendes Denken übereinstimmt.

In Bezug auf:

b) sie mehr erklären



Ich weiß nicht. Sicher, wenn Nachfragen kommen, muss man erklären, das versteht sich von selbst. Was sich nicht von selbst versteht, ist empörtes desinteressiertes "Ich versteh das nicht und will da nichts von wissen und darum bist du doof und sollst mich in Ruhe lassen"-Geflenne, wenn jemand mal 2 Wörter nicht kennt. Ich glaube auch nicht recht, dass Hauptgrund Nr. 1 der unwilligen Reaktionen Fachwörter sind. Ich denke, es ist vor allem der Angriff auf gewohnte Perspektiven oder das Unterlaufen der unausgesprochenen Regel, über das eigene Denken und seine Bedingungen nicht nachzudenken, sondern alles als "Beschreibung" und "mögliche Meinung" aufzufassen, was de facto den Anstoß erregt. Und einem solchen Anstoß kommen dann ein paar Fachworte recht, um sich unerwünschter Fragestellungen mit ein paar Phrasen ("Ich habe ja nicht studiert...") zu entledigen.

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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ratatoeskr

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: sphnix]

ratatoeskr schrieb:

sich allerdings dann (mehr) bemühen, a) Auf Fachbegriffe da zu verzichten, wo es sie nicht unbedingt braucht,



Sicher sollte man das (und ich bilde mir sogar ein, dass selbst in akademischen Kontexten weitgehend zu praktizieren, da ich auch in akademischen Kontexten Fachworthäufungen keineswegs mit Kenntnissüberschuss assoziiere). Nur sehe ich nicht, wo in der zur Debatte stehenden Diskussion besonders mit Fachbegriffen herumgetan worden wäre.
Abgesehen davon haben bestimmte Begriffe (hat sogar die Einführung neuer Begriffe) natürlich einen Sinn; nämlich da, wo damit ein einzuführendes Denken übereinstimmt.

Nein, ich stimme dir da schon zu. ich halte das ja ähnlich. Nur vergisst man, bewegt man sich in akademischen kontexten, auch leicht, dass vieles, was für einen selbstverständlich ist, für andere ein Fach-/Fremdwort ist bzw. zu sein scheint (und das hat nix mit Grips zu tun)

In Bezug auf:

b) sie mehr erklären



Ich weiß nicht. Sicher, wenn Nachfragen kommen, muss man erklären, das versteht sich von selbst. Was sich nicht von selbst versteht, ist empörtes desinteressiertes "Ich versteh das nicht und will da nichts von wissen und darum bist du doof und sollst mich in Ruhe lassen"-Geflenne, wenn jemand mal 2 Wörter nicht kennt. Ich glaube auch nicht recht, dass Hauptgrund Nr. 1 der unwilligen Reaktionen Fachwörter sind. Ich denke, es ist vor allem der Angriff auf gewohnte Perspektiven oder das Unterlaufen der unausgesprochenen Regel, über das eigene Denken und seine Bedingungen nicht nachzudenken, sondern alles als "Beschreibung" und "mögliche Meinung" aufzufassen, was de facto den Anstoß erregt. Und einem solchen Anstoß kommen dann ein paar Fachworte recht, um sich unerwünschter Fragestellungen mit ein paar Phrasen ("Ich habe ja nicht studiert...") zu entledigen.



Das mag so sein; ich ahbe mich jetzt eben fü den glauben as das Gute entschieden.
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sphnix

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Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: ratatoeskr]

Akademiker sollte lernen, die Zitatfunktion sicher und geübt handzuhaben!

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HerrUnterberg

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Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: sphnix]

Das ist Technik und des Denkers unwürdig.

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ratatoeskr

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: HerrUnterberg]

ratatoeskr schrieb:
Das ist Technik und des Denkers unwürdig.



Da hat er völlig recht.
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sphnix

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: HerrUnterberg]

HerrUnterberg schrieb:
Das ist Technik und des Denkers unwürdig.

Eines guten Denkers ist eine Technik, die er zum Ausdruck seines Denkens braucht, NIE unwürdig; allenfalles ist sie konkret zu vernachlässigen!

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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HerrUnterberg

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: sphnix]

sphinx schrieb:
HerrUnterberg schrieb:
Das ist Technik und des Denkers unwürdig.

Eines guten Denkers ist eine Technik, die er zum Ausdruck seines Denkens braucht, NIE unwürdig; allenfalles ist sie konkret zu vernachlässigen!



Vernachlässigten wenige Denker die Technik, ihr Denken auszudrücken, dächten weniger Menschen, dass Denken so kompliziert sei.

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sphnix

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: HerrUnterberg]

Ich sprach mich ja auch nicht für die Vernachlässigung aus, ne?

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HerrUnterberg

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: sphnix]

Nein, hatte ich auch nicht so verstanden. Ich hatte nur Versucht den Ball weiter zu spielen und bezog mich darauf, das es unter Denkern ohne neue Gedanken verbreitet ist, das hinter Unverständlichkeit zu verstecken. (Wobei ich damit nicht dich meine, wie gesagt Ball weiterspielen und so weiter)

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sphnix

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Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: HerrUnterberg]

Verstehe

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mohrchen

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: sphnix]

Ich bin über ein interessantes Video zu der ganzen Horcrux-Sache gestoßen. Und da es sich nicht um die Auseinandersetzung mit JKRs bürgerlichem Abbild der Muggelwelt innerhalb der Magierwelt handelt, nutze ich dafür mal diesen Thread hier.

Video
Mathematisch betrachtet ist Harry nämlich mehr Voldemort als Voldemort selbst.

Gruß, Thilo.

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Pyr

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: mohrchen]

mohrchen schrieb:
Mathematisch betrachtet



Ich bitte um Erklärung dieser Formulierung!

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mohrchen

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: Pyr]

Pyr schrieb:
mohrchen schrieb:
Mathematisch betrachtet



Ich bitte um Erklärung dieser Formulierung!

Rechnerisch betrachtet ist die präzisere Formulierung. Im Video wird die Reihenfolge der Erstellung der Horcruxe nachvollzogen an Hand der Bücher. Weiterhin wird postuliert, dass die Teilung der Seele immer die Hälfte abtrennt. Damit enthielt das Tagebuch 50% Voldemort, Gaunts Ring 25%, Hufflepuffs Pokal noch 12,5%, Gryffindors Diadem noch 6,25% usw. Und da nach Harry noch Nagini als Horcrux erschaffen wurde, kann in Voldemort nur noch die Hälfte des Anteils sein, der in Harry ist.

Gruß, Thilo.

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Caddy

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: mohrchen]

Die Annahmen sind unsinnig.

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

E Caddy come corpo morto cade.
~ Dante Alighieri, Commedia
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mohrchen

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: Caddy]

Es ist genau eine Annahme.

Gruß, Thilo.

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JulianRusch

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: mohrchen]

Nirgendwo in den Büchern steht dass die Seele in genau zwei gleichgroße Teile gespalten wird, sondern lediglich dass sich ein Teil der Seele abspaltet. Außerdem denke ich nicht dass man die Seele überhaupt in Zahlen wie 100% oder ähnliches darstellen kann.
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ratatoeskr

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: JulianRusch]

Auch wenn ich soviel Qualität Rowling nicht unterstellen kann und möchte; wenn man als Vorbilder sowas wie Hauffs "Kaltes Herz" ansieht (dafür spräche diese Märchensammlung von Beedle the Bard und auch das Drei-Brüder-Märchen), handelt es sich ja eher darum, dass bestimmte Aspekte* der Seele als das, was den Menschen ausmacht, abgespalten werden: die Fähigkeit zu lieben, die Fähigkeit der Empathie, Freundschaft, Akzeptanz der Sterblichkeit, Verbindung zum inneren Kind usw. Voldemort entfernt sich damit immer mehr von der Menschlichkeit, aber schon ein Horkrux/ein fehlender Aspekt lässt einen unfertigen Menschen, somit im Wortsinne ein Monster, zurück.

*nicht dass ICH das so sehe, aber als literarischer Topos
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mohrchen

Gefährte

Re: Harry Potter - Notizen beim Lesen [Re: ratatoeskr]

Das klingt nach einer sehr brauchbaren Interpretation. Auf jeden Fall deutlich sinnvoller als die Annahme, dass die Seele immer in zwei gleich große Teile geteilt wird, muss ich zugeben.

Gruß, Thilo.

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