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Spiel & Spaß » Das Mathom-Haus » Textverfassungsthread, MH-Sektion. Elitäre, unfreundliche Säbelzahntiger? Man weiß es nicht!

sphnix

Gefährte

Re: Elitäre, unfreundliche Säbelzahntiger? [Re: Amata]

Ich dachte jetzt eher an irgend-Literarisches, aber letztlich stellt sich die Frage ja bei jedem Text. Hm.
Ich glaube, Diskussionsbeiträge sind die einzigen Textformen, bei denen es mir nicht so geht. Und (auf ganz andre Weise) Sachen, die mir nicht am Herzen liegen oder die ich nicht ernst nehme. Wie ist das bei dir und den Forenbeiträgen?

Das Leben, das ich akzeptiere, ist das schlimmste Argument gegen mich selbst
(Crevel)
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Amata

Gefährte

Re: Elitäre, unfreundliche Säbelzahntiger? [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
Ich dachte jetzt eher an irgend-Literarisches, aber letztlich stellt sich die Frage ja bei jedem Text. Hm.
Ich glaube, Diskussionsbeiträge sind die einzigen Textformen, bei denen es mir nicht so geht. Und (auf ganz andre Weise) Sachen, die mir nicht am Herzen liegen oder die ich nicht ernst nehme. Wie ist das bei dir und den Forenbeiträgen?


Amata schrieb:
Aber auch bei denen hatte ich irgendwann das Gefühl, dass sie fertig sind.





Wenn es mehr um Texte geht, die einem so am Herzen liegen, bzw. die man ernst nimmt und Diskussionsbeiträge ausgenommen sind, müsste meine Antwort dann wohl lauten: "ich schreibe keine Texte."

Edit: War gerade genau falsch rum formuliert.

"It's all in Hogwarts: A History."

Geändert durch Amata (17.03.2018 11:45)

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sphnix

Gefährte

Re: Elitäre, unfreundliche Säbelzahntiger? [Re: Amata]

Dir sollten aber doch Diskussionsbeiträge am Herzen liegen!

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Amata

Gefährte

Re: Elitäre, unfreundliche Säbelzahntiger? [Re: sphnix]

Ja, ja, siehe Edit!

"It's all in Hogwarts: A History."
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sphnix

Gefährte

Re: Elitäre, unfreundliche Säbelzahntiger? [Re: Amata]



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sphnix

Gefährte

Re: Elitäre, unfreundliche Säbelzahntiger? [Re: sphnix]

Ein tristes halbes Jahr plus einen Tag blieb dieser Thread ungenutzt!
...


Nicht, dass er davor besonders benutzt worden wäre, aber dennoch.

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sphnix

Gefährte

. [Re: sphnix]

Es ist erstaunlich, wie erdrückend für mich bei Texten, die nicht kurz genug sind, um quasi an einem Stück (also innerhalb von Wochen) niedergeschrieben zu werden, das Stadium ist, wo sie quasi "fast fertig" sind (also "irgendwie erstmal von Anfang bis Ende da"). Es ist ein Stadium, wo die Möglichkeiten sich fast aufgebraucht haben, man an unzählige Setzungen, die man gemacht hat, gebunden ist, und wo gleichzeitig die verbleibenden Möglichkeiten unentscheidbar gegeneinander stehen. Wo man alles unnotwendig und zufällig findet, die Handlung läppisch, die Figuren peinlich, die autobiographischen Elemente noch peinlicher und schiefer, die fiktiven unglaubwürdig und klapprig; wo man sich fragt, warum man überhaupt an diesem Mist weiterschreibt, und wo man zugleich - das das Ganze ja "fast fertig" ist - den Gedanken, Jahre Lebenszeit in etwas gesteckt zu haben, das man als Nichts liegen lässt, auch nicht gut erträgt. Es ist der Tiefpunkt des Satthabens. Etwas, auf das man vorher einen freien Zugriff* hatte, wird zu einer Nötigung, die einem so nahe rückt, das einen gar nichts mehr damit verbindet. Es hat alles etwas vom Leben, wie es ist, wenn man zu alt geworden ist.


* u.a. vermutlich auch deswegen, weil ich ja fast nie nur an einer Sache arbeite

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Mibora

Gefährte

Re: . [Re: sphnix]

Ich finde das ja kein bisschen erstaunlich.
Erdrückend kann ich mir aber gut vorstellen, das schon.
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sphnix

Gefährte

Re: . [Re: Mibora]

Möglich (zumindest erwägenswert): dass ein Text, der sich bis zu einem gewissen Grad aus biographischem Material speist, erst dann funktioniert, wenn das Geschriebene auch für den Verfasser seine Durchsichtigkeit auf das Erlebte verloren hat; wenn der (Kon)text die Erinnerung ersetz. Zumindest scheint mir das ein Indiz.

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sphnix

Gefährte

Re: . [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
Es ist erstaunlich, wie erdrückend [...] das Stadium ist, wo sie quasi "fast fertig" sind [...]. Es ist ein Stadium, wo die Möglichkeiten sich fast aufgebraucht haben, man an unzählige Setzungen, die man gemacht hat, gebunden ist, und wo gleichzeitig die verbleibenden Möglichkeiten unentscheidbar gegeneinander stehen. [...] und wo man zugleich - das das Ganze ja "fast fertig" ist - den Gedanken, Jahre Lebenszeit in etwas gesteckt zu haben, das man als Nichts liegen lässt, auch nicht gut erträgt. Es ist der Tiefpunkt des Satthabens.´

´

Lose andockende Gedanken dazu:
Dieser Widerwille korrespondiert irgendwie strukturell mit meinem Leiden an einer sozialen Situation, in der man kaum oder gar nicht die Möglichkeit hat, mit Leuten zu interagieren, die man noch nicht kennt und mit denen man nicht durch Planung, sondern durch Zufall zusammentrifft. Im zufälligen, planlosen Zusammentreffen mit Leuten, die einem zunächst gleichgültig sind und in deren Augen man sich erst einmal neu zusammensetzen kann und muss ist etwas Hoffnungsvolles, noch Unfixiertes, nach dem ich in irgendeiner Weise bedürftig bin; und gleiches gilt für Textanfänge, für neue Konzepte, Sprachgebilde, Szenen die einem zufliegen; Produktionsphasen, in denen Eigentätigkeit und Passivität gegen das, was einem vor Augen tritt, irgendwie in eins fallen, so dass man die Illusion der Notwendigkeit hat. Genauso, wie man* in Kommunikationssituationen, die nicht in ein schon bestehendes Verhältnis eingefangen und darin eingebunden sind, das Empfinden eines Zwingenden, eines Notwendigen viel leichter haben kann als in Verhältnissen, die, da man eine gemeinsame Geschichte und ein gewisses Maß von Kennnis der jeweils anderen Person hat, real "zwingend" und "notwendig" sind. Da ich um das real Notwendige bestehender Verhältnisse weiß, würde ich zwar, denke ich, nie ein bestehendes reales Verhältnis gegen den Gewinn eines abstrakten Interaktions-Möglichkeitsraums tauschen; aber ich empfinde den Mangel daran doch ziemlich deutlich.
Das wiederum scheint mir auf einer Verdrehung der Verhältnisse des Realen und des Symbolischen** bzw. Fiktiven in mir*** zu beruhen; sofern ich an mir latent die Tendenz wahrnehme, emotional nur vom Symbolischen, Scheinhaften "überzeugt" zu werden, während ich rational letztlich nur vom realen überzeugt werden kann.
Was nun Text betrifft, so scheint mir das, was einen zum Text hinzieht (einen dazu antreibt, ihn zu schreiben) zumindest auch der generell scheinhafte Charakter von Text zu sein (textuell nach Wirklichkeit zu greifen hat etwas in Teilen Scheinhaftes; und vielleicht ist es darum ein viel fühlbarerer Griff nach Wirklichkeit als das meiste andere). In dem Maße aber, wie der Text Gestalt annimmt und verpflichtet, wird er selbst zur Nur-Realität, die Arbeit macht, und die einen kaum noch in eine Distanz zu den Dingen versetzt, die sie einem näher erscheinen lassen.
...Das ist dann der Moment, wo ich meinen inneren Thomasmannfleißknopf suche.



*ich, meine ich
** Begriffsverwendung hier hat nichts mit Lacan zu tun
*** welche wiederum mit großer Wahrscheinlichkeit etwas nicht sehr unverbreitetes ist

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