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Spiel & Spaß » Das Mathom-Haus » Textverfassungsthread, MH-Sektion. Elitäre, unfreundliche Säbelzahntiger? Man weiß es nicht!

Morion

Gefährte

Re: Elitäre, unfreundliche Säbelzahntiger? [Re: sphnix]

Ah, interessant! Danke für das Beispiel.
Und wieder fällt mir auf, dass ich deine Frage nicht beantworten kann, aber wenigstens habe ich eine begründete Hoffnung, deine Frage verstanden zu haben.

Ceterum censeo dass Tabu die bessere Alternative gewesen wäre.
Quiek! Quiek! Quiek!
Ist das Satire oder kann das weg?
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ratatoeskr

Gefährte

Re: Elitäre, unfreundliche Säbelzahntiger? [Re: sphnix]

sphinx schrieb:
ratatoeskr schrieb:

Perspektiven (etc.) müssen dem angemessen man, was und wie ich erzählen will (auf plot-Ebene). Dieses was und wie wiederum wird bedingt durch das Sujet, und das wiederum durch die Intention des textes. Erst wenn ich diese habe (und einmal angenommen, man könnte sich hier in eienr vorab-Definition darauf einigen, welche Textintentionen gut/richtig/wünschenswert (ja, da wirds ja mit der Uneinigkeit schon losgehen), sind Aussagen über das weitere sinnvoll.



Wegen diesem richtete ich die Frage ja auch an Leute, die mindestens einen konkreten Text quasi vor sich liegen haben.



... wovon gar manch einer derer drei als Beispiel bringen könnte...
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sphnix

Gefährte

Re: Elitäre, unfreundliche Säbelzahntiger? [Re: ratatoeskr]

bringe,
bringe
& dann singe
von den schiefen
Perspektifen!

Man liest nie mit dem Herzen gut.
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Pyr

Gefährte

Re: Elitäre, unfreundliche Säbelzahntiger? [Re: ratatoeskr]

ratatoeskr schrieb:
Manchmal ist ein Ritterduell eben keineswegs nur ein Ritterduell... damit eingeleitet: ich halte die Frage für so nicht beantwortbar.



Du weißt schon, worauf ich hinauswollte, oder?



Nachdem er die Kölner Malewitsch-Ausstellung gesehen hatte

Malewitsch malte ein schwarzes Quadrat,
das war kein Bild, das war eine Tat:
Hoch Malewitsch.

Malewitsch hielt sich seither für genial,
doch war er das nur dieses einzige Mal,
der Malewitsch.

Malewitsch war ein armes Schwein,
er fiel in die eigene Falle hinein,
tja Malewitsch.

Malewitsch malte die Kunst ins Aus
doch zog er selbst keinen Schluß daraus,
o Malewitsch.

Malewitsch führt vor, was dann entsteht,
wenn einer, der ankommt, noch weitergeht.
Ach Malewitsch.


(Robert Gernhardt)


Gommorah is a nursery rhyme
You won't find in the book
It's written on your city's face
Just stop and take a look

(Sixto Rodriguez)


In ihrem Schweigen gegen die Erlebnisberichte der Individuen wird die Totalität das letzte Wort behalten.

Geändert durch Pyr (12.08.2016 13:39)

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ratatoeskr

Gefährte

Re: Elitäre, unfreundliche Säbelzahntiger? [Re: Pyr]

Pyr schrieb:
ratatoeskr schrieb:
Manchmal ist ein Ritterduell eben keineswegs nur ein Ritterduell... damit eingeleitet: ich halte die Frage für so nicht beantwortbar.



Du weißt schon, worauf ich hinauswollte, oder?

Ja, ist mir schon klar. Aber es würde bei anderen Beispielen auch nicht funktionieren
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sphnix

Gefährte

Re: Elitäre, unfreundliche Säbelzahntiger? [Re: ratatoeskr]

Du kannst nicht ZITIEREN!

Man liest nie mit dem Herzen gut.
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sphnix

Gefährte

Re: Elitäre, unfreundliche Säbelzahntiger? [Re: sphnix]

Um das Perspektivproblem etwas zu erweitern und die Menschheit zum Tippen zu animieren:

Ich bin meist ein großer Unentschlossener, was die Organisation von Text angeht.
Ein vor allem argumentativer Text ist idealiter so aufgebaut, dass jeder Gedanke, der zum Thema gedacht wurde, seinen Platz im Ganzen hat (realiter gelingt das dann nie, und natürlich scheitert die Krakententakelförmigkeit der Gedanken immer an der Zweidimensionalität des Papiers; aber das Ideal kann man zumindest formulieren).
Im Hintergrund eines literarischen Textes spukt aber (zumindest, wenn er auch so etwas wie einen Stoff hat und nicht als reines Sprachexperiment geplant ist) in der Regel eine Unmenge dessen herum, was man sich außerdem dazu gedacht hat, was aber im Text selbst nicht notwendigerweise Erwähnung findet und finden soll. Etwa das Herkommen der Figuren, ihre Lebens- und Entwicklungsgeschichte (die ja nicht identisch ist mit der Text-Geschichte); sowie die Lebens- und Entwicklungsgeschichte der Randfiguren, welche ihrerseits wiederum auf Figuren jenseits des Randes verweisen etc. - Ich komme also immer wieder an Punkte, an denen es mir unmöglich scheint, etwas zu erzählen, ohne "alles" zu erzählen.
Gleichzeitig ist aber der Ausgangspunkt des Schreibens eines konkreten Textes etwas ganz anderes, nämlich viel eher das Interessante, Wichtige, Festhaltenswerte an einer Konstellation, einer Abfolge, einer Komposition, vielleicht auch eines Bildes oder einer Formulierung. Inspiration (ich mag den Begriff nicht, mir fällt aber kein passender anderer ein) gibt einem den Eindruck grenzenloser Evidenz, man hat das Gefühl, alles zu wissen, Zu-Beschreibendes und Worte scheinen zusammenzufallen - hingegen bedeutet die Ausarbeitung einer Idee immer die grausame Demontage dieser Illusion der Allwissenheit und schafft die Notwendigkeit des abstützenden Erfindens, um das "Urkonzept" überhaupt zu ermöglichen. Im abstützenden Erfinden taucht aber wiederum neue "Inspiration" auf; dh., die eigentlich funktionalen Elemente gewinnen ein Eigenleben und bilden Konkurrenzkonzepte zum Urkonzept. Im besten Fall lassen sich diese anderen Konzepte an das Ursprungskonzept anschließen (und verdichten es also); die Gefahr ist aber sehr groß, dass sie zeitweise wirklich zu Konkurrenzkonzepten im wörtlichen Sinne werden und das Urkonzept auffressen.
Wenn dies geschieht, kann es wiederum bestenfalls so sein, dass das neue Konzept aus sich heraus stark genug ist und sich um es herum ein Text bildet; es kann aber auch sein, dass dieser Prozess der Umschichtung, Konzept-Zerstörung sich bis ins Unendliche fortsetzt und gerade deswegen kein Text entsteht, weil der Prozess der Textproduktion sich als unregulierbar erweist.
Dazu kommt ein weiteres Problem, nämlich dasjenige, dass die Entwicklung des Denkens oft rascher ist als die eines Textes: Es besteht also selbst da, wo man es geschafft hat, ein Gerüst mit Anfang und Ende zu etablieren, das man langsam umranken kann, die Gefahr, dass man in der Mitte oder am Ende des Textes angelangt feststellt, dass der Anfang unmöglich ist - was ein reparabler Schaden sein kann, oder eben auch nicht.

Wie tut ihr mit all diesen Problemen umgehen tun, meine Freunde in Christus?

Man liest nie mit dem Herzen gut.
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Pyr

Gefährte

Re: Elitäre, unfreundliche Säbelzahntiger? [Re: ratatoeskr]

ratatoeskr schrieb:
Pyr schrieb:
ratatoeskr schrieb:
Manchmal ist ein Ritterduell eben keineswegs nur ein Ritterduell... damit eingeleitet: ich halte die Frage für so nicht beantwortbar.



Du weißt schon, worauf ich hinauswollte, oder?



Ja, ist mir schon klar. Aber es würde bei anderen Beispielen auch nicht funktionieren



Das macht den Gedanken nicht unwahrer.
Auf der Stoffebene ist das analoge Phänomen vielleicht anschaulicher: Unter heutigen gesellschaftlichen Verhältnissen sind z.B. Ehebruchsdramen a la "Effi Briest" oder "Madame Bovary", also in höchstem Maße "erprobte Rezepte", nicht mehr zu schreiben; der Versuch endet bestenfalls in unerträglichem Kitsch, wo er nicht gleich fragwürdigste Ideologie produziert. (Ja, kulturindustrielle Produktionen erzeugen beides und mehr, wo sie z.B. die Frage der "Treue zum Anführer" und die "Tatkräftigkeit" desselben [Ja noch einmal: Ich beziehe mich - nicht ausschließlich - auf bekannte Tolkien-Verfilmungen] auf zumindest einer Ebene so behandeln, als lebten wir tatsächlich unter irgend feudalen Bedingungen.)

P.S.: Probleme der Form und solche des Inhalts sind letztendlich nicht zu trennen; althergebrachte Formen müssen sich mit Inhalten auseinandersetzen, deren Darstellungsform sie ursprünglich nicht sein konnten, die jetzt aber nach Darstellung verlangen. Indem eine Form die Paradoxie auf sich nimmt und es aushält (!), das in sich zu integrieren, was ihr auch formal widersteht, ohne es gewaltsam sich selbst zuzurichten, beweist sie ihre Potenz. Das aber konstituiert kein "Anything goes!", sondern es setzt im Gegenteil ein Bewusstsein (voraus) für die Schwierigkeiten und Unmöglichkeiten von Kunst.

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sphnix

Gefährte

Re: Elitäre, unfreundliche Säbelzahntiger? [Re: Pyr]

Es gibt allgemeingültige Kriterien, nach denen die Qualität eines literarischen Textes zu beurteilen ist.
Du darfst nur eins auswählen
ja
nein
Wenn ein Freund von mir ein Buch mag, das ich nicht mag, macht ihn mir dies ein Stück weit suspekt, zumindest potenziell (je nach Art und Grad meiner Abneigung).
Du darfst nur eins auswählen
ja
nein
Ich finde es legitim, wenn Texte auf Zielgruppen abgestimmt werden.
Du darfst nur eins auswählen
ja
nein
Ich finde es legitim, wenn Textempfehlungen/-kritiken auf Zielgruppen abgestimmt werden.
Du darfst nur eins auswählen
ja
nein
Wenn mir ein Text Spaß macht, frage ich nicht nach der in ihm transportierten Ideologie, besonders dann nicht, wenn es ein Genreprodukt ist.
Du darfst nur eins auswählen
ja
nein


Stimmenannahme von (09.10.2016 17:14) bis (Kein Ende angegeben)
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Pyr

Gefährte

Re: Elitäre, unfreundliche Säbelzahntiger? [Re: sphnix]

Die erste Frage ist ob der Formulierung nahezu unbeantwortbar, insofern ich mir für beide Antwortoptionen die furchtbarsten Begründungen vorstellen kann, vom sozialistischen Realismus bis zur liberalen Beliebigkeitsverblödung mit Marketing-Professionalisierung. Ich tendiere aber, wenig verwunderlich, zu "Ja".
Bei Drei und Vier tendiere ich deutlich zu "Nein", auch wenn ich mir ein nicht-affirmatives "Zielgruppen"-Ansprechen auf der Basis vorstellen kann, dass man in einer auf diese eklige Weise eingeteilten Gesellschaft nun einmal lebt und sich im Spagat von Pragmatismus und Kritik darauf einzustellen genötigt ist.
Zwei und Fünf kann ich eindeutig mit "Ja", bzw. "Nein" beantworten.

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