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Spiel & Spaß » Das Mathom-Haus » caddys gesammelte werte, band #3

ratatoeskr

Gefährte

Re: Barbourjacken gegen kaltes Kühlen! [Re: sphnix]

sphinx schrieb:
Welche Texte hast du hier im Sinne?
(Weiterbildungsinteresse an einem mir suspekten Gegenstand)



http://www.single-generation.de/pop/tristesse_royale.htm - diese Herren vor allem (Wobei Kracht da schon einen Sonderstatus hat(te); inwieweit sein Dabeisein nur Attitüde war, sei dahingestellt.
Sonst fallen mir so spontan ein: Katharina Hacker - Die Habenichtse, Marc Fischer - Eine Art Idol (Das würde ich allerdings wirklich wärmstens empfehlen, weil es zwar das Denken darstellt, sich aber eindeutig nicht damit gemeinmacht. Ein grandioses Buch.)

sphinx schrieb:
Übrigens weiß ich nicht, ob da etwas zuende gedacht wird, weil ich nicht den Eindruck habe, dass etwas an dem Text besonders prägnant wäre. Und wenn du jetzt sagst, dass gerade die Nichtprägnanz des pomo-Pillepalles konsequent durchgeführt ist, wäre man in der Tat bei der Frage nach der Möglichkeit eines solchen Unterfangens.



Nichts hinzuzufügen
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ratatoeskr

Gefährte

Re: Barbourjacken gegen kaltes Kühlen! [Re: Pyr]

Pyr schrieb:

Jenun, eine solche "Perspektive" wäre treffender als "optische Täuschung" zu bezeichnen. Eine solche literarisch zu nutzen ist erst einmal völlig legitim - Werther oder Tonio Kröger sind auch Kreaturen eines falschen Bewusstseins. Nur gibt es einen Unterschied zwischen einer (wie auch immer) analytischen Schilderung, bei der der Text mehr als eben falsches Bewusstsein hervorbringt - eben insofern, als der Text selbst perspektivisch zu einer solchen Perspektive sich verhält - und einer unreflektierten, bzw., -reflektierenden Reproduktion falschen Bewusstseins.



Ich vermute fast, dass Kracht bewusst einen scheinbar unreflektiert reproduziert. Sprich, er lässt den Erzähler das tun - inwieweit der Text, der ja in einer bestimmten "Literaturwelt-"Situation geschrieben wurde und eine Reaktion auf diese darstellt, das auch tut, ist eben die Frage.

In Bezug auf:
"lügnerisch" ist ein Begriff, mit dem ich in diesem Kontext nichts anfangen kann. Man kann diese Weltsicht teilen oder auch nicht, ich halte sie ebenfalls für falsch, aber nicht, weil ihre Texte "lügen".



Pyr schrieb:
Das Bezog sich auch eher auf den Theoriekomplex "Postmoderne", gleichwohl ich durchaus Texten, eben wo sie literarische Umsetzungen von Theorien sind, diesen Vorwurf machen zu können behaupte. Das ist aber am konkreten Text zu leisten.



Ich würde es schon als Eigenart der Moderne (und Postmoderne, wenns das denn nun gibt) bezeichnen, dass beim Verfassen des Textes bewusst ist, dass er einem literaturwissenschaftlichen Analyseapparat ausgesetzt werden wird. Gerade Kracht arbeitet gerne bei der Produktion mit dem Analyseapparat, der auch in der wissenschaftlichen Rezension angewendet wird. Das macht diesen nicht unanwendbar, aber mit einer auf seine zukünftiige Anwendung zugeschnittenen Ironie kann er nur sehr schlecht umgehen.
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Pyr

Gefährte

Re: Früher waren hier noch Wiesen... [Re: ratatoeskr]

ratatoeskr schrieb:
Pyr schrieb:
Das liest sich eigentlich ziemlich durchgehend wie eine Anti-Kunsttheorie



Hm. Ja, ich stimm dir zu, ich mach aber mal den advocatus diaboli: Was bleibt, ist eine Ästhetik, ein Witz um seiner selbst Willen. Also das eklektizistische Spiel, das im Idealfall gut gemacht ist, weil es Versatzstücke handwerklich gut zusammenfügt (Originäre Schöpfung ist ja nicht mehr möglich, es kann keine neuen Gedanken geben). Insofern ist diese Schöpfung zweiter Ordnung(nicht, dass ich das Spiel mit Versatzstücken notwendigerweise so einordnen würde) das, was bleibt, wenn sonst nichts zu schaffen ist. Und in diesem Bewusstsein kann "handwerklich gut" und "ästhetisch" nur ironisch sein.



Dieser "Witz" und diese "Ironie" sind aber gerade durch ihre (intendierte/postulierte) totale Leere auch total affirmativ gegen das Bestehende - und dieses ist sehr wohl ein Konkretes, Nicht-Leeres, nicht Rein-Formales. (Kurzfassung; ich habe gerade weder Zeit noch eine mir zusagende Tastatur.)

Gommorah is a nursery rhyme
you won't find in the book.
It's written on your city's face,
just stop and take a look.

(Sixto Rodriguez)


In ihrem Schweigen gegen die Erlebnisberichte der Individuen wird die Totalität das letzte Wort behalten.
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ratatoeskr

Gefährte

Re: Früher waren hier noch Wiesen... [Re: Pyr]

Pyr schrieb:

Dieser "Witz" und diese "Ironie" sind aber gerade durch ihre (intendierte/postulierte) totale Leere auch total affirmativ gegen das Bestehende



Ja, absolut.

Pyr schrieb:
- und dieses ist sehr wohl ein Konkretes, Nicht-Leeres, nicht Rein-Formales



Das würde mich auch in der Langfassung interessieren
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ratatoeskr

Gefährte

Re: Früher waren hier noch Wiesen... [Re: ratatoeskr]

Nachtrag: Gerade auch in verbindung mit "Imperium": Körperliche Erkrankung/Ermüdung/Siechtum des Protagonisten scheinen bei Kracht eine größere Rolle spielen; ich würde es als einzige mögliche Form des Widerstands in einer Welt bezeichnen, deren spezifische Art von Totalitarität (äh. sieht komisch aus, das Wort.) durch Sinnverweigerung Widerstand anders unmöglich macht.
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sphnix

Gefährte

Re: Früher waren hier noch Wiesen... [Re: ratatoeskr]

Und Caddy selber hat nooch gar nichts gesagt, nichtmal rätselhaftes Zeug ...


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Pyr

Gefährte

Re: Früher waren hier noch Wiesen... [Re: sphnix]

Das wäre doch auch eher dein Metier.

Gommorah is a nursery rhyme
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sphnix

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Re: Früher waren hier noch Wiesen... [Re: Pyr]

was ist dann seines?


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Caddy

Gefährte

Re: Früher waren hier noch Wiesen... [Re: sphnix]

Bücher, die ich lese, für gelungen befinden.
Mich an jede geänderte Situation voll anpassen.
Unter allen Bedingungen glücklich sein.
In jeder Situation meine Würde als gewahrt ansehen.
Meine allgemeine Zustimmung kundtun.
Klassische Musik hören.
Gehirnmassagen erhalten.
Klarheit und Inspiration erlangen.

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

E Caddy come corpo morto cade.
~ Dante Alighieri, Commedia
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sphnix

Gefährte

Re: Früher waren hier noch Wiesen... [Re: Caddy]

Klingt nach einem Gedicht von Erich Fried


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