Evendia schrieb: Explorer Abmahnerei?
Es gab mal (oder gibt noch) eine Freeware (!) namens FTP-Explorer. Mit dem Internet Explorer oder sonst einem Explorer hat's nichts zu tun.
Die Marke 'Explorer' war aber in Deutschland geschützt, und zwar noch nicht mal von Microsoft, sondern von irgendeiner Hinterwaldfirma namens Symicron (oder Symikron).
Prompt wurden eine Menge Leute, die auf ihren privaten Homepages den Namen 'Explorer' verwendeten (zB in einem Link auf diese Freeware), mit einer Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung beglückt. Kostenpunkt ... okay, ich glaube, es waren 2000 DM, sind immer noch 1000 Euro. Und einem Privatmenschen blieb nichts anderes übrig, als die zu zahlen!
Erst als es eine größere Web-Community, nämlich SELFHTML, erwischte, hat der Macher von SELFHTML mit Unterstützung der Community (und die von SELFHTML ist nicht gerade klein) eine Klage durchbekommen. Ein Privatmensch hätte die Ressourcen nicht gehabt, dagegen zu klagen. Der hat's dann auch gewonnen, aber ich glaube, der Anwalt will nochmal in Berufung gehen, so ganz gegessen ist diese Kiste also immer noch nicht.

Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Es mag kleinlich klingen, wenn hier drauf bestanden wird, daß eben zB YT-Links nicht direkt verlinkt werden, aber das hat leider leider seine guten Gründe. Es gibt da schon einige sehr idiotische Gesetze und auch Urteile.
Wikipedia schrieb: Bereits in den 1980er Jahren gab Freiherr von Gravenreuth Computerzeitschriften wiederholt Interviews zum Thema der so bezeichneten „Raubkopien“ und verfolgte Asterix-Plagiate, in denen unlizenzierte Zeichnungen aus Asterix-Bänden mit neuen Texten in den Sprechblasen versehen wurden, um damit zum Beispiel auf satirische Weise gegen Kernkraft („Asterix und das Atomkraftwerk“), gegen die Nachrüstung („Asterix in Bombenstimmung“) oder gegen die „Startbahn West“ („Asterix im Hüttendorf“) zu protestieren. So wurden Tauschanzeigen von Comics-Sammlern durchsucht und Anfragen nach diesen Comics an alternative Buchhandlungen angeschrieben. Anbieter dieser Hefte erhielten Abmahnungen. Gegen den Veranstalter des Kölner Comic-Tauschtags stellte er Strafantrag, weil ein Teilnehmer dieser Veranstaltung entsprechende Hefte anbot und der Veranstalter dies wusste. Außerdem sorgte Freiherr von Gravenreuth dafür, dass diese Hefte seit 1985 im Comic-Preiskatalog nicht mehr mit Sammlerwert aufgeführt werden. Die Plagiate hatten zuletzt einen Sammlerwert, der um ein mehrfaches höher war als der der Originalhefte.
Bekannt wurde Freiherr von Gravenreuth, als einer seiner Testbesteller Ende 1992 auf verdächtig erscheinende Kleinanzeigen in Computerzeitschriften, in denen überwiegend Privatleute inserierten, die so genannten „Tanja-Briefe“ (unter dem Pseudonym „Tanja Nolte-Berndel“ und einigen weiteren weiblichen Pseudonymen) versandte.[1][2] Teilweise war diesen Briefen sogar ein Foto (aus einer Bildagentur) der vermeintlichen 15-jährigen Schreiberin beigelegt. Falls ein so Angeschriebener auf die Bitte um Software-Tausch des angeblichen Teenagers einging, wurde dieser bei entsprechender Beantwortung wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht abgemahnt, gegebenenfalls auch angezeigt. Auch führten einige Fälle zu Hausdurchsuchungen.
Und sie durchsuchen eben auch mit Vorliebe Online-Foren, und wenn sie irgendwas zum Klagen finden ... bumm.
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