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Mittelerde & andere phantastische Welten » Die Gaukler-Stube » "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn"

RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

“Das finde ich auch!” sagte Erich. Der Faun zuckte zusammen. Er hatte gar nicht gehört, daß sein Partner dazugekommen war und Bruce mit gerunzelter Stirn hinterherblickte. “Wie der sich aufspielt!” fuhr Erich fort. “Als wäre er auf dem Laufsteg und würde allen den Kopf verdrehen!” In diesem Moment bemerkte der Faun, daß er selbst mit verrenktem Hals dastand, um dem Frisör so lange wie möglich hinterherzuschauen. Rasch drehte er den Kopf zurück. Es knackte leicht in seinem Genick, aber er versuchte, sich nichts anmerken zu lassen und grinste Erich an. “Na, dann mal rein in die gute Stube, was?”
Gerade wollte er die Tür öffnen, als von innen lautes Schreien, Rufen und Juchzen zu hören war. Seine Hand verharrte am Türknauf. Was war denn da los? Bruce würde ihm doch nicht die Schau stehlen? Er legte sein Ohr an die Tür, um zu lauschen. Erich tat es ihm gleich.
“Er kommt gleich, er kommt!” und “Seht euch nur diese lange Rute an!“ war von drinnen zu hören, und dann “Ich komme! Ja, ich komme. Seht alle her! Mein Sack platzt gleich, weil er so prallgefüllt ist!”
Erich und der Faun sahen sich in freudiger Erwartung an. Das schien ein Fest zu sein nach ihrem Geschmack! Mit einem Ruck stieß der Hufläufer die Türflügel auf.
Eine warme, schweißtriefende Luft schlug ihnen entgegen.
Klaus hüpfte zwischen den Tischen umher, schwang seinen Sack und verteilte Geschenke. Als er die beiden Neuankömmlinge erblickte, sprang er geradewegs auf sie zu. An seiner Seite stand ein kleiner Mann mit ein paar zusammengebundenen und entlaubten Birkenzweigen in der Hand.
“Heute ist zufällig auch Klaustag”, sagte er. “Warst du denn auch brav gewesen, Rudolf?”
Der Faun nickte.
“Dann bekommst du etwas aus meinem Sack.” Klaus holte ein violettes Päckchen hervor und drückte es ihm mit einem Augenzwinkern in die Hand.

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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der Faun nahm das Päckchen und drehte es in der Hand hin und her. Er legte die Stirn in Falten und grübelte darüber nach, was der Inhalt der lila Schachtel sein könnte.
"Was da wohl drin ist?"wandte sich der Faun an Erich. Der Hüne schaute ihn an und überlegte. Dann erwiderte er: "Du könntest es öffnen!
"Brilliant!", lobte der Faun den Hünen, dessen Gesichtsfarbe sich daraufhin der Farbe des Päckchens anglich. Erich ist ja so klug, dachte der Hufläufer. Gut, dass er immer hinter mir steht! Gekonnt zog der Bocksbeinige an der Schleife der violetten Schachtel. Es fühlt sich an, wie das Öffnen von Erichs Mieder, stellte der Faun dabei stillheimlich fest.

Plötzlich flog die Tür auf und Roberto, der südländische Ausguck des Schiffs, platzte entsetzt herein: "Da! Sand! Sand da, Klaus!" stammelte er und zeigte hektisch zum Bug des Schiffes. Der Kapitän schreckte hoch. Eine Sandbank! Klaus fluchte, er hätte nicht auch den Steuermann zu seiner Org.. äh Party einladen sollen. Nun drohte das Schiff auf eine Sandbank zu laufen!

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Geändert durch Aramir (08.12.2008 14:29)

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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Panik brach aus und die ganze Versammlung drängte zur Tür. Die Teilnehmer der ähm... Veranstaltung purzelten übereinander und schubsten sich gegenseitig. Der Kapitän, der als Erster reagiert hatte, schaffte es vor dem Mob aus dem Raum zu kommen und rannte eilig die Treppe, die zum Deck führte, nach oben.

Auch Erich reagierte geistesgegenwärtig. Als die Meute direkt auf sie zustürzte, brachte er den Faun und sich gerade noch mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit.
Da alle anderen nun geichzeitig nach draussen wollten, verkeilte sich der Haufen hoffnungslos in der Tür. Die transpirierende Körper der Seeleute, von denen die meisten das monatliche Baden schon längere Zeit ausgelassen hatten, rieben sich unkontrolliert aneinander.
Erich schaute den Faun schuldbewusst an. "Es tut mir leid", stammelte er, plötzlich erkennend, was die beiden verpasst hatten. "Hätte ich das gewusst, hätte ich dich nicht zur Seite gestoßen". Der Hufläufer starrte mit grimmer Miene zurück. Doch dann entspannten sich seine Gesichtszüge. "Macht nichts", erwiderte der Faun. "Es ist ja noch im vollen Gange!". Der Bocksbeinige riss sich den roten Schal vom Hals und hechtete mit einem Kopfsprung in das Gedränge der schwitzigen Leiber.

In der Zwischenzeit hatte der Kapitän das Deck und das Steuerrad erreicht. Bereit das große Rad jederzeit herumzureißen, starrte er Richtung Bug. Komisch, das Meer war ruhig und das Schiff schaukelte gemächlich in den Wellen vor sich hin. Klaus kannte die Region gut und eigentlich hatte er noch nie etwas von Sandbänken in diesem Gebiet gehört. Nachdenklich kratzte er sich an der Stirn. Ausserdem haben wir doch Anker geworfen, fiel es ihm plötzlich ein.
Ihm schwante Böses. "Na warte!" brummelte er in seine Bart und stapfte zurück in den Festsaal.

Als Klaus den Saal wieder erreichte, hatte der schmierige Reigen scheinbar noch immer nicht seinen Höhepunkt überschritten.
Was solls, dachten inzwischen die meisten Teilnehmer und keiner versuchte mehr wirklich aus dem Raum heraus zu kommen. Wenn das Schiff schon untergeht, dann wollen wir das Beste daraus machen! Und so unterbrachen ein paar der Seeleute ihr Treiben lediglich für einen kurzen Moment, um sich erneut mit der Knoblauchbutter vom Buffet einzureiben.
Wütend schaute der Bärtige auf das Geschehen und brüllte: "Wo ist er? Wo ist dieser verdammte Kerl?" Erschrocken von der lauten Stimme Ihres Kapitäns, blickten ihn mehrere Gesichter aus dem glitschigen Haufen verdutzt an.

Doch dann erblickte der Schiffsführer Roberto, der dümmlich grinsend im hinteren Teil des Raumes stand, selbst. Als sich Klaus auf ihn zubewegte fing der Südländer, der sich ein Arkordeon umgehängt hatte, an zu singen: "Ein bisschen Spaß muß sein!"

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Geändert durch Aramir (08.12.2008 14:42)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Seine Zähne blitzten dabei schneeweiß aus seinem Gesicht, das er zu einer lachenden Grimasse verzogen hatte. Das ganze hatte etwas unheimliches.
“Schluß damit!” brüllte Klaus wütend. “Du warst nicht brav gewesen! Gar nicht brav! Rupi?”
“Jaaa!” frohlockte der Kerl mit den Birkenzweigen und kam herbeigeeilt.
Roberto ahnte, was nun kommen würde. Verdammt, er war zu weit gegangen! Natürlich, gerade am Klaustag durfte man sich so einen Scherz nicht erlauben. Warum nur hatte er sich nicht zurückhalten können? Jetzt mußte er dafür bluten.
“Klaus, jetzt mach dich doch mal locker”, versuchte er in bemüht gelassenem Ton die Wogen zu glätten, aber seine schreckgeweiteten Augen sprachen eine andere Sprache.
“Zu spät”, meinte Klaus trocken. “Männer, schnappt ihn euch!”
Die Meute stürmte nach vorne, glitt stellenweise auf der heruntergetropften Knoblauchbutter aus, fiel übereinander, aber einige schafften es schließlich, Roberto zu ergreifen. Er wehrte sich heftig und zappelte, konnte sich aber nicht befreien. Grinsend trat Rupi mit der Rute an ihn heran und packte ihn am Kragen: “Jetzt bist du fällig!” Mit einem Ruck riß er ihm das Hemd herunter, und sofort zwangen die Matrosen ihn auf einen Tisch, wo er mit Seilen gefesselt wurde. Roberto schrie auf und versuchte, Hände und Füße aus den Schlingen herauszuwinden, aber diese schnitten sich nur noch tiefer in seine Gelenke. Die Männer bildeten nun in einem großen Kreis, dessen Mittelpunkt er selbst war. Nur Rupi stand bei ihm am Tisch. Er schritt langsam auf und ab und ließ dabei die Rute fast liebkosend durch seine Hand gleiten.”

Frodo legte kurz den Kopf in die Hände. Gab es auf diesem Meer denn keine normalen Schiffe, mit normalen Besatzungen? Warum nur all diese Gewalt, dieser Spaß an Erniedrigung, diese Grobheit und Perversität? Anfangs war er davon ausgegangen, daß das Elbenschiff eine Ausnahme gewesen war. Aber je mehr Zeit seit seiner Abfahrt aus Mittelerde vergangen war, desto mehr bereute er seinen Entschluß, es verlassen zu haben. Lieber hätte er die Schmerzen in seiner Schulter und seinem Herzen ertragen, wenn er gewußt hätte, was ihn hier erwartete.
Der Faun räusperte sich. Seufzend beugte sich Frodo wieder über das Buch, um weiter zu schreiben.

“Rupi ließ die Rute durch die Luft sausen. Mit einem Knall landete sie auf einem nebenstehenden Stuhl.
“Eine kleine Demonstration”, schmunzelte er, “was ich alles damit machen kann.”
Roberto schluckte. Er schloß die Augen und versuchte, sich an einen anderen Ort zu denken. Irgendwo, wo er glücklich wäre. Eine Bühne. Schweinwerfer auf ihn gerichtet. Graugestrümpfte Omas im Publikum. Eine 18jährige Blondine, wartend in seiner Garderobe.
Aber es half nichts. Als er die Rute am Körper spürte, wurde er gnadenlos in die Wirklichkeit zurückgeholt. Schreiend wand er sich, so gut dies eben in gefesseltem Zustand möglich war. Rupi stand freudestrahlend an seinem Fußende. Die Birkenzweige strichen sanft über seine Fußsohlen, und es kitzelte dermaßen, daß es eine Qual war. Die Männer um ihn herum lachten mit ihm und klatschten in die Hände. So wurde er am ganzen Körper gekitzelt, bis seine Muskeln zu schwach waren, um sich zusammenzuziehen, und er wimmernd und schlaff auf dem Tisch hing.

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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Lebhaft erschien das Bild von Robertos nackten Füßen vor Frodos innerem Auge. Er konnte die großen schwarzen Zehen sehen und auch die langen Fußnägel, unter denen sich die Zeugnisse einer langen Reise abgelagert hatten. Dem Halbling lief das Wasser im Munde zusammen und er spürte, dass er einen gewaltigen Hunger bekommen hatte. Im Geiste sah er sich an Robertos Fußnägeln kauen, bis er sie, mit samt ihres dunklen Randes, bis zum Ansatz runtergeknabbert hatte. Gedankenverloren troff ihm dabei der Speichel auf das frisch beschrieben Papier.

Ausgerechnet in diesem Augenblick schaute der Faun zu Frodo herüber. Mit kreischender Stimme zeterte er los: "Was macht es da? Es ruiniert alles! Dummer, fetter Hobbit!"
Frodo erschrak, sah seinen sämigen Geifer auf dem Buch und stammelte: "Es tut mir… Es tut mit leid! Es ist ja nichts passiert! Nur ein kleiner Fleck."
Vom ersten Schreck erholt, fügte er dann etwas mutiger hinzu: "Kleiner als die Flecken in eurer Bettwäsche!"
Angewidert blickte Frodo zum schwarz bezogenen Bett des Fauns hinüber. Innig hoffte dabei er, dass das helle Muster auf dem dunklen Seidentuch nur davon herrührte, dass der Bocksbeinige abends immer einen Vanillepudding vor dem Einschlafen aß.

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Geändert durch Aramir (30.12.2008 16:42)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

“Das geht dich gar nichts an!” grummelte der Faun. “Aber da wir gerade dabei sind” - er gähnte ausgiebig - “ich bin müde, wir werden morgen weitermachen.”
Er stand auf, ging hinüber und ließ sich mit einem Seufzer auf das fleckige Bett fallen.
Frodo sagte nichts. Er wartete darauf, daß der Faun ihm die Erlaubnis geben würde, den Raum zu verlassen. Statt dessen aber nickte der Kapitän in Richtung des Schminktisches.
“Du darfst mir die Ehre erweisen und den Lack von meinen Hufen entfernen.”
Mit einem plötzlichen Anflug von Erregung erhob sich der Hobbit und schnappte sich eine große Flasche mit klarer Flüssigkeit und einen Lappen, der daneben lag.
Der Faun lag mit geschlossenen Augen auf dem Rücken. Die Hufe hatte er ausgestreckt, so daß sie ein wenig über die Bettkante ragten.
Frodos Hände wurden feucht, als er sich vor das Bett kniete und anfing, den lila Nagellack von den Hufen zu wischen. Er ließ sich dabei Zeit und machte seine Arbeit gründlich. Zutage kam ein wunderschöner Huf, wohlgeformt und glatt. Nur hier und da blätterte die verhornte Haut ein bißchen ab. Frodo legte die Flasche und den Lappen beiseite. Mittlerweile war der Faun eingeschlafen. Gleichmäßig hob und senkte sich sein Brustkorb.
Frodos Puls beschleunigte sich. Prüfend sah er den Bock noch mal an. Er mußte sicher sein, daß dieser in tiefem Schlaf war.
Schließlich beugte er sich nach vorne und nahm sanft einen Huf in seine Hand. Sachte berührten seine Lippen das harte Horn. Sein Atem ging nun schneller, und dann gab es kein Halten mehr. Voller Wonne begann er zu knabbern, und es war so eine Freude, daß nur seine eigene Müdigkeit das Schauspiel beenden konnte.
Und so schlief er ein, mit seinem Kopf an das Bett gelehnt und einem Speichelfaden, der ihm seitlich aus dem Mund troff.

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Und so fand Erich sie nach Stunden. Frodos Kopf war zur Seite gesunken, und er atmete schwer. Auf dem Bett lag der Faun, tief im Schlaf. Ihrer beider Gesichter waren friedlich.
Erich betrachtete sie. Ein seltsamer Ausdruck huschte über sein fettes, hungriges Gesicht. Der Glanz verblaßte in seinen Augen, und sie wurden trübe und grau, alt und müde. Ein schmerzhafter Krampf schien ihn zu befallen, er wandte sich ab, schaute hinüber zur Tür, schüttelte den Kopf, als ob er einen inneren Kampf ausfechte. Dann streckte er zögernd seine zitternde Hand aus und berührte sehr vorsichtig Frodos Knie - aber die Berührung war fast eine Liebkosung. Hätte einer der Schläfer ihn sehen können, dann würden sie für einen flüchtigen Augenblick geglaubt haben, einen alten, müden Hünen zu erblicken, zusammengeschrumpft unter der Last der Jahre.
Aber bei dieser Berührung bewegte sich Frodo und schrie leise auf im Schlaf, und sofort war der Faun hellwach.
Er richtete sich so hastig auf, daß sein Huf nach oben schnellte und Frodo hart im Gesicht traf.
“AAAAAH!” heulte Frodo auf, dem vor Schmerz sofort die Tränen in die Augen schossen, als er vom Schlag getroffen nach hinten kippte und sich auf dem Boden wälzte. Aus seiner Nase tropfte Blut und bildete eine kleine Lache auf dem teuren Parkett.
“Um Himmels Willen!” schrie der Faun schrill auf. “Aufhören! AUFHÖREN!”
“Ich bin nicht schuld!” meinte Erich entschuldigend und fuchtelte beschwichtigend mit den Händen in der Luft herum.
“Natürlich bist du schuld, und jetzt hol sofort einen Lappen und putz die Sauerei auf!”
Erich wich zurück, und ein grünes Funkeln flackerte unter seinen schweren Lidern auf.
“Sicher!” zischte er.

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Mit einem Seufzer ließ sich der Faun wieder zurück aufs Bett fallen. Er streckte sich, gähnte und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Zu seinen Füßen putzte Erich vor sich hinmurrend das schon halb getrocknete Blut auf. Dabei entdeckte er den lila verfärbten Lappen, den Frodo am Vorabend dazu benutzt hatte, um den Huflack zu entfernen.
Jetzt darf er ihm also schon die Hufe polieren, dachte Erich, und Zorn keimte in ihm auf. Er erinnerte sich daran, wie der Faun ihm damals die Stiefel gewichst hatte, und was sich danach zwischen beiden entwickelt hatte. Er wollte nur hoffen, daß das zwischen Frodo und dem Kapitän eine einmalige Angelegenheit blieb. Ansonsten mußte er wohl Maßnahmen ergreifen.
Währenddessen versuchte der Hobbit verzweifelt, die Blutung zu stoppen, indem er den Kopf weit in den Nacken legte. Vorsichtshalber hatte er sich sein Hemd in die Nase gestopft, welches schon ein immer größer werdender Blutfleck zierte.
Als Erich mit Putzen fertig war und es aus Frodos Nase nicht mehr tropfte, schwang der Faun die Hufe aus dem Bett und zog sich an (das heißt, er legte sich seinen Schal um den Hals). Prüfend betrachtete er seinen beiden Diener.
“Das Hemd muß runter, das ist widerlich”, sagte er schließlich.
Erschrocken sah Frodo erst ihn an, dann an sich hinunter: “Das... das ist doch nicht so schlimm, ich wasche es einfach schnell aus, wenn ich darf.”
Der Faun aber schüttelte den Kopf.
“Nein, das dauert zu lange. Wir haben heute noch viel vor!” Er nickte mit dem Kopf in die Richtung des Buches. “Erich wird es waschen!”
Widerstrebend streifte Frodo sein Hemd über den Kopf und gab es dem Hünen, der es grummelnd entgegennahm und damit verschwand. Der Hobbit zog seinen Umhang eng um sich und schnallte den Gürten von außen darum. Nun fühlte er sich wie damals in Mordor, und so unpassend war das ja auch gar nicht.
Freudig klatschte der Faun in die Hände. “So, jetzt wird erst einmal gefrühstückt!” Er zog an einer Schnur, und kurz darauf kam Twizel mit einem Tablett herein. Heute gab es Banane mit Vanillesoße.

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RzwoDzwo

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Völlig aufgebracht stapfte Erich übers Deck. Jetzt sollte er auch noch das Hemd von diesem Lump waschen! Warum er? Womit hatte er das verdient? Es war einfach unglaublich! Er mußte sich jetzt aussprechen, mußte seine Sorgen loswerden. Plötzlich fand er sich vor der Abstellkammer wieder, in der der Rudersklave sein Quartier hatte. Ohne anzuklopfen riß er die Tür auf und stolperte hinein.

Mit einem schrillen Schrei rollte Sam herum. Er hatte es sich gerade auf seiner Strohpuppe gemütlich machen wollen, als die Tür aufging. Jetzt lag er mit dem Gesicht zur Wand. Glücklicherweise war es recht dunkel in der Kammer.
“Was... was ist denn?” stieß er keuchend hervor.
“Ich muß mit dir reden!”
Sam drehte den Kopf in Erichs Richtung. “Jetzt?”
“JA! JETZT! Es ist wichtig! Ich weiß nicht, was mit dem Kapitän los ist! So war er noch nie!” Nervös ging Erich auf und ab, während Sam sich langsam beruhigte und wieder umdrehen konnte.
“Er macht Sachen...” fuhr Erich fort, “unschöne Sachen. Ich kann es gar nicht in Worte fassen!” Schwer ließ er sich auf den Boden plumpsen. “Ach, es ist schrecklich! Er kann so zauberhaft sein, und dann wieder so abscheulich!” Der Hüne seufzte, schüttelte den Kopf und senkte niedergeschlagen den Blick.
Sam räusperte sich. “Ähm, um was geht des denn genau?”
Langsam hob Erich das blutbefleckte Hemd in die Höhe. Obwohl das Licht sehr schummerig war, wußte Sam sofort, wem es gehörte, und die Erkenntnis traf ihn wie ein Schlag. Mit einem Mal schien ein Eisblock in seinen Eingeweiden zu sein, der ihn bewegungsunfähig machte. Er konnte nur noch reglos auf das Hemd starren, Frodos Hemd, seines Herrn. Alles andere um ihn herum wurde unscharf, einzig der große Blutfleck direkt über dem Herzen brannte sich schmerzhaft in seine Augen.
Wie aus weiter Ferne hörte er Erich sagen: “Sieh doch nur, was ich machen muß! Das ist doch nicht richtig! Es gibt doch eine gewisse Moral, an die sich auch ein Kapitän halten muß! Müssen Untertanen denn immer gehorchen? Künftig werde ich so etwas nicht mehr tun, das verspreche ich!” Schwerfällig erhob sich der Hüne und ließ den Hobbit alleine zurück.

Dieser starrte immer noch wie betäubt geradeaus. Allen seinen Hoffnungen war er soeben beraubt worden. Es war unfaßbar, und doch gab es keinen Zweifel. Frodo war von Erich umgebracht worden. Sam schluckte. Seine schmerzende Kehle bemerkte er dabei gar nicht. Und dann endlich rannen die Tränen seine Wangen hinunter.

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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Ja, so musste es sein. Erich hatte Frodo getötet! Eigentlich hätte Sam seinen Chef rächen sollen, doch was hatte es jetzt noch für einen Sinn?
Sie hatten die Nazgul überlebt, sie waren dem heimtückischen Gollum entkommen und waren direkt durch das Land des dunklen Herrschers gewandert - und nun das! Ein zwei Meter großer, 120 Kg schwerer, behaarter Kerl hatte seinen Herrn umgebracht.

In seine Gedanken sah Sam, wie Erich seinen Chef im Nacken packte und ihn mit dem Gesicht unter seine linke Achselhöhle drückte. Er sah wie der Hobbit strampelte und versuchte seinen Kopf aus den zotteligen Achselhaaren zu ziehen. Schweiß drang in seine Lungen und irgendwann hörte er auf zu zucken. Dann hatte der Hüne den bewusstlosen Halbling mit einem Fischmesser erstochen. Ja so musste es gewesen sein! Mit einem Schrei sprang Sam auf.

Verwundert sah Erich, wie der Gärtner an ihm vorbei auf die Wand der Kajüte zulief. Sam bremste nicht ab und so prallte er mit voller Wucht gegen das massive Holz. Immer und immer wieder schlug der Halbling seinen Kopf gegen die Planken. Ein Geräusch, wie das einer reifen Melone, die von einem Tisch fällt, erfüllte den Raum. Etwas warmes lief Erich über die Wangen, dann sah er wie Sam zusammenbrach.

Der Hüne merkte, dass er noch immer weinte.

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Geändert durch Aramir (07.02.2009 21:33)

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