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Mittelerde & andere phantastische Welten » Die Gaukler-Stube » "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn"

RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der Abend war ein voller Erfolg. Die beiden Hobbits schlugen sich den Magen voll, bis sie mit dicken Bäuchen schlapp auf ihren Stühlen hingen.
"Das war fantastisch!" sagte Sam zufrieden und konnte den anschließenden lauten Rülpser nicht verhindern.
Frodo wischte sich mit dem Handrücken den fettverschmierten Mund ab.
"Ja, das war es wirklich! Ich werde es den Na'vi nicht vergessen!"
Nachdem sie eine Weile dagesessen hatten und schon langsam am Eindösen waren, klopfte es plötzlich an der Tür.
"Herein!" riefen sie einstimmig.
TomTom lugte vorsichtig hinein, ehe er über die Türschwelle trat.
"Der Dorfälteste hat eben mit mir gesprochen. Die Vorräte sind so weit aufgebraucht, daß", Frodo warf ihm einen verärgerten Blick zu, "äh, nein, ich wollte sagen, das Dorf möchte morgen hinaus gehen und neue Früchte ernten."
"Und?" fragte der Halbling und zog die Augenbraue hoch. "Raus mit der Sprache, was hab ich damit zu tun?"
Der Na'vi zögerte.
Sam schaute zwischen Frodo und TomTom hin und her.
"Chef", sagte er schließlich, "es wäre niemand da, der uns bedienen könnte. Vielleicht sollten wir uns morgen einfach wieder auf den Weg zu Abdeht machen?"
"Hm... Du hast recht. Wir gehen morgen weiter!"
Der Na'vi nickte erleichtert und ließ sie wieder alleine.

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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Apathisch wiegte die Na’vi ihren Oberkörper vor und zurück. Fest presste sie ihr Baby an die schlaffe Brust, um es zu beschützen, doch in ihrem Innersten wusste sie, dass es nichts mehr zu beschützen gab. Der Schnitter hatte sich das Kind längst geholt.
Der Dorfälteste blickte dem Tross des Auserwählten nach. Was das Wetter nicht vernichtet hatte, hatten sie dem Auserwählten dargeboten.
Es ist unser Schicksal, dachte der alte Na’vi, der Hungertod ist uns von den Göttern bestimmt.
Krämpfe durchzuckten ihn und ein letztes Röcheln entfuhr seiner Kehle. Dann war er still.

Zufrieden rülpste Frodo. Gierig beäugte er den saftigen Buschapfel, den er in seiner rechten Hand hielt. Als er jedoch eine kleine Druckstelle entdeckte, warf er ihn angewidert in einen Tümpel, wo die Frucht platschend versank.
„Ich weiß nicht, warum die Leute in dem Dorf so langweilig waren“, beschwerte er sich. „Sie sollte sich geehrt fühlen, dass der Auserwählte sie besucht hat. Das Essen war meiner wirklich nicht würdig. Aber immerhin haben wir unsere eigenen Vorräte gespart.“
„Ich fand die lilanen Urwaldkühe köstlich“, entgegnete Sam. Es war klug von dir, die Kühe, die wir nicht geschlachtet haben mitzunehmen. So haben wir auf dem Weg zu Abdeht wenigstens frische Milch.“
„Natürlich war die Entscheidung klug. Sie kam schließlich von mir“, knurrte Frodo und furzte vulkanisch.

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Áfram Ísland!
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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

So gingen sie durch den Dschungel. Vorneweg machte TomTom ihnen mit seiner Machete den Weg frei, dann kamen Erich und die Urwaldkühe, die der Na'vi alle auf Frodos Wunsch hin an einer Leine führte, und dahinter Garmin, der den Ständer samt Wappen wie eine Standarte vor den beiden Hobbits her trug.
"Paß doch auf!" herrschte Frodo ihn an. "Fast hätte der Zweig das Wappen gestreift! Willst du etwa, daß er die Farbe abkratzt? Sei mal lieber vorsichtig! Das Bild hat mein bester Gefährte gemalt, und es soll bis wir das Auenland erreichen so schön bleiben, wie es derzeit ist!"
Sam lächelte ihn an, wandte seinen Blick aber schnell wieder ab. Er konnte es noch nicht über sich bringen, seinem Chef die Wahrheit über den Maler des Wappens zu sagen. Statt dessen kramte er eine der sehr seltenen und kostbaren Potentatenfrüchte hervor, stellte sicher, daß sie keine Druckstellen hatte, und reichte sie Frodo.
"Danke!" sagte dieser und biß hinein.
"Du hast es dir verdient" erwiderte der Gärtner.
"Ich weiß!"

Nachdem sie ein paar Tage weiter gewandert waren, lichteten sich die Bäume und machten einer großen Grasfläche Platz, die mit Büschen und Sträuchern gesprenkelt war. In der Mitte ragte wie ein einsamer Wächter ein Hügel auf.
"Dort", rief TomTom und deutete hinauf, "dort wohnt Abdeht, der uns sagen wird, welcher Weg uns zu eurem Heimatland führt."

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

"Ach Chef!" seufzte Sam. "Ich fühle mich schon fast wieder zu Hause. Es ist bestimmt nicht allzu weit! Ich freue mich so!"
Er nahm Frodo ihn den Arm und drückte ihn fest.
"Wenn du willst, daß ich das Auenland lebend erreiche, dann laß mich los!" japste Frodo, mußte dabei aber lachen. Er freute sich auch sehr auf die Rückkehr. Die Na'vi hatte er langsam gründlich satt. Sie waren nichts als eine Ansammlung großer, blauer Hohlköpfe. Warum sie nicht schon von einem anderen Stamm ausgerottet worden waren, war ihm ein Rätsel. Würde eine Gruppe Hobbits hier herkommen, würde es nicht lange dauern, bis die Bläulinge verdrängt wären. Er überlegte, ob es nicht ein riesiger Spaß wäre, irgendwann mit einigen seiner Freunde zurückzukehren.

Für den beschwerlichen Aufstieg kletterte Frodo auf Erichs Rücken und ließ sich tragen. Er sah überhaupt nicht ein, warum er in seiner Position diesen Weg zu Fuß gehen sollte.
"Hör auf zu jammern, Sam hat mich damals auch ohne Murren den Schicksalsberg hinauf getragen", sagte der Halbling, "oder ich werte das als Rebellion gegen mich. Und das wirst du nicht wollen, das verspreche ich dir!"
Also hielt der Gefangene den Mund und mühte sich mit seiner Last auf dem Rücken den Hügel hoch, was mit gefesselten Händen alles andere als leicht war. Sam ging hinterher und paßte auf, daß sein Herr im Falle eines Falles weich auf ihm landen würde.

Als sie endlich oben angekommen waren, rutschte Frodo vom Rücken und bemerkte erst jetzt, daß seine Kleidung von Erichs Schweiß durchtränkt war.
"Igitt!" rief er entsetzt und riß sich das Hemd vom Leib. Sams große Augen und seinen offenen Mund mißachtend bat er ihn, ein frisches Hemd aus dem Gepäck zu fischen. Glücklicherweise waren die Na'vi in dem Dorf ganz wild darauf gewesen, ihm neue Kleidungsstücke zu schenken.
"Nach dem Schreck brauche ich erst einmal eine Potentatenfrucht!" meinte er, als er es übergestreift hatte.
"Wir haben leider nur noch eine übrig", sagte Sam.
"Was? Wie kann das sein? Wer hat die denn alle gegessen? Ach, diese verfluchten Bläulinge! Wenn wir wieder im Urwald sind, müssen sie sofort neue für mich pflücken!"
Frodo ergriff die Frucht, die sein Freund ihm hinhielt, teilte sie und reichte eine Hälfte zurück.
"Hier, zur Feier des Tages. Eine Etappe unserer Reise haben wir jetzt geschafft."

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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Die Gruppe schlug ihr Nachtlager auf und während Frodo sich von TomTom massieren ließ, wollte Sam das durchgeschwitzte Hemd seines Chefs waschen. Als er das Kleidungsstück in den Händen hielt und ihm der säuerliche Geruch von Erichs Transpirat beißend in die Nase stieg, kam er plötzlich auf eine Idee. Vielleicht kann ich den Schweiß zum Gerben nutzen!
Der Hobbit nahm ein glasiertes, flaschenförmiges Tongefäß aus seinem Rucksack.
Aus dem Dorf der Na’vi hatten sie eine Menge des kunstvollen Töpferwerks mitgenommen. Frodo hatte es als angemessen angesehen, dass sie dem Auserwählten Geschenke dargeboten wurden.
Sam öffnete den Verschluss der Flasche und wrang das Hemd mit beiden Händen aus. Die gewaltige Menge des riechenden Körpersaftes erstaunte den Gärtner. Erich muss ganz schön viel Flüssigkeit verloren haben, dachte er.
Als er fertig war verkorkte Sam das Tongefäß und brachte es in das Zelt, die Na’vi für seinen Chef und ihn aufgebaut hatte. Er stellte die Flasche auf einen kleinen Tisch und machte sich zu dem kleinen Fluss auf, der unweit des Lagers verlief, um das Hemd zu waschen.

„Ja, so ist es gut. Etwas fester und weiter unten“, stöhnte Frodo.
Er saß auf einem provisorischen Holzthron, den er sich von den Na’vi hatte zimmern lassen. Hinter ihm stand TomTom und massierte seine Schultern und vor ihm tanzte Erich zu seiner Unterhaltung.
Der Hüne hatte sich zuerst geweigert, doch zwanzig Peitschenhiebe hatten seine Meinung rasch geändert.
Trotz des Spektakels spürte der Hobbit, dass er immer müder wurde.
„Genug“, befahl er schroff. „Mögen sie aufhören, wir wollen in unsere Gemächer“.
Sowohl Erich als auch TomTom stellten ihr Tun abrupt ein.
Frodo erhob sich von seinem Thron und schlurfte zu seinem Zelt. Er steuerte direkt auf die fellbedeckte Liege zu und setzte sich auf ihren Rand. Erst jetzt bemerkte er, dass sein Mund ganz trocken war. Erleichtert stellte er fest, dass Sam ihm eine Flasche Wein hin gestellt hatte.
Ach, mein geliebter Sam, dachte Frodo. Er denkt einfach an alles.
Geschickt entkorkte er das Tongefäß, das auf dem kleinen Tisch neben dem Bett gestanden hatte und leerte die Flasche in einem Zug.

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

"Dein Hemd habe ich gewaschen, es sollte morgen wieder trocken und sauber sein", sagte Sam, der selbiges in der Hand hielt und in das Zelt trat. Suchend sah er sich um.
"Frodo? Frodo, bist du da?"
Aus einer Ecke drang ein Würgelaut, gefolgt von einem Flüssigkeitsschwall.
"Ach du meine Güte!" rief der Gärtner und war blitzschnell bei seinem Freund. "Was ist denn los? Hast du was schlechtes gegessen?"
Frodo schüttelte den Kopf, aber bevor er weitergehend antworten konnte, kam sein Mageninhalt noch einmal durch seinen Mund geschossen. Dann ließ er sich erschöpft auf seinen Allerwertesten fallen, nahm Sam das Hemd aus der Hand und wischte sich damit seinen verschmierten Mund ab, bevor er es zurückreichte.
"Irgendjemand hat ...", schnaufte er, "hat mir einen Krug Wein hingestellt, in dem aber etwas ganz ekliges drin war. Ich gehe davon aus, daß es von Erich kam!"
Sams Herz setzte kurz aus. Wie konnte er das wissen? Hatte Frodo tatsächlich am Geschmack erkannt, daß es Erichs Schweiß war, den er getrunken hatte? Würde er denken, er, Sam, hatte ihn in eine Falle locken wollen? Würde er sauer auf ihn sein? Doch noch bevor Sams Gedanken sich verknoten konnten, murmelte Frodo:
"Es war bestimmt Erich! Er hat mir das hingestellt! Wer sonst sollte ein Interesse daran haben, mir so etwas anzutun?"
Sam schaute unsicher zwischen dem Tongefäß und seinem Chef hin und her.
"Ach, vielleicht war ... oder möglicherweise ... hat es vielleicht nicht mit Absicht ..." stotterte er. Ihm war auf einmal ganz mulmig zumute. Was sollte er nur tun? Eine weitere Lüge?
"ERICH!" brüllte Frodo da auch schon. "ERICH! SOFORT HIERHER!"
Wenige Augenblicke später wurde der Hüne von TomTom ins Zelt geführt.
Die fragenden Blicke der beiden ignorierte der Hobbit und schrie sofort los:
"So etwas lasse ich mir nicht gefallen! Niemals! Los, knie dich da hin!"
Er zeigte in die Ecke, in die er sich übergeben hatte.
Erich zögerte kurz, befolgte dann aber den Befehl. Als er sich hinunter beugte, bemerkte Sam die blutigen Striemen, die sich über den Rücken zogen. Jetzt wurde ihm selbst schlecht.
"Was ist denn?" fragte Frodo, der bemerkt hatte, daß sein Gärtner kalkweiß geworden war. "Katzen stößt man auch mit dem Gesicht in ihren Urin, damit sie es lernen!"
Doch Sam schüttelte nur den Kopf und verließ das Zelt.

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Geändert durch RzwoDzwo (08.03.2012 22:51)

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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

„Die Farbe kommt fast hin“, stellte Mortimer fest.
„Vielleicht ein wenig zu grün, aber der orangene Farbton passt“, bestätigte Horratio, während die beiden Ratten Frodo dabei beobachteten, wie er sich übergab. „Auf alle Fälle ist es genauso übelriechend wie bei den Blauracken!“
„Faszinierend. Wenn es eine Parallele gibt, dann würde das aber auch bedeuten, dass...“. Mortimer stockte. Der Nager hörte jemanden näher kommen.
Der zweite Halbling, den die sie den Devoten nannten, betrat das Zelt und hielt ein Hemd in den Händen.
„Dein Hemd habe ich gewaschen, es sollte morgen wieder trocken und sauber sein", hörten sie den Hobbit sagen."Frodo? Frodo, bist du da? „Ach du meine Güte!"
„…erstens der Andere alarmiert ist", führte Mortimer fort, "und zweitens…“
„Ich werde mich sicherheitshalber einmal draußen umsehen“, verkündetet Horratio, ohne seinen Kollege ausreden zu lassen.
Nach einer Weile kam er wieder zurückgehuscht und sah, dass inzwischen einer der Na’vi und der Mensch, den sie Erich riefen, das Zelt betreten hatten.
„Und?“, fragte Mortimer.
„Nichts zu wittern, ich konnte nichts gefährliches entdecken. Vielleicht ist die Bedeutung doch nicht vollständig konform mit den Coracias garrulus“, sinnierte Horratio.
„Oder es ist nur eine Definitionsfrage. Schau doch, wie sie den Menschen durch das Sputum reiben! Für ihn hat die Situation durchaus eine Gefahr beinhaltet, nur hat er sie vorher nicht gerochen“, interpretierte Mortimer und die beiden Ratten brachen in piepsendes Gelächter aus.

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Geändert durch Aramir (10.03.2012 15:29)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Sam hatte dringend frische Luft gebraucht. Nicht nur war der Gestank im Zelt fast unerträglich gewesen - Erich hatte sich schließlich seit Tagen nicht waschen können - es plagte ihn zusätzlich noch das schlechte Gewissen. Er konnte sich nicht erklären, warum er zu feige gewesen war, um seinem Chef die Wahrheit zu sagen. Nachdenklich setzte er sich auf einen Steinbrocken.

Als der Hüne wieder hinaus geführt wurde, war er schon fast eingenickt. Aufgeschreckt drehte er sich um und konnte im schwachen Schein des Lagerfeuers erkennen, daß Erichs Gesicht über und über mit Erbrochenem beschmiert war. Auch wenn es für sein Aussehen eine Verbesserung war, faßte sich der Gärtner kurze Zeit später ein Herz und trat an ihn heran.
Erich war, wie immer, an einen Baum gefesselt.
"Was willst du von mir?" knurrte er.
Sam antwortete nicht, sondern wischte ihm mit dem Hemd, das er immer noch in den Händen hielt, vorsichtig die Visage ab. Dann nahm er aus dem Gepäck der Na'vi ein Fläschchen, durchtränkte eine noch saubere Ecke des Hemdes mit dem Inhalt und betupfte damit die Peitschenstriemen.
Erich stöhnte, aber diesmal war es aus Erleichterung über den vergehenden Schmerz.
"Besser?" fragte der Halbling.
Der Hüne spuckte auf den Boden: "Wenn du deine Fresse aus meinem Blickfeld schieben könntest, ginge es noch besser!"

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der nächste Morgen begann friedlich mit einer kühlen Brise und einem guten Frühstück. Frodo aß genüßlich die letzten Reste der Urwaldkuh, während er den Na'vi dabei zusah, wie sie sich mit dem Abbau des Lagers abmühten.
"Weißt du, Sam", sagte er schließlich, nahm die Hände hinter seinen Kopf und lehnte sich an einen großen Stein, "so ein Leben könnte mir gefallen. Nach meiner Rückkehr ins Auenland wurde ich nicht so hofiert wie jetzt. Dabei hätte ich es verdient gehabt. Aber das Pack hat es vorgezogen, meine Heldentaten zu ignorieren. Warum sollte ich eigentlich dort hin zurückkehren? Ich könnte doch weiterleben als der König der Bläulinge! Der Herrscher des Urwaldes! Ich müßte nichts fürchten und könnte es mir einfach gutgehen lassen bis an mein Lebensende. Was soll ich zurück zu Merry, Pippin, Hamfast und den anderen Dummköpfen?"
Sam hörte auf zu kauen und sah seinen Freund erschrocken an. Erst als der angesammelte Sabber schon seine Mundwinkel hinunter troff, erinnerte er sich daran, daß er noch schlucken mußte.
"A-aber Chef", stotterte er, "wir gehören hier nicht hin. Wie gehören nach Hobbingen. Hobbits haben im Urwald nichts verloren."
"Warum?" fragte Frodo und zog herausfordernd die Augenbrauen hoch.
Sam grinste hilflos. Dann zuckte er mit den Schultern. Gegen seinen Herrn konnte er auf diese Weise nicht gewinnen. Dafür war dieser einfach zu schlau.

Frodo rappelte sich auf.
"Ich gebe dem Gefangenen mal sein Frühstück."
Eine rote Warnlampe begann in Sams Kopf zu leuchten, aber er verstand noch nicht, was sie zu bedeuten hatte. Es hatte irgend etwas zu tun mit letzter Nacht. Aber was? Was hatte ...? Plötzlich begriff er.
"Frodo! Warte!" rief er und eilte seinem Freund hinterher. "Ich kann Erich doch sein Essen geben, du mußt dich damit nicht belasten!"
Doch Frodo stand schon längst bei dem Hünen, mit hochrotem Kopf und zitternd vor Zorn.
"Wer", grollte er, "wer hat dir das Gesicht gewaschen? Ich habe befohlen, daß du SOFORT wieder angebunden wirst! Wer war das, raus damit!"
Der Gärtner kam neben beiden zum Stehen. Sein Herz klopfte so laut, daß er sich sicher war, die anderen würden es hören. Gleich würde Erich die Wahrheit erzählen. Und ob Frodo ihm verzeihen würde - da war er sich mittlerweile nicht mehr sicher.

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Es dauerte eine Weile, bis der Hüne auf Frodos Frage mir fester Stimme antwortete:
"Ich habe mir das Gesicht abgeleckt und es dann im Dreck gewälzt, damit der Rest deiner Kotze auch ab geht."
Sam wischte sich unauffällig den Schweiß von der Stirn. Er war froh um die Lüge, auch wenn sie nicht besonders gut war. Erich war so festgebunden, daß er schon ein Schlangenmensch aus Harad sein müßte, um mit seinem Gesicht den Boden zu erreichen. Doch Frodo schien damit zufrieden zu sein.
"Sehr gut", grinste er, "so gefällt mir das! Dein Verhalten soll nicht unbelohnt bleiben. Hier, du bekommst heute diese große Tüfte. Weiter so, Gefangener, weiter so!"
Er warf ihm die Kartoffel in den Schoß und ging wieder zurück.
Erich sah kurz zu Sam auf, und als sich ihre Blicke trafen, nickte der Halbling dankbar. Dann folgte er Frodo zurück ans Lagerfeuer.

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