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Spiel & Spaß » Das Mathom-Haus » "ICH sage das!" - Zitate-Thread

Pyr

Gefährte

"ICH sage das!" - Zitate-Thread

(Altgesagtes)

Gommorah is a nursery rhyme
you won't find in the book.
It's written on your city's face,
just stop and take a look.

(Sixto Rodriguez)


In ihrem Schweigen gegen die Erlebnisberichte der Individuen wird die Totalität das letzte Wort behalten.
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Keks

Gefährte

Re: "ICH sage das!" - Zitate-Thread [Re: Pyr]

33jähriger Mensch, der seit 6 Monaten im Referendariat ist, zu einer schätzungsweise 18jährigen angehenden Lehramtsstudentin, eingebettet in einen ca. 15minütigen Vortrag über Marburg ("es ist wie eine fünf Jahre dauernde Klassenfahrt!"), Marburg ("wenn Du mal in Marburg gewohnt hast, kennst Du überall Leute! Ich bin in einem halben Jahr Hamburg schon fünfmal angesprochen worden von irgendwelchen Leuten, die mich aus Marburg kennen!"), das Studium ("am Anfang geht es allen so, aber denk in zwei Jahren noch mal an meine Worte!"), Marburg ("nach ein paar Jahren kriegt man dann auch den Blues und will woanders hin, aber dann kommt man immer wieder, weil es einfach so schön ist!") und wie cool er ist (kein wörtliches Zitat nötig, der Habitus hat völlig gereicht):

"Und Du wirst dann auch merken, beim Lehrer sein geht's nicht darum, einfach vorne zu stehen und einen Vortrag zu halten."

Pero este no es el mundo que yo quiero.

Ich finde tackern super. Ich finde, man sollte viel mehr tackern.
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Caddy

Gefährte

Re: "ICH sage das!" - Zitate-Thread [Re: Keks]

Nabokov, Gelächter im Dunkel schrieb:
«Ein gewisser Mann», sagte Rex, während er mit Margot um die Ecke bog, «verlor einmal einen diamantenen Manschettenknopf im großen blauen Meer, und zwanzig Jahre später aß er an genau dem gleichen Tag, anscheinend einem Freitag, einen großen Fisch – aber es war kein Diamant darin. Das ist es, was mir am Zufall so gefällt.»



Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

E Caddy come corpo morto cade.
~ Dante Alighieri, Commedia
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sphnix

Gefährte

Re: "ICH sage das!" - Zitate-Thread [Re: Caddy]



---

Ich hab mir ja heute "Pnin" nicht gekauft, schweren Herzens. Weil ichs schon besitze - aber es war so eine schöne alte Taschenbuchausgabe. :/
Dafür hab ich mir was für 30 Cent von Barthes gekauft.

Man liest nie mit dem Herzen gut.

Fake it while you can
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sphnix

Gefährte

Re: "ICH sage das!" - Zitate-Thread [Re: sphnix]

"Er ist ja ein Fan von Philosophie und so und Nietzsche hat er noch nicht"
...
Mädel in der Uhbahnstation über ein soeben gekauftes Geschenk

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Caddy

Gefährte

Re: "ICH sage das!" - Zitate-Thread [Re: sphnix]

Was hat Barthes Dir denn verkauft?

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

E Caddy come corpo morto cade.
~ Dante Alighieri, Commedia
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sphnix

Gefährte

Re: "ICH sage das!" - Zitate-Thread [Re: Caddy]

Seine Ansichte.
Ehm. Das eine. Dings. Ich schreibs, sobald ichs finde. )

----

Zitate zum Themenfeld "Warum ich Mehdchen und Mehdchen-die-zu-denken-versuchen-ohne-es-zu-tun und Mehdchen überhaupt hasse":


- "Der Zufall ist mehr zufällig, Schicksal so mystisch-religiös"
- "Die Mystik, die sich da dranhängt" (gemeint, aber wiederholt falsch benannt, war Mythologie)
- "Wir haben das eigentlich so erkannt..."
- "Da zeigt sich, dass sie weiß was Inzest ist und dass es verwerflich ist"
- "Also in einer normalen Partnerschaft ist es ja nicht so gut, dass ..."
-"Es war für mich in ein wirklicher Gänsehautmoment ..."

kfinibrntbf u29k dfvfdj k nlkv 79vfv...


Man liest nie mit dem Herzen gut.

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sphnix

Gefährte

Re: "ICH sage das!" - Zitate-Thread [Re: sphnix]

Anmerkung: Da mir bei "Gänsehautmomenten" (ebenso wie bei "Glücksmomenten" und dergleichen) mittlerweise generell und ganz speziell bei Textdiskussionen das Kotzen kommt, ist hoffentlich eh klar(bei Unklarheiten bitte nachfragen).
Ich muss aber sagen, dass mich das Geschwalle mit den Üblichkeiten der Partnerschaft nochmal doppelt mitgenommen hat. Erstens, weil die Leute mit ihrer (anscheinend ja im Regelfall auch durch keine Argumentation berührbaren) Ideologie und Praxis von der debilen normierten Zweisamkeit die Welt überziehen und den sozialen Raum vorstrukturieren. Und zweitens, weil das dann tatsächlich nicht einmal nur als "Ich mag/will das halt so" praktiziert wird (was elend genug wäre), sondern tatsächlich als universales Weltordnungsmodell.

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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mohrchen

Gefährte

Re: "ICH sage das!" - Zitate-Thread [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
- "Der Zufall ist mehr zufällig, Schicksal so mystisch-religiös"

Zufall ist also eher zufällig? Große Weisheiten, gelassen ausgesprochen, möchte ich sagen!

Gruß, Thilo.

Never take your liberty for granted, and be careful whom you vote for because it may be the last election you'll ever have.
-- Garry Kasparov

Terroristen sind NIEMALS Gläubige. Terroristen sind IMMER kranke Arschlöcher!
-- Ralf Ruthe
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Pyr

Gefährte

Re: "ICH sage das!" - Zitate-Thread [Re: mohrchen]

mohrchen schrieb:
sphnix schrieb:
- "Der Zufall ist mehr zufällig, Schicksal so mystisch-religiös"

Zufall ist also eher zufällig? Große Weisheiten, gelassen ausgesprochen, möchte ich sagen!



Lernen ist auch ein Lernprozess.

Gommorah is a nursery rhyme
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just stop and take a look.

(Sixto Rodriguez)


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Caddy

Gefährte

Re: "ICH sage das!" - Zitate-Thread [Re: Pyr]

»Der Film hat keinen realen Hintergrund, alles fiktiv, und trotzdem irre gut gemacht.«
~ Kinozuschauerin vor Filmbeginn zu einem anderen Film

»Ich finde, es ist ein riesiger Unterschied, wenn man so in einem Raum sitzt und einen Film sieht.«
~ ihre Gesprächspartnerin über die Vorzüge der Kino- gegenüber der heimischen Sichtung

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

E Caddy come corpo morto cade.
~ Dante Alighieri, Commedia
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ratatoeskr

Gefährte

Re: "ICH sage das!" - Zitate-Thread [Re: Caddy]

Die Filmvorführer machen den Film übrigens gar nicht selber!
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sphnix

Gefährte

Re: "ICH sage das!" - Zitate-Thread [Re: Caddy]

Caddy schrieb:
»Der Film hat keinen realen Hintergrund, alles fiktiv, und trotzdem irre gut gemacht.«
~ Kinozuschauerin vor Filmbeginn zu einem anderen Film

»Ich finde, es ist ein riesiger Unterschied, wenn man so in einem Raum sitzt und einen Film sieht.«
~ ihre Gesprächspartnerin über die Vorzüge der Kino- gegenüber der heimischen Sichtung



Bemerkung 2 ist deutlich sinnvoller als Bemerkung 1, nur grammatikalisch etwas unvollständern.

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Caddy

Gefährte

Re: "ICH sage das!" - Zitate-Thread [Re: sphnix]

Inwiefern ist die zweite sinnvoll? Ich hätte gesagt, dass das Gucken eines Films in einem Raum auch bei der Sichtung jenseits des Kinos ziemlich üblich ist.

Bemerkung 1 wurde von der Gesprächspartnerin übrigens sinngemäß mit »Beruht wahrscheinlich auf realen Erfahrungen« kommentiert.

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

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~ Dante Alighieri, Commedia
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sphnix

Gefährte

Gemeintes und Gesagtes [Re: Caddy]

Ich nehme an, die betreffende Person wollte darauf hinaus, dass man in einem Kino Filme anders schaut als daheim. Dieses dem kolporierten Satz zu entnehmen bedarf zwar einer gewissen gabe der Interpretation, aber ich würde mir selbst zutrauen, das in Momenten der Schludrigkeit selbst so zu formulieren; ergo kann es nicht verwerflich sein.
Der zweite Satz hingegen enthält Gedankengut, das eher Gedankenschlecht ist, und ist insofern berechtigterweise mit Hohn zu bedenken.

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Caddy

Gefährte

Re: Gemeintes und Gesagtes [Re: sphnix]

Die zweiten werden die ersten sein!

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sphnix

Gefährte

AL [Re: Caddy]

Demnach sind die letzten die zweiten?

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Caddy

Gefährte

Re: AL [Re: sphnix]

Du hast die Sätze durcheinander gebracht!

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sphnix

Gefährte

Re: AL [Re: Caddy]

Ich habe nur rückwärts gezählt. Wir in der Raumfahrt machen das so, um rasch zum schwarzen Loch der Null vorzustoßen.

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Pyr

Gefährte

Re: AL [Re: sphnix]

"Ist das heute noch relevant, oder ist es ein Kunstwerk?"

(Elke Heidenreich; ca. 23:40)

Besser kann niemand auf den Punkt bringen, warum Elke Heidenreich für literarische Einschätzungen in etwa so relevant ist wie "De bello Gallico" für die Ausbildung zum Dampfwalzenfahrer.

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Caddy

Gefährte

Re: AL [Re: Pyr]

Sehr schön. Erinnert mich ein bisschen an das hier, ist aber noch mal ein ganzes Stück schlimmer.

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Pyr

Gefährte

Re: AL [Re: Caddy]

    "Sei dabei: Einlauf-Kind beim Audi-Cup"


Werte Abendzeitung, ich kann mich des Verdachtes nicht erwähren, dass dieser Aufmacher, der heute auf allen Münchner Zeitungskästen zu lesen ist, vielleicht nicht von den Alleraufmerksamsten überprüft wurde, bevor er in Druck ging.

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mohrchen

Gefährte

Re: AL [Re: Pyr]

Der Begriff existiert schon länger und sorgt immer wieder für unfreiwillige Heiterkeit.

Gruß, Thilo.

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astrolenni

Gefährte

Re: AL [Re: mohrchen]

disneyfan5002 schrieb:
Ich finde Papierdrache ist der einzige in dieser Diskussion der Fakten bringt. Alle andere ignorieren die Fakten, aus ideologischen Gründen. Fakt ist, das Die Gewaltkriminalität besonders unter Flüchtlingen besonders hoch ist. Und solche Leute wie diese komische Rackete, will das Deutschland noch mehr von denen aufnimmt.







Bildung kommt von Bildschirm und nicht von Buch, sonst hieße es ja Buchung.
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Pyr

Gefährte

Re: AL [Re: astrolenni]

Was denn, stimmt doch. Wenn er Ideologie verbreiten würde, wäre Inken schließlich schon längst gegen ihn vorgegangen.

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sphnix

Gefährte

Re: AL [Re: Pyr]



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sphnix

Gefährte

Re: AL [Re: sphnix]

"Die red'n wos 'zamm!"

Orffenbar äußerst polyglotter* Bajuvare, als er an zwei Menschen (dunkelhäutig, der männliche Teil sprich ins Handy, in einer schätzungsweise nicht-europäischen Fremdsprache) vorbeikommt, mit Blick auf diese.



* das ist jedenfalls die schmeichelhaftere Hypothese

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Amata

Gefährte

Re: AL [Re: sphnix]

Vielleicht muss man einen Artikel zu zum OECD-Bericht mit dem schönen Titel "Going for Growth" etwas wirr schreiben. Dann ist das der Tagesschau gut gelungen:

In Bezug auf:
Auch die Einkommenssteuer allgemein in Deutschland hat die OECD unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass Menschen mit niedrigen Einkommen hoch ist.




https://www.tagesschau.de/inland/oecd-arbeitsmarkt-deutschland-101.html

"It's all in Hogwarts: A History."
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sphnix

Gefährte

Re: AL [Re: Amata]

"... ob er das nicht sieht, dass er mir die Energie raubt, nicht die Uni..."
(dämliches Mädelchen an der Ubahnstation)


... das Beziehungsgequatsche der Seminarmädel vor dem Seminar war auch eklig. Diese Selbstverständlichkeiten schnüren mir die Luft ab. Und zu den Texten haben sie natürlich exakt nichts gesagt, sondern nur debil geglotzt. Warum tun die überhaupt kommen tun? Ist doch nicht verpflichtend.

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sphnix

Gefährte

hwr htzn sw! [Re: sphnix]

Kontaktanzeigen im Zeit-Magazin (vom 4.7.): Ewiger Quell von Frohsinn & Heiterkeit!
Zwei 37jährige suchen z.B. einen Deckhengst, eine „Norddeutsche Deern mit Kinderwunsch“ und Münchnerin, die einen liebevollen usw. Typen mit Kinderwunsch wünscht. Es geht aber noch lustiger - wenn etwa eine „Fröhlich schimmernde attraktive Sonnenblume [...] kommunikativ und bewegungsfreudig [sic!] am Wegesrand wartet" (auf einen „humorvollen, großen Blumenliebhaber“. Trist ist die Dame, die einen „Fortsetzungsroman in mehreren Bänden“ mit einem Mann sucht, der „nicht schön, aber markant, männlich, groß und gebildet“ sein soll (alldieweil sie ein „Feminines Wesen“ ist oder hat). "Er sucht sie" ist nicht minder witzig. Da ist etwa ein faselnder 47jähriger, „‘Philosoph‘“, der „schlichtfeiner empfindsamer Maid - á la Sophie Scholl? / Studentin? / mit Sproß?/ [...] ...? männlich-väterlichlieber Gefährte“ sein möchte. Oder ein 59jähriger, der für „sinnliche Abende“ eine Frau zwischen 30 und 60 anstrebt. Oder ein „Alternder Autor“, der „junges Semester als Muse und Novizin“ sucht. Am besten hat mir aber der „Alphamann der Superlative“ gefallen: „Sehr erfolgreich und vermögend, er liebt schnelle Autos []. Seine Domizile erstrecken sich über die ganze Welt. [...] Er weiß, was er will, kann sich durchsetzen u. hat das Sagen. Zu seiner Frau wird er zärtlich und großzügig sein. [...] Nutzen Sie diese einmalige Chance, Männer dieser Art gibt es nicht wie Sand am Meer.
Das wollen wir hoffen. Aber wer denkt sich so etwas aus?

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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sphnix

Gefährte

a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

Seminar, also Lektürekurs.
Die Referentinnen beginnen mit der Frage, wie man das denn so sehe, wie sich denn Ethik und Ästhetik allgemein zueinander verhalten. Naturgemäß produziert eine Frage dieses Grades von Allgemeinheit keine enormen Antwortanstürme. Darauf Referentin: "Also, ich hab mich im Duden erkundigt..." (folgen: Dudendefinitionen).

Andere schöne Sätze:
"Ich hab das ein bisschen so interpretiert..."
"... sehr romantisches Bild von..."
"Da lernt man als Leser, und das ist das Ethische, dass es nicht so einfach ist..."
"Da fängt er an, sich als Opfer darzustellen..."
"... dreimal, ja, äh, Sehks hatte..."
"Wie habt ihr die Stelle empfunden?"
"Es hat mich ein bisschen an eine Art Flucht erinnert."
"Wir wollten nochmal fragen, wie's euch als Leser so geht, ob ihr ein ungutes Gefühl habt, oder …" (auf das Buch als Ganzes bezogen).


……….. Merke: Umgang mit Mehdchen macht einem kritisch gegen die eigene Sprache, Auf einmal wird einem alles Relativierende ein bisschen so irgendwie suspekt, so irgendwie, ein bisschen.

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Caddy

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

In Bezug auf:
Deutscher Titel: I’m Not a F**king Princess
Originaltitel: My Little Princess




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sphnix

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Caddy]



... ich dachte, das heißt "My little Pony"?

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sphnix

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

"Ich hätte diese Ziereiszapfen niemals anbringen sollen"
(Skipper)


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Morion

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

Die Tagesschau über Netflix schrieb:
Die erwarteten Kundenzahlen bleiben weit unter den Erwartungen.


Ahja.

Ceterum censeo dass Tabu die bessere Alternative gewesen wäre.
Quiek! Quiek! Quiek!
Ist das Satire oder kann das weg?
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sphnix

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Morion]

Dinge, die ich nicht verstehe:

In Bezug auf:
In unseren Forschungen haben viele gesagt, sie wollten ihrer Schule auch etwas zurückgeben.


https://www.sueddeutsche.de/bildung/abi-streich-gabriele-dafft-1.4484026

Der Artikel ist aber dennoch nicht ganz uninteressant, weil er, zusammengefasst, in etwa bestätigt, dass das hysterische Festklammern an sinnlosen, und immer sinnloser gewordenen Formen zunimmt in dem Maße, wie die reale Basis sich auflöst; was ich, alles in allem, letztlich als (umgangssprachlich gesagt) schizophrene Tendenz wahrnehme.

-----------


Aber zum Ausgangszitat gefragt:
Kann eigentlich irgendwer dieses Gewäsch von "etwas zurückgeben" verstehen, ob es nun die Schule, die Eltern oder der Staat ist?

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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NaugrimNogrod

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

Bei Schule fällt es mir schwer, weil meine Schule scheiße war und weil die Lehrer dort ja bezahlt werden, Bildung zu vermitteln, da muss ich nix zurückgeben.
Bei Staat hab ich es auch noch gehört, nur bei Gesellschaft und im Privaten verstehe ich das sogar ganz gut.
Weil ich einseitige Beziehungen als belastend empfinde, wenn also in einer Freundschaft etwa immer nur einer gibt und der andere nimmt, dann hängt die Beziehung in meinen Augen schief.
Dann ist das keine Freundschaft sonder einer schmarotzt.
Eine ausgeglichene Beziehung ist aber durchaus etwas subjektiv empfundenes und kann bei jedem anders aussehen.

~~**~~**~~**~~
Like gravity, karma is so basic we often don’t even notice it
~~°°~~°°~~°°~~
Und was wir heute nicht gesehn, das ruft uns morgen, fortzugehn
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sphnix

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: NaugrimNogrod]

NaugrimNogrod schrieb:
Bei Schule fällt es mir schwer, weil meine Schule scheiße war und weil die Lehrer dort ja bezahlt werden, Bildung zu vermitteln, da muss ich nix zurückgeben. Bei Staat hab ich es auch noch gehört, nur bei Gesellschaft und im Privaten verstehe ich das sogar ganz gut.



Ich dachte jetzt vor allem an nicht-private Kontexte.
Mir begegnet die Phrase vor allem dort, wo es um das Verhältnis des Individuums zu einer größeren Einheit geht, der es vielleicht (immanent betrachtet) etwas "verdankt", die aber in der Regel nichts ist, zu dem das Individuum sich frei verhält.
(sowas z.B.:
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fre...ben-1.4131755=)


Da sich der Schüler zur Schule, das Individuum zur Gesellschaft, die Tochter/der Sohn zu den Eltern* nicht frei verhalten, ist der Gedanke, hier "etwas zurückgeben" zu sollen/können/müssen eine ideologische Verschleierung realer Verhältnisse. In dieser Phrase erscheint derjenige, der primär einem größeren Ganzen ausgeliefert ist und über dessen Gestaltung nichts entschieden hat, als zur Dankbarkeit verpflichteter Nutznießer einer wohlwollenden Instanz, und das ist eine nackte Lüge; auch dort, wo man es konkret gut getroffen haben mag.




* Eltern, in dieser Rolle, sind nicht privat. Seiner Mutter konkret auf Dankbarkeit für eine konkrete Nettigkeit seinerseits etwas Nettes tun, ist etwas anderes, als "seinen Eltern etwas zurückgeben".

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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NaugrimNogrod

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

Bist du sicher, dass du den richtigen Link gepostet hast?
Ich finde da jetzt nicht näher erklärendes oder relevantes...

Der Nutznießer ist ja nicht zur Dankbarkeit verpflichtet. Die Dankbarkeit gegenüber einer Schule ist sogar eher selten. Und ich glaube, wenn sie vorkommt, dann eben, weil diese Schule ihren Job besser gemacht hat als 08/15-Schulen es gemeinhin tun. Es geht dann also um etwas, das man als über das Gewöhnliche hinaus bekommen hat und das eben dann die Dankbarkeit hervorruft.

So wie manche Leute "der Gesellschaft etwas zurückgeben wollen"
Sie haben dann vielleicht ehrenamtliche Unterstützung erfahren, die ihnen in außergewöhnlicher Situation sehr geholfen hat und engagieren sich daraufhin ebenfalls ehrenamtlich um anderen in ungünstigen Situationen zu helfen.

Bei Eltern ist es ja so, dass sie vieles nicht machen müssten. Sie müssen ihr Kind unterhalten so dass es nicht verhungert, erfriert oder an Krankheiten zugrunde geht. Indess ist es eine Entscheidung, ob ich weniges Geld, das ich als Mutter vielleicht habe ausgebe, weil Tochter sich Ballettunterricht wünscht oder die Kinder dreimal die Woche zum Fußballtraining fahre, obwohl ich lieber was anderes täte.
Auch hier geht es vielleicht um Dinge, die über das normale Maß hinausgehen.

~~**~~**~~**~~
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Und was wir heute nicht gesehn, das ruft uns morgen, fortzugehn
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sphnix

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: NaugrimNogrod]

Der Link ist falsch, auch wenn ich mir nicht ganz erklären kann, wie das zustandegekommen ist.
Hier:
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fre...geben-1.4131755


Rest anderwann, muss mich nun im Wasser versenken gehen.

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sphnix

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: NaugrimNogrod]

NaugrimNogrod schrieb:

Der Nutznießer ist ja nicht zur Dankbarkeit verpflichtet. Die Dankbarkeit gegenüber einer Schule ist sogar eher selten. Und ich glaube, wenn sie vorkommt, dann eben, weil diese Schule ihren Job besser gemacht hat als 08/15-Schulen es gemeinhin tun. Es geht dann also um etwas, das man als über das Gewöhnliche hinaus bekommen hat und das eben dann die Dankbarkeit hervorruft.

So wie manche Leute "der Gesellschaft etwas zurückgeben wollen"
Sie haben dann vielleicht ehrenamtliche Unterstützung erfahren, die ihnen in außergewöhnlicher Situation sehr geholfen hat und engagieren sich daraufhin ebenfalls ehrenamtlich um anderen in ungünstigen Situationen zu helfen.

Bei Eltern ist es ja so, dass sie vieles nicht machen müssten. Sie müssen ihr Kind unterhalten so dass es nicht verhungert, erfriert oder an Krankheiten zugrunde geht. Indess ist es eine Entscheidung, ob ich weniges Geld, das ich als Mutter vielleicht habe ausgebe, weil Tochter sich Ballettunterricht wünscht oder die Kinder dreimal die Woche zum Fußballtraining fahre, obwohl ich lieber was anderes täte.
Auch hier geht es vielleicht um Dinge, die über das normale Maß hinausgehen.





Es geht mir nicht darum, ob die Institutionen Sachen machen "müssten" oder nicht, sondern dass Dankbarkeit usw. auf einer Ebene, wo sie sich an die Institution richtet, das Zwangsverhältnis unterschlägt, das darin liegt, dass der Einzelne sich in den Fängen der Institution (oder einer Gesellschaft insgesamt, die ihm nur die und die Institution als Ausweg aus einer Notlage lässt) befindet.

Selbst an die auf eine bestimmte Person gerichtete individuelle Dankbarkeit ist im Kontext institutionell deformierter Verhältnisse nie unproblematisch (weil sie wiederum die institutionelle Zurichtung des Gesamtverhältnisses unterschlägt*) - aber sie hat zumindest noch eine irgend-sinnvolle (bzw. wiederum nicht sinnvoll wegkürzbare) Facette. Einer Institution "etwas zurückgeben" stellt indes einen ziemlich lückenlos affirmativen Akt gegenüber der aufgezwungenen Organisation der Gesellschaft dar.


















* dafür ist, ihrem Zuschnitt gemäß, Elternschaft/Familie natürlich am anfälligsten

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NaugrimNogrod

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

Ich sehe halt einen Unterschied, ob ein Zwangsverhältnis eines Schüler und seiner Schule für den Schüler schier unerträglich war oder eher angenehm und mit positiven Gefühlen besetzt.
Und wenn dieses Verhältnis eher angenehm war, weil sich die Mitarbeiter und die Elternvertretung dieser Schule besonders engagieren, dann finde ich es nachvollziehbar, dies mit Dankbarkeit zurückzugeben

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Pyr

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: NaugrimNogrod]

NaugrimNogrod schrieb:
Ich sehe halt einen Unterschied, ob ein Zwangsverhältnis eines Schüler und seiner Schule für den Schüler schier unerträglich war oder eher angenehm und mit positiven Gefühlen besetzt.
Und wenn dieses Verhältnis eher angenehm war, weil sich die Mitarbeiter und die Elternvertretung dieser Schule besonders engagieren, dann finde ich es nachvollziehbar, dies mit Dankbarkeit zurückzugeben



...

Das kann man sich nicht ausdenken.

Gommorah is a nursery rhyme
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(Sixto Rodriguez)


In ihrem Schweigen gegen die Erlebnisberichte der Individuen wird die Totalität das letzte Wort behalten.
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Amata

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Re: a prison cell of stupidity [Re: Pyr]

Pyr schrieb:
NaugrimNogrod schrieb:
Ich sehe halt einen Unterschied, ob ein Zwangsverhältnis eines Schüler und seiner Schule für den Schüler schier unerträglich war oder eher angenehm und mit positiven Gefühlen besetzt.
Und wenn dieses Verhältnis eher angenehm war, weil sich die Mitarbeiter und die Elternvertretung dieser Schule besonders engagieren, dann finde ich es nachvollziehbar, dies mit Dankbarkeit zurückzugeben



...

Das kann man sich nicht ausdenken.


Ich hoffe, dass du noch eine andere Antwort auf diesen Beitrag planst.

Die Antwort finde ich, dafür dass bisher ja ein ernsthaftes Gespräch gelaufen ist, unnötig herablassend.

"It's all in Hogwarts: A History."
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Pyr

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Re: a prison cell of stupidity [Re: Amata]

Bitte lies dir den Wortlaut von Naugrims Beitrag noch einmal genau durch. Bitte.

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sphnix

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Re: a prison cell of stupidity [Re: Amata]



Amata schrieb:
Pyr schrieb:
NaugrimNogrod schrieb:
Ich sehe halt einen Unterschied, ob ein Zwangsverhältnis eines Schüler und seiner Schule für den Schüler schier unerträglich war oder eher angenehm und mit positiven Gefühlen besetzt.
Und wenn dieses Verhältnis eher angenehm war, weil sich die Mitarbeiter und die Elternvertretung dieser Schule besonders engagieren, dann finde ich es nachvollziehbar, dies mit Dankbarkeit zurückzugeben



...

Das kann man sich nicht ausdenken.


Ich hoffe, dass du noch eine andere Antwort auf diesen Beitrag planst.

Die Antwort finde ich, dafür dass bisher ja ein ernsthaftes Gespräch gelaufen ist, unnötig herablassend.



Das "Herablassende" sehe ich erst einmal nicht (auch wenn ich mir ebenfalls nähere Ausführungen natürlich wünsche und auch für angemessen halte) - aber tatsächlich sehe ich in der vorliegenden Antwort eine Form von Ignorieren (nicht notwendigerweise ein absichtliches*) des von mir geschriebenen, die es mir schwer macht, noch etwas zu sagen. Ich werde es aber versuchen:

NaugrimNogrod schrieb:
Ich sehe halt einen Unterschied, ob ein Zwangsverhältnis eines Schüler und seiner Schule für den Schüler schier unerträglich war oder eher angenehm und mit positiven Gefühlen besetzt.
Und wenn dieses Verhältnis eher angenehm war, weil sich die Mitarbeiter und die Elternvertretung dieser Schule besonders engagieren, dann finde ich es nachvollziehbar, dies mit Dankbarkeit zurückzugeben



1. werden solche "Zurückgebereien" nicht selten im institutionellen rahmen praktiziert und sind eingebunden in das institutionelle, naturgemäß affirmative Skript einer Veranstaltung (z. B. beim Schulabschluss, wo die Klassensprecher dem Lehrkörper usw. im Namen der gesamten Klasse, die garantiert nicht geschlossen hinter dem Gesabbel steht, in den Arsch kriechen.

2. sind Personengruppen, die innerhalb einer Institution agieren, immer irgendwie auch auf diese Institution verpflichtet und affirmativ zu dieser; insofern muss meine Position zu ihnen, wenn ich ihnen als zwanghaft zur Institution Verpflichteter begegne, notwendig ambivalent sein. Sie treten nie als REINE Individuen auf; und in der Regel sind auch ihre besseren Bestrebungen und Taten korrumpiert vom schlechten Endzweck des Gesamtsystems (bei Schule: Ausbildung von Zahnrädchen für den Konkurrenzmarkt)

3. fallen sie aber auch nie mit der Institution zusammen; und das heißt, es ist komplett unsinnig und unmöglich, sich bei Frau Meier vom Elternbeirat dadurch zu bedanken, dass man "der Schule etwas zurückgibt".



*"das kann man sich nicht ausdenken" muss sich, nebenbei, ja auch nicht auf ein Individuum beziehen - es kann sich auch auf die vom Individuum reproduzierte allgemeine Logik beziehen, in deren Bann das Individuum steht, wenn es bestimmte Sachen äußert

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Amata

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Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

sphnix schrieb:


Amata schrieb:
Pyr schrieb:
NaugrimNogrod schrieb:
Ich sehe halt einen Unterschied, ob ein Zwangsverhältnis eines Schüler und seiner Schule für den Schüler schier unerträglich war oder eher angenehm und mit positiven Gefühlen besetzt.
Und wenn dieses Verhältnis eher angenehm war, weil sich die Mitarbeiter und die Elternvertretung dieser Schule besonders engagieren, dann finde ich es nachvollziehbar, dies mit Dankbarkeit zurückzugeben



...

Das kann man sich nicht ausdenken.


Ich hoffe, dass du noch eine andere Antwort auf diesen Beitrag planst.

Die Antwort finde ich, dafür dass bisher ja ein ernsthaftes Gespräch gelaufen ist, unnötig herablassend.



Das "Herablassende" sehe ich erst einmal nicht (auch wenn ich mir ebenfalls nähere Ausführungen natürlich wünsche und auch für angemessen halte) - aber tatsächlich sehe ich in der vorliegenden Antwort eine Form von Ignorieren (nicht notwendigerweise ein absichtliches*) des von mir geschriebenen, die es mir schwer macht, noch etwas zu sagen.


Da ich eben davon ausgehe (was du ja auch zumindest für möglich hälst), dass kein absichtliches Ignorieren deiner Beiträge vorliegt, sondern viel mehr ein beispielhaftes Verdeutlichen der eigenen Position, finde ich einen Beitrag wie den von Pyr, auf den wirklich nichts mehr entgegnet werden kann, herablassend.


In Bezug auf:
*"das kann man sich nicht ausdenken" muss sich, nebenbei, ja auch nicht auf ein Individuum beziehen - es kann sich auch auf die vom Individuum reproduzierte allgemeine Logik beziehen, in deren Bann das Individuum steht, wenn es bestimmte Sachen äußert


Ja, natürlich. Und ich hätte meine Anmerkung auch nicht geschrieben, wenn Pyr den Beitrag unter ein Zitat aus einer Zeitschrift oder eines Internetbeitrags geschrieben hätte. Da ist ist ein wirklicher Austausch mit dem Verfasser nun mal nicht/nur sehr schwer möglich. Gleiches gilt auch nach manchen eurer hier im Forum geführten Diskussionen, bei denen irgendwann nur noch mit wirren Vorwürfen nach seitenlanger "Diskussion" um sich geworfen wird.

Das alles sehe ich hier aber nicht. Ich gehe nach Naugrims Beiträgen von einem Interesse am Austausch aus und halte in dem Fall Beiträge wie den von Pyr nur für unnötig provozierend, ohne sinnvolle Möglichkeit der Antwort.

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NaugrimNogrod

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Re: a prison cell of stupidity [Re: Amata]

@sphinx
ich habe tatsächlich nicht absichtlich irgendwas ignoriert, ich verstehe vielleicht einfach nicht genau, was du meinst
Man gibt ja nicht der Institution Schule etwas zurück
Und auf eine Dankesrede zum Schulabschluss bin ich gar nicht gekommen
Hier gibt es Schulen, in denen sich Ehemalige ehrenamtlich engagieren.
Sie kaufen aus Spenden Musikinstrument für eine Band oder bieten in der Ganztagsschule Neigungsgruppen wie Klettern, Kochen oder Fotografie an.
Das heißt für mich, dass sie positive Erfahrungen nicht an die Institution zurückgeben, sondern an die nächste Generation Schüler.
Für mich ist es eher eine ungünstige Formulierung zu sagen "Ich gebe es meiner Schule zurück"
(hab ich aber in meinem Bekanntenkreis auch noch nie gehört und Formulierungen von Zeitungen sind öfters mal bescheuert)

@Amata
danke

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Pyr

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Amata]

Noch einmal: Ich bitte darum, sich genau durch den Kopf gehen zu lassen, was Naugrim hier geschrieben hat.

NaugrimNogrod schrieb:
Ich sehe halt einen Unterschied, ob ein Zwangsverhältnis eines Schüler und seiner Schule für den Schüler schier unerträglich war oder eher angenehm und mit positiven Gefühlen besetzt.
Und wenn dieses Verhältnis eher angenehm war, weil sich die Mitarbeiter und die Elternvertretung dieser Schule besonders engagieren, dann finde ich es nachvollziehbar, dies mit Dankbarkeit zurückzugeben



Der erste Satz ("...Unterschied, ob ein Zwangsverhältnis [...] angenehm und mit positiven Gefühlen besetzt.") legt bereits den Schwerpunkt auf die Frage des Wie eines Zwangsverhältnisses, während von der Tatsache, dass es sich eben um ein Zwangsverhältnis handelt, abgesehen wird. Der zweite Satz bestätigt das noch, und beschreibt auch das Lob als eines, welches der gut geführten Institution als Institution gilt. Insofern Naugrim sphnix' Ausführungen nicht explizit zurückgewiesen hat, sondern den Eindruck erweckt, dass sie an diese anküpft, finde ich sphnixens Eindruck, inhaltlich ignorant behandelt zu werden, nur zu berechtigt: Ihre Problematisierung der Institution Schule wird von Naugrium inhaltlich ignoriert, sie spricht mit Selbstverständlichkeit davon, Institutionen & deren Funktionspersonal zu danken; bzw.: Naugrim findet diesen Dank "nachvollziehbar", was ich hier nur mit "durchaus irgendwie sinnvoll" übersetzen kann. Irre ich hier?

Wenn ich dem Funktionspersonal, den ausführenden Personen einer Institution, die zuvor als kritikwürdig und falsch bestimmt wurde, für seine/ihre Freundlichkeit, Effizienz, etc. in der Abwicklung eben der Institutionsprozesse danke, dann danke ich der falschen Institution, danke ich dem Personal in seiner Funktion als ausführendes Organ der Institution und ihres Zwecks: Ich bejahe die Institution und das Zwangsverhältnis, in welchem ich zu ihr stehe. Man übertrage diese Bestimmung nun einmal auf z.B. die Institutionen der Sklaverei oder der Zwangsverheiratung und die Dankbarkeit für den "guten" Sklavenhalter/Ehemann, und es wird (Hoffentlich!) deutlich, was für eine gefährliche Verzerrung des Denkens es darstellen würde, diese Dankbarkeit als unbedenklich & gut nachvollziehbar anzusehen. Egal, um was für gesellschaftliche Verhältnisse es sich handeln mag, solange man sich subjektiv wohlfühlt, ist es in Ordnung?
Ich jedenfalls käme ohne weiteres nicht dazu, davon auszugehen, dass Menschen derlei bedenkenlos von sich geben, und würde ich es z.B. in einem Roman lesen, hätte ich wahrscheinlich den Impuls, es als plump dargestellt zu empfinden und etwas zu sagen wie: "In der Realität sagt niemand so etwas." Nun weiß ich aus der Erfahrung, dass Menschen in der Realität die absurdesten Dinge von sich geben, aber auch hier gilt immer wieder: Hätte ich es nicht miterlebt, ich würde es für schlecht ausgedacht halten. Und um diese inhaltliche Ungeheuerlichkeit, die ich darin sehe, auszudrücken, zu verdeutlichen und anzugreifen (was ich für dringend notwendig halte), ist es erst einmal völlig nebensächlich, ob ihr Urheber ansprechbar im Raum ist oder nicht. Tatsächlich bin ich erst einmal auch zu baff, um zu wissen, was & wie ich zu jemandem sprechen soll, der derartige apologetische Gedankenakrobatik so ohne Weiteres fertig bringt.


P.S.: Es besteht die Möglichkeit, Naugrims "...dann finde ich es nachvollziehbar, dies mit Dankbarkeit zurückzugeben." als reine Beschreibung zu verstehen. Also im Sinne von: "Es ist erwartbar, dass Menschen in dieser Situation und ihren Notwendigkeiten heraus so empfinden und handeln, unabhängig davon, ob ich es auch für sinnvoll halte.". Nach dieser Lesart hätte NaugrimNaugrod lediglich reales, falsches Bewusstsein und dessen Auswirkungen beschrieben, wie es in dieser Welt (leider) wohl zu erwarten ist. Angesichts der konkreten Formulierungen wie auch des Debattenverlaufes bisher halte ich das allerdings für unwahrscheinlich. Aber, wie gesagt, ich könnte mich irren. Falls dem so ist, müsste ich meine Aussagen korrigieren, allerdings würde mich dann auch eine weitere Ausführung von Naugrims Position sehr interessieren.

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Geändert durch Pyr (28.07.2019 15:49)

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Pyr

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Re: a prison cell of stupidity [Re: Amata]

Amata schrieb:
finde ich einen Beitrag wie den von Pyr, auf den wirklich nichts mehr entgegnet werden kann



Wieso/inwiefern dieses eigentlich?

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Pyr

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Re: a prison cell of stupidity [Re: NaugrimNogrod]

NaugrimNogrod schrieb:

Hier gibt es Schulen, in denen sich Ehemalige ehrenamtlich engagieren.
Sie kaufen aus Spenden Musikinstrument für eine Band oder bieten in der Ganztagsschule Neigungsgruppen wie Klettern, Kochen oder Fotografie an.
Das heißt für mich, dass sie positive Erfahrungen nicht an die Institution zurückgeben, sondern an die nächste Generation Schüler.



Sie finden also die Erfahrungen, die sie in & mit der Institution gemacht haben (als ihr Unterworfene), so toll, dass sie nun aktiv in der Institution mittun.



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NaugrimNogrod

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Re: a prison cell of stupidity [Re: Pyr]

Ich halte nicht jede Form von Zwang grundsätzlich für falsch.
Sicherlich gibt es Beispiele wie Zwangsverheiratung oder Sklaverei, die falsch sind.
Aber es gibt aus auch welche, die ich richtig finde, zB dass man jemanden, der für die Allgemeinheit gefährlich ist, weil er eine Psychose hat und sich gegen vermeintliche Aliens wehrt, in eine Psychiatrie einweist.
Und ich finde zwar das Schulsystem nicht ideal und verbesserungsbedürftig, aber es grundsätzlich nicht falsch, auch die Schulpflicht nicht. Weshalb das:
In Bezug auf:
Wenn ich dem Funktionspersonal, den ausführenden Personen einer Institution, die zuvor als kritikwürdig und falsch bestimmt wurde


eben in meiner Ausführung nicht zutrifft, weil ich es zwar als kritikwürdig, aber nicht grundsätzlich als falsch einstufe

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NaugrimNogrod

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Re: a prison cell of stupidity [Re: Pyr]

Pyr schrieb:
NaugrimNogrod schrieb:

Hier gibt es Schulen, in denen sich Ehemalige ehrenamtlich engagieren.
Sie kaufen aus Spenden Musikinstrument für eine Band oder bieten in der Ganztagsschule Neigungsgruppen wie Klettern, Kochen oder Fotografie an.
Das heißt für mich, dass sie positive Erfahrungen nicht an die Institution zurückgeben, sondern an die nächste Generation Schüler.



Sie finden also die Erfahrungen, die sie in & mit der Institution gemacht haben (als ihr Unterworfene), so toll, dass sie nun aktiv in der Institution mittun.




ja

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sphnix

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Re: a prison cell of stupidity [Re: NaugrimNogrod]

NaugrimNogrod schrieb:
Ich halte nicht jede Form von Zwang grundsätzlich für falsch.
Sicherlich gibt es Beispiele wie Zwangsverheiratung oder Sklaverei, die falsch sind.
Aber es gibt aus auch welche, die ich richtig finde, zB dass man jemanden, der für die Allgemeinheit gefährlich ist, weil er eine Psychose hat und sich gegen vermeintliche Aliens wehrt, in eine Psychiatrie einweist.
Und ich finde zwar das Schulsystem nicht ideal und verbesserungsbedürftig, aber es grundsätzlich nicht falsch, auch die Schulpflicht nicht. Weshalb das:
In Bezug auf:
Wenn ich dem Funktionspersonal, den ausführenden Personen einer Institution, die zuvor als kritikwürdig und falsch bestimmt wurde


eben in meiner Ausführung nicht zutrifft, weil ich es zwar als kritikwürdig, aber nicht grundsätzlich als falsch einstufe




Das verdient natürlich sehr ausführliche Antworten, für dich ich momentan keine Zeit habe, weil ich gerade Zimmertetris spiele (), ABER: Auf der Basis dieser Ideologie sehe ich nicht ganz, wieso du dich dann überhaupt vom Dank an die Institutionen irgendwie distanziert hast; denn was du sagst, ist ja unterm Strich, dass du die Institutionen gut und richtig findest . Ich werde das aber wenn ich Zeit habe nochmal durchgehen, vielleicht habe ich das ja auch nur allzu optimistisch in deine Beiträge reininterpretiert.

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Geändert durch sphnix (28.07.2019 16:14)

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NaugrimNogrod

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Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
ABER: Auf der Basis dieser Ideologie sehe ich nicht ganz, wieso du dich dann überhaupt vom Dank an die Institutionen irgendwie distanziert hast; denn was du sagst, ist ja unterm Strich, dass du die Institutionen gut und richtig findest


ne, ich finde sie nicht richtig, sondern verbesserungswürdig und durchaus auch nicht gut, aber halt auch nicht grundsätzlich falsch
Es gibt ja nicht nur schwarz und weiß

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Pyr

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Re: a prison cell of stupidity [Re: NaugrimNogrod]

NaugrimNogrod schrieb:
Pyr schrieb:
NaugrimNogrod schrieb:

Hier gibt es Schulen, in denen sich Ehemalige ehrenamtlich engagieren.
Sie kaufen aus Spenden Musikinstrument für eine Band oder bieten in der Ganztagsschule Neigungsgruppen wie Klettern, Kochen oder Fotografie an.
Das heißt für mich, dass sie positive Erfahrungen nicht an die Institution zurückgeben, sondern an die nächste Generation Schüler.



Sie finden also die Erfahrungen, die sie in & mit der Institution gemacht haben (als ihr Unterworfene), so toll, dass sie nun aktiv in der Institution mittun.




ja



Noch einmal, nur, damit ich alles richtig verstehe:

Die Erfahrung als (passives) Objekt der Institution wird positiv bewertet.
Daraus motiviert sich aktives Mittun in der Insitution, praktisch werdende Identifikation mit der Institution.

Und das gibt der Insitution nichts, weder faktisch, noch im Bewusstsein der betreffenden Menschen?



2 + 2 = 5

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sphnix

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Re: a prison cell of stupidity [Re: NaugrimNogrod]

NaugrimNogrod schrieb:
sphnix schrieb:
ABER: Auf der Basis dieser Ideologie sehe ich nicht ganz, wieso du dich dann überhaupt vom Dank an die Institutionen irgendwie distanziert hast; denn was du sagst, ist ja unterm Strich, dass du die Institutionen gut und richtig findest


ne, ich finde sie nicht richtig, sondern verbesserungswürdig und durchaus auch nicht gut, aber halt auch nicht grundsätzlich falsch
Es gibt ja nicht nur schwarz und weiß



Es gibt Prinzipien und Konzepte. Ich habe dir ja nicht unterstellt, dass du alle oder dass du jedwede konkrete Beschaffenheit der Institutionen richtig und gut findest. Du hast aber keinen prinzipiellen Einwand gegen ihr Vorhandensein (bzw., gegen das von manchen Institutionen). Du findest - vermutlich - nicht jede Schule gut, aber das Konzept Schule. Du findest - vermutlich - nicht jede konkrete Ausprägung von Psychiatrie gut, aber das Konzept Psychiatrie. Und auf dieser Basis gibt es tatsächlich erst einmal keinen Einwand gegen das Lob von Institutionen - während es einen solchen sehr wohl gibt, wenn man die Institutionen bzw. den gesellschaftlichen Gesamtzweck, den sie erfüllen, ablehnt/kritisch sieht.

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Geändert durch sphnix (28.07.2019 16:14)

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NaugrimNogrod

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Re: a prison cell of stupidity [Re: Pyr]

Pyr schrieb:
NaugrimNogrod schrieb:
Pyr schrieb:
NaugrimNogrod schrieb:

Hier gibt es Schulen, in denen sich Ehemalige ehrenamtlich engagieren.
Sie kaufen aus Spenden Musikinstrument für eine Band oder bieten in der Ganztagsschule Neigungsgruppen wie Klettern, Kochen oder Fotografie an.
Das heißt für mich, dass sie positive Erfahrungen nicht an die Institution zurückgeben, sondern an die nächste Generation Schüler.



Sie finden also die Erfahrungen, die sie in & mit der Institution gemacht haben (als ihr Unterworfene), so toll, dass sie nun aktiv in der Institution mittun.




ja



Noch einmal, nur, damit ich alles richtig verstehe:

Die Erfahrung als (passives) Objekt der Institution wird positiv bewertet.
Daraus motiviert sich aktives Mittun in der Insitution, praktisch werdende Identifikation mit der Institution.

Und das gibt der Insitution nichts, weder faktisch, noch im Bewusstsein der betreffenden Menschen?



2 + 2 = 5


nein, ich nehme nicht an, dass das Gefühl, passives Objekt zu sein, positiv bewertet wird.
Diese gefühl hat man ja aber auch nicht ständig. Schule ist durchaus nicht ausschließlich mit negativen Gefühlen besetzt, man trifft da die ganzen Freunde und manche Fächer interessieren ja auch. Viele Schüler empfinden das Beenden der Schule durchaus auch als traurig.
Manchmal hat man während der Schulzeit das Gefühl, aktiv an etwas teilzuhaben, eben zB Mitglied in der Schulband zu sein. Dieses positive Erlebnis führt dann dazu, dass man das Gefühl passives Objekt zu sein, als sehr viel weniger belastend empfindet.
Solche Entlastungen kommen aber oft nur mit Unterstützung von außen zustande
Und diese Unterstützung von anderen, geben Ehemalige, die das wollen (Es tun faktisch ja nur wenige), an die Schüler der nächsten Generation zurück.

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NaugrimNogrod

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

sphnix schrieb:


Es gibt Prinzipien und Konzepte. Ich habe dir ja nicht unterstellt, dass du alle oder dass du jedwede konkrete Beschaffenheit der Institutionen richtig und gut findest. Du hast aber keinen prinzipiellen Einwand gegen ihr Vorhandensein (bzw., gegen das von manchen Institutionen). Du findest - vermutlich - nicht jede Schule gut, aber das Konzept Schule. Du findest - vermutlich - nicht jede konkrete Ausprägung von Psychiatrie gut, aber das Konzept Psychiatrie. Und auf dieser Basis gibt es tatsächlich erst einmal keinen Einwand gegen das Lob von Institutionen - während es einen solchen sehr wohl gibt, wenn man die Institutionen bzw. den gesellschaftlichen Gesamtzweck, den sie erfüllen, ablehnt/kritisch sieht.


ja, das stimmt
ich lehne die Institutionen nicht grundsätzlich ab, du schon
und das führt ja auch direkt zur Ausgangsfrage:
In Bezug auf:
Aber zum Ausgangszitat gefragt:
Kann eigentlich irgendwer dieses Gewäsch von "etwas zurückgeben" verstehen, ob es nun die Schule, die Eltern oder der Staat ist?


Nur Leute wollen etwas zurückgeben, die Institutionen nicht grundsätzlich ablehnen. Diese Leute wollen in ihren Augen positive Ausprägungen unterstützen, weil sie ihnen hilfreich erscheinen sind.

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Pyr

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Amata]

Amata schrieb:
sphnix schrieb:


Amata schrieb:
Pyr schrieb:
NaugrimNogrod schrieb:
Ich sehe halt einen Unterschied, ob ein Zwangsverhältnis eines Schüler und seiner Schule für den Schüler schier unerträglich war oder eher angenehm und mit positiven Gefühlen besetzt.
Und wenn dieses Verhältnis eher angenehm war, weil sich die Mitarbeiter und die Elternvertretung dieser Schule besonders engagieren, dann finde ich es nachvollziehbar, dies mit Dankbarkeit zurückzugeben



...

Das kann man sich nicht ausdenken.


Ich hoffe, dass du noch eine andere Antwort auf diesen Beitrag planst.

Die Antwort finde ich, dafür dass bisher ja ein ernsthaftes Gespräch gelaufen ist, unnötig herablassend.



Das "Herablassende" sehe ich erst einmal nicht (auch wenn ich mir ebenfalls nähere Ausführungen natürlich wünsche und auch für angemessen halte) - aber tatsächlich sehe ich in der vorliegenden Antwort eine Form von Ignorieren (nicht notwendigerweise ein absichtliches*) des von mir geschriebenen, die es mir schwer macht, noch etwas zu sagen.


Da ich eben davon ausgehe (was du ja auch zumindest für möglich hälst), dass kein absichtliches Ignorieren deiner Beiträge vorliegt, sondern viel mehr ein beispielhaftes Verdeutlichen der eigenen Position, finde ich einen Beitrag wie den von Pyr, auf den wirklich nichts mehr entgegnet werden kann, herablassend.


In Bezug auf:
*"das kann man sich nicht ausdenken" muss sich, nebenbei, ja auch nicht auf ein Individuum beziehen - es kann sich auch auf die vom Individuum reproduzierte allgemeine Logik beziehen, in deren Bann das Individuum steht, wenn es bestimmte Sachen äußert


Ja, natürlich. Und ich hätte meine Anmerkung auch nicht geschrieben, wenn Pyr den Beitrag unter ein Zitat aus einer Zeitschrift oder eines Internetbeitrags geschrieben hätte. Da ist ist ein wirklicher Austausch mit dem Verfasser nun mal nicht/nur sehr schwer möglich. Gleiches gilt auch nach manchen eurer hier im Forum geführten Diskussionen, bei denen irgendwann nur noch mit wirren Vorwürfen nach seitenlanger "Diskussion" um sich geworfen wird.

Das alles sehe ich hier aber nicht. Ich gehe nach Naugrims Beiträgen von einem Interesse am Austausch aus und halte in dem Fall Beiträge wie den von Pyr nur für unnötig provozierend, ohne sinnvolle Möglichkeit der Antwort.



Um darauf noch einmal einzugehen, da hier ein (meiner Ansicht nach letztlich verheerendes) Missverständnis, bzw. eine grundsätzliche Verschiedenheit der Perspektive darüber vorliegt, worauf ich mit meinem Beitrag eigentlich Bezug genommen habe:
Was Naugrim geäußert hat, war eine Bewertung eines Zustandes der Welt: Eine Aussage darüber, wie es in der Welt aussieht und was davon zu halten sei. Diese Aussage habe ich angegriffen, insofern ich sie tatsächlich für unverantwortlich und falsch halte. Naugrim hat sich konkret positiv auf eine Verfasstheit unserer Welt bezogen, hat sie bejaht. Insofern ich diesbezüglich eigentlich nichts für bejahenswert halte, habe ich diese Positivbewertung angegriffen, d.h.: Ich habe (zuerst indirekt & polemisch) selbst eine Aussage über die Welt dagegengesetzt. Ich sehe mich außerstande, Naugrims Äußerung ihres Gehaltes zu entkleiden und lediglich als konkreten Ausdruck ihrer Person zu betrachten, welchen anzugreifen einen Angriff auf ihre Person darstellte. Täte ich dieses, dann hätte das zur Folge, dass jede Aussage über die Welt inhaltlich unangreifbar, weil unter dem Schutz der Person begriffen wäre. Das sehe ich werder allgemein als sinnvoll, noch konkret als harmlos an: Allzuviele Weltbezüge eines jeden Menschen sind problematisch bis (in ihrer direkten oder indirekten Konsequenz) mörderisch.
Im Fortgang der Debatte hat sich Naugrim bereits weiter apologetisch/affirmativ auf bestehende Verhältnisse bezogen:

NaugrimNogrod schrieb:
Ich halte nicht jede Form von Zwang grundsätzlich für falsch.
[...]
Aber es gibt aus auch welche, die ich richtig finde, zB dass man jemanden, der für die Allgemeinheit gefährlich ist, weil er eine Psychose hat und sich gegen vermeintliche Aliens wehrt, in eine Psychiatrie einweist.
Und ich finde zwar das Schulsystem nicht ideal und verbesserungsbedürftig, aber es grundsätzlich nicht falsch, auch die Schulpflicht nicht.



Das ist nicht einfach Naugrims private Äußerung, auf nichts anderes verweisend als eben auf sie als Person. Das ist eine Affirmation nur zu realer Sachverhalte*, und es ist egal, wie bewusst ihr (oder sonstwem) das ist, wenn es darum geht, diesen Aussagen inhaltlich zu begegnen.


*(mehr & Grundsätzlicheres zum Thema)

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Amata

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Pyr]

Kurz vorab: Die Verlinkungen hab ich jetzt nicht gelesen.

Ansonsten: Ich habe deinen Beitrag übrigens nie als Angriff auf ihre Person begriffen. Täte ich das, hätte ich nicht gesagt, dass ich deinen Beitrag unter einem Zeitschriftenzitat in Ordnung finde.

Es ging mir konkret darum,
Pyr schrieb:
Amata schrieb:
finde ich einen Beitrag wie den von Pyr, auf den wirklich nichts mehr entgegnet werden kann



Wieso/inwiefern dieses eigentlich?


was dir anscheinend nicht klar zu sein scheint. Deine Aussage hat nicht sonderlich viel Inhalt, außer dass sie sagt, dass du Naugrims Sicht auf die Welt für falsch, bzw. sogar absurd bis dämlich (letzteres wohl vor allen Dingen durch die angewandte Polemik) hälst. Inhaltliches darüber hinaus, Argumente oder zumindest Erkläungen o.ä. sucht man vergeblich. Wenn du so auf ein Zitat von außen reagierst, kann jemand, der inhaltlich mit der Position des Zitats übereinstimmt, noch ein "Warum?" unter deinen Beitrag setzen. Mitten in einen laufenden Austausch hinein geworfen, erwarte ich Beiträge mit mehr Inhalt. Naugrims Beitrag hatte diesen, weshalb ja auch sphinx genau auf diesen Beitrag schon eine ausführlichere Antwort schreiben konnte.

Dass du den Beitrag inhaltlich problematisch findest, und das du dies selbstverständlich zum Ausdruck bringen möchtest, will ich dir ja auch nicht weg reden. Ich finde nur, dass der Beitrag eine ernsthaftere Antwort verdient, als das, was du da zunächst drunter gesetzt hast.

"It's all in Hogwarts: A History."
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Caddy

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Amata]

»Ich schwöre Treue der Verfassung des Freistaates Bayern, so wahr mir Gott helfe.[3]

[3] … Aus Glaubens- oder Gewissensgründen können die Worte ›ich schwöre‹ durch die Worte ›ich gelobe‹ ersetzt und die Worte ›so wahr mir Gott helfe› weggelassen werden.«

So viel bleibt da dann ja gar nicht mehr übrig.

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

E Caddy come corpo morto cade.
~ Dante Alighieri, Commedia
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Pyr

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Caddy]

"BietenSieGewährvolleinzutretenjederZeitfürdiesefreiheitliche-und so weiter. Na, Sie wissen schon... ?"

Gommorah is a nursery rhyme
you won't find in the book.
It's written on your city's face,
just stop and take a look.

(Sixto Rodriguez)


In ihrem Schweigen gegen die Erlebnisberichte der Individuen wird die Totalität das letzte Wort behalten.
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sphnix

Gefährte

Jetzt möchten wir natürlich wissen, welchen Eid der Gottlose schwor! [Re: Pyr]

Frau im Zug (ferner):

"Ich mag ja gerne Filme nach einer wahren Geschichte. Da ist wenigstens etwas Wahres dran."





-------------


Apropos Filme: Ich bin ja gestern im Zuge verpflichtungsmäßiger Dinge flüchtig mit einer Frau zusammengetroffen (um die 60, schätze ich), welche sich einer Runde als "ehemalige Filmschaffende" vorstellt, und ich war mir so dermaßen unsicher, ob sie damit nicht vielleicht Pornos meinte.


......


Und noch ein Zitat, diesmal von Freund Amazon:
Ihr Paket wurde wahrscheinlich bereits zugestellt, da die Zustellung für jetzt geplant war.

Ich mag den naiven Optimismus dieser Zeilen.

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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sphnix

Gefährte

Restbestände Nr. 1 [Re: Amata]


Amata schrieb:

Es ging mir konkret darum,
Pyr schrieb:
Amata schrieb:
finde ich einen Beitrag wie den von Pyr, auf den wirklich nichts mehr entgegnet werden kann



Wieso/inwiefern dieses eigentlich?


was dir anscheinend nicht klar zu sein scheint. Deine Aussage hat nicht sonderlich viel Inhalt, außer dass sie sagt, dass du Naugrims Sicht auf die Welt für falsch, bzw. sogar absurd bis dämlich (letzteres wohl vor allen Dingen durch die angewandte Polemik) hälst. Inhaltliches darüber hinaus, Argumente oder zumindest Erkläungen o.ä. sucht man vergeblich. Wenn du so auf ein Zitat von außen reagierst, kann jemand, der inhaltlich mit der Position des Zitats übereinstimmt, noch ein "Warum?" unter deinen Beitrag setzen. Mitten in einen laufenden Austausch hinein geworfen, erwarte ich Beiträge mit mehr Inhalt. Naugrims Beitrag hatte diesen, weshalb ja auch sphinx genau auf diesen Beitrag schon eine ausführlichere Antwort schreiben konnte.





Ich verstehe die Argumentation hier nicht ganz.
Erstens insofern, weil es Naugrim doch offenstand, Pyr zu fragen, was ihn so verstöre und anwidere.
Zweitens, weil Pyr sich nur als neu Hinzukommender kurz kommentierend in die Debatte eingeklinkt hat (ich würde verstehen, wenn du so reagiert hättest, wie du es getan hast, hätte ICH nur noch das geschrieben und nichts andres mehr). Also sprich, gerade den Punkt, dass die Reaktion Pyrs in einem laufenden Austausch zweier anderer Personen so fatal sein sollte, verstehe ich nicht. Ich würde umgekehrt eher sagen, dass ich es manchmal frustrierend finde, wenn Menschen im Dummheitenthread Artikel verlinken bzw. Sachen zitieren und darunter allenfalls ein „aua“ oder so setzen, anstatt das Geschriebene auseinanderzunehmen. Frustrierend allerdings, und nicht illegitim - denn ich weiß, dass man nicht immer die Zeit hat; und natürlich kann man bei manchen Sachen auch davon ausgehen, dass ein Großteil der Lesenden in puncto der Bewertung eh mit einem übereinstimmt.
Im konkreten Fall hatte Pyr allen Anlass, davon auszugehen, dass Naugrims Beitrag inhaltlich ohnehin von jmd (mir) argumentativ angegriffen werden würde; und zugleich hatte er - mutmaße ich - den Wunsch, sich zumindest flüchtig zu positionieren und auf die Ungeheurlichkeiten in Naugrims Beitrag aufmerksam zu machen - und sei es nur durch eine Ein-Satz-Reaktion, die Menschen vielleicht dazu bringt, Naugrims Beitrag ein zweites Mal zu lesen. Das scheint mir eine im Forum gängige Praxis zu sein. Klar, Pyrs folgende lange Beiträge sind erhellender, länger, klüger, tiefer als sein Kommentar [nebenbei: häufig ist gerade das im Forum eine Quasi-Garantie dafür, dass ein Beitrag nicht gelesen wird oder keine Reaktionen mehr nach sich zieht; aber ich will mich nicht in Zynismen verlieren ]. Und klar, wenn eine Debatte überzogen und durchtränkt von lauter Einzelkommentaren der Form „This!“ und „“ wird, tut ihr das nicht gut. Aber ich sehe nicht, dass diese Gefahr hier bestanden hätte.

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sphnix

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: NaugrimNogrod]

Was aber die „Ungeheuerlichkeit“ angeht, von der ich eben geredet habe, so beschreibt dieser Punkt, glaube ich, das zentrale Problem, das die gesamte Debatte unterwandert hat, die von Amata als funktionierende wahrgenommen wurde, von mir anfangs (mir vorsichtigem Vorbehalt) auch, dann zunehmend nicht mehr.

Noch relativ an der Oberfläche des Ganzen hat man es mit einem Missverständnis zu tun: Ich ging davon aus, dass Naugrim meine Grundansicht teilt, dass es unangemessen ist, einer Institution etwas „zurückzugeben“, und dass alles, worin man voneinander abweicht, Binnenabweichungen innerhalb dieses Rahmens sind. Der vorsichtige Vorbehalt bestand darin, dass ich nicht glaubte, dass Naugrims Gründe für diese Rahmen-Annahme mit den meinen übereinstimmen würden (dies auf der Basis von Diskussionen in der Vergangenheit). Ich ging aber erst einmal davon aus, dass man diese Differenzen würde aus der Debatte ausklammern können. Nachdem sich sukzessive herausstellte, dass diese Abweichungen nicht ausklammerbar sind, weil sie in ihrer Konsequenz dafür sorgten, dass de facto auch der gemeinsame Rahmen gar nicht bestand, war eine Debatte über das eingegrenzte Thema im Grunde nicht mehr gut möglich. Denn dann war man ja einfach bei
NaugrimNogrod schrieb:

Nur Leute wollen etwas zurückgeben, die Institutionen nicht grundsätzlich ablehnen. Diese Leute wollen in ihren Augen positive Ausprägungen unterstützen, weil sie ihnen hilfreich erscheinen sind.


Gegen diese Aussage ist nichts zu sagen, sie ist natürlich richtig. (Vielleicht mit der Einschränkung, dass sie das hohe Maß an Ritualisierung der Phrase vom Zurückgeben, also die Möglichkeit der sozialen Verpflichtung zur Phrase unterschlägt, aber das kann man hier beiseitelassen, glaube ich).
Gegen die Haltung, die diese Aussage beschreibt, ist von meiner Seite her quasi Alles zu sagen. Meine Irritation in der Debatte mit Naugrim leitet sich davon ab, dass sie sich nicht von Anfang an deutlich als Verfechter dieser Haltung positioniert hat (oder dass ich das nicht erkannt habe). Wenn man die Debatte weiterführt (mir ist daran natürlich gelegen), dann muss die Debatte beim Grunddissens bezüglich des Verhältnisses von Individuum und Institution, bzw., bei der Frage nach der Berechtigung, dem gesellschaftlichen Zweck der Institution(en) und der ethischen Bewertung dieses Zwecks ansetzen. Vielleicht anknüpfend an folgende meinerseitige Thesen:

[Ich verwende jetzt die dritte Person, man kann das aber genausogut als Anredeform lesen, also als „Du machst das soundso...“. Je nach Leser halt.]

1. Ich sehe bei Naugrim eine Überschätzung der Bedeutung von nicht rational kontextuiertem und untersuchtem subjektivem Empfinden. Die Institution Schule kann sich als Institution nicht darüber legitimieren, wie sie von Individuen, für die sie immer schon unhintergehbare und gleichzeitig (in ihrer Bedeutung, Zielsetzung usw.) undurchschaute Realität ist, „empfunden“ wird.

2. Ich sehe in Zwang etwas prinzipiell abzulehnendes. Das heißt nicht, dass es nicht Situationen gibt, in denen ich zu Zwang greifen würde bzw. zwangsausübende Instututionen/Institutionenvertreter zu Hilfe rufen würde: Da ich mich in einer von Zwang und „Sachzwang“ (= verselbstständigte ideologische Ordnung) immer schon vorgerasterten Welt bewege, steht es mir nicht frei, dies nicht zu tun. Daraus folgert aber keine grundsätzliche Rechtfertigung der Institutionen.
Beispiel: Natürlich kann es sein, dass ich in irgendeiner Weise auf die Psychiatrie, die Krankenkasse oder die Sparkasse angewiesen bin. Das rechtfertigt aber weder die Existenz spezifisch dieser Institutionen noch deren Funktion innerhalb der Gesellschaft. Ich bin ja nun wahrlich kein optimistisch-aktionistischer Institutionenstürmer, der sich an Phrasen wie „schafft die Schule ab!“ klammert, was innerhalb der Maschinerie, in der wir stecken, eine sinnfreie Forderung wäre. Die Ohnmacht des Einzelnen und die Vertracktheit und Verfilztheit der Gesamtsituation darf aber nicht das Urteil dahingehend trüben, dass das, was Zwang ist, positiv bewertet wird.
Wie und mit welcher Begründung kann man Zwang - und zwar den anonymen Zwang, den Zwang sich verselbstständigt habender Prozesse; nicht etwa konkrete Verpflichtungsverhältnisse! - als berechtigt, gut schön und richtig behaupten? Auf welcher Basis?

(Um den Unterschied zwischen konkret und prinzipiell noch einmal zu verdeutlichen: Ich kann es prinzipiell ablehnen, zu lügen, und doch in eine Situation kommen, wo ich mich dazu genötigt sehe. Dass ich konkret dazu genötigt bin, macht die konkrete Lüge aber nicht „gut“ , sondern nur zum kleineren Übel; und erst recht macht es das Lügen nicht prinzipiell gut. Eine Situation, die mich zum Tun von etwas Schlechtem nötigt, widerlegt nicht die Schlechtigkeit des Schlechten, sie offenbart ihre eigene Verwerflichkeit.)



Noch ein Gedanke zur „Ungeheuerlichkeit“: Ich habe die Befürchtung, dass Naugrim und vielleicht auch Amata diesen Begriff als vor-den-Kopf-stoßend, zu krass, beleidigend usw. empfinden.
Richtig ist, dass darin eine radikale Ablehnung der Position des Anderen enthalten ist. Falsch ist aber, dass die Zuschreibung, eine Position sei ungeheuerlich, inhuman usw. der Diskreditierung einer Person als Diskussionspartner dient. Ich bewege mich (zumindest in den wenigen wirklich guten Kommunikationsverhältnissen, die ich habe) in einem Raum, in dem solche Zuschreibungen auch in Bezug auf Positionen, die ich einnehme/einnahm, oder an Dispositionen, die ich habe, gemacht werden oder gemacht wurden. Ich halte es für wichtig und sinnvoll, dass solche Bewertungen innerhalb einer Debatte vorgenommen werden können, ohne dass sie formal brüsk zurückgewisen werden (natürlich können sie es gegebenenfalls innerhalb der Debatte, also inhaltlich).

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Geändert durch sphnix (31.07.2019 13:08)

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Amata

Gefährte

Re: Restbestände Nr. 1 [Re: sphnix]

sphnix schrieb:

Amata schrieb:

Es ging mir konkret darum,
Pyr schrieb:
Amata schrieb:
finde ich einen Beitrag wie den von Pyr, auf den wirklich nichts mehr entgegnet werden kann



Wieso/inwiefern dieses eigentlich?


was dir anscheinend nicht klar zu sein scheint. Deine Aussage hat nicht sonderlich viel Inhalt, außer dass sie sagt, dass du Naugrims Sicht auf die Welt für falsch, bzw. sogar absurd bis dämlich (letzteres wohl vor allen Dingen durch die angewandte Polemik) hälst. Inhaltliches darüber hinaus, Argumente oder zumindest Erkläungen o.ä. sucht man vergeblich. Wenn du so auf ein Zitat von außen reagierst, kann jemand, der inhaltlich mit der Position des Zitats übereinstimmt, noch ein "Warum?" unter deinen Beitrag setzen. Mitten in einen laufenden Austausch hinein geworfen, erwarte ich Beiträge mit mehr Inhalt. Naugrims Beitrag hatte diesen, weshalb ja auch sphinx genau auf diesen Beitrag schon eine ausführlichere Antwort schreiben konnte.





Ich verstehe die Argumentation hier nicht ganz.
Erstens insofern, weil es Naugrim doch offenstand, Pyr zu fragen, was ihn so verstöre und anwidere.
Zweitens, weil Pyr sich nur als neu Hinzukommender kurz kommentierend in die Debatte eingeklinkt hat (ich würde verstehen, wenn du so reagiert hättest, wie du es getan hast, hätte ICH nur noch das geschrieben und nichts andres mehr). Also sprich, gerade den Punkt, dass die Reaktion Pyrs in einem laufenden Austausch zweier anderer Personen so fatal sein sollte, verstehe ich nicht.



Hm, unter der Überlegung hatte ich es noch nicht betrachtet (also die Bewertung des Beitrags vor dem Hintergrund des Neuhinzukommenens). Ich sehe aber tatsächlich maximal einen kleinen Unterschied dazu, wenn du den Beitrag geschrieben hättest. Ja, ich denke schon, dass ich das noch mieser gefunden hätte. Aber in einer laufenden Debatte erwarte ich eben tatsächlich auch bei neu Hinzukommenden mehr an Inhalt.

Natürlich kann Naugrim auf den Beitrag hin auch nachfragen. Aber ich empfinde es als blöd, wenn man auf eine schon ziemlich angreifend/letztlich vorwurfsvolle Bemerkung auf die eigene Position dazu gezwungen wird, quasi demütig nachzufragen, wo das Problem liegt. Dass man es selbst nicht sieht, ist ja offensichtlich, sonst hätte man den Beitrag ja nicht so verfasst. Die Alternative ist ansonsten nur, einen solchen Beitrag zu ignorieren und mit den Schultern zu zucken. Das klingt für mich jetzt auch nicht sonderlich toll...

Die einzige Entschuldigung für den Beitrag kann aus meiner Sicht tatsächlich nur das Anregen zum Nachdenken für Dritte sein. Diesen Beweggrund kann ich bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen und ist ja auch ein Grund, warum ich, wie ich schrieb, solche Beiträge in anderen Situationen als legitim empfinde. Hier wirkt für mich aber das obengenannte schwerer. Naugrim ist in der Debatte, der potentielle Dritte ist ja überhaupt nur vielleicht da und die Wahrscheinlichkeit, dass er aus diesem Beitrag dann sinnvolle Gedanken zieht (dafür müsste zumindest bereits eine halbwegs gedankliche Nähe zu Pyrs Position bestehen) oder nachfragt und damit plötzlich aktiv wird, ist eher gering. (Gewissermaßen könnte man mich jetzt als diesen Dritten betrachten, der plötzlich doch aktiv wird, aber dann jetzt doch zu einem anderen Thema...)

In Bezug auf:
Ich würde umgekehrt eher sagen, dass ich es manchmal frustrierend finde, wenn Menschen im Dummheitenthread Artikel verlinken bzw. Sachen zitieren und darunter allenfalls ein „aua“ oder so setzen, anstatt das Geschriebene auseinanderzunehmen. Frustrierend allerdings, und nicht illegitim - denn ich weiß, dass man nicht immer die Zeit hat; und natürlich kann man bei manchen Sachen auch davon ausgehen, dass ein Großteil der Lesenden in puncto der Bewertung eh mit einem übereinstimmt.


Ja, das oder eben vielleicht doch nachfragt - bei Zeitknappheit auch ein durchaus legitimes Mittel, um wenigstens zu wissen, dass zumindest einer dann den folgenden, vermutlich längeren Beitrag auch liest.

In Bezug auf:
Im konkreten Fall hatte Pyr allen Anlass, davon auszugehen, dass Naugrims Beitrag inhaltlich ohnehin von jmd (mir) argumentativ angegriffen werden würde;


Ja, richtig und auch deshalb halte ich den Beitrag nicht für gerechtfertigt. Es war ein kurzer Beitrag, der letztlich nichts Neues beisteuern konnte - weder für Naugrim, noch für einen Dritten. Naugrims Position stand ohnehin schon zur Debatte und eine neue Richtung wurde durch Pyrs Beitrag nicht eröffnet. Kurz als Beispiel was ich meine: Wenn irgendwo Leute darüber diskutieren, ob es besser ist, gleich mit 18 mit ihrem Partner zusammenzuziehen, zu heiraten und Kinder zu kriegen oder vielleicht noch ein paar Jahre zu warten, wirst du in dieser Diskussion etwas vollkommen anderes anbringen wollen als den perfekten Zeitpunkt der Familiengründung. Vielleicht fehlt dir aber im ersten Moment die Zeit und du schreibst nur einen kurzen Kommentar. Das finde ich in Ordnung, wobei ich einen Kommentar der Art, wie Pyr in schrieb, zumindest im Hinblick auf eine mögliche Diskussion mit den bereits Diskutierenden als wenig zielführend ansehe, weil er eben doch sehr schnell als Angriff auf die eigene Person statt auf die Position missverstanden werden kann. Das fördert danach natürlich nicht den offenen, sachlichen Austausch.

In Bezug auf:
und zugleich hatte er - mutmaße ich - den Wunsch, sich zumindest flüchtig zu positionieren und auf die Ungeheurlichkeiten in Naugrims Beitrag aufmerksam zu machen - und sei es nur durch eine Ein-Satz-Reaktion, die Menschen vielleicht dazu bringt, Naugrims Beitrag ein zweites Mal zu lesen. Das scheint mir eine im Forum gängige Praxis zu sein.


Ich glaube, dazu habe ich oben schon alles gesagt.

In Bezug auf:
Klar, Pyrs folgende lange Beiträge sind erhellender, länger, klüger, tiefer als sein Kommentar [nebenbei: häufig ist gerade das im Forum eine Quasi-Garantie dafür, dass ein Beitrag nicht gelesen wird oder keine Reaktionen mehr nach sich zieht; aber ich will mich nicht in Zynismen verlieren ]. Und klar, wenn eine Debatte überzogen und durchtränkt von lauter Einzelkommentaren der Form „This!“ und „“ wird, tut ihr das nicht gut. Aber ich sehe nicht, dass diese Gefahr hier bestanden hätte.


Diesem Rest kann ich nur zustimmen. This!


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Amata

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
Was aber die „Ungeheuerlichkeit“ angeht, von der ich eben geredet habe, so beschreibt dieser Punkt, glaube ich, das zentrale Problem, das die gesamte Debatte unterwandert hat, die von Amata als funktionierende wahrgenommen wurde, von mir anfangs (mir vorsichtigem Vorbehalt) auch, dann zunehmend nicht mehr.



Ich sehe weiterhin eure gesamte Debatte als funktionierend an. Klar, im ersten Moment habt ihr ein bisschen aneinander vorbeigeschrieben und jeweils die andere Position nicht zur Gänze erfasst. Für mich waren deshalb diese gesamten Beiträge etwa bis hier hin eine gegenseitige Erklärung der eigenen Positionen, ohne die man nicht herausfinden kann, bis wohin man übereinstimmt und ab welchem Punkt eben nicht (den es dann weiter zu diskutieren und zu begründen gilt). Das kann durchaus mal ein paar Beiträge dauern, bis man es geschafft hat, sich dem anderen soweit verständlich zu machen. Und das sehe ich hier bei euch beiden und ist doch vollkommen in Ordnung.

In Bezug auf:
Noch relativ an der Oberfläche des Ganzen hat man es mit einem Missverständnis zu tun: Ich ging davon aus, dass Naugrim meine Grundansicht teilt, dass es unangemessen ist, einer Institution etwas „zurückzugeben“, und dass alles, worin man voneinander abweicht, Binnenabweichungen innerhalb dieses Rahmens sind. Der vorsichtige Vorbehalt bestand darin, dass ich nicht glaubte, dass Naugrims Gründe für diese Rahmen-Annahme mit den meinen übereinstimmen würden (dies auf der Basis von Diskussionen in der Vergangenheit). Ich ging aber erst einmal davon aus, dass man diese Differenzen würde aus der Debatte ausklammern können. Nachdem sich sukzessive herausstellte, dass diese Abweichungen nicht ausklammerbar sind, weil sie in ihrer Konsequenz dafür sorgten, dass de facto auch der gemeinsame Rahmen gar nicht bestand, war eine Debatte über das eingegrenzte Thema im Grunde nicht mehr gut möglich. Denn dann war man ja einfach bei
NaugrimNogrod schrieb:

Nur Leute wollen etwas zurückgeben, die Institutionen nicht grundsätzlich ablehnen. Diese Leute wollen in ihren Augen positive Ausprägungen unterstützen, weil sie ihnen hilfreich erscheinen sind.


Gegen diese Aussage ist nichts zu sagen, sie ist natürlich richtig. (Vielleicht mit der Einschränkung, dass sie das hohe Maß an Ritualisierung der Phrase vom Zurückgeben, also die Möglichkeit der sozialen Verpflichtung zur Phrase unterschlägt, aber das kann man hier beiseitelassen, glaube ich).
Gegen die Haltung, die diese Aussage beschreibt, ist von meiner Seite her quasi Alles zu sagen. Meine Irritation in der Debatte mit Naugrim leitet sich davon ab, dass sie sich nicht von Anfang an deutlich als Verfechter dieser Haltung positioniert hat (oder dass ich das nicht erkannt habe). Wenn man die Debatte weiterführt (mir ist daran natürlich gelegen), dann muss die Debatte beim Grunddissens bezüglich des Verhältnisses von Individuum und Institution, bzw., bei der Frage nach der Berechtigung, dem gesellschaftlichen Zweck der Institution(en) und der ethischen Bewertung dieses Zwecks ansetzen. Vielleicht anknüpfend an folgende meinerseitige Thesen:

[Ich verwende jetzt die dritte Person, man kann das aber genausogut als Anredeform lesen, also als „Du machst das soundso...“. Je nach Leser halt.]

1. Ich sehe bei Naugrim eine Überschätzung der Bedeutung von nicht rational kontextuiertem und untersuchtem subjektivem Empfinden. Die Institution Schule kann sich als Institution nicht darüber legitimieren, wie sie von Individuen, für die sie immer schon unhintergehbare und gleichzeitig (in ihrer Bedeutung, Zielsetzung usw.) undurchschaute Realität ist, „empfunden“ wird.

2. Ich sehe in Zwang etwas prinzipiell abzulehnendes. Das heißt nicht, dass es nicht Situationen gibt, in denen ich zu Zwang greifen würde bzw. zwangsausübende Instututionen/Institutionenvertreter zu Hilfe rufen würde: Da ich mich in einer von Zwang und „Sachzwang“ (= verselbstständigte ideologische Ordnung) immer schon vorgerasterten Welt bewege, steht es mir nicht frei, dies nicht zu tun. Daraus folgert aber keine grundsätzliche Rechtfertigung der Institutionen.
Beispiel: Natürlich kann es sein, dass ich in irgendeiner Weise auf die Psychiatrie, die Krankenkasse oder die Sparkasse angewiesen bin. Das rechtfertigt aber weder die Existenz spezifisch dieser Institutionen noch deren Funktion innerhalb der Gesellschaft. Ich bin ja nun wahrlich kein optimistisch-aktionistischer Institutionenstürmer, der sich an Phrasen wie „schafft die Schule ab!“ klammert, was innerhalb der Maschinerie, in der wir stecken, eine sinnfreie Forderung wäre. Die Ohnmacht des Einzelnen und die Vertracktheit und Verfilztheit der Gesamtsituation darf aber nicht das Urteil dahingehend trüben, dass das, was Zwang ist, positiv bewertet wird.
Wie und mit welcher Begründung kann man Zwang - und zwar den anonymen Zwang, den Zwang sich verselbstständigt habender Prozesse; nicht etwa konkrete Verpflichtungsverhältnisse! - als berechtigt, gut schön und richtig behaupten? Auf welcher Basis?

(Um den Unterschied zwischen konkret und prinzipiell noch einmal zu verdeutlichen: Ich kann es prinzipiell ablehnen, zu lügen, und doch in eine Situation kommen, wo ich mich dazu genötigt sehe. Dass ich konkret dazu genötigt bin, macht die konkrete Lüge aber nicht „gut“ , sondern nur zum kleineren Übel; und erst recht macht es das Lügen nicht prinzipiell gut. Eine Situation, die mich zum Tun von etwas Schlechtem nötigt, widerlegt nicht die Schlechtigkeit des Schlechten, sie offenbart ihre eigene Verwerflichkeit.)


Der Beitrag ist gut. Eine Frage dazu, ob ich es jetzt richtig verstehe: Dem konkreten Lehrer gegenüber Dankbarkeit empfinden, weil er etwa den Unterricht besonders gut gestaltet hat, so dass er Spaß gemacht hat, ist dann aber in Ordnung, wenn man es losgelöst von der Institution Schule und bezogen auf die Person sieht? Und wie sieht es aus, wenn man dann selbst als Lehrer (dass man damit natürlich die Institution selbst auch wieder unterstützt ist klar, aber mit irgendwas muss man ja im Regelfall sowieso Geld verdienen, also das mal außen vor) sich diesen Lehrer als Vorbild nimmt?

In Bezug auf:
Noch ein Gedanke zur „Ungeheuerlichkeit“: Ich habe die Befürchtung, dass Naugrim und vielleicht auch Amata diesen Begriff als vor-den-Kopf-stoßend, zu krass, beleidigend usw. empfinden.


Hab ich jetzt nicht. Mir fiel aber auch Pyrs Beitrag deshalb auf, weil ich bisher sowohl mit deiner als auch mit Pyrs Art der Beiträge/Diskussionen gut klargekommen bin und bei den von mir verfolgten Diskussionen dazu, wie man bitte zu diskutieren hat, mich eher eurer Position nahe gefühlt habe. Unter anderem darum auch habe ich etwas gesagt.

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sphnix

Gefährte

Amata kommt auf die lenniliste! [Re: Amata]

Apropos Dinge, die man sich nicht ausdenken kann:

In Bezug auf:
Freiheit ist kein Zustand, sondern ein Gefühl. Hört, seht, schmeckt und riecht die Freiheit – beim #SummerOfFreedom in der ARTE Mediathek.



(Facebookwerbung)

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astrolenni

Gefährte

Re: Amata kommt auf die lenniliste! [Re: sphnix]

Dafür laufen da schöne Filme.



Bildung kommt von Bildschirm und nicht von Buch, sonst hieße es ja Buchung.
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Keliope

Nebelläuferin

Re: a prison cell of stupidity [Re: NaugrimNogrod]

NaugrimNogrod schrieb:
Ich halte nicht jede Form von Zwang grundsätzlich für falsch.
[...]
Aber es gibt aus auch welche, die ich richtig finde, zB dass man jemanden, der für die Allgemeinheit gefährlich ist, weil er eine Psychose hat und sich gegen vermeintliche Aliens wehrt, in eine Psychiatrie einweist.
Und ich finde zwar das Schulsystem nicht ideal und verbesserungsbedürftig, aber es grundsätzlich nicht falsch, auch die Schulpflicht nicht.


Psychosen entstehen allerdings nicht aus dem Nichts, sondern allzuoft eben aus gesellschaftlichem Zwängen, die zu einer inneren Zerrissenheit/unlösbaren inneren Konflikten führen.

The rain goes on, on and on again
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NaugrimNogrod

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Keliope]

Ja, es gibt zwar auch organische Ursachen, aber manche kommen sicherlich auch auch aus gesellschaftlichen Zwängen. Wahrscheinlich ist es oft auch eine Mischung aus beidem.
Das macht für mich aber bei der Konsequenz keinen Unterschied.
Wenn jemand gefährlich ist oder vollkommen die Orientierung verloren hat und unter Verfolgungswahn leidend durch die Gegend rennt, dann ist eine Unterbringung angebracht.
Tatsächlich habe ich im Praktikum mit etlichen Menschen gesprochen, die Psychosen haben/hatten oder manisch-depressiv waren und sie haben unter dem orientierungslosen Zustand sehr gelitten und waren im Nachhinein froh, dass ihnen geholfen wurde, auch wenn sie das in der akuten Psychose anders sahen.

~~**~~**~~**~~
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~~°°~~°°~~°°~~
Und was wir heute nicht gesehn, das ruft uns morgen, fortzugehn
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Keliope

Nebelläuferin

Re: a prison cell of stupidity [Re: NaugrimNogrod]

Das ist leider manchmal die einzige Möglichkeit, ja. Optimal ist diese aber dennoch nicht und das sage ich als Selbst-Betroffene (mit teilweise guten aber auch grauenhaften Erfahrungen), die auch schon mehrere Freunde/Familienangehörige in solchen Einrichtungen besucht hat.

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NaugrimNogrod

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Keliope]

Da stimme ich dir zu, ideal ist das nicht.

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Keliope

Nebelläuferin

Re: a prison cell of stupidity [Re: NaugrimNogrod]

Nicht optimal ist übrigens eine ziemlich Untertreibung (von mir).

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sphnix

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Keliope]


Amata schrieb:

Aber in einer laufenden Debatte erwarte ich eben tatsächlich auch bei neu Hinzukommenden mehr an Inhalt.
[...]
Natürlich kann Naugrim auf den Beitrag hin auch nachfragen. Aber ich empfinde es als blöd, wenn man auf eine schon ziemlich angreifend/letztlich vorwurfsvolle Bemerkung auf die eigene Position dazu gezwungen wird, quasi demütig nachzufragen, wo das Problem liegt.



Ich sehe den Zwang zum „demütig“ nicht; und ich meine mich vage zu erinnern, dass Menschen in der Vergangenheit gegebenenfalls auch neutral oder patzig reagiert haben. Abgesehen davon, dass es auch die Möglichkeit gibt, einfach aufgrund der negativen Reaktion eines anderen bereits selbst auf das mögliche Problematische des eigenen Geschriebenen zu reflektieren, gibt es auch die Möglichkeit, etwas wie „Ich verstehe dein Problem nicht, erkläre dich!“ zu schreiben. Das ist nicht demütig, noch ist es demütigend.
Und:
Was das „angreifend“ angeht, so ist so ein Kommentar ja nicht zwingend an den gerichtet, dessen Beitrag man kommentiert - und zumindest bei den Mitlesenden kann man durch eine solche Bewertung (idealiter) den Blick für mögliche Probleme schärfen, auch wenn man keine Zeit hat, seine Argumentation auszuführen (oder es gleich zu tun).
Wie schon geschrieben - auch ich ziehe ausgeführte Kommentare den Ein-Satz-Kommentaren vor; aber ich werde halt auch irgendwie den Verdacht nicht los, dass du Pyrs Kommentar auch deswegen in so krasser Weise unangemessen findest, weil du Naugrims Ausführungen für diskutabel, erwägenswert usw. hältst (nicht gerade für richtig, aber auch nicht für etwas, das sich von selbst verbietet); und dass du anders reagieren würdest, wenn der Satz die Antwort auf Sätze wie „Wenn die armen Leute einen Arzt nicht bezahlen können, sterben sie halt früher - das ist die natürliche Selektion!“ oder „Der Klimawandel hat auch gute Seite - denkt doch nur mal an die sinkenden Heizkosten!“ gewesen wäre. Also sprich, ich habe den Verdacht, dass das, was du nicht akzeptierst, in Wahrheit doch eher die inhaltliche Einschätzung Pyrs bezüglich des infragestehenden Beitrags ist.



In Bezug auf:
[...] die Wahrscheinlichkeit, dass er aus diesem Beitrag dann sinnvolle Gedanken zieht (dafür müsste zumindest bereits eine halbwegs gedankliche Nähe zu Pyrs Position bestehen) oder nachfragt und damit plötzlich aktiv wird, ist eher gering. (Gewissermaßen könnte man mich jetzt als diesen Dritten betrachten, der plötzlich doch aktiv wird, aber dann jetzt doch zu einem anderen Thema...)



Ich weiß nicht ob es ein anderes Thema ist, weil ich es in der Tat deprimierend finde, dass der „Dritte“ in diesem Fall viel sensibler auf einen unterstellten Formverstoß reagiert, als auf die Inhalte.
Aber ich gebe dir in dem Punkt recht, dass es sehr optimistisch wäre, zu hoffen, dass Menschen, die das Abzulehnende an Naugrims kommentierter Bemerkung nicht ohnehin von selbst erkennen, es durch Pyrs Kommentar sehen. Ich sehe allerdings die Bemerkung weiterhin nicht als etwas an, was irgendeiner Form von Entschuldigung bedürfte. Ineffizienz und Hoffnung, wo wenig zu hoffen ist, sind keine moralischen Fehler.


In Bezug auf:
In Bezug auf:
Im konkreten Fall hatte Pyr allen Anlass, davon auszugehen, dass Naugrims Beitrag inhaltlich ohnehin von jmd (mir) argumentativ angegriffen werden würde;


Ja, richtig und auch deshalb halte ich den Beitrag nicht für gerechtfertigt. Es war ein kurzer Beitrag, der letztlich nichts Neues beisteuern konnte - weder für Naugrim, noch für einen Dritten. Naugrims Position stand ohnehin schon zur Debatte und eine neue Richtung wurde durch Pyrs Beitrag nicht eröffnet.




Ich würde behaupten, dass meine Reaktion trotz der inhaltlichen Nähe zu der Pyrs nicht identisch mit dessen Position, und erst recht nicht identisch mit dessen Entsetzen über eine bestimmte (die herausgegriffene) Logik oder Unlogik ist.
Ich bleibe aber nach wie vor bei der Frage, warum ein Beitrag, in dem ich primär eine spontane, entsetzte Reaktion auf einen Inhalt sehe, einer so starken positiven Rechtfertigung bedürfen sollte. Ich habe den Eindruck, hier wird ein Beitrag, der wie viele andere Beiträge ist, als Sonderfall herausgegriffen, und das verstehe ich nicht.


In Bezug auf:

In Bezug auf:
und zugleich hatte er - mutmaße ich - den Wunsch, sich zumindest flüchtig zu positionieren und auf die Ungeheurlichkeiten in Naugrims Beitrag aufmerksam zu machen - und sei es nur durch eine Ein-Satz-Reaktion, die Menschen vielleicht dazu bringt, Naugrims Beitrag ein zweites Mal zu lesen. Das scheint mir eine im Forum gängige Praxis zu sein.


Ich glaube, dazu habe ich oben schon alles gesagt.



Da ich den letzten Satz jetzt, glaube ich, inhaltlich gerade fast wiederholt habe, bin ich nicht sicher.

Umgekehrt würde mich aber tatsächlich auch (und eigentlich mehr) interessieren, wie du dich zum vom umstrittenen Kommentar kommentierten Beitrag positionierst.


Amata schrieb:

Dem konkreten Lehrer gegenüber Dankbarkeit empfinden, weil er etwa den Unterricht besonders gut gestaltet hat, so dass er Spaß gemacht hat, ist dann aber in Ordnung, wenn man es losgelöst von der Institution Schule und bezogen auf die Person sieht? Und wie sieht es aus, wenn man dann selbst als Lehrer (dass man damit natürlich die Institution selbst auch wieder unterstützt ist klar, aber mit irgendwas muss man ja im Regelfall sowieso Geld verdienen, also das mal außen vor) sich diesen Lehrer als Vorbild nimmt?




Ich sehe es so, dass man sich in beiden Fällen natürlich in einem problematischen Kontext bewegt. Wie ich, meine ich, schon schrieb, ist die komplette Trennung von Lehrer (Rolle) und Lehrer (Person) einem Schüler ebenso wenig möglich, wie ein Kind der Person, die die Rolle „Mutter“ erfüllt, davon losgelöst als Person gegenübertreten kann. Die Institution Schule und die Institution Mutterschaft lösen sich, mindestens, solange das institutionelle Verhältnis besteht, nie auf; und der Lehrer verhält sich nie jenseits davon. Gleichzeitig gibt es immer auch die Nichtidentität von Individuum und Rolle/Funktion. D.h., ich sehe überhaupt keine Möglichkeit, einem Vertreter der Institution (ob nun Schule oder Mutterschaft) auch als Person anders denn ambivalent gegenüberzustehen. In diesem Ambivalenzverhältnis können Dankbarkeit, Sympathie, Mitleid, Wohlwollen usw. eine Rolle spielen. Ein naiv-vereindeutigtes Verhältnis a’la „So ein toller Typ - mein absolutes Vorbild!“ hielte ich für ignorant, weil es das Verfallen- und Verkauftsein des Individuums an die Institution leugnet bzw. übersieht.
Wie siehst du das?


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Geändert durch sphnix (04.08.2019 12:01)

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sphnix

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Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]




Keliope schrieb:

Psychosen entstehen allerdings nicht aus dem Nichts, sondern allzuoft eben aus gesellschaftlichem Zwängen, die zu einer inneren Zerrissenheit/unlösbaren inneren Konflikten führen.



NaugrimNogrod schrieb:
Ja, es gibt zwar auch organische Ursachen, aber manche kommen sicherlich auch auch aus gesellschaftlichen Zwängen. Wahrscheinlich ist es oft auch eine Mischung aus beidem.



Ich halte das insofern für eine unzulängliche Beschreibung, weil du hier von zwei Substanzen ausgehst, die dann in einem zweiten Schritt in ein bestimmtes Mischungsverhältnis treten (Essig & Öl, quasi). Das ist aber doch real nie der Fall, oder wie würdest du dir das vorstellen?

Hingegen würde ich sagen: Unabhängig von allen Dispositionen, organischen Anfälligkeiten usw. sind Ort, Form und Bedeutung psychischer Symptombildungen gesellschaftlich. Und das macht in der Konsequent genau den Unterschied, das man die Fragestellung „Welcher Typ Mensch ist ‚der Gesellschaft‘ gefährlich in die Frage ‚Welcher Typ Gesellschaft ist dem Individuum gefährlich?‘ umwandeln kann.


In Bezug auf:
Wenn jemand gefährlich ist oder vollkommen die Orientierung verloren hat und unter Verfolgungswahn leidend durch die Gegend rennt, dann ist eine Unterbringung angebracht.
Tatsächlich habe ich im Praktikum mit etlichen Menschen gesprochen, die Psychosen haben/hatten oder manisch-depressiv waren und sie haben unter dem orientierungslosen Zustand sehr gelitten und waren im Nachhinein froh, dass ihnen geholfen wurde, auch wenn sie das in der akuten Psychose anders sahen.



Die Alternative, jemanden, der (beispielsweise) an Verfolgungswahn leidet, entweder munter-teilnahmslos sich selbst zu überlassen oder aber, ihn in die Psychiatrie zu stecken, ist eine Alternative, die sich aus der konkreten Einrichtung der Gesellschaft ergibt und komplett immanent formuliert.

Abgesehen davon machst du mit „im Nachhinein froh“ aber wieder das, was ich an anderer Stelle auch schon angesprochen habe und worauf bislang leider nur Amata geantwortet hat: Du verkennst die emotionale Reaktion von Menschen (die immer schon innerhalb des gegebenen stattfindet), wenn du sie für ein gültiges Urteil hältst. Wenn du einen Menschen vor die Alternative stellst, entweder zu verdursten oder verdünnte Pferdepisse zu trinken, wird er, derart gerettet, möglicherweise tatsächlich „froh“ sein, Pferdepisse bekommen zu haben - aber das rechtfertigt nicht eine Welt, in der man ihm Pferdepisse und kein Wasser gibt.

Nebenbei scheint mir die Legende von den psychiatriefröhlichen Psychotikern auch zumindest nicht repräsentativ; Melle z.B. hat (in einem Buch, von dem ich nur wenige Seiten kenne, weil es auszugshalft im Begleitheft zum Buchpreis war) darüber geschrieben, dass auch bei richtig beschissenenen psychischen Zuständen (in dem Fall manisch-depressiv, meine ich) irgendwann die Psychiatrie als das aufgefasst/erlebt wird, das noch schlimmer ist als die psychischen Zustände, derentwegen man dort gelandet ist. Werde die Stelle zitieren, wenn ich sie finde).

Darüber hinaus antwortet das, was du geschrieben hast. auch in keiner Weise auf das, was Pyr über die Psychiatrie als gesellschaftliche Machtinstitution geschrieben hat.

Man kann meinen grundlegenden Einwand (bezüglich der Psychiatrie wie der Schule), glaube ich, tatsächlich in folgenden Satz bündeln:
Die individuell-emotionale Einschätzung einer Institution durch Person X, die sie durchlaufen hat, liefert kein hinlängliches Kriterium zur Bewertung der Institution, weil
a) X’s Urteil sich immer innerhalb des Bestehenden bildet und nicht in Relation zu einer nicht realisierten Alternative
b) X’s Emotionalität von derselben gesellschaftlichen Logik geprägt wurde, welche die Institutionen hervorgebracht hat
und
c) X’s emotionale Reaktion sich nicht zwingend auf rationales Wissen über Funktion und Rolle der Institution bezieht.

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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NaugrimNogrod

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Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

Ich bin mir nicht sicher, ob eine Diskussion über bestimmte Aspekte des Lebens, die gesellschaftliche Belange betrifft, mit uns beiden so sinnvoll ist, einfach weil wir von einer grundverschiedenen Perspektive auf Gesellschaft schauen.
Ich glaube, dass menschliches Zusammenleben einer gewissen Struktur bedarf und die bildet bei uns die Gesellschaft. Sie ist in meinen Augen nicht ideal, aber ich lehne sie auch nicht grundsätzlich ab, sondern möchte die Gegebenheiten, die mir verbesserungsnötig erscheinen, gerne verbessern helfen.
sphnix schrieb:


Keliope schrieb:

Psychosen entstehen allerdings nicht aus dem Nichts, sondern allzuoft eben aus gesellschaftlichem Zwängen, die zu einer inneren Zerrissenheit/unlösbaren inneren Konflikten führen.



NaugrimNogrod schrieb:
Ja, es gibt zwar auch organische Ursachen, aber manche kommen sicherlich auch auch aus gesellschaftlichen Zwängen. Wahrscheinlich ist es oft auch eine Mischung aus beidem.



Ich halte das insofern für eine unzulängliche Beschreibung, weil du hier von zwei Substanzen ausgehst, die dann in einem zweiten Schritt in ein bestimmtes Mischungsverhältnis treten (Essig & Öl, quasi). Das ist aber doch real nie der Fall, oder wie würdest du dir das vorstellen?

Hingegen würde ich sagen: Unabhängig von allen Dispositionen, organischen Anfälligkeiten usw. sind Ort, Form und Bedeutung psychischer Symptombildungen gesellschaftlich. Und das macht in der Konsequent genau den Unterschied, das man die Fragestellung „Welcher Typ Mensch ist ‚der Gesellschaft‘ gefährlich in die Frage ‚Welcher Typ Gesellschaft ist dem Individuum gefährlich?‘ umwandeln kann.


Richtig
Ich stelle aber eben nicht die ganze Gesellschaft in Frage, deswegen bewege ich mich ebenfalls, wie auch die Psychotiker in ihr.
Innerhalb dieser Gesellschaft geht man vom bio-psycho-sozialen Modell aus, das heißt wie bei deinem Beispiel mit Essig und Öl spielen tatsächlich verschiedene Faktoren in Mischungen eine Rolle, ob man eine Psychose bekommt oder nicht.


In Bezug auf:

In Bezug auf:
Wenn jemand gefährlich ist oder vollkommen die Orientierung verloren hat und unter Verfolgungswahn leidend durch die Gegend rennt, dann ist eine Unterbringung angebracht.
Tatsächlich habe ich im Praktikum mit etlichen Menschen gesprochen, die Psychosen haben/hatten oder manisch-depressiv waren und sie haben unter dem orientierungslosen Zustand sehr gelitten und waren im Nachhinein froh, dass ihnen geholfen wurde, auch wenn sie das in der akuten Psychose anders sahen.



Die Alternative, jemanden, der (beispielsweise) an Verfolgungswahn leidet, entweder munter-teilnahmslos sich selbst zu überlassen oder aber, ihn in die Psychiatrie zu stecken, ist eine Alternative, die sich aus der konkreten Einrichtung der Gesellschaft ergibt und komplett immanent formuliert.


Das sind die Alternativen, die mir in der Praxis bleiben. Was immanent formuliert bedeutet, verstehe ich leider nicht. Vielleicht kannst du das kurz erklären?

In Bezug auf:

Abgesehen davon machst du mit „im Nachhinein froh“ aber wieder das, was ich an anderer Stelle auch schon angesprochen habe und worauf bislang leider nur Amata geantwortet hat: Du verkennst die emotionale Reaktion von Menschen (die immer schon innerhalb des gegebenen stattfindet), wenn du sie für ein gültiges Urteil hältst. Wenn du einen Menschen vor die Alternative stellst, entweder zu verdursten oder verdünnte Pferdepisse zu trinken, wird er, derart gerettet, möglicherweise tatsächlich „froh“ sein, Pferdepisse bekommen zu haben - aber das rechtfertigt nicht eine Welt, in der man ihm Pferdepisse und kein Wasser gibt.


Weil ich nicht gleich die Welt in Frage stelle, das stimmt. Wie auch schon oben geschrieben.
Wenn ich tatsächlich nur Pferdepisse und kein Wasser zur Verfügung habe, dann gebe ich die dem Verdurstenden, statt sie wegzuschütten und zu beklagen, dass die Welt kein Wasser für ihn hat.
Vielleicht habe ich auch hier das Beispiel nur falsch verstanden.

In Bezug auf:

Nebenbei scheint mir die Legende von den psychiatriefröhlichen Psychotikern auch zumindest nicht repräsentativ; Melle z.B. hat (in einem Buch, von dem ich nur wenige Seiten kenne, weil es auszugshalft im Begleitheft zum Buchpreis war) darüber geschrieben, dass auch bei richtig beschissenenen psychischen Zuständen (in dem Fall manisch-depressiv, meine ich) irgendwann die Psychiatrie als das aufgefasst/erlebt wird, das noch schlimmer ist als die psychischen Zustände, derentwegen man dort gelandet ist. Werde die Stelle zitieren, wenn ich sie finde).


Richtig, es gibt jede Menge Menschen, die in in der Psychiatrie Schaden genommen haben und dort unglücklich waren. Ich hatte mit etlichen davon persönlich Kontakt. Viele haben sich in Vereinen Psychieatrieerfahrener zusammengeschlossen und verbessern nun die Zustände in den Psychiatrien. Es hat sich die letzten Jahre schon sehr viel verändert.

In Bezug auf:

Man kann meinen grundlegenden Einwand (bezüglich der Psychiatrie wie der Schule), glaube ich, tatsächlich in folgenden Satz bündeln:
Die individuell-emotionale Einschätzung einer Institution durch Person X, die sie durchlaufen hat, liefert kein hinlängliches Kriterium zur Bewertung der Institution, weil
a) X’s Urteil sich immer innerhalb des Bestehenden bildet und nicht in Relation zu einer nicht realisierten Alternative
b) X’s Emotionalität von derselben gesellschaftlichen Logik geprägt wurde, welche die Institutionen hervorgebracht hat
und
c) X’s emotionale Reaktion sich nicht zwingend auf rationales Wissen über Funktion und Rolle der Institution bezieht.


Ja, das verstehe ich, glaube ich zumindest
Heißt, du glaubst, dass man Gesellschaft und Institutionen und alles andere nur rein aus logischer Sicht betrachten sollte und wie sich die Menschen damit fühlen und wie es ihnen damit geht keine Rolle spielen sollten?

~~**~~**~~**~~
Like gravity, karma is so basic we often don’t even notice it
~~°°~~°°~~°°~~
Und was wir heute nicht gesehn, das ruft uns morgen, fortzugehn
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NaugrimNogrod

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

sphnix schrieb:



Darüber hinaus antwortet das, was du geschrieben hast. auch in keiner Weise auf das, was Pyr über die Psychiatrie als gesellschaftliche Machtinstitution geschrieben hat.



Ich weiß grad nicht genau, auf welchen Post du dich gerade beziehst, aber Pyr hat recht.
Psychiatrie ist immer auch eine gesellschaftliche Machtinstitution

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Najade

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: NaugrimNogrod]

In Bezug auf:
Innerhalb dieser Gesellschaft geht man vom bio-psycho-sozialen Modell aus, das heißt wie bei deinem Beispiel mit Essig und Öl spielen tatsächlich verschiedene Faktoren in Mischungen eine Rolle, ob man eine Psychose bekommt oder nicht.

Ach so! Ja, wenn man das in dieser Gesellschaft (sic!) so macht, dann ist ja alles gesagt. Und dann kann sich sphnix auch alle weiteren Ausfuehrungen sparen, weil Logik kommt halt an Mehrheitsdenke nicht ran.
(Ich bin mir ziemlich sicher, dass es mehr als dieses eine Modell gibt. Aber warum selber denken, wenn man auch authoritaetshoerig glauben kann?)

NaugrimNogrod schrieb:
In Bezug auf:

Abgesehen davon machst du mit „im Nachhinein froh“ aber wieder das, was ich an anderer Stelle auch schon angesprochen habe und worauf bislang leider nur Amata geantwortet hat: Du verkennst die emotionale Reaktion von Menschen (die immer schon innerhalb des gegebenen stattfindet), wenn du sie für ein gültiges Urteil hältst. Wenn du einen Menschen vor die Alternative stellst, entweder zu verdursten oder verdünnte Pferdepisse zu trinken, wird er, derart gerettet, möglicherweise tatsächlich „froh“ sein, Pferdepisse bekommen zu haben - aber das rechtfertigt nicht eine Welt, in der man ihm Pferdepisse und kein Wasser gibt.


Weil ich nicht gleich die Welt in Frage stelle, das stimmt.


Warum eigentlich nicht? Das steht da so selbstverstaendlich hingeklatscht.

In Bezug auf:
Wie auch schon oben geschrieben.
Wenn ich tatsächlich nur Pferdepisse und kein Wasser zur Verfügung habe, dann gebe ich die dem Verdurstenden, statt sie wegzuschütten und zu beklagen, dass die Welt kein Wasser für ihn hat.
Vielleicht habe ich auch hier das Beispiel nur falsch verstanden.

Niemand hat was von wegschuetten gesagt. Der Vergleich ist nun wirklich nicht so schwer zu verstehen...

("Du" bist nicht der Geber. "Du" bist der Trinker.)

.
.
Die geschliffene Najade ist geschliffen! Die gebädigte Najade ist gebädigt!
.
.
"And what good is it to me that you're here now? Where were you twenty years ago, ten years ago? How dare you, how dare you come to me now, when I am this?[...] I wish you had never come. Why did you come now?"
― Peter S. Beagle, The Last Unicorn

Geändert durch Najade (04.08.2019 18:22)

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Najade

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Najade]

Finde den Unterschied:
"Juche, was ist Pferdepisse nicht fuer ein tolles Gesoeff. Vllt kann ich das noch in Flaschen verkaufen."
vs
"Ich musste Pferdepisse trinken, weil das in der konkreten Situation die am wenigsten schlimme Variante war. Geschmeckt hat's mir aber trotzdem nicht."

.
.
Die geschliffene Najade ist geschliffen! Die gebädigte Najade ist gebädigt!
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"And what good is it to me that you're here now? Where were you twenty years ago, ten years ago? How dare you, how dare you come to me now, when I am this?[...] I wish you had never come. Why did you come now?"
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sphnix

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: NaugrimNogrod]


NaugrimNogrod schrieb:
Ich bin mir nicht sicher, ob eine Diskussion über bestimmte Aspekte des Lebens, die gesellschaftliche Belange betrifft, mit uns beiden so sinnvoll ist, einfach weil wir von einer grundverschiedenen Perspektive auf Gesellschaft schauen.




Verschiedene Perspektiven sind das, was in einer Diskussion verhandelt wird; insofern verstehe ich das grundsätzliche Problem daran nicht (während ich sehr wohl sehe, dass eine Debatte über vergleichsweise kleine Binnenprobleme nicht sinnvoll sein kann, ohne die grundsätzliche Abweichung zu thematisieren).

Abgesehen davon habe ich aber Zweifel, ob du meine Perspektive richtig einschätzt:

In Bezug auf:

Ich glaube, dass menschliches Zusammenleben einer gewissen Struktur bedarf und die bildet bei uns die Gesellschaft. Sie ist in meinen Augen nicht ideal, aber ich lehne sie auch nicht grundsätzlich ab, sondern möchte die Gegebenheiten, die mir verbesserungsnötig erscheinen, gerne verbessern helfen.




Du scheinst davon auszugehen, dass ich der gegenteiligen Ansicht bin, also der Ansicht, menschliches Zusammenleben sei ohne Struktur möglich.
Nun halte ich deine Aussage (zumindest den Anfang davon) aber nicht für „falsch“, sondern für sinnlos. Für sinnlos deswegen, weil der Satz davon ausgeht, „Struktur“ sei etwas, das sekundär in eine zuvor strukturlose Substanz eingeführt wird. Das Wort „bedürfen“ verweist im Zusammenhang deiner Argumentation, wenn ich sie richtig verstehe, darauf, dass du strukturloses Zusammenleben für prinzipiell möglich (und Strukturlosigkeit für einen unter der Ordnung der Struktur lauernde Bedrohung) hältst. Das folgt, im Großen und Ganzen, der neuzeitlich-liberalen Erzählung vom Menschen als Einzelgänger, Raubtier und Robinson, der „Gesellschaft“ bildet, indem er sich zu Gruppen zusammentut.

Ich teile diese Voraussetzung nicht, weil ich das für eine gegenstandslose Fiktion halte. Menschen sind primär immer schon kollektiv, finden sich innerhalb sozialer Beziehungen, innerhalb Sprache, und ergo innerhalb von Struktur. Die Frage kann nur die sein, wie diese Struktur beschaffen sein soll; bzw., die Struktur ist daraufhin zu befragen, ob sie transparent als etwas von und für Menschen gemachtes ist, oder ob sie fetischhaft, d.h. verselbstständigt ist; sehr platt gesagt: Ob sie den Menschen dient, oder ob die Menschen ihr dienen.
Folgerichtig ist, was ich ablehne, auch nicht „die Gesellschaft“ als Abstraktum (also als Prinzip von Gesellschaftlichkeit), denn dazu sehe ich nicht nur keine sinnvolle Alternative, sondern überhaupt keine Alternative, und wüsste auch nicht, wieso ich eine suchen sollte. Sofern ich von einer prinzipiellen Infragestellung spreche, bezieht diese sich auf die konkrete gesellschaftliche, ökonomische usw. Ordnung.


Aus deiner Aussage, dass „bei uns“ „die Gesellschaft“ die Strukturen bilde, schließe ich, dass du mit „Gesellschaft“ etwas anderes meinen musst als ich; und ich bitte hier um Klärung. Mich verwirrt das insgesamt, weil es klingt, als ob anderswo etwas anderes die Strukturen bildet; und auch, weil es Gesellschaft und Struktur in einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang bringt (Gesellschaft -> Struktur), was ich so auch nicht täte.


sphnix schrieb:

Richtig
Ich stelle aber eben nicht die ganze Gesellschaft in Frage, deswegen bewege ich mich ebenfalls, wie auch die Psychotiker in ihr.
Innerhalb dieser Gesellschaft geht man vom bio-psycho-sozialen Modell aus, das heißt wie bei deinem Beispiel mit Essig und Öl spielen tatsächlich verschiedene Faktoren in Mischungen eine Rolle, ob man eine Psychose bekommt oder nicht.




Ich verstehe diesen Abschnitt nicht. Dass wir uns alle IN der Gesellschaft bewegen, ich, du, der Psychotiker und Dr. Psychiater Frankenstein - das ist doch eh klar, oder? Aber was hat das mit irgendwas zu tun, und inwiefern ist das eine Antwort auf meinen Angriff auf ein bestimmtes, meiner Ansicht nach (in seinen KATEGORIEN, nebenbei) irreführendes Erklärungsmodell?

In Bezug auf:

In Bezug auf:
Wenn jemand gefährlich ist oder vollkommen die Orientierung verloren hat und unter Verfolgungswahn leidend durch die Gegend rennt, dann ist eine Unterbringung angebracht.
Tatsächlich habe ich im Praktikum mit etlichen Menschen gesprochen, die Psychosen haben/hatten oder manisch-depressiv waren und sie haben unter dem orientierungslosen Zustand sehr gelitten und waren im Nachhinein froh, dass ihnen geholfen wurde, auch wenn sie das in der akuten Psychose anders sahen.



Die Alternative, jemanden, der (beispielsweise) an Verfolgungswahn leidet, entweder munter-teilnahmslos sich selbst zu überlassen oder aber, ihn in die Psychiatrie zu stecken, ist eine Alternative, die sich aus der konkreten Einrichtung der Gesellschaft ergibt und komplett immanent formuliert.


Das sind die Alternativen, die mir in der Praxis bleiben. Was immanent formuliert bedeutet, verstehe ich leider nicht. Vielleicht kannst du das kurz erklären?




Im Prinzip genau das, was du beschreibst: Es bleibt innerhalb der Grenzen des Gegebenen, auch im Denken. Wenn ich die konkrete Beschaffenheit der Gesellschaft voraussetze, dann stellen sich die obengenannten Alternativen. So, wie ich, wenn ich innerhalb der Grenzen der Ölfarbenmalerei verbleibe, keine transparente Farbschichtung erzeugen kann; was aber außerhalb davon - in der Aquarellmalerei - sehr wohl geht. Innerhalb der gegebenen Ordnung und realen Praxis stellt sich in der Regel, zumindest ab einem bestimmten Schweregrad der Symptome, die Alternative Psychiatrie vs. Person-sich-selbst-überlassen; alles Andere ist höchstens in Ausnahmefällen umsetzbar.

Natürlich kann ich - in der Praxis - auf diese Alternative verwiesen sein. So, wie ich in der Praxis auch in der Situation sein kann, dass mit nur die Alternative bleibt, jemanden zu erschießen oder erschossen zu werden. Dass solche Alternativen sich stellen, ist doch aber in keiner Weise ein Grund dafür, sein DENKEN und URTEILEN auf den Horizont dieser schlechten Alternativen zu beschränken


In Bezug auf:

Weil ich nicht gleich die Welt in Frage stelle, das stimmt. Wie auch schon oben geschrieben.
Wenn ich tatsächlich nur Pferdepisse und kein Wasser zur Verfügung habe, dann gebe ich die dem Verdurstenden, statt sie wegzuschütten und zu beklagen, dass die Welt kein Wasser für ihn hat.
Vielleicht habe ich auch hier das Beispiel nur falsch verstanden.



Der Punkt, um den es mir geht, ist, dass du (bildhaft gesprochen) den Gedanken an die FORDERUNG nach Wasser immer schon durchgestrichen hast, und dann ist der Übergang zum Lob der Pferdepisse ein fließender. Natürlich - das habe ich meine ich auch schon häufiger gesagt - kann ich in der Praxis darauf verwiesen sein, auf Schlechtes zurückgreifen zu müssen. Das ist bloß kein Grund, das eigene Urteil zu verstümmeln und es in die engen Schranken von menschengemachten realen Ausgangsbedingungen zu pressen.

Insofern halte ich dein wiederholtes „ich stelle die Welt/die Gesellschaft nicht in Frage“ für ein zu nichts Sinnvollem dienendes Mantra, dem ich etwas anderes als „Warum nicht?“ gar nicht entgegenhalten kann. Man kann sich über einen Gegenstand nur ein Urteil bilden, wenn man ihn infrage stellt. Ihn der Infragestellung entziehen, heißt, nichts über ihn aussagen zu können. Auch und gerade jemand, der mir gegenüber die konkrete gesellschaftliche Ordnung (oder Elemente davon) verteidigen und als sinnvoll und richtig darstellen möchte, muss die Gesellschaft befragt - infrage gestellt - haben, muss ergo Einsichten oder scheinbare Einsichten über sie gewonnen haben: Nur auf der Basis solcher Einsichten kann Gründe dafür liefern, wieso die Gesellschaft (bzw. manche ihrer Institutionen usw. ) gut oder sinnvoll sind. Der Satz „Die Gesellschaft ist gut, weil, es gibt sie“ funktioniert nicht; und etwas anderes kann man auf der Basis des dogmatischen Entschlusses zur Nichtinfragestellung nicht sagen.





In Bezug auf:

In Bezug auf:

Man kann meinen grundlegenden Einwand (bezüglich der Psychiatrie wie der Schule), glaube ich, tatsächlich in folgenden Satz bündeln:
Die individuell-emotionale Einschätzung einer Institution durch Person X, die sie durchlaufen hat, liefert kein hinlängliches Kriterium zur Bewertung der Institution, weil
a) X’s Urteil sich immer innerhalb des Bestehenden bildet und nicht in Relation zu einer nicht realisierten Alternative
b) X’s Emotionalität von derselben gesellschaftlichen Logik geprägt wurde, welche die Institutionen hervorgebracht hat
und
c) X’s emotionale Reaktion sich nicht zwingend auf rationales Wissen über Funktion und Rolle der Institution bezieht.


Ja, das verstehe ich, glaube ich zumindest
Heißt, du glaubst, dass man Gesellschaft und Institutionen und alles andere nur rein aus logischer Sicht betrachten sollte und wie sich die Menschen damit fühlen und wie es ihnen damit geht keine Rolle spielen sollten?



Nein, wie kommst du darauf?
ich meine, dass man Emotionen auf ihre Ursachen, ihren Aufbau, ihre Gründe usw. hin befragen kann, und dass eine Emotion auch falsch sein kann. Nicht, weil sie „unlogisch“ ist (was hieße das?), sondern weil ihr Zustandekommen als Reaktionsbildung auf etwas (einen Zwiespalt, eine Notlage) erklärt werden kann. Insofern meine ich, dass das die Berücksichtigung von Menschen als fühlende, denkende, urteilende Individuen nicht gleichbedeutend sein kann mit der Überschätzung der konkreten Emotion eines sich psychisch in diese Welt gefügt habenden, ihre Widersprüche verinnerlich habenden Menschen. (Insofern bin ich auch geneigt, die Gefühle eines Einjährigen „wörtlicher“ zu nehmen als die eines 40jährigen).
(Um es am vereinfachten und schon auffälligen Beispiel zu sagen: Wer unter Waschzwang leidet, wird sich konkret immer „besser fühlen“, wenn er seinem Zwang nachgehen kann; man hilft ihm aber nicht endgültig, indem man ihm ein Badezimmer zur Verfügung stellt. Dieses Muster würde ich auch auf angeblich nicht-pathologische Affekte übertragen, was daran liegt, dass ich nicht an deine Unterteilung in psychisch gesund und psychisch krank glaube, es sei denn, man fasst das als graduelle und an der „Funktionstüchtigkeit“ des Menschen orientierte Begriffe auf. Aber Funktionstüchtigkeit ist nun gerade nicht mit seelischer Ungebrochenheit identisch.)

Ich halte Emotionalität wie Rationalität für etwas, das immer schon in seine Ausgangsbedingungen (Sprache, Erfahrungen usw.) verstrickt ist, und dass, um zu Einsichten in die Lage zu taugen, aufeinander bezogen werden muss, sich auf sich selbst beziehen muss, sich und die Umstände, mit denen es konfrontiert ist, infragestellen muss, wenn es mit Zumutungen konfrontiert ist. Und da Menschen in der Regel sehr, sehr früh die eigene Urteilsfähigkeit und das eigene Empfinden verkrümmen und verbiegen müssen (um sich den Zumutungen anzupassen, denen kleine Kinder zuhauf ausgesetzt sind, und die Erwachsene zum Teil tatsächlich nicht mehr sehen), hat der ausgewachsene Mensch sehr gute Gründe, die infragezustellende Welt auch in sich zu suchen (d.h., ihre Logik in sich zu vermuten); und daher hat er sehr gute Gründe, seinen Emotionen zu misstrauen.

-----
Übrigens gehe ich nicht davon aus, dass es irgendeine Möglichkeit gibt, dass sich innerhalb der fortschreitenden Wucherung irrsinniger Ökonomie irgendetwas innerhalb der Psychiatrie langfristig zum guten entwickeln wird, aber ich klammere das jetzt mal vorläufig aus.

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Caddy

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Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

»Schließlich werden laut Philipp Hübl an Philosophischen Instituten mehr als doppelt so viele Bücher zum Thema Ethik gestohlen als zu anderen Themen.«
(gerade in einer Radio-Buchkritik gehört)



Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

E Caddy come corpo morto cade.
~ Dante Alighieri, Commedia
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sphnix

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Caddy]

Ich würde ja jetzt gerne sagen, dass hier vermutlich die Bedürftigen das klauen, das ihnen fehlt, aber irgendwie weigere ich mich, den simplen Buchdiebstahl als herausragendes ethisches Defizit zu betrachten.

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sphnix

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

In Bezug auf:
So ist die brandneue Amazon-Serie „American Gods“ frei ab 16 Jahren und bietet schon in der ersten Folge extremste Gewaltdarstellungen und eine verstörend-bizarre Sex-Szene. Ohne dass Eltern aktiv werden und die Jugendschutz-PIN verändern, ist eine solche Erwachsenen-Serie für jeden Zuschauer in der Familie mit einem Klick abrufbar.


https://meedia.de/2017/05/09/warum-elter...mazon-prime-co/

Also ich bin ja, was Gewalt angeht, leicht verstörbar, aber dass hier bei abstrakt-johannisbeersaftfarbenem Blut von "extremst" die Rede ist, verstört mich etwas mehr als die Serie bislang. Zumal, wenn ich an Leichen und gewaltsachen in mir bekannten FSK-12-Filmen denke.
Und was an der Sex-Szene jetzt so arg verstörend sein soll, hat sich mir auch nicht erschlossen.

Dafuq?

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Pyr

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

sphnix schrieb:

Und was an der Sex-Szene jetzt so arg verstörend sein soll, hat sich mir auch nicht erschlossen.

Dafuq?



Vermutlich.

Gommorah is a nursery rhyme
you won't find in the book.
It's written on your city's face,
just stop and take a look.

(Sixto Rodriguez)


In ihrem Schweigen gegen die Erlebnisberichte der Individuen wird die Totalität das letzte Wort behalten.
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Keks

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Pyr]

Staumeldung im Radio:
"Ortskundige und solche, die es werden wollen, umfahren das Gebiet bitte weiträumig."

Das gefällt mir

Pero este no es el mundo que yo quiero.

Ich finde tackern super. Ich finde, man sollte viel mehr tackern.
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sphnix

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Keks]

Ich hab ein viel besseres gefunden!:

"Wäre der Germanenspuk nicht durch die Natioalsozialisten und ihre Vorläufer für alle Zeiten in Verruf gekommen, so könnten Odin, Freyja, Thor und wie sie alle heißen heute genauso groß und mächtig erscheinen wie andere Götter und Helden auch." (aus: "Atlas der fiktiven Orte")


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Pyr

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

    Ubahn-Nachrichtenbildschirm über Spaenles Aufruf zu Zivilcourage gegen Antisemitismus (mehr oder weniger wortwörtlich):

    "Die Menschen müssen Solidarität mit den Juden zeigen."


Gommorah is a nursery rhyme
you won't find in the book.
It's written on your city's face,
just stop and take a look.

(Sixto Rodriguez)


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sphnix

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Pyr]

sehr schön

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sphnix

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

In Bezug auf:
Mimikfalten lassen uns nicht immer alt aussehen
Der Name ist Programm: Lachfalten entstehen durchs Lachen. Wer welche hat, gilt als fröhlich, offen und freundlich. Das ist sogar wissenschaftlich bewiesen.


https://www.nivea.de/beratung/schoene-haut/lachfalten



Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Pyr

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Pyr]

Pyr schrieb:
    Ubahn-Nachrichtenbildschirm über Spaenles Aufruf zu Zivilcourage gegen Antisemitismus (mehr oder weniger wortwörtlich):

    "Die Menschen müssen Solidarität mit den Juden zeigen."




Strafverfolgung sei das eine, sagt er am Dienstag bei einer Pressekonferenz im bayerischen Kultusministerium, ebenso wichtig aber sei die Prävention. "Wir müssen die Menschen zur Solidarität mit den Juden gewinnen", sagt Spaenle. (Quelle)

Das war's.

Gommorah is a nursery rhyme
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(Sixto Rodriguez)


In ihrem Schweigen gegen die Erlebnisberichte der Individuen wird die Totalität das letzte Wort behalten.
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Keks

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Pyr]

Spam schrieb:
Frau [Keks], natürlich Gewicht verlieren - bis zu 13 Kilo im Monat





Pero este no es el mundo que yo quiero.

Ich finde tackern super. Ich finde, man sollte viel mehr tackern.
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sphnix

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Keks]

Wieviel Monate bleiben dir da bist zur Auflösung?



----------------

„Ich war mir klar darüber, daß mein Verschwinden als das gedeutet werden mußte, was es im tiefsten Grunde auch war: als eine Flucht vor dem Gewicht der Stunde. Aber das galt mir gleich. Und mir fiel ein, daß ich oftmals als Kind dasselbe getan hatte: Wenn ich an meiner Mutter Namenstag sorgsam eingelernte Wünsche und Verse hatte sagen sollen, dann war ich von einer ähnlichen Angst befallen gewesen.“

(Perutz, „Der Meister des Jüngsten Tags“
Interessant zu lesendes Buch, übrigens - auch wenn sein Autor sich anscheinend ziemlich negativ darüber geäußert hat, wenn ich Wikipedia glauben darf.
Und Adorno hat angeblich was Positives darüber gesagt - nur weiß ich leider nicht, wo.)

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Caddy

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
Und Adorno hat angeblich was Positives darüber gesagt - nur weiß ich leider nicht, wo.)


In der Ästhetischen Theorie (über das Namenregister des Buchs zu finden) und in »Blochs Spuren« in den Noten zur Literatur – beide Male wird der Roman aber nur kurz erwähnt.

Anderes: Da die Pessoa-Werkausgabe nicht an einer kritischen Aufarbeitung dessen, was Pessoa geschrieben hat, interessiert ist, erschienen seine … rechtslastigeren Schriften* folgerichtig beim als rechtsextrem geltenden Karolinger-Verlag, unter dem Titel »Politische und soziologische Schriften«. Mir ist kürzlich aufgefallen, dass meine gebraucht gekaufte Ausgabe des Buches vormals wohl einem Fan des Verlagsprogramms gehört hat – jedenfalls wenn man die Unterstreichungen zugrunde legt. Ich zitiere im Folgenden vollständig die unterstrichenen Passagen (der Vorbesitzer ist glücklicherweise nicht allzu weit gekommen).
Pessoa schrieb:
Gedankliche Treue ist eine Krankheit, vielleicht ein Atavismus – ein Überbleibsel von vorzeitlichen Tieren, in deren evolutionärem Stadium derartiges Fehlverhalten normal gewesen sein mag. […] Es ist ein Mangel an Höflichkeit den Mitmenschen gegenüber, in ihren Augen immer derselbe zu bleiben; wir langweilen sie, belästigen sie mit unserem Mangel an Beweglichkeit. Ein moderner Mensch ohne Scheuklappen mit wachem Wahrnehmungsvermögen hat die geistige Verpflichtung, seine Meinung und seine Überzeugung mehrmals täglich zu ändern. […] Der disziplinierte und gesittete Mensch macht seine Eindrücke und Einsichten zu Spiegeln seiner flüchtigen Umwelt: morgens Republikaner, bei Sonnenuntergang Monarchist; Atheist bei Sonnenschein, ultramontaner Katholik in gewissen Stunden des Schattens und des Schweigens. […] Nur oberflächliche Kreaturen haben tiefe Überzeugungen. […] Wir ähneln sehr den Deutschen.




* Das Rechtslastige fehlt selbstverständlich auch nicht in anderen Texten Pessoas, die von Ammann/Fischer als Teil der Werkausgabe ediert wurden. Es tritt dort jedoch nicht so offensichtlich und ungebrochen auf, zumal es sich bei den meisten Texten Pessoas um Rollenprosa (bzw. ›Rollenlyrik‹) handelt, was eine weitere Distanz aufbaut oder zumindest ermöglicht. Auch in diesen Fällen wäre eine kritische Auseinandersetzung durch die Herausgeber allerdings wünschenswert – ich konnte sie bisher indes nirgendwo entdecken.

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

E Caddy come corpo morto cade.
~ Dante Alighieri, Commedia
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sphnix

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Caddy]

Caddy schrieb:
sphnix schrieb:
Und Adorno hat angeblich was Positives darüber gesagt - nur weiß ich leider nicht, wo.)


In der Ästhetischen Theorie (über das Namenregister des Buchs zu finden) und in »Blochs Spuren« in den Noten zur Literatur – beide Male wird der Roman aber nur kurz erwähnt.


Was die Ästhetischen Theorie angeht, hatte ich die Idee mit dem Namensregister sogar auch, blo hab ich meines gefunden, nur ein Register mit "Banausie" und "Überbau" und so. Stell ich mich dämlich an, oder hast du ne andre als die Suhrkamp (stw)-Ausgabe?

In Bezug auf:
Pessoa schrieb:
Gedankliche Treue ist eine Krankheit, vielleicht ein Atavismus – ein Überbleibsel von vorzeitlichen Tieren, in deren evolutionärem Stadium derartiges Fehlverhalten normal gewesen sein mag. […] Es ist ein Mangel an Höflichkeit den Mitmenschen gegenüber, in ihren Augen immer derselbe zu bleiben; wir langweilen sie, belästigen sie mit unserem Mangel an Beweglichkeit. Ein moderner Mensch ohne Scheuklappen mit wachem Wahrnehmungsvermögen hat die geistige Verpflichtung, seine Meinung und seine Überzeugung mehrmals täglich zu ändern. […] Der disziplinierte und gesittete Mensch macht seine Eindrücke und Einsichten zu Spiegeln seiner flüchtigen Umwelt: morgens Republikaner, bei Sonnenuntergang Monarchist; Atheist bei Sonnenschein, ultramontaner Katholik in gewissen Stunden des Schattens und des Schweigens. […] Nur oberflächliche Kreaturen haben tiefe Überzeugungen. […] Wir ähneln sehr den Deutschen.







Assoziation 1: "Verdammt, ich wollte ja noch ein bissl was von Paglia zitieren!"
Assoziation 2: Marx!
(nur pervers )

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Caddy

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
Caddy schrieb:
sphnix schrieb:
Und Adorno hat angeblich was Positives darüber gesagt - nur weiß ich leider nicht, wo.)


In der Ästhetischen Theorie (über das Namenregister des Buchs zu finden) und in »Blochs Spuren« in den Noten zur Literatur – beide Male wird der Roman aber nur kurz erwähnt.


Was die Ästhetischen Theorie angeht, hatte ich die Idee mit dem Namensregister sogar auch, blo hab ich meines gefunden, nur ein Register mit "Banausie" und "Überbau" und so. Stell ich mich dämlich an, oder hast du ne andre als die Suhrkamp (stw)-Ausgabe?


Ich möchte natürlich keinesfalls ausschließen, dass Du Dich dämlich anstellst, aber es ist auch denkbar, dass Du kein Namenregister in Deiner Ausgabe hast, obwohl ich mich ebenfalls auf einen stw-Band beziehe. Ich nehme mal an, bei Deiner Ausgabe ist die Cover-Schrift gelb? Bei mir jedenfalls ist sie blau, das Buch hat knapp 600 Seiten und enthält neben dem Haupttext noch Paralipomena und die sog. »Frühe Einleitung«. Dort findet sich dann der Perutz-Bezug auf S. 129 und ist dort mit der Fußnote 40 versehen (falls die Ausgaben zumindest so weit seitenidentisch sein sollten).

In Bezug auf:
In Bezug auf:
Pessoa schrieb:
Gedankliche Treue ist eine Krankheit, vielleicht ein Atavismus – ein Überbleibsel von vorzeitlichen Tieren, in deren evolutionärem Stadium derartiges Fehlverhalten normal gewesen sein mag. […] Es ist ein Mangel an Höflichkeit den Mitmenschen gegenüber, in ihren Augen immer derselbe zu bleiben; wir langweilen sie, belästigen sie mit unserem Mangel an Beweglichkeit. Ein moderner Mensch ohne Scheuklappen mit wachem Wahrnehmungsvermögen hat die geistige Verpflichtung, seine Meinung und seine Überzeugung mehrmals täglich zu ändern. […] Der disziplinierte und gesittete Mensch macht seine Eindrücke und Einsichten zu Spiegeln seiner flüchtigen Umwelt: morgens Republikaner, bei Sonnenuntergang Monarchist; Atheist bei Sonnenschein, ultramontaner Katholik in gewissen Stunden des Schattens und des Schweigens. […] Nur oberflächliche Kreaturen haben tiefe Überzeugungen. […] Wir ähneln sehr den Deutschen.







Assoziation 1: "Verdammt, ich wollte ja noch ein bissl was von Paglia zitieren!"
Assoziation 2: Marx!
(nur pervers )


Wieso Marx?

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sphnix

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Caddy]

Caddy schrieb:

Ich möchte natürlich keinesfalls ausschließen, dass Du Dich dämlich anstellst,



Das wäre ja auch unwissenschaftlich!

In Bezug auf:
aber es ist auch denkbar, dass Du kein Namenregister in Deiner Ausgabe hast, obwohl ich mich ebenfalls auf einen stw-Band beziehe. Ich nehme mal an, bei Deiner Ausgabe ist die Cover-Schrift gelb? Bei mir jedenfalls ist sie blau, das Buch hat knapp 600 Seiten und enthält neben dem Haupttext noch Paralipomena und die sog. »Frühe Einleitung«. Dort findet sich dann der Perutz-Bezug auf S. 129 und ist dort mit der Fußnote 40 versehen (falls die Ausgaben zumindest so weit seitenidentisch sein sollten).



Gelb, Seitenzählung geht bis 568. 129 scheint aber zu stimmen, da ist das Drommetenrot.

In Bezug auf:

In Bezug auf:
In Bezug auf:
Pessoa schrieb:
Gedankliche Treue ist eine Krankheit, vielleicht ein Atavismus – ein Überbleibsel von vorzeitlichen Tieren, in deren evolutionärem Stadium derartiges Fehlverhalten normal gewesen sein mag. […] Es ist ein Mangel an Höflichkeit den Mitmenschen gegenüber, in ihren Augen immer derselbe zu bleiben; wir langweilen sie, belästigen sie mit unserem Mangel an Beweglichkeit. Ein moderner Mensch ohne Scheuklappen mit wachem Wahrnehmungsvermögen hat die geistige Verpflichtung, seine Meinung und seine Überzeugung mehrmals täglich zu ändern. […] Der disziplinierte und gesittete Mensch macht seine Eindrücke und Einsichten zu Spiegeln seiner flüchtigen Umwelt: morgens Republikaner, bei Sonnenuntergang Monarchist; Atheist bei Sonnenschein, ultramontaner Katholik in gewissen Stunden des Schattens und des Schweigens. […] Nur oberflächliche Kreaturen haben tiefe Überzeugungen. […] Wir ähneln sehr den Deutschen.







Assoziation 1: "Verdammt, ich wollte ja noch ein bissl was von Paglia zitieren!"
Assoziation 2: Marx!
(nur pervers )


Wieso Marx?



wegen dem "morgens jagen, abends fischen"-Ding oder so

Ich fands jetzt hier auf die Schnelle in dieser Variante:
In Bezug auf:

Morgens zu jagen, am Nachmittag zu fischen, abends Rinder zu züchten, nach dem Abendessen kritisieren, so wie ich einen Verstand habe.




http://blog.oedv-exodus.org/2017/11/20/karl-marx-missverstaendnisse-betreffend-mensch-und-maerkte/*
Die Formulierung schien mir verwandt.



* Vorsicht, Quelle scheint nicht klug & nicht lesenswert zu sein:
In Bezug auf:
Ich möchte vorschlagen, dass Marx gegen die menschliche Natur und die Existenz von Knappheit protestierte — gegen die er sich auflehnte.
[...]

Das gesamte Marx’sche Menschen-, Gesellschafts- und Glücksverständnis kann daher als Realitätsflucht begriffen werden. Das zeigt sich in Marx‘ Unterscheidung zwischen „autonomem Handeln“ und kapitalistischen „Entscheidungen“.







Edit:
Wobei, ich sehe grade, dass das Satire sein soll. Vielleicht ist alles nicht so schlimm. Vielleicht aber auch nicht so zuverlässig. Ich recherchiere das morgen, ich bin da jetzt zu müde für.

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Geändert durch sphnix (22.08.2019 02:40)

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Caddy

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
In Bezug auf:
aber es ist auch denkbar, dass Du kein Namenregister in Deiner Ausgabe hast, obwohl ich mich ebenfalls auf einen stw-Band beziehe. Ich nehme mal an, bei Deiner Ausgabe ist die Cover-Schrift gelb? Bei mir jedenfalls ist sie blau, das Buch hat knapp 600 Seiten und enthält neben dem Haupttext noch Paralipomena und die sog. »Frühe Einleitung«. Dort findet sich dann der Perutz-Bezug auf S. 129 und ist dort mit der Fußnote 40 versehen (falls die Ausgaben zumindest so weit seitenidentisch sein sollten).



Gelb, Seitenzählung geht bis 568. 129 scheint aber zu stimmen, da ist das Drommetenrot.


Ah, dann sind ja zumindest auch die ergänzenden Adorno-Texte und damit alles Wesentliche enthalten. Das fehlende Namenregister ist ja ›nur‹ ärgerlich, bringt ja aber zumindest keine neuen Inhalte.

In Bezug auf:
In Bezug auf:

Wieso Marx?



wegen dem "morgens jagen, abends fischen"-Ding oder so

Ich fands jetzt hier auf die Schnelle in dieser Variante:
In Bezug auf:

Morgens zu jagen, am Nachmittag zu fischen, abends Rinder zu züchten, nach dem Abendessen kritisieren, so wie ich einen Verstand habe.




http://blog.oedv-exodus.org/2017/11/20/karl-marx-missverstaendnisse-betreffend-mensch-und-maerkte/*
Die Formulierung schien mir verwandt.


Darauf hätte ich in der Tat kommen können.

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Caddy

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Caddy]

Dieter E. Zimmer, Nachwort zu Eigensinnige Ansichten schrieb:
Womit im Rahmen dieser Werkausgabe nunmehr 39 von 108 Interviews, 58 von 112 essayistischen Texten, 18 von 47 Rezensionen und 6 von 23 entomologischen Texten vorliegen, an denen sich Nabokovs langer schriftstellerischer Weg vom Anfang bis zum Ende und durch mehrere Länder und Sprachen verfolgen lässt.



Im Anschluss wäre eigentlich eine Erklärung angebracht, warum die Ausgabe sich auf diese Auswahl beschränkt. Gerade bei den Essays finde ich den unvollständigen Abdruck innerhalb einer Werkausgabe etwas befremdlich, die weiteren Rezensionen wären bei einem Schriftsteller ebenfalls von großem Interesse. (Für 17 »Interviews, Vorträge und Rezensionen« gibt Zimmer an, dass sie nicht auffindbar sind. Über den Rest erfährt man leider nichts.)

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Pyr

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Caddy]

Caddy schrieb:
Anderes: Da die Pessoa-Werkausgabe nicht an einer kritischen Aufarbeitung dessen, was Pessoa geschrieben hat, interessiert ist, erschienen seine … rechtslastigeren Schriften* folgerichtig beim als rechtsextrem geltenden Karolinger-Verlag, unter dem Titel »Politische und soziologische Schriften«. Mir ist kürzlich aufgefallen, dass meine gebraucht gekaufte Ausgabe des Buches vormals wohl einem Fan des Verlagsprogramms gehört hat – jedenfalls wenn man die Unterstreichungen zugrunde legt. Ich zitiere im Folgenden vollständig die unterstrichenen Passagen (der Vorbesitzer ist glücklicherweise nicht allzu weit gekommen).
Pessoa schrieb:
Gedankliche Treue ist eine Krankheit, vielleicht ein Atavismus – ein Überbleibsel von vorzeitlichen Tieren, in deren evolutionärem Stadium derartiges Fehlverhalten normal gewesen sein mag. […] Es ist ein Mangel an Höflichkeit den Mitmenschen gegenüber, in ihren Augen immer derselbe zu bleiben; wir langweilen sie, belästigen sie mit unserem Mangel an Beweglichkeit. Ein moderner Mensch ohne Scheuklappen mit wachem Wahrnehmungsvermögen hat die geistige Verpflichtung, seine Meinung und seine Überzeugung mehrmals täglich zu ändern. […] Der disziplinierte und gesittete Mensch macht seine Eindrücke und Einsichten zu Spiegeln seiner flüchtigen Umwelt: morgens Republikaner, bei Sonnenuntergang Monarchist; Atheist bei Sonnenschein, ultramontaner Katholik in gewissen Stunden des Schattens und des Schweigens. […] Nur oberflächliche Kreaturen haben tiefe Überzeugungen. […] Wir ähneln sehr den Deutschen.




* Das Rechtslastige fehlt selbstverständlich auch nicht in anderen Texten Pessoas, die von Ammann/Fischer als Teil der Werkausgabe ediert wurden. Es tritt dort jedoch nicht so offensichtlich und ungebrochen auf, zumal es sich bei den meisten Texten Pessoas um Rollenprosa (bzw. ›Rollenlyrik‹) handelt, was eine weitere Distanz aufbaut oder zumindest ermöglicht. Auch in diesen Fällen wäre eine kritische Auseinandersetzung durch die Herausgeber allerdings wünschenswert – ich konnte sie bisher indes nirgendwo entdecken.



Wo siehst du im Zitierten eigentlich das spezifisch Rechtslastige?

Inzwischen nutze ich diese Gelegenheit, um zu erwähnen, dass ich vor ein paar Monaten das "Buch der Unruhe" begonnen, es aber relativ bald als kaum lesbar wieder aufgegeben habe. Dieses Schicksal teilt es außerdem (in entsprechender Äquivalenz*) seit kurzem mit "Notting Hill", welchen ich auch als unanschaubar abgebrochen habe. Die Frage ist nun, welchem Werk durch diese gemeinsame Nennung das größere Unrecht geschieht, und warum.
Ich bitte um Wortmeldungen aus dem kundigen Publikum.

*(oder äquivalenter Entsprechung; das wird derzeit noch untersucht)

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Caddy

Gefährte

Re: a prison cell of stupidity [Re: Pyr]

Pyr schrieb:
Wo siehst du im Zitierten eigentlich das spezifisch Rechtslastige?


Im evolutionären Denken, das auf ethische Positionierungen übertragen wird, in der Annahme von Nationalcharakteren, in der (behaupteten) Beliebigkeit von Positionen: zum Einen, weil sie gar nicht beliebig ist – Höflichkeit, Disziplin und Gesittetheit (nennen wir es der Einfachheit halber Zucht und Ordnung) stellt Pessoa ja letztlich über/vor die Entscheidung –, zum anderen weil Beliebigkeit gegenüber Positionen den Status quo stützt* – und der ist im Portugal der 1910er Jahre eher rechtslastig.


* Tendenziell stützt Beliebigkeit insbesondere den rechtslastigen Status quo, da ›rechts‹ eher mit Festlegungen, mit bereits abgeschlossenen (wenn überhaupt stattgefunden habenden) Denkprozessen arbeitet. Bei eher ›linken‹ Positionen steht – und hier muss ein großes tendenziell eingefügt werden, bei dem, was derzeit so alles als ›links‹ bezeichnet wird – alles zur Disposition, wird die Position selbst zur Disposition gestellt. In dieser Hinsicht kann Beliebigkeit linke Positionen eher in Frage stellen als rechte.

In Bezug auf:
Inzwischen nutze ich diese Gelegenheit, um zu erwähnen, dass ich vor ein paar Monaten das "Buch der Unruhe" begonnen, es aber relativ bald als kaum lesbar wieder aufgegeben habe.


Inwiefern fandest Du das Buch der Unruhe unlesbar?

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sphnix

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Re: a prison cell of stupidity [Re: Caddy]

Ich habe den begründeten Verdacht, dass Pyr das nicht mehr schriftlich bearbeiten wird. Ts, ts, ts!


Mädchenstimme von Straße schrieb:
„Ich hab euch die ganze Zeit zugewunken, ihr habt mich gar nicht gesehen!“



wieso hört man auf einmal die Straße so laut?

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Beren_Erchamion

Gefährte

Romulusremusdanaer! [Re: astrolenni]

In dieser noch ein paar Stunden in der WELT-Mediathek verfügbaren halbwissenschaftlichen Doku "zitiert" Nick Sagan (Sohn von Carl) bei 29'34 auf diese Weise:

«In Star Trek heißt es: „Hüte Dich vor den Romulanern, wenn sie Geschenke bringen!“»



Hab im Schwanken zwischen Humanistisches-Erbe-Betrauerung und Belustigung über die popkulturelle Mutation beschlossen, das tragikomisch zu finden!


(Zugegeben: vielleicht kennt Nick Sagan das Original doch, hat es wegen des Weltraumkontextes aber ganz bewußt übersprungen – doch da erlaube ich mir als alter Traditionssack einige Skepsis... )

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Die Welt ist eine Geltungsbedürfnisanstalt.
Erwin Blumenfeld (1897–1969)
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Pyr

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Re: Romulusremusdanaer! [Re: Beren_Erchamion]

O tempo'a, o mo'es!

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Beren_Erchamion

Gefährte

Re: Romulusremusdanaer! [Re: Pyr]

Pyr schrieb:
O tempo'a, o mo'es!





~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Die Welt ist eine Geltungsbedürfnisanstalt.
Erwin Blumenfeld (1897–1969)
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sphnix

Gefährte

Re: Romulusremusdanaer! [Re: Beren_Erchamion]

Zettel im Schaufenster einer Kinderbetreuungsanstalt, an der ich gestern vorbeikam schrieb:

Was wäre die Welt
ohne Kinder:

eintönig langweilig
wenig inspirierend
unlustig bereicherungsarm
weltfremd

Darum sagen wir Danke für
20 Jahre
inspirierende Arbeit

Wir haben viel erschaffen
viel erreicht
und noch viel vor





---
Lesende!
Wie würdet ihr einen solchen Zettel wahrnehmen?

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Amata

Gefährte

Re: Romulusremusdanaer! [Re: sphnix]

Als erstes irritieren mich die Herzchen an den negativen Aufzählungen

"It's all in Hogwarts: A History."
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Pyr

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Re: Romulusremusdanaer! [Re: Amata]

Ich finde das Wort "bereicherungsarm" kaum zu übertreffen.

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Mibora

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Re: ennui [Re: Pyr]

Man platzierte mich am gestrigen Abend an den Tisch mit Chefarzt& Gattin und 4-jährigem Mädchen. Das Kind wurde ausschließlich mit "Maus" und "Mäusebärchen" angesprochen und benannt.
Zu allem Übel hatte ich dann die ganze Zeit diesen widerlichen Song im Kopf... ich kann es kaum erwarten, mit dir die Schritte zu gehen...
Warum, warum nur?

Geändert durch Mibora (01.09.2019 17:47)

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Talyn

Katze mit Hut

Re: Romulusremusdanaer! [Re: Pyr]

Pyr schrieb:
Ich finde das Wort "bereicherungsarm" kaum zu übertreffen.

Aber die weltfremde Welt kommt schon nahe dran.

    How much more do you really want to know?
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Vennolandua

Gefährte

Re: Romulusremusdanaer! [Re: sphnix]

In Bezug auf:
Was wäre die Welt
ohne Kinder:
...

Wir haben viel erschaffen



Ich las "viele" und dachte:
"Erschaffen" die sich die Kinders für ihre Arbeit jetzt schon selber?

In dieser weltfremden, bereicherungsarmen Welt ist ja alles möglich ...

Ansonsten meide ich die Lektüre von Zetteln an Kinderstätten, vieleicht auch, weil ein solcher an der, an der ich regelmäßig vorbeikomme, in sehr großen, agressiven Lettern unübersehbar in die Welt schreit: WIR SIND VOLL!!!!!


On topic:

Bahnmagazin db mobil schrieb, in einem Beitrag über Partnerlook schrieb:
Was sich liebt, das deckt sich.



---------------------------------------------
We are archaeologists. We are supposed to meddle with things we don't understand. If we hung around waiting till we understood things we'd never get anything done.
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Pyr

Gefährte

Re: ennui [Re: Mibora]

Mibora schrieb:
Man platzierte mich am gestrigen Abend an den Tisch mit Chefarzt& Gattin und 4-jährigem Mädchen. Das Kind wurde ausschließlich mit "Maus" und "Mäusebärchen" angesprochen und benannt.
Zu allem Übel hatte ich dann die ganze Zeit diesen widerlichen Song im Kopf... ich kann es kaum erwarten, mit dir die Schritte zu gehen...
Warum, warum nur?



Die aktuelle Titanic-Ausgabe kennt all deine Leiden und Nöte:

    Eltern!
    Was Ihr habt, sind Kinder. Was Ihr nicht habt, sind Zwerge, Mäuse, Krümel, Halbe, Kurze oder Kids.
    Einfach mal ausprobieren!
    Rät mütterlich
    Titanic


(Titanic 9/2019; "Briefe an die Leser")

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sphnix

Gefährte

Re: ennui [Re: Pyr]

„Das Leben hatte keinen jener Preise zu bieten, auf die man sich seit der Pubertät freute (er weniger als andere, aber gefreut hatte er sich doch, und sei es aus Neugier). Man erreichte das Erwachsenenalter, ohne dass irgendetwas von dem eintrat, woran man in der einen oder anderen Art geglaubt hatte; die Zukunft blieb weiterhin Zukunft - Illusion: ein nicht existierender Zeitraum oder ein ständig zurückweichendes Versprechen, das Erfüllung andeutete, den Lohn jedoch ewig schuldig blieb. All die Dinge, die bisher nicht geschehen waren, würden nie geschehen.“

(Jackson, „Das verlorene Wochenende“)

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Pyr

Gefährte

Re: ennui [Re: sphnix]

    Schon immer bestand die Grundbewegung der Kulturindustrie in der ewigen "Wiederkehr des Immergleichen", in der tausendfachen Spieglung der Oberfläche der Realität durch die Massenmedien, die in immer neue Formen gekleidet wurde. Die Kulturindustrie gleicht somit einer sich unaufhörlich um ihre eigene Achse drehenden Medienmaschinerie, die immer neuen ästhetischen "Treibstoff" für die unentwegte Wiederholung ihres öden Mantras braucht, das allen Widerstand, jegliches Geschichtsbewusstsein, jeglichen Gedanken an eine Alternative zum Kapitalismus längst abgetötet hat: "Es ist, wie es ist."

    Die unaufhörliche, in tausendfacher Variation vollzogene Wiederspiegelung der Oberfläche der Realität in den Erzeugnissen der Kulturindustrie lässt den Unterschied zwischen dem Wesen und der Erscheinung gesellschaftlicher Phänomene und Entwicklungen verschwinden. Das Publikum des Kulturbetriebs ist einem Prozess einer "umgekehrten Psychoanalyse" (Leo Löwenthal) ausgesetzt, bei dem Widerstände und Abwehrreflexe gegen das Denken von Alternativen zur gegenwärtigen Gesellschaftsunordnung aufgerichtet werden. Die Oberfläche wird zum Wesen des Systems imaginiert. In diesem ideologischen Prozess werden die äußeren, öffentlich wahrnehmbaren Phänomene zu deren Ursachen halluziniert. Es findet in der Öffentlichkeit keine Unterscheidung zwischen gesellschaftlichen Prozessen und den Ursachen statt, die zu diesen Entwicklungen geführt haben. Das massenmediale Dauerbombardement der Kulturindustrie lässt folglich einen falschen Realitätssinn aufkommen, der sich darin erschöpft, den gegebenen Zustand der Welt als einen naturgegebenen "Sachzwang" dazustellen, an den es sich anzupassen gilt.

    [...]

    Der Treibstoff verwertbarer Formen geht dem Kultursystem somit aus, weil alles instrumentalisiert wurde, was an Material und Möglichkeiten gegeben war, um uns immer wieder einzuimpfen, dass es nun mal so ist, wie es ist: Die Darstellungen der Vergangenheit und vor allem der Zukunft (Science Fiction) - sie spiegeln unter der kostümhaften Oberfläche in ihrer deprimierenden Ödnis nur noch die Gegenwart wieder. Insbesondere die Science Fiction hat längst aufgehört, ein Medium zu sein, in dem Möglichkeiten gedacht werden. Alle Kulturregungen, Subkulturen und auch Formen der Ästhetik von Widerstand (von der geballten Arbeiterfaust, die nun im Supermarkt auf Sonderangebote aufmerksam macht, bis zum Punkrock) wurden im immerwährenden Hunger der Kulturindustrie nach neuen Ausdrucksformen von dieser vereinnahmt, verschlugen und ihres Sinns entkleidet, zum bloßen Moderequisite degradiert, um die Oberfläche der Realität in tausendfachen Variationen zu spiegeln. Das System hat keine Zukunft, es kann folglich keine Zukunftsästhetik mehr entwickeln. Deshalb muss die Kulturindustrie auch ästhetisch in immer kürzeren Intervallen ihre eigene kapitalistische Vergangenheit verwerten.

    Diese Eroberung aller kulturellen Räume durch die Kulturindustrie hat übrigens auch den Tod der Subkultur herbeigeführt, die längst nicht mehr die Nische darstellt, in der radikale Kritik formuliert und Alternativen gedacht werden können. Seit geraumer Zeit sind Trendjäger schon dabei, die neusten Trends abzugrasen und der kulturindustriellen Verwertung zuzuführen. Dieser Nähe zwischen Subkultur und Kulturindustrie ist in den diversen "Szenen" längst spürbar und beeinflusst deren Kulturproduktion entsprechend. Viele aufkommende Künstler und Szenemitglieder tragen einer eventuellen Verwertbarkeit ihrer kreativen Erzeugnisse deshalb - wenn auch zumeist unbewusst - schon Rechnung. Das subkulturell Neue, das nun ebenfalls die Wiederkehr des Immergleichen markiert, ist nicht mehr gefährlich, wie es spätestens seit dem Aufkommen von Techno klar sein müsste. Die Subkultur gilt heutzutage als die erste Stufe auf der Karriereleiter künftiger Stars des Kulturbetriebs.


(Quelle)

Gommorah is a nursery rhyme
you won't find in the book.
It's written on your city's face,
just stop and take a look.

(Sixto Rodriguez)


In ihrem Schweigen gegen die Erlebnisberichte der Individuen wird die Totalität das letzte Wort behalten.
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Pyr

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Re: ennui [Re: Pyr]

In Bezug auf:
Ohne diese Wasser aus dem Amazonas wäre das alles Wüste. Und was hatten wir gerade in São Paulo? Da erschien statt der Feuchtigkeit der fliegenden Flüsse ein Strom von dunkel rostfarbigem Rauch über der Stadt, traf auf eine Kaltfront und verdunkelte den Himmel dergestalt, dass es um15 Uhr stockfinstere Nacht wurde und in der gesamten Stadt die Lichter angingen. Aber es regnete fast gar nicht. Das Wenige was aus diesen giftigen Wolken fiel, war Asche aus dem Amazonasgebiet.
[...]
Aber wie willst Du den Leuten erklären, dass man auf unserem Planeten nicht mehr wird leben können? Das kann man sich eben nicht vorstellen. Und deswegen ist es so schwer den Menschen die Konsequenzen begreifbar zu machen.



(Quelle)

Und dazu eben auch

In Bezug auf:
Das Publikum des Kulturbetriebs ist einem Prozess einer "umgekehrten Psychoanalyse" (Leo Löwenthal) ausgesetzt, bei dem Widerstände und Abwehrreflexe gegen das Denken von Alternativen zur gegenwärtigen Gesellschaftsunordnung aufgerichtet werden. Die Oberfläche wird zum Wesen des Systems imaginiert. In diesem ideologischen Prozess werden die äußeren, öffentlich wahrnehmbaren Phänomene zu deren Ursachen halluziniert. Es findet in der Öffentlichkeit keine Unterscheidung zwischen gesellschaftlichen Prozessen und den Ursachen statt, die zu diesen Entwicklungen geführt haben. Das massenmediale Dauerbombardement der Kulturindustrie lässt folglich einen falschen Realitätssinn aufkommen, der sich darin erschöpft, den gegebenen Zustand der Welt als einen naturgegebenen "Sachzwang" dazustellen, an den es sich anzupassen gilt.




aus dem Beitrag über diesem.

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sphnix

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Re: ennui [Re: Pyr]

In Bezug auf:

Woher also kommt die blasse Haut? „Vermutlich sind es viele Gründe“, sagt die Norwegerin Asta Juzeniene, „einer davon ist die sexuelle Auslese.“ Mit der Ankunft im kühlen Europa sei die helle, sensible Haut plötzlich kein Gesundheitsrisiko mehr für die Menschen gewesen, schrieb sie im Mai im „Journal of Photochemistry and Photobiology B“, „und so änderte sich der sexuelle Geschmack vor allem der Männer – je heller eine Frau, desto attraktiver.“ Eine Vorliebe, die sich offenbar bis heute gehalten hat, wie Psychologen aus Umfragen wissen. „In der hellen Haut sehen Männer instinktiv das Anzeichen für Unberührtheit, Makellosigkeit, Unschuld – vielleicht sogar Schutzbedürftigkeit“, heißt es in einer Studie der Universität Toronto vom März 2008.




https://www.welt.de/wissenschaft/article...arbe-kamen.html

Wie kommt es nur, dass mich das nicht überzeugt?

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Caddy

Gefährte

Re: ennui [Re: sphnix]

Ich habe gestern Wulf D. Hunds Wie die Deutschen weiß wurden. Kleine (Heimat)Geschichte des Rassismus ausgelesen und da wird die Frage dezent anders beantwortet. Allerdings wählt Hund auch einen historisch-diskursiven Ansatz für seine Ausarbeitungen, keinen psychologisch-archetypischen, das lässt sich also bestimmt interdisziplinär so vermengen, dass es schon irgendwie zusammenpasst.

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

E Caddy come corpo morto cade.
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mohrchen

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Re: ennui [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
In Bezug auf:

Woher also kommt die blasse Haut? „Vermutlich sind es viele Gründe“, sagt die Norwegerin Asta Juzeniene, „einer davon ist die sexuelle Auslese.“ Mit der Ankunft im kühlen Europa sei die helle, sensible Haut plötzlich kein Gesundheitsrisiko mehr für die Menschen gewesen, schrieb sie im Mai im „Journal of Photochemistry and Photobiology B“, „und so änderte sich der sexuelle Geschmack vor allem der Männer – je heller eine Frau, desto attraktiver.“ Eine Vorliebe, die sich offenbar bis heute gehalten hat, wie Psychologen aus Umfragen wissen. „In der hellen Haut sehen Männer instinktiv das Anzeichen für Unberührtheit, Makellosigkeit, Unschuld – vielleicht sogar Schutzbedürftigkeit“, heißt es in einer Studie der Universität Toronto vom März 2008.




https://www.welt.de/wissenschaft/article...arbe-kamen.html

Wie kommt es nur, dass mich das nicht überzeugt?

Was für ein Bullshit! Je heller die Haut, desto mehr Vitamin D3 kann sie bilden. Und da im Norden die Sonneneinstrahlung im Sommer geringer und im Winter gar nicht dafür ausreicht, ist eine helle Haut in den höheren Breiten ein evolutionärer Vorteil.

Gruß, Thilo.

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sphnix

Gefährte

Re: ennui [Re: Caddy]

Caddy schrieb:
Ich habe gestern Wulf D. Hunds Wie die Deutschen weiß wurden. Kleine (Heimat)Geschichte des Rassismus ausgelesen und da wird die Frage dezent anders beantwortet. Allerdings wählt Hund auch einen historisch-diskursiven Ansatz für seine Ausarbeitungen, keinen psychologisch-archetypischen, das lässt sich also bestimmt interdisziplinär so vermengen, dass es schon irgendwie zusammenpasst.


Es klingt danach, als sollte man Hund davor schützen.
Ist das die Quelle für die schönen Zitate?
& ist das Buch ansonsten gut?

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Pyr

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Re: ennui [Re: mohrchen]

mohrchen schrieb:
sphnix schrieb:
In Bezug auf:

Woher also kommt die blasse Haut? „Vermutlich sind es viele Gründe“, sagt die Norwegerin Asta Juzeniene, „einer davon ist die sexuelle Auslese.“ Mit der Ankunft im kühlen Europa sei die helle, sensible Haut plötzlich kein Gesundheitsrisiko mehr für die Menschen gewesen, schrieb sie im Mai im „Journal of Photochemistry and Photobiology B“, „und so änderte sich der sexuelle Geschmack vor allem der Männer – je heller eine Frau, desto attraktiver.“ Eine Vorliebe, die sich offenbar bis heute gehalten hat, wie Psychologen aus Umfragen wissen. „In der hellen Haut sehen Männer instinktiv das Anzeichen für Unberührtheit, Makellosigkeit, Unschuld – vielleicht sogar Schutzbedürftigkeit“, heißt es in einer Studie der Universität Toronto vom März 2008.




https://www.welt.de/wissenschaft/article...arbe-kamen.html

Wie kommt es nur, dass mich das nicht überzeugt?

Was für ein Bullshit! Je heller die Haut, desto mehr Vitamin D3 kann sie bilden. Und da im Norden die Sonneneinstrahlung im Sommer geringer und im Winter gar nicht dafür ausreicht, ist eine helle Haut in den höheren Breiten ein evolutionärer Vorteil.



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mohrchen

Gefährte

Re: ennui [Re: Pyr]

Pyr schrieb:
mohrchen schrieb:
sphnix schrieb:
In Bezug auf:

Woher also kommt die blasse Haut? „Vermutlich sind es viele Gründe“, sagt die Norwegerin Asta Juzeniene, „einer davon ist die sexuelle Auslese.“ Mit der Ankunft im kühlen Europa sei die helle, sensible Haut plötzlich kein Gesundheitsrisiko mehr für die Menschen gewesen, schrieb sie im Mai im „Journal of Photochemistry and Photobiology B“, „und so änderte sich der sexuelle Geschmack vor allem der Männer – je heller eine Frau, desto attraktiver.“ Eine Vorliebe, die sich offenbar bis heute gehalten hat, wie Psychologen aus Umfragen wissen. „In der hellen Haut sehen Männer instinktiv das Anzeichen für Unberührtheit, Makellosigkeit, Unschuld – vielleicht sogar Schutzbedürftigkeit“, heißt es in einer Studie der Universität Toronto vom März 2008.




https://www.welt.de/wissenschaft/article...arbe-kamen.html

Wie kommt es nur, dass mich das nicht überzeugt?

Was für ein Bullshit! Je heller die Haut, desto mehr Vitamin D3 kann sie bilden. Und da im Norden die Sonneneinstrahlung im Sommer geringer und im Winter gar nicht dafür ausreicht, ist eine helle Haut in den höheren Breiten ein evolutionärer Vorteil.



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astrolenni

Gefährte

Re: ennui [Re: mohrchen]

mohrchen schrieb:
Pyr schrieb:
mohrchen schrieb:
sphnix schrieb:
In Bezug auf:

Woher also kommt die blasse Haut? „Vermutlich sind es viele Gründe“, sagt die Norwegerin Asta Juzeniene, „einer davon ist die sexuelle Auslese.“ Mit der Ankunft im kühlen Europa sei die helle, sensible Haut plötzlich kein Gesundheitsrisiko mehr für die Menschen gewesen, schrieb sie im Mai im „Journal of Photochemistry and Photobiology B“, „und so änderte sich der sexuelle Geschmack vor allem der Männer – je heller eine Frau, desto attraktiver.“ Eine Vorliebe, die sich offenbar bis heute gehalten hat, wie Psychologen aus Umfragen wissen. „In der hellen Haut sehen Männer instinktiv das Anzeichen für Unberührtheit, Makellosigkeit, Unschuld – vielleicht sogar Schutzbedürftigkeit“, heißt es in einer Studie der Universität Toronto vom März 2008.




https://www.welt.de/wissenschaft/article...arbe-kamen.html

Wie kommt es nur, dass mich das nicht überzeugt?

Was für ein Bullshit! Je heller die Haut, desto mehr Vitamin D3 kann sie bilden. Und da im Norden die Sonneneinstrahlung im Sommer geringer und im Winter gar nicht dafür ausreicht, ist eine helle Haut in den höheren Breiten ein evolutionärer Vorteil.



Das ist es nicht.

Das ist was nicht?



Ich glaube das, was sie nicht überzeugt. Du hättest halt nur das Zitat zitieren (und korrigieren) dürfen, nicht sphinx' Frage. Glaube ich.



Bildung kommt von Bildschirm und nicht von Buch, sonst hieße es ja Buchung.
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Pyr

Gefährte

Re: ennui [Re: mohrchen]

mohrchen schrieb:
Das ist was nicht?



Nicht das, was an diesem Ausschnitt kritisierenswert ist. (Spezifisch zu deiner Aussage äußert sich der Artikel ja auch.)

Gommorah is a nursery rhyme
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Caddy

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Re: ennui [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
Caddy schrieb:
Ich habe gestern Wulf D. Hunds Wie die Deutschen weiß wurden. Kleine (Heimat)Geschichte des Rassismus ausgelesen und da wird die Frage dezent anders beantwortet. Allerdings wählt Hund auch einen historisch-diskursiven Ansatz für seine Ausarbeitungen, keinen psychologisch-archetypischen, das lässt sich also bestimmt interdisziplinär so vermengen, dass es schon irgendwie zusammenpasst.


Es klingt danach, als sollte man Hund davor schützen.
Ist das die Quelle für die schönen Zitate?
& ist das Buch ansonsten gut?


Ja, das Buch ist die Zitatquelle. Ich fand die Lektüre sehr lohnenswert, auch wenn das Buch mit ca. 200 Seiten deutlich zu kurz ausfällt – das, was ich erfahren habe, hätte ich gern in größerem Umfang ausgeführt gelesen. Dieses Problem unterstützend kommt hinzu, dass die Kapitel mir häufig als eigenständige Essays erschienen, die entsprechend jeweils noch einmal einen Einleitungsteil hatten, der weiteren Platz wegnimmt. Das – meiner Annahme nach – zentrale Thema, die Verschränkung von modernem Rassismus und Aufklärung, kommt dadurch deutlich zu kurz – was Wulf dazu schreibt, ist aber, wie gesagt, interessant, lässt sich aufgrund der geringen Seitenzahl recht schnell lesen und ist, wie bei der Bundeszentrale üblich, auch noch sehr günstig.

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mohrchen

Gefährte

Re: ennui [Re: Pyr]

Pyr schrieb:
mohrchen schrieb:
Das ist was nicht?

(Spezifisch zu deiner Aussage äußert sich der Artikel ja auch.)

Nicht wirklich. Das, was sie schreiben, ist so einfach falsch.

Gruß, Thilo.

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Pyr

Gefährte

Re: ennui [Re: astrolenni]

astrolenni schrieb:
mohrchen schrieb:
Pyr schrieb:
mohrchen schrieb:
sphnix schrieb:
In Bezug auf:

Woher also kommt die blasse Haut? „Vermutlich sind es viele Gründe“, sagt die Norwegerin Asta Juzeniene, „einer davon ist die sexuelle Auslese.“ Mit der Ankunft im kühlen Europa sei die helle, sensible Haut plötzlich kein Gesundheitsrisiko mehr für die Menschen gewesen, schrieb sie im Mai im „Journal of Photochemistry and Photobiology B“, „und so änderte sich der sexuelle Geschmack vor allem der Männer – je heller eine Frau, desto attraktiver.“ Eine Vorliebe, die sich offenbar bis heute gehalten hat, wie Psychologen aus Umfragen wissen. „In der hellen Haut sehen Männer instinktiv das Anzeichen für Unberührtheit, Makellosigkeit, Unschuld – vielleicht sogar Schutzbedürftigkeit“, heißt es in einer Studie der Universität Toronto vom März 2008.




https://www.welt.de/wissenschaft/article...arbe-kamen.html

Wie kommt es nur, dass mich das nicht überzeugt?

Was für ein Bullshit! Je heller die Haut, desto mehr Vitamin D3 kann sie bilden. Und da im Norden die Sonneneinstrahlung im Sommer geringer und im Winter gar nicht dafür ausreicht, ist eine helle Haut in den höheren Breiten ein evolutionärer Vorteil.



Das ist es nicht.

Das ist was nicht?



Ich glaube das, was sie nicht überzeugt. Du hättest halt nur das Zitat zitieren (und korrigieren) dürfen, nicht sphinx' Frage. Glaube ich.



Um das mal nicht einfach so stehen zu lassen:

Es ist beachtlich, dass, nachdem eine unmittelbar biologistische darwinistische Konkurrenz und Selektion sich laut Artikel offenbar nicht mehr theoretisch halten lässt, sofort eine neue Konkurrenz & Selektion konstruiert werden muss, diesmal eine "soziale"/"psychologische". Es muss halt immer ein "Wettbewerb" mit Verlierern und Gewinnern sein, gemeinhin auch "Markt" genannt.
Besonders widerlich ist dabei noch der Sexismus in der Unterstellung einer ewigen nännlichen Lust nach "Schutzbedürftigkeit" und "Unberührtheit", zwei bekanntlich gar nicht patriarchal-kulturell/historisch bedingten Größen. Und natürlich sind es die männlichen Kunden, die das Warenangebot scannen und dann das Objekt ihrer Begierde erwerben. Über die völlig willkürliche Setzung, mit welcher gerade "weiß" als Index von "Unberührtheit" identifiziert wird, kann man angesichts dessen dann auch schon schweigen.

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astrolenni

Gefährte

Re: ennui [Re: Pyr]

Pyr schrieb:
astrolenni schrieb:
mohrchen schrieb:
Pyr schrieb:
mohrchen schrieb:
sphnix schrieb:
In Bezug auf:

Woher also kommt die blasse Haut? „Vermutlich sind es viele Gründe“, sagt die Norwegerin Asta Juzeniene, „einer davon ist die sexuelle Auslese.“ Mit der Ankunft im kühlen Europa sei die helle, sensible Haut plötzlich kein Gesundheitsrisiko mehr für die Menschen gewesen, schrieb sie im Mai im „Journal of Photochemistry and Photobiology B“, „und so änderte sich der sexuelle Geschmack vor allem der Männer – je heller eine Frau, desto attraktiver.“ Eine Vorliebe, die sich offenbar bis heute gehalten hat, wie Psychologen aus Umfragen wissen. „In der hellen Haut sehen Männer instinktiv das Anzeichen für Unberührtheit, Makellosigkeit, Unschuld – vielleicht sogar Schutzbedürftigkeit“, heißt es in einer Studie der Universität Toronto vom März 2008.




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Um das mal nicht einfach so stehen zu lassen:

Es ist beachtlich, dass, nachdem eine unmittelbar biologistische darwinistische Konkurrenz und Selektion sich laut Artikel offenbar nicht mehr theoretisch halten lässt, sofort eine neue Konkurrenz & Selektion konstruiert werden muss, diesmal eine "soziale"/"psychologische". Es muss halt immer ein "Wettbewerb" mit Verlierern und Gewinnern sein, gemeinhin auch "Markt" genannt.
Besonders widerlich ist dabei noch der Sexismus in der Unterstellung einer ewigen nännlichen Lust nach "Schutzbedürftigkeit" und "Unberührtheit", zwei bekanntlich gar nicht patriarchal-kulturell/historisch bedingten Größen. Und natürlich sind es die männlichen Kunden, die das Warenangebot scannen und dann das Objekt ihrer Begierde erwerben. Über die völlig willkürliche Setzung, mit welcher gerade "weiß" als Index von "Unberührtheit" identifiziert wird, kann man angesichts dessen dann auch schon schweigen.



Da stimm ich erstmal zu.

Abgesehen davon scheint sich die Vitamin D-Theorie weiterhin zu halten, ist aber heiß diskutiert.

Der Wettbewerb besteht aber laut Evolutionstheorie durchaus, sonst würde sich nicht eine Ausprägung auf Dauer durchsetzen. Die "Männchen-sucht-weißes (unberührtes...)-Weibchen-Theorie", die ist aber sexistisch in Reinform.



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Pyr

Gefährte

Re: ennui [Re: astrolenni]

Jenun, dass die Evolutionstheorie direkt wie indirekt Ausarbeitung kapitalistischen Ideologiekontextes ist, habe ich jetzt einfach mal vorausgesetzt.

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mohrchen

Gefährte

Re: ennui [Re: Pyr]

Pyr schrieb:
Jenun, dass die Evolutionstheorie direkt wie indirekt Ausarbeitung kapitalistischen Ideologiekontextes ist, habe ich jetzt einfach mal vorausgesetzt.

Was ich im Rahmen der Vitamin D-These für sehr gewagt halte. Da geht es ja nicht um direkte Konkurrenz, sondern primär erst einmal ums Überleben.

Edit:
astrolenni schrieb:
Abgesehen davon scheint sich die Vitamin D-Theorie weiterhin zu halten, ist aber heiß diskutiert.

Zweiundvierzig Dollar für das PDF? Leck mich fett!

Gruß, Thilo.

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Geändert durch mohrchen (19.09.2019 14:43)

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Pyr

Gefährte

Re: ennui [Re: mohrchen]

Ich meine die strukturellen Grundlagen der Evolutionstheorie, inklusive "Kampf ums Dasein" a la Hobbes und das malthusianische "Bevölkerungsgesetz", außerdem die historische Kontinuität der materiellen und ideologischen Einbettung von Evolutionsbiologie in den Kapitalismus.

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astrolenni

Gefährte

Re: ennui [Re: mohrchen]

mohrchen schrieb:
Edit:
astrolenni schrieb:
Abgesehen davon scheint sich die Vitamin D-Theorie weiterhin zu halten, ist aber heiß diskutiert.

Zweiundvierzig Dollar für das PDF? Leck mich fett!



Welches denn? Ich kann's dir per Mail schicken, wenn du mir ne DM schreibst.



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mohrchen

Gefährte

Re: ennui [Re: astrolenni]

astrolenni schrieb:
mohrchen schrieb:
Edit:
astrolenni schrieb:
Abgesehen davon scheint sich die Vitamin D-Theorie weiterhin zu halten, ist aber heiß diskutiert.

Zweiundvierzig Dollar für das PDF? Leck mich fett!



Welches denn? Ich kann's dir per Mail schicken, wenn du mir ne DM schreibst.

Das zweite.

Edit: Du hast PN

Edit 2: Vielen lieben Dank!

Gruß, Thilo.

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Geändert durch mohrchen (19.09.2019 15:20)

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sphnix

Gefährte

Re: ennui [Re: mohrchen]

wir würden gerne die Meinung von Personen wie dir hören

ja klar, Facebook.

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Pyr

Gefährte

Re:... [Re: sphnix]

'Aber ich betrachte das Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie als potentiell bedrohlicher denn das Nachleben faschistischer Tendenzen gegen die Demokratie.
[...]
Ein solches Reagieren kommt unmittelbar dem Fortkommen entgegen. Wer sich keine unnützen Gedanken macht [...] der streut keinen Sand ins Getriebe. Es empfiehlt sich, nach dem Mund dessen zu reden, was Franz Böhm so prägnant "nicht-öffentliche Meinung" nannte. Die sich einer Stimmung anpassen, die zwar durch offizielle Tabus in Schach gehalten wird, darum aber nur um so mehr Virulenz besitzt, qualifizieren sich gleichzeitig als dazugehörig und als unabhängige Männer.'

(von mir verschriftlicht aus: T. W. Adorno, 1959: "Was bedeutet Aufarbeitung der Vergangenheit?" )

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sphnix

Gefährte

Re:... [Re: Pyr]

"Raimund, Lyriker um die Mitte der Dreißig, der, da es sich um Lyrik handelt, schon in den besseren Zeiten nicht gedruckt wurde ..."

(Fleißer, "Hölderlin in einer Berliner Eckkneipe")



Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Pyr

Gefährte

Re:... [Re: Pyr]

Pyr schrieb:
(von mir verschriftlicht aus: T. W. Adorno, 1959: "Was bedeutet Aufarbeitung der Vergangenheit?" )



Sieht sich eigentlich irgendjemand bereit, sich derlei beim Kochen oder Abwaschen anzuhören und gegebenenfalls sogar etwas dazu zu schreiben?

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Keks

Gefährte

Re:... [Re: Pyr]

Zum Anhören könnte ich nächste Woche kommen *bookmark*

Pero este no es el mundo que yo quiero.

Ich finde tackern super. Ich finde, man sollte viel mehr tackern.
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sphnix

Gefährte

Re:... [Re: Keks]

Was bedeutet das letzte Wort hier?
(Und was wird sich nächste Woche erfreuliches ereignen? Ferien, Krankschreibung oder einfach Hoffnung auf entspannte Woche? Oder ein Mega-Abwasch? )

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Keks

Gefährte

Re:... [Re: sphnix]

Dass ich das gebookmarkt habe, um es wiederzufinden
Urlaub, allerdings ohne Internet.

Pero este no es el mundo que yo quiero.

Ich finde tackern super. Ich finde, man sollte viel mehr tackern.
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sphnix

Gefährte

Re:... [Re: Keks]

Wohin gedenkest du zu fahren? (Ich schließe das jetzt mal - weil du eigentlich immer "Urlaub ohne Internet" machst, wenn du wegfährst, meines Wissens)

Aber was heißt gebookmarkt?

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Keks

Gefährte

Re:... [Re: sphnix]

In die Toskana
Das heißt, dass ich es den Lesezeichen meines Browsers hinzugefügt hab

Pero este no es el mundo que yo quiero.

Ich finde tackern super. Ich finde, man sollte viel mehr tackern.
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Caddy

Gefährte

Re:... [Re: Keks]

»Was muss man tun, was muss die SPD ändern, damit sie dem Klimawandel gerechter wird? [Ausführungen zu anderen Themen] Hat das was mit dem Klima zu tun? Nein, nicht unmittelbar, aber es hat auch nicht alles, was dringlich ist, mit dem Klima zu tun.«
~ Gesine Schwan

:uglymanwe:

(im Kontext hier)

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
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hawking

Gefährte

Re:... [Re: Caddy]

"Wenn du wissen willst, wer du warst, dann schau, wer du bist. Wenn du wissen willst, wer du sein wirst, dann schau, was du tust."

- Thomas Mann
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Mibora

Gefährte

Re:... [Re: hawking]

hawking schrieb:
"Wenn du wissen willst, wer du warst, dann schau, wer du bist. Wenn du wissen willst, wer du sein wirst, dann schau, was du tust."

- Thomas Mann



Das klingt kein bisschen nach Thomas Mann!
Oder ist das hier der " falsche-Zitate-Thread"?
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Pyr

Gefährte

Re:... [Re: Mibora]

Die Forumsübersicht schrieb:
kaufen Österreich Führer...



Nicht mal im Traum!

Gommorah is a nursery rhyme
you won't find in the book.
It's written on your city's face,
just stop and take a look.

(Sixto Rodriguez)


In ihrem Schweigen gegen die Erlebnisberichte der Individuen wird die Totalität das letzte Wort behalten.
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Pyr

Gefährte

Re:... [Re: Pyr]

    "In der Vorstellung nämlich, daß der Gegenstand der Erkenntnis ein in sich bruchlos stimmiger, zusammenhängender, restlos logischer und zu entfaltender sei, steckt immer zugleich schon drin, daß das, was so sinnvoll und einstimmig sich gliedert, eigentlich ein Positives sei. [...] Ein produktives Denken heute ist ganz sicher und ganz fraglos eines in Brüchen, während ein Denken, das von vornherein nur auf die Einheit, auf die Synthese, auf die Harmonie aus ist, eben dadurch von vornherein etwas zudeckt, in das eigentlich das Denken einzudringen hat, und sich notwendig damit begnügt, die Fassade dessen, was nun einmal ist, im Gedanken zu wiederholen und womöglich noch einmal zu bekräftigen. [...] Selbstverständlich gibt es etwas wie geistige Disziplin, aber die geistige Disziplin, die man uns beibringen will, läuft im allgemeinen geradezu auf Geistfeindschaft eraus, das heißt, sie läuft darauf heraus, daß die Produktivität des Gedankens, also die Beziehung des Gedankens auf seinen Gegenstand, eingedämmt, kastriert werden soll zugunsten dessen, daß der Gedanke einem bestimmten regelhaften Verlauf sich unterwirft, während es in Wahrheit für den Gedanken eine andere Regel als die, daß er die Freiheit zum Gegenstand hat, [...] gar nicht gibt. Die Disziplin des Gedankens ist keine andere als die, daß er sich der Sache anmißt und daß er der Sache so sehr gerecht wird, wie er es nur kann, aber nicht etwa, daß er sich selber als eine Methode die Regel auferlegt, nach der er verfährt, und nun aufgrund dieser sogenannten Forderung nach Methode nichts anderes fertig bringt, als schließlich sich das Denken zu verbieten, denn wo immer wir im prägnanten Sinn denken, denken wir eigentlich immer schon unmethodisch."


(T. W. Adorno, "Einführung in die Dialektik")

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Pyr

Gefährte

Re:... [Re: Pyr]

    Zoologie

    Carl und der Bär lebten einige Jahre zusammen in der Höhle, bis sich eines Tages die wahre Grausamkeit der Natur Bahn brach: Carl tötete den Bären und aß ihn auf.


(Gary Larson)

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Caddy

Gefährte

Re:... [Re: Pyr]

Die Mutter des Terroristen, der diese Woche einen Anschlag auf die Synagoge von Halle ausüben wollte, über ihren Sohn: »Er hat nichts gegen Juden in dem Sinne. Er hat was gegen die Leute, die hinter der finanziellen Macht stehen – wer hat das nicht?«

Die Mutter ist übrigens Teil dessen, was üblicherweise als Mitte der Gesellschaft bezeichnet wird. Folglich ist in dem SPIEGEL-Artikel, aus dem das Zitat stammt, auch nicht von Antisemitismus ihrerseits die Rede. Die Radikalisierung des Terroristen fand selbstredend vollständig in den undurchschaubaren Weiten des Internet statt, kam also mal wieder in irgendeiner Form ›von außen‹.

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

E Caddy come corpo morto cade.
~ Dante Alighieri, Commedia
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Keks

Gefährte

Re:... [Re: Caddy]

Wow.

Pero este no es el mundo que yo quiero.

Ich finde tackern super. Ich finde, man sollte viel mehr tackern.
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Pyr

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Re:... [Re: Caddy]

Antisemitismus/rechte Gesinnung ist schließlich das ganz Andere zur normalen Bürgerlichkeit. Der Bürger ist nicht radikal oder extrem.

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Pyr

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Re:... [Re: Pyr]

Pyr schrieb:
Antisemitismus/rechte Gesinnung ist schließlich das ganz Andere zur normalen Bürgerlichkeit. Der Bürger ist nicht radikal oder extrem.



In Bezug auf:

Die Täter kommen meiner umstrittenen Meinung nach genauso wenig aus "der Mitte der Gesellschaft" oder " von Verlierern der Wiedervereinigung " oder "besorgten Bürgern" , wie die Anhänger rechtsextremer Parteien
[...]
Diese Milieu lebt in einer anderen Wirklichkeit. Anschläge gegen Juden und Ausländer bis hin zum Mord sind für dieses Milieu kein Anlass, darüber nachzudenken oder gar unangenehm berührt zu sein.
Eher in Gegenteil. Das mobilisiert deren Gemeinschaftsgefuhl, wie sich in der neuesten RTL Trend-Umfrage zeigt: Die ticken direkt andersrum als der geschlossene "Rest" der Gesellschaft. Das sind Fanatiker.




(Kommentar unter diesem Artikel)

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sphnix

Gefährte

Re:... [Re: Pyr]

Sehr schön

Um beim Thema zu bleiben:

„Ich bin für eine Legalisierung der Abtreibung, allerdings nicht auf Staatskosten. Für mich ist Abtreibung nach wie vor Mord.“
(Ellen Kositza in einem Interview in „Die Angstmacher“ von Thomas Wagner)

Konsequent.

Man liest nie mit dem Herzen gut.

Fake it while you can
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Pyr

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Re:... [Re: sphnix]

"Der Bachelor-Studiengang 'Germanistik' ist durch seinen modularen Aufbau und die Unterteilung des Studiums in drei Phasen übersichtlich strukturiert (aber nicht „verschult“)."
(Quelle)


"Wir machen hier massiven Frontalunterricht."
(Dozent in der ersten Sitzung der obligatorischen Vorlesung 'Germanistische Linguistik')



Merke: Eine "Exzellenz"-Universität funktioniert mithilfe von Denken 2.0, auch Doppeldenk genannt.

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Amata

Gefährte

Re:... [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
Sehr schön

Um beim Thema zu bleiben:

„Ich bin für eine Legalisierung der Abtreibung, allerdings nicht auf Staatskosten. Für mich ist Abtreibung nach wie vor Mord.“
(Ellen Kositza in einem Interview in „Die Angstmacher“ von Thomas Wagner)

Konsequent.


Vielleicht ist sie ja auch generell für eine Legalisierung von Mord, solange der nicht auf Staatskosten geht?







"It's all in Hogwarts: A History."
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Pyr

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Re:... [Re: Amata]

In Bezug auf:
Die Rechtsextremisten gäben vor, der Staat sei außerstande, die Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten. Deswegen müssten sie diese Aufgabe nun übernehmen, hieß es. Laut Bundesregierung verfolgen die Extremisten aber ein anderes Ziel: "Vielmehr sollen Fremde oder politische Gegner durch die Präsenz von rechtsextremistischen Bürgerwehren vor Ort gezielt eingeschüchtert werden." Rechtsextreme Parteien wie die NPD oder "Die Rechte" seien ebenfalls involviert.



(Quelle)

Geschicktes Auseinanderdefinieren von "Sicherheit/Sicherheitsbedürfnis" und "Unwohlsein angesichts als fremdartig/inkompatibel/undeutsch Wahrgenommenem" in Hautfarbe, Kleidung, Verhalten und Sprache. Der Gute Bürger fürchtet sich schließlich nicht vor "Ausländern, Negern, Zigeunern, Asozialen, Muslimen, Juden, Perversen und sonstigem Gesindel", sondern nur vor Kriminalität und Terrorismus, und die Staatsorgane verfolgen natürlich nur Letzteres. Bis zur nächsten "verdachtsunabhängigen" Kontrolle!


P.S.: Um das noch einmal klarstmöglich auszudrücken: In unserer Gesellschaft (strukturell) und im darauf abgestimmten Denken (Ideologie) nimmt das Gefühl von "Unsicherheit" (welches durchaus auf realen Grundlagen beruht, die aber anders aussehen, als es die gängigen Diskurse aussagen) notwendigerweise die Form der Angst vor den und der Aggression gegen die "Fremden", "Unseriösen" und "Abweichler" an - auch, aber nicht nur, weil diese sich empirisch auch häufiger in der Lage wiederfinden, gegen die Regeln verstoßen zu müssen, um vorwärtszukommen oder auch nur zu überleben: Weil ihnen Umstände wie konkrete Menschen nicht gestatten, innerhalb des Anerkannten zu bestehen.
Nicht zuletzt:
"(Das) Menschenrecht der Freiheit basiert nicht auf der Verbindung des Menschen mit dem Menschen, sondern vielmehr auf der Absonderung des Menschen von dem Menschen. Es ist das Recht dieser Absonderung, das Recht des beschränkten, auf sich beschränkten Individuums.
Die praktische Nutzanwendung des Menschenrechtes der Freiheit ist das Menschenrecht des Privateigentums.
[...]
Jene individuelle Freiheit [...] bilde[t] die Grrundlage der bürgerlichen Gesellschaft. Sie lässt jeden Menschen im andern Menschen nicht die Verwirklichung, sondern vielmehr die Schranke seiner Freiheit finden"

(Marx, zitiert nach sphnix)

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In ihrem Schweigen gegen die Erlebnisberichte der Individuen wird die Totalität das letzte Wort behalten.

Geändert durch Pyr (04.11.2019 15:53)

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sphnix

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Re:... [Re: Pyr]

Wenn ich sage, du sollst zwischen Viertel vor und Viertel nach on sein, meine ich: Immer wieder mal. Du dummes Holz!

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Pyr

Gefährte

Re:... [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
Wenn ich sage, du sollst zwischen Viertel vor und Viertel nach on sein, meine ich: Immer wieder mal. Du dummes Holz!



Woraus ist das zitiert?

Gommorah is a nursery rhyme
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sphnix

Gefährte

Re:... [Re: Pyr]

msdbsjagsbgfj!
Das sollte natürlich in deinen Thread, du Möbel-in-spe!

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Pyr

Gefährte

Re:... [Re: sphnix]

Man liest halt auch in der MH-Übersicht nie mit dem Herzen gut.

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sphnix

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Re:... [Re: Pyr]

Mir sind ja grade ein paar uralte Märchen-Bussibärhefte in die Hände gefallen; also BB-Hefte, in denen Märchen nacherzählt werden. Bei einem der Hefte stehen unter den Märchen immer Notizen zu den Märchen, Apelle an die Vorlesenden und so. Und nun möchte ich bitte die Anmerkung zu Aschenputtel erläutert haben, falls jemanden die Weisheit überkommt. Sie lautet so:
"Versuchen Sie, unserem Kind klarzumachen, daß das Abschneiden von z
Zehen und Ferse eine Bestrafung für die Bosheit der Schwestern war. Weisen Sie, bitte, besonders darauf hin, daß es der freie Wille von Mutter und Schwestern war, der diese Tat veranlaßt hat. Unser Kind soll erkennen, daß das Böse sich in seiner betrügerischen Absicht immer selbst straft."

?????

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Geändert durch sphnix (10.11.2019 02:07)

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sphnix

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Re:... [Re: sphnix]

„Das Kind weiß nichts von den Greueln der Verwesung, vom Frieren im kalten Grab, vom Schrecken des endlosen Nichts, das der Erwachsene, wie alle Mythen vom Jenseits zeugen, in seiner Vorstellung so schlecht verträgt.“
(Freud, Traumdeutung, in: D. Typische Träume)

Ich finde es einigermaßen ... befremdlich, wie hier der kindlichen Illusion eine angeblich wissend-erwachsene Haltung entgegengesetzt wird, die aber aus nichts weiter als komplett realitätsfernen Projektionen besteht.

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Pyr

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Re:... [Re: sphnix]

    "If I had one day when I didn't have to be all confused and I didn't have to feel that I was ashamed of everything, if I felt that I belonged someplace..."

    (Rebel Without a Cause)


Der letzte Teil ist der Haken, an dem man hängt: In dieser Welt, in ihren furchtbaren Orten sollte man nicht zuhause sein wollen. Jeder nicht bloß oberflächliche Blick auf ihre Beschaffenheit müsste diesen Gedanken verbieten.

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sphnix

Gefährte

Re:... [Re: Pyr]

Ewers, in "Michael Ende neu entdecken":
Seite 56, über "Jim Knopf":
"Die Zeichung der Geschlechterrollen ist ein ganz und gar peinlicher Zug dieses Werks, der auch mit dem Argument der Zeitgebundenheit nicht entschuldigt werden kann. Den traurigen Höhepunkt bildet im letzten Kapitel der Satz: 'Li Si lernte bei Frau Waas kochen und den Haushalt führen [...].'
Ich erspare mir weitere Belege.
"


Auf Seite 225 - man befindet sich bei der unsäglich zerfahrenen, unplausiblen Deutung der "Unendlichen Geschichte" - heißt es: "Nach der Erfahrung der wiedererwachten väterlichen Zuneigung, die übrigens auch mütterliche Züge trägt [...]" - und falls man sich fragen sollte, was das bedeutet, die Fußnote hilft weiter: "Der Vater macht ihm das Frühstück, kocht das Mittagessen und nimmt ihn schlußendlich auf den Schoß [...]."

Aber immer schön, wenn Sexismus das ist, was man als fortschrittsgläubiges, den "Werten der Moderne" verfallenes Individuum der Vergangenheit attestieren kann.




Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Geändert durch sphnix (18.11.2019 12:10)

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Pyr

Gefährte

Re:... [Re: sphnix]

In Bezug auf:
„Das Tragen des Kopftuchs macht aus den kleinen Kindern schon erkennbar Außenseiter, etwa auf dem Spielplatz oder auf dem Schulhof. Dies wollen wir in jedem Fall verhindern“



(Quelle)

Hmmm. Kurzhaarfrisuren für Mädchen, Langhaarfrisuren für Jungs...

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Vennolandua

Gefährte

Re:... [Re: Pyr]

Heute in der S-Bahn, eine Partie eines wohl Business-lastigen Telefongesprächs:

"Wir müssen den Businessplan so shapen, dass die brands ein feel für das feedback der customer bekommen".
-
"Das ist so important, auch für future cases."
-
"Wichtig für das release next year."
-
"Der feel muss stimmen."
-
"ich verstehe das als help. Ist immer wichtig, im Team, der support."

und so weiter, und so fort...
Wieso sprechen die eigentlich nicht gleich komplett englisch ...?

---------------------------------------------
We are archaeologists. We are supposed to meddle with things we don't understand. If we hung around waiting till we understood things we'd never get anything done.
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sphnix

Gefährte

Re:... [Re: Vennolandua]

Um wenigstens die des Englischen unkundigen Menschen irgendwie zu schonen?

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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mohrchen

Gefährte

Re:... [Re: Vennolandua]

Ich habe ja schon ne Menge Krempel in der Richtung gehört. Aber
In Bezug auf:
Wir müssen den Businessplan so shapen, dass die brands ein feel für das feedback der customer bekommen

hier zieht's mir die Socken aus! Wer sind die Brands?

Abgesehen davon ist "ein feel" in diesem Satz mit Sicherheit falsch, da hier der Akkusativ stehen muss. (Ich glaube dir, dass der Typ das so gesagt hat. Es ist nur grauenhaft, Englische Wörter zu verwenden und gleichzeitig dann so fundamentale Grammatikfehler im Deutschen zu bringen.)

Gruß, Thilo.

Never take your liberty for granted, and be careful whom you vote for because it may be the last election you'll ever have.
-- Garry Kasparov

Terroristen sind NIEMALS Gläubige. Terroristen sind IMMER kranke Arschlöcher!
-- Ralf Ruthe
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Caddy

Gefährte

Re:... [Re: mohrchen]

Das Wort steht da in einem völlig einwandfreien Akkusativ.

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

E Caddy come corpo morto cade.
~ Dante Alighieri, Commedia
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Vennolandua

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Re:... [Re: mohrchen]

Na, Business-Denglish stellt seine ganz eigenen Regeln auf! Wartet nur ab, in zehn, zwanzig Jahren haben solche start ups unsere language ganz umgeshapt!


Mit "brands" meinte er, soweit ich mir das zusammenreimte, wohl "große Marken", denen ihr neues start-up mit dem Business-Plan ganz neue Werkzeuge an die Hand geben wolle, um Kundenreaktionen besser erfassen zu können.
Und "feel" war sein Lieblingswort ... Ohne "feel" kein "benefit".

Ich bin bei häufigen Zugfahrten oft telefonierenden Personen mit dieser speziellen "in-group speech" ausgesetzt, die per Telefon ihr "meeting canceln", "sheets anfordern", "auf den flightplan schauen", "das office kontakten", etc., und freue mich immer, wenn dann die Verbindung abbricht ...

---------------------------------------------
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mohrchen

Gefährte

Re:... [Re: Caddy]

Caddy schrieb:
Das Wort steht da in einem völlig einwandfreien Akkusativ.

Einen feel, wenn schon. Ich klage auch einen Mann an, nicht ein Mann.

Gruß, Thilo.

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-- Ralf Ruthe
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Caddy

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Re:... [Re: mohrchen]

Und bestimmt auch einen Frau und einen Kind.

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

E Caddy come corpo morto cade.
~ Dante Alighieri, Commedia
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sphnix

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Re:... [Re: Caddy]

Wer Frauen und Kinder anklagt, ist ein rücksichtsloser Sexist!

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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mohrchen

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Re:... [Re: Caddy]

Caddy schrieb:
Und bestimmt auch einen Frau und einen Kind.

Du hast Recht, dass für das Gefühl ein Feel Akkusativ wäre. Aber der Typ hat der Feel gesagt, also maskulin. Nach dieser Definition ist ein Feel kein Akkusativ.

Gruß, Thilo.

Never take your liberty for granted, and be careful whom you vote for because it may be the last election you'll ever have.
-- Garry Kasparov

Terroristen sind NIEMALS Gläubige. Terroristen sind IMMER kranke Arschlöcher!
-- Ralf Ruthe
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Caddy

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Re:... [Re: mohrchen]

Ah, die erste Verwendung hatte ich überlesen bzw. nicht mehr präsent, als Du die spätere zitiert hast.

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

E Caddy come corpo morto cade.
~ Dante Alighieri, Commedia
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Caddy

Gefährte

Re:... [Re: Caddy]

Gerade in der Sternstunde Philosophie von einer der Teilnehmerinnen gehört: »Die Grenzen unserer Freiheit enden dort, wo die Freiheit der anderen beginnt« [Syntax angepasst].

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

E Caddy come corpo morto cade.
~ Dante Alighieri, Commedia
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Pyr

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Re:... [Re: Caddy]

Sehr schön!

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sphnix

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Re:... [Re: Pyr]



... worum gehts denn?

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Caddy

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Re:... [Re: sphnix]

Allgemein um Klimaschutz, den konkreten Zusammenhang des Zitats habe ich mir nicht gemerkt.

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

E Caddy come corpo morto cade.
~ Dante Alighieri, Commedia
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sphnix

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Re:... [Re: Caddy]

Naja, das Zitat steht ja eh für sich.

Vermutlich sollte ich mir auch mal so ne Sendung reinziehen, ich hab ja bisweilen schon kleine Anläufe dazu gemacht, aber wenn dann nicht ein paar Leute um mich sind, denen gegenüber ich sehr Konsumnah meine Frustrationen und Hngrhghhnnnghhn-Momente zum Ausdruck bringen kann, ist das immer so anstrengend.
Apropos Sendunge: Ich hab ja gestern den neuen Literaturclub angefangen - eher unspektakulär bislang; aber die Antwort von Strigl auf Steiners Frage nach der Kritim am Anfang fand ich recht schön.

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Pyr

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Re:... [Re: sphnix]

In Bezug auf:
Als Preisträgerin hat Carolin Emcke den Anti-Dylan gegeben: Anders als Bob Dylan, der zur allgemeinen Belustigung auf seinen Preis zu scheißen scheint, hat sie ihren angenommen, ernst genommen und eine Rede gehalten, wie sich das gehört. Für manche viel zu sehr, wie sich das gehört. Nichts an ihrer Rede war so cool, wie viele jetzt Bob Dylan finden, weil Coolness eine Unberührtheit voraussetzt, die Emcke weder hat noch haben will, wenn sie darüber spricht, was es heißt, Teil einer Gesellschaft zu sein. Als Angehörige einer sogenannten Minderheit, als politischer Mensch, als Mensch überhaupt. Politischer Ernst ist selten lässig.

[Quelle]



'You refuse feeling deeply about anything. It's clear to anyone how entirely self-conscious you are, in everything you do.'

(Es schreit danach.)

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Pyr

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Re:... [Re: Pyr]

(Der Artikel ist auch ansonsten ärgerlich, wie eigentlich fast alles, was ich von Stokowski bislang kenne.)

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sphnix

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Re:... [Re: Pyr]

Und das Coverfoto sieht auch nicht aus, wie die ganze Geschichte sich hinzieht.

(Kommentar bei Amazon:
https://www.amazon.de/Zimmer-mit-Aussich...pe=all_reviews)


... jetzt wäre ich neugierig.

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Pyr

Gefährte

Re:... [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
Und das Coverfoto sieht auch nicht aus, wie die ganze Geschichte sich hinzieht.

(Kommentar bei Amazon:
https://www.amazon.de/Zimmer-mit-Aussich...pe=all_reviews)


... jetzt wäre ich neugierig.



Ich finde ja das folgende sehr schön, da es noch einmal klar zusammengefasst den Unterschied zwischen Befriedigung eines vorgefertigten Bedürfnisses und Rezeption eines eigenständigen Werkes zum Ausdruck bringt:

In Bezug auf:
Mir persönlich hat der Schreibstil des Buches nicht gefallen, weil er hochtrabend wirkte, sodass ich als Leser keine Verbindung aufbauen konnte zu den Protagonisten und sie mir immer nur Figuren im Text geblieben sind, statt lebendige Personen zu werden. Dadurch hatte ich die Geschichte leider auch bildlich nicht vor Augen, was mitunter dazu geführt hat, dass ich manche Sätze mehrere Male lesen musste, bis ich sie wirklich verstanden hatte.



(Quelle)

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Geändert durch Pyr (26.11.2019 13:28)

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sphnix

Gefährte

Re:... [Re: Pyr]

Aber ist doch schön, dass jmd sich diese Mühe macht.

-----------


"Eine Kunstgewerblerin hatte einen Gebrauchsmusterschutz auf eine Käsebierfigur erworben, die aus vier Staubtüchern bestand. Diese Kunstgewerblerin [...] hatte mit Batiken angefangen [...]. Später, als das nicht mehr so gut ging, bemalte sie Schuhe. Vor allem aber machte sie jedes Genre und jede Art von Puppen. Sie hatte kein künstlerisches Gewissen. 'Wenn die Weiber's wollen, mache ich ihnen den letzten Dreck. Hellblaue Rokokoteepuppen mit rosa Röschen und Silberspitzentütü.'"


(Tergit, "Käsebier erobert den Kurfürstendamm, 19. Kapitel)

Man liest nie mit dem Herzen gut.

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sphnix

Gefährte

Re:... [Re: sphnix]

Aber seit einigen Jahren höre ich es wieder, ein böses, hilfloses Lachen, von mir und von anderen, von Ostdeutschen und von Westdeutschen auch. Inzwischen haben wir alle Telefone, sogar mobile, wir haben weniger Zeit und sind oft verreist, wir klingeln nicht einfach bei Freunden, sondern verabreden uns, wir schicken uns Artikel per E-Mail, und wenn wir sie gelesen haben, telefonieren wir, fragen uns gegenseitig, ob die alle irre sind oder wir selbst, und weil wir uns nicht erklären können, warum das alles passiert, warum uns eine genderisierte Sprachverstümmelung zugemutet wird, warum Hunderttausende Windräder gebaut werden sollen, die den Energiebedarf nicht werden sichern können, gleichzeitig aber auf Elektroautos und -roller gesetzt wird, warum Hunderttausende Einwanderer ins Land gelassen werden, von denen man weiss, dass sie nicht bleiben dürften, man sie aber auch nicht wieder ausser Landes bringen kann, warum uns nun täglich mit dem Weltuntergang gedroht wird, obwohl niemand wissen kann, ob er stattfinden wird, weil wir uns das alles trotz ehrlichem Bemühen einfach nicht erklären können, verfallen wir nach einigem Stöhnen und ratlosen Sätzen in dieses besondere, gallige Gelächter.

https://www.nzz.ch/feuilleton/monika-mar...eich-ld.1519713


Das war echt mal ne Literatin? Echt?


Man liest nie mit dem Herzen gut.

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Caddy

Gefährte

Re:... [Re: sphnix]

»Heutzutage sind alle und jeder mit einer ungeheuren Masse von objektiv existierenden Vorurteilen, Diskriminierungen und manifesten antisemitischen Einstellungen konfrontiert. Die akkumulierte Macht dieses objektiven Komplexes ist so gewaltig und befindet sich offenkundig so weit jenseits der individuellen Widerstandskräfte, daß man wirklich fragen könnte, weshalb jemand nicht antisemitisch ist, statt zu fragen, weshalb manche es sind.«
~ Adorno, »Bemerkungen zu ›The Authoritarian Personality‹«

Look at the octopus. Look into his great inhuman eyes.
~ William S. Burroughs, »Octopus«

E Caddy come corpo morto cade.
~ Dante Alighieri, Commedia
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sphnix

Gefährte

Re:... [Re: Caddy]

1.
Mir fällt bei Adorno immer wieder auf, dass ich einzelne Sätze von ihm zu lesen viel schwieriger finde als ganze Texte.
(Das ist nicht gegen das Zitat gerichtet; ich merkte es daran nur wieder)

2.
Noch zu Maron:
Ich finde ihre Äußerungen auch deswegen irritierend, weil sie in so einem diffusen Rundumschlag tatsächlich ja irgendwie doch sehr uneinheitliche rechte Themen abzugreifen scheint, und eigentlich verstehe ich nicht, wieso ihr die so gleichermaßen ein Anliegen sind. Dieses gleichzeitig Wischiwaschihafte und Totale ihres Rundumbeißens. Das ist einerseits was andres als das Fasziniertsein von Literaten durch Nazikram (wie bei Benn) und auch was andres als das Bedienen von rechten Denkmuster durch Irgend-Denkende in bestimmten Bereichen (z. B. Schwarzer, die dann aber halt nicht gleich auch Gendern und Klimakram blöd finde, nur weil sie vorm unaufgeklärten Bösmuslim Angst hat).

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Amata

Gefährte

Re:... [Re: sphnix]

In Bezug auf:
Aufgrund von irgendwelchen schlimmen Störungen wird der Zug [...] umgeleitet. Wir bitten um etwas Entschuldigung.



"It's all in Hogwarts: A History."
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Vennolandua

Gefährte

Re:... [Re: Amata]

Bahngeschichten ...

Offensichtlich leidgeprüfter Zugbegleiter, neulich:

In Bezug auf:
Ich begrüße herzlich alle Fahrgäste hier im RE auf der Fahrt nach XY. Ich wünsche uns heute eine angenehme und störungsfreie Fahrt!



---------------------------------------------
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sphnix

Gefährte

Re:... [Re: Vennolandua]

In Bezug auf:
Kritik an diesem Ansatz [dem Freudschen] kam aus verschiedenen Richtungen. Zum einen wird etwa die Figur des Kindermädchens in der Rahmenhandlung durchweg positiv beschrieben, was sich aus Sicht mancher Interpreten nicht mit der Figur einer Geisteskranken, die eine Gefahr für die Kinder darstellt, vereinbaren lässt. Zum anderen kann unter Heranziehung einer autorzentrierten Lesart davon ausgegangen werden, dass Henry James mit freudscher Symbolik nicht vertraut war. Von James selber ist überliefert, dass er sich für die Gespenster viel stärker interessierte als für die Figur des Kindermädchens.


https://de.wikipedia.org/wiki/The_Turn_of_the_Screw

?
Also, ungeachtet dessen, was dieser Ansatz nun taugt oder nicht, aber ...!

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Caddy

Gefährte

Re:... [Re: sphnix]

»Am Sozialismus stört mich ganz einfach, dass er den Menschen umerziehen, ja umformen will, wohingegen der überlegene Kapitalismus auf der uns allen ureigenen Veranlagung basiert, um 5 Uhr aufzustehen und in lebenslanger Abhängigkeit den ganzen Tag für völlig Fremde zu arbeiten.«
~ Cornelius W.M. Oettle auf Twitter

(Wie immer bei sowas lohnen sich natürlich auch die Kommentare.)

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sphnix

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Re:... [Re: Caddy]

Das Traurige ist, dass ich im ersten Moment nicht mit völliger Sicherheit ausschließen konnte, dass das ernst gemeint ist.

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sphnix

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& ein Frühstückartikelchen zum Wachwerden: [Re: sphnix]

In Bezug auf:
Petra Kelly

Ihr ist es zu verdanken, dass sich die Grünen in ihrer Gründungszeit Anfang der Achtzigerjahre vom doktrinären Marxismus der Siebzigerjahre lösten. Denn Petra Kelly (1947–1992) war in ihrer Jugend in den USA nicht von europäischer Ideologie geprägt worden, sondern von der Bürgerrechtsbewegung, von Naturbegeisterung und einer Friedenssehnsucht, die sie von Kritik an Kommunistischen Machthabern nicht abhielt. Doch der moralische Rigorismus wurde für Petra Kelly, die von 1983 bis 1990 im Bundestag war, zum Verhängnis: Sie verhärmte und verstrickte sich in die Beziehung zu Gert Bastian, der 1992 ihr Mörder wurde und sich anschließend selbst tötete.






https://www.welt.de/politik/deutschland/...raenderten.html


Die anderen Porträts sind auch, eh, sehr sehr gut.

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Caddy

Gefährte

Re:... [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
Das Traurige ist, dass ich im ersten Moment nicht mit völliger Sicherheit ausschließen konnte, dass das ernst gemeint ist.


Die Kommentare sind das ja tatsächlich größtenteils.

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sphnix

Gefährte

Re:... [Re: Caddy]

Zu fürchten ist das

---

Was andres, falls jmd ein bissl Zeit hat:
Versteht ihr, was der Mann hinsichtlich von "Ja, er war Rassist, aber er war auch ein Vorreiter, und literarisch ist das nicht so wichtig" sagen möchte? Ist das wischiwaschi-unüberzeugend; oder war ich zu unaufmerksam? (was sein kann, ich suche grad Adressen zusammen )
https://www.youtube.com/watch?v=scaxitvsoRM
(vor allem so zwischen 10 und 20, 23)

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Geändert durch sphnix (18.12.2019 11:12)

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Caddy

Gefährte

Re:... [Re: sphnix]

»Es geht im Grunde genommen um die kleinen Angestellten, um normale Menschen, die Angriffe auf Asylunterkünfte machen, um die geht es mir. Es geht mir nicht um Nazis.«
~ Hans-Georg Maaßen, gestern bei Markus Lanz

Ui.

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sphnix

Gefährte

Re:... [Re: Caddy]


Klingt doch ehrlich.

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mohrchen

Gefährte

Re:... [Re: Caddy]

Hat er da wirklich eine andere Formulierung für "Man wird doch noch Asylbewerberheime anzünden dürfen, ohne gleich Nazi genannt zu werden!" gesagt?

Gruß, Thilo.

Never take your liberty for granted, and be careful whom you vote for because it may be the last election you'll ever have.
-- Garry Kasparov

Terroristen sind NIEMALS Gläubige. Terroristen sind IMMER kranke Arschlöcher!
-- Ralf Ruthe
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Najade

Gefährte

Re:... [Re: mohrchen]

Wird man ja wohl noch machen duerfen

.
.
Die geschliffene Najade ist geschliffen! Die gebädigte Najade ist gebädigt!
.
.
"And what good is it to me that you're here now? Where were you twenty years ago, ten years ago? How dare you, how dare you come to me now, when I am this?[...] I wish you had never come. Why did you come now?"
― Peter S. Beagle, The Last Unicorn
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sphnix

Gefährte

Re:... [Re: Najade]

Hast du etwa noch immer kein ü?

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sphnix

Gefährte

Re:... [Re: sphnix]

"Überraschen Sie Ihren Lieblingsmenschen doch einmal mit Kanapees in Herzform. Dazu Toastscheiben rösten, in Herzform ausstechen und mit allem belegen, was das Herz begehrt."

("inspieriert" - Aldi-Magazin)

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sphnix

Gefährte

Re:... [Re: sphnix]

"Hör auf, sonst muss ich kotzen"

(Stimme, die in meinem Bad durch den Lüftungsschacht hörbar war. Aber warum soll ich aufhören, meine Zähne zu putzen? )

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Pyr

Gefährte

Re: Gehörtes [Re: sphnix]

Eben im Vorübergehen gehört; keine Garantie, dass das auch so gesagt wurde:

"Kant, habe ich gehört, liest sich ganz schön..."

(Unerhört!)

Gommorah is a nursery rhyme
you won't find in the book.
It's written on your city's face,
just stop and take a look.

(Sixto Rodriguez)


In ihrem Schweigen gegen die Erlebnisberichte der Individuen wird die Totalität das letzte Wort behalten.
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Vennolandua

Gefährte

Re: Gehörtes [Re: Pyr]

Heute auf einer News-Seite im Netz:

"Gemeine Tat: Hund in letzter Sekunde gerettet"

---------------------------------------------
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Caddy

Gefährte

Re: Gehörtes [Re: Vennolandua]

»Albrecht Dürer ist ein "toter weißer Mann", ein Relikt der Männerherrschaft. Warum drängten dann Massen aus der ganzen Welt in die Ausstellung der Wiener Albertina?«

Immer wenn ich denke, dass bereits der Anmachertext zu einem ZEIT-Artikel unterirdisch doof ist, egal, wie niedrig ich die Messlatte anlege, stellt sich mit weitgehender Zuverlässigkeit heraus: Der Text stammt vom Herausgeber Josef Joffe.

(Hier der ganze Text.)

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Pyr

Gefährte

Re: Gehörtes [Re: Caddy]

Unabhängig davon, wie man zum "weiße Männer"-Diskurs steht, ist der Satz schön, wenn er von jemandem wie Joffe kommt.

Gommorah is a nursery rhyme
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sphnix

Gefährte

Re: Gehörtes [Re: Pyr]

Der Satz, wo ich jetzt einfach mal zu lesen aufhöre:

Das ist alles gut und richtig, zumal Diversität – deutsch: Vielfalt – ein urwestliches Konzept ist



ok, ich konnte doch nicht aufhören:

Hinzu kommen universelle Exportartikel wie Freiheit, Individualität und Gleichheit, die sich im Gefolge der Aufklärung durchgesetzt haben. Richtig ist es auch, an die schändlichen Rückschläge auf diesem Siegeszug zu erinnern: von der Sklaverei bis zum Totalitarismus, von der Verfolgung Andersgläubiger bis zum Völkermord.

fgvbdflgbvdflkbgkdfbgkdf

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Geändert durch sphnix (08.01.2020 23:58)

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Pyr

Gefährte

Re: Gehörtes [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
Hinzu kommen universelle Exportartikel wie Freiheit, Individualität und Gleichheit, die sich im Gefolge der Aufklärung durchgesetzt haben. Richtig ist es auch, an die schändlichen Rückschläge auf diesem Siegeszug zu erinnern: von der Sklaverei bis zum Totalitarismus, von der Verfolgung Andersgläubiger bis zum Völkermord.

fgvbdflgbvdflkbgkdfbgkdf



Hier ist wohl nur auf einen baldigen Endsieg und das Ausbleiben schändlicher Dolchstöße zu hoffen.

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Pyr

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Re: Gehörtes [Re: Pyr]

Impressionen von hinter der nur halbgeschlossenen Labortür beim Arzt:

Assistentin 1: "Ich habe mich geschnitten!"
Assistentin 2: "An einem Urinbecher? Das habe ich auch noch nicht gehört."

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mohrchen

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Re: Gehörtes [Re: Pyr]



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sphnix

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Re: Gehörtes [Re: mohrchen]

Ich hoffe, er war schon leer!
Aber generell haben Ärzte-Episoden natürlich immer etwas beängstigendes an sich, da sie davon künden, dass Menschen beim Arzt sind.

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sphnix

Gefährte

Re: Gehörtes [Re: sphnix]

Mir kolportiert von einer einst ins Unglück geratenen Person; als Kommentar zum Sohn:

„ SIE ist ja ganz niedlich. Ja meiiiiii. Des werd amoi a ganz a fesche, die wead de männa den Kopf vadrehn. Wie oid issn?“
„Er ist 5 Monate.“
„Aber sie äääääääh er trägt doch rosa!???



Ich muss bekennen, dass mich der erste Satz allein schon umgehauen hat.


Aber apropos Mutterschaftselend:
Gibt es eigentlich IRGEND eine Form von etwas populärerem künstlerisch-kulturellem Erzeugnis, das dem Phänomen Elternschaft ernsthaft kritisch gegenübersteht? Also nicht nur so im Sinne von "Kinder/Eltern können ja voll nerven, aber auch voll toll sein" oder "Übermütter/doofe Mütter sind doof und nerven, aber man kann ja auch so eine tolle coole Mutter sein"; sondern ernsthaft kritisch gegen das Konzept selbst?
Mir fällt nämlich bei den Simpsons mittlerweile halt immer wieder doch auf, dass die bisweilen eine sehr bedenkliche Schlagseite in Richtung von ersterem haben (und Marge, dieses klebrigeklige Geschöpfchen, spielt dabei eine unrühmliche Rolle).

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Vennolandua

Gefährte

Re: Gehörtes [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
... werd amoi a ganz a fesche, die wead de männa den Kopf vadrehn.



Aber das kann ER doch auch!


Erinnert mich an eine Situation im Freundeskreis:
Paar A hat schon einen kleinen Sohn, Paar B erwartet Nachwuchs. Man fände es spaßeshalber toll, wenn die Kinder auch mal ein Paar würden.

Paar B, irgendwann im Verlauf der Schwangerschaft: "Wird schwierig; es wird ein Junge."
Paar A: "Ach was, das klappt trotzdem; dann werden sie halt beide schwul."

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sphnix

Gefährte

Re: Gehörtes [Re: Vennolandua]

Vennolandua schrieb:
sphnix schrieb:
... werd amoi a ganz a fesche, die wead de männa den Kopf vadrehn.



Aber das kann ER doch auch!





Das fiel mir auch zunächst dazu ein.

Aber egalwie finde ich die Aussage einigermaßen befremdlich (und zwar selbst dann, wenn ich die Maßstäbe von 08/15-Attraktivität und die ganze daran hängende Logik gegen meine eigenen Ansichten erst einmal voraussetze).

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Pyr

Gefährte

Re: Gehörtes [Re: sphnix]

sphnix schrieb:
Vennolandua schrieb:
sphnix schrieb:
... werd amoi a ganz a fesche, die wead de männa den Kopf vadrehn.



Aber das kann ER doch auch!





Das fiel mir auch zunächst dazu ein.

Aber egalwie finde ich die Aussage einigermaßen befremdlich (und zwar selbst dann, wenn ich die Maßstäbe von 08/15-Attraktivität und die ganze daran hängende Logik gegen meine eigenen Ansichten erst einmal voraussetze).



rosa/pink/pastellfarben = Weiblichkeit, besonders das puppenhaft herausgeputzte Mädchen = fesch, wunderschön = angehimmelt/sexuell attraktiv

(Das sollte man mindestens zweidimensional anordnen, fürchte ich.)

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Vennolandua

Gefährte

Re: Gelesenes [Re: Pyr]

... und wiedermal die Bahn:

Auf der Fahrt nach Hamburg wechselt kurz vor Erreichen des Hauptbahnhofs die Schrift an der Stirnseite des ICE-Waggons (also da, wo sonst Zugnummer, Ziel, Unterwegsbahnhöfe, Infos zur Fahrt erscheinen), und auf einmal steht da:


ICE 0

Der kleine ICE ist müde.


Das fand ich ja ganz putzig, zumal der Zug nun wirklich ab München einen weiten Weg hinter sich hatte und außerdem noch einen Notarzteinsatz, weshalb wir auch 45 min Verspätung hatten.

Das macht einen Zug schon müde ...

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sphnix

Gefährte

Re: Gelesenes [Re: Vennolandua]

Ich würde jetzt gern ein Wortspiel mit "Entzug" machen, aber mir fällt keines ein :/

Frei entscheiden, was du glauben, wie du leben willst? Anderen auf Augenhöhe begegnen und akzeptiert werden, wie du bist? Frei die eigene Meinung sagen?

Was ist dir was wert? Wofür setzt du dich ein?
Wie muss eine Gesellschaft sein, in der du dich gut aufgehoben und angenommen fühlst? Und was können wir gemeinsam besser machen?

Schreibe Geschichten über Solidarität, Essays über Gleichberechtigung oder zeichne Comics über Respekt. Zeige auf, wie sich Ungleichheit auswirken kann oder wie Zusammenhalt möglich ist.



https://www.autorenwelt.de/verzeichnis/f...dchen-und-junge

*seufz*

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