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Mittelerde & andere phantastische Welten » Die Gaukler-Stube » Into the West - Es war einmal im wilden Westen - Kapitel I

Eruanne

Ranger of Ithilien

Re: Into the West - Es war einmal im wilden Westen - Kapitel I [Re: Josiah]

Thorne Abraham Haywood stöhnte auf. Der Verkauf einiger Rinder stand an und er sollte die Besten achtzig Stück auswählen. Eigentlich machte er diese Arbeit gerne, aber diesmal konnte er nur auf die zwei Frischlinge als Hilfe zugreifen und beide waren noch so grün hinter den Ohren, dass sie wirklich Schiss vor den Rindern hatten. Abe schüttelte den Kopf. Der Tag konnte nur schlecht werden.

Jebediah McPhee und Collin O’Dore standen nervös bei den Pferden. Immerhin das konnten die Frischlinge. Die Pferde satteln. „Abe warte einen Moment.“ Er drehte sich um und sah seinen Boss John Isaac Smith auf ihn zukommen. Dieser war fast sechzig Jahre alt und fidel wie ein junger Mann. Abe verleiherte die Augen. Was zum Henker war denn jetzt schon wieder los. „Was gibts Boss? Wir müssen uns sputen, wenn wir heute noch fertig werden wollen.“ John schüttelte den Kopf. „Das machen Hank und Brady. Du bekommst einen Spezialauftrag.“ Abe grinste. Spezialauftrag versprach mal wieder etwas Abwechslung zum Alltagstrott. Das gefiel ihm. Der Tag würde wohl doch noch ganz interessant werden.

John nahm Abe Beiseite, damit die Frischlinge nichts mitbekamen. „Abe hör zu, es geht um den Verkauf der Rinder. Miss Luna hat da etwas aufgetan und ich habe mich ebenfalls umgehört. Wir können jeder unsere Rinder zu einem guten Preis verkaufen. Ich will aber einen herausragenden Preis, dafür muss ich mit Miss Luna sprechen.“ Abe wurde nervös. Das wurde er immer wenn er ihren Namen hörte. Es gab keinen Menschen vor dem Abe Schiss hatte, aber Miss Luna flößte ihm massiven Respekt ein und wenn er ehrlich war, hatte er auch ein bisschen Angst vor ihr. Das lag an ihren Augen. Abe hatte das Gefühl Miss Luna konnte ihm auf den Grund seiner Seele sehen und er war davon nicht begeistert. „Ich kann heute nicht weg, also musst du das übernehmen. Und ich weiß ja das du einen Stein bei ihr im Brett hast.“ John grinste Abe breit an. „Komm schon Boss, das ist nicht dein Ernst. Reite heute Abend in die Stadt und klär das selber. Ich hab noch massig Arbeit.“ John schüttelte lachend den Kopf. „Sorry Abe. Als dein Boss gebe ich dir den Auftrag zu Miss Luna zu reiten und ihr den Brief zu geben. Sag ihr du brauchst gleich noch eine Rückantwort. Und hier...“ John gab ihm einen zweiten Umschlag. „... als Entschädigung. Mach dir nen schönen Abend.“ Na immerhin lies sich John nicht lumpen. „In Ordnung du hast morgen deine Antwort.“ Abe nickte John zu, pfiff nach Duke und saß auf. Dann machte er sich auf den Weg in die Stadt.

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LuckyHenry

Gefährte

Re: Into the West - Es war einmal im wilden Westen - Kapitel I [Re: Josiah]

"Völlig unschuldig!" wiederholte Henry die Worte seines Kumpanen fröhlich. "Na klar, wie immer!"
Er stellte sich an die Bar und sah sich um. Immernoch prügelte man hier aufeinander ein und immernoch gingen Dinge zu Bruch. Es war nett anzusehen und Henry wollte gerade weitersprechen, da traf ihn eine harte Rechte direkt ins Gesicht. Während noch sein Kopf herumflog, erlosch das Lächeln aus Lucky Henry's Gesicht und die Gutmütigkeit verschwand augenblicklich aus seinem Bewußtsein. Grizz hielt sofort inne und starrte den Mann, der geschlagen hatte, entgeistert an.
Henry dagegen rappelte sich auf und griff nach dem Revolver, der an seiner rechten Hüfte hing.
"Oh nein, oh nein. Das hättest du nicht tun sollen, Junge!" hörte er Grizz murmeln.
Der Mann vor ihm dagegen wurde blass. Eine Prügelei war das eine, wenn aber Waffen ins Spiel kamen, wurde es dreckig und meistens hatten im Anschluss mindestens drei Männer Arbeit: der Sheriff, der Henker und der Bestatter! Heute aber kam es anders.
"Heute ist dein Glückstag, Kleiner!" knurrte Henry den Kerl an, richtete den Revolver zur Decke und ließ drei Schüsse los. Dann erhob er seine Stimme und der tiefe Bariton ließ keinen Zweifel daran, dass er meinte, was er sagte: "Der Spaß ist vorbei! Macht, dass ihr rauskommt! Der erste Mann, der sich woanders hin bewegt als in Richtung der Tür bekommt ein schönes Loch zwischen die Augen verpasst! Mein Freund und ich wollen etwas trinken!"
Zuerst herrschte Stille. Dann aber rappelten die Männer sich eilig auf, nahmen noch ihre gestürzten und bewußtlosen Kollegen mit, und schlurften oder humpelten in Richtung Tür. Niemand wollte heute noch sterben.
"Wenn ihr euch gewaschen und beruhigt habt, kommt am Nachmittag vorbei. Jeder Mann, der harte Arbeit nicht scheut und loyal ist, kann einen Job von mir bekommen!" warf Henry noch hinterher, ehe er sich dem Wirt zuwendete. Er kramte in seiner Jackentasche und holte schließlich eine Geldspange mit einigen Scheinen hervor, die er auf die Bar warf. "Das sollte für die Schäden reichen. Und jetzt hätten wir gern dieses Bier, das mein Kumpel vor einer Ewigkeit schon bestellt hat!" Er grinste freundlich. "Wenn es nicht zu viele Umstände macht."

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I HAVE A PLAN!!!

Lucky Henry

Geändert durch LuckyHenry (10.03.2019 08:55)

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DerDunkelgraue

Gefährte

Re: Into the West - Es war einmal im wilden Westen - Kapitel I [Re: LuckyHenry]

Der Wirt nickte eingeschüchtert und schenkte den beiden dann wie ''befohlen’' sofort ein Bier ein. Das Hünen-Gespann nickte freundlich und nahm die Gläser mit an einen Tisch, der noch nicht zerstört wurde. Grizz wollte sich eigentlich bei Henry bedanken, doch bevor er überhaupt ein Wort sagen konnte platzte auf einmal ein normalgroßer, dünner Mann mittleren Alters, wie wild geworden, durch die Saloontür. ''Er ist hier!'', jammerte er laut, ging dann durch jene Tür, rannte in das nächste Eck und verkroch sich dort. Plötzlich war es totenstill im Saloon und auch in der Stadt hörte man nicht mehr viel, ausser den Ton des Windes. Vor der Schwenktür stand ein hochgewachsener Mann, der durch seine dunkle Bekleidung un die Sonne im Hintergrund, schwer auszumachen war. Deutlich zu sehen war jedoch, dass ihm sein rechter Arm fehlte. Er trug einen schwarzen cowboytypischen Hut, dazu einen schwarzen Mantel, Weste, Hose und eine Plastron-Krawatte in gleicher Farbe, an einem weißen Hemd. Ausserdem hatte er fein polierte, silberne Sporen an seinen ebenfalls schwarzen Stiefeln. Es sah alles sehr gepflegt, hochwertig und teuer aus. Ausserdem zierten drei angesteckte, goldene Sterne seinen Mantel. Einen Schritt dahinter standen zwei weitere Männer, die ebenfalls schwer zu erkennen waren. Die wenigen Augen, die noch im Saloon waren auf die Ankömmlinge gerichtet.

Der Wirt flüsterte daraufhin leise: ''Der Colonel'' und der Mann, der sich im Saloon verkroch: ''Es ist der Linkshänder''. Die beiden Männer traten vor und öffneten die beiden Saloontüren für den offensichtlichen Anführer der Truppe. Nun waren auch sie besser zu erkennen. Ihr Aussehen war nicht weiter erwähnenswert, doch sie trugen ebenfalls drei goldene Sterne auf der Brust. Allerdings nur aufgestickt und nicht aus Metall. Der Mann trat dann herein und ging einige Schritte in Richtung der Bar. Seine Männer warteten an der Tür, als wollten sie den Ausgang versperren. Es war weiterhin totenstill und man hörte nur jene Geräusche, die seine schwarzen Stiefel auf dem Holzboden machten. Klong. Klong. Klong. Als er vor der Bar stand, nahm er seinen Hut ab und offenbarte darunter kurz geschnittene, graue Haare. Er klopfte zweimal auf den Tresen, woraufhin ihm der Wirt eilig und sichtlich nervös ein Glas Whiskey einschenkte, und dafür im Gegenzug eine silber glänzende Münze erhielt. Der dunkel gekleidete Mann goss den Alkohol mit einem Schluck herunter und stellte das Glas dann wieder auf den Holztresen. Als nächstes holte er nacheinander eine große Zigarre und eine Packung Streichhölzer aus der linken Manteltasche hervor. Er nahm die Zigarre in den Mund und reichte dem Wirt die Schachtel, der sie mit zitternden Händen öffnete. Der Mann nahm ein Streichholz heraus, zündete es an und steckte sich daraufhin seine Zigarre an. Er nahm einen kurzen Zug, drehte sich dann um und blies den Rauch genüsslich aus. ''Als ich heute Morgen aufgestanden bin, ahnte ich ja noch nicht, welch ein aufregender Tag heute werden würde, bis ich eine interessante Nachricht von einem meiner Männer erhielt'', sagte der schwarz gekleidete Mann mit einer rauen Stimme und sah sich dabei langsam im Saloon um. Seine scharfen Augen, die einen wie eine Kugel durchdrangen, wanderten von einer Ecke zur anderen. Er steckte die Zigarre in den Mund, holte dann mit seiner linken Hand ein Stück Papier hervor und hielt es hoch.

''Ich zitiere: Also, heimkehrende Soldaten, befreite Sklaven oder Sklavinnen, ihr leichten Saloonmädchen, ihr Besitzerinnen von Hurenhäusern, ihr Cowboys auf der Suche nach Abenteuern und ihr Outlaws auf der Flucht vor dem Gesetz: Meldet euch bei ihm!'', las er langsam, jedoch mit vollem Mund vor. Daraufhin steckte er den Zettel wieder ein. ''Da dachte ich mir doch, hmm, das klingt wahrlich sehr interessant. Wer mag dieser Mann wohl sein? Und viel wichtiger, was hat dieser Mann nur vor und wofür braucht er eine ganze Bande?'', erklärte er neugierig und machte dann einige Schritte auf den Tisch zu, an dem ebenjener Mann saß. Natürlich hatte er ihn sofort erkannt. Dann stand er schließlich vor ihm und sah ihn von seiner erhobenen Position, und mit seinen meerblauen Augen, an. Er legte das Stück Papier auf den Tisch. ’'Und dann fiel mir plötzlich ein, wer dieser Mann sein könnte'', sagte er grinsend und holte ein weiteres Stück Papier aus seiner Tasche. Es war ein Steckbrief mit einer Belohnung von $100. Im Vergleich mit anderen Kriminellen war es nichts Herausragendes, aber auch nicht wenig Geld für die damalige Zeit. ''Na, erkennt jemand, wer das ist?'', fragte er rhetorisch in die Runde und legte den Steckbrief dann auf den Tisch, direkt vor die Nase des Mannes. ''Bestimmt fragst du dich, wer ich bin, Lucky Henry'', begann er mit einem abwertenden Tonfall und ließ den Mann jedoch nicht darauf antworten. Stattdessen blies er ihm den Rauch seiner Zigarre in’s Gesicht. ''Gerne stelle ich mich vor. Mein Name ist Colonel Kevin O’Rourke, ehemaliger Offizier in der Confederate States Army’’, begann er, und betonte letzteres besonders stark. ''Jener Offizier, der niemals eine Schlacht verloren hat! Jener Mann, vor dem selbst die Härtesten kapituliert haben! Jener Anführer, von über fünfzig gut ausgebildeten Männern, die alle nur auf meinen Befehl warten! Jener Kopfgeldjäger, dem niemand jemals entkommt, ob Mann, Frau oder Kind, egal wie sehr sie es auch versuchen! Nichts geschieht hier ohne, dass ich darüber Bescheid weiß! Merke dir diesen Namen'', erklärte O'Rourke vollmundig. ''So, jetzt da wir uns kennen und verstehen, sag mir, was treibt dich in diese Gegend und was hast du vor, ''Lucky'' Henry?'', fragte er ihn, schob dabei seinen Mantel zur Seite und offenbarte seinen silbernen Revolver, der selbst hier im schwachen Licht noch wie ein geschliffener Diamant schimmerte. Paul grunzte daraufhin genervt und ballte seine Faust. Er blickte zuerst hoch zu O’Rourke und dann zu Henry und war schon bereit, seinen Partner von schlimmeren Taten abzuhalten oder ihm im Kampf zur Seite zu stehen. Dessen war er sich nicht ganz sicher. Nun kam es auf Lucky an.

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Eruanne

Ranger of Ithilien

Re: Into the West - Es war einmal im wilden Westen - Kapitel I [Re: DerDunkelgraue]

Der schnelle Ritt in die Stadt hatte Thorne gut getan. Doch jetzt wo er sich dieser näherte, kam das mulmige Gefühl zurück. Der Brief brannte in seiner Tasche und Abe wäre froh gewesen wenn er es bereits schon hinter sich hätte.

Gemächlich ritt er in die Stadt und grüßte das ein oder andere bekannte Gesicht. Aus dem Saloon torkelten einige Männer die ziemlich lädiert aussahen. Abe schmunzelte. Eine gute Prügelei wäre auch mal wieder was Feines.

Abe hielt vor Miss Lunas Etablissement und band Blaze fest. „Duke bleib und pass gut auf.“ Der Hund machte es sich im Schatten gemütlich und Abe betrat das Haus. Mollys Gesicht hellte sich auf als sie den neuen Gast erblickte. „Willkommen Fremder, du warst ja schon ewig nicht mehr hier.“ Abe ging zur Bar und gab Molly einen Kuss auf die Wange. Ein Privileg dass sie den wenigsten gestattete. „Verzeih mir Schönheit. Der Boss brauchte mich dringender als Du.“ Molly lachte auf. „Und heute? Du bist früh dran für ein Stelldichein.“ Abe seufzte theatralisch. „Ich bin leider geschäftlich hier. Wichtige Geschäfte.“ Molly tat gespielt traurig. „Du Ärmster. Sollen wir dich ankündigen?“ Abe nickte. „Das wäre ganz wunderbar.“

Molly winkte ein Mädchen heran und flüsterte ihr etwas in Ohr. Diese sah etwas eingeschüchtert aus und lief nach oben. Abe blickte ihr nach, unsicher ob Miss Luna ihn überhaupt empfangen würde. „Du wirst mir doch nicht untreu werden.“ scherzte Molly. Abe wandte sich ihr lächelnd zu. „Nie im Leben mein Schätzchen.“

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LuckyHenry

Gefährte

Re: Into the West - Es war einmal im wilden Westen - Kapitel I [Re: DerDunkelgraue]

Lucky Henry war im ersten Moment ebenso eingenommen von diesem Neuankömmling wie Grizz und der Wirt es waren, und das ärgerte ihn ungemein. Er liebte es nicht, von anderen derart beeindruckt zu werden. Das nahm ihm seinen wichtigsten Vorteil: seinen kühlen Kopf! Und es ließ ihn wie ein Schuljunge aussehen. So schulte er seine Gesichtszüge in etwas, das man wohl Langeweile nennen konnte, während der Colonel sprach, und versuchte, seine Aufregung darüber zu verbergen, dem Mann von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen.
Jetzt gerade fragte er sich, was der beste Handlungsansatz wäre. Sollte er den Mann als Gefahr wahrnehmen oder als Verbündeten? Als Gegner, an dem man sich messen konnte, oder als jemanden, den man besser sofort beseitigte? Sein Blick fiel auf den vermaledeiten Steckbrief, den der Colonel auf den Tisch gelegt hatte. Sein Konterfei war deutlich darauf zu erkennen und die 100 Dollar waren genug Geld, um sich in einem Hinterhalt in einer dunklen Ecke wiederzufinden.
Langsam stand Lucky auf, warf Grizz einen Blick zu, der sagte: Ich hab das im Griff. Halt dich nur bereit, Tu nichts!, und stemmte die Hände in die Hüften, ehe er den Colonel von oben bis unten musterte. Mit Genugtuung erkannte er, dass auch der nicht mochte, derart gemessen zu werden.
"Ich würde Ihnen die Hand reichen, Colonel." brach Henry schließlich das Schweigen, und seine Stimme war leise und klang beinahe gefährlich. Mit einem Kopfnicken deutete er auf den fehlenden rechten Arm. "Aber Sie sind ja etwas indisponiert."
Die Augen des Colonel wurden zu schmalen Schlitzen, aber Henry redete trotz der Gefahr weiter.
"Man erzählt Geschichten über Sie, Colonel. Oder sollte ich lieber Mr. O'Rourke sagen? Die konföderierte Armee existiert schließlich nicht mehr."
Ein Knurren erklang aus des Colonel's Kehle. Allein die Tatsache, dass er noch immer seinen Rang benutzte und die Abzeichen trug, verrieten Henry so viel über den Mann, dass er beinahe lachen musste. Es war zu einfach, ihn zu verärgern.
"Und welche Geschichten sind das?" zischte sein Gegenüber.
"Nun," Henry ließ eine theatralische Pause. "Der Grund, weshalb Sie keine Schlacht verloren haben, und weshalb Ihre Männer niemals vor einem Einsatz zurückschreckten. Der Grund, aus dem Sie auch Ihren Arm verloren haben, Colonel.... Sie sollen ein knallharter Bastard sein, dem der Sieg und der Erfolg seiner Sache über allem stehen, auch über dem Leben seiner Leute! Einer, der durch Terror und Angst herrscht, nicht von der Loyalität seiner Männer! Sie sollen Soldaten ausgepeitscht haben, weil sie sich weigerten, Kriegsgefangene zu erschießen. Amerikanische Bürger! Sie nennen sich einen Anführer? Sie sind ein Diktator, Colonel! Männer wie sie gibt es wie Sand am Meer, und keiner kann sie leiden."
Deutlich sah Henry das Blitzen in den Augen des anderen und wusste, dass er nun vorsichtig sein musste. Gespielt gelassen, während sein Innerstes eigentlich angespannt war wie ein Bogen, griff er nach dem Steckbrief. Nur Grizz konnte sofort erkennen, wie brenzlig die Situation war, wie unwohl Henry sich gerade fühlte. Er nahm ein Streichholz aus seiner Weste und entzündete es an seiner Stiefelsohle. Dann hielt er die Flamme an die unterste Ecke des Steckbriefes und ließ das Schriftstück in Flammen aufgehen.
"Meine Beweggründe gehen Sie nichts an. Ich brauche Männer für ein großes Wohltätigkeitsprojekt. Harte Arbeit und wenig Schlaf. Das ist ohnehin nichts für Sie." Die Asche rieselte zu Boden. "Wenn Sie allerdings einsammeln wollen, Kopfgeldjäger..." Scheinbar unbeeindruckt legte er eine Hand an seinen Revolver. "Dann sagen Sie mir, wann und wo. Ansonsten würde ich jetzt gern mein Bier beenden."

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Lucky Henry

Geändert durch LuckyHenry (10.03.2019 12:00)

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Josiah

Gefährte

Re: Into the West - Es war einmal im wilden Westen - Kapitel I [Re: LuckyHenry]

Das Mädchen, das nach oben geschickt worden war, kehrte wenige Augenblicke später zurück.
"Miss Luna ist noch beschäftigt, aber sie wird dich gleich empfangen."
Ein paar Minuten später kam Josiah die Treppe herunter, immer zwei Stufen auf einmal.
"Abe!", rief er fröhlich, "Verzeih mir, dass du warten musstest. Du musst verstehen, es gab Kaffee..."
Grinsend klopfte er dem anderen Mann auf die Schulter. "Sie wird dich jetzt empfangen. Viel Glück, alter Mann."
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DerDunkelgraue

Gefährte

Re: Into the West - Es war einmal im wilden Westen - Kapitel I [Re: LuckyHenry]

Der Colonel hörte sich Henrys Worte geduldig an, auch wenn sie ihm deutlich missfielen und so konnte er gar nicht anders, als ihn mit einem ''Vorsicht, Junge'' zu warnen, bevor er zu weit ging. Er konnte natürlich nicht zugeben, dass sein Gegenüber einige nicht verheilte Wunden entdeckt hatte. Sein fehlender Arm war ein Tabuthema unter seinen Männern und das aus gutem Grund. Der Einarmige oder der Linkshänder waren auch keine Spitznamen, die O’Rourke gerne härte. Spitzfindig war dieser Lucky aber, das musste man ihm lassen und Mut besaß er auch. Er konnte ja nicht wissen, in welcher Gefahr er schwebte, denn draußen warteten bereits weitere Männer von O’Rourkes Bande, die nur auf seinen Befehl warteten und den Saloon dem Erdboden gleich machen würden. Nichtsdestotrotz traute sich sonst niemand so mit ihm zu sprechen. ''Nun, wir alle tun das, was wir für richtig erachten, Lucky. Und über dich erzählen sie, du hättest einen Grizzly mit bloßen Händen erlegt’’, antwortete O’Rourke mit einem geringschätzenden Lächeln und musrterte Henry dabei unbeeindruckt von oben bis unten, als wäre es zweifelsfrei ein Märchen. ''Wir beide wissen anscheinend gut, dass nicht immer alles so ist, wie man es sich Abends im Saloon bei zu viel Alkohol erzählt.'' Dann machte er einen Schritt auf Henry zu und stand ihm direkt gegenüber. Henry war einen Hauch größer, aber im Grunde konnten sie von Angesicht zu Angesicht sehen. ''Sehe ich so aus, als ob ich mir für lächerliche 100 Dollar die Hände schmutzig mache?'', fragte er rhetorisch, trat dabei auf der Asche des Steckbriefs herum und schwenkte zum nächsten Thema um. ''Ein Wohltätigkeitsprojekt also'', wiederholte er Luckys Worte, aber beide wussten, dass er ihm natürlich nichts glaubte. Er ging jedoch auch nicht weiter darauf ein. Abschließend beugte sich O’Rourke langsam zu Henry nach vorne und flüsterte ihm ins Ohr. ''Du bist hier nicht willkommen, Cowboy. Das hier ist mein Land, meine Stadt! Also pass besser auf deinen Rücken auf. Gib mir ja keinen Grund dich zu suchen. Denn finden werde ich dich. Und dann wirst du dir wünschen du wärest nie geboren, genauso wie dein Partner’', flüsterte er leise, ging dann ohne eine Antwort abzuwarten wieder zur Saloontür und verließ das Etablissement zusammen mit seinen beiden Männern. Draußen warteten bereits zwei weitere Männer auf ihren Rössern. Auch sie trugen drei aufgestickte Sterne. O’Rourke wand sich an die beiden. ''Ich will wissen, was sie vorhaben und wo sie hinreiten. Beobachtet sie, aber nur aus dem Hinterhalt. Greift nicht ein, bevor ihr nicht den Befehl dazu habt’’, wies er sie an und beide nickten gehorsam. Dann stieg er auf seinen schwarzen Hengst und ritt mit den zwei anderen Männern davon.

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Eruanne

Ranger of Ithilien

Re: Into the West - Es war einmal im wilden Westen - Kapitel I [Re: Josiah]

Als das Mädchen herunterkam war Abe schon klar dass er noch warten musste. Das war Miss Lunas Privileg wie er nur zu gut wusste. Als ein paar Minuten später jedoch Josiah herunterkam und von Kaffee sprach musste Abe lachen. Er liebte guten Kaffee genauso. „Danke das werde ich brauchen. Der Boss will ihr ein Geschäft vorschlagen. Du weißt ja was das heißt. Warte einfach auf mich. Vor Morgen gibt sie mir eh keine Antwort mit.“ Abe zwinkerte Josiah zu, dann atmete er tief aus und ging die Stufen nach oben.

Er klopfte an die Tür und hörte ein bestimmtes „Herein“. Abe betrat Miss Lunas Zimmer und verneigte sich höflich. „Guten Tag Miss Luna. Vielen Dank dass ihr mich empfangt.“ Abe blieb stehen und wurde erst Mal von Miss Luna gemustert. „Du hast mehr graue Haare bekommen. Ärgert dich der Alte zu sehr?“ Sie schenkte ihm ein Lächeln. „Dann brauchst du ein bisschen Ablenkung nicht wahr?“ Abe nickte. „Sieht wohl danach aus.“ Miss Luna zeigte auf den Stuhl vor ihrem Tisch. „Setz dich.“ Abe tat wie geheißen. Vor ihm stand ein dampfender Becher. Miss Luna wusste um Abes Vorliebe für guten Kaffee. Sie streckte ihm die Hand auffordernd entgegen. Abe holte den Brief aus seiner Tasche und übergab ihn. Miss Luna öffnete ihn in aller Seelenruhe und begann zu lesen. Abe konnte aus ihrer Miene nicht entziffern ob es gut oder schlecht war, was sie las. Abe hatte nun seinerseits dir Möglichkeit Miss Luna unauffällig anzusehen, während er seinen Kaffee trank. Sie war immer noch eine Schönheit und hätte Abe sie auf der Straße getroffen, hätte er sie um ein Rendezvous gebeten. Aber unter diesen Umständen, war sie eine Frau, der man mit so etwas nicht zu kommen brauchte. Nachdem Miss Luna fertig war, faltete sie den Brief zusammen und lächelte Abe an. „Komm morgen Früh wieder. Dann habe ich eine Antwort für dich. Und amüsiere dich ein bisschen mein Lieber. Molly hat dich sehr vermisst.“ Sie zwinkerte ihm zu. Abe nickte wieder. „Danke Miss Luna, das werde ich sehr gerne machen.“ Abe dachte an den Umschlag mit Geld, das nur darauf wartete ausgegeben zu werden. Er erhob sich, verneigte sich und verließ den Raum. Erst jetzt merkte er, wie er richtig ausatmete. Ja Miss Luna wusste wie man richtig auftreten musste. Abe ging nach unten und hoffte dass Josiah wirklich warten würde. Mit Molly würde er erst später einen Ritt wagen.

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Geändert durch Eruanne (10.03.2019 10:49)

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Josiah

Gefährte

Re: Into the West - Es war einmal im wilden Westen - Kapitel I [Re: Eruanne]

Molly hatte Josiah ein Glas Whisky angeboten, doch Josiah wollte noch ein wenig den Nachgeschmack des Kaffees genießen. Sein Lohn für das Abholen der Rinderherde war für Miss Lunas Verhältnisse großzügig ausgefallen und Josiah würde sich später im Saloon ein paar Gläser genehmigen.
Trotzdem plauderte er noch ein wenig mit Molly, während er auf Abe wartete. Wegen des auftrags war Josiah fast zwei Wochen weg gewesen und war gespannt auf die Neuigkeiten, von denen Abe zu berichten wusste.
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LuckyHenry

Gefährte

Re: Into the West - Es war einmal im wilden Westen - Kapitel I [Re: Josiah]

Im selben Moment, in dem der Colonel den Saloon verließ, sackten Henry's Schultern einige Inch weit herab, weil er erleichtert ausatmete. Ihm war ganz klar: ein falsches Wort, ein unhöfliches Zwinkern oder auch eine zu voreilige Bewegung und diese ganze Szene hätte ein schnelles und vermutlich unschönes Ende genommen.
Nun aber drehte er sich zu Grizz herum, der ihn mit fragendem Blick ansah.
"Ach, der will nur spielen, keine Angst." besänftigte er den Hünen, wusste aber gleichzeitig, dass dies ganz und gar kein Spiel gewesen war. Dann rang er sich ein Grinsen ab. "Hätten wir ihm verraten sollen, dass die Geschichte wahr ist, und du der Grizzly bist, den ich erledigt habe?"

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Lucky Henry
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