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Mittelerde & andere phantastische Welten » Die Gaukler-Stube » Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel IX

Finbar

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel IX [Re: DerDunkelgraue]

Finbar war nicht mit hinunter gegangen in die stinkige Höhle. Er erinnerte sich aber daran, wie sie sich damals gewundert hatten, darüber, was es alles zu finden gab. Und er erinnerte sich an Ailin's glänzende Augen, als sie plötzlich ihr eigenes Schwert in Händen hielt. Danach hatte man sie selten ohne es sehen können.
Das schien eine Ewgikeit her zu sein.
Statt nun mitzugehen, hatte Finbar Kára ein Stückchen tiefer in den Wald hinein geführt. Dort, auf der Rückseite des Trollhortes, hatte er nämlich bereits bei der Hinreise einen kleinen, silbrig schimmernden Waldsee entdeckt. Damals aber waren sie alle viel zu sehr in Eile gewesen, und viel zu angespannt wegen der Trollbegegnung, als dass sie ihn hätten genießen können. Nun aber standen sie dort, am hohen Ufer, und Kára's Augen glänzten erfreut.
"Oh, es ist... wunderschön!"
Im selben Moment, in dem sie es sagte, hatte Finbar bereits Hose und Hemd abgelegt, einen herabhängenden Weidenast gepackt, und sich mit einem lauten Johlen an ihr vorbei in das Wasser gestürzt. Prustend und ein wenig bibbernd kam er wieder an die Oberfläche.
"Komm rein!"
"Es ist sicher kalt."
"Neeeeeeein!" Finbar fröstelte. "Es ist wunderbar! Komm herein!"

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Finbar
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RoisinDubh

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel IX [Re: Finbar]

Kára schaute etwas zweifelnd auf das kristallklare, vermutlich eiskalte Wasser herab. Aber Zwerge waren abgehärtet und wer wusste schon, wann sich die nächste Gelegenheit für ein Bad ergeben würde. Sie zog Stiefel und Obergewand aus und blickte dann zweifelnd auf ihre Tunika und Hose. Es würde ewig dauern, bis alles trocknete. Finbar hatte da weniger Hemmungen gehabt - er plantschte im Wasser wie Mahal ihn geschaffen hatte.
Aber er war mit einer Schwester aufgewachsen und Kára mit einem Bruder. Alles schon gesehen.
Finn ist nie wie ein Bruder gewesen.
Die kleine Stimme in ihrem Kopf versuchte Kára zu ignorieren. Sie holte einmal tief Luft und legte auch die restliche Kleidung ab. Sie nahm Anlauf und sprang mit einem gewaltigen Satz von der Felskante ab.
Sie spürte den Aufprall und hielt die Luft an, ließ sich so weit hinabsinken wie möglich. Doch obwohl sie den Grund sehen konnte - Steine, Pflanzen, ein paar Fische - war er doch unheimlich weit weg. Über ihr brach sich das Sonnenlicht in der gekräuselten Oberfläche. Mit kräftigen Armbewegungen zog die Zwerin sich in Richtung des Lichts. Prustend durchbrach sie die Wasseroberfläche. Sie schüttelte den Kopf.
"Das. War. Unglaublich!" Zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte sie sich glücklich. Kurzzeitig verschwanden die düsteren Gedanken an die Schlacht, die Verluste, die Trauer aus ihrem Kopf. Sie drehte sich zu Finbar. "Das war eine gute Idee. Danke, Finn."

"Mahal hat uns Zwerge hart und ausdauernd gemacht. Unsere Knochen sind wie der Fels, aus dem er unsere Väter formte, und in unseren Adern fließt das Blut heißer als flüssiges Gold.“ - Kára

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Finbar

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel IX [Re: RoisinDubh]

Einige Sekunden lang antwortete Finbar gar nicht, und als Kara schließlich unter nassen Strähnen zu ihm hinüber sah, erkannte sie auch warum. Er hatte einen teils ernsten, teils verwirrten, und zu einem Teil auch glücklichen Ausdruck auf dem Gesicht, und starrte sie mit eben jenem an.
"Finn?" fragte sie leise und spritzte ein wenig Wasser in seine Richtung. Der verklärte Blick verschwand sofort und machte einem kleinen Lächeln Platz, und mit ausgreifenden Zügen schwamm Finbar zu ihr hinüber.
"Sie hätte nicht gewollt, dass wir uns in Trauer und Sorge vergraben! Das hätte sie auch nicht getan!" sagte er leise, bevor das Lächeln zu einem Grinsen wurde: "Und ich habe noch viel bessere Ideen!"
Er stellte sich ganz nahe vor sie, sodass ihre Körper sich schon beinahe berührten. Nervös kicherte ein wenig in sich hinein. Was tat er hier eigentlich? Andererseits: wann, wenn nicht jetzt? Er hatte Kara vom ersten Moment an gern gehabt, und vielleicht auch ein wenig mehr. All das scherzhafte Flirten, die Sprüche, die er auf ihre Kosten gemacht hatte, und das freundschaftliche Necken danach - es war nicht alles vorgespielt gewesen. Und wie schnell konnte die Gelegenheit vorbei sein, die sich einem bot?
Vorsichtig legte er eine nasse Hand ganz sanft auf ihre Wange, kam ihrem Gesicht noch ein kleines bisschen näher und sah sie fragend an.

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Finbar

Geändert durch Finbar (25.09.2018 11:10)

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RoisinDubh

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel IX [Re: Finbar]

Kára zuckte unmerklich zusammen, als Finbar seine Hand auf ihre Wange legte. Aber der erste Schreck verschwand mit einem Wimpernschlag. Es fühlte sich merkwürdig vertraut an, und waren sie das nicht auch? Vertraut? So viel hatten sie gemeinsam durchgestanden, gelacht, geweint, gekämpft, viel verloren, zu wenig gewonnen.
Sie war sich Finbars Nähe deutlich bewusst und sie konnte die Frage in seinen Augen ahnen. Nur allzu sehr wurde ihr klar, dass allein der Gedanke, sich am Ende der Reise von ihm zu verabschieden, sie mehr bedrückte als sie zu Beginn der Reise hatte ahnen können. Und wenn er sie so ansah...
"Und... was für eine Idee ist das?"
Den Gedanken an Ailin versuchte sie zu verdrängen. Wenn die sie hier sehen könnte, würde sie wohl Mahals Hammer schultern und schnurstracks aus den Hallen zurückmarschieren, um ihrer Freundin den Hammer über den Kopf zu ziehen.

"Mahal hat uns Zwerge hart und ausdauernd gemacht. Unsere Knochen sind wie der Fels, aus dem er unsere Väter formte, und in unseren Adern fließt das Blut heißer als flüssiges Gold.“ - Kára

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Finbar

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel IX [Re: RoisinDubh]

Ein Glitzern erschien in Finbar's Augen, als er sich noch weiter zu Kára hinab beugte und ihr einen sehr zarten, beinahe berührungslosen Kuss auf die Lippen gab. Ganz genau beobachtete er die Reaktion der Zwergin, sah zuerst Furcht und dann Entschlossenheit in ihren Augen, und schließlich, wie sie diese schloss und ihrerseits das Gesicht etwas näher noch an das seine presste.
Im selben Moment aber, in dem dieser kleine, harmlose Kuss zu etwas Größerem werden würde, hielt Finbar inne. Er hatte eine Antwort auf seine Fragen bekommen und nun wurde ihm plötzlich ziemlich bewusst, dass sie beide ziemlich nackig hier im Wasser standen, und dass alles, was er nun noch tun würde, möglicherweise nicht mehr rückgängig zu machen wäre.
Ohne dass er sich hätte bremsen können, wanderte sein Blick über Kára's Schultern, ihr Schlüsselbein, zwischen ihre Brüste. Alles, was tiefer lag, war durch das klare Seewasser nur verschwommen zu sehen, aber Finbar war sicher, dass es alles ebenso wunderschön sein musste!
"Ich..." stotterte er ein wenig und kicherte, als er merkte, dass seine Stimme versagte. "Ich glaube, du bist, was ich gesucht habe! Also, die ganze Zeit über!" Er senkte den Blick, weil er nicht wollte, dass sie sah, wie er errötete. Es war die eine Sache, dieser Zwergin, die so eine gute Freundin geworden war, sein Herz auszuschütten. Es war etwas vollkommen anderes, es splitternackt im See stehend zu tun, in vollem Bewußtsein dessen, dass er sie begehrte wie nichts sonst auf der Welt. Finbar begann zu schwitzen, wenngleich das Wasser kühl war. Er hoffte nur, dass nicht gewisse Teile seines Körpers ihn in den nächsten Minuten hintergehen und ein Eigenleben entwickeln würden, wenn sie ihn weiter derart ansah!
"Komm schon, sag irgendwas!" bat er schließlich.

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Finbar
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RoisinDubh

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel IX [Re: Finbar]

Káras Herz schlug so laut, dass sie Finbars Worte beinahe nicht hörte.
Gesucht. Gefunden.
Kára hatte niemanden gesucht auf dieser Reise, und trotzdem hatte sie so viele gefunden, die sie nicht mehr missen wollte. Und Finbar... er war nicht geplant gewesen. Und doch war er in ihr Leben gestolpert, hatte sie ab und zu wahnsinnig gemacht, sie mehr als einmal herausgefordert, und mit einem Wort oder einem schelmischen Grinsen jeden Tag besser gemacht. Es war etwas, das ihr ein wenig Angst machte.
"Finn...", begann sie zögernd, ohne genau zu wissen, was sie sagen wollte. "Ich... du... also, du bedeutest mir wirklich viel." Bei Mahal, etwas besseres fiel ihr nicht ein? "Und die Tatsache, dass der erste Gedanke, als es um die Rückreise ging, nicht meinem Vater galt, sondern dir - die Vorstellung, dich nach all dem hier nicht mehr zu sehen, möglicherweise nie mehr - es macht mir ein bisschen Angst, Finn." Sie holte tief Luft. Was ein dummes Geschwätz, hier an diesem wunderschönen Ort, nach Finbars nahezu poetischen Worten. "Ich weiß nur, dass ich dich nicht verlieren will. Und gerade deshalb will ich nichts tun, was wir beide später bereuen könnten."
Natürlich war es beinahe lächerlich, das zu sagen. Sie standen voreinander, ohne ein Tuch am Leib, sie hatten sich geküsst, und endlich, zum ersten Mal auf dieser Reise hatten sie Zeit - es war nur logisch, wie es weitergehen sollte, aber etwas in Kára sagte ihr, dass es nicht der richtige Zeitpunkt war. Noch nicht.

"Mahal hat uns Zwerge hart und ausdauernd gemacht. Unsere Knochen sind wie der Fels, aus dem er unsere Väter formte, und in unseren Adern fließt das Blut heißer als flüssiges Gold.“ - Kára

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Finbar

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel IX [Re: RoisinDubh]

Finbar sackte ein wenig zusammen. Sie wollte ihn nicht! Sie hatte all die Phrasen benutzt, die normalerweise bedeuteten: Danke, aber Danke nein. Finbar war nicht dumm. Es hatte schon Zwergenmädchen gegeben, die ihn gemocht hatten. Und auch welche, die er gemocht hatte. Nur... noch niemals so. Nie so, wie er Kára mochte. Nie so, dass er sich wünschte, die Zeit würde stehenbleiben und sie würden einfach für alle Ewigkeit in diesem Teich stehen. Ganz offensichtlich aber empfand sie das nicht so. Der Zwerg senkte den Blick.
"Bereuen?" fragte er ein wenig bitter. "Ich würde nichts bereuen, was hier heute passieren könnte. Und..." Er schob den Schlamm am Grund des Teiches mit dem Fuß hin und her. "...naja, ich dachte, du würdest auch... Also,... Warum hast du Angst vor mir?"

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RoisinDubh

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel IX [Re: Finbar]

"Doch nicht vor dir!" Kára schüttelte den Kopf und konnte nicht fassen, welche Wendung das alles genommen hatte. "Aber es ist so viel passiert.... wie kann ich sicher sein, dass du wirklich so fühlst - dass ich wirklich so fühle? Ich habe Angst, etwas zu überstürzen, wenn alles so durcheinander ist. Verdammt Finbar, wir haben gerade Ailin beerdigt und -"
Sie brach abrupt ab. Das war zu weit gegangen. Und trotzdem konnte sie den Gedanken an Ailin nicht abschütteln. "Was würde sie von uns denken, hm?"

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DerDunkelgraue

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel IX [Re: RoisinDubh]

''Arschbombe!!!!'', brüllte eine laute, aber bekannte Stimme aus dem Gebüsch. Ein kurzes Rascheln folgte und schon kam ein ziemlich nackter, dunkelgrauer Zauberer zum Vorschein, der zum Teich rannte und anschließend rücksichtslos in diesen reinsprang, sodass das Wasser in alle Richtungen spritzte und auch Kara und Finbar traf. Platsch. Kurz darauf tauchte er mit einem Teichblatt auf dem Kopf wieder auf, und erkannte, wie die beiden ihn nur sprachlos anstarrten. Das Wasser rannte noch immer an Ardagasts langen Haaren und dem Bart herunter, während er die beiden Zwerge völlig unschuldig ansah: ''Störe ich etwa?''

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Finbar

Gefährte

Re: Die Straße gleitet fort und fort: Die Reise durch Mittelerde - One Last Time - Kapitel IX [Re: DerDunkelgraue]

Einen kurzen Moment lang schloss Finbar die Augen. Dieses Bild von einem vollkommen durchnässten, splitternackten Zauberer mit einem Teichblatt auf dem Kopf würde er wohl niemals wieder aus seinem Gedächtnis streichen können. Eigentlich war es zum Lachen, wenn nicht just im selben Moment Kára sich auf den Weg ans Ufer und zu ihren Kleidern gemacht hätte. Das Gespräch war beendet, und damit auch die Chance, die sich ihnen geboten hatte. Bedrückt starrte der Zwerg ihr hinterher. Hatte sie wirklich geglaubt, er habe Ailin schon vergessen? Hatte er denn nicht das Recht, ja sogar die Pflicht, seinem Leben wieder einen Sinn zu geben? Jemanden zu finden, den er lieben und auf den er achten konnte?
Er dachte an die Kette, die noch immer in seinen Taschen steckte. "Sie würde auf Mahal's Tischen tanzen, Kára!" beantwortete er ihre Frage, aber er tat es so leise, dass nur Ardagast es hören konnte, und der legte nur verdutzt den Kopf schief.
Schließlich wendete Finbar sich dem Zauberer zu. Sprangen da Funken kreuz und quer durch dessen nassen Bart? "Nein, du störst nicht. Du... kommst gerade recht." sagte er frustriert, deprimiert und mutlos.

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Finbar
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