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Mittelerde & andere phantastische Welten » Die Gaukler-Stube » "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn"

RzwoDzwo

Droide

"Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn"

Was geschah nach Frodos Abfahrt von den Grauen Anfurten wirklich? Hier gibt es die Antworten! Tolkien-Puristen sollten bitte nicht weiterlesen.


Die Grauen Anfurten

Es war so weit! Gleich würde Frodo Mittelerde verlassen, um in Frieden und ohne Sorgen im Westen zu leben bis zu seinem Ende. Ein letztes Mal drehte er sich noch zu seinen Freunden um. Tränenüberströmt standen sie an den Grauen Anfurten. Weint doch nicht solche Krokodilstränen, dachte er, ihr seid doch sowieso alle scharf auf meine Reichtümer. Wenn ich weg bin, teilt ihr wahrscheinlich mein "Erbe" unter euch auf, um in Zukunft keinen Finger mehr krumm machen zu müssen, ihr Sesselfurzer. Nun ja, ich schenke euch trotzdem noch mal mein schönstes Lächeln zum Abschied. Dabei fiel ihm auf, daß Sam plötzlich keine Weste mehr anhatte. Seltsam.
Bald wurden die Taue eingeholt, der Anker gelichtet, und dann segelte das Elbenschiff in den Sonnenuntergang. Eine sanfte Brise streichelte Frodos Haar, die Luft roch nach frischem Meerwasser und die Möwen sangen ein Abschiedslied. Frodo seufzte. Die letzten Tage waren schlimm gewesen. Seine Wunden hatten wieder stärker geschmerzt und die Leere in seinem Innern schien ihn gänzlich erfüllt zu haben. Nichts sehnte er mehr herbei als ein ruhiges, friedliches und unbeschwertes Leben, so wie er es früher geführt hatte, bevor Bilbo gegangen und der Ring zu ihm gekommen war.
"Na, ist dir nichts aufgefallen?" Frodo erschrak. Er hatte gar nicht gemerkt, daß Gandalf sich neben ihn gestellt hatte. "Nein", sagte er schließlich, "was soll mir denn aufgefallen sein?" Gandalf grinste. "Na, dein Gärtner und Lakai Sam - ich habe ihm die Weste weggezaubert, hihi." Frodo sah ihn mit großen Augen an. "Wieso hast du das denn gemacht?" - "Na, halt einfach so. Warum nicht?" gluckste der Zauberer. "Der Ring ist vernichtet, meine Mission erfüllt, jetzt muß ich mich nicht mehr zusammennehmen. Jetzt kann ich endlich das machen, was ich will! Bevor ich wieder völlig unter Manwes Fuchtel gerate, werde ich noch mal so richtig die Sau rauslassen. Feiern. Saufen. Und natürlich rauchen, was das Zeug hält. Ich habe dem einfältigen Peregrin seinen gesamten Vorrat an erstklassigem Pfeifenkraut abgepreßt. Ich habe dir mehrmals das Leben gerettet, habe ich zu ihm gesagt, und du willst mir aus Geiz diese kleine Wiedergutmachung verweigern? Da konnte er ja nicht anders als mir auszuhändigen, wonach ich verlangte. Tja. So ein Depp."
Frodo schluckte fassungslos. Er starrte Gandalf an und konnte gar nicht glauben, daß dies derselbe war, mit dem er die Reise durch Mittelerde unternommen hatte. Konnte man sich so täuschen?
"Werter Ringträger", erklang plötzlich eine süße Stimme hinter ihm. Es war Galadriel. Sie lächelte Frodo an. "Kommt mit, ich zeige Euch nun Euren Schlafplatz." Sie drehte sich um und schien über das Deck zu schweben. Wie damals in Lorien folgte Frodo ihr völlig verzaubert. Sie führte ihn ein paar Stufen unter Deck. "Dort werdet ihr nächtigen. Es ist ein angemessener Platz für einen Helden wie Euch." Frodo erstarrte. Hatte er irgend etwas nicht verstanden? Übersehen? Überhört? Denn - Galadriel zeigte auf eine kleine Nische unter den Stufen! "Aber... Habe ich denn keine, ich meine... keine eigene Kajüte?" stammelte er. "Nein!" antwortete Galadriel mit kalter Stimme. "Ihr werdet zum Schlafen ohnehin kaum kommen!" Sie ging. Und Frodo ahnte, daß er mit seinen Vorstellungen dieser Reise vielleicht doch etwas daneben gelegen haben könnte.


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Frodo? Hatte er nicht eben Frodo gesehen? dachte Bilbo. Nein, er musste sich getäuscht haben. Frodo war schließlich jetzt in Angmar. Ja, Elrond hatte es ihm schließlich selbst erzählt! Der Rotzjunge hatte seinen Ring verkauft und verprasste das Geld nun dort in den Tavernen und auf dem Orc-Strich.

Aber war Bilbo nicht immer gut zu Frodo gewesen? Hatte er ihn nicht behandelt wie eine eigenen Sohn? Warum war er nicht als Freund zu ihm gekommen? Egal, dachte der senile Hobbit. Hauptsache Elrond kam bald mit dem Kräutersud. Dieser verdammte Elb! Wo blieb er nur? Die Zeit für Bilbos Einlauf musste doch schon längst gekommen sein!

Mit glasigen Augen starrte Bilbo in den Sonnenuntergang und spürte weder die von der Sonne verbrannte Haut, noch die wunden Handgelenke. Seit er den Ring nicht mehr besaß, waren sein Körper und Geist immer weiter verfallen und so bekam er weder mit, dass er auf Deck an einen Stuhl gefesselt war, noch hörte er das Rasseln der Fußeisen, mit denen sein Neffe, nur einige Meter von ihm entfernt, in einem Verschlag unter der Treppe angekettet wurde.

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Geändert durch Aramir (16.04.2007 22:24)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Frodo war so perplex, daß er gar nicht auf die Idee kam, sich zu wehren. Galadriel zog Handschellen mit rosafarbener Polsterung aus Schafwolle aus ihrem Ausschnitt hervor. Normalerweise hatte sie diese in Lorien dafür verwendet, ihren Gatten an das Tor zu ketten, wenn bei diesem wieder mal die Gefahr bestand, daß er ihr total zugedröhnt die Flets vollkotzte. Wo hatte er das Zeug nur immer her? Wie dem auch sei - der Hobbit mußte fixiert werden, damit er nicht in Versuchung kam, ihre ganzen Vorräte an Lembas und Miruvor zu vertilgen. Der Appetit von Hobbits war schließlich berühmt berüchtigt und ihre Reise noch lang. Frodo schaute die Elbe mit großen, blauen Augen an, die vor Erstaunen aus den Höhlen heraustraten. Da lächelte Galadriel: "Keine Angst, kleiner Freund, zum Putzen wirst du regelmäßig befreit werden." Sie warf ihm noch eine zerlumpte Decke vor die Füße und machte sich wieder auf den Weg nach oben. Hier unten war die Luft recht schlecht.

An Deck saß der alte Bilbo, völlig verschrumpelt und mit unzähligen abgestorbenen Gehirnzellen. Tja, an ihm konnte man sehr schön die Wirkung des Ringes sehen - nämlich, wenn sie nicht mehr da war. In Bruchtal hatte er als Anschauungsobjekt für mehrere elbische Medizinstudenten gedient, die den geistigen und körperlichen Verfall der Sterblichen im Alter studierten. Gott sei Dank hatte er davon nichts mitbekommen. Und auch seine Gedichte fanden großen Anklang bei Comedy-Festivals. "Die sind so schlecht, daß sie schon wieder gut sind", war der gängige Kommentar dazu, während sich die Elben vor Lachen die Bäuche hielten. "Laßt ihn ruhig in dem Glauben, daß seine Schreiberei gut ist, damit wir weiterhin vergnügt in den Bäumen sitzen und lachen können."

Endlich kam Elrond mit dem Einlauf. Schon zu lange hatte Bilbo auf ihn gewartet und hatte wieder angefangen, Kaspar-Hauser-mäßig mit dem Oberkörper vor und zurück zu wippen. "Bist du schließlich doch noch gekommen,... äh, na... wie war doch gleich der Name?" - "Elrond!" sagte der Elb und verdrehte dabei genervt die Augen.


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Er löste Bilbos Fesseln und dachte daran, wie lange er gebraucht hatte das Rezept für den Sud zu ermitteln. Angefangen hatte er mit den glibberigen Pilzen, die an den feuchten Kellerwänden in seinem Haus in Bruchtal wuchsen. Elrond hatte sie zusammen mit vertrockneten Simbelmyne aufgekocht und mit Nagetierinnereien eingedickt. Doch die Tauben, denen er den Stoff zu erst eingeflöst hatte, waren alle verreckt. Ein Umstand der ihn jedoch nicht gestörte hatte, denn er hasste all das Federvieh. Anders als Galadriel, die war immer gut zu Vögeln.

Irgendwann war ihm der Einfall gekommen, die viskose Flüssigkeit mit Trolldung zu strecken und so hatte er die endgültige Mischung gefunden. Trolldung war nur vorsichtig zu handhaben, denn er durfte nicht der Sonne ausgesetzt werden, sonst wurde er sofort steinhart und war nicht mehr zu gebrauchen.

Er nahm den ausgehöhlten Mumakil-Stoßzahn, den er aus seiner Kajüte mitgenommen und in den er den grün-braune Sud gefüllt hatte. Mit einem "Plopp" entkorkte er die Spitze. Das Zeug war wirklich Klasse, freute er sich. Alle gingen davon aus, das Bilbos Senilität davon herrührte, dass er den Ring nicht mehr besaß. Nur der Halbelb wußte, das dies seine Einläufe bewirkt hatten und das der alte Hobbit davon zum willenlose Junkie geworden war. Die anderen glaubten sogar, es handele sich um eine Heiltinktur, die er dem Halbling regelmäßig reinpumpte. Das Beste war, dass Bilbo durch die Einläufe wenigstens nicht so kotzte wie Celeborn, wenn er diesem was davon in den Wein schüttete.

Elrond träumte schon von all den Stirnreifen, die er sich mit dem Gold, das er bald beim Dealen verdienen würde, kaufen würde. Wenn ich das andere Pack erstmal im Westen losgeworden bin kehre ich nach Mittelerde zurück und werde meine Herrschaft beginnnen. Der Sud wird mir alles ermöglichen! Nur einen neuen Namen werde ich brauchen, grübelte er, bis er plötzlich einen Einfall hatte: Ich werde als Agé Ntsmíth die Völker Mittelerdes unterwerfen und knechten!

Gedankenverloren drückte er Bilbo nach vorne führte ihm den Stoßzahn ein. Immer wieder erstaunlich wie weit das Teil reinpasst, wunderte er sich, während die schleimige Brühe in den Hobbit floss.

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Geändert durch Aramir (20.04.2007 08:55)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Der Hobbit verkrampfte sich erst, bevor ein seliger Ausdruck sich auf seinem Gesicht breitmachte. Die Pilze des Suds enthielten halluzinogene Substanzen, die mit einer rasenden Geschwindigkeit über die Darmwand in die Blutbahn gelangten. Die Sonne, die schon tief am Horizont stand, verwandelte sich. "Saurons Auge!" sagte er geistesabwesend. "Dieser verfluchte Frodo! Hätte ich ihm nur nie den Ring gegeben! Aber der alte, graue Sack wollte es ja so. Da haben wir den Salat! Jetzt sitze ich hier in der Kutsche, von braunen Faunen gezogen, und reite direkt nach Mordor! Undank ist der Welten Lohn!" Sein Kopf sank auf die Brust und bald darauf schnachte er laut. Nun begann Elrond damit zu überlegen, was er morgen für seine "Kur" von dem alten Hobbit verlangen sollte. Eventuell würde eine Rückenmassage der Preis sein. Mit seinen zittrigen Händen war Bilbo ein exzellenter Masseur, der sogar seinen handgetriebenen Massagestuhl übertraf. Den hatte er einst vor 130 Jahren von Thranduil geschenkt bekommen. Elrond mußte ihm damals versprechen, daß er ihn dabei unterstützte, seinen mißratenen Sohn groß herauszubringen, auf daß Lieder gesungen und Gedichte über ihn vorgetragen würden in der kommenden Zeit. Mit Zähneknirschen hatte Elrond zugestimmt. Zu verlockend war der Massagestuhl gewesen, und oft hatte Arwen die Kurbel gedreht, während er einfach dagelegen hatte und seinen bandscheibengeplagten Rücken entspannt hatte. Das ging ja nun nicht mehr. Die blöde Göre mußte ja unbedigt diesen dreckigen Waldläufer heiraten, den man 30 Meilen gegen den Wind riecht. Egal, jetzt hatte er ja Bilbo und Frodo.

Als die Sonne langsam hinter dem Horizont versank, trug man Bilbo unter Deck und fesselte ihn wieder an den Stuhl. Für heute hatte er genug frische Luft geschnappt. Man mußte aufpassen, daß er nicht zu viel Sauerstoff abbekam, sonst könnte der Sud nicht mehr seine volle Wirkung entfalten.

Frodo kauerte derweil immer noch angekettet unter den Stufen. So langsam hatte er begriffen, daß dies kein Alptraum und keine Wahnvorstellung war, wie er sie in Mordor des öfteren gehabt hatte. Dies war die Wirklichkeit. Dies alles passierte. Es war echt. Und dennoch fühlte es sich an wie eine gigantische Illusion, erweckt vom Dunklen Herrscher, von Sauron. Er seufzte, und still kullerte ihm eine Träne über die Wange.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Auf hoher See

Die Nacht war schrecklich. Es war dunkel und zugig, und immer wieder hörte man etwas rascheln, was man nicht sehen konnte.
Als der nächste Morgen anbrach, hatte Frodo so gut wie nicht geschlafen. Fahles, staubiges Licht drang durch die Bretter über ihm und ließ ihn ahnen, daß es ein sonniger Tag werden würde. Aufheitern konnte ihn dies jedoch nicht. Müde und niedergeschlagen lehnte er an der Wand, den freien Arm schlapp am Boden hängend. Sein Handgelenk schmerzte und war stark gerötet. Zwar dämpfte die Schafwolle den Druck seiner Handfessel, allerdings war sie unglaublich kratzig, und der nun aufkommende Juckreiz schier unerträglich. Um wenigstens ein bißchen Frühsport zu betreiben, benutzte er seinen bepelzten Fuß, um sich zu kratzen. Seine Fußnägel hatte er lange nicht mehr abgekaut, so daß diese sich nun ausgesprochen gut dafür eigneten. In diesem Moment kam Galadriel zu ihm hinunter.
"Guten Morgen, kleiner Hobbit!" sang sie. "Hier habe ich dein Frühstück. Du wirst es brauchen für dein Tagwerk." Sie stellte ihm eine Schüssel mit trockenem Lembas und ein paar seltsam aussehenden Pilzen sowie einen Krug mit Wasser vor die Füße.


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Trotz seines Durstes schüttete Frodo sich das Wasser über die Füße. Das kalte Nass linderte den Juckreiz. Die Fußhaare waren mal wieder völlig verfilzt und die Milben und Fußläuse, die sich darin breitgemacht hatte waren die Hölle!

Ohne Wasser, musste er das Lembas nun trocken herunterwürgen und nur die schleimigen Pilze machten es etwas leichter. Galadriel war auf die Pilze, in einer feuchten Ecke, unter Deck gestoßen und dachte, dass sie gut genug für Frodo sein müssten. Was die Elbin nicht wußte war, dass Elrond die Pilze dort für seinen Sud züchtete.

Nach seinem Mahl fühlte Frodo sich etwas besser. Während er zum Nachtisch an einem großen Zehennagel knabberte, hörte er die lallende Stimme Celeborns auf Deck. Der Hobbit lauschte und obwohl er nichts verstehen konnte, hatte er plötzlich das Gefühl, dass sich das Lallen in ein gurgelndes, würgendes Geräusch verwandelte.

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Geändert durch Aramir (30.04.2007 23:44)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Kurze Zeit später kam Galadriel herunter und befreite Frodo von seinen Fesseln. "Die brauchst du jetzt nicht mehr", sagte sie, und stopfte sich die Handschellen wieder in ihren Ausschnitt. Lächeld streckte sie ihm die Hand entgegen. "Komm mit an Deck, ich habe eine Aufgabe für dich." Frodo ergriff die Hand, und gemeinsam gingen Sie die Stufen nach oben. Die Luft war wirklich stickig gewesen, und Frodo war froh, als ihm endlich wieder die kühle Meeresluft entgegeschlug.

Es dauerte eine Weile, bis sich Frodos Augen an die Helligkeit gewöhnt hatten. Als er wieder alles ohne einen dunklen Schleier sehen konnte, ahnte er schon, warum Galadriel ihn befreit hatte. Celeborn hing kreidebleich über der Reling und fütterte die Fische. Grüne und braune Brocken, von einer zähen, schleimigen Suppe umhüllt, platschten ins Wasser. Doch leider hatte er es nicht rechtzeitig geschafft. Denn ein paar Schritte von der Reling entfernt begann die erste Ladung Erbrochenes schon langsam zu trocknen. Frodo hielt sich angewidert die Hand vor den Mund und wurde selber blaß. "Los, putz das weg!" befahl Galadriel ihm. "Immerhin reist du hier ohne bezahlt zu haben mit, da mußt du wenigstens arbeiten!" Frodo schaute zu ihr hoch und setzte dabei den mitleiderregensten Hundeblick auf, den er draufhatte, aber es half nichts. Die Herrin von Lórien zeigte ihm mit einem Kopfnicken an, daß er nun endlich anfangen solle.

Es seufzte tief, ehe er sich Eimer und Lappen holte, die schon bereitgestellt waren. Widerstrebend kniete er sich neben Celeborns Kotze und begann, die Sauerei aufzuwischen. Der Gestank war fast unerträglich und erinnerte ihn an den dunklen Tunnel, in dem Kankra gehaust hatte. Immer wieder mußte er seinen eigenen Würgereiz unterdrücken. Das einzig gute an dieser Arbeit war, daß er auf dem Boden kniend und rutschend sich die ganzen Milben mal von den Füßen schrubben konnte. Als er fertig geputzt hatte, konnte man die Stelle noch genau ausmachen: Hier kreuchte und fleuchte es wild umher. Am besten sollte dort niemand hineintreten. Egal, dachte Frodo, und wandte sich achselzuckend um.

In diesem Moment trat Elrond völlig entgeistert an Deck. Wild fuchtelte er in der Luft herum. "Wo sind sie, wo sind sie, mein Schatzzzz, mein Schatzzz? Sie sind unsere, sie sind's, und wir wollen sie! Die Diebe, die Diebe, die dreckigen kleinen Diebe! Wo sind sie mit meinem Schatz? Verflucht seien sie! Wir hassen sie!" Dabei wurde sein Blick immer irrer und sein Kopf schwankte von einer Seite zur anderen. Galadriel kam herbeigeeilt. "Was ist denn? Was bedrückt dich?" - "Meine Pilze! Jemand hat sie gestohlen!" jammerte er. Dann schlug er die Hände vors Gesicht und fing herzerweichend an zu schluchzen.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Galadriel war das ganze Gehabe Elronds sichtlich peinlich. Vor allem sollte Frodo nicht mitbekommen, was der Herr von Imladris eigentlich für ein Weichei war. So herrschte sie den Hobbit an: "Was machst du noch hier oben und glotzt blöde wie die Kuh beim Gewitter? Geh nach unten und leere meinen Nachttopf!" Dann wandte sie sich wieder dem heulenden Elben zu. "Wein doch nicht, kleiner Elrond", versuchte sie ihn zu trösten und nahm ihn dabei mütterlich in den Arm. "Es wird schon alles gut werden. Wir werden neue, noch schönere Pilze züchten." Elrond schüttelte den Kopf und wischte sich die Tränen mit seinem langen Ärmel aus dem Gesicht. "Nein, es wird nie wieder so gute Pilze hier geben. Sie waren von vollendeter Wirkung und perfekt für meine Zwecke. Ach weh..."

Währenddessen war Frodo in Galadriels Kajüte hinunter gestiegen und versuchte, in der Düsternis den Nachttopf unter der Pritsche hervorzuziehen. Aber irgendwie kam es ihm so vor, als gehorchte sein Körper nicht mehr ganz seinem Willen. Mehrmals versuchte er den Topf am Griff zu packen, und mehrmals faßte seine Hand ins Leere. "Bei Elbereth und Luthien, was ist das hier für eine Scheiße!" fluchte er. Doch schließlich gelang es ihm noch, auch wenn ein wenig überschwappte und über seine Hand auf dem Boden tropfte. Er beugte sich darüber, faßte den Topf an beiden Griffen und wollte ihn hochheben, als er eine seltsame Veränderung des Inhalts bemerkte. Er schaute genauer. Und sah etwas, von dem er angenommen hatte, es nie wieder zu sehen.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Von Innen heraus strahlte der Topf in hellem Gelb und ließ Galadriels Kajüte funkeln. Dann wandelte sich das Bild. Es war nicht mehr nur ein Leuchten zu sehen, sondern Umrisse einer Landschaft, Hügel, Bäume und Wasser. Hobbingen! Wie war das möglich? Frodo wischte sich mit der Hand über die Augen, weil er dachte, von einem Trugbild seines eigenen Verstandes getäuscht worden zu sein. Dabei kam ihm etwas Urin, was noch auf seiner Hand perlte, zwischen die Lider, und brannte fürchterlich in seinen Glubschern. Er zog scharf die Luft ein und fühlte sich sofort an Mordor mit seinen beißenden Dämpfen erinnert. Glücklicherweise lag dieser Abschnitt seiner Reise weit hinter ihm. Obwohl, wenn er seine Situation jetzt hier auf dem Schiff in den Westen überdachte, war es in Mordor doch nicht ganz so schlecht gewesen. Wie dem auch sei, er ignorierte den Schmerz in seinen Augen und wandte sich wieder dem Bild im Nachttopf zu. Der Beutelhaldenweg war zu sehen. Sam stand vor seiner Höhle, die schwangere Rosi und die Kinder an seiner Seite. Er hatte seinen Rucksack aufgeschnallt. Mehrere Kochutensilien waren daran befestigt, ebenso ein Seil und eine aufgerollte Decke. Anscheinend brach er gerade zu einer längeren Reise auf. Frodo beugte sich tiefer, und tatsächlich konnte er leise Stimmen hören.

"Geh nicht!" preßte Rosi unter Schluchzen hervor. "Du kannst mich doch nicht so alleine lassen, in meinem Zustand! Und denk doch an die Kinder! Sollen sie denn ohne Vater aufwachsen? Möchtest du das?" Sam seufzte und wischte Rosi die Tränen aus dem Gesicht. "Natürlich nich", sagte er sanft, "aber ich hab keine andre Wahl. Ich hab ihn einfach so lieb. Ich kann nich ohne ihn. Würd ich hierbleiben, würd ich zugrunde gehn. Für genug Nachwuchs hab ich ja jetz gesorgt, meine Gene werden weiterleben, hier hält mich nix mehr! Mach es gut, meine Liebe! Du wirst bestimmt bald einen andren finden. Der nette Mosco Lochner hat sowieso ein Auge auf dich geworfen, ich hab auch schon mit ihm verhandelt", hier griff Sam in seine Tasche und fühlte die Goldmünzen, die Mosco ihm gegeben hatte, "er wär bereit, sich um dich zu kümmern. Es wird also alles gut." Rosi sah ihren Gatten entsetzt an. "Mosco Lochner? Der mit dem hängenden Auge und der weichen Birne?" - "Genau der, er ist ein guter Kerl! Daß du mir keine Schande machst, gell! Und nun leb wohl!" Sam küßte seine Rosi auf die Wange, umarmte jedes seiner Kinder und schlug dann den Weg Richtung Michelbinge ein. Er drehte sich nicht noch einmal um.

Das Bild verschwand aus dem Nachttopf und man konnte wieder nur gelbe Flüssigkeit und braune Klumpen darin sehen. Frodo saß wie gelähmt davor und konnte gar nicht fassen, was er soeben gesehen hatte. Sollte dies alles wirklich geschehen sein oder war es irgendeine Teufelei gewesen? Wie konnte Sam nur seine Rosi verlassen? Warum? Warum? Plötzlich drehte sich alles und die Wände schienen auf ihn einzustürzen. Mit einem Mal kreidebleich im Gesicht verdrehte er die Augen, bis alles um ihn herum schwarz wurde. Dann wußte er nichts mehr.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Auf dem Weg zu den Grauen Anfurten

Einen genauen Plan, wie er zu seinem Herrn kommen sollte, hatte er nicht. Aber das war ihm egal. Sein Entschluß war gefaßt, und nur der Tod konnte ihn umstürzen. Als er den ersten Hügel zwischen sich und Rosi und den Beutelhaldenweg gebracht hatte, atmete er tief durch. Süß und frisch erschien ihm die Luft. "Endlich frei!" sagte er zu sich selbst. "Herr Frodo, ich bin bald bei dir! Dein Sam ist bald da, und dann können wir wieder zusammen über die grünen Wiesen laufen wie damals, kurz nachdem uns Tom Bombadil aus den Hügelgräbern gerettet hat!" Die Vorfreude darauf zauberte ihm ein breites Grinsen ins Gesicht. Doch halt, nicht so schnell, Sam Gamdschie, dachte er. Denk Schritt für Schritt. Eins nach dem andern. Zuerst mußt du die Grauen Anfurten erreichen. Dann sehen wir weiter.

Nach ein paar Tagen war er endlich angekommen. Oben am Himmel schrien die Möwen und ein kühler Wind blies ihm die salzige Seeluft ins Gesicht. Das rötlich schimmernde Meer lag ruhig wie ein leuchtender Teppich vor der sinkenden Sonne. Alles war friedlich. Fast schon zu friedlich, dachte sich Sam. Erst jetzt fiel ihm auf, daß er bisher noch keinen Einwohner von Mithlond gesehen hatte. Einsam lag nur ein einziges Schiff am Landungssteg vertäut und schaukelte langsam auf dem Wasser. Seltsam, dachte er, und wandte sich um. Sorgfältig suchte er nach Lebenszeichen in den Häusern und Gassen, aber weder konnte er jemanden am Fester stehen sehen noch war auch nur ein Schritt auf den glatten Steinen der Stadt zu hören. Schließlich nahm er allen Mut zusammen und rief mit lauter Stimme: "Hallo, ist hier jemand? Kann mir jemand helfen?" Stille. Keine Antwort. "Hallo?" Langsam kam ihm das ganze unheimlich vor. Es mußte doch jemand hier sein! So schnell konnte seine Reise doch noch nicht zu ende sein. Was sollte er denn nun tun? Zu Rosi und seinen Gören zurückkehren? Nein, niemals! Diese Schmach würde er nicht überstehen. Niedergeschlagen ließ er den Kopf hängen und seufzte tief. So stand er einige Zeit da, ein Häufchen Elend vor der untergehenden Sonne. Mehrere Minuten vergingen, und sein schleppender Verstand hatte sich immer noch nicht für das weitere Vorgehen entscheiden können.

Endlich kam ihm ein Gedanke. Mit der flachen Hand schlug er sich an die Stirn und war wieder mal von seiner eigenen Begriffstutzigkeit überhaupt nicht überrascht. "Samweis, was ist los mit dir! Da liegt ein Schiff! Hier müssen Leute sein! Geh hin und sieh nach!" Als er auf den Steg gegangen war und gerade das Schiff betreten wollte, entdeckte er einen Zettel, der gut sichtbar an die Reling genagelt war.

"Unerschrockene Mannschaft gesucht. Wir segeln nach westen. Angemessene Entlohnung. Anmeldung beim Kapitän im nahegelegenen Wald."

Sam klatschte vor Freude in die Hände. "Das ist es! Jetzt muß ich nur noch den Kapitän finden und alles wird gut!" Und schon machte er sich auf die Suche.


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Geändert durch RzwoDzwo (03.06.2007 20:54)

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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Sam ging eine Weile, bis er den nahegelegenden Wald erreichte. Wo soll ich hier nur jemanden finden? dachte er.

Während er sich fragend umschaute, hörte er plötzlich Stimmen und das Klappern von Hufen. Mit Schrecken dachte er an die schwarzen Reiter und hechtete hinter ein Gebüsch. Das Klappern kam zuerst näher, entfernte sich jedoch wieder in die entgegengesetzte Richtung. Nach einem Moment der Stille, hörte Sam dafür ein klatschendes Geräusch, dass von einem Stöhnen gefolgt wurde.

Der Hobbit zitterte und verharrte wie gelähmt in seinem Gebüsch. Vor seinem geistigen Auge erschienen ihm furchtbare Szenen von Blut und Folter. Irgendwann, da die Geräusche nicht aufhörten, siegte jedoch die Neugier des Halblings. Lautlos schlich er zu der Quelle des Stöhnens, das von einer Lichtung kam.

Vorsichtig drückte er einen Ast zur Seite. Sams ganzer Körper versteifte sich, bei dem was er dann sah: Ein quasi nackter Faun mit komischen Pinselohren, lies sich, von einem Seemann, mit einem roten Schaal auspeitschen. Ein anderer Matrose hielt einen aufgespannten Schirm über den Faun, als ob er diesen vor Regen oder Schnee schützen wolle.
Sam starrte eine lange Zeit gespannt auf die Szenerie, so dass er den riesigen Mann nicht näher kommen hörte und ihn erst bemerkte, als sich die Spitze eines Dolches in seinen Rücken bohrte. Erschrocken schrie er auf und fing er an zu stottern: "Ich, ich, ich...." Der Mann stieß den Hobbit vorwärts in die Lichtung und Sam fiel vornüber auf den Boden. "Ich habe hier einen Schnüffler, Käptn'" rief der Hühne und der Faun blickte überascht auf Sam, der mit dem Gesicht in einem Fladen gelandet war, der von einem Reh oder Pferd stammen mochte.

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Geändert durch Aramir (07.06.2007 21:02)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

So dachte Sam. Doch der Faun schrie schrill auf: "HEEEE, was macht es denn? Mein schöner Haufen! Ich habe ihn mit so viel Liebe gemacht! Es war ein Kunstwerk, wie es kein zweites geben wird! Und es legt sich einfach mit seinem Kartoffelgesicht hinein? Pfui Spinne!" Wütend stampfte der Faun mit einem Huf auf, daß die Erde bebte. Sam hatte sich inzwischen hochgerappelt. "Es... es tut mir sehr leid, schuldigung, ich hab das nich gewußt, nee, schuldigung!" stammelte er. Daß er rot wurde konnte man nicht sehen, denn er hatte ja das ganze Gesicht voller Stuhl. Der Faun rümpfte die Nase. "Erich", befahl er dem Hünen, "gib ihm dein Seidentuch, damit es mich nicht mehr mit der verschmierten Visage belästigt!" Widerwillig wurde Sam das Tuch gereicht, mit dem er sich den Kot aus dem Gesicht wischte.

Lange musterte der Faun ihn danach. Schließlich fragte er: "Was ist es, und was macht es hier draußen?" Sam trat nervös von einem Bein auf das andere. So hatte er sich den Kapitän wirklich nicht vorgestellt. Aber er war seine letzte Chance auf eine Fahrkarte in den Westen zu Herrn Frodo. Also gab sich Sam einen Ruck und sprach: "Mein Name ist Sam und ich bin ein Hobbit. Ich habe den Anschlag am Boot in den Grauen Anfurten gesehen und wollte der Mannschaft beitreten." Erstaunt zog der Faun die Augenbrauen hoch. "So? Nun ja. Wir können noch Arbeiter brauchen auf dem Schiff. Hm..." Er kratzte sich nachdenklich am Kopf. "Also gut, es kann mitmachen. Um gegen die schneidende Seeluft gewappnet zu sein, muß es aber einen Tag vorher einen Schutz auf die Wangen auftragen. In meiner Gegenwart dulde ich nämlich keine wettergegerbten Gesichter. Auf ein Nicken des Fauns gab der Hühne Sam eine Dose mit einer Salbe. "Und was soll ich jetzt damit machen?" fragte der Hobbit. Der Faun seufzte genervt. "Es soll sich die Haut mit der Lotion einreiben!"


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der Faun hatte die Lotion einem komischen Elben mit Stirnreif abgekauft. Das Spitzohr hatte ihm gesagt, dass die Salbe bei Hobbits zu Wahnvorstellungen und Apathie führe. Zwar wusste der Faun seinerzeit nicht was er damit anfangen sollte, aber er nahm trotzdem gleich vier Tigel. Bis zum heutigen Tag hatte er eben seine Hämorrhoiden damit eingerieben und denen hatte die schleimige Masse gut getan.

Sam nahm die Lotion und schmierte sich das Gesicht ein, bis ihm schummrig wurde. Plötzlich glaubte der Hobbit vor sich einen tanzenden Faun in gelben Strapsen zu sehen. Selbstverständlich war dies nur die Wirkung der Salbe und eine Wahnvorstellung. Der Faun trug nämlich in Wirklichkeit rosa Strapse und tanzte vor dem Hühnen.

Zufrieden mit seinem Kauf befahl der ziegenartige Kapitän den Halbling mitzunehmen und zum Schiff zurückzukehren. Daraufhin packte Erich Sam, warf ihn sich über die Schulter und der ganze Tross machte sich auf den Weg zum Hafen.

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Geändert durch Aramir (14.06.2007 19:51)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Sam fühlte sich überhaupt nicht wohl auf der Schulter des Hünen. Bei diesem Hin- und Hergeschaukel wurde ihm ganz übel. Er fragte sich, wie das erst auf dem Schiff werden sollte. Als sie am Hafen angelangt waren, konnte sich Sam nicht mehr beherrschen und kotzte Erich direkt in seine langen braunen Haare, die dieser zu einem neckischen Pferdeschwanz zusammengebunden hatte. Der bösartig aussehende Kerl, der hinter Erich gelaufen war, bemerkte dies und lachte. "Der Gnom hat ein Bäuerchen gemacht - direkt in deine Haare!" Der Hüne zuckte zusammen. "Was sagst du da, Detlef?" Unsanft setzte er Sam auf dem Boden ab und sah sich das beschmutzte Ende seiner Haarpracht an. "Iiih, das ist ja total eklig! Und ich hatte mir sie doch gerade erst für heute abend gepudert, wie es der Kapitän befohlen hatte!" Hastig ging Erich zum Wasser, um sich den Dreck abzuwaschen. Dies dauerte lange, denn das Erbrochene von Hobbits hat bekanntlich einen besonders hohen Klebfaktor. Wie er also so da kniete und sich säuberte, kamen auf einmal unzählige Fische angeschwommen, um sich an den schmackhaften Brocken zu laben.

Der Faun hatte das ganze Spektakel vom Schiff aus beobachtet und stieß nun einen Schrei aus. "Was hat es da gemacht, was hat es da gemacht!" Ekstatisch hüpfte er von einem Huf auf den anderen. "Ein toller Einfall! Daß wir da nicht früher drauf gekommen sind! So können wir völlig entspannt den Proviant für unsere Reise fangen!" Als Detlef dies hörte, hellte sich seine häßliche Miene auf. "Dann muß ich also nicht mehr ins Wasser pupsen und vorher dieses scheußliche Zeug essen?" - "Nein, mußt du nicht. Und wir werden unserem neuen Besatzungsmitglied dankbar dafür sein. Ich habe auch schon eine Idee, wie wir uns erkenntlich zeigen könnten." Verschmitzt zwinkerte der Faun Sam zu, der immer noch völlig bleich im Gesicht war.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Währenddessen auf dem grauen Schiff

Gandalf trat an Deck, streckte sich und gähnte ausgiebig. Er hatte eine ruhige, erholsame Nacht verbracht, ohne von Sorgen geplagt oder Hobbits genervt zu werden. Der junge Tag lag ihm zu Füßen! Gemütlich schlenderte er über das Schiff und genoß die frische, feuchte Seeluft. Nur etwas störte ihn. Ein sehr blaß aussehender Elb hing schlaff über der Reling und an seinem Mund klebte eine grüne, stinkende Pampe.
"Hast du wieder dein Bewußtsein erweitert?" fragte der Zauberer angewidert. Celebron grinste müde, war aber in seiner derzeitigen Lage zu einer über ein "Joh, Alter!" hinausgehenden Konversation nicht fähig. Gandalf schüttelte verständnislos den Kopf. Er zündete seine Pfeife an und bließ einen großen Ring aus Rauch in die Luft. "Du solltest die Finger davon lassen", sagte er, "so etwas kann abhängig machen, mein Freund." Gandalf stutzte. Was redete er da? Es war ihm doch im Grunde vollkommen egal, was mit dem Elb geschah! Schulterzuckend schlenderte er weiter. Eine Weile stand er am Bug und blickte vertäumt hinaus aufs Meer. Ich habe die Welt eigentlich gerettet, schoß es ihm aus einem unerklärlichen Grund durch den Kopf. Ich bin der König der Welt!

Plötzlich bemerkte er ein leichtes Jucken an seinen Füßen, das beständig stärker wurde. Er verlagerte sein Gewicht auf ein Bein und schabte mit der Oberseite seines anderen Fußes an seiner Wade. Dann blickte er hinab - und stieß einen erschrockenen Schrei aus! An seinen Füßen und Beinen wimmelte es von Getier, das sich schon kleine Gänge in seine Haut zu graben versuchte. Gandalf raffte sein Gewand und rannte wie ein aufgescheuchtes Huhn hin und her. "Helft mir, helft, mir", jammerte er, "meine schönen Strapse! Legolas hat sie mir eigenhändig geknüpft! Sie sollen nicht von Maden zerfressen werden!"


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GinosGirl

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Na wie gehts denn nun weiter mit den von Legolas geknüpften Strapsen?? *gespanntwieeinregenschirm*

Eure Arbeitsmoral lässt sehr zu wünschen übrig...

(Dieser Post dient dazu, zu verhindern, dass diese wirklich geniale Story ins Archiv verschwindet...)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: GinosGirl]

Galadriel riß erschrocken die Augen auf und eilte herbei. "Mögen die Valar uns beistehen! Bei Eru, das ist ja ekelerregend! Die hat Legolas geknüpft? Der Junge hat ja überhaupt keinen Geschmack!" Gandalf hüpfte immer noch mit exponentiell steigendem Adrenalinspiegel hin und her. "Tu doch was," flehte er, "ich möchte diese Strapse nicht verlieren - zu viel habe ich dafür bezahlt, und nicht nur mit Gold!" Galadriel zuckte gleichgültig mit den Schultern, schnappte sich den Putzeimer und schüttete dessen Inhalt kurzerhand auf Gandalfs Beine. Fassungslos starrte der Zauberer auf seine Unterschenkel, an denen nun Celeborns Kotzbröckchen klebten, während seine Füße in einer Tunke aus schmutzigem Wasser und flüssigem Mageninhalt standen. Immerhin, es zeigte Wirkung. Die Pilzextrakte waren noch unverdaut genug, daß sich die Maden mit Begeisterung von den Strapsen hinunter in die Pfütze stürzten und begierig tranken.

Eine ganze Weile bekam Gandalf keinen Ton heraus, und Galadriel begann schon, gelangweilt zu gähnen. Schließlich hauchte er: "Was hast du gemacht? Wie soll ich denn das wieder sauber kriegen? Das schaffe ich niemals bis zu unserer Ankunft! Wehe, hätte ich doch noch ein Ersatzpaar dabei!" Doch Galadriel beruhigte ihn: "Ach mach dir doch keine Sorgen, das läßt sich schon wieder rauswaschen." Dann rief sie nach Frodo.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Frodo befand sich inmitten von dunklem, kaltem Nebel und spürte, wie unsichtbare Hände nach ihm griffen. Panisch versuchte er sich zu wehren, doch die Klauen schlossen wie ein Schraubstock fest und erbarmungslos um seine Arme. "Frodo!" schallte es dumpf aus weiter Ferne. "Frodo!" Ein harter Schlag traf ihn ins Gesicht und ließ vor ihm Sterne tanzen, als er langsam die Augen öffnete. Er lag in schummerigem Licht auf dem Boden einer Kajüte. Über ihm stand Galadriel und preßte wütend die Lippen aufeinander, so daß sie nur noch als schmaler Strich zu sehen waren. "Du sollst hier nicht schlafen", keifte sie, "du sollst meinen Nachttopf ausleeren!" Frodo richtete sich langsam auf und legte den Kopf in seine Hände, um seinem peinigenden Schwindel Herr zu werden. Die Herrin von Lórien sah ihn durchdringend an und stemmte die Hände in die Hüften. "Oder hast du etwa zu tief in meinen Nachttopf gesehen? Das solltest du nicht tun! Ich habe gesagt, du sollst ihn ausleeren, nicht hineinstarren! Nun ja, jetzt weißt du bescheid. Wenn du wieder aufstehen kannst, leere den Topf und komm nach oben, da hast du nicht richtig geputzt. Das ganze Deck ist noch dreckig! Und danach hat Gandalf eine Sonderaufgabe für dich."


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RzwoDzwo

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Galadriel stolzierte wieder hinaus und ließ Frodo alleine zurück. Er lehnte schweißgebadet und erschöpft an der Wand und rieb sich die Schläfen. Eine Sonderaufgabe? Was sollte das schon wieder sein? Und wieso sollte er nicht richtig geputzt haben? Er wußte genau, daß das Deck sauber gewesen war, als er hier hinunter gegangen war. Langsam zog er sich an Galadriels Schminktisch hoch und kam schwankend auf die Beine. Mit zitternden Knien stieg er die Stufen empor, sich immer mit den Händen an der Wand abstüzend, um nicht umzufallen. Schließlich war er an Deck. Gandalf lehnte an einem Faß und sah aus wie ein Häufchen Elend. Sein Gewand war hochgeschoben und entblößte seine roten Beine. Roten Beine? Frodo mußte immer noch fantasieren, der Zauberer hatte doch nie und nimmer rote Beine! Frodo torkelte über das Deck, schaffte es aber nicht weit. Auf halber Strecke sank er auf die Knie und wieder drehte sich alles um ihn, schlimmer als zuvor. Er legte sich auf den Rücken und streckte schnaufend alle Viere von sich. So lag er eine Weile, dämmerte vor sich hin und wünschte sich an einen anderen Ort, weit weg von hier.

Plötzlich erschien vor ihm ein Gesicht. Es hatte verquollene Augen, war umweht von strähnigem Haar und hockte neben ihm. "Gollum?" hauchte Frodo. "Gollum?" antwortete das Gesicht. "Bist du noch ganz bei Trost? Ich bin Elrond! Ich kam heute nur wegen dem Verlust meiner Züchtung noch nicht dazu, meinen Puder und meine Frisur... egal. Wie geht's dir? Du siehst schrecklich aus." Frodo blinzelte ungläubig. Was interessierte es den Elben, wie es ihm ging? Was interessierte es überhaupt jemanden, wie es ihm ging? Er war ihnen doch allen egal. Aber wenn er schon gefragt wurde... "Mir ist schwindelig, ich schwitze und kann mich nicht auf den Beinen halten. Außerdem sehe ich merkwürdige Dinge." Elrond kratzte sich nachdenklich am Kopf und starrte in die Ferne. Dann wandte er sich wieder an den Hobbit. "Was hast du heute gegessen?" - "Nicht viel. Ein bißchen Lembas und ein paar schleimige Pilze. Galadriel hat sie mir gegeben." - "Galadriel!" Wie von der Tarantel gestochen sprang Elrond auf. "Na warte, das hat sie nicht umsonst getan! Ich werde ihr zeigen, was man bei uns in Bruchtal mit einem Dieb macht!" Und schon war er verschwunden.


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Elrond schlich sich in das Schlafgemach von Galadriel. Er wusste, dass sie ihren magischen Brunnen mit auf das Schiff genommen hatte und diesen regelmäßig benutzte. Der Elb rückte den Brunnen zur Seite und stellte, das Reiseklo, das er sich unter dem Arm geklemmt hatte, an dessen Stelle. Geschickt zog er ein Pergament aus seinem Mantel, rollte es aus und las laut die Formel, die auf der Schriftrolle stand. Einen Moment tat sich nichts. Doch plötzlich schimmerte die Luft und das Reiseklo verwandelte sich optisch in ein Ebenbild des Brunnen.

Keuchend schob Elrond den richtigen Brunnen in die Abstellkammer und deckte ihn mit einem Stapel Reizwäsche zu. Zwar bedauerte er, die Dessous zu opfern, aber er würde vorerst eben etwas anderes drunter tragen müssen. Der Elb drehte sich um und wollte den Raum schon verlassen, da wurde er sich des Druckes in seiner Blase gewahr. Diese Spargelsuppe treibt fürchterlich, dachte er. Grinsend machte er nochmal einen Schritt auf den Brunnen zu.

Galadriel seufzte. Der komische Frodo und all die anderen gingen ihr langsam auf die Nerven. Sie würde sich erstmal etwas hinlegen, aber vorher wollte sie noch in die Zukunft sehen, wie lang diese furchtbare Reise noch dauern würde.

Die Elbin betrat ihre Gemächer und schritt direkt auf den Brunnen zu. Murmelnd brachte sie sich in Trance und schaute in das Wasser. Eine Zeit lang tat sich nichts, doch dann erschien etwas schemenhaftes: Als erstes sah sie eine Ente, die ihren Hals krumm machte, um unter eine Art Vorsprung zu sehen. Dann verschwandt die Ente und nun erschien ein kahlköpfiger Mann, der die Arme vor dem Körper verschrenkte und ihr zuzwinkerte. Auch der Mann verschwand und zuletzt zeichneten sich zwei Runen im Brunnen ab: 00

Galadriel wusste, das es keine elbischen Runen waren. Doch was würden diese wohl bedeuten? Egal erstmal brauchte sie Ruhe. Sie tauchte beide Hände in das Wasser und benetzte ihr Gesicht. Das magische Wasser war immer gut für ihre Haut gewesen. Auch tat es ihrer Stimme gut. Sie beugte den Kopf, nahm einen großen Schluck und gurgelte. Nach einem Moment schluckte sie das Wasser runter. Erschöpft ging sie zu ihrem Bett und viel sofort in einen unruhigen Schlaf.

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Nicht mehr seit dem Ringkrieg war sie von solchen Alpträumen gequält worden. Sie warf sich im Schlaf von einer Seite auf die andere und unter den geschlossenen Lidern bewegten sich ihre Augäpfel ruckartig hin und her.

Als sie aufwachte, war sie schweißgebadet. Erschöpft blieb sie noch eine Weile liegen, um sich zu beruhigen. Erst als sie wieder ruhiger atmete, wälzte sie sich aus dem Bett und stieg nach oben. Es dämmerte schon, als sie sich an die Reling stellte und die untergehende Sonne am Horizont betrachtete. Bis auf die sanft gegen das Schiff schlagenden Wellen herrschte Stille.

Plötzlich tippte ihr jemand auf die Schulter. Erschrocken fuhr sie herum und sah Elrond, der sich lautlos genähert haben mußte. "Bei Eru, hast du mich erschreckt! Laß das gefälligst!" fuhr sie ihn an. Doch Elrond regte sich nicht, nicht einmal, als er sprach: "Möchtest du in den Spiegel sehen?" Galadriel runzelte die Stirn. "Was soll das? Das ist mein Satz, nicht deiner! Also hör auf mit dem Schabernack!" Doch schon hatte Elrond einen Spiegel in der Hand und hielt ihn der Herrin von Lorien direkt vors Gesicht. Und was sie sah, ließ sie erbleichen. Ihre sonst so perfekte Haut war übersät mit Flecken und Pusteln und hing teilweise in Fetzen herunter. Die Haare waren wie Stroh und standen in allen möglichen Winkeln vom Kopf ab. Entsetzen breitete sich in ihrem Magen aus, kroch den Hals hinauf und wollte sich mit einem schrillen Schrei Luft verschaffen, doch statt dessen brachte sie nur ein heiseres Krächzen zu stande. Von Panik ergriffen stolperte Galadriel über das Deck, den Blick von gelbem Nebel getrübt. Ihre Füße stießen schmerzhaft gegen undefinierbare Hindernisse, bis sie schließlich stolperte und fiel. Und fiel. Und fiel. Und fiel.

Als sie aufwachte, war sie schweißgebadet. Erschöpft blieb sie noch eine Weile liegen, um sich zu beruhigen. Erst als sie wieder ruhiger atmete, wälzte sie sich aus dem Bett. Elrond! schoß es ihr durch den Kopf. Irgend etwas hatte dieser Giftmischer angestellt, da war sie sich sicher. Langsam trat sie an ihren Brunnen und legte die zitternden Hände an den Rand. Sie zog mehrmals tief die Luft ein, bevor sie sich langsam nach vorne beugte, um hineinzusehen.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Sie schaute ihr Spiegelbild an - und keuchend ließ sie den angehaltenen Atem entweichen. Sie sah nicht so aus, wie sie sich in ihrem Traum gesehen hatte. Im Gegenteil. Ihre Wangen hatten eine gesunde rosarote Farbe, das Haar glänzte und ihre Haut war sanft und glatt. Wie ein stolzes Roß warf sie ihren Kopf zurück und lachte erleichtert. Es wäre ihr unterträglich gewesen, wenn dieser schlimme Alptraum tatsächlich wahr geworden wäre. So aber ging sie gut gelaunt an Deck, um, so hoffte sie, die bewundernden Blicke der anderen zu genießen.

Doch als sie hinaustrat, stand nur Elrond an der Reling und starrte verträumt und mit einem Lächeln auf den Lippen hinaus aufs Meer. Als er sie kommen hörte, drehte er sich um - und seine Gesichtszüge gefroren. "Galadriel!" japste er. "Wie siehst du denn aus?" Äußerst zufrieden blickte sie ihn an. "Hübsch, nicht?" trällerte sie und stolzierte an ihm vorbei.

In Elronds Kopf arbeitete es heftig. Wie war das gekommen? Er wollte sich doch rächen, rächen für den dreisten Diebstahl, den dieses blöde Weib begangen hatte! Wie hatte DAS dabei heruskommen können? Frustriert schlug er mit der Faust auf die Reling. Was hatte er nur falsch gemacht? Wieso... Plötzlich fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Urin! Das mußte es sein. Er erinnerte sich an eine alte Pergamentrolle in seiner Bibliothek, in der etwas von der heilsamen Wirkung des Eigenurins stand. Nun, Galadriel hatte sich zwar nicht tatsächlich mir Eigenurin gewaschen, aber da Elben fast alle irgendwie miteinander verwandt waren, war es so gut wie dasselbe. Er spürte die Wut in sich kochen und schwor sich, auf dieser Fahrt noch Rache zu nehmen. Oh ja, das würde er.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Bei den Piraten des Fauns

Sam war nun schon ein paar Tage auf dem Schiff, doch bezweifelte er, seinem Ziel näher gekommen zu sein. Vielmehr hatte er den Eindruck, sich jede Sekunde weiter davon zu entfernen. Die "Belohnung", die ihm an den Grauen Anfurten in Aussicht gestellt worden war, hielt nicht das, was man sich normalerweise von Belohnungen verspricht. Kurz nachdem das Schiff abgelegt hatte, hatte der Faun ihm freundschaftlich auf die Schulter geklopft und ihm eröffnet, daß er ganz vorne im Bug rudern durfte, wo der Gestank nach Achselschweiß und anderen Körpergerüchen am geringsten war und vom Wind in Richtung Heck geweht wurde. So verbrachte er also die meiste Zeit des Tages mit Rudern und schlief abends, mangels eines anderen Schlafplatzes, totmüde auf einer zusammengerollten Taurolle ein.
Am fünften Tag jedoch lud ihn der Faun ein in seine Kabine. Sie war groß und geräumig, und durch die vielen Fenster sehr hell. Sam blinzelte, als er eintrat. Seine Augen hatten sich schon zu sehr an das Dämmerlicht gewöhnt, in dem er den Tag verbrachte. Zum Schutz gegen das gleißende Licht nahm er die Hand an den Kopf und sah er sich um. Die Wände waren mit rosa Holz vertäfelt, und auf dem Boden lag ein flauschiger Teppich in Herzform. In einer Ecke bemerkte er Erich den Hünen, der ihn verschmitzt angrinste. Der Faun saß an seinem Schminktisch und winkte ihn herein.
"Es soll eintreten, es soll nähertreten, ich möchte es mal betrachten. Hmmm. Ja. Sehr hübsch, sehr hübsch. Nun. Öhem. Es weiß, warum es hier ist?" Sam trat unsicher von einem Bein auf das andere und betrachtete seine eigenen Füße. "Äh - nein." Irgendwie hatte er gar kein gutes Gefühl bei der Sache. Der Faun kicherte leise. "Es muß keine Angst haben! Es soll sich einfach ausziehen." Erschocken und völlig perplex hob Sam ruckartig den Kopf und starrte den Kapitän mit großen Augen und offenem Mund an. "W...WAS?" Er schluckte, schwankte leicht und mußte sich an einer Stuhllehne abstützen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Diesen Satz hatte er eigentlich erst erwartet, wenn er mit Frodo... "Es hat schon richtig gehört", sagte der Faun belustigt, "Ausziehen!" Für eine Weile stand Sam wie versteinert. Seine Hände hielten sich krampfhaft an der Lehne fest, er schloß die Augen, doch als er sie wieder öffnete, befand er sich zu seinem Leidwesen immer noch in der Kabine des Fauns. Sein Herz pochte so wild gegen seine Brust, daß es fast schmerzte. Erst als der Kapitän ihm mit einer ungeduldigen Handbewegung bedeutete, endlich anzufangen, löste er langsam und mit zitternden Fingern die Elbenbrosche. Mit einem sanften Rascheln glitt der Umhang über seinen Rücken hinunter und landete auf dem Boden zu seinen Füßen. Doch als er damit anfing, seine Hosenträger herunterzustreifen, stieß der Faun einen schrillen Schrei aus. "Iiiih, was macht es denn? Sofort aufhören! Will es, daß ich mich übergeben muß?" Sam hielt erstaunt inne. "Es soll seine stinkenden Lumpen anbehalten und mir nur den Umhang reichen!" Er konnte regelrecht spüren, wie bei diesem Satz sein Herzschlag langsamer wurde. Sichtlich erleichtert bückte sich der Hobbit nach dem Elbenumhang und tat, wie ihm geheißen. Vorsichtig nahm der Faun ihn in die Hände. "Ja, der ist gut!" rief er nach einem Moment glücklich und lehnte sich entspannt zurück. "Erich, du kannst nun beginnen!" Erich trat heran und legte den Umhang über den nackten Oberkörper des Fauns, daß nur noch dessen Kopf herausschaute. "Von diesem bekomme ich bestimmt keine Pusteln wie von dem Plastikzeug. Endlich wieder Haare schneiden ohne diesen fürchterlichen Juckreiz hinterher!"


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RzwoDzwo

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Tol Eressea kommt näher

Frodo konnte sich nicht mehr erinnern, wie viele Tage er nun schon auf dem Schiff verbracht hatte, möglicherweise waren es auch schon Wochen. Die andauernden Demütigungen jener, die er für seine Freunde gehalten hatte, hatten einen tiefen, schmerzenden Riß in seiner Hobbit-Seele hinterlassen, der jedes andere Gefühl erstickte. Jegliches Gespür für die verstrichene Zeit war verloren gegangen. Oft konnte er sich abends nicht erinnern, was er morgens getan hatte, und vielleicht war es so am besten. Seine Mahlzeiten nahm er ein, weil es eben so sein mußte, aber sie schmeckten nach nichts. Ebensowenig bemerkte er, ob die Sonne warm und freundlich vom Himmel schien oder durch kalte Regenwolken verdeckt war. Für ihn war jeder Tag einfach grau und trostlos. Es kam ihm so vor, als ob sein Körper zwar noch auf dem Schiff weilte, seine Seele aber längst von Bord gegangen und irgendwo im tiefen Meer verloren gegangen sei.

Er fragte sich, wie lange es wohl noch dauern würde, bis er wie Bilbo einfach lethargisch den ganzen Tag dem Horizont entgegenblickte, ohne ihn wirklich zu sehen. Wobei ihm dies in seiner derzeitigen Lage wie eine Erlösung erschein.

Auf den Einlauf konnte er allerdings gerne verzichten. Und auf die Besorgung der Zutaten auch. Denn seit einiger Zeit mußte er Elrond dabei helfen, sie zusammenzusuchen. Dabei bekam er ein Seil um die Füße gebunden und wurde kopfüber längs am Schiff hinuntergelassen, um bestimmte Pilze und Flechten von der Schiffswand abzukratzen. Elrond war hierbei sehr streng. Bevor er nicht die nötige Menge zusammen hatte, mußte er weitermachen. "Da kannst du dich bei Galadriel bedanken, der blöden Schlampe!" sagte er dann immer, doch Frodo verstand nicht, was damit gemeint war.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Eines Tages hing Frodo wieder mal am Schiff hinab und gab sich alle Mühe, mit seinen abgekauten Fingernägeln die Pilze abzukratzen. Die Gischt spritzte ihm immer wieder unangenehm ins Gesicht und zwang ihn dazu, sich fortwährend das Salz aus seinen schon geröteten Augen zu reiben. "Womit habe ich das verdient", murmelte er wiederholt vor sich hin, "was habe ich nur getan, um mit diesem Schicksal geschlagen zu sein." Das Meer unter ihm gurgelte und gluckerte und er war froh, daß es seine Selbstgespräche übertönte. Denn es wäre nicht der erste Mal gewesen, wenn Galadriel oder Elrond ihn zusätzlich noch verhöhnt hätten. So hing er einfach da, lauschte sich selbst und dem Meer, während ihm das Blut in den Kopf stieg.

"Frodooo..."

Was war das? Erstaunt sah er nach oben, doch da stand niemand. Er rieb sich mit der Hand über die Augen und zog sich ein wenig am Seil hoch. Tief ein- und ausatmen, dachte er. Ein und aus. Ruhig bleiben.

"FRODO!"

Vor Schreck glitt ihm das Seil aus den Fingern und durch seinen kurzen Fall zog sich der Knoten um seine Füße noch fester. Mit schmerzverzerrtem Gesicht tastete er vorsichtig nach seinen Knöcheln, die schon ganz rot und wund waren. "Ich verliere meinen Verstand", preßte er hervor, "der Moment ist gekommen. Ich höre Stimmen, obwohl niemand außer mir spricht."

"He, Frodo, bist du irgendwie ein bißchen doof oder so? Hier bin ich! Hallo!"

Langsam legte Frodo den Kopf in den Nacken und sah nach unten. Kurz unter der Wasseroberfläche war etwas, das dort nicht hingehörte. Was war das? Eine Fratze?

"Na, endlich siehst du mich. Das hat ja gedauert." Frodo war so perplex, daß er erst einmal nichts anderes tun konnte, als mit offenem Mund und großen Augen hinunterzustarren. "Du weißt, wer ich bin, oder? Nun? Ich bin Ulmo! Und ich habe dir etwas zu sagen. Hör genau zu!"


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Ulmo, dachte Frodo. Einer der Vala, der König der Meere. Und er spricht mit mir. Es muß etwas Bedeutendes sein. Etwas wichtiges. Der Herr der Wasser hat sich erst wenigen offenbart.
Frodo klappte den Mund zu und sah erwartungsvoll hinunter.

"Also", begann Ulmo, "folgendes: Ding dang dongelong, ich bin hier der Checker. Kann es nicht mehr hören, dein Selbstmitleid-Gemecker. Dongelonge dall dill, wann bist du endlich still? Ich hab die Schnauze voll von dir, dongelong, verzieh dich hier!"

Als er geendet hatte, sahen sich der Hobbit und der Vala an. Frodo konnte nicht glauben , was er soeben gehört hatte, und in seinem Kopf drängte sich wieder das Wort "Wahnvorstellung" in den Vordergrund. Ulmo hingegen konnte nicht begreifen, was an seiner Botschaft so schwer zu verstehen gewesen sein sollte. Während sich die beiden lange Zeit schweigend ansahen, schien es, als würde auch das Meer in gespannter Erwartung still verharren. Das Gurgeln und Gluckern hatte aufgehört, und wenn nicht der Wind ein wenig gepfiffen hätte, wäre es gänzlich ruhig gewesen. Schließlich räusperte sich Frodo. "Ähm, war es wirklich das, was du mir sagen wolltest? Oder hast du dich vielleicht in der Person geirrt?"
Das Wasser begann wieder wild zu schäumen. "In der Person geirrt?" antwortete Ulmo aufbrausend. "Wie kannst du es wagen! Der König der Meere soll sich in der Person geirrt haben? Ich weiß genau, wen ich vor mir habe! Jawohl! Versuche nicht, mich für dumm zu verkaufen, du Wurm, sonst wirst du es bereuen! Mit nur einem Augenzwinkern kann ich Schiffe versenken und Länder überfluten, also halte deine Zunge im Zaum!" - "Es... es tut mir leid", stotterte Frodo, "ich wollte dich nicht beleidigen. Es ist nur - ich habe Mittelerde von Saurons Herrschaft für immer befreit, bin dabei schwer verwundet worden, so schwer, daß ich mich davon nicht mehr dauerhaft erholen konnte, habe dem Tod ins Auge geblickt und unvorstellbare Qualen erlitten. Und was ist der Dank?" Seine Stimme zitterte nun. "Ich muß das Deck dieses Schiffes schrubben, alle behandeln mich wie einen Sklaven, lassen mich schuften für ein Stück trockenes Brot und eine handvoll schleimige Pilze. Dabei ist es ihnen völlig egal, daß sie nur hier sein können, weil ich getan habe, was ich getan habe! Das habe ich einfach nicht verdient!" Er hatte sich so in Rage geredet, daß er nun völlig außer Atem war und erst mal tief luftholen mußte.
"Mein lieber Frodo", sagt Ulmo ruhig, "denke bitte genau darüber nach, was du eben gesagt hast. Bist du sicher, daß Mittelerde alles dir zu verdanken hat? Wer hat denn den Ring in das Feuer des Schicksalsberges geworfen?"
"Natürlich i..."
"Siehst du. Das warst nicht du. Gollum war es. Er ist der Retter von Mittelerde und wird bei den Ainur hoch geschätzt. Was deine Geschichte angeht - keine Ahnung, ob das wahr ist oder nicht, hab davon noch nie was gehört und es interessiert mich auch nicht. Für mich bist du einfach ein nerviger Hobbit, der mir in meinen Mittagsschlaf gejammert hat."


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Frodo seufzte tief. "Ein nerviger Hobbit. Natürlich. Was auch sonst." - "Fängst du jetzt schon wieder an?" - "Nein, nein. Alles in Ordnung"
Ulmo verdrehte die Augen. "Also gut, wenn diese Lamentiererei aufhört, werde ich der Sache mit der Ringvernichtung und allem was dazugehört nachgehen. Bei Gelegenheit." Mit diesen Worten veschwand sein Gesicht tief unter der Wasseroberfläche. Frodo sah ihm lange nach, bis es nicht mehr zu erkennen war.

"He, du sollst arbeiten, nicht einschlafen!" rief Elrond von oben herunter. "Bist du fertig?" Er wartete keine Antwort ab, sondern zog den Hobbit sofort hinauf. Wieder an Deck reichte Frodo dem Elben seine Ausbeute. "Nicht gerade viel", meinte Elrond als er sie entgegennahm. Mit einem verächtlichen Schnauben drehte er sich um und ging unter Deck in seine Kajüte. Frodo rollte das Seil auf und legte es zurück in eine Kiste.
Als er den Deckel geschlossen hatte und wieder aufblickte, konnte er seinen Augen kaum trauen. Dort, in der Ferne am Horizont... Sein Herz begann schneller zu schlagen. Aufgeregt lief er nach vorne zum Bug und beugte sich weit über die Reling. War es das wirklich? Konnte es sein?
"Dort liegt Tol Eressea, das Ziel unserer Reise." Gandalf hatte sich unbemerkt zu ihm gesellt und blickte ebenso wie Frodo auf einen noch dünnen Landsteifen, kaum mehr als ein weicher, bläulicher Nebel über dem Meer. Frodo stieß einen Freudenschrei aus. Sie waren also fast da! Nicht mehr lange, und er könnte dieses Martyrium hinter sich lassen und in Ruhe und Frieden leben bis zum Ende seiner Tage. In diesem Moment hätte er heulen können vor Glück. "Wann werden wir die Insel erreichen? Lange kann es nicht mehr dauern, oder? Ein paar Stunden vielleicht?" Erwartungsvoll sah er zu dem Zauberer herauf. Gandalf runzelte die Stirn. "Ein paar Stunden? Oh nein, viel länger, logischerweise. Die Elben mögen es nicht, wenn ihre Frisuren so verweht werden und sich Knötchen bilden. Darum bläst in Küstennähe nur ein ganz schwacher Wind, wenn überhaupt. Haben die Valar so gemacht, weil sie die Elben recht schnuckelig finden. Wir werden also noch einige Zeit brauchen, bis wir da sind. Wie lange genau weiß ganz allein der Wind." Etwas betrübt schaute Frodo wieder nach vorne. Immerhin war ein Ende dieser Fahrt in Sicht, im wahrsten Sinne des Wortes. Der Landstreifen würde größer werden und sich in ein grünes Land unter einer rasch aufgehenden Sonne verwandeln. Frodo nahm sich fest vor, die Erde zu küssen, wenn er seinen Fuß zum ersten Mal auf die Insel setzen würde.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

“Setzt die Anker! Rafft die Segel! Macht schon, packt eure Sachen, wir sind da!”
Ein reges Treiben begann auf dem Elbenschiff. Am frühen Morgen, die Sonne war noch hinter dem Horizont verborgen, hatten sie endlich Tol Eressea erreicht. Es waren einige Tage vergangen, seit sie das grüne Land zum ersten Mal erblickt hatten. Leider hatten sie aufgrund der Flaute den Hafen verfehlt, aber noch länger warten wollte keiner an Bord, und so mußten eben alle mit dem Beiboot an Land fahren. Galadriel scheuchte nervös ihre Zofen herum, schließlich wollte sie einen guten “ersten” Eindruck machen in ihrer neuen Heimat. Ihre Haare hatte Frodo am Vorabend mit einer speziellen Spülung aus dem Brunnen in ihrer Kabine waschen müssen. Die Prozedur hatte Stunden gedauert, da Galadriel darauf bestanden hatte, jede Strähne einzeln zu behandeln. Nur so kam ihrer Auffassung nach ihre ganze Pracht und Schönheit würdig zur Geltung.
Nun ließ sie sich ins Beiboot gleiten, in dem schon Bilbo, an seinen Stuhl gefesselt und mit rasselndem Atem, senil vor sich hinstierte. Angestrengt legte sie die Stirn in Falten und überlegte, was wohl die richtigen Begrüßungsworte wären. Und langsam kam ihr ein Gedanke, er stieg in ihrem Kopf auf, nicht mehr lange und sie könnte ihn greifen und festhalten. “Ich w-weiß nicht, wie lange ich das noch ha-halten kann!” Der Hobbit schaukelte von einer Seite auf die andere. Galadriel war sichtlich verärgert. Die Worte, die eben so nahe waren, hatten sich mit einem Schlag in Luft aufgelöst. “Was ist denn, du dummer, alter Gnom? Was kannst du nicht mehr lange halten?” Bilbo verkrampfte das Gesicht. “Den Stuhl, den Stuhl!” preßte er hervor. “Wieso denn den Stuhl, du bist doch daran gefesselt, Idiot!” - “Doch nicht DEN Stuhl!” Jetzt verstand Galadriel. Schnell warf sie den goldenen Kopf zurück und rief nach oben: “Diener, sofort hier herunter und rudert uns zum Festland, wir dürfen keine Sekunde verlieren! Hopp, hopp, oder es geschieht ein Unglück und dann gnaden euch die Valar!” Da die elbischen Untertanen wußten, was mit diesen Worten gemeint war (was aber an dieser Stelle nicht erwähnt werden kann), nahmen sie die Beine und Ruder in die Hand und legten sich in die Riemen, als wenn ihr Leben davon abhinge. Als sie angekommen waren, knieten sie sich zwischen Boot und Strand auf alle Viere, damit ihre Herrin trockenen Fußes über sie steigen konnte. Danach wurde Bilbo rasch in einiger Entfernung mitsamt seinem Stuhl abgestellt, das Gesicht dem Meer zugewandt. Die Diener aber machten sich wieder auf den Rückweg, um die restlichen Reisenden zum Festland zu bringen.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Aus dem Wald hinter dem Strand tauchte nun eine Abordnung von Elben auf. Sie schritten mit freundlichen Mienen und ausgebreiteten Armen auf Galadriel zu. Diese fletschte die Zähne zu einem Lächeln und betrachtete die Elben. Unter ihnen war auch ein anmutiger Elb mit einem lieblichen Gesicht, der ihr sofort ins Auge sprang. Sie kannte ihn. Aber es war schon sehr lange her, seit sie ihn zuletzt gesehen hatte. Als die Elben in Hörweite waren, räusperte sie sich. “Mae govannen! Ich bin Galadriel, die Herrsch... äh, ehemalige Herrscherin von Lothlórien. Aber ihr kennt mich ja sicher alle! Es ist mir eine Freude, von nun an unter euch zu weilen.” Der schöne Elb sah sie an. “Willkommen, Galadriel. Es ist schon lange her, doch deinen Namen und dein Gesicht habe ich in all den Jahren immer in meinem Herzen getragen. Etwas so bezauberndes zu vergessen wäre wahrlich eine Missetat. Wenn du dich nur damals für mich entschieden hättest, wie anders hätte alles kommen können. Doch nun da du hier bist, können wir nachholen, was die Zeit uns vorenthalten. Galadriel und Galathil, was für ein hübsches P...” - “Pssst!” zischte Galadriel ihm zu. Celeborn und der Rest der Elben waren inzwischen herangetreten und lauschten gespannt der Unterhaltung. “Mein edler Bruder Galathil”, sagte Celeborn, “ich verstehe nicht ganz, was deine Worte bedeuten mögen. Doch dies ist in dieser Stunde nicht wichtig. Laß dich an mein Herz drücken!” Sie umarmten sich, wobei Galathil mit wenig Erfolg versuchte, sich möglichst schnell wieder aus der Umklammerung seines Bruders zu befreien. Endlich ließ Celeborn ihn los und betrachtete ihn eingehend - und die Elbenfrau, die neben ihm stand. “Was ist das?” stieß er verblüfft hervor, “Kann es sein, daß dies... Diese Augen! Ist das deine Tochter Nimloth?” - “Äh, nein, wie du weißt ist Nimloth beim Angriff auf Menegroth getötet worden.” Celeborn schlug sich mit der Hand an die Stirn. “Ach ja, natürlich. Aber diese Ähnlichkeit! Sie hat sogar denselben kleinen Leberfleck am Hals wie du! Wie ist dein Name, mein Kind?” Nervös trat Galadriel von einem Fuß auf den anderen und betete, dieser Moment möge bald zu Ende gehen. Doch anstatt zu antworten, stieß die Elbe einen Schrei des Entzückens aus. Sie hatte jemanden entdeckt, nach dem sie die ganze Zeit Ausschau gehalten hatte: “Elrond! Mein Geliebter, du bist endlich zu mir zurückgekehrt!” Celeborn fiel die Kinnlade herunter. Völlig perplex schaute er von ihr zu Galathil und wieder zurück. Das war Celebrían, seine Tochter. Oder - zumindest war er bis vor kurzem noch davon ausgegangen, daß es seine Tochter war. Langsam drehte er seinen Kopf und sah Galadriel mit bohrendem Blick an. Nervös lachte sie zurück. Er griff sie am Arm und wirbelte sie ganz zu sich herum. “Wir haben glaube ich etwas zu besprechen! Sofort!” Wütend stapfte er den Strand hinauf und zog die hilflos gestikulierende Herrin von Lothlórien hinter sich her.

Eine peinliche Stille trat ein. Einzig hörte man Celebrían in Elronds Armen schluchzen vor Freude. Nachdem die übrige Elbendelegation sich das ganze Spektakel etwas unsicher angesehen hatte, entschieden sie, daß die Begrüßungszeremonie nun vorbei wäre und zogen von dannen.
“Jetzt können wir für immer zusammen bleiben!” sagte Celebrían glücklich als sie sich wieder etwas beruhigt hatte. “Ja, also, klar, wenn du möchtest. Ich meine, natürlich, auch ich habe diesen Moment herbeigesehnt. Hm, warum gehst du nicht schon mal ins Haus und bereitest das Essen vor? Na, das wär doch was? Ich habe hier noch kurz etwas zu erledigen.” Celebrían nickte eifrig. “Ja, gerne. Ich setze schon mal das Wasser für die Nudeln auf.”
Grinsend sah Elrond ihr nach, bis sie zwischen den Bäumen verschwunden war.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Frodo blinzelte. Die Sonnenstrahlen, die durch die Fugen zwischen den Brettern des Decks über ihm drangen, blendeten ihn. Zum ersten Mal seit einer Ewigkeit hatte er wieder ausschlafen können. Er gähnte ausgiebig und streckte sich. Dabei fiel ihm auf, daß er gar nicht mehr mit Galadriels Schafwolle-Handschellen angekettet war. Tol Eressea muß nun ganz nahe sein, dachte er, und lächelte zufrieden. Noch etwas schlaftrunken rappelte er sich auf und stieg an Deck. Keine Wolke trübte den Himmel, dessen Blau so wunderschön war wie Frodo es zuvor in Mittelerde noch nie gesehen hatte. Er schloß die Augen und atmete tief ein. In die salzige Luft hatte sich der süße Geruch hunderter Blüten gemischt. Ihr lieblicher Duft erinnerte ihn an alles, was im Auenland schön und gut gewesen war, und gleichzeitig war es mit nichts zu vergleichen, das er kannte. Seufzend öffnete er wieder die Augen. Vor ihm lagen weiße Strände, eingehüllt in das noch frische Licht des späten Vormittags. Bilbo hatte man schon an Land gebracht. Er saß auf seinem Stuhl und winkte Frodo zu. Lachend winkte Frodo zurück.

Doch dann hielt er plötzlich inne. Was war mit Bilbos Gesicht passiert? Scharlachrot war es, selbst auf diese Entfernung konnte man das sehen, und die Haut begann schon Blasen zu werfen. Und überhaupt - warum bewegte sich eigentlich das Schiff? Und dann auch noch vom Land weg? Sollte es nicht fest vor Anker liegen?
“Wieso bist DU denn noch hier? ” sagte eine verärgerte Stimme hinter ihm. “Hast du etwa verschlafen? Du solltest doch gar nicht hier sein!” Erschrocken wirbelte Frodo herum. Elrond stand mit verschränkten Armen hinter ihm. “Aber wieso sollte ich denn nicht hier...?“ begann Frodo, brach aber ab. Jetzt erst bemerkte er, daß das Deck an diesem Tag anders aussah. Viele Kisten und Truhen, die sonst hier gestanden hatten, waren nicht mehr da. Und überhaupt: Es war ruhig an Bord. Viel zu ruhig. “Was ist hier los? Was ist mit Bilbo? Wo sind die anderen?” fragte Frodo, der schon schlimmes ahnte. “Die anderen sind natürlich schon längst fort. Und was Bilbo betrifft”, der Elb nickte hinüber zum Strand, “den habe ich von seinem Stuhl losgemacht, weil ich so ein gutes Herz habe. Habe mir im Wald ein paar Kräuter und so weiter besorgt und auf dem Rückweg hat mich der Alte angefleht ihn loszubinden, weil es ihn auf dem ganzen Gesicht und am Hals jucke und er sich unbedingt kratzen müßte. Die anderen scheinen ihn vergessen zu haben. Und ansonsten - ich fahre jetzt wieder zurück nach Mittelerde. Daß du jetzt hier noch rumhängst ist halt etwas blöd für mich, weiß nicht, ob überhaupt noch genug Proviant da ist. Na ja, mir kann’s egal sein, verhungern werde ich schon nicht als unsterblicher Elb.” Er lachte hysterisch und wollte sich abwenden, als Frodo ihn mit zitternder Hand am Ärmel festhielt. “Nein, bitte, ich muß vom Schiff, ich muß nach Tol Eressea! Kehre um, bitte, ich flehe dich an! Ich kann hier nicht bleiben!” Elrond schüttelte den Kopf. “Das geht nicht. Ausnahmsweise weht hier mal ein etwas kräftigerer Wind, das muß ich ausnutzen.” Verzweifelt warf Frodo einen Blick zurück zur Insel, die nun immer kleiner wurde. “Aber es muß einen Weg geben! Bitte!” - “Nun”, überlegte Elrond, “ich könnte das Beiboot herunterlassen.” Hoffnungsvoll sah Frodo ihn an. “Aber da habe ich jetzt keine Zeit für. Ich muß zurück in die Kombüse, da habe ich was auf dem Herd.” Eilig befreite er seinen Ärmel von Frodos verschwitzter Hand und verschwand. Der Hobbit blieb einsam und alleine zurück, unfähig, sich von der Stelle zu bewegen. Lange Zeit stand er so da und starrte ins Leere. Die ersten Tränen begannen, seine Wangen hinunterzulaufen. Vor ihm lang nun ein kalter, dunkler Tunnel, dessen Ende unerreichbar schien. Sein Herz krampfte sich schmerzhaft zusammen, und schließlich sank er laut schluchzend auf die Knie.


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Auf der Lauca Lingwilóce, dem Schiff des Fauns

Wie konnte das nur alles passieren, dachte Sam während er dem Faun die Hufe lila lackierte. Alles schien ein gutes Ende zu nehmen und nun das! Wo war nur sein Chef? Und warum wollte Frodo zuletzt nur noch so genannt werden? Chef. Früher wollte Frodo das Sam ihn Herr nannte. Manchmal auch, wenn sie allein waren, Master oder Gebieter. Das hatte ihm auch immer gefallen, denn dabei fühlte Sam sich so herrlich unterwürfig! Was hatten sie für großartige Zeiten erlebt im Studio des Ohms, dachte er und seufzte. Doch nun nur noch dieses Chef! Sam hasste dieses Wort!

Trotzdem sehnte er sich nach ihm. Sam träumte vor sich hin und sah sich wieder einmal in Gedanken zusammen mit Frodo und Bombadil auf der Wiese tanzen. Der Hobbit seufzte, ja auch die Nächte mit Gollum waren nicht so schlecht gewesen. Er hatte es geliebt ihn zu beschimpfen und Gollum war so abartig, schön glitschig gewesen!

Plötzlich riss ein Schrei Sam aus seinen Fantasien: "Iiieeeeh, was macht es da?" Der Hobbit erschrak und stellte fest, das er nicht nur die Hufe des Fauns lackiert hatte. Ein Schmerz durchzuckte seinen Schädel, als ein Schirm mit aller Wucht auf seinen Kopf niedersauste.

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Hin - und wieder zurück

Die Tür zur Kombüse wurde aufgestoßen. Beinahe wäre Elrond dabei vor Schreck der Topf mitsamt seinem wertvollen Inhalt aus der Hand gefallen. Nicht auszudenken, wenn das passiert wäre. Jetzt, wo er doch die besten Zutaten hatte sammeln können für sein Gebräu, das sich verkaufen würde wie warme Lembas-Waffeln, da war er sich sicher. Laut fluchend stellte der Elb den Topf ab, um sich mit pulsierender Zornesader auf der Stirn dem Störenfried zuzuwenden. Der Halbling würde es nicht noch einmal wagen, so hereinzuplatzen. Doch als er gerade losbrüllen wollte, stellte er fest, daß da gar nicht Frodo in der Tür stand - sondern Celeborn! “Was soll das denn jetzt? Hast du auch verpennt?” fuhr er ihn an. Fragend zog Celeborn die Augenbrauen hoch. “Auch verpennt? Warum? Hm, ach so. Jetzt verstehe ich. Darum ist die Heulsuse noch hier. Und ich hatte mich schon gewundert, als ich den schluchzenden Lumpenhaufen gesehen habe.” - “Antworte!” - “Dachte doch, er wollte unbedingt vom Schiff. Bist nicht wegen ihm umgedreht?” Langsam wurde Elrond ungeduldig: “Anscheinend nicht, wie du siehst. Und wenn du denkst, wegen dir kehre ich um, das kannst du dir abschminken!” - “Ich möchte nicht zurück”, erwiderte Celeborn ruhig, “das heißt, zurück schon, aber nach Mittelerde. Ich hatte eine kleine Unterredung mit meiner Gemahlin. Wir haben da so was aufgearbeitet. Von früher. Ich - Ich brauche etwas Abstand. Und etwas von deiner speziellen Mischung. Du weißt schon.” Erst jetzt fiel Elrond auf, wie kreidebleich sein Schwiegervater war. Um ehrlich zu sein sah er so aus, als würde er gleich an Mandos’ Hallen klopfen. Elronds Ärger verrauchte so schnell wie er gekommen war. “In Ordnung”, begann er, “wenn du also wieder nach Lothlórien gehst, dann kann ich dir etwas geben und würde die Bezahlung aufschieben, bis wir Mittelerde erreicht haben.” - “Bezahlung?” fragte Celeborn erstaunt. “Jawohl, Bezahlung. Jetzt wo Galadriel fort ist, kannst du dich doch leichten Herzens von jenem Geschmeide trennen, was sie nicht mitgenommen hat.” Celeborn überlegte. Es stimmte eigentlich, was sollte er noch mit dem ganzen Plunder? “Einverstanden!” sagte er schließlich.
Elrond strahlte über das ganze Gesicht. Vor seinem inneren Auge blitzten die unzähligen Stirnreifen auf, die er nun bald sein eigen nennen würde.

“Ich möchte auch etwas haben, bitte.” Still und leise hatte sich Frodo genähert und stand nun mit geröteten Augen und hängenden Schultern hinter Celeborn. Er würde die Reise zurück aus eigener Kraft nicht überstehen, das wußte er. Er brauchte ein Heilmittel, das seine Seele aufbaute. Damals auf dem Weg zum Schicksalsberg war es Lembas gewesen, welches ihm jedes Mal, wenn er glaubte, nicht weiter zu können, neuen Lebensgeist verliehen hatte.
“Und wie möchtest DU bezahlen?” fragte Elrond amüsiert, “Du hast doch alles verloren!” Frodo seufzte und zuckte die Schultern. Was sollte er darauf antworten? Schließlich hatte der Elb recht. Schon wollte sich der Hobbit abwenden, als Elrond ihn zurückrief: “Warte! Warte, du bekommst auch etwas. Und wegen der Entlohnung, da habe ich schon eine Idee.”


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Frodo zögerte. “Eine... eine Idee?” An Elronds Ideen hatte er alles andere als gute Erinnerungen, darum hielt sich seine Freude momentan in Grenzen. Der Elb jedoch schien seine Gedanken gelesen zu haben. Er schüttelte den Kopf und meinte lächelnd: “Es ist nichts schlimmes. Sagen wir einfach, du stehst in meiner Schuld. Das ist alles. Und keine Angst, ich werde dir nichts antun. Ich doch nicht! Und nun”, er nahm einen kleinen Becher und tauchte ihn in den Topf, “trink das und es wird dir gleich besser gehen.” Frodo sah Elrond skeptisch an. Diese Abmachung schien auf den ersten Blick nicht schlimm zu sein, gleichwohl warnte sein Herz ihn davor. Aber im Augenblick hatte er einfach nicht die Kraft, auf sein Herz zu hören. Er sehnte sich nach etwas, das ihn aufheiterte, ihm wieder neuen Mut gab und die Leere in seinem Inneren füllen würde. Er sehnte sich danach, endlich einmal wieder fröhlich sein zu können. Langsam streckte er seine Hand aus und nahm den Becher mit der noch dampfenden Flüssigkeit entgegen. Sie roch seltsam, ein bißchen süßlich, aber in einer Art, die er zuvor nicht gekannt hatte. Vorsichtig setzte er den Becher an die Lippen und nahm einen kleinen Schluck. Es fühlte sich gut an. Er riskierte einen zweiten, größeren Schluck. Elrond grinste, tauschte mit Celeborn einen vielsagenden Blick und schob den Hobbit zur Tür hinaus.

Frodo lehnte sich an einen Mast und schaute nach Westen hinaus aufs Meer. Tol Eressea war jetzt nur noch ein blasser Schatten zwischen dem blauen Himmel und der bunt funkelnden See. Eine leichte Brise wehte Frodo ins Gesicht. Ganz so übel ist es hier ja nicht, dachte er. Was hätte er schon auf der Insel gewollt? Bilbo war nicht mehr der alte, und die anderen konnten ihn nicht leiden. Und dieser Trank schmeckte einfach köstlich. So etwas gab es dort drüben sicher nicht. Er kicherte. Ja, das verpaßten jetzt alle, so einen Schatz hätten sie bestimmt auch gerne gehabt. Fröhlich kippte er einen weiteren Schluck in sich hinein und schlenderte zum Bug. Nach Osten also sollte die Reise gehen. Nun, warum nicht? Es würde schon alles gutgehen. Natürlich würde es das. Frodo, der neunfingrige Hobbit, würde alles bewältigen können, was auch immer kommen möge!


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Am nächsten Morgen wachte Frodo in der Abstellkammer auf. Er hatte keine Ahnung, wie er dort hingekommen war, aber da sich sein Kopf anfühlte, als wäre er vom Alten Weidenmann vor kurzem zerquetscht worden, war ihm das auch egal. Vorsichtig rappelte er sich auf und tastete nach der Tür. Vor seinen Augen begann alles zu verschwimmen, und so dauerte es einige Zeit, bis er den Weg aus dem Bauch des Schiffes zurück an Deck gefunden hatte. Oben angekommen waren seine Kopfschmerzen so unerträglich geworden, daß er erst einmal zur Reling stolperte und sich übergab.
Ein paar Schritte entfernt stand Elrond und beobachtete ihn. So hatte er sich das vorgestellt. Ungefähr jedenfalls. Daß der Hobbit bei dieser Menge gleich so stark reagieren würde, hätte er, wenn er ehrlich war, nicht gedacht. Da saß der kleine Kerl nun also, schnaufte vor Anstrengung und hielt sich den Schädel. Ideale Voraussetzungen, sagte sich der Elb, und trat zu ihm.
“Dir scheint es nicht gut zu gehen, was?” grinste er. “Das tut mir leid. Ich könnte dir vielleicht helfen, aber ich weiß nicht, ob das richtig wäre.” Behutsam hob Frodo den Kopf. “Nicht richtig? Was meinst du damit?” Elrond seufzte: “Ach, es ist vielleicht nicht der beste Weg. Deshalb möchte ich dies eigentlich nicht...” Frodo sah ihn mit trübem, aber gespanntem Blick an, also fuhr er fort: “Es gibt da ein Mittel, das dich wieder aufpäppelt. Zufällig habe ich es dabei.”
Aus seiner Tasche holte er ein Päckchen mit braunen, fingernagelgroßen, flachen Plätzchen hervor. Frodo überlegte nicht lange. Wenn das Zeug wirkte, dann wollte er es haben, bester Weg hin oder her. Eilig griff er danach und steckte sich eines der Plätzchen in den Mund. Noch während er kaute merkte er, wie die Übelkeit und die Schmerzen verflogen. Wunderbar ist die elbische Medizin, dachte er, und ein seliger Ausdruck machte sich auf seinem Gesicht breit.


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Am nächten Tag dachte Elrond, das Hobbits einfach die perfekten Versuchskaninchen waren. Sie waren robust und vertrugen fast alles. Auch wenn sie manchmal kotzen mussten.

Die Sache mit den Plätzchen hatte den Elb auf eine Idee gebracht. Es war ein guter Zeitpunkt für die Rezepte, die er in Galadriels SPIEGEL entdeckt hatte. Die Alte hatte ihren komischen Brunnen vergessen und Elrond hatte inzwischen raus wie er funktionierte.

Alles nur ein billiger Trick ! Wenn man die kleinen Gnome, die den Brunnen mit einem Laufrad antrieben, genug "motivierte", dann hatte man auch ständig Energie und das Ding lief tadellos. Der elbische Stirnreifträger hatte sich zuletzt viel damit beschäftigt und durch Zufall einige Kochrezepte mit komischen Namen entdeckt. Galdriel hatte diese zwar verschlüsselt, aber Elrond war sich sicher, dass man sie mit den Zutaten, die er einst unter ihrem Bett gefunden hatte, zubereiten konnte.

Mit einigen Blitzen aus seinem Ring trieb er die bedauernswerten Gnome unter der Verkleidung des Brunnens zur Hochleistung an und so fing das Wasser bald an zu kochen. Als alles fertig war, rief er nach Frodo. Der Hobbit kam mit glasigen Augen in die Kajüte geschlurft und grinste Elrond dümmlich an. "Setz dich" sagte der Elb. "Ich habe etwas für dich gekocht. Wir wollen doch, dass du noch ein bisschen wächst, hehe".
Geschickt tischte Elrond auf und man konnte erkennen, dass er als Student, in einem Schnellimbiss für reiche Orks, gekellnert hatte.

"Was ist das?" fragte Frodo. "Das habe ich schon mal bei Sam gesehen". "Bei deinem Diener? Hat er auch gekocht?", wunderte sich der Elb.
"Nein, äh ja. Gekocht hat er auch", sagte Frodo. "Aber das meine ich nicht. Naja, ist auch egal", murmelte der Halbling, nahm
einen großen Bissen und kaute genüsslich.

"Es heißt Henrys Peitsche", verkündete das Spitzohr. "Und das da drüben nennt man Die Wiedergeburt des schönen Phoenix. Zum Nachtisch gibt es dann die Suche nach dem Schatz im Wüstensand. Lass es dir schmecken!"

Als Elrond sah, mit welchem Appetit Frodo aß, kam er selber in Versuchung etwas zu probieren. Doch dann verscheuchte er den Gedanken und beobachtete lieber nur. Solange er nicht sicher war, was er da alles zubereitet hatte, hielt er sich lieber zurück.

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Geändert durch Aramir (11.05.2008 19:32)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Das von Elrond gekochte Essen war etwas zäh, schmeckte Frodo aber ansonsten nicht schlecht. Und durch das sehnige Fleisch wurde er an Sams Kochkünste auf ihrer gemeinsamen Reise nach Mordor erinnert. Dort hatte es auch Würstchen gegeben, die aus Metzgereiabfällen bestanden hatten, welche durch einen engen Darm gepreßt worden waren. Es war nicht die schlechteste Zeit gewesen.
Frodo wunderte sich nur, warum der Elb selbst nichts davon aß, sondern neben dem Tisch stand und schmunzelte. Schon ein paar Stunden später wußte Frodo warum.

Der Halbling hatte sich nach dem Essen auf dem Deck ausgestreckt und in die Wolken geschaut, bis seine Lider schwer geworden waren und ihn zu einem Nickerchen gezwungen hatten. Als er die Augen wieder aufschlug, war der Himmel dunkelgrau geworden. Ein Unwetter war im Anmarsch und schickte mit einem kalten Wind seinen Vorboten. Frodo wollte sich aufrichten und in einer der nun leeren Kajüten warten, bis es vorbeigezogen war. Jedoch zu seinem großen Schrecken stellte er fest, daß er sich nicht mehr bewegen konnte. Sämtliche Glieder waren steif geworden und er lag da wie ein Brett. Unsanft prasselten schon die ersten Hagelkörner auf sein Gesicht, während das Schiff von dem stetig unruhiger werdenden Meer hin und her geworfen wurde. Da er auch seinen Kopf nicht drehen konnte, wußte er nicht, ob jemand in seiner Nähe war, und so rief er so laut er konnte: “Hilfe! HILFE! Kann mich einer hören? Ich liege hier! Ich kann nicht mehr aufstehen, bitte helft mir!” Niemand gab Antwort. Die Ausläufer einer über das Deck schwappenden Welle flossen unter Frodo hindurch. Langsam kroch Panik in ihm hoch. Wenn er nun über Bord gespült würde, hilflos, reglos, und keiner würde es bemerken?

Einen Augenblick später krachte eine weitere, ungleich größere Welle auf das Deck und riß Frodo mit sich fort Richtung Reling. Ein gellender, angstvoller Schrei hallte hinüber zu Elrond, der das Spektakel aus sicherer Entfernung beobachtete. Bei den Hobbits wirkt alles viel stärker als bei dem großen Volke, dachte er, das muß ich mir merken. Höchst interessant.
Derweil knallte der Hobbit schmerzhaft gegen die Reling. Doch da seine Beine gerade und seine Arme zur Seite ausgestreckt und stocksteif waren, hielten die Streben ihn zurück und ließen ihn nicht hinunter ins Wasser fallen.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Das Salz brannte in seinen Augen und er japste nach Luft, bevor er abermals gegen die Reling gedrückt wurde. Gefährlich schräg lag das Schiff nun im Wasser. Sollte der Wind stärker werden, würden ihn wohl auch seine steifen Glieder nicht vor dem Ertrinken retten können. “HILFE!” schrie er mit aller Kraft. “HILFE!”

Gemächlich schlenderte Elrond über das Deck. Es sah schon komisch aus, wie der Hobbit da hing, völlig unbeweglich, als wäre er eine Statue aus Stein, die von ihrem Sockel gestürzt worden war. Er packte sich Frodo unter den Arm und trug ihn in die Elbenmesse. Dort stellte er ihn in eine Ecke, so daß die zur Seite ausgestreckten Arme gerade die Wände berührten, und betrachtete sich sein Werk eingehend. Frodo selbst sagte keinen Ton. So viele Dinge gingen ihm durch den Kopf, die der Elb jetzt mit ihm anstellen könnte, wo er sich nicht wehren konnte. Er wartete angsterfüllt. Auch Elrond sprach kein Wort. Bald hörte man nur noch die Wassertropfen, die sich zu Frodos Füßen zu einer großen Pfütze sammelten.

Schließlich brach der Elb in schallendes Gelächter aus. Frodo war völlig perplex. “Was soll das jetzt?” fragte er verdattert. “Du siehst aus”, gluckste Elrond, ”als wolltest du zu den Passionsspielen!”


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Frodo kam sich vor wie ein Possum. Keiner schien ihn zu mögen! Es hätte ihm gleich komisch vorkommen sollen, als der Elb das erste Mal auf der Reise keine Nudeln zum Essen gekocht hatte! Plötzlich brach alles aus ihm heraus: "Das war gemein von dir Elrond! Du hast mich einfach in der Nässe liegen lassen und ich hab doch keine Regenjacke bei!"

Der Elb konnte nicht mehr. Hobbits waren so komisch! Elrond überlegte ob er Frodo behalten sollte. Er hatte bisher nur ein paar Womp-Ratten als Haustier gehabt, aber ein Halbling? Wir werden sehen, dachte er und schlug sich wild lachend mit den Händen auf die Oberschenkel.

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Geändert durch Aramir (17.05.2008 21:57)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Langsam wurde Frodo wütend. Was sollte das, ihn hier hinzustellen und auszulachen? Dieser blöde Elb mit seinem blöden Stirnreif sollte ihm lieber mal wieder diese leckeren Plätzchen geben! Dann würde er sich besser fühlen. Er wollte sie haben. Er wollte sie jetzt haben! Sofort! Doch der Elb stand nur da und hielt sich den Bauch. Frodo funkelte ihn an: “Wenn ich schon hier bin zu deiner Erheiterung, dann könntest du mir wenigstens etwas geben!” Elrond wischte sich die Lachtränen aus den Augen. “Etwas geben? Ich weiß nicht, wovon du sprichst! Keine Ahnung!” - “Lügner! Das weißt du sehr wohl!” Grinsend schüttelte Elrond den Kopf: “Selbst wenn ich es wüßte, würde ich dir nichts geben. Weil du es nicht verdient hast. Du bist ein nichts, Frodo, ein nichts. Bald schon wirst du nicht mehr in der Lage sein, über dich selbst zu bestimmen. Armer kleiner Kerl.” Gönnerhaft tätschelte er die Wange des Hobbits.
Doch das machte Frodo nur noch wahnsinniger. Mir ganzer Kraft schlug er Elronds Arm zur Seite. Mittlerweile war die Wirkung von “Henrys Peitsche” verflogen.
Überrascht trat der Elb einen Schritt zurück. So hatte er den Halbling bisher nicht gekannt.
“GIB MIR JETZT WAS!” schrie Frodo, und seine Stimme überschlug sich dabei. Mit geballten Fäusten kam er auf den Elb zu, doch als er zum Schlag ausholte, wich sein Gegner geschickt aus, so daß er nur ins Leere traf. Er stolperte und landete unsanft auf dem Boden. Dort blieb er schwer atmend liegen. Schwarze Punkte tanzten vor seinen Augen. Was war nur mit ihm los? So eine Aggressivität hatte er bei sich selbst vorher nie erlebt. Gab es dafür einen Grund? Angestrengt versuchte er, sich an die vergangenen Ereignisse zu erinnern, um einen Auslöser für sein Verhalten zu finden. Aber bald kreisten seine Gedanken nur noch um eine Sache: Er brauchte etwas von Elronds Spezialitäten! Und er würde alles dafür tun.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der Tauschhandel

Sie waren nun schon mehrere Tage auf dem Weg zurück nach Mittelerde. Wie viele genau, das konnte Frodo nicht sagen. Für ihn war jeder Tag wie der andere, und wenn er morgens aufwachte, konnte er sich nur noch bruchstückhaft erinnern, was am Vortag passiert war. Wahrscheinlich war es für ihn aber so am besten. Elrond kam immer auf neue Ideen für die Gegenleistung, die Frodo für das bißchen Gebäck zahlen mußte. Widerstrebend nur machte der Hobbit die Dinge, die von ihm verlangt wurden. Aber er tat sie, denn eine Wahl hatte er nicht. Mehrmals hatte er den Elben auf Knien angefleht, etwas anderes tun zu müssen, doch dieser war hart geblieben.

Beispielsweise hatte er... Nein, er wollte nicht darüber nachdenken. Seine Pein würde dadurch nur schwerer zu ertragen sein. Allein im Vergessen lag die Erlösung.

Jetzt saß Frodo auf dem Deck, lehnte mit dem Rücken an einer Kiste und starrte hinaus aufs Meer. Vor einiger Zeit war am Horizont ein Schiff erschienen, das auf sie zugehalten hatte. Nun war der fremde Kapitän an Bord gekommen und plauderte mit Elrond. Ihm selbst wurde keine Beachtung geschenkt, und so war er einfach sitzengeblieben. Es interessierte ihn nicht, was das für ein Kerl war. Warum auch? Eigentlich interessierte ihn nichts mehr, außer dem Zeitpunkt, wenn er wieder etwas von Elrond bekam.

Die beiden Kapitäne schlenderten sich angeregt unterhaltend über das Deck und blieben schließlich hinter einem Segel unweit von Frodo stehen.
“Wenn ich es Euch sage, er ist ganz frisch, klein und sehr gut zu gebrauchen”, sagte Elrond. “Ihr werdet Eure wahre Freude an ihm haben! Ich verspreche es!”
“Ich weiß nicht, eigentlich habe ich schon eines. Ob zwei mehr bringen? Da bin ich mir nicht sicher.”
“Bloß nicht so voreilig, ich bitte Euch. Ihr solltet ihn Euch erst mal ansehen, dann werdet ihr begeistert sein! Und zudem”, fuhr Elrond in einem verschwörerischen Ton fort, “macht er alles, was Euch beliebt.”

Eine lange Pause trat ein. Frodo fragte sich, von was wohl die Rede sei. Er drehte den Kopf zur Seite, so daß er die Beine und Füße des anderen sehen konnte, die nicht von dem Segel verdeckt waren. Seltsam sahen sie aus. Die Beine waren komplett behaart und am Ende war... Ein Huf? Lila angemalt?

“FRODO! Komm her!” rief Elrond. Der Hobbit fuhr erschrocken zusammen. Warum wurde er denn jetzt herbeigeholt? Er wollte diesem komischen fremden Kapitän eigentlich nicht begegnen, aber mit der Zeit hatte er gelernt, jedem von Elronds Befehlen zu gehorchen. Mit klopfendem Herzen stand er auf und ging um das Segel herum. Doch bei dem Anblick des Fauns machte er erst einmal einen Schritt zurück. Dessen nackter Oberkörper war nur mit einem Schal bekleidet. Das erinnerte Frodo doch an... nein, darüber wollte er ja nicht nachdenken!

Als der Faun den Hobbit sah, strahlte er über das ganze Gesicht. “Ach so ist das! Ja, dieses hier ist schon etwas anderes als das, welches ich schon habe! Das hier ist sauberer und hat weichere Haut. Sehr schön, sehr schön. Und es macht wirklich alles, was man ihm sagt?” Elrond flüsterte ihm etwas ins Ohr, woraufhin der Faun nickte und sich die Hände rieb. “Also gut, ich werde es nehmen. Was verlangt ihr dafür?”
Zufrieden stellte der Elb fest, daß er den Fisch am Haken hatte. Nun war er in der Position, Forderungen zu stellen. “Es sollte schon einen Gegenwert von, sagen wir, 150 Stirnreifen haben.” Dem Faun klappte die Kinnlade herunter. “150? Also das ist doch... So viel habe ich gar nicht dabei!”

Nach langem hin und her einigte man sich letztendlich auf 120 Stirnreifen, was für Elrond immer noch ein sehr gutes Geschäft war, trotz seiner “Investitionen” in den Hobbit. Die beiden wandten sich nun ab und verschwanden unter Deck. Mit einem unguten Gefühl blieb Frodo zurück. Noch konnte er sich auf die ganze Sache keinen Reim machen. Besorgt schaute er hinüber zu dem fremden Schiff, das in der Nähe ankerte. Unheimlich sah es irgendwie aus. Anders als das Elbenschiff hatte es so gar nichts Erhabenes, und als Galionsfigur schmückte eine Seeschlange den Bug. An Deck liefen große, breitschultrige Männer umher mit verfilzten Haaren und dichten Bärten. Frodo wandte seinen Blick ab und wollte wieder zurück zu der Kiste gehen, doch statt dessen stieß er mit einem Seemann zusammen, der plötzlich hinter ihm aufgetaucht war. Dessen zerschlissenes Hemd hatte einen Dreckabdruck in Frodos Gesicht hinterlassen, als er dagegengeprallt war. Angeekelt wischte er sich mit der Hand über Stirn und Wangen, bevor er den Blick hob. Der Seemann grinste ihn mit einer Reihe brauner Zähne an. “Du mußt Frodo sein, oder?” Zögernd nickte der Hobbit. “Sehr gut. Ab heute gehörst du unserem Kapitän, komm jetzt mit zum Schiff!”
Verwirrt sah Frodo den Kerl an. Was war das? Wo sollte er hin? Zu dem Schiff des Fauns? Als er die Bedeutung dieser Aussage verstanden hatte, wich er erschrocken zurück. “Nein, nein, da geh ich nicht hin! Das - das wird Elrond auch nicht zulassen! Er braucht mich! Er braucht mich doch!” - “Nicht mehr”, kam die knappe Antwort des Elben, der nun zusammen mit dem Faun herbeikam. “Du kannst dich doch an unsere Abmachung am ersten Tag unserer Rückreise erinnern, oder? Jetzt kannst du endlich alle deine Schulden einlösen! Ist das nicht ein tollen Gefühl, so ganz ohne Verpflichtungen zu sein?”
Wie bei einem in die Enge getriebenen Tier hetzte Frodos Blick zwischen Elrond, dem Faun und dem stinkenden Kerl hin und her. Dann wirbelte er herum und rannte, aber schon nach ein paar Schritten wurde sein Arm gepackt und festgehalten. Frodo schrie, als Erich ihn sich über die Schulter warf und sich zusammen mit dem Faun wieder auf die Lauca Lingwilóce begab.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Das Wiedersehen

Elrond und Celeborn standen breit grinsend an der Reling und winkten zum Abschied, während sich Frodo in dem kleinen Beiboot zusammen mit Erich und dem Faun immer weiter entfernte. Wie hatte das alles so weit kommen können? Er hatte sich darauf eingestellt, bald wieder an den Grauen Anfurten anzulanden und in eine Welt zurückzukehren, in der er sich auskannte: das Auenland. Nun aber war wieder einmal alles ungewiß. Bei dem Schiff des Fauns angekommen, klemmte ihn sich Erich unter den Arm und kletterte die Strickleiter hinauf, die an der Seite herabhing. An Deck wurde er auf die Füße gestellt. Die andere Seemänner scharten sich um ihn und gafften ihn an. Unsicher blickte Frodo auf den Boden und betrachtete scheinbar interessiert seine Zehen.
“Starrt es nicht so an!” blaffte der Faun. “Es gehört mir allein! Zurück auf eure Posten, wir segeln weiter!” Er stakste an Frodo und Erich vorbei, gab letzterem aber mit einer Handbewegung zu verstehen, daß er den Hobbit erst mal wegschaffen sollte.

Frodo wurde ein paar Stufen unter Deck geschleift und dann unsanft in einen kleinen Raum gestoßen. Hinter ihm schlug Erich die Tür zu und hängte eine Kette davor.
Das einzige, spärliche Licht fiel nur durch ein kleines Astloch in der Bordwand, und so dauerte es einige Zeit, bis sich Frodos Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Anscheinend befand er sich in einer Art Abstellkammer. Auf dem Boden befanden sich mehrere Taurollen und Tücher, bei denen es sich bestimmt um weitere Segel handelte. Auch ein paar alte Lumpen waren dabei. An den Wänden hingen einige Bretter, auf denen unterschiedliche Werkzeuge lagen, die Frodo nicht zuordnen konnte. Er seufzte. Immerhin war das hier besser, als unter eine Treppe angekettet zu sein. Gerade wollte er es sich auf den Segeln bequem machen, als er aus dem Augenwinkel eine Bewegung wahrnahm. Erschrocken hielt er inne. War das bei den Lumpen gewesen? Vorsichtig drehte er den Kopf und schaute hinüber. Jetzt erst erkannte er, daß es gar keine Lumpen waren, sondern ein Lebewesen, das dort schlief! Der Kopf war ihm zwar abgewandt, aber er konnte eindeutig erkennen, wie sich der von alten Lappen, wie es schien, verdeckte Brustkorb hob uns senkte. Frodo schluckte. Was war das für ein Geschöpf? War es gefährlich? Oder nicht? Wie dem auch sei, er wollte es jetzt jedenfalls nicht aufwecken. So leise wie möglich setzte er sich an die gegenüberliegende Wand und wartete.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Die Zeit verging und Frodo döste vor sich hin. Das sanfte Schaukeln des Schiffes machte ihn schläfrig. Er rieb sich die Augen und gähnte. Und gähnte noch einmal. Noch einmal? Mit einem Schlag war Frodo hellwach. Nicht er hatte gegähnt, sondern das Wesen auf der anderen Seite des Raumes! Anscheinend hatte es sich lange genug ausgeruht und wurde nun munter. Es streckte sich und setzte sich auf. Keine Sekunde dauerte es, bis es Frodo erblickte, erschrocken zusammenfuhr und schrie.
“AAAAAAAAAAAAAH!”
Frodos Herz machte einen Satz, ehe er in das Schreien einfiel:
“AAAAAAAAAAAAAH!”
Doch dann, wie auf ein geheimes Zeichen, verstummten beide wieder. Ungläubig musterten sie sich, schüttelten den Kopf, blinzelten, fuhren mit der Hand über ihre Augen.
“Frodo?” fragte Sam mit tränenerstickter Stimme in die Stille hinein.
“Sam?” antwortete Frodo nicht weniger gerührt.
Eine Weile noch blieben sie reglos sitzen.
Aber dann gab es kein Halten mehr. Sie stürmten aufeinander zu und umarmten sich innig. Sams großer Wunsch war unverhofft in Erfüllung gegangen, und in diesem Moment brachte er außer einem geschluchzten “Mein Chef, mein Chef” kein anderes Wort hervor.


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Nach einer Weile, als die Glücksgefühle Frodos Körper verlassen hatten, verpürte er rasende Kopfschmerzen. Einen Moment verschwamm alles vor Frodos Augen und dann sah er plötzlich, dass er nur eine Strohpuppe umarmte, die zwar einem Hobbit ähnlich sah, aber ihn mehr an jemand anderen erinnerte, als an Sam. Die Hobbit Puppe war vorn mit einer Art Lederriemen bekleidet und fühlte sich irgendwie schleimig an. Frodo hatte im Drogenwahn das Halblingsimitat für Sam gehalten. Wie konnte das alles nur passieren? fragte er sich schluchzend und heulte wie er Ork, der mit der Axt eines Zwerges Bekanntschaft gemacht hatte.

In der Zwischenzeit....

Der Faun saß in der Kapitänskajüte in seinem Plüschssessel und amüsierte sich. "Ja", schrie er. "Mach mir die Elbenhexe!"

Vor ihm tanzte Sam, nur mit einem Malornblatt bekleidet und einem Stirnreifen auf dem Kopf. Dann beugte sich der Hobbit über ein Fass mit Makrelen und tat so, als ob er in die Zukunft sehen könne. "Ja, Galdriel, zeigs mir", kreischte der Faun geradezu extatisch.

Sam wurde von den stinkenden Makrele speiübel. Er wollte zurück in sein Verließ und zu seiner Frodo-Puppe, die er sich mühsam gebastelt hatte.

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Geändert durch Aramir (13.06.2008 21:39)

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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Nachdem Frodos Heulkrampf zu Ende war, fühlte er sich ausgelaugt und er verspürte großen Hunger. Er setzte sich hin, um etwas an seinen Fußnägeln zu knabbern.

Die Nägel am linken Fuß waren zum Glück schon wieder nachgewachsen. Neben dem normalen dunklen Grind, der sich angesammelt hatte, sah Frodo unter dem Nagel des großen Zehs ein paar Krümel. Seine Augen wurden groß. Es hatten sich ein paar Keksreste, in die er getreten war, unter den Rand gesetzt! Gierig knabberte er los.

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Es schmeckte vorzüglich. Durch die lange Lagerung im fast luftdicht verschlossenen Raum unter dem Zehennagel hatten die Kekse die perfekte Gärung und damit einen wunderbar würzigen Geschmack erreicht. Und wie gut tat es, wieder mal von ihnen zu naschen! Frodo fühlte sich gleich viel besser und hatte schnell die Pleite mit dem falschen Sam vergessen, als eine wohlige Wärme sich in seinem Bauch ausbreitete und in den ganzen Körper ausstrahlte. Zufrieden seufzte er, kuschelte sich in eine Taurolle und beobachtete verträumt die plötzlich bunten Lichter, die durch das Astloch in der Bordwand hereinfielen.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Wie er so vor sich hindöste wurde auf einmal die Tür aufgerissen. Jemand stürmte herein, warf sich auf die Strohpuppe, umklammerte sie und wiegte sich hin und her. “Mein Chef, mein Chef” hörte Frodo Sam schluchzen.
Nicht schon wieder, dachte er. Das ist doch eine Halluzination, noch einmal falle ich nicht darauf herein! Ich bilde mir das ein, Sam liegt gar nicht nackt in der Ecke und umklammert die Puppe mit Armen und Beinen. Frodo schüttelte den Kopf und begann erneut, an seinen Zehen zu knabbern.
Lange konnte er sich allerdings nicht daran erfreuen, denn bald kam Erich hereingepoltert. Er schaute sich kurz um, raunzte “Du sollst zum Kapitän kommen!”, packte Frodo am Arm, zog ihn hinaus und verschloß hinter sich die Tür.
Sam blieb mit weit aufgerissenen Augen und völlig paralysiert zurück. Hatte er eben Frodo gesehen? Den echten Frodo? Seinen Frodo, nach dem er sich so lange verzehrt hatte? Er war es tatsächlich gewesen, bestimmt! Das konnte doch nicht wahr sein! Warum hatte er ihn nicht gleich gesehen, sondern statt dessen die Strohpuppe genommen? Er konnte nur hoffen, daß sein Chef wieder hierher kommen würde, und dann konnten sie sich endlich in den Armen liegen.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Frodo wurde quer über das Schiff geschleift und schließlich auf den herzförmigen, flauschigem Teppich in der Kajüte des Fauns gestoßen. Er stolperte und landete flatschend auf dem Bauch, so daß ihm der vom Teppich ausgehende Schweißgeruch unangenehm in die Nase drang. Als er sich aufrichtete, sah er den Faun direkt vor sich auf einem rosa Diwan liegen.
“Nur hereinspaziert!” sagte dieser amüsiert und langte nach einer Traube auf dem Beistelltisch neben ihm. Seine Hufe waren immer noch lila, außerdem hatte er seinen Schal wie eine Krawatte um den Hals gebunden. Genüßlich schob er die Traube in den Mund, ließ Frodo dabei aber nicht aus dem Augen. Da Frodo nicht wußte, was er tun sollte und den Faun auch nicht zu irgendwelchen unangenehmen Dingen animieren wollte, blieb er einfach stehen und sah zu Boden. So hörte nur das Schmatzen des Fauns und versuchte, alle Gedanken, die ihm im Moment durch den Kopf gingen, möglichst schnell wieder zu vertreiben.

“Möchtest du auch eine haben?” fragte der Faun endlich nach langem Schweigen.
Erstaunt blickte Frodo auf.
“Was?”
“Eine Traube - möchtest du auch eine?”
Der Hobbit nickte zögernd.
“Fein”, grinste der Faun, “aber dafür mußt du etwas für mich tun. Und das wird einige Zeit in Anspruch nehmen und wahrscheinlich sehr anstrengend für dich werden.”


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Frodo war es egal. Für eine Traube würde er alles tun. Der Faun warf ihm eine Frucht zu, die der Halbling geschickt aus der Luft fing und schnell verspeiste.

Eine böse Ahnung beschlich Frodo, als der Faun hinter ihn trat und ihn in Richtung eines kleine Tisches schob. Der Hobbit stolperte vorwärts und fiel vornüber auf den Tisch. Dann klatschte es und Frodo spürte etwas hartes an seinem Hinterteil.

Der Faun hatte ein großes Buch auf den Schreibtisch geworfen und ihm einen Hocker hingeschoben. "Setzt dich", befahl ihm der beschalte Kapitän, "und schreib auf!"

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Verwirrt schaute Frodo den Faun an. “Aufschreiben? Was denn?” Der Faun rollte mit den Augen und zwang den Hobbit auf den Hocker nieder. “Keine Fragen stellen. Aufschreiben!” befahl er und stakste wieder zurück zu seinem Diwan. Dort legte er sich hin, die Arme locker auf der seitlichen und der Rückenlehne drapiert. Er räusperte sich affektiert und schlug die Hufe übereinender.
“Schreib jetzt auf:

Ein Königreich für einen Faun

“Bitte was soll ich schreiben?”
“Das, was ich gesagt habe! Ich hab es doch gesagt, ich hab es doch gesagt! Das ist die Überschrift: Ein Königreich für einen Faun.“ Die Stimme des Fauns wurde nun schriller. “Und jetzt schreib endlich, ODER ICH PRÜGEL DIR DIE TRAUBE AUS DEINEM KLEINEN HAARIGEN HOBBITHINTERN HERAUS!”
Frodo schluckte. Mit zitternden Händen griff er nach der Feder auf dem Tisch, tauchte den Kiel in die rosa Tinte, die daneben stand, klappte das Buch auf und begann zu schreiben.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

“Also: Der Faun wurde geboren in... Was ist denn jetzt schon wieder?” Erich hatte sich geräuspert und war gerade dabei, dem Faun stumme Zeichen zu geben, die dieser offensichtlich nicht verstand.
“Äh... Käpt’n, Ihr habt da Vanillesoße an der Nase. Sieht nich’ geil aus.”
“Das ist W... was?”
Mit plötzlich hochrotem Kopf sprang der Faun auf und rannte zu seinem Schminktisch, um sich im Spiegel zu betrachten. “Ach du meine Güte!” stieß er erschrocken hervor und griff sofort nach Sams Elbenumhang, der über dem Stuhl hing, um sich damit das Gesicht zu reinigen. Nachdem er sich ungefähr eine Minute die Nase blank gerubbelt und noch einen prüfenden Blick in den Spiegel geworfen hatte, fläzte er sich wieder auf dem Diwan und gab Erich mit einer Handbewegung zu verstehen, daß er das Zimmer nun verlassen könne.
“Wo waren wir stehengeblieben? - He, wo waren wir stehen geblieben?”
Doch Frodo hörte ihn nicht. Er starrte mit aufgerissenen Augen und herunterhängendem Unterkiefer auf den Elbenumhang. Es war eindeutig einer der Umhänge, die sie in Lothlórien bekommen hatten, und der Größe nach zu urteilen konnte er nur einem Hobbit gehört haben. War es vielleicht doch Sam gewesen, den er vor wenigen Augenblicken gesehen hatte? Aber warum war er nackt gewesen? Und wieso sollte er überhaupt auf diesem Schiff sein? So viele Fragen...
Erst als Frodo bemerkte, daß ihm sein Speichel unkontrolliert über das Kinn lief, klappte er den Mund wieder zu und kam geistig ins hier und jetzt zurück. Verstört blickte er den Faun an. Wahrscheinlich würde der Kapitän wütend werden, wenn er jetzt nicht endlich weiterschrieb, aber ohne Antworten zu bekommen konnte er sich sowieso nicht mehr konzentrieren.
“Dieser Umhang”, begann er verhalten.
“DU SOLLST SCHREIBEN! Was ist denn mit dem Umhang?” Nicht mehr lange, und der Faun war am Ende seiner Geduld angelangt.
“Bitte, ich möchte nur wissen, woher er kommt?”
“Was interessiert dich das? Aber wenn du es unbedingt wissen willst: Er ist von einem von meiner Besatzung, und er hat ihn mir gerne überlassen.” Dies unterstrich der Faun mit einem heftigen Nicken.
“Und... und ist er auch ein Halbling?”
“Ein was? Keine Ahnung. Er sieht so ähnlich aus wie du, nur häßlicher.”
Frodo schloß die Augen. Jetzt war er sich sicher: Sam war an Bord! Und er hatte vorhin keine zweite Halluzination gehabt! Hier, auf diesem Schiff, würden sie sich tatsächlich endlich wiedersehen. Vielleicht war es eine Fügung der Valar gewesen, die ihn hierher verschlagen hatte, vielleicht war das Schicksal doch nicht so grausam zu ihm.
“ABER JETZT WILL ICH MEINE MEMOIREN GESCHRIEBEN HABEN!”
“Ja, ja, selbstverständlich”, sagte Frodo rasch und wandte sich wieder dem Buch und der Feder zu. Er wußte: Je schneller er hier fertig war, umso schneller konnte er wieder zu Sam. Und dieser Gedanke ließ sein Herz vor Freude hüpfen.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der Faun schnaubte ärgerlich. Das alles hatte schon viel zu viel Zeit gekostet, und er hatte doch bereits Zeit verschwendet, indem er es erst mit diesem unfähigen, häßlichen Kerl versucht hatte. Aber der hatte eine Schrift gehabt, die kein normaler Faun lesen konnte, und außerdem hatte er nach einer Weile immer diese Männchen gemalt mit dem Lockenkopf und den großen Füßen und den Herzchen drum herum.

“Der Faun wurde geboren in einem Wald im tiefsten Mittelerde, der Narn, ja, Narn genannt wurde. Es war ein kalter Wintertag, aber seine fürsorgliche Mutter hielt einen Schirm über ihn, daß er nicht von den herabfallenden Flocken geängstigt wurde. Außerdem band sie ihm einen Schal um den Hals, um ihn vor einer Erkältung zu schützen. Den Schal hat er seitdem nicht mehr abgenommen, denn er bewahrt ihn nicht nur vor Krankheiten, sondern auch vor feindlichen Wesen, die oft nach Luft japsend das Weite gesucht haben, wenn sie ihm zu nahe gekommen waren.
Die Fohlenjahre des Fauns waren glücklich, er zog mit seiner Mutter mal hierhin, mal dorthin, und nie mangelte es ihm an etwas. Eines Tages, sie befanden sich gerade in einem sehr dunklen Wald, kam eine Reisegruppe, bestehend aus dreizehn Zwergen und einer halben Portion, den Pfad entlang. Sie schossen wie die Deppen auf Eichhörnchen, verfehlten aber alle. Einer der Pfeile kam in die Richtung der beiden Faune geflogen und streifte den jungen Faun im Gesicht. Es war nicht weiter schlimm, aber seine Mutter war außer sich. Wütend stampfte sie auf und schwor Rache.
Die Spacko-Gruppe war inzwischen weitergezogen und es war selbst für Faune schwer, sie in der Finsternis wiederzufinden. Ein paar Tage später jedoch gelang es. Die unverschämten Kerle überquerten gerade einen Fluß mit einem Boot. Sie konnten nicht alle auf einmal rein, also hatte die Mutter des Fauns genug Zeit, sich einen Plan auszudenken. Sie steckte sich ein paar Zweige ins Haar, so daß sie im Dunkeln wie ein Hirsch aussah. Und als die letzten Zwerge das andere Ufer erreicht hatten, preschte sie auf sie zu, um sie ordentlich zu erschrecken und vielleicht den ein oder anderen zu zertrampeln. Aber ach! Als sie danach über den Fluß sprang, wurde sie von einem Pfeil durchbohrt und starb wenige Augenblicke später. Von da an war der Faun auf sich alleine gestellt.”

Traurig streichelte der Kapitän den Schal um seinen Hals, bevor er schließlich laut in ihn hinein schneuzte.

“Als Jungfaun, ganz alleine, ist das Leben nicht einfach. Wie leicht gerät man an die falschen Leute. Nachdem es ihn von einem Ort zum anderen verschlagen hatte, stand er eines Tages vor dem Wirtshaus “Gerstenmanns Brauhaus” in einem Ort namens Bree.”

Frodo hob den Kopf. Bree? DAS Bree? Aber er konnte sich nicht entsinnen, daß es dort ein Wirtshaus mit diesem Namen geben würde.

“Er war eine lange Strecke den Grünweg hergekommen und auf der Suche nach einem Quartier für die Nacht.”

Der Grünweg! Jetzt gab es keine Zweifel mehr! Der Faun war tatsächlich in Bree gewesen! Glücklicherweise nicht zur selben Zeit wie ich, dachte Frodo, und schrieb schnell die letzten Sätze auf, ehe der Kapitän wieder zornig wurde.


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der Faun blickte einen Moment mit starrem Blick in die Ferne. In Wirklichkeit war seine Mutter erst gestorben, als er schon ein Teenager war. Aber das musste die Nachwelt ja nicht wissen. So klang es noch melodramatischer! Die Wahrheit war, dass sie es mit einem Steinbock getrieben hatte und dabei von einer Klippe gestürzt war.

Der Faun dachte an früher zurück... Er wollte Musiker werden, doch seine Mutter hatte ihm als Jugendlichen oft Vorhaltungen gemacht. Er erinnerte sich an seinen dreißigsten Geburtstag, für einen Faun ein noch sehr junges Alter, als seine Mutter ihm wieder einmal ein Standpauke hielt:

"Junge, warum hast du nichts gelernt. Guck dir den Dieter an, der hat sogar eine Kutsche (vor die er gespannt wird). Warum gehst du nicht zu Onkel Werner in den Stall (als Reitpony für Touristen)? Der gibt dir 'ne Festanstellung, wenn du ihn darum bittest.

Junge? Und wie du wieder aussiehst, Löcher in dem Fell und ständig dieser Lärm (der Faun sang grausig)! Und dann noch deine Haare, da fehlen mir die Worte! Musst du die entfernen (der Faun hatte sich das Hinterteil rasiert)? Nie kommst du nach Hause, ich weiß nicht mehr weiter.

Junge, brich deiner Mutter nicht das Herz. Es ist noch nicht zu spät, dich an der Uni (von Gondor) einzuschreiben. Du hast dich doch früher so für Tiere interessiert (das tat er noch immer, aber anders als seine Mutter dachte), wäre das nichts für dich? Eine eigene Praxis (ein Studio hätte ihm besser gefallen)!

Junge? Und wie du wieder aussiehst, Löcher in der Nase und ständig dieser Lärm. Elbische Guitarren und immer diese Texte, das will doch keiner hören! Nie kommst du nach Hause! Soviel schlechter Umgang. Ich werde dich enterben! Wo soll das alles enden? Ich mache mir doch Sorgen!

Und du warst so ein süßes Fohlen! Und du warst so ein süßes Fohlen! Und du warst so ein süßes Fohlen! Du warst so süß!
Und immer deine Freunde! Ihr nehmt doch alle Drogen! Und ständig dieser Lärm. Denk an deine Zukunft! Denk an deine Mutter, willst das ich sterb?"

Natürlich wollte er damals nicht, dass sie starb, aber er hatte zu seinem Geburtstag auf eine Heutorte gehofft und statt dessen eine Standpauke erhalten. Wütend war er darum davon galoppiert und so war es das letzte Mal, dass er seine Mutter lebend sah.

Der Faun war in den alten Steinbruch geritten, hatte sich am Fuße eines Berges niedergelassen und bis in den Abend hinein gesungen. Als die Dämmerung gerade angebrochen war, saß er dort noch immer und spürte wie er langsam heiser wurde. Zum Glück hatte er den roten Schal.

Plötzlich fielen von oben Steine herab und der Faun war schnell zur Seite gesprungen. Er war gewohnt, dass sein Gesang zu Steinschlag führte, darum war er nicht überrascht gewesen. Seine schnelle Reaktion hatte ihm diesmal jedoch das Leben gerettet, denn nach den kleinen Steinen war ein großer Felsbrocken herabgestürzt und auf den Boden geflatscht. Geflatscht? Wieso war dieser Felsbrocken geflatscht? Neugierig hatte sich der Faun dem großen Klumpen genähert und hatte erkennen müssen, dass es sich dabei um seine Mutter handelte, in die ein Steinbock verkeilt war...

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Geändert durch Aramir (20.07.2008 11:05)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Es sah aus, als hätte ein Gemetzel stattgefunden. Durch den Aufprall war das Blut meterweit gespritzt und die zerschundenen Körper waren kaum wiederzuerkennen. Nein, so etwas konnte man wirklich nicht in seine Memoiren aufnehmen.
In jenem Moment hatte der Faun an die letzten Worte seiner Mutter denken müssen. Ja, sie hatte recht gehabt. Er hatte in der Nacht in seinen Geburtstag hineingefeiert und seine Freunde zu einer heimlichen Drogenparty in den Düsterwald eingeladen. Dort hatten sie den Hirsch getroffen, der ihnen von der Zwergengruppe erzählt hatte. Und sie hatten auch gesehen, wie er von einem Pfeil durchbohrt zu Boden ging. Eine interessante Geschichte, befand der Faun, zumal er das Gefühl hatte, daß sie in einer größeren Erzählung noch eine Rolle spielen würde. Aber auch eine Drogenparty paßte nicht in seine Memoiren. Also war es das einfachste, diese beiden Ereignisse geschickt zu Verknüpfen.

“Ich bin ein reiner Fuchs”, murmelte der Faun vor sich hin, begeistert von seiner eigenen Schlauheit. “Ein Titan!”
“Ich dachte, Ihr seid ein Faun!” sagte Frodo verwirrt.
“Hä? Was? Ach nein!” Der Faun machte eine wegwerfende Handbewegung. “Das verstehst du nicht. Äh, wo waren wir stehengeblieben?”
“Vor dem Brauhaus.”

“Richtig. Schreib weiter: Der Türsteher sah ihn von oben bis unten an und grinste. “Du kummst hier net rein! Für schwule Faune verboten!”
Empört schnappte der Faun nach Luft. “Wo ist denn hier ein schwuler Faun?” fragte er und stemmte die Hände in die Seite.


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Frodo konnte auf einmal mit dem Faun mitfühlen. Er stellte sich vor, wie er sich gefühlt hätte, wenn er halbnackt, nur mit Schal und Schirm bekleidet, an einem Gasthaus abgewiesen worden wäre. Genaugenommen wusste er wie das war! Nur er hatte damals, als er in einen Taverne in Wasserau wollte, nicht einmal einen Schal oder einen Schirm getragen. Egal, es war besser er schrieb schnell weiter, um den Kapitän nicht zu verärgern.

...Erich, dessen Schicht gleich begann, war an diesem Tag bereits etwas früher gekommen. Er hörte wie sein südländischer Kollege, mit einem Gast redete, den er scheinbar nicht reinlassen wollte. Etwas in dieser Unterhaltung hatte dabei Erichs Interesse geweckt. Es war nicht das Wort Faun.

Erich ging zu seinem Kollegen und sagte: "Ich mach das schon, Du kannst nach Hause gehen". Verwirrt schaute der Südländer Erich an, schüttelte dann aber den Kopf und zuckte mit den Achseln. Mit den Worten "Mussu wissen, Alder" trollte er sich, bestieg seinen Mumakil, den er im Hof angebunden hatte und ritt nach Hause.

Erich trat an den Eingang. Was er sah verschlug ihm die Sprache. Ein halbnackter Faun, der zwar stark nach Moschus roch aber dafür nur mit einem roten Schal bekleidet war, stand vor ihm. Verwegen schlackerte der Faun mit den Pinselohren und hüpfte auf und ab.

Der Hüne stotterte: "Ich möchte das du kommst". Der Faun stutzte für einen Moment: "Häh?"
"Das du reinkommst. Du kannst gerne reinkommen", sagte Erich, der die Fassung wieder gewonnnen hatte.


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Geändert durch Aramir (20.07.2008 17:33)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Der Faun klimperte mit den Wimpern, hauchte “danke” und quetschte sich an Erich vorbei, der breitschultrig im Türrahmen stand, nur wenig Platz machte und schwer atmete.
Im Wirtshaus angekommen fragte er erst mal nach einem Zimmer für eine Nacht. Der Wirt sah ihn mit großen Augen an, eben so, wie jeder schauen würde, vor dem ein halbnackter schwuler Faun steht. So etwas kommt nicht häufig vor, und schon gar nicht in Bree.
“Ich kann auch dafür bezahlen, nur Geld habe ich leider nicht dabei”, sagte der Faun. Der Wirt aber schüttelte den Kopf. Erich, der das Gespräch aufmerksam verfolgt hatte, kam über die Türschwelle geeilt und hätte beinahe angeboten, auf seinen heutigen Lohn zu verzichten, um die Übernachtungskosten vorzustrecken, aber das war gar nicht nötig. Ein echter Faun in “Gerstenmanns Brauhaus”, was konnte dem Wirt besseres passieren? Seine Stube würde über Tage voll sein, bis alle Breeländer dieses Vorkommnis ausreichend diskutiert hatten.
“Du kannst kostenlos im Stall übernachten”, sagte der Wirt. “Unter einer Bedingung: Du zeigst dich heute abend in der Gaststube. Dort findet ein Karaoke-Wettbewerb statt, dem Gewinner winkt ein flauschiger rosa Teppich in Herzform.”


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der Faun nickte heftig. Ein Teppich in Herzform, so etwas wollte er schon immer haben, und dann auch noch in seiner Lieblingsfarbe rosa! Mit strahlendem Gesicht betrat er die Gaststube. Die Party war schon in vollem Gange. Hinter dicken Rauchschwaden konnte man am anderen Ende des Raumes eine Bühne erkennen, von bunten Fackeln hell beleuchtet. Darauf stand ein Zwerg. Er hatte kurze Hosen und einen seltsamen Akzent und grölte “Lebt denn der alte Bombadil noch, Bombadil noch, Bombadil noch?”, und die dicht gedrängte Masse vor ihm grölte begeistert mit. Es war so heiß, daß das Schweiß von der Decke zu tropfen schien, und der Faun war froh über seine Bekleidung. Jetzt mußte er sich erst einmal durch die Menge kämpfen und beim Moderator anmelden, einem ca. 50jährigen Blonden mit sonnengebräunter Haut und tiefen Falten im Gesicht. Anders als gedacht war das aber gar nicht so schwer, denn die Gäste machten bereitwillig Platz, verstummten sogar und reckten die Hälse nach dem Neuankömmling. Dem Faun war das alles andere als unangenehm. Er stolzierte durch die Gasse, die sich gebildet hatte, warf seinen Schal dabei elegant über die Schulter und schwang die Hüften. Schließlich wollte er gewinnen, und wenn er im Vorfeld schon beeindrucken konnte, war das um so besser.
Der Zwerg auf der Bühne war der einzige, dem das Schauspiel überhaupt nicht gefiel, denn sein Lied endete genau mit dem Gang des Fauns über seinen imaginären Laufstieg, und so klatschte keiner mehr Beifall. Der Zwerg war damit raus aus dem Rennen, aber er schwor sich, daß der Faun dafür bezahlen müsse.

“Hallo, ich bin der Diedää”, sagte der Moderator als der Faun ihn erreicht hatte. “Wie heißt du und was willst du singen?”


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der Faun stotterte: "Ich äh, bin der...".
"Egal, du dumm' Nuss. Geh auf die Bühne und sing", unterbrach ihn der Moderator, ohne eine Antwort abzuwarten. Der Paarhufer galoppierte also rasch ein paar Stufen hoch und räusperte sich. Die Zuschauer starrte ihn gebannt an.

Der Moderator erhob die Stimme: "Meine Damen und Herren und nun..", Dieter überlegt und sein Blick schweifte durch den Raum, von den Beinen des Fauns zu einem Spucknapf an der Bar. "Und nun der.... Kübel-Bock!" Die Menge johlte und machte anzügliche Bemerkungen, die den Faun so richtig in Stimmung brachten. Mit kreischender Stimme fing er an zu singen:

Vor der Kaserne,
Vor dem großen Tor,
Stand eine Laterne
Und ich steh noch davor.
So woll'n wir uns da wiederseh'n,
Bei der Laterne woll'n wir steh'n,
Wie'n Faun auf sein' zwei Been'.

Unsere beiden .atten
Sah'n wie eine aus,
Daß wir so lieb uns hatten,
Das sah man gleich daraus.
Und alle Leute soll'n es seh'n,
Wenn wir bei der Laterne steh'n,
Wie zwei Faune auf vier Been'

Schon rief der Posten:
Sie blasen Zapfenstreich,
Es kann drei Tage kosten!
Kamerad, ich komm' ja gleich.
Da sagten wir Aufwiederseh'n.
Wie gerne wollt' ich mit dir geh'n,
Wie'n Faun mit einem stehn'

Erich, der Türsteher, blickte mit schmachtendem Blick auf die Bühne. Er war hin und weg. Vor seinem geistigen Augen konnte er den Faun bei der Laterne stehen sehen.

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Geändert durch Aramir (21.07.2008 23:09)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Eine schiere Qual war der Gesang des Fauns. Mal schrie er schrill, mal überschlug sich die Stimme, und wenn er ausnahmsweise die Töne traf, dann waren es die falschen. Das Publikum hielt sich gepeinigt die Ohren zu. Hier und da konnte man schon Buh-Rufe vernehmen, die zum Faun hinüberschallten. Allerdings nahm er sie nicht wahr, denn für ihn ging gerade ein Traum in Erfüllung. Auf der Bühne stehen und singen, das wollte er schon immer machen. Beinahe sein ganzes Leben lang.
Aus den Augenwinkeln sah er, wie Dieter in der Luft herumfuchtelte.„Du klingst, wie wenn man beim Frosch hinten draufdrückt! Das wird nichts! Du singst scheiße! Talentlosigkeit hat einen Namen!“
Der Faun drehte den Kopf und sah zu ihm hinüber. „Häh?“
„Kübel-Bock!“
Ein paar Schritte von Dieter entfernt stand der Zwerg, der vorher gesungen hatte, und grinste diabolisch. Er holte weit aus und warf etwas dem Faun entgegen. Geschickt wich dieser aus, vollführte dabei eine gesprungene Attitüde-Drehung, landete im Spagat und sprang wieder auf die Hufe. Hinter ihm klatschte ein Ei an die Wand. Animiert von dieser Aktion kamen plötzlich aus den unterschiedlichsten Richtungen aus dem Publikum Eier, Tomaten und Bierhumpen geflogen. Erschrocken schrie der Faun auf, aber fast jedem Geschoß konnte er durch Ducken, Drehen oder Springen entkommen. Nur eine große Salatöl-Flasche flog so über seinen Kopf, daß der Inhalt sich über ihn ergoß, und so kam es, daß ein eingeölter Faun in „Gerstenmanns Brauhaus“ auf einer aus Tischen zusammengeschraubten Bühne tanzte.


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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Erich sah, in welcher Bedrängnis der Faun war. Die einzige Deckung, die dem Paahufer blieb, war eine silberne Mithril-Stange, die von der Mitte der Bühne zur Decke des Gasthauses ragte. Der Faun wand sich wie eine Seeschlange. Eingeölt wie er jetzt war, glitt er an der Stange auf und ab.

Trotzdem er den meisten Geschossen ausweichen konnte wurde es immer brenzliger. Erich erkannte die Situation. Der Hüne nahm einem Kandidaten, der noch auf seinen Auftritt wartete, die Ukulele aus der Hand, riss sich das Hemd vom Leib und sprang auf die Bühne. Zwar verfingen sich seine schwitzigen Brusthaare, die struppiger waren als der Bart eines Zwerges, in dem Instrument, aber dennoch bekam er einige Töne aus der Klampfe. "I am a sex-machine", grölte Erich und die Menge vergaß für einen Moment das Werfen mit Eiern, Bierhumpen und Tomaten. Überglücklich über die musikalische Unterstützung, schwang sich der Faun, mit einer Hand an der Stange, zu dem Türsteher hinüber.

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Geändert durch Aramir (22.07.2008 23:07)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Erich spielte und sang weiter, um dem Faun Zeit zu geben, sich in Sicherheit zu bringen: “One thing is for sure, when I am on the scene, I'll be the only one for you, cos I'm a sex machine.“
Aber der Faun dachte nicht daran, sich in Sicherheit zu bringen. Statt dessen sah er Erich mit auf einmal riesigen Pupillen an. Seine Blicke wanderten von der verschwitzten Brust über die Brusthaare, die an der Ukulele klebten, weiter hinunter. Und auf einmal spürte er es. Dieser Drang. Er breitete sich von der Hüfte aus und strahlte in den ganzen Leib. Es war der Drang zu tanzen. Ja, er wollte tanzen, bis er nicht mehr konnte!
„All you have to do is give your body to me, and find out why they call me the sex machine.“
Der Faun sprang zurück zur Stange und ließ seinen Gefühlen freien Lauf. Unter großer Anstrengung behielt Erich sich so weit unter Kontrolle, daß er weiter die Musik zu dem exstatischen Faunentanz liefern konnte, und am liebsten hätte er gar nicht mehr aufgehört zu spielen. Doch als der Faun sich gerade wild um die Stange drehen wollte, glitt er auf einer Salatöl-Pfütze aus, rutschte über die Bühne und holte damit Erich von den Beinen. Der ging wie mit der Axt gefällt zu Boden und landete mit dem Gesicht direkt in der Mitte des Fauns. Die Menge tobte vor Begeisterung.


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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der Faun mochte es. Auch die Begeisterung. Er blickte in die Menge und bemerkte, dass viele Personen in dem Gasthaus enge Lederrüstungen trugen.

Erich rappelte sich unterdessen auf und zog sich dabei am Faun hoch. Da er deutlich größer war als der Faun, wischten die verschwitzten Brusthaare direkt durch das Gesicht des Paarhufers. Mit einem schmatzenden Geräusch drehte der Faun den Kopf zur Seite - obwohl es ihm gefiel. Er wollte den Blick nicht von der Menge lassen, die ihm zujubelte. Stolz schaute er drein und es fiel ihm nicht auf, dass sich ein dunkles Haarbüschel von dem Hünen gelöst hatte, welches nun direkt über seiner Oberlippe klebte.

Dieter, der Moderator des Wettbewerbes, war ebenfalls begeistert. Zwar schien der Faun nicht ganz den Sinn der Veranstaltung begriffen zu haben, aber er hatte Dieter auf eine Idee gebracht. Den nächsten Wettbewerb würde er "So You Think You Can Dance" nennen.

Der Moderator wand sich seiner Aufgabe zu, erhob die Stimme und rief: "Ladies und Gentlemen, there is a new faun in town!"

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Geändert durch Aramir (24.07.2008 20:14)

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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Frodo wurde schlecht und er sah aus, als ob er ein zweites Mal von Kankra gestochen worden wäre. "Was hat es?" rief der Faun, der den irren Blick des Hobbits bemerkte.

"Ich kann das nicht schreiben", sagte Frodo und versuchte sich nicht zu übergeben.
"Nicht schreiben? Wieso das?" fragte der Hufläufer. Es musste wohl an der fehlenden Phantasie des Halblings liegen, also schlussfolgerte er: "Ah, es kann es sich nicht vorstellen. Warte es! Ich werde es vorführen, dass es das Hobbit begreift"

Der Faun stolzierte zur Tür, öffnete sie und kreischte hinaus: "Erich!"

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

“Bloß das nicht!” rief Frodo entsetzt. Doch es war schon zu spät, denn einen Augenblick später kam Erich herein. “Was gibt es?”
Der Faun wackelte mit den Ohren. “Unser erster gemeinsamer Abend, weißt du noch? Meinst du, du kannst das noch mal wiederholen, damit es genauso in meine Memoiren aufgenommen wird?” Begeistert nickte der Hüne und begann sofort, sich das Hemd aufzuknöpfen.
“Nein, bitte, das muß nicht sein, bitte, ich schreib das schon auf, ich kann es mir vorstellen! Tut das nicht!” flehte der Hobbit. Dort, wo Erichs Hemd offen stand, quollen schon die krausen Brusthaare heraus, was dem Kapitän einen begehrlichen Seufzer entlockte. Ganz im Gegensatz zu Frodo. Der schloß schnell die Augen, hielt sich die Hand vor den Mund und schluckte den mundvoll sauren Mageninhalts mit Mühe wieder hinunter, der sich schon bis zum Rachen vorgearbeitet hatte. Schon sammelte sich Schweiß auf seiner Stirn. Der Faun jedoch bemerkte das nicht, denn er hatte begonnen, mit ausladenden Hüftschwüngen um Erich herumzutänzeln. Da Frodo weiterhin die Augen fest geschlossen hielt, konnte er das Schauspiel nicht sehen, aber das Hufgetrappel und die zugehörigen Atemgeräusche reichten aus, um sich ein lebhaftes Bild davon zu machen, und es war für seinen Geschmack eindeutig zu lebhaft.
“Aufhören! Aufhören!” preßte er hervor. “Ich muß jetzt weiterschreiben, sonst verliere ich den Faden! Ich weiß nun, wie es damals war. Ich hab es begriffen. Ich schreibe jetzt weiter. Also bitte, wie ging es weiter?”
Mit schmachtendem Blick auf den Hünen nickte der Faun und entließ diesen wieder vor die Tür.
“Hach, das waren Zeiten”, murmelte er, während er wieder zu seinem Diwan hinübertrabte. “Könnte ich doch die Zeit zurückdrehen. Aus und vorbei.” Er schniefte. “Äh, wo waren wir denn stehengeblieben?”
“Das letzte war, wie der Moderator schreit ‘there is a new faun in town.’”

“Genau. Dann schreib:
Tosender Beifall. Abermals flogen allerlei Gegenstände auf die Bühne, aber diesmal waren es keine Tomaten oder Eier, sondern Schlüpfer und BHs. (Seltsam, dabei bestand das Publikum doch fast ausschließlich aus Männern.) Der Faun kicherte entzückt, bückte sich und hob alles auf, was er tragen konnte. Mit verklärtem Blick beobachtete ihn Erich dabei und bekam deshalb beinahe nicht den Augenblick mit, in dem sich sein Leben verändern sollte.
Dieter nämlich erkannte die Gunst der Stunde. Es ging ihm schon immer vorrangig darum, möglichst viel Geld zu scheffeln, und nicht, gute Musik zu produzieren.
“Ruhe, bitte, beruhigt euch, Leute!” rief er so laut er konnte. Der Geräuschpegel senkte sich etwas. “Das war eine subbää Päformens! Das hat gerockt! Und ein supergeiles Outfit! Meint ihr nicht auch?”
Jubelschreie.
“Ich glaube, wir müssen uns die anderen gar nicht mehr ansehen, das kann nur schlechter sein und später auch nicht besser werden - wer ist dafür, daß Erich und der Kübel-Bock gewonnen haben?”
Geschrei. Ohrenbetäubendes Geschrei. Die Zuschauer rissen die Arme in die Höhe, klatschten, lagen sich mit Tränen in den Augen in den Armen.
Jetzt hab ich sie am Sack, dachte Dieter, und wandte sich an Erich. “Wollt ihr von nun an jeden Abend hier auftreten?” Was sollte Erich auf diese Frage antworten, wenn er nicht den Zorn des halben Breelandes auf sich ziehen wollte? Also sagte er unter dem Beifall der Menge: “Äh, also, auf jeden, Leute! Ihr seid so krass! Das beste Publikum der Welt! Ich liebe euch!”


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Erich war unterdessen verwirrt. Warum hatte der Faun ihn erst gerufen und ihn dann vor dem eigentlichen Höhepunkt wieder weggeschickt? Jetzt wo er so richtig in Fahrt gekommen war? Der Hüne musste sich abreagieren. Doch wie? Plötzlich viel ihm der andere Hobbit ein. Erich machte sich auf dem Weg zu Sam's Verlies.

Mit einem Ruck öffnete der Hüne die Tür. Zuerst konnte er den Halbling nicht sehen, aber dann erblickte er Sam bäuchlings auf einer Art Strohballen liegend. Der Hobbit atmete schwer.

Erich trat näher und bemerkte, das Sam eingeschlafen war und schnarchte. Grob weckte ihn der Hüne, in dem er den Hobbit schüttelte und rief: "Aufstehen. Ich erwarte jetzt deine Kooperation, also hör gut zu!" Noch schlaftrunken wusste Sam nicht wie ihm geschah. Mühsam rappelte er sich auf und sah, wie sich Erich das Hemd vom Leib riss....

Es war inzwischen später Nachmitag und Twizel, der Schiffskoch, konnte das Frischwasser nicht finden, das er zum Kochen brauchte. Der Faun hatte sich "Henry's Peitsche" zum Abendessen gewünscht und der Halbzwerg wollte ihn auf keinen Fall enttäuschen. Der Faun konnte schließlich selber hervorragend kochen und so waren dessen Ansprüche entsprechend groß. Da der Kapitän allerdings jede Störung verboten hatte, wollte der Koch lieber Erich fragen, wo die Fässer mit dem Wasser abgeblieben waren.

Twizel ging unter Deck und kam an Sam's Verlies vorbei. Verdutzt blieb er stehen, denn aus dem Raum drangen komische Laute. Es hörte sich an wie ein Keuchen und ein rythmisches, klatschendes Geräusch. Neugierig öffnete er den Verschlag.

Der Koch traute seinen Augen nicht. Er sah, wie sich Erich an eine Strohpuppe drückte, die an einem Pfeiler aufgehängt war und dabei Luft-Ukulele spielte. Der dicke Hobbit stand daneben und klatschte in die Hände, als ob er Zuschauer bei einem Konzert wäre. Die beiden bemerkten Twizel nicht und so bekam der Halbzwerg mit, wie der Hüne von der Puppe ablies und zu Sam sagte: "Ja, so war das damals. Hat dir die Geschichte gefallen? Soll ich sie noch mal erzählen?"

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Frodo legte die Feder nieder.
„Was soll das?“ fragte der Faun empört.
„Ich kann nicht mehr, ich brauche eine Pause“, antwortete der Halbling, während er seine Hand ausschüttelte. „Meine Finger sind schon ganz verkrampft. Außerdem muß ich mal an die frische Luft.“
„Also gut“, grummelte der Faun nach einer kurzen Pause. „Aber nur ein paar Minuten!“
Frodo nickte erleichtert, stand auf und ging an Deck. Dort atmete er erst einmal tief ein. Der dumpfe Schmerz in seinem Kopf, den er bereits in der Kabine des Fauns gespürt hatte, wurde immer schlimmer.
Ich schlittere von einem Unglück ins nächste, dachte er, und schwankte zur Reling. Daß Sam auch auf dem Schiff zu sein schien, war das einzige erfreuliche an seiner Situation. Ach, Sam. Wo er jetzt wohl war? Immer noch in der Abstellkammer vielleicht? Konnte er das herausfinden?
Mit einem Mal erschien ein Bild vor seinem inneren Auge. Er sah sich nackt in einem hohen Turm liegen, ein Ork mit einer Peitsche vor ihm. Und Gesang aus der Ferne. Natürlich! Das war es!
Und dann plötzlich erwuchs eine neue Kraft in ihm, und seine Stimme erschallte laut, während Wörter, die er erfand und die zu einer einfachen Weise paßten, sich ungeheißen einstellten.

Im hellen Westen blüht es schon,
von Knospen schwillt der Baum,
die Finken üben ihren Ton,
der Wildbach quirlt im Schaum.


„Im hellen Westen blüht es schon“, begann er wieder, und dann hielt er inne. Er glaubte, er habe eine schwache Stimme gehört, die ihm antwortete. Angestrengt lauschte er und beugte sich tiefer über die Reling, denn von weiter unten schien die Stimme gekommen zu sein. Doch es war nicht Sam, der gesungen hatte.
„I‘m a sex machine“ schallte es lärmend zu ihm hoch. Das war des Guten zu viel. Mit einem mal wurden seine Kopfschmerzen schier unerträglich, so daß ihm speiübel wurde und er sich geräuschvoll übergab.


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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Twizel hatte genug gesehen. Leise schlich er aus der Kammer, ohne das sie ihn bemerkt hatten. Er wollte Erich lieber nicht stören. Der Koch wusste zwar nicht, was dieser da trieb, aber er wollte es auch gar nicht wissen. Der Halbzwerg bekam gerade noch mit, wie der Hüne sagte "Nein, sag nichts. Ich weiß du möchtest es nochmal hören! Also, es war so..."

Der Halbzwerg ging in die nächste Kammer, um dort nach dem Frischwasser zu suchen. Der Raum war ziemlich groß und mit allerlei Plunder gefüllt. Twizel sah sich eine Zeit lang um, doch auch hier konnte er die Fässer nicht entdecken. Da bemerkte wie stickig es in dem Raum war und beschloss ein Fenster zu öffnen. Gierig sog er die frische Seeluft ein, die durch das offene Bullauge kam und streckte den Kopf hinaus.

Die See war rauh geworden und die Wellen hoch. Twizel drehte den Kopf nach oben, um besser den Himmel und die Wolken zu betrachten, als ihm etwas ins Gesicht klatschte, das ihm warm an den Wangen herunterlief. Twizel, der unglücklichweise den Mund offen hatte, bekam die volle Fuhre ab. Er prusstete und spie angeekelt aus.

Nachdem sich Frodo übergeben hatte, fühlte er sich etwas besser. Das schöne Essen war nun Futter für die Fische, dachte er. Er wollte sich gerade von der Reling abwenden wollte, als eine große Welle auf Deck schlug. Der Halbling musste sich festhalten, um nicht auf der anderen Seite mit dem Seewasser vom Schiff gespült zu werden.

Der Koch hatte die Welle, die über das Schiff geschlagen war, voll abbekommen, als sie auf der Steuerbordseite, wieder in das Meer zurück lief. Der Halbzwerg fluchte. Doch er wusste nicht welches Glück er gehabt hatte, dass er nicht zuerst Backbord nach den Fässer gesucht hatte....

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Als das Wasser wieder das Deck hinunterfloß, mußte der Halbling unwillkürlich an damals denken, als er hilflos wie ein Possum mit steifen Gliedern auf dem Elbenschiff abgehangen hatte. Eine Ewigkeit schien es her zu sein, nur eine neblige Erinnerung, unscharf und schwindend.

Mit hängendem Kopf ging Frodo wieder hinunter in die Kabine des Fauns. Doch kaum hatte er einen Schritt hineingesetzt, als der Kapitän auch schon einen schrillen Schreckensschrei ausstieß. Der Halbling machte einen Satz rückwärts und hielt sich die Ohren zu. Wenn er es nicht besser gewußt hätte, hätte er fast gedacht, ein Nazgul sei anwesend.
“Grundgütiger, was ist denn DAS?” rief der Faun entsetzt. “Bloß nicht reinkommen, der schöne Boden wird ja ganz naß, und der Teppich! Er ist ja klatschnaß!”
Mit schnellen Schritten war er herbeigesprungen, hatte sich Sams Umhang geschnappt und rubbelte Frodo damit von oben bis unten ab. Dabei blieb auch etwas von der “Vanillesoße” an Frodos Hosenboden hängen, die sich der Faun vorher von der Nase gewischt hatte, doch das merkte keiner von beiden.

Als der Hobbit nicht mehr tropfte, durfte er eintreten. Unentschlossen stand er vor dem Tisch. Es widerstrebte ihm, die Geschichte des Fauns weiterzuschreiben. Er wollte gar nicht wissen, was dieser alles erlebt hatte, ein Übelkeitsanfall genügte ihm.

“Ich habe einen lauten Schrei gehört, ist alles in Ordnung?” Erich stand völlig außer Atem in der Türschwelle. Anscheinend war er so schnell er konnte herbeigeeilt.
“Nein, nein, es ist nichts, keine Sorge”, sagte der Faun. “Wir werden jetzt hier weitermachen.”
Beruhigt nickte der Hüne. Nach einen prüfenden Blick durch den Raum wollte er sich schon abwenden, als ihm etwas ins Auge fiel. Etwas, daß ihm binnen Sekunden erst einen Schock vesetzte, dann seine Kehle zuschnürte und schließlich seinen Puls rasen ließ. Wie paralysiert starrte er auf Frodos Hintern.
Verwundert zog der Faun die Augenbrauen hoch. Was war denn plötzlich los? Gerade wollte er Erich fragen, als dieser sich wieder gefangen hatte, den Kapitän mit hochrotem Kopf und zusammengekniffenen Augen anfunkelte und schließlich kehrtmachte und davonstürmte.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Planlos rannte er vom Bug zum Heck, von Backbord nach Steuerbord, während seine Gedanken rasten. Hatte er richtig gesehen? Wie konnte das passieren? Wie konnte man ihm das antun? Am liebsten wollte er sich in ein tiefes Loch verkriechen, wo ihn niemand finden konnte. Kein Faun, kein Twizel und keine bittere, nagende Eifersucht. Tränenblind lief er schließlich unter Deck und öffnete die erstbeste Tür, stolperte hinein und schlug sie sofort wieder hinter sich zu. In dem dunklen Raum kauerte er sich in eine Ecke, vergrub den Kopf in den Händen und schluchzte hemmungslos.
“So viele Jahre haben wir zusammen verbracht“, jammerte er, “und das soll alles nichts mehr wert sein? Wie konnte er nur!”
“Ähem.”
Erich erschrak. War er nicht alleine hier? “Wer ist da?”
“Ich bin es, Sam.”
Erst jetzt bemerkte er, daß er zurück in die Abstellkammer gelaufen war.
“Äh, was ist denn passiert?” fragte Sam vorsichtig. “Kann ich irgendwie helfen?”
Erich schüttelte den Kopf. Was sollte der Rudersklave schon machen können? Nichts! Niemand konnte ihm helfen. Er mußte mit seinem Elend alleine fertig werden. Andererseits - zumindest könnte er sein Leid teilen. Geteiltes Leid ist halbes Leid, hieß es doch immer.
“Es ist so. Äh. Hm, also... Stell dir vor, der Käpt’n, öhem, nein, dir gibt jemand ein Versprechen und du vertraust darauf, daß es gehalten wird. Und auch du gibst ein Versprechen. Und jahrelang ist alles in Ordnung und alles rosarot. Und dann”, Erich schiefte, “kommt so ein dahergelaufener Neuankömmling, nicht mal halb so groß und höchstens ein Viertel so stark wie du selbst, mit weicher, weißer Haut und krausen Haaren und alles ist dahin! Aus und vorbei! Wie sollte es jetzt je wieder werden, wie es war? Hm? Was meinst du? Hallo? He, ich rede mit dir!”
Sam jedoch konnte nicht antworten. Er starrte ausdruckslos geradeaus und war mit einem Mal kreidebleich geworden. Zwar war er nicht der klügste, aber er war lange genug auf dem Schiff, um zu wissen, wie der Kapitän und Erich zueinander standen, und so mußte er nur eins und eins zusammenzählen.
“Das kann nicht sein”, flüsterte er mit zitternder Stimme, “das würde er niemals tun.”


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

"Ich bin mir sicher, es war Wichse!", sagte Erich, aber der Hobbit konnte es einfach nicht glauben. Sam hatte bisher immer als einziger hinter seinem Chef gestanden, bei allem was sie gemacht hatten. Es gab nur zwei Möglichkeiten und beide waren furchtbar. Entweder es war gar nicht Frodo und somit war er auch nicht hier an Bord oder sein Chef hatte sich mit dem sch... schrecklichen Faun eingelassen!

Erich unterbrach Sam's verzweifelte Gedanken indem er erneut schluchzte: "Es war Wichse! Ich weiß es genau, denn damals als wir uns trafen, hat es der Kapitän auch für mich gemacht."
"Wir hatten den Contest gewonnen und kräftig gefeiert", fuhr der Hüne fort. "Als alle weg waren gingen wir alleine in den Stall und der Faun sagte mir, dass er so dankbar wäre, dass er mir einen Wunsch erfüllen wolle. Ich überlegte nicht lange und deutete nach unten". Sam schluckte, doch Erich schien ihn gar nicht zu beachten.

Der Hüne berichtete weiter: "An dem Abend trug ich meine weißen Lieblingsstiefel. Ich bat ihn, diese für mich zu polieren und er willigte ein. Zur Pflege meiner Stiefel habe ich immer eine besondere weiße Wichse dabei, die ich von einem elbischen Schuster gekauft habe", erklärte Erich. "Diese Schuhwichse gab ich dem Faun und er putzte mir die Stiefel. Das war für mich eins der schönste Erlebnisse meines Lebens und es bricht mir das Herz, dass er jetzt jemand anderem die Schuhe geputzt haben soll!"

Sam fiel ein Stein vom Herzen. Das war es also! Und er hatte schon gedacht... Na ja, wenn der Ziegenbock Frodo nur die Schuhe geputzt hatte, dann sollte ihm das egal sein. Der Gärtner entspannte sich und betrachtete, nicht ganz ohne Mitleid, den heulenden Hünen. Alles war in Ordnung, oder? Nein, verdammt! Es lief Sam kalt den Rücken runter. Frodo trug ja gar keine Schuhe!

In der Kabine des Kapitäns, knurrte dem Faun der Magen. Er ging zu seiner Kiste und nahm einen Pudding heraus. Es war schon der Dritte für ihn, an diesem Tag, denn er liebte Pudding. Am allerliebsten mochte der Faun jedoch die Soße. Er fuhr sich mit der Zunge über die Lippen und goß aus einer kleinen Kanne dickflüssige Vanillesoße über die Süßspeise. Gierig verschlang er den Pudding und leckte die Schüssel bis zum letzten Rest aus. Als er fertig war, klebte ihm erneut weiße Masse an der Nase.

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Geändert durch Aramir (02.08.2008 19:53)

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Die Memoiren des Fauns, 2. Teil

“Igitt”, murmelte Frodo leise, als er sah, wie der Faun sich eingesaut hatte. In diesem Fall wollte er vielleicht doch schnell weiterschreiben, so konnte er sich auf das Papier konzentrieren und mußte sich nicht die bekleckerte Nase ansehen. Schnell setzte er sich an den Tisch, doch gerade als er sich niederließ, hörte er ein seltsames, schmatzendes Geräusch. Er sprang wieder auf und sah hinunter auf den Hocker. Dort klebte eine mit Dreck vermischte gelbe Masse. “Das darf doch nicht wahr sein!” stöhnte Frodo. “Hab ich das etwa jetzt am...?” Er griff sich ans Gesäß und tatsächlich faßten seine Finger in das schleimige Zeug. Auch das noch, dachte er. Erst mußte er diese total bescheuerte Lebensgeschichte das Kapitäns schreiben, wo ihm dabei schon schlecht wurde, daß er sich übergeben mußte, dann war diese Welle über ihn geschwappt und jetzt setzte er sich auch noch in.... Er wollte es gar nicht wissen! Außerdem pochte sein Kopf schon wieder. Er hatte keine Lust mehr! Warum wurde so mit ihm umgegangen? Was sollte das? So langsam merkte er, wie er immer aggressiver wurde. Kein Wunder, denn die Wirkung der zuletzt mit dem Fußnagelgrind eingenommenen Substanzen war mittlerweile verflogen.
“Da ist was an der Hose”, sagte der Faun und lächelte. “Du kannst sie ausziehen, ich werde sie dann einem meiner Männer zum Waschen geben.”
“Du kannst mich mal am Arsch lecken!” brüllte Frodo ihn an.
“Oh”, strahlte der Kapitän, “sehr gerne”, und sprang auf.
“Nein, SO hab ich das NICHT gemeint!” Frodo setzte sich sofort wieder hin.
“Dann eben nicht!” sagte der Faun angesäuert. Er fand es eine Verschwendung, die gute Vanillesoße auf dem Hocker zu verschmieren, denn so viel davon hatten sie nicht mehr an Bord.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

“Wenn du nicht anders willst, machen wir eben jetzt weiter!

Sie hatten also tatsächlich den Karaoke-Wettbewerb gewonnen. Und den rosa Teppich. Ein großer Herzenswunsch des Fauns war in Erfüllung gegangen. Er nahm ihn gleich zusammen mit Erich in den Stall. Natürlich hatten sie vorher kräftig gebechert und waren hackedicht, und so kam, was kommen mußte. Erich zog seine hohen Stiefel aus und dann ging es los.”

Frodo preßte die Hand an den Mund und kniff die Augen fest zusammen, um einen neuerlichen Würgereiz zu bezwingen.

“Danach war der Faun völlig erschöpft und schlief sofort ein. Seit diesem Ereignis standen die beiden jeden Abend in “Gerstenmanns Brauhaus” auf der Bühne, und bald waren sie über die Grenzen von Bree hinaus bekannt. Immer mehr Wanderer pilgerten zum Wirtshaus. Leider waren die Einwohner von Bree langsam genervt von der Fragerei der Fremden, wo denn der Hüne und der Bock auftreten würden. Deshalb benannte der junge Gerstenmann kurzerhand sein Lokal um in Gasthaus “Zum tänzelnden Pony”, so daß man schon anhand des Namens erkennen konnte, was dort geboten wurde.”

Frodo hielt inne. Also doch! Er fragte sich, ob der Tisch, auf dem er damals stand, als er das Lied zum besten gegeben hatte, wohl derselbe... Angeekelt rümpfte der Hobbit die Nase.


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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Geschickt entfernte Sam die klebrige Masse vom Ständer und wischte sich die Hand an der Hose ab. Erich hatte Sam inzwischen wieder verlassen und der Hobbit fühlte sich erschöpft und einsam. Zuerst kam er sich albern vor, aber dann entschied sich der Gärtner doch dafür, sich einen runterzuholen. Egal, dachte Sam. Der Hüne hatte die Öllampe mitgenommen und nun war es schließlich dunkel in der Kammer.

So war Sam aufgestanden und hatte sich vorsichtig zum Regal am Ende des Raumes bewegt. Er hatte sich auf seine Zehenspitzen gestellt und nach dem Kerzenständer getastet, den er noch im Hellen dort gesehen hatte. Sam hatte sich den Ständer herunter geholt und die Kerzen angezündet.

Das weiße Wachs lief nun an dem Gestell hinab und das schummrige Licht spendete dem Hobbit Trost. Er setzte sich wieder in eine Ecke und vertrieb sich die Zeit damit, das Wachs von dem Kerzenständer zu wischen und sich an die Hose zu schmieren.

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Geändert durch Aramir (09.08.2008 15:55)

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Nachdem er dies getan hatte, bis er schon ganz wunde Finger bekam, wurde plötzlich die Tür aufgerissen. Vor Schreck ließ er die Kerze auf den Boden fallen, wo sie zischend erlosch. Dann wurde er am Kragen gepackt und hinausgeschleift.
„Wo bleibst du denn, Detlef sucht dich schon überall!“ herrschte ihn Twizel an. „Hast du vergessen, daß deine Ruderschicht beginnt? Kannst von Glück sagen, daß ich so ein gutes Herz habe und ihm gesagt habe, Erich sei noch bei dir und hätte dir die Erlaubnis gegeben, später zu kommen.“
Mittlerweile waren sie an Deck. Twizel eilte zurück in seine Kombüse und Sam trottete die nächste Stiege hinunter. Als er bei den anderen Ruderern angekommen war, setzte er sich an seinen Platz, den ein anderer aus der Mannschaft dafür räumte. Um sich herum hörte er die anderen Männer tuscheln. Grinsend zeigten sie auf seine Hose und mehrmals konnte er ein „Erich, die alte Sau“ hinter vorgehaltener Hand hören. Der einzige, der nicht lachte, war Detlef. Er stand mit sauertöpfischem Gesicht an der Pauke und schlug mit ganzer Kraft darauf ein.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Frodo schüttelte den Kopf. Hoffentlich würden die Memoiren des Fauns nicht noch mehr unangehme Zusammenhänge aufdecken.

„Bald waren Erich und der Faun so weit, daß sie mehr wollten“, fuhr der Kapitän fort. „Außerdem war gemessen am Erfolg und der damit verbundenen Beliebtheit des ‚Tänzelnden Ponys‘ die Bezahlung miserabel. So packten die beiden eines Tages ihre sieben Sachen in den Teppich und verließen Bree, um auf Wanderschaft zu gehen. Der Wirt war darüber verständlicherweise nicht sehr begeistert und suchte händeringend nach Ersatz. Doch etwas vergleichbares wie die beiden gab es in ganz Mittelerde nicht mehr. Schließlich mußte er sich mit zwei gehirnamputierten Hobbits namens Hinz und Kunz abgeben, die machmal, warum auch immer, auch Bob und Nob genannt wurden. Da sie ziemlich einfältig waren, taten sie anstandslos das, was man von ihnen verlangte. Doch was das war ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden. Außerdem sollen sich diese Memoiren gut verkaufen und müssen somit jugendfrei bleiben.
Erich und der Faun zogen unterdessen als fahrende Table-Dancer durch die Lande, gastierten mal hier, mal dort, und solange sie die Nacht eine Stalldecke über dem Kopf hatten, waren sie zufrieden. Auch bei den Elben waren sie sehr beliebt und wurden oft von Elrond nach Bruchtal eingeladen, wo sich das Volk bei ihrem Anblick in die alten Zeiten zurückversetzt fühlte, als Lúthien unter den Bäumen getanzt hatte. Die Freundschaft Elronds wurde mit dem Austausch von Naturalien gefestigt, die die Elben stets sehnsüchtig entgegennahmen. Es waren heitere Zeiten gewesen, und dennoch hatte der Faun das Gefühl, als würde etwas in seinem Leben fehlen. Als wäre es noch nicht komplett.
Eines Tages verschlug es Erich und den Faun an die Grauen Anfurten. Ein großes Schiff lag dort vertäut und schaukelte sanft auf den Wellen. Und plötzlich überkam den Faun die Sehnsucht nach der unendlichen Weite der See, dem ungebrochenen Blick in die Ferne, dem Gefühl der vollendeten Freiheit.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

“Was ist los?” fragte Erich, der den verklärten Blick des Fauns bemerkt hatte. “Ist es wieder...? Soll ich...?”
Der Faun schüttelte den Kopf.
“Nein. Spürst du es denn nicht auch? Dieses Schiff! Diese Seeschlange am Bug!”
Verwirrt schaute Erich zwischen dem Schiff und dem Faun hin und her.
“Die Seeschlange ist ganz hübsch. Was ist damit?”
“Merkst du denn nicht manchmal auch, daß dir etwas fehlt?”
Nur kurz überlegte Erich.
“Hm. Nein, überhaupt nicht! Ganz und gar nicht!”
Der Faun seufzte. “Das habe ich mir gedacht. Ich hingegen bin für etwas höheres geschaffen. Ich kann nicht ewig in Mittelerde planlos umherziehen. Eng wird es mir hier. Bedrückend. Muffig.”
Erich hob unauffällig den Arm und schnüffelte in seine Achsel hinein. Als sich der Faun plötzlich zu ihm umdrehte, nahm er ihn ruckartig wieder hinunter.
“Laß uns auf dem Schiff anheuern! Laß uns zusammen hinausfahren in die Welt!” rief der Faun freudig. Er zeigte mit ausgestrecktem Arm auf das Schiff. “Das ist unsere Fahrt in die unendlichen Weiten von Arda!”


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Und noch bevor Erich etwas erwidern könnte, packte der Faun ihn am Handgelenk und zog ihn über die Planke, die hinauf an Deck des Schiffes führte. Ein Matrose, der dort gerade mit einem Tau beschäftigt war, blickte auf.
“He, was soll das! Verpißt euch hier!”
Er ließ das Tau fallen und trat ihnen entgegen, sie böse anfunkelnd. Doch als er näher kam, wandelte sich sein Blick.
“Ihr kommt mir so bekannt... Ihr seid doch... Das gibt es doch nicht! Unser Kapitän ist ein ganz großer Bewunderer von euch!”
“Wir wollten fragen, ob wir hier arbeiten können”, sagte der Faun lächelnd.
“Der wird verrückt wenn er das erfährt!”
Der Matrose drehte seinen Kopf, nahm die Hände an den Mund, formte einen Trichter und rief: “KLAUS! KLAUS, KOMM RAUF!”
Nach kurzem Gepolter ging knarrend eine Falltür auf. Heraus stieg ein großer, dicker Mann mit weißem Rauschebart und rotem Mantel, welcher an den Säumen mit weißem Pelz besetzt war. Als er Erich und den Faun entdeckt hatte, machte er große Augen und bekam vor Überraschung nur ein “ho, ho, ho” heraus.
Auch der Faun war erstaunt. Irgendwie kam der Mann ihm bekannt vor. Dann fiel es ihm wieder ein.
“Ihr ward schon mal in Narn gewesen!”
Der Kapitän blinzelte erstaunt und nickte dann.
“Ja, das stimmt. Ich habe die Angewohnheit, an Orten aufzutauchen, wo ich überhaupt nicht hinpasse. Ich war auch schon mal in Narn, ja.”


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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

"Kommt an Bord und tanzt für mich", rief Klaus.
Wir waren sofort von dem Bärtigen fasziniert, fuhr der Faun fort, und ließen uns nicht zweimal bitten. Hastig eilten wir auf das Schiff und ich merkte, wie Erich den Blick nicht von Klaus' Sack nehmen konnte. Er hatte aber auch einen großen! Und erst seine Rute!, schwärmte der Hufläufer. Frodo wurde erneut übel.

Der Kaptitän führte uns direkt in seine Kajüte und Erich fasste dem Mann an seinen Sack. Mit seinen kräftigen Armen nahm Erich den Jutebeutel, den Klaus sich über den Rücken geworfen hatte, dem Mann von den Schultern und stellte ihn in die Ecke. "Danke" sagte der Bärtige und ließ sich auf sein Bett fallen. Er öffnete seinen Mantel und flegelte sich in die großen Kissen. Mit einer Hand an der Rute rief er: "Tanzt für mich!"

Und wir tanzten.

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Frodo hielt inne und schluckte. Zitternd nahm er ein Kattun-Tüchlein aus seiner Tasche und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Soll ich das aufschreiben? Oder...“
„Oder was?“ fragte der Faun erstaunt.
„Oder seid Ihr gerade mit Euren Gedanken abgeschweift?“
Verständnislos schüttelte der Faun den Kopf. „Ich verstehe nicht.“
Frodo räusperte sich. „Nun ja... Ihr habt eigentlich immer in der 3. Person gesprochen.“
„3. Person?“ Der Faun hob die Augenbrauen. „Aber wir sind doch zu zweit!“
„Ach, schon gut“, seufzte Frodo, „ich formuliere das für die 3. Person um.“
Der Faun verstand noch immer nicht, um was es hier ging. Verlegen holte er sich einen weiteren Pudding aus der Kiste und leckte genüßlich die Vanillesoße.
“Also...” Diesmal schleckte er sich ordentlich die Soße von der Oberlippe und warf extra noch einen prüfenden Blick in den Spiegel.

“Erich und der Hufläufer fetzten über das Parkett, daß Klaus der Mund offenstand und er vor Anspannung seine Rute ganz fest umklammerte. Als der Reigen zu Ende war, entlud sich endlich der ganze Druck, so daß er augenblicklich aufsprang und begeistert in die Hände klatschte.
“Ihr müßt hier bleiben! Ihr müßt! Ich bezahle euch doppelt so viel wie der knauserige Gerstenmann!”
Erich machte große Augen. Wenn das so war, dann wollte er auch auf einem Schiff die Welt erkunden. Er nickte so heftig, daß es aussah, als hätte er einen epileptischen Anfall.
“Also gut”, grinste der Faun mit einem Seitenblick zu seinem Tanzpartner, “überredet.”
“Nur eines noch”, sagte Klaus und trat mit wehendem Mantel auf die beiden zu. “Ihr nennt euch Erich und der Kübel-Bock, stimmt’s? Dieser Name ist euch... dir”, er blickte den Faun an, “nicht würdig. Dein Ruf eilt dir voraus. Du bist ruhmreich. Und du kannst, wie ich hörte, ein Wolf sein.” Hier machte Klaus ein schnurrendes Geräusch. “Darum werde ich, und nur ich, dich Rudolf nennen.”
Der Faun hob die Schultern. “Ganz, wie dir beliebt.”
“Und nun”, fuhr Klaus zufrieden fort, ”geht wieder hinauf und laßt euch von Detlef, dem Matrosen, eure Gästekabine zeigen.”

Die beiden traten wieder an Deck. Besser hätte es nicht laufen können. Sie hatten nicht mal darum bitten müssen, mitfahren zu dürfen.
“Ihr habt Glück”, meinte Detlef, nachdem sie ihm die Order des Kapitäns übermittelt hatten, “denn in ein paar Tagen, wenn wir auf hoher See sind, wird hier groß gefeiert, mit Met, Wildschwein, Hase...”
“Auch mit Steinbock?” warf der Faun ein. Er hatte immer noch Wut auf die Sippe, aus der der Mörder seiner Mutter stammte.
“Das läßt sich einrichten”, lachte der Matrose. “Jedenfalls feiern wir den ‘Red-Nose-Day‘. Und da gibt es einiges an Überraschungen.”


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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der Red-Nose-Day kam und der Faun stellte erstaunt fest, dass er der Einzige war, der sich eine rote Knollennase aufgesetzt hatte.
Zuerst kam er sich wie eine Dummnuss vor, doch dann machte ihn die eng sitzende Gumminase irgendwie an. Während er darüber nachdachte, was man damit alles anstellen könnte, hörte er hinter sich eine Stimme: "Oh, Rudolf my Rednose-Faun, dear!

Der Hufläufer drehte sich um und sah Bruce, den dunkelhäutigen Frisör des Kapitäns. "Die Essen ist förtik!", sagte Bruce und drehte sich mit einer so eleganten Hüftdrehung um, dass selbst die illegalen Tabledancerinnen in Elronds Haus sie nicht besser hätten hinkriegen können. Fasziniert folgte der Faun dem Frisör, der ihn mit einer vorwärtskreisenden Bewegung seines rechten Zeigefingers Richtung Speisesaal lockte.

Nach einer Weile machte Bruce vor einer verschlossenen Doppelflügetür halt und flüsterte dem Faun augenzwinkernd zu "Denk dran, der Captain liebt Drama, Baby!. Ick muss nock Detlef eine paar Rastalocken macken, aber dann komme ick auch!" Der Frisör kniff dem Hufläufer in das haarige Hinterteil und tänzelte elegant davon. Der Faun schaute Bruce verwirrt hinterher. Rastalocken? Detlef hatte doch eine Glatze!

Der Faun fragte sich, ob Bruce eine Gefahr für ihn war. Bei den Bewegungen!
"Es darf nur einen schw.. schw.. schwingenden Faun an Bord geben!" stotterte er vor sich hin und merkte gar nicht, dass er es laut ausgesprochen hatte.

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

“Das finde ich auch!” sagte Erich. Der Faun zuckte zusammen. Er hatte gar nicht gehört, daß sein Partner dazugekommen war und Bruce mit gerunzelter Stirn hinterherblickte. “Wie der sich aufspielt!” fuhr Erich fort. “Als wäre er auf dem Laufsteg und würde allen den Kopf verdrehen!” In diesem Moment bemerkte der Faun, daß er selbst mit verrenktem Hals dastand, um dem Frisör so lange wie möglich hinterherzuschauen. Rasch drehte er den Kopf zurück. Es knackte leicht in seinem Genick, aber er versuchte, sich nichts anmerken zu lassen und grinste Erich an. “Na, dann mal rein in die gute Stube, was?”
Gerade wollte er die Tür öffnen, als von innen lautes Schreien, Rufen und Juchzen zu hören war. Seine Hand verharrte am Türknauf. Was war denn da los? Bruce würde ihm doch nicht die Schau stehlen? Er legte sein Ohr an die Tür, um zu lauschen. Erich tat es ihm gleich.
“Er kommt gleich, er kommt!” und “Seht euch nur diese lange Rute an!“ war von drinnen zu hören, und dann “Ich komme! Ja, ich komme. Seht alle her! Mein Sack platzt gleich, weil er so prallgefüllt ist!”
Erich und der Faun sahen sich in freudiger Erwartung an. Das schien ein Fest zu sein nach ihrem Geschmack! Mit einem Ruck stieß der Hufläufer die Türflügel auf.
Eine warme, schweißtriefende Luft schlug ihnen entgegen.
Klaus hüpfte zwischen den Tischen umher, schwang seinen Sack und verteilte Geschenke. Als er die beiden Neuankömmlinge erblickte, sprang er geradewegs auf sie zu. An seiner Seite stand ein kleiner Mann mit ein paar zusammengebundenen und entlaubten Birkenzweigen in der Hand.
“Heute ist zufällig auch Klaustag”, sagte er. “Warst du denn auch brav gewesen, Rudolf?”
Der Faun nickte.
“Dann bekommst du etwas aus meinem Sack.” Klaus holte ein violettes Päckchen hervor und drückte es ihm mit einem Augenzwinkern in die Hand.


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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der Faun nahm das Päckchen und drehte es in der Hand hin und her. Er legte die Stirn in Falten und grübelte darüber nach, was der Inhalt der lila Schachtel sein könnte.
"Was da wohl drin ist?"wandte sich der Faun an Erich. Der Hüne schaute ihn an und überlegte. Dann erwiderte er: "Du könntest es öffnen!
"Brilliant!", lobte der Faun den Hünen, dessen Gesichtsfarbe sich daraufhin der Farbe des Päckchens anglich. Erich ist ja so klug, dachte der Hufläufer. Gut, dass er immer hinter mir steht! Gekonnt zog der Bocksbeinige an der Schleife der violetten Schachtel. Es fühlt sich an, wie das Öffnen von Erichs Mieder, stellte der Faun dabei stillheimlich fest.

Plötzlich flog die Tür auf und Roberto, der südländische Ausguck des Schiffs, platzte entsetzt herein: "Da! Sand! Sand da, Klaus!" stammelte er und zeigte hektisch zum Bug des Schiffes. Der Kapitän schreckte hoch. Eine Sandbank! Klaus fluchte, er hätte nicht auch den Steuermann zu seiner Org.. äh Party einladen sollen. Nun drohte das Schiff auf eine Sandbank zu laufen!

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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Panik brach aus und die ganze Versammlung drängte zur Tür. Die Teilnehmer der ähm... Veranstaltung purzelten übereinander und schubsten sich gegenseitig. Der Kapitän, der als Erster reagiert hatte, schaffte es vor dem Mob aus dem Raum zu kommen und rannte eilig die Treppe, die zum Deck führte, nach oben.

Auch Erich reagierte geistesgegenwärtig. Als die Meute direkt auf sie zustürzte, brachte er den Faun und sich gerade noch mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit.
Da alle anderen nun geichzeitig nach draussen wollten, verkeilte sich der Haufen hoffnungslos in der Tür. Die transpirierende Körper der Seeleute, von denen die meisten das monatliche Baden schon längere Zeit ausgelassen hatten, rieben sich unkontrolliert aneinander.
Erich schaute den Faun schuldbewusst an. "Es tut mir leid", stammelte er, plötzlich erkennend, was die beiden verpasst hatten. "Hätte ich das gewusst, hätte ich dich nicht zur Seite gestoßen". Der Hufläufer starrte mit grimmer Miene zurück. Doch dann entspannten sich seine Gesichtszüge. "Macht nichts", erwiderte der Faun. "Es ist ja noch im vollen Gange!". Der Bocksbeinige riss sich den roten Schal vom Hals und hechtete mit einem Kopfsprung in das Gedränge der schwitzigen Leiber.

In der Zwischenzeit hatte der Kapitän das Deck und das Steuerrad erreicht. Bereit das große Rad jederzeit herumzureißen, starrte er Richtung Bug. Komisch, das Meer war ruhig und das Schiff schaukelte gemächlich in den Wellen vor sich hin. Klaus kannte die Region gut und eigentlich hatte er noch nie etwas von Sandbänken in diesem Gebiet gehört. Nachdenklich kratzte er sich an der Stirn. Ausserdem haben wir doch Anker geworfen, fiel es ihm plötzlich ein.
Ihm schwante Böses. "Na warte!" brummelte er in seine Bart und stapfte zurück in den Festsaal.

Als Klaus den Saal wieder erreichte, hatte der schmierige Reigen scheinbar noch immer nicht seinen Höhepunkt überschritten.
Was solls, dachten inzwischen die meisten Teilnehmer und keiner versuchte mehr wirklich aus dem Raum heraus zu kommen. Wenn das Schiff schon untergeht, dann wollen wir das Beste daraus machen! Und so unterbrachen ein paar der Seeleute ihr Treiben lediglich für einen kurzen Moment, um sich erneut mit der Knoblauchbutter vom Buffet einzureiben.
Wütend schaute der Bärtige auf das Geschehen und brüllte: "Wo ist er? Wo ist dieser verdammte Kerl?" Erschrocken von der lauten Stimme Ihres Kapitäns, blickten ihn mehrere Gesichter aus dem glitschigen Haufen verdutzt an.

Doch dann erblickte der Schiffsführer Roberto, der dümmlich grinsend im hinteren Teil des Raumes stand, selbst. Als sich Klaus auf ihn zubewegte fing der Südländer, der sich ein Arkordeon umgehängt hatte, an zu singen: "Ein bisschen Spaß muß sein!"

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Seine Zähne blitzten dabei schneeweiß aus seinem Gesicht, das er zu einer lachenden Grimasse verzogen hatte. Das ganze hatte etwas unheimliches.
“Schluß damit!” brüllte Klaus wütend. “Du warst nicht brav gewesen! Gar nicht brav! Rupi?”
“Jaaa!” frohlockte der Kerl mit den Birkenzweigen und kam herbeigeeilt.
Roberto ahnte, was nun kommen würde. Verdammt, er war zu weit gegangen! Natürlich, gerade am Klaustag durfte man sich so einen Scherz nicht erlauben. Warum nur hatte er sich nicht zurückhalten können? Jetzt mußte er dafür bluten.
“Klaus, jetzt mach dich doch mal locker”, versuchte er in bemüht gelassenem Ton die Wogen zu glätten, aber seine schreckgeweiteten Augen sprachen eine andere Sprache.
“Zu spät”, meinte Klaus trocken. “Männer, schnappt ihn euch!”
Die Meute stürmte nach vorne, glitt stellenweise auf der heruntergetropften Knoblauchbutter aus, fiel übereinander, aber einige schafften es schließlich, Roberto zu ergreifen. Er wehrte sich heftig und zappelte, konnte sich aber nicht befreien. Grinsend trat Rupi mit der Rute an ihn heran und packte ihn am Kragen: “Jetzt bist du fällig!” Mit einem Ruck riß er ihm das Hemd herunter, und sofort zwangen die Matrosen ihn auf einen Tisch, wo er mit Seilen gefesselt wurde. Roberto schrie auf und versuchte, Hände und Füße aus den Schlingen herauszuwinden, aber diese schnitten sich nur noch tiefer in seine Gelenke. Die Männer bildeten nun in einem großen Kreis, dessen Mittelpunkt er selbst war. Nur Rupi stand bei ihm am Tisch. Er schritt langsam auf und ab und ließ dabei die Rute fast liebkosend durch seine Hand gleiten.”

Frodo legte kurz den Kopf in die Hände. Gab es auf diesem Meer denn keine normalen Schiffe, mit normalen Besatzungen? Warum nur all diese Gewalt, dieser Spaß an Erniedrigung, diese Grobheit und Perversität? Anfangs war er davon ausgegangen, daß das Elbenschiff eine Ausnahme gewesen war. Aber je mehr Zeit seit seiner Abfahrt aus Mittelerde vergangen war, desto mehr bereute er seinen Entschluß, es verlassen zu haben. Lieber hätte er die Schmerzen in seiner Schulter und seinem Herzen ertragen, wenn er gewußt hätte, was ihn hier erwartete.
Der Faun räusperte sich. Seufzend beugte sich Frodo wieder über das Buch, um weiter zu schreiben.

“Rupi ließ die Rute durch die Luft sausen. Mit einem Knall landete sie auf einem nebenstehenden Stuhl.
“Eine kleine Demonstration”, schmunzelte er, “was ich alles damit machen kann.”
Roberto schluckte. Er schloß die Augen und versuchte, sich an einen anderen Ort zu denken. Irgendwo, wo er glücklich wäre. Eine Bühne. Schweinwerfer auf ihn gerichtet. Graugestrümpfte Omas im Publikum. Eine 18jährige Blondine, wartend in seiner Garderobe.
Aber es half nichts. Als er die Rute am Körper spürte, wurde er gnadenlos in die Wirklichkeit zurückgeholt. Schreiend wand er sich, so gut dies eben in gefesseltem Zustand möglich war. Rupi stand freudestrahlend an seinem Fußende. Die Birkenzweige strichen sanft über seine Fußsohlen, und es kitzelte dermaßen, daß es eine Qual war. Die Männer um ihn herum lachten mit ihm und klatschten in die Hände. So wurde er am ganzen Körper gekitzelt, bis seine Muskeln zu schwach waren, um sich zusammenzuziehen, und er wimmernd und schlaff auf dem Tisch hing.


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Lebhaft erschien das Bild von Robertos nackten Füßen vor Frodos innerem Auge. Er konnte die großen schwarzen Zehen sehen und auch die langen Fußnägel, unter denen sich die Zeugnisse einer langen Reise abgelagert hatten. Dem Halbling lief das Wasser im Munde zusammen und er spürte, dass er einen gewaltigen Hunger bekommen hatte. Im Geiste sah er sich an Robertos Fußnägeln kauen, bis er sie, mit samt ihres dunklen Randes, bis zum Ansatz runtergeknabbert hatte. Gedankenverloren troff ihm dabei der Speichel auf das frisch beschrieben Papier.

Ausgerechnet in diesem Augenblick schaute der Faun zu Frodo herüber. Mit kreischender Stimme zeterte er los: "Was macht es da? Es ruiniert alles! Dummer, fetter Hobbit!"
Frodo erschrak, sah seinen sämigen Geifer auf dem Buch und stammelte: "Es tut mir… Es tut mit leid! Es ist ja nichts passiert! Nur ein kleiner Fleck."
Vom ersten Schreck erholt, fügte er dann etwas mutiger hinzu: "Kleiner als die Flecken in eurer Bettwäsche!"
Angewidert blickte Frodo zum schwarz bezogenen Bett des Fauns hinüber. Innig hoffte dabei er, dass das helle Muster auf dem dunklen Seidentuch nur davon herrührte, dass der Bocksbeinige abends immer einen Vanillepudding vor dem Einschlafen aß.

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

“Das geht dich gar nichts an!” grummelte der Faun. “Aber da wir gerade dabei sind” - er gähnte ausgiebig - “ich bin müde, wir werden morgen weitermachen.”
Er stand auf, ging hinüber und ließ sich mit einem Seufzer auf das fleckige Bett fallen.
Frodo sagte nichts. Er wartete darauf, daß der Faun ihm die Erlaubnis geben würde, den Raum zu verlassen. Statt dessen aber nickte der Kapitän in Richtung des Schminktisches.
“Du darfst mir die Ehre erweisen und den Lack von meinen Hufen entfernen.”
Mit einem plötzlichen Anflug von Erregung erhob sich der Hobbit und schnappte sich eine große Flasche mit klarer Flüssigkeit und einen Lappen, der daneben lag.
Der Faun lag mit geschlossenen Augen auf dem Rücken. Die Hufe hatte er ausgestreckt, so daß sie ein wenig über die Bettkante ragten.
Frodos Hände wurden feucht, als er sich vor das Bett kniete und anfing, den lila Nagellack von den Hufen zu wischen. Er ließ sich dabei Zeit und machte seine Arbeit gründlich. Zutage kam ein wunderschöner Huf, wohlgeformt und glatt. Nur hier und da blätterte die verhornte Haut ein bißchen ab. Frodo legte die Flasche und den Lappen beiseite. Mittlerweile war der Faun eingeschlafen. Gleichmäßig hob und senkte sich sein Brustkorb.
Frodos Puls beschleunigte sich. Prüfend sah er den Bock noch mal an. Er mußte sicher sein, daß dieser in tiefem Schlaf war.
Schließlich beugte er sich nach vorne und nahm sanft einen Huf in seine Hand. Sachte berührten seine Lippen das harte Horn. Sein Atem ging nun schneller, und dann gab es kein Halten mehr. Voller Wonne begann er zu knabbern, und es war so eine Freude, daß nur seine eigene Müdigkeit das Schauspiel beenden konnte.
Und so schlief er ein, mit seinem Kopf an das Bett gelehnt und einem Speichelfaden, der ihm seitlich aus dem Mund troff.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Und so fand Erich sie nach Stunden. Frodos Kopf war zur Seite gesunken, und er atmete schwer. Auf dem Bett lag der Faun, tief im Schlaf. Ihrer beider Gesichter waren friedlich.
Erich betrachtete sie. Ein seltsamer Ausdruck huschte über sein fettes, hungriges Gesicht. Der Glanz verblaßte in seinen Augen, und sie wurden trübe und grau, alt und müde. Ein schmerzhafter Krampf schien ihn zu befallen, er wandte sich ab, schaute hinüber zur Tür, schüttelte den Kopf, als ob er einen inneren Kampf ausfechte. Dann streckte er zögernd seine zitternde Hand aus und berührte sehr vorsichtig Frodos Knie - aber die Berührung war fast eine Liebkosung. Hätte einer der Schläfer ihn sehen können, dann würden sie für einen flüchtigen Augenblick geglaubt haben, einen alten, müden Hünen zu erblicken, zusammengeschrumpft unter der Last der Jahre.
Aber bei dieser Berührung bewegte sich Frodo und schrie leise auf im Schlaf, und sofort war der Faun hellwach.
Er richtete sich so hastig auf, daß sein Huf nach oben schnellte und Frodo hart im Gesicht traf.
“AAAAAH!” heulte Frodo auf, dem vor Schmerz sofort die Tränen in die Augen schossen, als er vom Schlag getroffen nach hinten kippte und sich auf dem Boden wälzte. Aus seiner Nase tropfte Blut und bildete eine kleine Lache auf dem teuren Parkett.
“Um Himmels Willen!” schrie der Faun schrill auf. “Aufhören! AUFHÖREN!”
“Ich bin nicht schuld!” meinte Erich entschuldigend und fuchtelte beschwichtigend mit den Händen in der Luft herum.
“Natürlich bist du schuld, und jetzt hol sofort einen Lappen und putz die Sauerei auf!”
Erich wich zurück, und ein grünes Funkeln flackerte unter seinen schweren Lidern auf.
“Sicher!” zischte er.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Mit einem Seufzer ließ sich der Faun wieder zurück aufs Bett fallen. Er streckte sich, gähnte und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Zu seinen Füßen putzte Erich vor sich hinmurrend das schon halb getrocknete Blut auf. Dabei entdeckte er den lila verfärbten Lappen, den Frodo am Vorabend dazu benutzt hatte, um den Huflack zu entfernen.
Jetzt darf er ihm also schon die Hufe polieren, dachte Erich, und Zorn keimte in ihm auf. Er erinnerte sich daran, wie der Faun ihm damals die Stiefel gewichst hatte, und was sich danach zwischen beiden entwickelt hatte. Er wollte nur hoffen, daß das zwischen Frodo und dem Kapitän eine einmalige Angelegenheit blieb. Ansonsten mußte er wohl Maßnahmen ergreifen.
Währenddessen versuchte der Hobbit verzweifelt, die Blutung zu stoppen, indem er den Kopf weit in den Nacken legte. Vorsichtshalber hatte er sich sein Hemd in die Nase gestopft, welches schon ein immer größer werdender Blutfleck zierte.
Als Erich mit Putzen fertig war und es aus Frodos Nase nicht mehr tropfte, schwang der Faun die Hufe aus dem Bett und zog sich an (das heißt, er legte sich seinen Schal um den Hals). Prüfend betrachtete er seinen beiden Diener.
“Das Hemd muß runter, das ist widerlich”, sagte er schließlich.
Erschrocken sah Frodo erst ihn an, dann an sich hinunter: “Das... das ist doch nicht so schlimm, ich wasche es einfach schnell aus, wenn ich darf.”
Der Faun aber schüttelte den Kopf.
“Nein, das dauert zu lange. Wir haben heute noch viel vor!” Er nickte mit dem Kopf in die Richtung des Buches. “Erich wird es waschen!”
Widerstrebend streifte Frodo sein Hemd über den Kopf und gab es dem Hünen, der es grummelnd entgegennahm und damit verschwand. Der Hobbit zog seinen Umhang eng um sich und schnallte den Gürten von außen darum. Nun fühlte er sich wie damals in Mordor, und so unpassend war das ja auch gar nicht.
Freudig klatschte der Faun in die Hände. “So, jetzt wird erst einmal gefrühstückt!” Er zog an einer Schnur, und kurz darauf kam Twizel mit einem Tablett herein. Heute gab es Banane mit Vanillesoße.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Völlig aufgebracht stapfte Erich übers Deck. Jetzt sollte er auch noch das Hemd von diesem Lump waschen! Warum er? Womit hatte er das verdient? Es war einfach unglaublich! Er mußte sich jetzt aussprechen, mußte seine Sorgen loswerden. Plötzlich fand er sich vor der Abstellkammer wieder, in der der Rudersklave sein Quartier hatte. Ohne anzuklopfen riß er die Tür auf und stolperte hinein.

Mit einem schrillen Schrei rollte Sam herum. Er hatte es sich gerade auf seiner Strohpuppe gemütlich machen wollen, als die Tür aufging. Jetzt lag er mit dem Gesicht zur Wand. Glücklicherweise war es recht dunkel in der Kammer.
“Was... was ist denn?” stieß er keuchend hervor.
“Ich muß mit dir reden!”
Sam drehte den Kopf in Erichs Richtung. “Jetzt?”
“JA! JETZT! Es ist wichtig! Ich weiß nicht, was mit dem Kapitän los ist! So war er noch nie!” Nervös ging Erich auf und ab, während Sam sich langsam beruhigte und wieder umdrehen konnte.
“Er macht Sachen...” fuhr Erich fort, “unschöne Sachen. Ich kann es gar nicht in Worte fassen!” Schwer ließ er sich auf den Boden plumpsen. “Ach, es ist schrecklich! Er kann so zauberhaft sein, und dann wieder so abscheulich!” Der Hüne seufzte, schüttelte den Kopf und senkte niedergeschlagen den Blick.
Sam räusperte sich. “Ähm, um was geht des denn genau?”
Langsam hob Erich das blutbefleckte Hemd in die Höhe. Obwohl das Licht sehr schummerig war, wußte Sam sofort, wem es gehörte, und die Erkenntnis traf ihn wie ein Schlag. Mit einem Mal schien ein Eisblock in seinen Eingeweiden zu sein, der ihn bewegungsunfähig machte. Er konnte nur noch reglos auf das Hemd starren, Frodos Hemd, seines Herrn. Alles andere um ihn herum wurde unscharf, einzig der große Blutfleck direkt über dem Herzen brannte sich schmerzhaft in seine Augen.
Wie aus weiter Ferne hörte er Erich sagen: “Sieh doch nur, was ich machen muß! Das ist doch nicht richtig! Es gibt doch eine gewisse Moral, an die sich auch ein Kapitän halten muß! Müssen Untertanen denn immer gehorchen? Künftig werde ich so etwas nicht mehr tun, das verspreche ich!” Schwerfällig erhob sich der Hüne und ließ den Hobbit alleine zurück.

Dieser starrte immer noch wie betäubt geradeaus. Allen seinen Hoffnungen war er soeben beraubt worden. Es war unfaßbar, und doch gab es keinen Zweifel. Frodo war von Erich umgebracht worden. Sam schluckte. Seine schmerzende Kehle bemerkte er dabei gar nicht. Und dann endlich rannen die Tränen seine Wangen hinunter.


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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Ja, so musste es sein. Erich hatte Frodo getötet! Eigentlich hätte Sam seinen Chef rächen sollen, doch was hatte es jetzt noch für einen Sinn?
Sie hatten die Nazgul überlebt, sie waren dem heimtückischen Gollum entkommen und waren direkt durch das Land des dunklen Herrschers gewandert - und nun das! Ein zwei Meter großer, 120 Kg schwerer, behaarter Kerl hatte seinen Herrn umgebracht.

In seine Gedanken sah Sam, wie Erich seinen Chef im Nacken packte und ihn mit dem Gesicht unter seine linke Achselhöhle drückte. Er sah wie der Hobbit strampelte und versuchte seinen Kopf aus den zotteligen Achselhaaren zu ziehen. Schweiß drang in seine Lungen und irgendwann hörte er auf zu zucken. Dann hatte der Hüne den bewusstlosen Halbling mit einem Fischmesser erstochen. Ja so musste es gewesen sein! Mit einem Schrei sprang Sam auf.

Verwundert sah Erich, wie der Gärtner an ihm vorbei auf die Wand der Kajüte zulief. Sam bremste nicht ab und so prallte er mit voller Wucht gegen das massive Holz. Immer und immer wieder schlug der Halbling seinen Kopf gegen die Planken. Ein Geräusch, wie das einer reifen Melone, die von einem Tisch fällt, erfüllte den Raum. Etwas warmes lief Erich über die Wangen, dann sah er wie Sam zusammenbrach.

Der Hüne merkte, dass er noch immer weinte.

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Geändert durch Aramir (07.02.2009 21:33)

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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Ungläubig betrachtete Erich den Halbling, der bewußtlos und mit blutigem Kopf vor der Wand zusammengebrochen war. So ein Hobbitschädel muss ganz schön hart sein, dachte der Hüne.

Plötzlich fiel Erich jedoch das Hemd wieder ein und er stöhnte. Das verdammt Ding muss ich ja auch noch waschen! Er eilte zur Tür und öffnete sie. Doch dann zögerte er und es überkam ihn Mitleid. Ich kann den hässlichen Halbling ja nicht so liegen lassen, seufzte der Hüne und ging zu dem lädierten Gärtner zurück.

Ungeschickt packte er Sam an den Füßen und schleifte den leblosen Körper zu der Strohpuppe, die dem Hobbit unter anderem als Ruhelager diente. Die schleimige, dunkelrote Spur, die der Gärtner dabei auf dem Boden hinterließ, ignorierte Erich. Mühelos wuchtete er den schlaffen Leib auf den feuchten Strohballen und verließ dann, ohne sich noch einmal umzudrehen, den dunklen Raum.

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Geändert durch Aramir (10.02.2009 22:50)

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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

"Ständig das Gelaufe", murrte Ronny und macht eine Miene wie sieben Tage Regen.
"Das ist hier doch gar nicht so schlecht", widersprach Kevin, der ältere der beiden Küchenjungen. Die zwei Ostlingen waren auf dem Weg in den Vorratsraum, um für dem Koch Pilze zu holen. "Wenn ich da an meinen letzten Job in Osgiliath denke!"
"Was war'n da?" wollte Ronny neugierig wissen.
"Ich sag dir, ständig nur Zoff. Die "Brunftige Auster" hieß der Laden und hat so zwei Zwillingen gehört. Zwei Südländer, die Toni und Luca hießen. Fette Kerle und beide nicht größer als Halblinge. Die haben sich ständig gestritten und sich einmal sogar geschlagen! Voll der Stress, Alter!"
"Worüber' hamse' den gestritten?" bohrte der Jüngere nach und blieb kurz stehen, um sich festzuhalten. Der Wind war wieder aufgefrischt und der kräftige Wellengang warf das Schiff hin und her.
"Einfach über alles! Wie lange man Orcnieren kochen darf, wie warm Met sein sollte oder wo man Ziegenböcke schlachten sollte", zählte der Ältere auf.
"Ziegenböcke schlachten?", fragte Ronny verwirrt.
"Ja" antwortete Kevin. "Toni hat die Ziegen immer in der Küche getötet und ihnen mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten. Da war dann voll viel Blut und das hat Luca rasend gemacht. Er hat dann die Ziege immer nach draußen geschleift und das Blut damit erst recht auf dem Boden verteilt."

"Na ja, vielleicht haste' recht", gab Ronny zu. "So schlecht ist es hier nun wieder auch nicht und wenn wir den Faun nicht in dem Saunaclub in Bree getroffen hätten, dann würde ich noch immer als Naktputzer bei diesem komischen Elf in Bruchtal arbeiten." Ein Schauer lief ihm über den Rücken."Nach dem Fall von Mordor ist es eben schwierig geworden einen guten Job zu finden."
"Da haben wir hier schon Glück", sagte Kevin bestimmt und deutete Ronny mit einer Handbewegung, dass sie ihren Weg zum Laderaum fortsetzen sollten.

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Geändert durch Aramir (12.02.2009 21:22)

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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Der Wind wurde immer stärker und das Meer warf die Lauca Lingwilóce hin und her. Als eine besonders große Welle das Schiff erfasste wurde Sam, der noch immer auf seiner Strohpuppe lag auf den Boden geschleudert. Er prallte mit der Stirn auf den Boden und der dumpfe Schmerz brachte ihn wieder zu Bewusstsein.
Sein Schädel pochte. Es kam ihm vor, als ob die alten Schmieden Morias in ihm wieder zum Leben erweckt worden wären. Mühsam rappelte sich der Hobbit auf und setzte sich auf seinen Strohballen. Ihm war schwindelig.
Sam stützte seinen Kopf in die Hände und versuchte nachzudenken. Was war nur passiert? Er konnte sich an nichts mehr erinnern.

Frodo, schoss es ihm durch den Kopf. Irgendetwas war mit seinem Chef gewesen. Erich war zu ihm gekommen und hatte ihm ein blutiges Hemd gezeigt. Frodos Hemd!
Sam tastete nach einer Kerze und zündete sie an. Im flackernden Licht der Flamme sah er, dass er Blut an den Händen hatte! Eine dunkle Vorahnung beschlich ihn. Etwas Furchtbares musste geschehen sein!

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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Vom Gang her drangen Stimmen zu Sam. Zwei junge Männer, mit einem fremden Akzent, schienen sich vor seinem Raum zu unterhalten. Zwar ließen der Sturm und das Rauschen der Wellen den Gärtner nicht genau verstehen worüber sie sprachen, doch war er sich sicher das Wort Halblinge gehört zu haben.
Wussten die beiden Menschen etwas? Sollte er sie fragen? Konnten sie ihm helfen?
Nein, das war sinnlos, entschied Sam. Er würde gar nicht bis zu ihnen kommen, denn die Tür war sicherlich fest verriegelt. So blieb der Hobbit niedergeschlagen auf seinem Strohballen sitzen .
Hätte Sam versucht die Luke zu öffnen, er hätte festgestellt, dass sie sehr wohl aufging. Niemand machte sich mehr die Mühe, seine Tür zu versperren. Sie waren auf dem Meer, wo konnte er da schon hin? Doch der Gärtner versuchte es nicht.

Durch sein gutes Gehör schnappte der Halbling, trotz des Lärms der Naturgewalten, einige weitere Wortfetzen der Unterhaltung auf: "…die haben sich gestritten…sogar geschlagen". Dann hörte er: "…getötet…mit einem Messer…viel Blut…auf dem Boden verteilt".
Sam erschrak. Seine Augen wanderten panisch durch den Raum, bis sein Blick an den blutverschmierten Bohlen hängen blieb. Er hatte ein Gefühl, als ob eine eiskalte Hand nach seinem Herzen griff und versuchte es zu zerquetschen.

Halblinge, gestritten, getötet mit einem Messer und Blut auf dem Boden. Das hatte der Mann mit dem komischen Akzent gesagt! Plötzlich ergab alles für den Hobbit einen dunklen, finsteren Sinn.
Er hatte mit Frodo gekämpft und diesen umgebracht. Sein Herr hatte sich natürlich verteidigt und daher hatte Sam die eigenen Kopfverletzungen.
Erich hatte ihm später das blutige Hemd vorgehalten, um ihm zu zeigen, was er angerichtet hatte. Der Hüne hatte zwar die Leiche weggeschafft, aber die Spuren auf dem Boden waren noch immer Zeugnis der furchtbaren Tat. Das Blut ließ keinen Zweifel zu.
Ja, er hatte seinen geliebten Chef getötet!

"Neeeiiin", schrie Sam und fiel auf seine Knie. Doch niemand hörte ihn. Die Küchenjungen waren bereits weiter gegangen und das Tosen des Meeres schluckte die verzweifelten Schreie des einsamen Hobbits.

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Zitternd und schluchzend kauerte er auf dem Boden, das Gesicht in den Händen vergraben. Was hatte er nur getan? Wie konnte es so weit gekommen sein? Was, ach, was war nur geschehen? Warum konnte er sich nicht erinnern?
Augenblicklich war er aber nicht dazu imstande, darüber nachzudenken. Seine Gedanken kreisten einzig um seinen Chef, und nur an ihre gemeinsame Zeit konnte er denken und an das, was nun nie mehr geschehen würde und er sich doch so sehnlichst gewünscht hatte. Und die Gedanken waren eine Qual für ihn.
So saß er da, alleine mit seinem unerträglichen Schmerz, bis er keine Tränen und keine Kraft mehr hatte.

„Boah, was stinkt denn hier so?“ fragte Ronny und wedelte sich mit der Hand vor seiner Nase rum.
„Ich war‘s diesmal nicht!“ meinte Kevin empört.
„Ich weiß, bei dir riecht es anders. Aber hier... puh, das ist ja kaum zum Aushalten!“
Kevin schnüffelte. „Das riecht wie was verfaultes oder so.“ Er sah sich in der Vorratskammer um. „Da!“ rief er schließlich aus und deutete auf einen grünlichen Fleischklumpen in der Ecke.
Ronny schlug die Hände über dem Kopf zusammen: „Das darf doch nicht wahr sein! Wer hat denn die geschlachtete Sau hier reingebracht? Einfach nur auf den Boden gelegt und gut is‘, oder was? Igitt, das ist ja schon ganz angeschimmelt! Kevin, geh und hol eine alte Decke oder irgendwas, wo wir die Sauerei einwickeln können. Ich bringe die Pilze in die Kombüse und dann treffen wir uns hier wieder.“
Kevin nickte und machte sich auf den Weg.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Nachdem Ronny die Pilze abgeliefert hatte, ging er wieder zum Vorratsraum und wartete auf seinen Kollegen. Endlich kam auch dieser zurück.
„Das hat aber lange gedauert!“
„Ich kann nichts dafür“, meinte Kevin empört, „es war gar nicht so leicht, eine Decke zu finden. Ich hab jetzt nur dieses alte Laken.“
„Ist ja schon gut. Das tut es auch.“
Sie machten das Laken etwas feucht und wischten dann, so gut es ging, das getrocknete Blut am Boden auf. Danach wickelten sie die Sau ein und trugen sie, jeder an einem Ende fassend, aus der Vorratskammer.

Sam lag auf erschöpft auf der Seite. Auf seinen Wangen hatten seine Tränen eine schmale Spur hinterlassen, wo der Schmutz weggewaschen worden war. Der Wellengang war nun so heftig geworden, daß seine Tür aufgesprungen war und einen Spalt offen stand. Er hörte Stimmen näher kommen, dieselben Stimmen, die er vor einer Weile schon einmal gehört hatte und die er doch am liebsten niemals gehört hätte.
„Bestimmt hat Erich das abgestochene Schwein einfach dort hingelegt. Der überlegt einfach überhaupt nicht! Und wir dürfen uns jetzt darum kümmern!“
„Was machen wir denn nun damit?“
„Na, was wohl? Loswerden! Über Bord mit dem Kadaver, bevor hier noch Krankheiten ausbrechen!“
Jetzt kamen die beiden an Sams Kammer vorbei. Sie schleppten etwas schweres, das in ein blutiges Laken gewickelt war.
„Ganz schön schwer für so einen kleinen Kerl. Hätte ich nicht gedacht!“

Die Stimmen entfernten sich. Sam lag wie betäubt einfach da und versuchte, das eben Gehörte zu begreifen. Konnte das...? War das etwa...?
Mit einem Mal sprang er auf und rannte zur Tür. Vor seinen Augen verschwamm alles, und er mußte sich erst einmal abstützen und durchschnaufen, bevor er weiterlaufen konnte. Voller Panik schwankte er den Gang entlang, um die beiden noch einzuholen. Endlich kletterte er die Stiegen hinauf und stieß die Luke auf. Am anderen Ende konnte er die beiden sehen, wie sie gerade das Bündel auf die Reling hievten.
„NEEEIIIN!“ brüllte er gegen den Wind und stolperte auf sie zu. Doch es war zu spät. Er konnte es nicht verhindern. Bevor er die beiden erreicht hatte, fiel der Leichnam seines Herrn hinunter in die tosende See.
Sam prallte gegen die Reling, beugte sich tief hinunter und versuchte ihn noch zu erreichen. Vergeblich. Für einen kurzen Moment schwamm das Bündel auf dem Wasser, bevor es für immer von den Wellen verschluckt wurde.
Eine Weile stand Sam ungläubig da. Dann zog ein schwarzer Nebel vor seinen Augen auf bis Dunkelheit ihn gänzlich umklammert hatte und er in eine erlösende Ohnmacht sank.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Die beiden Küchengehilfen sahen sich verwundert an.
„Was war denn das jetzt?“ fragte Ronny.
Kevin zuckte die Schultern. „Keine Ahnung. Aber...“
In diesem Moment schwappte eine Welle übers Deck und spülte den bewußtlosen Hobbit ein Stückchen fort.
„...laß uns den Rudersklaven da drüben an den Mast legen, bevor er noch über Bord geht“, vollendete er den Satz.
Nachdem sie dies getan hatten, verließen die beiden das Deck, um sich wieder in der Kombüse nützlich zu machen.
Niemand kümmerte sich um Sam oder beachtete ihn. Und so lag er da, bis sich der Sturm gelegt hatte und die Sonne hinter den grauen Wolken hervorblickte. Hätte er geahnt, daß die folgenden Minuten sein Schicksal hätten entscheidend ändern können, wäre er bloß zu Bewußtsein gekommen, er wäre auf der Stelle erwacht.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Knapp daneben ist auch vorbei

Frodos Hand tat weh. Er schüttelte sie kräftig aus, während er hinauf stieg an Deck. Eine Ewigkeit, so war es ihm vorgekommen, hatte der Faun ihm seine widerliche Geschichte diktiert, und er hatte weitere Übelkeitsanfälle über sich ergehen lassen müssen. Warum wollte der Kapitän eigentlich das alles aufgeschrieben haben, fragte sich der Hobbit. Er an seiner Stelle hätte sich geschämt dafür und alles unternommen, damit es bloß niemand erfährt.

Kopfschüttelnd öffnete er die Tür. Das warme Sonnenlicht fiel angenehm auf sein Gesicht. Er hielt inne und schloß die Augen. Wenn Sam nur hier wäre, dachte er. Wenn ich nur wüßte, wo er ist und ob es ihm gut geht. Wenn er nur hier wäre, wenn ich die Augen wieder öffne. Leise seufzte er, bevor er seine Lider hob. Dann erstarrte er. Blinzelte. Schüttelte den Kopf. Sein Herz fing an, schneller zu schlagen, und seine Hände zitterten leicht.

Zögernd ging er auf die Gestalt zu, die am Mast lag. Und je näher er kam, um so sicherer war er. Sam. Es war tatsächlich Sam. Konnte das wahr sein? Langsam ließ er sich neben ihm auf die Knie sinken. “Sam, mein Lieber!” flüsterte er zärtlich.


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

"Frodo", rief Sam, der sah wie seine Chef an der Reling stand und auf das Meer hinausblickte.
"Frodo!", rief der Gärtner erneut, doch der andere Hobbit reagierte nicht. Das Rauschen der Wellen war einfach zu laut.
Ich muss zu ihm, dachte er und lief auf seinen Herrn zu. Sein Herz raste und er konnte sein Glück nicht fassen. Alles war nur ein Missverständnis gewesen. Frodo lebte und endlich würde er ihn wieder in die Arme schließen können.
Es schien eine Ewigkeit zu dauern bis er Frodo errreichte, doch dann konnte Sam endlich eine Hand nach ihm ausstrecken.
Genau in dem Moment, als der Gärtner die Schulter des anderen Hobbits berühren wollte, machte Frodo einen Satz über die Reling und stürzte sich in die Tiefe. Sam schrie, doch er konnte es nicht verhindern.
Er musste mit ansehen, wie sein Chef in den eiskalten Fluten verschwand.

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Sam reagierte nicht. Er schien fest zu schlafen. So saß Frodo einfach nur da und betrachtete seinen Freund. Er sah so friedlich aus, daß Frodo ihn vorerst nicht aus seinen süßen Träumen reißen wollte. Statt dessen nahm er vorsichtig Sams Hand in die seine und hielt sie fest. Wie lange er so gesessen hatte, wußte er nicht mehr, aber irgendwann begann Sam sich zu regen.
Frodo lächelte. Gleich würde er aufwachen, und dann gab es endlich ein Wiedersehen. Aber noch wachte er nicht auf. Vielmehr begann er sich unruhig hin und her zu wälzen und etwas zu murmeln. Frodo glaubte, seinen Namen verstanden zu haben. Mit einem Mal schlug Sam wild um sich und hätte seinen Herrn dabei um ein Haar ins Gesicht getroffen.
Mein armer, von einem Alptraum geplagter Sam, dachte Frodo, jetzt erlöse ich dich davon.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Er streckte seinen Arm aus, um Sam wachzurütteln. Doch noch bevor er seinen Freund berühren konnte, wurde er selbst grob an der Schulter gepackt und herumgerissen – und blickte erschrocken in das häßliche Gesicht des Hünen.
“Du sollst endlich wieder runterkommen und weiterschreiben!” bellte Erich ihn an.
Oh nein, dachte Frodo, nicht gerade jetzt!
“Ja, ich komme gleich. Ich geh gleich runter, nur noch einen Augenblick, bitte. Bitte!”
Der Hüne grinste verschmitzt. “Einen Augenblick?”
“Bitte! Ich... aua!”
Erichs Griff hatte sich verstärkt und seine Finger bohrten sich schmerzhaft in Frodos Schulter.
“Ich sage: Augenblicklich kommst du runter!”
Der Hobbit wurde gepackt und über das Deck gezerrt. Wie wild schlug er um sich und schrie aus Leibeskräften, aber befreien konnte er sich nicht.
“Laß mich los! Sam! SAM! WACH AUF, SAM!”


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RzwoDzwo

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der Gärtner blickte immer noch hinab in die Wellen, die soeben seinen Chef verschluckt hatten. Oder nicht? Von weither hörte er Frodos Stimme, die nach ihm rief. Wie konnte das möglich sein? Er hatte doch selbst gesehen, wie dieser in die Tiefe gestürzt war. Und er selbst... Mit einem Mal ertönte ein lauter Knall, als hätte jemand mit Wucht eine Tür zugeschlagen. Dann wurde alles Dunkel.
Sam merkte plötzlich, daß er gar nicht bei der Reling stand, sondern auf dem Boden lag. Langsam öffnete er die Augen und blinzelte in die Sonne. Er brauchte einen Augenblick, um zu begreifen, daß er soeben nur geträumt hatte. Frodo war überhaupt nicht im Meer ertrunken! Zum Glück! Er richtete sich auf, sah sich um und wunderte sich, warum er nicht in seiner Kammer war. Wieso lag er hier an Deck? Sein Gesicht verzog sich zu einer Grimasse, als er versuchte, sich zu erinnern. Er war hier hochgestiegen, weil... weil...
Dann traf ihn die Erkenntnis wie ein Keulenschlag. Natürlich! Frodo WAR tot! Und - er selbst hatte ihn umgebracht!


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Sogleich erfüllte ihn eine kalte, betäubende Leere, alle Empfindungen verschlingend. Sam verspürte nichts mehr. Keine Trauer. Keine Wut. Keine Schuld. Er saß einfach da, reglos und schwach.
Wie lange er an Deck gesessen hatte, bevor er sich aufrappeln konnte und nach unten stieg, wußte er nicht. Es mußte aber eine ganze Weile gewesen sein, denn zwischenzeitlich war die Sonne schon hinter dem Horizont versunken, und der östliche Himmel färbte sich dunkelblau.
Als Sam in seine Kammer kam, wandte er sich erst der Strohpuppe zu, überlegte es sich aber rasch anders. Er setzte sich einfach an die Wand und schlang die Arme um seine Knie.
Was sollte das alles noch, dachte er. Was hatte das hier noch für einen Sinn? Er hatte die Reise unternommen, um Frodo wiederzusehen, seinen geliebten Frodo. Statt dessen hatte er ihn eigenhändig umgebracht. Ach, niemals hätte er auf dieses verfluchte Schiff kommen sollen! Irgendwann wäre Frodo, vor Sehnsucht zerfressen, von selbst zu ihm zurückgekehrt. Warum sonst war er hier gewesen und nicht längst im Westen? Wehe...
Und alsbald begann er, lethargisch vor und zurück zu wippen.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Frodo saß wieder über das Buch gebeugt und lauschte den Worten des Kapitäns.
Vergebens hatte er geschrieen und mit seinen kleinen Fäusten auf Erich eingeschlagen. Gegen den muskelbepackten Hünen hatte er keine Chance gehabt. Der Seemann hatte ihn in die Kabine des Fauns gebracht, dort auf den Teppich geworfen und sich dann breitbeinig vor die Tür gestellt. Natürlich war Frodo sofort aufgesprungen und hatte versucht, sich an ihm vorbeizuwinden. Aber da Erich lange als Türsteher in “Gerstenmanns Brauhaus” gearbeitet hatte, wußte er sehr gut, mit solchen Situationen umzugehen, vor allem physisch.
“Du kummst hier net raus”, hatte er höhnisch gelacht, “also versuch’s lieber gar nicht! Gnome müssen leider drinnen bleiben!”
Frodo hatte es selbstverständlich trotzdem noch mehrmals versucht. Und erst als der Kapitän sich eingemischt hatte, hatte er sich umgewandt.
“Worum geht es hier eigentlich?” hatte der Bocksbeinige mit schriller Stimme gefragt.
“Ich muß raus zu meinem Freund!” hatte Frodo mit nicht weniger schriller Stimme geantwortet.
“Nein! NEIN, ERST WIRD WEITERGESCHRIEBEN!!!”
Dann war der Faun zu seiner Kiste getrabt und hatte dort etwas herausgeholt.
“Hier! Wenn du dich jetzt wieder hinsetzt, bekommst du das!”
In seiner Hand hatte er eines von Elronds Plätzchen gehabt.
Der Hobbit hatte nicht gewußt, was er tun sollte. Ohne Zweifel hatte er zurück zu Sam gewollt, um ihn wieder in die Arme schließen zu können. Gleichzeitig hatte es ihn nach dem Plätzchen verlangt. Und dann, Frodo hatte es nicht begreifen können, war letzteres Verlangen übermächtig geworden und hatte Sam für eine Weile gänzlich aus seinem Kopf verdrängt.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Nach dem Genuß von Elronds Spezialität fiel Frodo das Schreiben gleich viel leichter. Seine Hand huschte elegant über das Papier und füllte es mit dem Schund, den der Bocksbeinige erzählte.

“Eines Tages”, sagte der Kapitän, “lag der Faun in seiner Kajüte und döste vor sich hin. Hinter seinen halbgeschlossenen Lidern spielten sich nochmals jene freudigen Ereignisse ab, die er auf dem Schiff bisher erlebt hatte. Bruce... die gemeinsamen Auftritte... der Red-Nose-Day... hm, der Red-Nose-Day...
Halt! Da war doch noch etwas! An diesem Tag hatte Klaus ihm ein violettes Päckchen gegeben, aber bevor er es hatte öffnen könnten, war Roberto hereingestürmt und hatte von einer Sandbank gefaselt. Danach hatte er sein Geschenk unter den Schminktisch gestellt und bis jetzt völlig vergessen!
Sofort schwang er die Hufe über die Bettkante und kniete sich auf den Boden, um die Schachtel hervorzuziehen. Die Schleife hatte er damals schon aufgezogen. Aufgeregt setzte er sich zurück auf sein Bett mit dem Geschenk auf seinem Schoß. Dann hob er vorsichtig den Deckel. Zum Vorschein kam ein Buch. Gespannt nahm er es heraus und schlug es auf. Doch zu seiner großen Verwunderung stellte der Faun fest, daß alle Seiten leer waren. Was hatte das zu bedeuten? War es die falsche Schachtel gewesen?
Ich werde Klaus fragen, sagte er zu sich selbst, klemmte sich das Buch unter den Arm und machte sich auf den Weg zur Kajüte des Kapitäns.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Zweimal klopfte er an und öffnete dann die Tür, ohne auf eine Antwort zu warten. Klaus stand am Fenster und blickte hinaus.
“Na endlich!” sagte er, ohne sich umzudrehen.
Der Faun stoppte abrupt. “Woher...?”
“Ich bin doch der Klaus! Ich kann in 24 Stunden um die Welt reisen, da werde ich doch noch voraussehen können, wenn du mich aufsuchst!”
Dem Faun stand vor Staunen das Ziegengebiß weit offen. Jetzt endlich wandte Klaus sich um und nahm es zufrieden zur Kenntnis. Dann wanderte sein Blick nach unten und fiel auf das Buch, das der Faun in seiner Hand trug. Nachdenklich zog der Kapitän die Stirn in Falten und kratzte sich am Kopf. Dann plötzlich verdrehte er die Augen, japste nach Luft und sank auf die Knie.
“Der Tag wird einst kommen”, röchelte er, “an dem die Geschichte geschrieben wird. Und geschrieben werden muß sie, denn das Schicksal verlangt es so. Und wenn es vollbracht, wird es große Veränderung und Aufruhr geben, und der Bock wird nicht mehr vergessen werden, bis die Welt sich wandelt, die Berge einstürzen und die Meere sich heben!”
Nach dieser Prophezeiung flatschte Klaus flach auf den Boden und kam schlagartig wieder zu sich. Kurz sah er sich verwirrt um, bevor er sich aufrappelte.
“So, nun weißt du bescheid”, sagte er und schob den Faun zur Tür hinaus.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der Bocksbeinige war verwirrt. Was hatte das zu bedeuten? Hm. Der Teil mit dem “nicht mehr vergessen werden” hatte ihm gefallen. Aber was sollte für eine Geschichte geschrieben werden?
Nachdenklich ging er wieder zurück zu seiner Kajüte. Dort räumte er den Schminktisch frei von Nagellack, Wimpernzange und Puderdose. Dann setzte er sich auf einen Schemel, legte das Buch vor sich auf den Tisch und schlug es auf. Da er keinen Stift und keine Schreibfeder besaß, spitzte er einen Kajalstift an und begann zu schreiben:
Es war einmal
Erschrocken zog der Faun die Luft ein: Der Text war wieder verschwunden! Als wäre er in die Tiefen des Papiers hinabgezogen worden. Dann wurde an derselben Stelle wie von Geisterhand etwas in krakeliger Schrift geschrieben.
Was war denn einmal? Und wer bist du überhaupt?
Der Faun rieb sich die Augen. Nein, er hatte keine Wahnvorstellung. Es stand noch da und verschwand erst jetzt ganz langsam wieder.
Ich bin ein Faun. Und wer bist du?
Mein Name ist Tom Riedel.



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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Tom Riedel? Was ist das denn für ein bescheuerter Name? schrieb der Faun.
Besser als Kübel-Bock! Bist du hier, um mich zu beleidigen? Das würde ich mir an deiner Stelle zweimal überlegen!
Warum?
Weil ich ein großer, weiser Zauberer bin!
Ach...
Jaah...
Hmmm... Dann kannst du mir vielleicht helfen. Angeblich muß eine Geschichte geschrieben werden. Aber ich habe keine Ahnung, was für eine Geschichte das sein soll. Nebenbei: Wie soll ich sie schreiben, wenn alles wieder verschwindet?
Korrekt. Deine Geschichte muß geschrieben werden. Aber nicht von dir.
Von wem denn sonst? Ich bin doch der einzige, der hier schreiben kann!
Nein, es gibt noch einen anderen...


Und das war der letzte Satz, den Tom Riedel vorerst von sich gab. Frustriert klappte der Faun das Buch zu.
Die folgende Nacht konnte er nur schlecht schlafen, wälzte sich stundenlang hin und her und überlegte, wie sein Problem gelöst werden könnte.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Als er am nächsten Morgen aufwachte, fühlte er sich, als hätte er am Abend zuvor einen Auftritt mit anschließender Miruvor-Flatrate-Fete hinter sich gebracht. Mühsam wälzte er sich aus dem Bett, ging die paar Schritte gebückt zu seinem Schminktisch und betrachtete sich im Spiegel. Dunkle Ringe zeichneten sich unter seinen Augen ab, und seine Haare standen in alle Richtungen. “Oh je oh je”, murmelte er vor sich hin, während er erfolglos versuchte, mit der Hand seine Frisur wieder in Ordnung zu bringen. In so einem Fall wäre es praktischer, einfach eine Mütze oder einen Hut aufzusetzen, überlegte er. So wie Klaus. Hm, Klaus. KLAUS! Natürlich, das war es! Ihn mußte Tom Riedel gemeint haben! Wenn hier an Bord noch jemand schreiben konnte, dann war es der Kapitän! Völlig aufgekratzt und ohne sich mit seinem Schal zu bekleiden stürmte der Faun los und kam, nach Atem ringend, endlich vor Klaus’ Kabine an. So schnell war er galoppiert, daß er nicht mehr rechtzeitig abbremsen konnte und durch die nur angelehnte Tür hinein fiel.
Der Kapitän war gerade erwacht, lag jedoch noch im Bett und betrachtete erschrocken, aber gleichzeitig neugierig, den am Boden liegenden Faun.
“Du mußt mir helfen”, keuchte der Bock, “du bist der einzige, der das kann. Alle anderen hier sind unfähig! Ich konnte die ganze Nacht deswegen nicht schlafen, aber heute morgen fiel es mir wie Schuppen von den Augen, daß du es bist, den ich brauche! Wir müssen das zusammen machen! Nur so wird es vollbracht! Komm! Komm!” Mittlerweile hatte er sich wieder aufgerappelt.
“Jetzt gleich?” fragte Klaus.
“Ja, ja, ich kann nicht länger warten!”
“Na gut.”
Der Kapitän stieg aus dem Bett und schloß die Tür.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Minuten später drang ein entsetzlicher, markerschütternder Schrei aus der Kabine, der über das gesamte Schiff hallte. Bruce war gerade in der Nähe und stürmte in die Kabine des Kapitäns. Dort bot sich ihm ein Bild des Grauens.
“D... DRAMA, Baby!” schrie er entsetzt, als er die Szenerie erfaßt hatte. Vor ihm stand der Faun, schweißnaß, die Haare klebten ihm am Körper. Seine Augen waren schreckgeweitet und er strömte einen beißenden Angstgeruch aus.
“Um Himmels Willen, was ist hier passiert? Ick sollte dir mal wieder de Haare schneiden, das sieht ja furchtbar aus!”
Statt zu antworten, schüttelte der Faun nur verständnislos den Kopf. Dann erblickte Bruce den nackten Klaus im Bett.
“Kapitän, was ist los? Ick mache da lieber de Decke drüber. Kapitän? Ka...?”
Klaus rührte sich nicht. Er lag nur da und starrte geradeaus. Vorsichtig betrachtete sich der Frisör seinen Boss näher. Und dann war es an ihm zu schreien.
“DE KAPITÄN MUSS LEBENDISCH SEIN! DE KAPITÄN MUSS AU LEBEN! DRAMA, BABY, DRAMA!”
“Ich habe nichts gemacht”, sagte der Faun leise, “ich bin nicht schuld. Er war plötzlich - so.”
Inzwischen war Detlef dazugekommen. Er stand im Türrahmen und betrachtete den Bock von oben bis unten.
“Nichts gemacht?” fragte er zweifelnd. “Vielleicht lag es genau daran!”
Währenddessen rief Bruce immer weiter, daß “de Kapitän lebendisch” sein müsse. Dies dauerte eine Weile, bis die halbe Mannschaft in der Kapitänskajüte versammelt war.


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Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Einige tuschelten nun angeregt mit Detlef, und Bruce wurde mit der Zeit auch leiser. Schließlich lauschte er aufmerksam, was seine Kameraden redeten. Der Faun stand abseits und wagte sich kaum vorzustellen, was nun mit ihm geschehen würde. Grausam würde die Strafe sein, da war er sich sicher. Vielleicht würde er den Haien zum Fraß vorgeworfen werden oder er mußte sich eines von Robertos abscheulichen Liedern anhören.
In diesem Moment rief Bruce plötzlich los:
“De Kapitän muß au leben! Es lebe de Kapitän! Es lebe de Kapitän!”
Die anderen fielen, einer nach dem anderen, in den Jubelschrei ein. Völlig perplex starrte der Faun die Besatzung an und fragte sich, ab das alles hier ein Traum war. Jetzt kam auch noch Erich hereingestürzt, kämpfte sich durch die jubelnden Leiber und stellte sich schützend vor seinen Freund.
“Zurück mit euch!” schrie er sie an. “Zurück!”
Die Menge verstummte verwundert.
Detlef verdrehte die Augen: “Du verstehst auch gar nichts! Du hast hier nichts zu befehlen! Das kann nur einer: Der Kapitän!”
Erich drehte seinen Kopf und erblickte Klaus - bleich und bewegungslos in seinem Bett.
“Der Kapitän ist tot!” fauchte er.
“Nein!” sagte Detlef bestimmt. “Der Kapitän steht hinter dir!”


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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

"Und so kam es, dass der Faun, nach dem Klaus sein Segel zum letzten Male gehisst hatte, zum Kapitän wurde. Sieben Tage und sieben Nächte feierten alle ein rauschendes Fest, um den Verstorbenen mit ihren Ausschweifungen zu ehren", beendete der Bocksbeinige seine Erzählung.
"Klaus war ein toller Mann, geradezu ein Heiliger", seufzte der Faun und blickte verträumt in die Ferne. "Heute glaubt ja kaum noch einer, dass es ihn wirklich gegeben hat, doch ich bewahre sein Andenken! Zur Erinnerung an ihn, schnitt ich mir damals ein Stück von seiner Rute ab. Willst du es sehen? Warte, ich zeige es dir."
Ohne auf Frodos Antwort zu warten galoppierte der Faun zu der Truhe, in der er auch seinen Vanillepudding lagerte und kramte darin herum. Ehrfürchtig nahm er ein Glas heraus und hielt es hoch.
Frodo sah etwas Kleines und Verschrumpeltes hin und her kullern, während der Bock das Gefäß schwenkte, als ob es einen kostbaren Wein enthielte.
Bei dem Gedanken an den runzeligen, beigefarbenen Inhalt, wurde dem Hobbit schlecht.

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Geändert durch Aramir (10.06.2009 21:09)

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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

"Was ist das denn?", meckerte der Faun. "Ich habe Erich schon hundertmal gesagt, er soll seine Aprikosen nicht in meiner Truhe lagern. Ständig vergisst er sie und lässt die Dinger vergammeln! Angewidert öffnete der Ziegenartige das Glas, nahm den verschrumpelten Inhalt heraus und warf ihn aus dem Fenster.
Kopfschüttelnd wand er sich dann wieder der Truhe zu. Unter einem Haufen roter Unterwäsche fand er schließlich ein weiteres Glas: "Das ist es, das Stück von Klaus' Rute!" Wie eine Reliquie hielt der Faun das Gefäß vor seinen Körper.
Frodo sah ein unspektakuläres, gräuliches Holzstück in dem durchsichtigen Behältnis und kam ein weiteres Mal zu der Überzeugung, dass der Faun nicht alle Tassen im Schrank hatte.

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RzwoDzwo

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

“Und wieso seid Ihr jetzt Kapitän geworden?” fragte er, da er das immer noch nicht ganz verstanden hatte.
Der Faun riß seinen Blick unwillig von dem Rutenstück los.
“Na, weil es die Legende so besagt! Wenn der Kapitän dabei stirbt, geht die Aufgabe auf jenen anderen über, denn ein Teil des alten Kapitäns ist ja auf den neuen übergeperlt.”
Hätte Frodo nur nicht gefragt! Jetzt wurde ihm wieder schlecht.


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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Mit anderen Augen

Gelangweilt schaute Mortimer durch das Loch in der Wand. Er fragte sich, was der Faunus dem Halbling da so feierlich präsentierte. Für ihn sah es nach einem ganz gewöhnlichen Stück Salix aus.
Das große Glas, das der Paarhufer in den Händen hielt, erinnerte ihn an Zuhause. Wehmütig dachte er an die Universität von Gondor. Dort gab es viele solcher Gefäße, in denen die unterschiedlichsten Dinge aufbewahrt wurden: Gehirne, Finger, Ork-Lebern, aber auch Insekten, Blumen und Steine aus der Emyn Muil.

Resigniert rieb sich Mortimer die Nase. Warum hatte er sich nur zu dieser Reise überreden lassen? Wenn sie Pech hatten, waren alle Strapazen für die Katz und dieser Gedanke ließ ihm die Haare zu Berge stehen. Es bestand die Gefahr, dass man die Ergebnisse nicht als repräsentativ anerkennen würde, da sich weder der Vertreter der Caprinae, noch sein humanoider Sklave in ihrer natürlichen Umgebung befanden. Einzig die Beobachtung, dass bei dem Faunus nicht alle Hufe im Takt klapperten, war so evident, dass dies niemand abstreiten konnte. Lebensraum hin, Lebensraum her.

"Hast du etwas verstanden?", fragte Horratio, der neben Mortimer durch das Loch spähte und hoffte, dass sich das tosende Meer bald beruhigte.
Horratio hatte Mortimer zu dieser Forschungsreise überredet und er war froh, dass sein bester Freund mit dabei war. Alleine wäre er hier sehr einsam gewesen und selbst wenn er sich nicht hätte verstecken müssen, so hätte ihn der geringe Intellekt der anderen Mitreisenden doch auf Dauer ermüdet.
"Nein, ich kann nichts verstehen", antwortete Mortimer missmutig. "Ich habe auch genug für heute. Lass uns dinieren gehen."
"Warte, der Faunus hat gerade etwas gesagt und der Halbling hat wieder seine Gesichtsfarbe gewechselt. Faszinierend!"
"Der humanoide Sklave mag dich ja faszinieren, aber mir wäre es lieber, wir könnten endlich verifizieren, dass der Ziegenartige paraphyletisch in Bezug auf Wale ist. Dann könnten wir die Paarhufer und Wale phylogentisch zu dem Taxon Cetartiodactyla zusammenfassen und die Zweifler an der Universität würden endlich verstummen."
"Das wird uns schon noch gelingen", versicherte Horratio seinem Freund, während er sich energisch hinter dem Ohr kratzte. "Aber mit dem Speisen hast du Recht. Gehen wir. Auch mich überkommt der Hunger!"
Flink machten sich die Zwei auf den Weg in die Vorratskammer. Dank ihrer exzellenten Kletterkünste und der messerscharfen Zähne war keine, der dort verladenen Köstlichkeiten, vor ihnen sicher. Und so freuten sich die beiden Ratten auf das bevorstehende Mahl.

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Geändert durch Aramir (14.06.2009 22:30)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Während der Faun sich wieder dem Rutenstück zuwandte, starrte Frodo gedankenversunken auf die nächste leere Seite des Buches und fragte sich, was nun mit ihm geschehen würde. Die Erzählung war beendet. Und nur dafür war er an Bord geholt worden. Oder nicht? Hatte der Faun ihn vielleicht noch aus anderen, bislang für ihn nicht ersichtlichen Gründen begehrt? Frodos Magen verkrampfte sich. Nein, bitte nicht, dachte er. Ohne Elronds Plätzchen würde er das nicht noch einmal durchstehen. Bitte nicht!
Während in rascher Folge schreckliche Visionen der nächsten Tage vor seinem inneren Auge vorbeizogen, merkte er gar nicht, daß er im Buch herumkritzelte.
- Was meinst du?
Der Hobbit erschrak. Hatte er das geschrieben? Es mußte so sein, warum sonst prangte die Frage mitten auf der ansonsten leeren Seite! Aus den Augenwinkeln sah er nach dem Kapitän. Doch dieser war immer noch in Klaus‘ Rute vertieft und hatte nichts bemerkt.
- Gibst du jetzt eine Antwort oder nicht?
Frodos Puls beschleunigte sich. Es war also tatsächlich wahr. Es war wahr!
Mit zitternder Hand schrieb er:
- Tom Riedel?


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

- Wer sonst? Du hast die Geschichte doch selbst aufgeschrieben! Hat es dir gefallen?
Frodo schüttelte kaum merklich den Kopf, warf einen verstohlenen Blick auf den Kapitän und schrieb:
- Nein, hat es nicht. Es war widerlich!
Seine Schrift verschwand. Mit klopfendem Herzen erwartete er die Antwort.
- Fand ich auch. Der Kerl ist ja total pervers!
Leise atmete Frodo aus und wartete einen kurzen Moment, bis seine Hand nicht mehr so heftig zitterte.
- Kannst du mir helfen, meinen Freund zu finden und von diesem Schiff herunterzukommen?
Mit einem lauten Seufzer legte der Faun Klaus’ Rute wieder zurück in die Truhe. Voll Panik schaute der Halbling zwischen dem Kapitän und dem Buch hin und her. Wann kam denn endlich die Antwort?
“Ich sollte das noch signieren, daß macht man doch so, oder nicht?” sagte der Faun und trabte auf Frodo zu.
- Vielleicht.
Und dann war Toms Antwort auch schon wieder verschwunden.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der Bock nahm das Buch an sich und ging hinüber zu seinem Schminktisch. Dort kramte er einen grellroten Lippenstift hervor, schmierte seinen Huf damit ein und drückte ihn direkt unter den letzten Satz seiner Lebensgeschichte. Zufrieden lächelte er. “Jetzt werde ich berühmt, wie es die Prophezeiung... prophezeit hat!”
Nach einer Pause der Selbstzufriedenheit wandte er sich zu der Kiste, in der sich sein Vorrat an Vanillesoße befand und war im begriff, seine Memoiren auch dort zu vertauen.
“Nein!” schrie Frodo auf, bevor er es verhindern konnte. Er brauchte das Buch! Tom Riedel hatte gesagt, er würde ihm vielleicht helfen. Es durfte nicht weggeschlossen werden!
Der Faun erstarrte in der Bewegung.
“Was ist denn?” fragte er erstaunt.
“Nicht, äh... Nicht da rein!” stotterte der Hobbit.
“Warum denn nicht?”
“Weil... weil... wenn...”
Verzweifelt rang Frodo nach Worten. “Weil... es dann möglicherweise Vanillesoßen-Flecken bekommt!”


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

“Ach so... hm...” Mit seinen Fingern strich der Faun über den Einband. “Das soll es natürlich nicht, da hast du Recht. Das Buch, mit dem ich berühmt werde, muß angemessen sauber und schön aussehen - wie ich!”
Frodos Mundwinkel zuckten. Schnell drehte er den Kopf zur Seite, doch der Faun hatte es schon gesehen.
“Hat der Gnom mir etwas zu sagen?” fragte er mit einer Stimme, die mindestens eine Oktave über seiner normalen lag. “Findet er irgend etwas lustig? Oder irgend jemanden?”
Der Hobbit schüttelte den Kopf.
“So? Na dann... Werde ich einfach das Buch in eine Folie einwickeln und in die Kiste legen!” Aus einer Schublade seines Schminktisches holte der Bock eine Tüte hervor, packte seine Memoiren darin ein und legte sie in die Kiste. Das ganze ging so schnell, daß es schon wieder vorbei war, bis Frodo begriff, was vor sich ging. Schockiert öffnete er den Mund, um etwas zu sagen, aber die Worte blieben irgendwo auf dem Weg stecken.
“ERICH!” rief der Faun, und nur ein paar Sekunden später öffnete sich die Tür.
“Ja?” schnaufte Erich.
“Schaff den Zwerg hier fort! Auf der Stelle!”
Der Hüne packte Frodo am Kragen und schleifte ihn hinaus.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Horratio war aufgeregt. Sehr aufgeregt.
“So nah”, flüsterte er immer wieder, “so nah.”
“Ich weiß, daß dich der humanoide Sklave begeistert” sagte Mortimer, “doch sein Transpirat ist eine olfaktorische Belästigung für mein Geruchsorgan!”
“Aber, aber, mein Freund”, erwiderte Horratio, “wir wissen doch, daß es nicht das Transpirat selbst ist, sondern die Absonderung der zersetzenden Bakterien.”
Mortimer fiepte. “Amen. Nichtsdestotrotz kann ich keinen Wissenszuwachs erreichen, wenn wir weiterhin den Humanoiden beobachten, wie er durch das Loch in die Kammer des Paarhufers starrt. Er nimmt uns unseren dringend benötigten Platz weg. Solange er mit seinem caput unsere Forschung blockiert, kommen wir doch nicht weiter. Und denke immer daran, wir sind hier, um die Zweifler an der Universität zu überzeugen, und wegen nichts anderem.”
“Natürlich sprichst du die Wahrheit”, sagte Horratio, “dennoch kann ich nicht verhehlen, daß es einen gewissen stimulus hat, dem Sklaven dabei zuzusehen, wie er mit seinem witzigen und dafür nicht geschaffenen cerebrum versucht, einen Plan zu entwickeln, wie er an die Schrift des Faunus kommen kann. Außerdem ist diese Nische nun einmal sehr eng. Wir müssen hier ohnehin verweilen, wenn wir dem Sklaven nicht über seine beharrten Füße laufen wollen.“


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Seit ein paar Tagen hatte Frodo den Faun nun schon immer wieder durch das Loch beobachtet. Auf die Nische war er durch zwei fiepende Ratten aufmerksam geworden, auf deren Fell der Lichtschein aus dem Spalt gefallen war.
Mittlerweile hatte er herausgefunden, daß der Faun die Kiste stets abschloß und den Schlüssel irgendwo versteckte. Diese Ecke des Raumes konnte Frodo aber leider nicht sehen. Vor dem Schlafen allerdings las der Bock immer ein paar Seiten seiner Memoiren, bevor er dann mit dem Buch im Arm einnickte. Der Halbling kam zu dem Schluß, daß dies die einzige Möglichkeit war, an das Buch zu kommen: Er mußte sich ins Zimmer schleichen und es unbemerkt aus dem Armen des Fauns stehlen.
Und heute Nacht würde es so weit sein. Eine Weile schon schnarchte der Bock auf seinem Bett. Frodo zwängte sich aus der Nische heraus und stand schließlich mit klopfendem Herzen vor der Kapitänskajüte. Aufmerksam lauschte er. Außer dem Schnarchen, einem entfernten Mäusegetrippel und dem Knarzen des Holzes war nichts zu hören. Er atmete tief durch. Dann drückte er leise die Klinke herunter.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Behutsam und darauf bedacht, kein Geräusch zu machen, öffnete er die Tür und trat ins Zimmer. Er wagte kaum zu atmen, um den Faun nicht aufzuwecken. Doch seine Sorge war unbegründet. Der Faun schnarchte friedlich weiter. Frodo ließ die Tür einen Spalt offen stehen und schlich zum Bett. Die Memoiren lagen, wie immer, unter dem Arm des Kapitäns. Jetzt begann der schwierigste Teil: Das Buch zu entwenden, ohne daß sein Besitzer aufwachte. Wie um alles in der Welt sollte er das anstellen? Einige Zeit stand er einfach nur unschlüssig da und grübelte nach einer Lösung. Dann - er hätte beinahe laut nach Luft geschnappt - hatte er einen Einfall. Er sah sich um, ging in die Hocke und stellte sich auf die Zehenspitzen, fand aber nicht, wonach er suchte. Sein Mut sank wieder. Das einzige, was ungefähr von der Größe hinkommen würde, war der Krug auf dem Nachttisch. Er mußte es damit versuchen. Was sonst sollte er tun?
Vielleicht hatte er ja Glück und es würde klappen. Vorsichtig schob er seine linke Hand unter den Arm des Fauns und hob ihn langsam hoch. Dann hielt er inne. Nachdem sich der Hobbit davon überzeugt hatte, daß der Faun nichts bemerkt hatte, nahm er mit seiner rechten Hand das Buch, legte es auf den Nachttisch und plazierte statt dessen den Krug unter dem Arm. Gespannt hielt Frodo den Atem an. Schnarchen. Knarzen. Er konnte es kaum glauben, aber sein Plan schien tatsächlich zu funktionieren. Aufgeregt griff er nach dem Buch und drückte es fest an sich. Er wagte es nicht, sich umzudrehen, also ging er rückwärts, immer den Bock im Auge. Schon hatte er die Tür erreicht. Er schob sie einen Spalt weiter auf, um hindurchzuschlüpfen. In diesem Moment bemerkte er, wie etwas ihm über die Füße lief. Erschrocken sah er hinab, aber der Verursacher war schon längst auf den Nachttisch geklettert. Der Hobbit erstarrte. Ein Ratte saß direkt neben dem Kopf des Fauns. Weck ihn nicht auf, flehte Frodo innerlich, weck ihn bitte nicht auf. Und als hätte sie ihn gehört, fing die Ratte sofort lautstark an zu fiepen. So schnell er konnte rannte der Halbling aus der Kabine und den Gang entlang.
Hinter ihm hörte er, wie der Kapitän sich im Bett wälzte und schließlich einen schrillen Schreckensschrei ausstieß. Panisch lief Frodo um mehrere Ecken, wohin genau, wußte er nicht, er hatte völlig die Orientierung verloren. Seine Gedanken rasten. Wo sollte er hin? Was war jetzt zu tun?
Tom Riedel! Er brauchte seine Hilfe, und zwar jetzt sofort. Er stieß die nächstbeste Tür auf, zündete hektisch eine Kerze an und schlug das Buch auf.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Aus seiner Hosentasche kramte er einen kleinen Federkiel und ein Tintenfaß hervor und begann zu schreiben.

- Hilf mir, Tom!

Die Sekunden bis zur Antwort schienen Frodo wie Stunden.

- Warum?
- Bitte hilf mir meinen Freund zu finden und vom Schiff zu kommen!
- Du hast meine Frage nicht beantwortet. Warum sollte ich das tun?
- Ich flehe dich an!


Angsterfüllt warf der Hobbit einen kurzen Blick zur Tür und lauschte. Noch war der Faun nicht in der Nähe.

- Nur, wenn du mich mit von Bord nimmst.
- Das verspreche ich.
- Na gut.


Frodo stieß einen erleichterten Seufzer aus.

- Du kommst folgendermaßen vom Schiff:

Fast berührte er mit seiner Nase das Papier, so sehr hatte er sich über das Buch gebeugt.

- Du mußt jetzt herunterspringen.

Er wartete, ob noch etwas kommen würde, ehe er schrieb:

- Herunterspringen von was?
- Vom Schiff! Geh jetzt über Bord!


Ungläubig starrte er auf den letzten Satz.

- Ist das dein Ernst?
- Ja. Und denk an dein Versprechen.


Das sollte die große Hilfe sein? Alle Mühen hatte er für diesen blödsinnigen Rat auf sich genommen? Und überhaupt, was war mit Sam?

- Wie finde ich meinen Freund?

Frodo wartete lange, Tom Riedel jedoch antwortete nicht mehr.
Natürlich konnte er einfach von Bord gehen, indem er sprang, das hatte er die ganze Zeit schon gewußt - nur leider konnte er nicht schwimmen!


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Schmerzvoll dachte er an das Jahr 1380 zurück. Er war noch ein Kind gewesen damals, gerade zwölf Jahre alt, aber seine Erinnerung daran war so klar, als wäre es erst letzte Woche passiert.
Nach dem Abendessen hatte er sich herausgeschlichen aus dem Brandyschloß, um in aller Ruhe und ohne das Gemeckere seiner Mutter seinen Fußnagelgrind zum Nachtisch zu speisen. Gemütlich hatte er sich ins Gras am Brandywein gesetzt. Der Mond hatte hell aufs Wasser geschienen, während die leichten Wellen sanft gegen das Ufer gebrandet waren. Alles war friedlich gewesen und die Mahlzeit gut.
Bis plötzlich von Norden ein Boot herangetrieben kam. Frodo war aufgesprungen und hatte sich rasch hinter einem Strauch versteckt. Als das Boot näher gekommen war, hatte er erkannt, daß zwei leicht angeheiterte Personen darauf waren - seine Eltern! Das Brandyschloß hatte nicht umsonst seinen Namen, und Drogo hatte eine Schwäche für die Weinbuddeln des alten Herrn Gorbadoc gehabt.
Schließlich war das Boot so nahe gewesen, daß der Hobbitjunge die Worte verstehen konnte.
“Na gut, jetss binisoweit, du Schlingl”, hatte seine Mutter gesagt und seinem Vater ihren Fuß hingestreckt.
“Warum’n nich gleich”, hatte dieser erwidert, sich den Fuß geschnappt und sofort angefangen zu knabbern.
Als Drogo alle Zehen des einen Fußes durchgeknabbert hatte, hatte er nach dem anderen gegriffen. Doch durch seine Grobheit hatte Primula das Gleichgewicht verloren. Sie hatte sich noch versucht festzuhalten, war aber nichtsdestotrotz über Bord gekullert. Weil Frodos Vater immer noch den Fuß seiner Frau in der Hand gehalten hatte, war er hinterher gefallen. Beide waren untergegangen wie ein Stein.
Der kleine Frodo hatte gewußt, daß er hätte Hilfe holen sollen. Aber er war wie gelähmt gewesen. Und dann war es ohnehin zu spät gewesen. Also hatte er sich einfach zurückgeschlichen, in sein Bettchen gelegt und still geweint. Doch eines hatte er sich vorgenommen: Durch das Zehenknabbern seines Vaters Andenken zu bewahren.

Aber so weit wollte er es nicht bewahren und auch noch denselben Tod erleiden!
Gerade hatte er sich entschlossen, lieber ein Sklave zu sein als zu ertrinken, als in dem Buch in dicken Buchstaben erschien: VERTAU MIR UND GEH JETZT SOFORT!


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Unentschlossen blieb Frodo sitzen. Schaute nervös zur Tür. Zurück auf das Buch. Kaute an seinen Fingernägeln. Schließlich gab er sich einen Ruck, klappte das Buch zu, steckte es in den Hosenbund und ging rasch, aber leise, hinauf an Deck.
Es war eine kühle Vollmondnacht. Ruhig bahnte sich die Lauca Lingwilóce ihren Weg durch die fast wellenlose See, die sie umschlang. Frodo zog seinen Umhang fester um sich und suchte das Deck ab. Das einzige Rettungsboot hing knapp über der Reling, doch er wußte, daß es zum Hinunterlassen mehr als einen Mann brauchte. Mit dem Boot konnte er nicht flüchten. Sollte er wirklich einfach von Bord springen? Was, wenn Tom Riedel ihm gar nicht helfen wollte? Andererseits... Er hatte darum gebeten, mitgenommen zu werden. Wenn er wollte, daß Frodo ertrinkt, würde er damit seinen eigenen Tod - wenn man das so sagen konnte - in kauf nehmen. Hin und her gerissen blickte der Hobbit flehend zu den Sternen. “Elbereth! Was soll ich tun? Hilf mir!” Doch es kam keine Antwort.
Langsam ging er Richtung Heck. Er mußte nachdenken. Vielleicht gab es ja doch etwas, irgend etwas, das als Boot oder Floß taugen würde. Eine der Türen? Nein, zu schwer zum Aushängen für ihn, außerdem hatte Tom Riedel gesagt, er solle sofort gehen. Eines der Fässer, die an Deck standen? Nein. Keines davon war leer. Höchstwahrscheinlich würde es untergehen wie ein Stein. Vielleicht einer der Liegestühle, in die sich Erich manchmal an sonnigen Tagen setzte? Unter Umständen. Ja. Ja, womöglich war das der einzige Weg! Frodos Herz begann vor Aufregung schneller zu schlagen.
Gerade wollte er einen der Stühle zur Reling ziehen, als er von dort ein leises Schluchzen hörte.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Sam hatte lange gebraucht. Hatte immer wieder versucht, sich Mut zu machen, nicht aufzugeben, wie damals, als er in Mordor war, zusammen mit Fro… Nein, er wollte, er konnte nicht an ihn denken. Frodo, sein geliebter Frodo! Niemals würde er ihn wiedersehen, denn dort, wo sein Freund jetzt war, würde er selbst nicht mehr hingelangen. Zu große, zu schwere Schuld hatte er auf sich geladen. Zu schwer, um damit weiterleben zu können. Sam wußte das jetzt.
Er hatte genug Zeit gehabt, sich darüber klar zu werden. Und schließlich hatte er es erkannt. Wenn man sich nicht mehr an einer guten Mahlzeit oder einem kühlen Bier erfreuen konnte, die Schönheit eines Sonnenaufgangs nicht mehr sah oder jegliche Erinnerung an Glück verloren hatte, gab es keinen Grund, weiter auf Arda zu verweilen.
So stand er nun am Heck an der Reling und blickte hinab in das tiefschwarze Wasser, auf dem sich nur die Elenath wie Hunderte Glühwürmchen spiegelten.
Still schüttelte er den Kopf. Wie kam er eigentlich dazu, sich zu bemitleiden? ER war es gewesen, der Frodo umgebracht hatte. Er hatte sein Schicksal voll und ganz verdient! Mit welchem Recht blieb er noch am Leben? Er hatte immerhin noch die Wahl, die Frodo einst verwehrt worden war.
Und dann überwältigte ihn die Trauer und er schlug die Hände vors Gesicht und schluchzte.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der Schmerz schnürte ihm die Kehle zu und machte ihm gleichzeitig bewußt, daß seine Entscheidung die richtige war. Ja, heute mußte es geschehen.
Als er sich wieder ein wenig beruhigt hatte, schwang er entschlossen erst ein Bein über die Reling, dann das andere, und glitt auf der anderen Seite hinab, bis seine Fersen erneut Halt auf den Planken gefunden hatte.

Frodo erschrak. Er hatte nicht bemerkt, daß er gar nicht alleine an Deck war. Aber wer stand dort eigentlich, von Weinkrämpfen geschüttelt? Vorsichtig ging der Hobbit ein paar Schritte näher. Ein Mensch konnte es nicht sein, dafür war er zu klein. Vielleicht Twizel, der Schiffskoch?
Jetzt stieg die Gestalt über die Reling. Was hatte das zu bedeuten?
Frodo ging noch näher. Er konnte krauses Haar erkennen, stämmige Beine und - nackte, behaarte Füße? War das? Konnte das etwa?

Noch hielt sich Sam mit beiden Händen am Schiffsgeländer hinter ihm fest. Sein Herz pochte nun schneller, als wollte es ihm sagen, daß es noch nicht bereit war, bald auf ewig stillzustehen. Er jedoch hatte seinen Entschluß gefaßt. Und er wußte: Je länger er wartete, um so schwerer würde es ihm fallen, loszulassen. Er mußte loslassen. So rasch wie möglich. Ein letztes Mal holte er tief Luft. Dann lösten sich seine Finger von der Reling.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

“SAM!”

Vor Schreck klammerten sich seine Hände wieder an das Geländer. Er schloß kurz die Augen. Die Stimme hatte geklungen wie Frodo. Aber… Nein, er durfte sich jetzt nicht ablenken lassen, egal von wem. Auch nicht von seiner eigenen Einbildung.

“Sam, was.. was machst du denn da?”

Die Stimme war nun näher gewesen, direkt hinter ihm. Sam schluckte. Er würde alles darum geben, wenn das eintreten würde, was er sich lange so sehnlichst gewünscht hatte. Wenn sein Chef bei ihm stünde, lebendig und unversehrt, und sie sich wieder in die Arme schließen könnten. Trotzdem fürchtete er sich. Er fürchtete sich davor, sich umzudrehen - und niemanden zu erblicken.

“Sam? Du machst mir Angst.”

Er spürte eine sanfte Berührung. Leicht neigte er den Kopf und sah an der Hand, die auf seiner Schulter lag, abgekaute Fingernägel. Für einen Augenblick schien die Welt stillzustehen, während er das Gefühl hatte, alle Trauer und aller Schmerz würde aus ihm herausgespült um einer lange nicht gekannten Freude Platz zu machen.

“Frodo?”
“Ja, ich bin es. Ich bin es, mein lieber Sam.”

Mit klopfendem Herzen drehte er sich um und schaute endlich voller Glück, aber auch etwas ungläubig, in das besorgte Gesicht seines Herrn.

“Bitte komm da sofort weg”, sagte Frodo und sah ihn mit seinen großen, tränenfeuchten Augen an. “Was hattest du überhaupt vor?”

Jetzt, wo er wußte, daß sein Chef gar nicht tot war, kam ihm sein erst vor wenigen Minuten gefaßter Entschluß gänzlich unwirklich und albern vor. Er hatte zwar keinen blassen Schimmer, wie Frodo lebend vor ihm stehen konnte, aber darüber wollte er sich momentan keine Gedanken machen.

“Ich wollte mir die, ähm, die Schiffsschraube ansehen.”

Frodo lächelte beruhigt. Wenn es nur das gewesen war.

“Nun klettere aber rasch wieder zurück, ja?”

Er reichte seinem Freund die Hand.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der Faun stand vor seinem eigenen Denkmal, welches in der Mitte eines weißen Platzes hoch aufragte. Stolz und erhaben schaute sein Ebenbild in die Ferne. Doch als der Faun näher trat, bemerkte er einen feinen Riß im Sockel. Und noch während er darüber erschrak, wurde der Riß größer und größer, wanderte nach oben, bis er schließlich das gesamte Denkmal in zwei Teile trennte, die links und rechts zur Seite fielen und mit einem schrillen Fiepen in tausend Stücke zersprangen. Und das Fiepen ging weiter und bildete Wörter, von denen er glaubte, “Halbling” und “Buch geklaut” heraushören zu können. Schweißgebadet wachte er auf.
Alles war dunkel um ihn und still. Mit dem Handrücken wischte er sich die nasse Stirn. Dann hielt er plötzlich inne. Nervös tastete er auf der Bettdecke herum, aber alles, was er fand, war ein Krug. Er suchte den Nachttisch ab. Nichts. Plötzlich begriff er - und sein Schreckensschrei hallte über das Schiff.
Hastig griff er sich seinen Schal und stürmte hinaus, rasend vor Wut, um den Übeltäter zu finden, diesen hinterhältigen, häßlichen Gnom! Und wenn er ihn unter die Hufe bekäme, würde er trampeln, trampeln, trampeln, ohne Gnade!

Wo war er nur? Er hatte jetzt schon das halbe Schiff abgesucht und nichts gefunden. Vielleicht war er hinauf geflohen? Der Bock trabte, schon ziemlich außer Puste, die Stiegen hinauf. Die Seeluft war angenehm kühl und machte es ihm leichter, einen klaren Kopf zu behalten. Systematisch begann er nun zu suchen, beginnend am Bug. Hier war nichts verdächtiges. Als er auf halbem Weg zum Heck war, hörte er von dort leise Stimmen. Langsam ging er näher, bis er endlich die Verursacher erkennen konnte. Für einen kurzen Moment stockte ihm der Atem - dann holte er tief Luft, spurtete los und brüllte voller Zorn:
“HALT!”


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Sam hatte gerade einen Fuß auf die Reling gesetzt, um wieder zurück zu klettern, als der Schrei des Fauns ihn zusammenzucken ließ. Vor Schreck glitt er aus und fiel auf das kalte Wasser zu. Reflexartig beugte sich Frodo vor und griff mit seiner freien Hand nach dem Arm seines Freundes. Sams Fall wurde gestoppt. Mit angstgeweiteten Augen blickte dieser zu seinem Herrn hinauf, während seine Beine hilflos in der Luft zappelten.
“Wehe wenn du losläßt”, winselte er, “laß bloß nicht los!”
Frodo bemühte sich, seinen Freund nicht fallen zu lassen, aber die Strapazen der letzten Zeit hatten ihn einiges an Kraft gekostet. Dennoch versuchte er sein bestes, Sam zurück auf das Schiff zu ziehen.
Doch gerade als er glaubte, es vielleicht trotzdem zu schaffen, rutschte er selbst aus, verlor jeden Halt und Hand in Hand fielen die beiden Halblinge mit einem lauten Platsch ins Meer.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Erich wurde durch einen lauten Schrei geweckt. Müde schlug er die Augen auf, blinzelte und erkannte die Sterne, die mittlerweile am Himmel zu sehen waren. Er mußte hier am Nachmittag auf dem Liegestuhl eingeschlafen sein.
Ein seltsames Schauspiel bot sich ihm jetzt. An der Reling streckte einer der Gnome sein Hinterteil in die Höhe, während vom Bug her der Faun unter Fluchen und mit wild schwingenden Armen angerannt kam. Dann fiel der Gnom hinunter.
Platsch!
Der Kapitän konnte nicht rechtzeitig bremsen, prallte seinerseits mit voller Wucht gegen die Reling, schwang sich dadurch unfreiwillig wie ein Reckturner darüber und verschwand auf der anderen Seite im Dunkeln.
Platsch!
Der Hüne saß reglos in seinem Liegestuhl und brauchte eine ganze Weile, um zu begreifen, was er soeben gesehen hatte. Dann traf ihn die Erkenntnis wie ein Keulenschlag! Der Faun - er war soeben über Bord gegangen und schwebte in Lebensgefahr! Erich sprang auf, schnappte sich so viele der hölzernen Liegestühle, wie er in seinen kräftigen Armen tragen konnte, warf sie ins Wasser, rief “Ich rette dich, halt durch!” und sprang hinterher.

“Schneller, schneller”, spornte Horratio seinen Freund an. “Sieh doch nur! Ich wußte es! Wir wußten es! Der Faunus ist ins Wasser gegangen! Das ist der Beweis!”
“Das ist kein Beweis”, schnaufte Mortimer, der schon außer Atem war. So viel Bewegung war er nicht mehr gewohnt. “Und das weißt du auch.”
“Ja, aber”, rief Horratio enthusiastisch, “ein unbestreitbares Indiz, daß der Ziegenartige paraphyletisch in Bezug auf Wale ist! Aus welchem anderen Grunde sollte er ins Meer springen? Quod erat demonstrandum!“
Die beiden Ratten waren hastig hinaufgerannt und beobachteten nun, wie der Faun, Erich und die beiden Hobbits versuchten, sich über Wasser zu halten, strampelten, ab und zu untertauchten und panisch nach den Liegestühlen griffen, die um sie herum schwammen.
Aufgeregt kratzte sich Horratio hinterm Ohr und schaute seinen Freund von der Seite an.
“Du hast doch nicht etwa die Intention, dem Plebs folgen?” fragte Mortimer schockiert. Horratio zwinkerte ihm zu.
“Wenn du springst, springe ich auch.” Und schon hüpfte er hinunter.
“Und was ist mit unseren Aufzeichnungen? Unseren bisherigen Ergebnissen? Oh weh!”
Unschlüssig drehte sich Mortimer noch einmal um, dann folgte er seinem Freund.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Frodo schnappte nach Luft. Um ihn herum spritzte Wasser, immer wieder ging er unter, während er versuchte, nicht gänzlich die Orientierung zu verlieren.
“Hier, kletter hier rauf”, hörte er Sam ganz aus der Nähe rufen. Er drehte seinen Kopf und sah seinen Freund keine zwei Meter von ihm entfernt sich an einen der Stühle festklammern.
“Kletter hier rauf, du schaffst es, Herr Frodo!”
Frodo paddelte auf Sam zu, griff nach dem Liegestuhl und zog sich mit aller Kraft, die er noch aufbringen konnte, hinauf. Dann blieb erschöpft liegen. Sam wollte es ihm gleichzutun, merkte aber, daß er zu schwer war und beide untergehen würden, wenn er es weiter versuchen sollte. Also ließ er sich wieder ins Wasser gleiten.
“Halt dich fest, Chef, halt dich fest.”
“Sam...”
Der Gärtner legte nur seine Arme auf den Stuhl, damit er nicht unterging.
“Es wird alles wieder gut”, bemühte er sich mit vor Kälte zitternder Stimme seinen Freund zu beruhigen, “es wird alles wieder gut.”
Etwas entfernt von den beiden schwammen Erich und der Faun im Wasser. Der Hüne nahm zwei Finger in den Mund und stieß einen gellenden Pfiff aus.
“Dreht um mit dem Schiff!” brüllte er in die Dunkelheit.
Sam lächelte ermutigend. “Das Schiff kommt zu uns zurück, Frodo. Halt nur noch ein bißchen aus.”


Weltmeister des Bockenburger-Fähren-Wettrennens 2013
You can't just GO to Pigfarts, it's on MARS!
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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Die Schiffbrüchigen trieben nun seit drei Tagen im offenen Meer und die Sonne brannte erbarmungslos auf sie hernieder.
Das Schiff war nicht zurückgekommen.
Wie konnte das alles nur passieren? fragte sich Frodo.
Als ein Baumstamm in einiger Entfernung vorbeischwamm schauderte er. Seine Gedanken schweiften zurück und er musste unwillkürlich daran denken, was der Faun ihm vor knapp zwei Wochen diktiert hatte….

Frodo hatte schlecht geschlafen. Als er am Morgen seine Schreibarbeit wieder aufnahm, konnte er sich nicht konzentrieren. Während der Faun, an dessen Nase erneut weiße Soße klebte, lebhaft beschrieb, wie er das Balzverhalten von dunländische Plattschwanzhörnchen in seiner Tanzchoreographie eingebaut hatte, hörte ihm der Hobbit gar nicht zu. Er hatte die Feder abgesetzt und grübelte.
Etwas ist komisch an diesem Faun, dachte Frodo. Natürlich war eine ganze Menge an diesem Faun komisch: Er war nur mit einem roten Schal bekleidet, er tanzte, dass es einer gondorianische Dirne die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte und er hielt sich einen grobschlächtigen Hünen, für… für was auch immer.
Aber das war es nicht. Nein, irgendetwas an dem Hufläufer erinnerte Frodo an jemanden, den er einmal gekannt hatte. Nur an wen?

"Was macht es denn? Warum trödelt es wieder?" blökte der Bocksbeinige, als er bemerkte, dass der Halbling mit dem Schreiben aufgehört hatte.
Gollum, schoss es Frodo durch den Kopf. Das ist es! Phasenweise spricht er mich als Neutrum an. Genau wie es Gollum bei Sam gemacht hatte.
Aber wo konnte da eine Verbindung sein?
Smeagol hatte den Ring lange Zeit getragen und das teuflische Artefakt hatte einen verheerenden Einfluss auf seinen Geist ausgeübt. Der schw… schwachsinnige Faun wiederum schien von Natur aus beschränkt zu sein, oder? Oder hatte er den Ring auch eine Zeitlang besessen?
Nein, das war unmöglich!


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Áfram Ísland!

Geändert durch Aramir (31.10.2009 21:35)

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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Die Arme in die Hüften gestützt baute sich der Paarhufer vor Frodo auf: "Was hat es denn? Warum macht es eine Pause? Es soll schreiben!"
Der Halbling erschrak. Er war so in seine Gedanken vertieft gewesen, dass er den Bocksfüßler gar nicht mehr beachtet hatte.
Nachdem Frodo seine Fassung wieder erlangt hatte, beschloss er den Faun direkt zu fragen: "Verzeiht mir, edler Faun", begann der Halbling. Habt ihr jemals einen Ring besessen?"
"Einen Ring? Wie kommt es jetzt da drauf? Sicher habe ich einen Ring besessen! Sogar sehr viele.
"Ich meine einen besonderen Ring", bohrte Frodo nach.
Der Faun schlackerte mit den Ohren und sein Gesicht verzerrte sich, als verspüre er große Schmerzen.
"Da…da war wirklich ein besonderer Ring….", stammelte er und fuhr mit leiser Stimme fort…


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Geändert durch Aramir (08.11.2009 13:07)

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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

…an einem heißen Sommertag lagen Erich und der Faun ausgestreckt auf einer abgelegenen Waldwiese und ruhten sich aus. Sie hatten eine lange Tournee hinter sich, die sie durch jedes Gasthaus in Gondor geführt hatte, dass über eine Bühne und einen abgedunkelten Hinterraum verfügt hatte.
Verspielt nestelte der Faun mit seinem Zeigefinger im verschwitzten Brusthaar des Hünen und drehte die nassen Haare zu kleinen Löckchen auf.
Während Erich mit geschlossenen Augen das Kraulen und den strengen Moschusgeruch des Paarhufers genoss, dachte der Faun an ihren letzten Auftritt im
Norna Nad, einem Elbenclub. Hach, diese Elben verstehen es wirklich enge Hosen zu tragen, seufzte er verträumt.

Plötzlich riss Hufgetrappel den Faun aus seinen Phantasien. Verwundert richtete er sich auf. Vom Waldweg drang ein lautes Wiehern herüber.
Wer mochte das sein? War ihnen jemand gefolgt? Hatte man sie beobachtet? Der Faun wurde rot bei dem Gedanken daran.
Nervös rüttelte er den Hünen an der Schulter: "Erich! Da kommt ein Reiter."


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Geändert durch Aramir (11.11.2009 21:56)

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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Der Hüne schreckte hoch und zog sich hastig an. Er hatte gerade seine Hose zugebunden, da hörte er eine Fanfare blasen und einen Trommelwirbel.
Mit großen Augen sahen Erich und der Faun, wie nicht nur ein einzelner Reiter, sondern einen ganzer Tross die Wiese betrat.
Ein Herold entrollte ein Banner und verkündete mit lauter Stimme: "Prinz Albert von Harnia!"
Mit offenen Mündern standen die beiden Tänzer da und gafften einen Mann in gelber Rüstung an, der von seinem Pferd stieg und auf sie zu schritt. Sein Gang verriet, dass er von hohem Adel war. Der Mann hatte wallendes, schulterlanges blondes Haar und überragte den Bocksfüßer um mehr als einen Kopf.
Der Faun und Erich fielen vor ihm auf die Knie.

"Nicht doch, nicht doch", hörten die Zwei den gepanzerten Recken sagen. "Ich sollte vor euch knien! Das ich dem großen Faunus und seinem hünenhaften Gespielen persönlich begegnen darf! Was für ein Glückstag. Ich bin euer größter Fan!"


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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Albert zog den Faun nach oben auf die Beine. Der Paarhufer tänzelte schüchtern von einem Huf auf den anderen.
"Ihr müsst auf mein Schloss kommen!", verkündete der Prinz. "Beim nächsten Neumond werde ich ein Fest veranstalten und ich möchte, dass ihr für mich tanzt!"
Der Faun war sprachlos und wusste nicht was er sagen sollte. Also schlackerte er einfach mit den Ohren.
Der Prinz drehte sich zu seinem Gefolge um und befahl: "Bringt die Geschenke!", worauf hin mehrere Diener herbei eilten.
Erich, der sich inzwischen ebenfalls erhoben hatte, erkannte auf ihrer Brust, das Wappen des Prinzen gestickt, den Gelben Farn.

Zwei kräftige Diener schleppten eine schwere Kiste mit Eisenbeschlag herbei. Ein weiterer brachte zwei Biber und ein vierter führte einen großen Löwen, mit einer mächtigen Mähne, an der Leine.
"Nehmt diese Präsente, als Zeichen meiner Hochachtung für eure große Tanzkunst", sagte der Prinz. Dann kniff er dem Faun sanft in die Wange, warf Erich einen verschwörerischen Blick zu und machte kehrt.
So plötzlich wie Albert von Harnia gekommen war, so plötzlich waren er und sein Gefolge wieder verschwunden. Nur eine schwere Kiste, zwei dümmlich glotzende Biber und ein großer Löwe zeugten davon, dass er je da gewesen war.


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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

"Hast du gehört, Erich? Wir sollen auf seinem Schloss kommen!"
"Jaa", grunzte der Hüne beschränkt und wischte sich mit dem Handrücken über den Mund. "Das hab ich auch gehört."
"Was wohl in der Kiste ist?", wunderte sich der Faun und stöckelte zu der Truhe. "Hilf mir mal", rief er seinem Gefährten zu und gemeinsam öffneten sie den schweren Deckel. Mit einem schrillen Schrei fiel der Faun in Ohnmacht.

Das Aufschlagen auf dem Boden brachte den Faun schnell wieder zur Besinnung. Konnte es wahr sein? Vorsichtig lugte er erneut über den Rand der Truhe.
Er sah den schönsten roten Schal, den er je gesehen hatte und im Gegensatz zu dem, den er trug, hatte dieser keine Flecken. Außerdem enthielt die Kiste ein großes rosanes Kissen, das mit obszönen Motiven bestickt war und einen goldenen Epilierer .
Auch an Erich hatte der Prinz gedacht. Für den Hünen lagen eine weiße Schlaghose und ein Hemd mit weiten Ärmeln bereit. Das Hemd hatte einen hohen Kragen und einen V-Ausschnitt, der bis zum Bauchnabel ging. Die Ränder waren mit glitzernden Pailletten besetzt. Passend zu den neuen Kleidern erhielt Erich eine kostbare Kette, an der ein goldener Farn als Anhänger befestigt war.

Nachdem der Faun sich die Beine rasiert und Erich sich in seinen neuen Anzug gezwängt hatte, tanzten die beiden unbemerkt bis spät in die Nacht.
Nur ein verwunderter Maulwurf kam aus seinem Bau und ärgerte sich ob des komischen Gehoppses. Doch hätte er gewusst, welcher Anblick ihm durch sein mangelhaftes Sehvermögen erspart blieb, er hätte den Valar dafür gedankt.


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Geändert durch Aramir (28.11.2009 20:50)

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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Die beiden Tänzer machten sich auf den Weg nach Harnia. Ihr Weg führte sie durch staubige Steppen, über schroffe Hügel und sanft plätschernde Bäche.
Als sie unterwegs ein besonders schönes Plätzchen entdeckten entschieden sie sich zwei Tage zu rasten. Zwar konnte sie es kaum erwarten auf das Schloss des Prinzen zu kommen, jedoch wollten sie auch nicht erschöpft dort eintreffen. So richteten der Faun und sein Hüne ein Lager ein und machten es sich gemütlich.

Bedächtig drehte Erich den Spieß über dem Feuer, während der Faun auf seinem großen rosanen Kissen lag. Knisternd brannte das trockene Holz und immer wenn Fett vom Braten herunter tropfte, züngelten helle Flammen in die Höhe. Bei dem Gedanken an das saftige Fleisch lief dem Hünen das Wasser im Munde zusammen. Mit einem scharfen Messer schnitt er zwei dicke Scheiben ab und brachte eine davon dem Faun.
Zuerst hatte der Hufläufer Bedenken. Schließlich waren es Geschenke des Prinzen. Aber da sie für die Biber nun mal keine Verwendung hatten, aßen sie die beiden Nager eben. Als der Faun den ersten Bissen gekostet hatte, waren alle Skrupel verflogen. "Köstlich", entfuhr es ihm und Erich stimmte ihm zu.


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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Es dämmerte bereits, als sie Nanda, die Hauptstadt Harnias erreichten.
Bis zum großen Fest waren es noch drei Tage und da im Schloss sicherlich noch Vorbereitungen liefen, wollten der Faun und Erich in einem Gasthaus absteigen. Sie erkundigten sich bei einem der Wächter am großen Stadttor nach einem passenden Etablissement. Der Soldat empfahl ihnen den
Malthen Ross und sagte ihnen, sie sollten sich an Robert wenden.

Robert, den alle nur Bobby nannten, saß auf einem Sofa im Schankraum des Malthen Ross. Er schien etwa zwanzig zu sein, sah jedoch ziemlich blass aus. Seine Koteletten waren lang und seine braunen Haare standen etwas wirr nach oben. Zwei Frauen in knappen Kleidern leisteten ihm Gesellschaft und trugen ihre großen Oberweiten zur Schau. Als Robert den Blick vom Dekolleté der Begleiterin zu seiner Linken kurz löste, erblickte er die beiden Tänzer. Er stellte seinen Tomatensaft ab, stand auf und kam auf sie zu.
"Hey Leute, ich bin Bobby. Man sagt ich bin der süßeste Junge hier in der Stadt. Oh Gott, ich bin der harnianische Traum. Ich glaube nicht, dass ich zu extrem bin, ich bin schließlich ein ansehnlicher Hurensohn. Auch wenn ich nach Vaseline rieche ich bin ein elender Hurensohn. Bin ich ein Junge oder eine Lady? Ich hab keine Ahnung."
Robert kam dem Faun irgendwie bekannt vor. Er konnte sich jedoch nicht erinnern, ob er ihm biss-her schon einmal begegnet war. Egal dachte er, er war auf alle Fälle nach seinem Geschmack.
Bobby redete ununterbrochen, doch aufgrund des allgemeinen Lärms in der Gaststube bekam der Faun nur noch Wortfetzen mit: "Freddie… Schraubstock… Freizeitanzug…ich bin so fantastisch… Spindel im…. Dusche…"

Nachdem Bobby geendet hatte, deutete er den beiden Gefährten ihm zu folgen. Erich und der Faun gingen mit.


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Geändert durch Aramir (13.12.2009 18:49)

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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Mit aufgespanntem Schirm lehnte der Faun am Eingang des Kürschners und wartete darauf, dass Erich wieder heraus kam. Seine Gedanken kreisten um die letzte Nacht, als ihn plötzlich ein kleines hässliches Mädchen von der Seite ansprach.
"Darf ich Sie was fragen?"
Erschrocken fuhr der Faun herum und starrte sie entsetzt an. Das kann nicht sein, dachte der Hufläufer panisch.
Seit Jahren hatte er immer wieder diesen furchtbaren Albtraum, in dem er durch einen verschneiten Wald lief. An einer Straßenlaterne traf er dann auf ein kleines nerviges Mädchen. Er hatte sich stets gefragt, warum mitten im Wald eine Straßenlaterne stand, aber es war schließlich nur ein Traum und die Dinge in Träumen waren nicht real. Zumindest hatte er das bis heute immer geglaubt. Bis die hässliche Göre leibhaftig vor ihm stand!
"Was sind Sie?", fragte die Kleine.
"Was ich be..be..bin? Ich bin ein schw..., ein Faun!" stammelt der Hufläufer. "W..was tust du hier hier?", entfuhr es ihm und kaum hatte er die Frage ausgesprochen, da hätte er sich auch schon dafür ohrfeigen können.
Wie ein Wasserfall fing das Mädchen an zu plappern: "Also das war so…." Dem Faun wurde schwindelig und er verstand nur noch "Kleiderschrank".

"Lucy, komm sofort her!", hörte der Faun eine laute Frauenstimme, die die Göre verstummen ließ. Der Schalträger erblickte eine junge Frau, die auf sie zu kam. Er vermutete, dass sie die Schwester des Quälgeistes war.
"Ich habe dir schon hundertmal gesagt, du sollst keine halb nackten Männer ansprechen! Was wenn er dich in seine Höhle mitgenommen hätte, häh? Wahrscheinlich hätte er dir Tee und Gebäck angeboten, nur um dir seine Flöte zu zeigen!"
Grob fasste die junge Frau Lucy am Ohr und zog sie mit sich fort.
Kreidebleich, stütze sich der Faun auf seinen Schirm und blickte den beiden hinterher. Er dankte den Göttern für seine Rettung!


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Geändert durch Aramir (28.12.2009 08:52)

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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Die Gesichtsfarbe war etwas in den Faun zurückgekehrt, als Erich wieder aus dem Haus des Kürschners kam.
"Und, gefällt er dir?", fragte der Hüne und präsentierte stolz seine neue Gewandung, in dem er sich um sich selbst drehte. Er trug einen sandfarbenden Mantel, der mit einem mächtigen Fellkragen besetzt war. Die Knöpfe waren geschwungen und erinnerten an die Krallen eines mächtigen Raubtieres.
"Entzückend", entfuhr es dem Faun, während er die flache Hand nach vorne abklappte. "So können wir gehen!"
Der Bock fasste den Hünen am Arm und gemeinsam stolzierten sie ihrem großen Auftritt entgegen.

Hoch ragten die Mauern des prächtigen Schlosses vor den beiden Tänzern auf. Die Burg Albert von Harnias war komplett mit gelben Girlanden geschmückt und allerorts waren ausgelassene Menschen zu sehen. Mit offenen Mündern schritten Erich und der Faun über die Zugbrücke.
Als die Gefährten den Burghof betraten, erblickte sie der Zeremonienmeister des Prinzen. Geschwind eilte er zu ihnen herüber und verbeugte sich tief. "Unsere Ehrengäste! Ich bin hocherfreut! Mein Name ist Kunibert Lingus, aber ihr könnt mich Kuni nennen", sagte er und zwinkerte ihnen zu.


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Geändert durch Aramir (07.01.2010 13:50)

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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Der Faun schätzte Kuni auf Mitte vierzig. Er sah blendend aus und war ein wirklicher Frauentyp. Der Hufläufer vermutete, dass der Zeremonienmeister den Damen am Hofe jeden Wunsch von den Lippen ablas.
Lingus führte sie direkt in die große Halle des Hauptgebäudes, in der ein riesiges Bankett stattfand. Das Gelage hatte bereits begonnen und der Met floss in Strömen.
Fast alle Rassen Mittelerdes waren hier vertreten. Der Faun sah Menschen, Zwerge, Elfen und Hobbit-Sklaven. Er entdeckte sogar einen Halb-Ork, der sich in einer Ecke geräuschvoll übergab.
Kuni brachte die Beiden zu Albert von Harnia, der gerade dabei war die Keule eines gebratenen Kapauns abzunagen. Der Zeremonienmeister verbeugte sich und sein Fürst entließ ihn mit einem Nicken, damit er sich um weitere Vorbereitungen kümmern konnte.
"Eure Hoheit", stammelten die grotesken Tanzkünstler und machten einen Knicks.
Für einen Moment stutzte der Prinz. Seine Augen wanderten vom Faun zu Erich. Stirnrunzelnd betrachtete Albert den Mantel des Hünen, als ob dieser ihn an jemanden erinnerte. Dann lachte er und rammte Erich freundschaftlich den Ellenbogen in die Rippen: "Haha, Aslan steht euch wirklich gut!"


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Geändert durch Aramir (10.01.2010 22:17)

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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

"Setzt euch, setzt euch", sagte der Prinz und deutete auf die Plätze, die rechts und links von ihm frei geblieben waren.
"Ich habe euch schon vermisst und kann es kaum erwarten euch tanzen zu sehen. Aber vorher wird gespeist!"
Der Prinz klatschte in die Hände und sofort eilten Diener herbei, die den Gefährten silberne Pokale mit gelbem Met reichten und exotische Speisen servierten.

Während der Prinz vom Faun genauestens wissen wollte, wie er so geschmeidige Bewegungen hinbekam und wie er sich zu seinen Choreographien inspirieren ließ, widmete Erich sich dem Essen. Die harnianischen Nudeln, die man für ihn gekocht hatte, hatten es ihm besonders angetan. Da der Hüne kein großer Gourmet war, störte es ihn auch nicht weiter, dass er dabei war seine Nudeln mit einer Sauce zu essen, die eigentlich für Reis bestimmt war. Während er damit beschäftigt war sich vollzustopfen, hörte er einen Aufschrei.
Erich blickte zur Seite und sah, dass der Ritter, der direkt neben ihm saß, sich in den Finger geschnitten hatte.
Der Mann fluchte, wie ein Zwerg, der sein letztes Bier verschüttet hatte. Dann steckte der Ritter sich den blutenden Finger in den Mund und saugte daran.
"Verzeiht Herr, warum tut ihr das?" fragte Erich dümmlich.
"Oh", antwortete der Recke, "der Speichel stoppt die Blutung schneller. Zumindest hat das ein altes Kräuterweib behauptet, dem ich einst begegnete."
Der Hüne wollte gerade eine weitere Frage stellen, als ein lauter Gongschlag erklang.


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Geändert durch Aramir (18.01.2010 21:21)

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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Der Prinz erhob sich und es wurde still in der großen Halle.
"Liebe Gäste, ich begrüße euch auf Schloss Harnia. Ich freue mich, dass ihr meiner Einladung gefolgt seid, um etwas beizuwohnen, von dem die Barden Mittelerdes noch in Generationen singen werden. Also kommt, lasst alle Hemmungen fallen und feiert, meine Freunde. Möge das Schauspiel beginnen!"
Tosender Jubel brach aus und die Massen grölten: "Ein Hoch auf den Prinzen".
Dann ertönte ein weiterer Gongschlag und der große Vorhang, der den hinteren Teil Saales verborgen hatte, fiel und gab eine Bühne frei,auf der der Zeremonienmeister stand.
Kunibert Lingus erhob die Stimme: "Ladies, Gentlemen und Unentschlossene! Heißt sie willkommen, die ersten Künstler des Abends: Robert Braun und die Zappa-Girls!"
Der Besitzer des Malthen Ross erschien und mit ihm drei blonden Damen, die lediglich hohe Reitstiefel und Instrumente trugen.
Mit einer obszönen Geste begrüßte Robert die johlende Meute, die sich inzwischen vor die Bühne gedrängt hatte. Dann begann er unter musikalischer Begleitung der voluminösen Blondinen kreischend zu singen: "Hey ihr Leute, ich bin Bobby Braun…."

Der Faun erkannte die Lebensgeschichte des Gasthausbesitzers, von der er ja schon einen Teil gehört hatte. Die Nachstellung als Musical begeisterte ihn jedoch vollends und die Tatsache, dass nicht das kleinste Detail ausgelassen wurde, heizte ihn gewaltig an.


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Geändert durch Aramir (27.01.2010 21:27)

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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Der Abend schritt voran und eine Darbietung löste die andere ab.
Zu später Stunde kam die Veranstaltung dann zu ihrem Höhepunkt - dem Auftritt des Fauns und seines Hünen.
Die Massen schrien und tobten und die beiden Gefährten tanzten wie man es noch nie in Mittelerde gesehen hatte. Und zum Glück auch nie wieder sah.


Frodo, der noch immer in den Weiten des Meeres trieb und sich an einem Holzstück festklammerte, erinnerte sich, dass ihm bei den Schilderungen des Fauns schlecht geworden war.
Verkrampft hatte er versucht, sich nicht zu übergeben. Der Paarhufer war so in seine Erzählung vertieft gewesen, dass er nicht bemerkt hatte, dass der Halbling nicht mitschrieb. Damals wäre der Hobbit am liebsten hinausgelaufen und hätte sich in die Fluten gestürzt.
Was für eine Ironie, dachte Frodo nun, am Ende war er in genau diesen gelandet.

Die Aufräumarbeiten am nächsten Tag waren für die Diener eine Herausforderung. Stundenlang fegten sie Scherben zusammen, trugen Stühle und Tische fort und wischten Flüssigkeiten auf, die sie nicht zu identifizieren wagten.
Gegen Abend klopfte es an der Kemenate, in der Erich und der Faun untergebracht waren. Immer noch müde und mit einem Brummschädel schleppte sich der Hüne zur Tür, vor der er den Zeremonienmeister erblickte.
"Ich hoffe ihr habt wohl geruht", begrüßte ihn Kunibert. "Der Prinz wünscht euch in seinen Gemächern zu sehen. Er möchte sich bei euch bedanken. Kleidet euch an. Ich führe euch."


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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

"Oh, ihr wart wunderbar", begrüßte sie der Prinz. "Das Fest war ein Erfolg, um den mich alle beneiden."
Der Faun und Erich wussten nicht was sie sagen sollten und schauten verlegen auf den Boden.
"Tretet vor, edler Faun. Nehmt dieses Geschenk als Dank!", verkündete Albert und holte eine kleine Schatulle hervor, in der ein Ring lag.
Der Paarhufer stöckelte zum Prinzen und ließ sich den Ring auf den Mittelfinger stecken. Ein komisches Gefühl durchströmte ihn und der Finger wurde steif.
"Ihr seid zu großzügig, mein Prinz", stammelte der Bock.
"Nicht doch, nicht doch, ihr habt ihn euch verdient. Er soll magische Kräfte haben und ist wie geschaffen für euch. Mein Hofmagier glaubt, dass es der legendäre Ring der Faune sei und ich halte das auch für möglich. Ich steckte ihn einst auf und erwachte am nächsten Morgen im Ziegenstall. Es war die anstrengendste Nacht meines Lebens. Wem könnte der Ring also besser stehen als euch?" Der Prinz zwinkerte ihm zu und der Faun machte große Augen.
"Und nun zu euch, mein Lieber Hüne", fuhr Albert fort. "Auch ihr wart famos! Für euch habe ich dieses Präsent"
Er fischte ein kleines Kleidungsstück aus seiner Manteltasche und überreichte es Erich. "Für euch habe ich einen Tanga aus Mithril fertigen lassen. Ich hoffe er passt euch. Kommt, probiert ihn an!"
Der Hüne gab ein dankbares Grunzen von sich und ließ sich nicht zweimal bitten.


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Geändert durch Aramir (07.02.2010 10:38)

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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Die Vorstellung dieser Szenerie war nun doch für Frodo zu viel. Schreiend rannte er an Deck und erbrach sich über der Reling in die endlosen Wellen.
"He, wer kotzt mir da in den Vorgarten?", ertönte eine donnernde Stimme.
Ängstlich blickte sich Frodo um. Er entdeckte Ulmo, der auf einer Welle neben dem Schiff her ritt.
"Ich hoffe du hast nichts gegessen, was meine Fische nicht vertragen können!"
"Verzeiht mir, aber es war alles zu viel für mich", stammelte der Hobbit.
Mit Tränen in den Augen erzählte er Ulmo, was er in den letzten Stunden mit anhören musste.

"Das ist ja widerlich!", sagte der Valar, nachdem Frodo seine Geschichte beendet hatte. "Zum Glück habe ich die Faune nicht erschaffen. Das war Aule, auch wenn er es heute abstreitet."
"Ist es war, dass es einen Ring der Faune gab?" fragte Frodo schüchtern
"Hat Gandalf ihn nie erwähnt?", wunderte sich Ulmo. "Dem geilen Bock gefiel es euch Jünglinge in kurzen Hosen durch die Wälder zu scheuchen. Erzählt hat er euch aber scheinbar nicht alles, was?"
"Äh, nein", bestätigte Frodo.
"Das sieht ihm ähnlich. Nun, es ist wahr, auch wenn es allen peinlich ist. Besonders Sauron!
Ein Ring den Faunen, in ihren Häusern aus Tüll. Genaugenommen war es ein Prototyp. Sauron war noch immer im Versuchsstadium, als er ihn schuf. Es heißt, nach dem er ihn selber aufsteckte, ließ er seinen ganzen Turm mit rosa Plüsch ausstatten. Du kannst dir sicher denken, dass das seiner Autorität nicht zu Gute kam und so ließ er den Ring dem Faunenkönig Bärbel als Geschenk bringen."

Nachdem Ulmo wieder verschwunden war, starrte der Halbling noch lange grübelnd ins Meer. Das war also des Rätsels Lösung: Es hatte in Wirklichkeit 21 Ringe gegeben. So passte alles zusammen!
Vollkommen in Gedanken bemerkte Frodo nicht, dass der Faun hinter ihn gestöckelt war.
"Was macht es da? Ich bin noch nicht fertig mit der Geschichte. Es muss schreiben!", kreischte der Paarhufer. Grob packte er den Hobbit am Ohr und zog ihn hinter sich her.

Zurück in der Kajüte, musste Frodo seine Schreibarbeit wieder aufnehmen.
Was solls', resignierte er. Schlimmer kann es nicht kommen.
Er irrte sich…


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Áfram Ísland!

Geändert durch Aramir (08.02.2010 22:28)

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Aramir

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der Schmied legte die lange, glühende Nadel zur Seite und musterte stolz seine Arbeit. Zuerst hatte er gezögert, denn von so etwas hatte er noch nie gehört. Aber der Faun war immerhin berühmt und stand in der Gunst des Prinzen, also hatte er der Sache zugestimmt.
Auch der Paarhufer war zufrieden. Die magische Kraft des Artefaktes hatte ihn auf diese Idee gebracht. Schmerzvoll stöhnte er, als er den goldenen Ring betastete, auf dessen Oberfläche sich tanzend die Flammen des Schmiedefeuers spiegelten.
"Ein wirklich schönes Piercing!", brummte der Schmied zufrieden. "Wenn es in Mode käme, dann könnte ich damit zusätzliches Geld verdienen. Darf ich es nach euch benennen, edler Faun?"
"Oh, das würde mir schmeicheln", säuselte der Bocksbeinige. "Aber die Ehre sollte dem gebühren, der mir dieses große Geschenk machte."
"Ähm, ihr meint Mutter Natur?", fragte der Eisenbieger verwundert.
"Nein, nein", sagte der Faun verlegen. "Nicht
dieses große Geschenk. Ich meine den Ring. Er kommt vom Prinzen."
"Ah, ich verstehe. Gut, dann sollten wir das Kunstwerk nach unserem Fürsten benennen. Von nun an soll eine solche Arbeit Prinz Albert heißen!", verkündete der Schmied feierlich.


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Hilflos im Meer treibend, betrachtete Frodo erneut den Baum, der in seiner Nähe vorbei schwamm. Zwei knorrige Äste ragten bedrohlich von ihm in die Höhe. Gnadenlos erinnerten sie den Hobbit an das, was der Kapitän ihm am Ende diktiert hatte. Die Äste sahen aus, wie die Hörner einer….

…Ziege, dachte der Faun. Der Hufläufer lag neben Erich, der eingeschlafen war, am Ufer eines seichten Flusses und schaute auf das Wasser. Ein merkwürdig geformter Baumstamm, der sich in den Uferpflanzen verfangen hatte, hatte sein Interesse geweckt.
Nach ihrem Aufenthalt in Harnia waren die beiden Gefährten wieder durch das Land gezogen und aufgetreten. Ihr Bekanntheitsgrad hatte sich abermals erhöht und sie waren endgültig zu den Stars der Subkultur Mittelerdes aufgestiegen.
Wie so oft, seit er den Ring trug, fühlte der Faun eine unglaubliche Energie durch seine Extremitäten strömen. Ja, der Baum sah wirklich aus wie eine Ziege, fand der Paarhufer und das knotige Astloch an der Rückseite strahlte eine magische Anziehungskraft auf ihn aus.

Schreie, da waren Schreie. Sie kamen von weit her, wie vom Ende eines Tunnels. Die Stimme kam ihm bekannt vor. Er kannte den, der da rief!
Erich schreckte hoch. Was war passiert? Irritiert schaute er sich um.
Dann hörte er die Schreie erneut. Diesmal ganz nah. Nein, es war kein Traum, es war…der Faun!
Erich entdeckte den Hufläufer auf einem Holzstumpf hockend, der langsam Richtung Flussmitte trieb. Er sah aus wie ein Jockey bei einem Pferderennen. Allerdings zappelte und jammerte er, als ob er von seinem Pferd absteigen wollte, es jedoch nicht konnte. Der Bock schien festzuhängen. Er musste ihn retten!
Ohne zu zögern sprang der Hüne in das Wasser und schwamm zu seinem Gefährten.
Mit aller Gewalt packte Erich den Faun an den Schultern und zog ihn mit einem Ruck nach hinten. Es gab ein Geräusch wie von zerreißendem Leinen und der Bock schrie wie am Spieß.
Mit seinen kräftigen Armen brachte der Hüne den Hufläufer zurück an Land. Erschrocken sah er, dass der Faun stark blutete. Was sollte er nur tun? Erich war verzweifelt, doch dann erinnerte sich der Hüne an den Ritter, der beim Festbankett neben ihm gesessen hatte…


Das war der Zeitpunkt, an dem er ohnmächtig geworden war, erinnerte sich der Hobbit. Er war erst wieder in seinem Verschlag zu sich gekommen und hatte am ganzen Körper gezittert. Frodo hatte den Faun später nie gefragt, ob er den Ring damals verloren hatte oder ob er ihn noch besaß. Zu groß war seine Angst vor der Antwort gewesen. Ohne die Wahrheit zu kennen, war alles nur eine Vermutung und der Halbling konnte sich einreden, dass der Faun damals nur mit seinem Zeigefinger festgehangen hatte.
Nein, Frodo war sich sicher. Er wollte die Wahrheit niemals erfahren!

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Geändert durch Aramir (22.02.2010 09:18)

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Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Obwohl die Sonne gnadenlos herniederbrannte, wurde er plötzlich von einer undurchdringlichen Finsternis umhüllt. Eben noch hatte er Sam deutlich vor sich gesehen, und mit einem Mal war alles verschwunden. Nicht einmal die Hand seines Freundes, die er in der seinen gehalten hatte, spürte er mehr. Er wollte nach ihm rufen, doch seine Kehle war so trocken, dass kein Laut herauskam. Was war nur geschehen? War dies das Ende? Sollte seine Fahrt nun zum Schluß kommen? Jetzt, nachdem er seinen Gärtner endlich wiedergefunden hatte?
Nein! Nein, das würde er nicht zulassen! Niemals! Wenigstens noch einmal wollte er in Sams Armen liegen, wie damals im Turm von Cirith Ungol! Er würde kämpfen! Er würde kämpfen!
Langsam begann sich der schwarze Nebel um ihn zu lichten. Und schon konnte er schemenhaft
einen Kopf vor sich erkennen.
"Herr Frodo, ist alles in Ordnung?" drang es wie von Ferne an sein Ohr. "Gib nicht auf, wir schaffen das, alles wird gut, alles wird..."
Die Dunkelheit war wieder zurückgekehrt und verschluckte die letzten Worte. Und dann wußte er nichts mehr.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Weiße Strände

Durch seine geschlossenen Lider konnte Frodo die Sonne erahnen. Es mußte Mittag sein, denn sie stand direkt über ihm und schien ihm warm ins Gesicht. Er atmete tief ein. In die salzige Luft hatte sich der süße Geruch hunderter Blüten gemischt. Was war geschehen? Er konnte sich nur noch erinnern, daß er die Memoiren des Fauns gestohlen hatte. Und dann - was war danach mit ihm passiert?
Langsam bewegte er seine Finger und spürte feinen Sand darunter. Nahebei konnte er die sanfte Brandung hören. Vorsichtig drehte er den Kopf, damit er nicht von der Sonne geblendet wurde, bevor er die Augen aufschlug.
Er lag an einem weißen Strand, eine leichte Brise wehte vom Meer her, und über ihm stand eine Gestalt und betrachtete ihn eingehend.
“Bin... bin ich tot?” fragte der Hobbit.
“Nein.”
Er wartete, doch eine weitere Erklärung gab die Gestalt nicht ab. Plötzlich entsann sich Frodo wieder einem Ort, wo er fast gewesen wäre, und sein Herz überschlug sich fast vor Aufregung.
“Bin ich vielleicht doch auf Tol Eressea?”
“Nein.”
So schnell, wie seine Freude gekommen war, war sie schon wieder verflogen.
“Ich habe Nachforschungen angestellt, das hatte ich ja versprochen, als wir uns zum ersten Mal getroffen haben. Und es hat sich herausgestellt, daß du doch nicht ganz unschuldig warst an der Zerstörung des Rings. Also habe ich mich entschlossen, dich aus den Fluten zu retten.”
Der Halbling runzelte die Stirn. Was sollte das bedeuten? Wieso mußte er aus den Fluten gerettet werden? Er schloß die Augen und drückte die Hände an seine Stirn, um sich zu erinnern. Nachdem er das Buch gestohlen hatte, war er... war er nach oben gerannt, und dann... war er ins Wasser gefallen, und... und... Sam war bei ihm gewesen!
“Sam!”
Ruckartig setzte er sich auf und blickte sich um. Außer ein paar zerbrochenen Holzbrettern war der Strand leer. Auch Ulmo - ja, es mußte Ulmo gewesen sein - war verschwunden.
“SAM!” rief er noch einmal, so laut er konnte. “Sam, wo bist du? SAM!”


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Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Doch so oft er auch rief, er bekam keine Antwort. Mehrmals suchte er den Strand ab, blickte immer wieder aufs Meer hinaus, in der Erwartung, seinen Freund zu sehen, und wurde enttäuscht. Als die Panik immer mehr Besitz von ihm ergriff, tauchten grauenvolle Bilder vor seinem inneren Auge auf: Sam, der langsam in den Fluten versinkt, zu erschöpft, sich noch über Wasser zu halten. Sam, der von einem Untier gepackt und hinabgezogen wird. Sam, der ohnmächtig an Land gespült wird.
Vielleicht - ja, vielleicht war es so gewesen und er hatte sich ins Gebüsch geschleppt und war dort bewußtlos geworden? Vielleicht...
Angetrieben von einem Fünkchen Hoffnung schlug Frodo sich ins Unterholz. Spitze Dornen zerkratzten seine Arme und Beine, doch dies merkte er gar nicht. Irgendwo hier mußte Sam sein. Er MUSSTE hier sein. Er mußte einfach.


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Horratio saß auf einem Felsen und beäugte den leblosen Hobbit. Neugierig streckte er die Nase in die Höhe und schnüffelte. Nein, der Halbling war nicht tot. Er roch zwar streng, aber tot war er nicht. Das erkannte er genau.
Als Ratte war es ihm in die Wiege gelegt selbst geringste Gerüche wahrzunehmen und zu unterscheiden. Oder wie er es selber gerne ausdrückte: Olfaktorische Differenzierung war für ihn eine aktive, phylogenetische Potenz.
Ein leidvolles Stöhnen bestätigte das Urteil der Ratte und Horratio sah, wie sich der Halbling langsam bewegte. Mühsam stand der Hobbit auf und lief schwankend am Strand auf und ab. Dabei rief er wiederholt einen Namen und verschwand nach einer Weile im Gestrüpp. Horratio seufzte piepsend und schaute dem Humanoiden nach.
Inzwischen fragte er sich, ob es klug gewesen war ins Meer zu springen. An ihrer Rettung hatte er nie gezweifelt, schließlich waren Mortimer und er gute Schwimmer. Aber ihr Forschungsobjekt, den Faunus, hatten sie trotzdem verloren und nun waren zusätzlich ihre Aufzeichnungen auch noch futsch.
Einsichtig blickte Horratio zu seinem Freund herüber, der neben ihm saß und angestrengt versuchte, sich mit den Hinterpfoten den nassen Sand aus dem Fell zu entfernen.

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Geändert durch Aramir (30.03.2010 21:39)

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Er MUSSTE hier sein. Er mußte einfach! Wo sonst sollte er sein? Nein, nein, darüber konnte er nicht nachdenken, oder der Schmerz würde sein Herz zerbersten lassen. Erschöpft setzte der Halbling sich auf die schroffen Felsen und blickte aufs Meer hinaus. “Ich dachte, ich hätte dich endlich wieder zurück - für immer...” murmelte er und wischte sich die Stirn. Auf seinem Handrücken blieb etwas Blut kleben. Er mußte sich wohl den Kopf verletzt haben, als er angespült worden war.
knack
Erschrocken drehte er sich um. War da jemand?
Angestrengt spähte er ins Unterholz. Doch die Farne, die bis zu den Klippen wucherten, machten es unmöglich, etwas dahinter zu entdecken. Dieser Ort war ihm unheimlich. Er wußte nicht genau warum, aber das im Landesinneren aufragende Felsmassiv machte ihm Angst. Wenn doch nur sein Freund hier wäre!
knack
“Frodo?” rief Sam. “Bist du das?”


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Es ging alles ganz schnell: Zwei große Schatten stümten auf ihn zu, dann wurde er hinten am Kragen gepackt und grob in die Luft gerissen. Für einen Moment tanzten helle Lichter vor seinen Augen, bis sich schemenhaft das aufgebrachte Gesicht des Fauns abzeichnete.
"WO IST ER?" schrie der Bock ihn an, während Erich den Hobbit kräftig schüttelte. "WO IST ER?"
"Wo - ist - wer?" stotterte Sam.
Wild hüpfte der Faun auf und ab. "Der andere, der andere! Der Dieb! Er hat es mir gestohlen, meinen Schatz! Ich wollte damit berühmt werden! Wo ist er hin und wo hat er meine Memoiren? WO?"
"Ich...", japste der Gärtner. Er bekam kaum noch Luft, Erichs Griff war einfach zu fest. "...weiß nicht."
Endlich ließ der Hüne ihn los und er landete röchelnd auf dem harten Fels.
"Laß uns gehen", sagte Erich, "wir haben doch selbst schon alles abgesucht. Laß uns in die Farne gehen und dann..."
"Nein!" unterbrach ihn der Hufläufer. "Der andere wird ihn suchen! Hast du nicht gehört, wie sie miteinander gesprochen haben, als wir auf dem Wasser getrieben sind? Das war ja widerlich! Er wird ihn suchen, da bin ich sicher. Also nehmen wir ihn mit. Als Köder. Ich will mein Buch wieder haben!"
Erich ließ den Kopf hängen. "Wenn das dein Wunsch ist."
"Das ist es", meinte der Faun heftig nickend und stolzierte voraus.
Sam wurde von dem Hünen fest am Arm gepackt und hatte keine andere Wahl als mit diesen beiden Irren mitzugehen.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Im Dickicht selbst wartete der Hufläufer kurz ab und ließ den Hünen vor, damit dieser alleine durch seine Statur das gröbste Gestrüpp aus dem Weg räumen konnte. Für Sam, den Erich hinter sich her schleifte, war dies alles andere als angenehm. Ständig schlugen ihm die Farne ins Gesicht und hinterließen dort häßliche, schmierig-gelbe Spuren.
"Wo gehen wir eigentlich hin?" fragte Erich nach einer Weile.
"Zum großen Felsmassiv. Dort stellen wir den Gnom ab, daß er von überall gut gesehen werden kann, und dann müssen wir nur noch warten."
Der Hobbit schluckte. Ausgerechnet zu diesem bedrohlich aufragenden Felsen mußten sie gehen? Merkten die anderen beiden denn nicht, daß von diesem Ort etwas unheimliches ausging? Andererseits - vielleicht würde er auf diese Weise wirklich Frodo wiedersehen. Wenn es dieser überhaupt an Land geschafft hatte. Ach weh...


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Mit diesen trüben Gedanken stolperte er hinter Erich durch den Busch. Nach einer Weile bemerkte er, daß hier und da Baumgruppen waren, die gänzlich ihre Blätter verloren hatten. Ob diese Bäume abgestorben waren oder von einer Krankheit befallen, vermochte der Halbling nicht zu sagen. Auf jeden Fall bestärkte ihn dies in dem Eindruck, daß diese Gegend nicht geheuer war.

"AAAAAH!"
Erschrocken fuhr Sam zusammen, als der Faun plötzlich los schrie.
"Was ist?" fragte der Hüne alarmiert und sah sich um.
"Dort!" antwortete der Bock und blickte starr auf ein großes Fellbüschel, das in einem Strauch hing.
Erich sah sich die Haare genauer an.
"Hab keine Angst", beruhigte er schließlich den Faun. "Das... das sieht nicht so aus, als wäre hier noch ein anderer Hufläufer, der sich... die Brusthaare rasiert."
Und nach einem Blick in das skeptische Gesicht des Kapitäns fügte er hinzu: "Ganz sicher!"


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Eitel warf der Bock den Kopf zurück.
“Und wenn schon. Ich werde immer der einzig wahre schw... schwingende Faun sein.”
“Bestimmt!” pflichtete Erich ihm eifrig bei.
Der Hüne vergewisserte sich , daß sein Kapitän wirklich keinen Wutanfall bekommen würde, drehte sich dann langsam um und ging weiter.

Eine ganze Weile wanderten sie, immer leicht bergauf, bis sich schließlich das Gestrüpp lichtete und große Felsen links und rechts ihren Weg säumten. Zwangsläufig ging der Hüne dazwischen hindurch, ohne dem ganzen besondere Beachtung zu schenken. Doch dem Hobbit war nicht entgangen, daß sie anscheinend zufällig auf einen Pfad gestoßen waren. Einen Pfad, der bis ganz nach oben auf das Hochplateau - so schien es - führte. Und ein eigens angelegter Weg mußte es sein, denn bei manchen Anstiegen waren Stufen in den Fels geschlagen, die nicht natürlichen Ursprungs sein konnten.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Kurz überlegte der Halbling, ob er die anderen beiden darauf aufmerksam machen sollte, ließ den Gedanken dann aber fallen. Sie würden seine Anmerkung ohnehin nicht beachten.

Ohne Pause gingen die drei weiter. Mit der Zeit wurden die Felswände zu beiden Seiten immer höher. Hier und da kamen sie nun an Höhlen vorbei, teilweise verdeckt von vertrockneten Kletterpflanzen, als wollten diese die Eingänge vor neugierigen Blicken schützen.
Plötzlich machte Sams Herz einen Sprung. Hatte er richtig gesehen? Mit zusammengekniffenen Augen spähte er in eines der dunklen Löcher. Eben noch hatte er gedacht, daß ihm schwarze Augen entgegen geblickt hatten, doch nun konnte er nichts mehr erkennen. Seltsam. Vielleicht hatte auch einfach nur die Hitze des Tages seine Wahrnehmung getrübt. Ja, so wird es gewesen sein, sagte er sich. Hoffentlich.

Nach Stunden, wie es Sam schien, erreichten sie schließlich das Hochplateau. Erschöpft plumpste der Hobbit in einer schattigen Felsnische auf den Boden und schnappte nach Luft. Wenn sich diese ganze Tortur nur gelohnt hatte. Wenn er nur seinen Chef wiedersehen würde.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

"Und was machen wir jetzt?" fragte Erich.
"Erst einmal bleiben hier hin und ruhen uns aus", antwortete der Faun, setzte sich auf den Hintern und klopfte mit seiner rechten Hand auf den Platz neben sich. Der Hüne nahm mit einem freudigen Grinsen die Einladung an. Das schmatzende Geräusch, als sich ihre verschwitzen Schultern berührten, hörte Sam schon nicht mehr. Er war bereits eingenickt.

Ein paar Schönwetter-Wolken hatten sich vor die Sonne geschoben, als er wieder erwachte. Die Luft war angenehm frisch geworden und eine leichte Brise blies vom Meer herüber. Jetzt, wo er hier war, kam ihm der Ort gar nicht mehr so unheimlich vor. Man hatte von hier oben eine herrliche Aussicht auf die See und den Farnwald. Die Vögel zwitscherten und die Bienen summten und Sam hätte dies alles genießen können, wenn er mit Frodo hier gewesen wäre und nicht mit den beiden verrückten Tänzern.
"Er soll sich da vorne hinstellen, damit der andere ihn gut sehen kann!" befahl der Faun und deutete in Richtung Klippe.
Der Hobbit stand nicht auf. Im Prinzip gab es keinen Grund, sich weiterhin herumkommandieren zu lassen. Auf dem Schiff war das anders gewesen. Dort hatte man den Bock zum Kapitän gemacht, dem eine komplette Mannschaft gehorchte. Und Flucht war nicht möglich gewesen. Hier war es anders. Er konnte gehen, wohin er wollte, und Erich konnte ihn schließlich nicht immer und überall festhalten.
Der Hüne ging drohend einen Schritt auf ihn zu. Sam seufzte und folgte - ein letztes Mal, wie er sich sagte - der Order des Fauns.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Er fragte sich zwar, wie ihn jemand von dort unten durch das Blätterdickicht überhaupt hätte sehen sollen, aber was sollte er sich den Kopf darüber zerbrechen. Einzig direkt von der Küste oder am Aufstieg selbst wäre er deutlich zu erkennen gewesen. Und Frodo... Vielleicht lag er irgendwo, bewußtlos. Vielleicht brauchte er Hilfe. Er würde ihn suchen. Ja, er würde ihn suchen, und zwar sofort! Sam drehte sich um. Ein paar Schritte vor ihm strich sich der Faun durchs Haar, aber Erich stand in einiger Entfernung halb hinter einem Felsen. Der Weg hinunter linker Hand war frei. Wenn er schnell war, hätte er womöglich genügend Vorsprung, um weiter unten im Gehölz zu verschwinden.

Gerade wollte er den ersten Schritt machen, als eine Bewegung direkt hinter dem Faun ihn erstarren ließ.
“Was macht es denn?” fragte der Bock verärgert.
Der Halbling antwortete nicht, sondern glotzte wie gebannt hinter den Hufläufer.
“Was macht es?” fragte der Faun nochmals. Dann folgte er Sams Blick.

Es sah aus wie ein Menschenkind. Doch solch ein Menschenkind hatte Sam noch nie vorher gesehen. Die Haare waren lang und verfilzt, die Haut war dunkel. Es trug seltsame Kleidung aus sehr groben Pflanzenfasern. Sein rechter Arm war auf Schulterhöhe nach vorn ausgestreckt, die Hand aber hing schlaff herunter.
“Igitt!“ stieß der Bock aus. Er schien zwar verdutzt, aber nicht erschrocken. Nachdem sich die beiden eine Weile angesehen hatten, räusperte sich der Faun.
“Na, wo ist denn deine Mama?”
Das Kind blieb stumm.
“Möchtest du vielleicht einen Vanillepudding?”


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Das Kind lächelte.
"Aber ich hab jetzt keinen da und würde dir auch keinen geben!" kicherte der schiffslose Kapitän.
Und auf einmal ging alles ganz schnell. Blitzartig griff der Knirps nach der Hand des Fauns und schlug seine Zähne in dessen Fleisch. Der Gebissene schrie wie am Spieß und wand sich, konnte den Balg jedoch nicht abschütteln.
Erich hob den Kopf, erfaßte geistig nach ein paar Sekunden die brenzlige Situation und wollte seinem Bock zu Hilfe eilen, aber im gleichen Moment kamen von überall Eingeborene herbeigeströmt, bewaffnet mit großen Knüppeln.
"Friß dich satt an seinem Fleisch!" rief einer, bevor der Faun umringt und zu Boden gezerrt wurde. Erich brüllte wild und ließ die Fäuste fliegen. Ein paar Eingeborene fielen links und rechts neben ihm bewußtlos zu Boden.
Sam hatte dem Spektakel mit offenem Mund zugesehen, bis plötzlich einer der Wilden auf ihn zeigte und etwas schrie, das er nicht verstand. Die anderen wurden nun auch auf ihn aufmerksam. Feindselig und knüppelschwingend musterten sie ihn.
Sam sank das Herz in die Hose. Hinter ihm war der Abgrund. Er konnte nicht fliehen. Wie sollte er lebend hier wieder rauskommen? Dann fiel sein Blick auf den Hünen. Um ihn hatte sich ein Kreis gebildet. Näher als ungefähr fünf Meter trauten sie sich nicht mehr an ihn heran, denn gegen seine dicken Affenarme waren die Waffen der Einheimischen machtlos. Der Halbling überlegte nicht lange. Lieber wollte er noch eine Weile bei Erich leben als mit eingeschlagenem Schädel sterben. Er rannte so schnell er konnte, duckte sich unter den großen Leuten hindurch, wich hier und da einem Hieb aus und schaffte es schließlich, unversehrt zu dem Hünen zu gelangen.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Hektisch suchte Erich die Menschenmenge nach seinem Kapitän ab, konnte ihn aber nirgends entdecken. Mit lautem Brüllen machte er seinem Ärger Luft. Die Eingeborenen wichen daraufhin eingeschüchtert weiter vor ihm zurück und machten schließlich kehrt. So schnell wie sie gekommen waren, verschwanden sie wieder zwischen den Felsen. Erich sprintete ihnen nach, gefolgt von Sam, der sichtlich Mühe hatte, dem Hünen zu folgen. Aber er wollte auf keinen Fall alleine von diesen Wilden irgendwo abgefangen werden. Vor Erich hatten sie Respekt, also war es am besten, an seinen Rockschößen zu baumeln.
Wie ein Bergriese donnerte dieser ungelenk über die Felsen, fluchte wütend und ruderte wild mit den Armen. Weil die Entführer in alle Richtungen sprengten, konnte sein untrainiertes Gehirn sich nicht entscheiden, wohin er laufen sollte. So machte er ein paar Schritte hierhin, ein paar dorthin, und während dieses Balletts hatte der Hobbit die Möglichkeit, zu ihm aufzuschließen.
Völlig außer Atem kam er neben dem Hünen zu stehen.
Sam sah sich um. Er konnte niemanden mehr sehen. Nur gegenüber hinter einem großen Stein lugte das Kind hervor, das der Anfang des ganzen Schlamassels gewesen war.
"Dort!" rief Sam und zeigte auf das Kind, doch in diesem Moment hatte es auch schon eine Schleuder hervor geholt, zielte und Erich krachte wie mit der Axt gefällt neben dem Gärtner zu Boden.


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Das Kind rannte davon. Schockiert blieb der Hobbit neben dem haarigen Recken stehen, für den Moment unfähig, sich zu bewegen. Konnte das sein? Konnte das das Ende sein? Vor ein paar Minuten hätte es ihn nicht im geringsten interessiert, ob Erich am Leben war oder nicht, doch nach diesem Intermezzo konnte er nur hoffen, daß der Hüne einen Schädel aus Stahl hatte.
Als Sam die Fassung wiedergefunden hatte, beugte er sich langsam hinunter und begutachtete seinen - ja, er mußte das in seiner Notlage wohl oder übel nun akzeptieren - Gefährten. Den Sturz hatte dieser mit seinem Gesicht abgefangen, das derzeit nur halb zu sehen war.
Der Halbling sah sich um, griff einen dicken Ast, den ein Sturm vom restlichen Baum getrennt haben mußte, und benutzte diesen als Hebel, um Erich auf den Rücken zu drehen. Nach mehreren Anläufen gelang es ihm schließlich. Von dessen Schläfe tropfte Blut. Die Nase war verformt und das restliche Gesicht rot, aufgequollen und unansehnlich. Abgesehen von der Wunde sah er also aus wie immer. Und er atmete.
Sam seufzte erleichtert. Jetzt blieb ihm nichts anderes übrig als zu warten.

Er hatte sich unter einen großen Busch gelegt und sich vorgenommen, nicht einzuschlafen. Durch verzweifeltes Rufen wurde er geweckt.
"Ich bin blind, ich bin blind! Ich kann nichts mehr sehen! HILFE!"
Verdammt, dachte sich der Hobbit, und versuchte zu dem Hünen zu eilen, was gar nicht so einfach war, da er sich mit seinen Kleidern im Gestrüpp verfangen hatte.
"Oh nein, ich werde meinen Kapitän nie wiedersehen", jammerte Erich lautstark, "ich werde ihn nur noch fühlen können!"
"Pssst! Ruhe!" herrschte Sam ihn an, der sich endlich hatte befreien können. "Nicht so laut, sonst kommen sie vielleicht zurück!"


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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

"Aber ich bin blind, ich kann nur noch helle Punkte sehen!"
"Das sind Sterne. Es ist Nacht."
Der Hüne rieb sich die Augen und blinzelte.
"Ach!"
Mühsam richtete er sich auf und griff sich an den Kopf.
"Was ist denn...?"
"Steinschleuder", faßte der Hobbit die Dinge kurz, aber präzise zusammen.
Erich murmelte etwas, neigte sich zur Seite und spie seine letzte Mahlzeit neben sich auf den Boden. Anschließend wischte er sich mit dem Handrücken über den Mund, wo die Pampe kleben blieb.
"Das ist ja widerlich!" flüsterte Sam zu sich selbst.
"Wo... Wo ist der Kapitän? Hat er sich versteckt? Er war doch eben noch hier."
Verständnislos sah der Hobbit ihn an. Anscheinend waren die letzten Ereignisse aus dem Gedächtnis des Hünen gelöscht worden. Die Steinschleuder hatte wohl mehr bewirkt, als ihn bloß das Bewußtsein verlieren zu lassen. Und wenn das so war, dann... Sam kam eine Idee. Eine geniale Idee, wie er fand. Aber er mußte sichergehen.
"Hm", räusperte er sich, "an was könnt Ihr Euch denn noch erinnern?"
"An unsere erste Begegnung in Gerstenmanns Brauhaus und an Klaus und..."
"Nein, ich meine, wo endet Eure Erinnerung?"
"Ach so. Also... Ich habe mir gerade eine besonders schöne Blume angesehen, und dann kamen Wilde angerannt und dann... was ist dann passiert?"
Sam versuchte, so gut es ihm seine begrenzten Möglichkeiten gestatteten, seine Worte mit Sorgfalt zu wählen. Es mißlang.
"Sie haben den Faun geschnappt und dann, äh, also es ging schnell, soviel kann ich sagen, und es hat bestimmt auch nicht wehgetan..."
Erich schaute ihn mit weit aufgerissenen Augen an.
"Also, um es kurz zu machen, äh, er ist, hm, tot. Er ist erschlagen worden. Und... es nutzt auch nichts", fügte der Halbling schnell hinzu, "nach ihm zu suchen, denn... denn sie haben ihn gleich verbrannt und seine Asche verstreut. Wir machen uns dann lieber alleine auf den Weg, um aus dem Gebiet der Eingeborenen heraus zu finden. Am besten gleich jetzt, wo es noch dunkel ist."


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Erich brach in ohrenbetäubendes Schluchzen aus. Zitternd saß er da und wippte vor und zurück, während ihm die Tränen wie Sturzbäche über seine Wangen strömten.
Sam sah sich ängstlich um. Wer weiß, vielleicht hatte der Hüne durch seinen Lärm schon die Eingeborenen wieder auf den Plan gerufen. Er versuchte zu lauschen, ob sich Schritte nährten, aber das war unmöglich.
Doch auf einmal verstummte Erich. Irgendwo aus der Ferne drang ein Brüllen heran. Ein sehr lautes Brüllen, begleitet von dem Geräusch von umstürzenden Bäumen. Und dann hörte man noch etwas. Trommeln. Trommeln in der Tiefe. Und von irgendwo her kam ein flackerndes Licht.
"Das werden sie büßen!" sagte Erich, sprang auf und rannte zurück zum Hochplateau. Der Hobbit eilte hinterher mit der bösen Vorahnung, daß sein Plan - wie so oft - nicht den erhofften Erfolg haben würde.
Oben angekommen konnten sie die Lichtquelle ausmachen. Es war ein großes Feuer inmitten eines Dorfplatzes, ein paar hundert Meter talwärts. Viele Menschen tanzten zu Trommelschlägen im Kreis darum und stießen seltsame Laute aus. An einer Seite des Platzes befand ich eine hohe Mauer, die diesen von einem Graben trennte, und dahinter - angebunden an zwei Pfähle, mit einer Blumenkette geschmückt und von mehreren Fackeln beleuchtet - der Faun!


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Monoton dröhnten die Trommeln in der Ferne und ihr dumpfer Klang hallte in seiner großen Höhle wider und weckte ihn aus seinem Schlaf.
Verwundert neigte er den riesigen Kopf und schnupperte. Die gewaltigen Nasenflügel blähten sich auf, als er die Luft einsog. Der unbekannte Geruch verwirrte ihn und sandte ein Beben durch seinen Köper. Er richtete sich zu ganzer Größe auf und brüllte.
Wie immer würde er dem Ruf der Trommeln folgen und Angst und Tod würden ihn begleiten.

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Áfram Ísland!

Geändert durch Aramir (20.07.2010 22:11)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Es war zwar dunkel, aber der Mond schien hell genug um zu erkennen, daß die Baumwipfel auseinanderstoben. Etwas Gewaltiges bewegte sich durch den Wald und kam genau auf den Faun zu. Erschrocken schrie Erich auf.
Er wirbelte herum, warf Sam - vorerst - nur einen wütenden Blick zu und spurtete dann hinunter zum Dorfplatz. Der Hobbit wußte nicht genau was er nun machen sollte. Sollte er Erich folgen? Erich, der sich bestimmt wünschte, ihn bald zu zermalmen - oder sollte er alleine zurückbleiben und es riskieren, von den Eingeborenen gefangengenommen zu werden und vielleicht auch an einem Pfahl angebunden zu enden? Nein, sagte sich Sam. Dann lieber ein schneller harter Schlag gegen den Kopf. Und schon eilte er dem Hünen hinterher.

Langsam öffnete der Faun die Augen. Was war bloß geschehen? Wie war er hier an den Rand des Waldes gekommen? Er versuchte, sich hinter seinen Pinselohren zu kratzen und merkte dabei erst, daß er festgebunden war.
“Erich?” rief er. “ERICH!”
Wo war der Kerl nur? Diesmal war er etwas zu weit gegangen. Natürlich mochte der Faun derlei Dinge. Aber dann sollte der Hüne wenigstens in der Nähe sein, wenn er aufwachte.
Suchend sah der Bock sich um. Der Schein der Fackeln warf seltsame Schatten auf die Blätter. Sie sahen an einer Stelle gar nicht mehr aus wie Blätter, eher wie Haare. Dichte Haare. Wie ein großer Pelz.

Das Untier trat aus dem Dickicht hervor und besah sich sein Opfer. Es war ganz nach seinem Geschmack. Speziell die Blumenkette hatte es ihm diesmal besonders angetan.

Der Faun blickte in das riesige Gesicht des Biests. Er versuchte zu schreien, aber kein Laut wollte aus seiner Kehle kommen. Dann griff eine mächtige Pranke nach ihm, die Pfähle wurden herausgerissen und er wurde in sekundenschnelle mehrere Meter in die Luft gehoben.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Aus den ungeheuren Nasenlöchern wehte ihm fauler Gestank entgegen. Er erinnerte ihn an seinen ersten Abend in Gerstenmanns Brauhaus, und das minderte ein wenig seine Furcht. Vielleicht handelte es sich hier einfach um einen übergroßen Teddybären. Vielleicht könnte man aus diesem auch einen schicken Mantel für Erich machen, wie damals aus dem Löwen. Doch der Bock wurde bald eines besseren belehrt.
Die dunklen Augen des Untieres musterten ihn eingehend. Gefangen in der Pranke wurde er hierhin und dorthin gedreht, daß ihm schwindelig wurde. Schließlich stieß das Biest ein zufriedenes Glucksen aus und lief zurück in den Wald, seine Beute dicht am Körper und so vor Ästen und Gestrüpp gut geschützt.

Wie lange er so durch den Wald geschleppt wurde, konnte der Faun nicht sagen. Er wußte nur, daß bald die Sonne aufgehen würde, als sie endlich am oberen Rand einer Klippe haltmachten. Der Himmel am Horizont war schon hell, als sich die Bestie auf seinen großen Hintern fallen ließ und die Erde damit zum Beben brachte.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Der Faun wurde grob an der Klippe abgesetzt. Zwischen ihm und dem Weg zurück saß sein riesenhafter Entführer, der den Pfad versperrte. Mit einem mulmigen Gefühl im Magen sah der Bock sich um. Vielleicht konnte er ja noch auf eine andere Art entkommen. Doch hinter ihm war der tiefe Abgrund und vor ihm nur undurchdringlicher Urwald. Sein Blick blieb an einem Haufen weißer Äste hängen, die aufeinander gestapelt waren. Oder waren das etwa...? Er kniff die Augen zusammen und erkannte plötzlich voller Schrecken, daß es sich nicht um Äste, sondern um unzählige Knochen handelte. Überbleibsel der früheren Opfer? Daneben, verrostet und verbeult, standen mehrere eiserne Kutschen.
Das Untier hatte seinen Blick bemerkt, stieß wieder das zufriedene Glucksen aus, schnappte sich eine handvoll Knochen und ließ sie vor sich auf den Boden fallen. Dann ergriff seine enorme Pranke eine der Kutschen und fuhr damit über die Knochen, immer und immer wieder, und zeigte dabei auf den Faun.
Jetzt war es aber höchste Zeit, daß Erich ihn rettete! Dieses Wesen war ja total irre!
"ERICH!" rief er, so laut er konnte. "ERICH, ERICH, ERICH!"
Das Viech räumte die Knochen wieder an ihren Platz zurück und blitzte sein Opfer mit kalten Augen an.
Der Faun suchte das farnige Unterholz ab, in der Hoffnung, daß sein Retter daraus hervorbrechen würde. Doch von dort war kein Laut zu hören.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Was sollte er nur tun? Die Antwort war einfach. Er tat das einzige, was er wirklich gut konnte. Schnell schnappte er sich einen Ast, der in der Nähe lag, und fing an sich daran zu räkeln, um ihn herumzustolzieren, sich zu drehen. Das Biest starrte ihn dabei gebannt an. Das Herz des Hufläufers schlug schneller: Der Plan schien zu funktionieren! Schließlich warf er sich den Ast über die Schulter und stotterte "umbrella-ella-ella", während er lasziv sein Gesäß hervorstreckte.
Das war zu viel für das Untier. Es warf den Kopf nach hinten und stieß ein ohrenbetäubendes Lachen aus.

Und dann verwandelte sich das Lachen in einen Schmerzensschrei. Das Tier kippte nach vorne, landete auf dem Boden und bewegte sich nicht mehr. Von dem Tanz abgelenkt, hatte es völlig den großen Felsbrocken hinter sich vergessen, an dem es sich hart den Kopf angeschlagen hatte.
Nach einigen Sekunden hatte auch der Faun verstanden, was passiert war. Und entdeckte: Der Weg zurück war frei!


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Auf der anderen Seite

Inzwischen hatte Mortimer sich wieder beruhigt. Tagelang hatte er Horratio Vorhaltungen gemacht.
Stets hatte er seinen Partner gedrängt, alle Notizen nur mit polyalphabetischer Substitution niederzuschreiben. Horratio hatte jedoch entgegnet, dass nur 2,73% der auf dem Schiff befindlichen Lebensformen lesen könnten und der Aufwand deshalb unnötig wäre.
Auf der Lauca Lingwilóce mochte das stimmen, doch nun hatte ihnen das Meer die Aufzeichnungen über den perversen Faunus entrissen.
Zwar war der Verlust selbst kein großes Problem, denn dank der hochentwickelten semantischen Gedächtnisfähigkeiten der beiden Rodentia bestand keine Gefahr, dass Informationen verloren gingen. Doch was war, wenn jemand anderes die Dokumente fand? Was war, wenn jemand anderes die Lorbeeren für ihre aufwendige, monatelange Forschungsarbeit erntete und sie leer ausgingen?
Das würde Mortimer nicht verkraften!

Während die beiden Muridae unbemerkt Frodo folgten, kämpfte sich der Hobbit durch das Gestrüpp des Dschungels. Der süßliche Duft fremder Pflanzenarten stieg ihm in die Nase und das unheimliche Geschrei der Brüllaffen drang in sein Ohr.
Zuerst hatte der Halbling überlegt, ob er der Küste folgen sollte, um Sam zu suchen, doch die schroffen Felsen ließen dies bereits nach einer Meile nicht mehr zu.
So bahnte er sich seinen Weg in das Landesinnere. Nicht ahnend, was dort auf ihn warten würde...

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Áfram Ísland!

Geändert durch Aramir (25.09.2010 21:42)

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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Erschöpft setzte sich Frodo auf einen Baumstumpf. Ich hoffe, dass ich nicht im Kreis laufe, dachte er.
Der Halbling versuchte sich daran zu erinnern, was er von Bilbo über die Orientierung in Wäldern gelernt hatte, aber irgendwie schien hier im Dschungel alles anders zu sein.
Resigniert biss er in eine Banane, die er unterwegs gepflückt hatte.
Nachdem er wieder etwas zu Kräften gekommen war, rappelte er sich auf und stapfte weiter durch das Buschwerk. Das gut fünf Fuß durchmessende Loch, zu seiner Rechten, bemerkte er nicht.

„Wir müssen aufpassen. Mit Sicherheit gibt es hier Pythoninae!“
„Das denke ich auch“, bestätigte Mortimer. „Doch wenn wir dem Haarfüßer dicht genug auf den Fersen bleiben, liegt die Chance bei 83,4%, dass er an unserer statt gefressen wird. Mir scheint allerdings, dass Schlangen nicht die einzige Gefahr dieses Urwaldes sind. Hast hast du den Fußabdruck gesehen, Horratio?“
„Ja, ich bemerkte ihn! Präzise 4,821 Fuß Durchmesser! Das bedeutet, es handelt sich um ein männl…“
„Psst, ich wittere etwas“ unterbrach Mortimer seinen Kollegen und reckte schnuppernd die Nase in die Höhe.

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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Frodo hörte ein Plätschern und lauschte. Floss da ein Bach, dem er folgen konnte? Oder sprudelte in der Nähe eine klare Quelle, die ihn erfrischen würde? Hoffnungsvoll ging er in die Richtung, aus der das Plätschern kam.

Vorsichtig schob er die Blätter eines Riesenfarns zur Seite, um den Ursprung des Geräusches auszumachen.
Statt einer Quelle erblickte Frodo einen unbekleideten Mann, der ihm den Rücken zuwandte.
Kunstvoll entleerte der nackte Recke in hohem Bogen seine Blase in eine Pfütze. Neben ihm hing ein Leopardenfell über einen Ast.
„Erich?“, stammelte Frodo ungläubig.

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Geändert durch Aramir (30.09.2010 22:25)

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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Abrupt und ohne sein Tun zu unterbrechen fuhr der Mann herum. Nur um Haaresbreite entging der Hobbit einer unfreiwilligen Dusche.
„Wer seid Ihr?“, fragte Frodo, der nun erkannte, dass es nicht Erich war, der hier im Wald Farne markierte.
„Ich Hartzahn!“, brummte der Nackte und schlug sich mit der Faust auf die Brust.
Was für ein komischer Name, wunderte sich Frodo. Sicher, seine Zähne waren strahlend weiß. Doch nachdem er an ihm heruntergeblickt hatte, beschlich ihn das ungute Gefühl, dass er den Namen nicht aufgrund seines tadellosen Gebisses bekommen hatte.
„Wer du sein?“, fragte der Mann, während er geschickt abschüttelte.
„Ich bin Frodo, aus dem Auenland.“
Nachdenklich kratzte Hartzahn sich am Kinn. Dann steckte er zwei Finger in den Mund und pfiff.
Nach einem Moment der Stille raschelte es in den Blättern und etwas antwortete mit unheimlichen Gekreische: „UuuuuuAaaaaUuuuAaaaaa“

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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

„Eindeutig Spargel“, befand Horratio, während er an dem trüben Rinnsal schnüffelte, das sich gebildet hatte.
Zusammen mit seinem Kollegen saß er unter einem großen Farn und beobachtete die wundersame Begegnung.
„Wir müssen eine geistige Notiz machen", befand Mortimer. "Die kognitiven Fähigkeiten des Halblings scheinen beschränkt zu sein. Er hätte an dem viel zu schwach behaarten Hintern erkennen müssen, dass es sich bei dem Humanoiden nicht um Erich handelte.“
„Stimmt“ bestätigte Horratio, „auch der deutlich geringere Schweißgeruch ist ein Indiz. Seine olfaktorische Wahrnehmung ist also ebenfalls unterentwickelt.“

Mit affigem Gebrüll brach ein struppiger Schimpanse aus dem Unterholz hervor und lief mit hängenden Armen zu Hartzahn. Zärtlich kraulte der Dschungelmann dem Affen den Kopf, woraufhin das Tier auf und ab hüpfte.
„Das Bubbles!“, sagte er und deutete auf den Primaten.
„Angenehm“, stammelte Frodo irritiert. „Sagt, Herr Hartzahn, habt ihr in den letzten Tagen noch anderen Personen gesehen? Einen Halbling, wie mich zum Beispiel?“
„Nicht sehen anderes Kurzmann. Du erster Kurzmann ich sehen! Aber ich fragen Bubbles.“
Hartzahn gab einige Grunzlaute von sich und der Affe fing erneut an zu kreischen.

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Die Suche beginnt

Erich preschte mit hochrotem Kopf und wutentbrannt durch die Menge der Eingeborenen, die gar nicht wußten, wie ihnen geschieht. Hier und dort fielen ein paar von ihnen, von dem Hünen mit einem Schlag von den Beinen geholt, zu Boden. Sam kam völlig außer Atem hinterher gehetzt. Auf keinen Fall wollte er, daß sich die Ureinwohner womöglich für Erichs rüdes Benehmen an ihm rächen würden, und so blieb er diesem dicht auf den Fersen.
Als der Recke bei der Mauer angekommen war, schlug er wie wild gegen die hochgezogene Zugbrücke. Ängstlich schauten sich die Eingeborenen an, bis einer so viel Mut faßte und die Brücke hinunter ließ. Noch bevor sie den Boden auf der anderen Seite berührte, stürmte Erich los, um seinen Kapitän vor dem Ungeheuer aus dem Urwald zu retten.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Sam stolperte ihm nach und mußte mit einem großen Satz von der Brücke springen, die die Wilden gar nicht schnell genug wieder hochziehen konnten. Mit einem Flatsch landete er bäuchlings auf der anderen Seite.
Als ein lautes Brüllen in die Nacht hinaus donnerte, preßte er die Hände auf die Ohren. Erich war außer sich vor Wut. Vor ihm befanden sich die beiden aus dem Boden gehobenen Pfähle und zerrissene Seile, außerdem ein paar lange Haare. Keine Spur von seinem Faun.
Sam lag im Dreck und wagte nicht, sich zu bewegen. Es wäre jetzt für Erich ein leichtes, ihn einfach in den Graben zu schubsen. Bedrohlich kam der Hüne auf ihn zu.
“Ich werde dich finden, egal wo du dich versteckst, und dann werde ich ihn rächen - bete zu den Valar, daß ihm nichts passiert ist! Bete, daß ich dir dein Leben lasse!”
Dann machte Erich kehrt und rannte in den Urwald.
Eine lange Zeit lag Sam noch zitternd am Boden, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen. Immer wenn er nahe dran war, löste sich alles wieder in schwarzen Rauch auf und verdunkelte seinen Blick. Schließlich erinnerte er sich an etwas, und diese Erinnerung betraf Frodo, und die konnte er festhalten, ehe sie ihm wieder entwich. Wenn Frodo nicht weiterwußte, tat er etwas, das vielleicht auch Sam helfen würde.
Langsam zog der Hobbit seinen Fuß an sein Gesicht und begann, seine Zehennägel zu knabbern. Und es funktionierte. Sein Kopf wurde klarer, der schwarze Rauch verzog sich.
Er mußte nun überlegen, was zu tun war. Zurück zu den Eingeborenen konnte er nicht, was ihm nur recht sein konnte, denn sie konnten auch nicht zu ihm. Erich war auf der Suche nach dem Faun. Und Frodo? Er mußte Frodo finden. Dann würde alles gut werden.


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Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Wo sollte er mit der Suche anfangen? Nachdem er lange über diese Frage nachgedacht hatte, kam er zu der einzig richtigen Antwort: Es war einerlei. Sein Chef konnte hier wie dort sein. Bedächtig stand er auf. Es blieb ihm wohl nichts anderes übrig, als in den Urwald zu gehen. Glücklicherweise gab es anscheinend einen Weg hinein. Direkt vor ihm war eine Schneise in das Gehölz geschlagen worden. So schien es zumindest. Oder rührte das von etwas anderem her? Sam wußte, daß da etwas gewesen war, aber er konnte sich nicht mehr genau erinnern. Es war ohnehin egal. Das einzige, was zählte, war Frodo zu finden. Aber es konnte nicht schaden - zumindest für diese Nacht - ein Licht dabei zu haben. Der Hobbit drehte sich um und wollte die letzte noch brennende Fackel mitnehmen. Im selben Moment, in dem er sie berührte, erlöschte das Feuer. Dunkelheit hüllte ihn wieder ein. Jetzt konnte ihm nur noch der Mond den Weg weisen.
Sam sah hinauf in das Firmament mit seinen unzähligen Sternen. Sie brachten die Erinnerung zurück. Selbst damals in Mordor hatte er die Hoffnung nicht aufgegeben. Dort hatten sie es mit Sauron und seinen Handlangern zu tun gehabt. Hier mußte er nur Erich fürchten. Und verglichen mit Sauron war Erich bloß Schorf unterm Fußnagel.
Fest entschlossen, sich bei seiner Aufgabe niemals entmutigen zu lassen, schritt der Gärtner hinein in den Dschungel.

Als es passierte. war der Mond schon ein gutes Stück gewandert. Der Weg war in tiefe Schatten getaucht. Mehrmals war Sam bereits mit den Zehen an aus dem Boden ragende Wurzeln gestoßen. Er überlegt gerade, ob es nicht Zeit für eine Rast wäre. Müde und hungrig war er, und ausruhen mußte er sich ja irgendwann. Dann dieses seltsame Geräusch. Verwirrung. Und plötzlich der schier unerträgliche Schmerz. Der Hobbit schrie auf und plumpste auf den Hosenboden. Etwas hatte sich mitten durch seinen Fuß gebohrt. Ob es ein spitzes Stück Holz war oder eine Glasscherbe, konnte er nicht sagen. Was er aber spürte, als er es herauszog, war der Blutschwall, der sich in seine Hand ergoß. Sein Magen drehte sich um, und der schwarze Rauch kehrte zurück. Und dann machte er - unabsichtlich - für heute nacht seine Rast.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Die Sonne war aufgegangen und brannte auf den Halbling herab, als er wieder zu sich kam. Schwerfällig richtete er sich auf und rieb sich die im Schlaf gewachsenen Krümel aus den Augen. Jedoch als er selbige aufschlug, war er nicht sicher, ob er tatsächlich aufgewacht war oder noch träumte.
Zu seinen Füßen hockte ein Affe, einen Stock in der Hand, und spielte fasziniert mit einem Klumpen aus getrocknetem Blut und Dreck. Sam starrte ihn eine Weile an, unfähig, sich zu bewegen, und kniff sich dann in den Arm.
Der Schmerz ließ ihn aufschreien, was den Affen wiederum erschreckte, der laut kreischend im Urwald verschwand.


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RzwoDzwo

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Nachdem das Kreischen geendet hatte, nickte Hartzahn und sagte: „Bubbles anderes Kurzmann gesehen hat.“
Frodos Herz machte einen Sprung. Er war also auch hier! Sein Gärtner war hier!
„Wo? Wo hat er ihn gesehen?“ wollte der Hobbit aufgeregt wissen.
Erneut kreischte der Schimpanse los, nachdem der Dschungelmann ihn angegrunzt hatte.
„Auf Waldboden“, übersetzte Hartzahn, „viel Blut, viel Schmerz, viel Schrei.“
„V-Viel... viel Blut? Viel Schrei?“
„So Bubbles sagen.“
Alles in Frodo war mit einem Mal taub. Wie groß waren die Chancen, daß hier noch ein anderer Halbling lebte? Nein, es mußte Sam gewesen sein, den der Affe gesehen hatte. Und auch wenn er die Antwort vielleicht gar nicht hören wollte, zwang er sich, die Frage zu stellen.
„War es sein eigenes Blut? War er schwer verletzt?“
„So Bubbles sagen“, wiederholte Hartzahn.


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Seit Stunden waren sie nun schon durch den Dschungel gewandert. Es dämmerte bereits und die Geräusche des Urwaldes wurden unheimlicher. Frodo hatte immer größere Probleme mit dem Waldmenschen und seinem Affen schrittzuhalten.
Bubbles sollte sie zu der Stelle führen, an der er das Blut gesehen hatte und der Halbling betete zu Ulmo, dass alles nur ein Missverständnis war und Sam noch lebte.
An einer Schlucht hielt der Affe endlich an und kreischte. Eine schmale Hängebrücke führte über eine mehrere hundert Meter tiefe Schlucht.
Frodo stützte seine Arme auf die Knie. „Da..da... müssen wir rüber?“ schnaufte er ängstlich
„Brücke einziger Weg! Wir Brücke gehen! Morgen. Heute zu dunkel. Bretter fehlen! Nicht sehen jetzt.“, offenbarte Hartzahn.
Dann ließ sich der Waldmensch an einem großen Baum nieder und bereitete das Nachtlager vor.

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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Unweit vom Nachtlager der Humanoiden hatten sich die beiden Ratten ebenfalls zur Ruhe begeben.
Während Mortimer sofort friedlich eingeschlafen war, konnte Horratio kein Auge zutun und wälzte sich herum.
Der Mond schien hell durch das Blattwerk der Mammutbäume und tauchte den Urwaldboden in ein fahles Licht, das ihn an die abscheulichen Versuche aus Mordor denken lies.
Eine Dunkelratte, die lange Zeit in Baraddur gelebt hatte, hatte ihnen von den Forschungsergebnissen Saurons erzählt: Helles Licht in der Nacht machte depressiv und führte zu Übergewicht!
Ängstlich blickte die Ratte zuerst zum Mond und dann zu ihren Hinterläufen. Hatten sich an da ihren Flanken etwa Fettpolster gebildet?

Die rattus mordorgicus, hatte im Keller einer Hafenkneipe in Edhellond doziert und den beiden Gelehrten ihre Aufzeichungen von Saurons Experiment gezeigt. Der Dunkle Herrscher hatte Dsungarische Zwerghamster acht Wochen lang tagsüber mit 150 und nachts mit 5 Lux beleuchtet.
Das Experiment hatte gezeigt, dass nächtliches Licht zu Veränderungen im Hippocampus führt, der wiederum eine wichtige Rolle bei der Bildung von Depressionen spielt. Die Hamster hatten entsprechende Anzeichen entwickelt, wie etwa nachlassende Lust am Zuckerwasser-Trinken.
Die Nachtlicht-Tiere wiesen nach dem Versuch, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, weniger dendritische Dornfortsätze im Hippocampus auf, die für die Kommunikation zwischen Gehirnzellen zuständig sind.
Die negativen Folgen traten bereits bei sehr schwachem Licht von der Stärke eines leuchtenden Palantirs in einem sonst dunklen Zimmer auf.
Das Fell stand Horratio bei dem Gedanken daran zu Berge. Ängstlich weckte er Mortimer.
„Was ist denn?“ murmelte sein Gefährte, der gerade von der Vorratskammer der Lauca Lingwilóce geträumt hatte.
„Ich kann bei dem hellen Mond nicht schlafen", jammerte Horratio, „ich muss immer an die Versuche denken!“.
„Vergiss die Versuche", stöhnte Mortimer. "Erstens bist du eine Ratte und kein Hamster und zweitens ein Männchen. Die Experimente wurden ausschließlich mit Weibchen durchgeführt, denen man die Eierstöcke entfernte, um die Einflüsse der von den Ovarien produzierten Hormone auszuschließen. Wieso sollte das also auf dich übertragbar sein?“
„Vie..Vielleicht hast du recht“, schluchzte Horratio beruhigt.

Bald darauf war auch er eingeschlafen und hatte das Experiment vergessen. Und während das Reich der Träume nun alle Gefährten umfangen hatte, zog ein Schweifstern über den Himmel und kündete von einer besonderen Nacht.

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Das erste, was Frodo bemerkte, waren die singenden Vögel und die Insekten, die um seinen Kopf herumsurrten. Erst danach spürte er, wie ihm jemand die Fußhaare kraulte. Zufrieden lächelte er und entschied, die Augen noch eine Weile geschlossen zu halten. Er mußte zusammen mit Sam irgendwo im Auenland auf Wanderschaft sein. Wahrscheinlich hatten sie ihr Nachtlager auf einer grünen Wiese unter einem Baum aufgeschlagen. Und jetzt liebkoste sein Gärtner ihm die Füße, damit der Start in den Tag ein guter war.
„Was gibt‘s denn heute zum Frühstück?“ fragte er leise.
Doch als Antwort bekam er nur ein schrilles Kreischen.
Ruckartig setzte der Hobbit sich auf. Vor ihm saß der Affe, der sich gerade etwas Winziges, daß er zwischen den Fingern hielt, in den Mund steckte und genüßlich darauf kaute.
Frodo sah sich um, und die unliebsame Wirklichkeit hatte ihn wieder. Sam war nicht bei ihm. Sam war verletzt oder noch... Nein, er war bloß verletzt.
„Du endlich wach?“ grunzte Hartzahn, der über einem kleinen Feuer zwei Spieße drehte.
„Ja. Ist es schon spät? Wie lange brauchen wir bis zu dem Ort, wo Bubbles meinen Gefährten gesehen hat?“
„Essen erst, dann reden“, sagte Hartzahn nur.
Der Halbling stand auf und gesellte sich zu ihm ans Feuer, um die Mahlzeit zu begutachten, die sein Führer zubereitete.
„BÄH!“ stieß er aus. „Was ist denn DAS?“
Auf den Spießen steckten wurstfingerdicke, riesige Maden. Gelblicher, äußerst zähflüssiger Schleim lief aus ihren durchstochenen Enden, der beim Heruntertropfen bläuliche Flammen erzeugte. Frodo drehte sich der Magen um.
„Essen!“ antwortete Hartzahn und grinste ihn an. „Aber noch warten, bis Schlabber knusprig!“


Weltmeister des Bockenburger-Fähren-Wettrennens 2013
You can't just GO to Pigfarts, it's on MARS!
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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Als der Schlabber knusprig war, reichte Hartzahn Frodo einen Spieß und nahm sich selber den anderen.
Süßlicher Geruch stieg dem Halbling von der gebratenen Made in die Nase. Das große schrumpelige Etwas erinnerte Frodo an den Moment sei