Zum Inhalt springen

Passwort vergessen?

Jetzt registrieren

herr-der-ringe-film.de

Mittelerde & andere phantastische Welten » Die Gaukler-Stube » "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn"

RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Frodo blinzelte. Die Sonnenstrahlen, die durch die Fugen zwischen den Brettern des Decks über ihm drangen, blendeten ihn. Zum ersten Mal seit einer Ewigkeit hatte er wieder ausschlafen können. Er gähnte ausgiebig und streckte sich. Dabei fiel ihm auf, daß er gar nicht mehr mit Galadriels Schafwolle-Handschellen angekettet war. Tol Eressea muß nun ganz nahe sein, dachte er, und lächelte zufrieden. Noch etwas schlaftrunken rappelte er sich auf und stieg an Deck. Keine Wolke trübte den Himmel, dessen Blau so wunderschön war wie Frodo es zuvor in Mittelerde noch nie gesehen hatte. Er schloß die Augen und atmete tief ein. In die salzige Luft hatte sich der süße Geruch hunderter Blüten gemischt. Ihr lieblicher Duft erinnerte ihn an alles, was im Auenland schön und gut gewesen war, und gleichzeitig war es mit nichts zu vergleichen, das er kannte. Seufzend öffnete er wieder die Augen. Vor ihm lagen weiße Strände, eingehüllt in das noch frische Licht des späten Vormittags. Bilbo hatte man schon an Land gebracht. Er saß auf seinem Stuhl und winkte Frodo zu. Lachend winkte Frodo zurück.

Doch dann hielt er plötzlich inne. Was war mit Bilbos Gesicht passiert? Scharlachrot war es, selbst auf diese Entfernung konnte man das sehen, und die Haut begann schon Blasen zu werfen. Und überhaupt - warum bewegte sich eigentlich das Schiff? Und dann auch noch vom Land weg? Sollte es nicht fest vor Anker liegen?
“Wieso bist DU denn noch hier? ” sagte eine verärgerte Stimme hinter ihm. “Hast du etwa verschlafen? Du solltest doch gar nicht hier sein!” Erschrocken wirbelte Frodo herum. Elrond stand mit verschränkten Armen hinter ihm. “Aber wieso sollte ich denn nicht hier...?“ begann Frodo, brach aber ab. Jetzt erst bemerkte er, daß das Deck an diesem Tag anders aussah. Viele Kisten und Truhen, die sonst hier gestanden hatten, waren nicht mehr da. Und überhaupt: Es war ruhig an Bord. Viel zu ruhig. “Was ist hier los? Was ist mit Bilbo? Wo sind die anderen?” fragte Frodo, der schon schlimmes ahnte. “Die anderen sind natürlich schon längst fort. Und was Bilbo betrifft”, der Elb nickte hinüber zum Strand, “den habe ich von seinem Stuhl losgemacht, weil ich so ein gutes Herz habe. Habe mir im Wald ein paar Kräuter und so weiter besorgt und auf dem Rückweg hat mich der Alte angefleht ihn loszubinden, weil es ihn auf dem ganzen Gesicht und am Hals jucke und er sich unbedingt kratzen müßte. Die anderen scheinen ihn vergessen zu haben. Und ansonsten - ich fahre jetzt wieder zurück nach Mittelerde. Daß du jetzt hier noch rumhängst ist halt etwas blöd für mich, weiß nicht, ob überhaupt noch genug Proviant da ist. Na ja, mir kann’s egal sein, verhungern werde ich schon nicht als unsterblicher Elb.” Er lachte hysterisch und wollte sich abwenden, als Frodo ihn mit zitternder Hand am Ärmel festhielt. “Nein, bitte, ich muß vom Schiff, ich muß nach Tol Eressea! Kehre um, bitte, ich flehe dich an! Ich kann hier nicht bleiben!” Elrond schüttelte den Kopf. “Das geht nicht. Ausnahmsweise weht hier mal ein etwas kräftigerer Wind, das muß ich ausnutzen.” Verzweifelt warf Frodo einen Blick zurück zur Insel, die nun immer kleiner wurde. “Aber es muß einen Weg geben! Bitte!” - “Nun”, überlegte Elrond, “ich könnte das Beiboot herunterlassen.” Hoffnungsvoll sah Frodo ihn an. “Aber da habe ich jetzt keine Zeit für. Ich muß zurück in die Kombüse, da habe ich was auf dem Herd.” Eilig befreite er seinen Ärmel von Frodos verschwitzter Hand und verschwand. Der Hobbit blieb einsam und alleine zurück, unfähig, sich von der Stelle zu bewegen. Lange Zeit stand er so da und starrte ins Leere. Die ersten Tränen begannen, seine Wangen hinunterzulaufen. Vor ihm lang nun ein kalter, dunkler Tunnel, dessen Ende unerreichbar schien. Sein Herz krampfte sich schmerzhaft zusammen, und schließlich sank er laut schluchzend auf die Knie.


Weltmeister des Bockenburger-Fähren-Wettrennens 2013
You can't just GO to Pigfarts, it's on MARS!
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Auf der Lauca Lingwilóce, dem Schiff des Fauns

Wie konnte das nur alles passieren, dachte Sam während er dem Faun die Hufe lila lackierte. Alles schien ein gutes Ende zu nehmen und nun das! Wo war nur sein Chef? Und warum wollte Frodo zuletzt nur noch so genannt werden? Chef. Früher wollte Frodo das Sam ihn Herr nannte. Manchmal auch, wenn sie allein waren, Master oder Gebieter. Das hatte ihm auch immer gefallen, denn dabei fühlte Sam sich so herrlich unterwürfig! Was hatten sie für großartige Zeiten erlebt im Studio des Ohms, dachte er und seufzte. Doch nun nur noch dieses Chef! Sam hasste dieses Wort!

Trotzdem sehnte er sich nach ihm. Sam träumte vor sich hin und sah sich wieder einmal in Gedanken zusammen mit Frodo und Bombadil auf der Wiese tanzen. Der Hobbit seufzte, ja auch die Nächte mit Gollum waren nicht so schlecht gewesen. Er hatte es geliebt ihn zu beschimpfen und Gollum war so abartig, schön glitschig gewesen!

Plötzlich riss ein Schrei Sam aus seinen Fantasien: "Iiieeeeh, was macht es da?" Der Hobbit erschrak und stellte fest, das er nicht nur die Hufe des Fauns lackiert hatte. Ein Schmerz durchzuckte seinen Schädel, als ein Schirm mit aller Wucht auf seinen Kopf niedersauste.

An estimated 70 million of this destructive pest live in New Zealand's bush just chilling out... while other rodents safe lifes: HeroRats

Áfram Ísland!
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Hin - und wieder zurück

Die Tür zur Kombüse wurde aufgestoßen. Beinahe wäre Elrond dabei vor Schreck der Topf mitsamt seinem wertvollen Inhalt aus der Hand gefallen. Nicht auszudenken, wenn das passiert wäre. Jetzt, wo er doch die besten Zutaten hatte sammeln können für sein Gebräu, das sich verkaufen würde wie warme Lembas-Waffeln, da war er sich sicher. Laut fluchend stellte der Elb den Topf ab, um sich mit pulsierender Zornesader auf der Stirn dem Störenfried zuzuwenden. Der Halbling würde es nicht noch einmal wagen, so hereinzuplatzen. Doch als er gerade losbrüllen wollte, stellte er fest, daß da gar nicht Frodo in der Tür stand - sondern Celeborn! “Was soll das denn jetzt? Hast du auch verpennt?” fuhr er ihn an. Fragend zog Celeborn die Augenbrauen hoch. “Auch verpennt? Warum? Hm, ach so. Jetzt verstehe ich. Darum ist die Heulsuse noch hier. Und ich hatte mich schon gewundert, als ich den schluchzenden Lumpenhaufen gesehen habe.” - “Antworte!” - “Dachte doch, er wollte unbedingt vom Schiff. Bist nicht wegen ihm umgedreht?” Langsam wurde Elrond ungeduldig: “Anscheinend nicht, wie du siehst. Und wenn du denkst, wegen dir kehre ich um, das kannst du dir abschminken!” - “Ich möchte nicht zurück”, erwiderte Celeborn ruhig, “das heißt, zurück schon, aber nach Mittelerde. Ich hatte eine kleine Unterredung mit meiner Gemahlin. Wir haben da so was aufgearbeitet. Von früher. Ich - Ich brauche etwas Abstand. Und etwas von deiner speziellen Mischung. Du weißt schon.” Erst jetzt fiel Elrond auf, wie kreidebleich sein Schwiegervater war. Um ehrlich zu sein sah er so aus, als würde er gleich an Mandos’ Hallen klopfen. Elronds Ärger verrauchte so schnell wie er gekommen war. “In Ordnung”, begann er, “wenn du also wieder nach Lothlórien gehst, dann kann ich dir etwas geben und würde die Bezahlung aufschieben, bis wir Mittelerde erreicht haben.” - “Bezahlung?” fragte Celeborn erstaunt. “Jawohl, Bezahlung. Jetzt wo Galadriel fort ist, kannst du dich doch leichten Herzens von jenem Geschmeide trennen, was sie nicht mitgenommen hat.” Celeborn überlegte. Es stimmte eigentlich, was sollte er noch mit dem ganzen Plunder? “Einverstanden!” sagte er schließlich.
Elrond strahlte über das ganze Gesicht. Vor seinem inneren Auge blitzten die unzähligen Stirnreifen auf, die er nun bald sein eigen nennen würde.

“Ich möchte auch etwas haben, bitte.” Still und leise hatte sich Frodo genähert und stand nun mit geröteten Augen und hängenden Schultern hinter Celeborn. Er würde die Reise zurück aus eigener Kraft nicht überstehen, das wußte er. Er brauchte ein Heilmittel, das seine Seele aufbaute. Damals auf dem Weg zum Schicksalsberg war es Lembas gewesen, welches ihm jedes Mal, wenn er glaubte, nicht weiter zu können, neuen Lebensgeist verliehen hatte.
“Und wie möchtest DU bezahlen?” fragte Elrond amüsiert, “Du hast doch alles verloren!” Frodo seufzte und zuckte die Schultern. Was sollte er darauf antworten? Schließlich hatte der Elb recht. Schon wollte sich der Hobbit abwenden, als Elrond ihn zurückrief: “Warte! Warte, du bekommst auch etwas. Und wegen der Entlohnung, da habe ich schon eine Idee.”


Weltmeister des Bockenburger-Fähren-Wettrennens 2013
You can't just GO to Pigfarts, it's on MARS!
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Frodo zögerte. “Eine... eine Idee?” An Elronds Ideen hatte er alles andere als gute Erinnerungen, darum hielt sich seine Freude momentan in Grenzen. Der Elb jedoch schien seine Gedanken gelesen zu haben. Er schüttelte den Kopf und meinte lächelnd: “Es ist nichts schlimmes. Sagen wir einfach, du stehst in meiner Schuld. Das ist alles. Und keine Angst, ich werde dir nichts antun. Ich doch nicht! Und nun”, er nahm einen kleinen Becher und tauchte ihn in den Topf, “trink das und es wird dir gleich besser gehen.” Frodo sah Elrond skeptisch an. Diese Abmachung schien auf den ersten Blick nicht schlimm zu sein, gleichwohl warnte sein Herz ihn davor. Aber im Augenblick hatte er einfach nicht die Kraft, auf sein Herz zu hören. Er sehnte sich nach etwas, das ihn aufheiterte, ihm wieder neuen Mut gab und die Leere in seinem Inneren füllen würde. Er sehnte sich danach, endlich einmal wieder fröhlich sein zu können. Langsam streckte er seine Hand aus und nahm den Becher mit der noch dampfenden Flüssigkeit entgegen. Sie roch seltsam, ein bißchen süßlich, aber in einer Art, die er zuvor nicht gekannt hatte. Vorsichtig setzte er den Becher an die Lippen und nahm einen kleinen Schluck. Es fühlte sich gut an. Er riskierte einen zweiten, größeren Schluck. Elrond grinste, tauschte mit Celeborn einen vielsagenden Blick und schob den Hobbit zur Tür hinaus.

Frodo lehnte sich an einen Mast und schaute nach Westen hinaus aufs Meer. Tol Eressea war jetzt nur noch ein blasser Schatten zwischen dem blauen Himmel und der bunt funkelnden See. Eine leichte Brise wehte Frodo ins Gesicht. Ganz so übel ist es hier ja nicht, dachte er. Was hätte er schon auf der Insel gewollt? Bilbo war nicht mehr der alte, und die anderen konnten ihn nicht leiden. Und dieser Trank schmeckte einfach köstlich. So etwas gab es dort drüben sicher nicht. Er kicherte. Ja, das verpaßten jetzt alle, so einen Schatz hätten sie bestimmt auch gerne gehabt. Fröhlich kippte er einen weiteren Schluck in sich hinein und schlenderte zum Bug. Nach Osten also sollte die Reise gehen. Nun, warum nicht? Es würde schon alles gutgehen. Natürlich würde es das. Frodo, der neunfingrige Hobbit, würde alles bewältigen können, was auch immer kommen möge!


Weltmeister des Bockenburger-Fähren-Wettrennens 2013
You can't just GO to Pigfarts, it's on MARS!
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Am nächsten Morgen wachte Frodo in der Abstellkammer auf. Er hatte keine Ahnung, wie er dort hingekommen war, aber da sich sein Kopf anfühlte, als wäre er vom Alten Weidenmann vor kurzem zerquetscht worden, war ihm das auch egal. Vorsichtig rappelte er sich auf und tastete nach der Tür. Vor seinen Augen begann alles zu verschwimmen, und so dauerte es einige Zeit, bis er den Weg aus dem Bauch des Schiffes zurück an Deck gefunden hatte. Oben angekommen waren seine Kopfschmerzen so unerträglich geworden, daß er erst einmal zur Reling stolperte und sich übergab.
Ein paar Schritte entfernt stand Elrond und beobachtete ihn. So hatte er sich das vorgestellt. Ungefähr jedenfalls. Daß der Hobbit bei dieser Menge gleich so stark reagieren würde, hätte er, wenn er ehrlich war, nicht gedacht. Da saß der kleine Kerl nun also, schnaufte vor Anstrengung und hielt sich den Schädel. Ideale Voraussetzungen, sagte sich der Elb, und trat zu ihm.
“Dir scheint es nicht gut zu gehen, was?” grinste er. “Das tut mir leid. Ich könnte dir vielleicht helfen, aber ich weiß nicht, ob das richtig wäre.” Behutsam hob Frodo den Kopf. “Nicht richtig? Was meinst du damit?” Elrond seufzte: “Ach, es ist vielleicht nicht der beste Weg. Deshalb möchte ich dies eigentlich nicht...” Frodo sah ihn mit trübem, aber gespanntem Blick an, also fuhr er fort: “Es gibt da ein Mittel, das dich wieder aufpäppelt. Zufällig habe ich es dabei.”
Aus seiner Tasche holte er ein Päckchen mit braunen, fingernagelgroßen, flachen Plätzchen hervor. Frodo überlegte nicht lange. Wenn das Zeug wirkte, dann wollte er es haben, bester Weg hin oder her. Eilig griff er danach und steckte sich eines der Plätzchen in den Mund. Noch während er kaute merkte er, wie die Übelkeit und die Schmerzen verflogen. Wunderbar ist die elbische Medizin, dachte er, und ein seliger Ausdruck machte sich auf seinem Gesicht breit.


Weltmeister des Bockenburger-Fähren-Wettrennens 2013
You can't just GO to Pigfarts, it's on MARS!
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Am nächten Tag dachte Elrond, das Hobbits einfach die perfekten Versuchskaninchen waren. Sie waren robust und vertrugen fast alles. Auch wenn sie manchmal kotzen mussten.

Die Sache mit den Plätzchen hatte den Elb auf eine Idee gebracht. Es war ein guter Zeitpunkt für die Rezepte, die er in Galadriels SPIEGEL entdeckt hatte. Die Alte hatte ihren komischen Brunnen vergessen und Elrond hatte inzwischen raus wie er funktionierte.

Alles nur ein billiger Trick ! Wenn man die kleinen Gnome, die den Brunnen mit einem Laufrad antrieben, genug "motivierte", dann hatte man auch ständig Energie und das Ding lief tadellos. Der elbische Stirnreifträger hatte sich zuletzt viel damit beschäftigt und durch Zufall einige Kochrezepte mit komischen Namen entdeckt. Galdriel hatte diese zwar verschlüsselt, aber Elrond war sich sicher, dass man sie mit den Zutaten, die er einst unter ihrem Bett gefunden hatte, zubereiten konnte.

Mit einigen Blitzen aus seinem Ring trieb er die bedauernswerten Gnome unter der Verkleidung des Brunnens zur Hochleistung an und so fing das Wasser bald an zu kochen. Als alles fertig war, rief er nach Frodo. Der Hobbit kam mit glasigen Augen in die Kajüte geschlurft und grinste Elrond dümmlich an. "Setz dich" sagte der Elb. "Ich habe etwas für dich gekocht. Wir wollen doch, dass du noch ein bisschen wächst, hehe".
Geschickt tischte Elrond auf und man konnte erkennen, dass er als Student, in einem Schnellimbiss für reiche Orks, gekellnert hatte.

"Was ist das?" fragte Frodo. "Das habe ich schon mal bei Sam gesehen". "Bei deinem Diener? Hat er auch gekocht?", wunderte sich der Elb.
"Nein, äh ja. Gekocht hat er auch", sagte Frodo. "Aber das meine ich nicht. Naja, ist auch egal", murmelte der Halbling, nahm
einen großen Bissen und kaute genüsslich.

"Es heißt Henrys Peitsche", verkündete das Spitzohr. "Und das da drüben nennt man Die Wiedergeburt des schönen Phoenix. Zum Nachtisch gibt es dann die Suche nach dem Schatz im Wüstensand. Lass es dir schmecken!"

Als Elrond sah, mit welchem Appetit Frodo aß, kam er selber in Versuchung etwas zu probieren. Doch dann verscheuchte er den Gedanken und beobachtete lieber nur. Solange er nicht sicher war, was er da alles zubereitet hatte, hielt er sich lieber zurück.

An estimated 70 million of this destructive pest live in New Zealand's bush just chilling out... while other rodents safe lifes: HeroRats

Áfram Ísland!

Geändert durch Aramir (11.05.2008 19:32)

  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Das von Elrond gekochte Essen war etwas zäh, schmeckte Frodo aber ansonsten nicht schlecht. Und durch das sehnige Fleisch wurde er an Sams Kochkünste auf ihrer gemeinsamen Reise nach Mordor erinnert. Dort hatte es auch Würstchen gegeben, die aus Metzgereiabfällen bestanden hatten, welche durch einen engen Darm gepreßt worden waren. Es war nicht die schlechteste Zeit gewesen.
Frodo wunderte sich nur, warum der Elb selbst nichts davon aß, sondern neben dem Tisch stand und schmunzelte. Schon ein paar Stunden später wußte Frodo warum.

Der Halbling hatte sich nach dem Essen auf dem Deck ausgestreckt und in die Wolken geschaut, bis seine Lider schwer geworden waren und ihn zu einem Nickerchen gezwungen hatten. Als er die Augen wieder aufschlug, war der Himmel dunkelgrau geworden. Ein Unwetter war im Anmarsch und schickte mit einem kalten Wind seinen Vorboten. Frodo wollte sich aufrichten und in einer der nun leeren Kajüten warten, bis es vorbeigezogen war. Jedoch zu seinem großen Schrecken stellte er fest, daß er sich nicht mehr bewegen konnte. Sämtliche Glieder waren steif geworden und er lag da wie ein Brett. Unsanft prasselten schon die ersten Hagelkörner auf sein Gesicht, während das Schiff von dem stetig unruhiger werdenden Meer hin und her geworfen wurde. Da er auch seinen Kopf nicht drehen konnte, wußte er nicht, ob jemand in seiner Nähe war, und so rief er so laut er konnte: “Hilfe! HILFE! Kann mich einer hören? Ich liege hier! Ich kann nicht mehr aufstehen, bitte helft mir!” Niemand gab Antwort. Die Ausläufer einer über das Deck schwappenden Welle flossen unter Frodo hindurch. Langsam kroch Panik in ihm hoch. Wenn er nun über Bord gespült würde, hilflos, reglos, und keiner würde es bemerken?

Einen Augenblick später krachte eine weitere, ungleich größere Welle auf das Deck und riß Frodo mit sich fort Richtung Reling. Ein gellender, angstvoller Schrei hallte hinüber zu Elrond, der das Spektakel aus sicherer Entfernung beobachtete. Bei den Hobbits wirkt alles viel stärker als bei dem großen Volke, dachte er, das muß ich mir merken. Höchst interessant.
Derweil knallte der Hobbit schmerzhaft gegen die Reling. Doch da seine Beine gerade und seine Arme zur Seite ausgestreckt und stocksteif waren, hielten die Streben ihn zurück und ließen ihn nicht hinunter ins Wasser fallen.


Weltmeister des Bockenburger-Fähren-Wettrennens 2013
You can't just GO to Pigfarts, it's on MARS!
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Das Salz brannte in seinen Augen und er japste nach Luft, bevor er abermals gegen die Reling gedrückt wurde. Gefährlich schräg lag das Schiff nun im Wasser. Sollte der Wind stärker werden, würden ihn wohl auch seine steifen Glieder nicht vor dem Ertrinken retten können. “HILFE!” schrie er mit aller Kraft. “HILFE!”

Gemächlich schlenderte Elrond über das Deck. Es sah schon komisch aus, wie der Hobbit da hing, völlig unbeweglich, als wäre er eine Statue aus Stein, die von ihrem Sockel gestürzt worden war. Er packte sich Frodo unter den Arm und trug ihn in die Elbenmesse. Dort stellte er ihn in eine Ecke, so daß die zur Seite ausgestreckten Arme gerade die Wände berührten, und betrachtete sich sein Werk eingehend. Frodo selbst sagte keinen Ton. So viele Dinge gingen ihm durch den Kopf, die der Elb jetzt mit ihm anstellen könnte, wo er sich nicht wehren konnte. Er wartete angsterfüllt. Auch Elrond sprach kein Wort. Bald hörte man nur noch die Wassertropfen, die sich zu Frodos Füßen zu einer großen Pfütze sammelten.

Schließlich brach der Elb in schallendes Gelächter aus. Frodo war völlig perplex. “Was soll das jetzt?” fragte er verdattert. “Du siehst aus”, gluckste Elrond, ”als wolltest du zu den Passionsspielen!”


Weltmeister des Bockenburger-Fähren-Wettrennens 2013
You can't just GO to Pigfarts, it's on MARS!
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Frodo kam sich vor wie ein Possum. Keiner schien ihn zu mögen! Es hätte ihm gleich komisch vorkommen sollen, als der Elb das erste Mal auf der Reise keine Nudeln zum Essen gekocht hatte! Plötzlich brach alles aus ihm heraus: "Das war gemein von dir Elrond! Du hast mich einfach in der Nässe liegen lassen und ich hab doch keine Regenjacke bei!"

Der Elb konnte nicht mehr. Hobbits waren so komisch! Elrond überlegte ob er Frodo behalten sollte. Er hatte bisher nur ein paar Womp-Ratten als Haustier gehabt, aber ein Halbling? Wir werden sehen, dachte er und schlug sich wild lachend mit den Händen auf die Oberschenkel.

An estimated 70 million of this destructive pest live in New Zealand's bush just chilling out... while other rodents safe lifes: HeroRats

Áfram Ísland!

Geändert durch Aramir (17.05.2008 21:57)

  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Langsam wurde Frodo wütend. Was sollte das, ihn hier hinzustellen und auszulachen? Dieser blöde Elb mit seinem blöden Stirnreif sollte ihm lieber mal wieder diese leckeren Plätzchen geben! Dann würde er sich besser fühlen. Er wollte sie haben. Er wollte sie jetzt haben! Sofort! Doch der Elb stand nur da und hielt sich den Bauch. Frodo funkelte ihn an: “Wenn ich schon hier bin zu deiner Erheiterung, dann könntest du mir wenigstens etwas geben!” Elrond wischte sich die Lachtränen aus den Augen. “Etwas geben? Ich weiß nicht, wovon du sprichst! Keine Ahnung!” - “Lügner! Das weißt du sehr wohl!” Grinsend schüttelte Elrond den Kopf: “Selbst wenn ich es wüßte, würde ich dir nichts geben. Weil du es nicht verdient hast. Du bist ein nichts, Frodo, ein nichts. Bald schon wirst du nicht mehr in der Lage sein, über dich selbst zu bestimmen. Armer kleiner Kerl.” Gönnerhaft tätschelte er die Wange des Hobbits.
Doch das machte Frodo nur noch wahnsinniger. Mir ganzer Kraft schlug er Elronds Arm zur Seite. Mittlerweile war die Wirkung von “Henrys Peitsche” verflogen.
Überrascht trat der Elb einen Schritt zurück. So hatte er den Halbling bisher nicht gekannt.
“GIB MIR JETZT WAS!” schrie Frodo, und seine Stimme überschlug sich dabei. Mit geballten Fäusten kam er auf den Elb zu, doch als er zum Schlag ausholte, wich sein Gegner geschickt aus, so daß er nur ins Leere traf. Er stolperte und landete unsanft auf dem Boden. Dort blieb er schwer atmend liegen. Schwarze Punkte tanzten vor seinen Augen. Was war nur mit ihm los? So eine Aggressivität hatte er bei sich selbst vorher nie erlebt. Gab es dafür einen Grund? Angestrengt versuchte er, sich an die vergangenen Ereignisse zu erinnern, um einen Auslöser für sein Verhalten zu finden. Aber bald kreisten seine Gedanken nur noch um eine Sache: Er brauchte etwas von Elronds Spezialitäten! Und er würde alles dafür tun.


Weltmeister des Bockenburger-Fähren-Wettrennens 2013
You can't just GO to Pigfarts, it's on MARS!
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht
Zusatzinformationen
Thread drucken