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Mittelerde & andere phantastische Welten » Die Gaukler-Stube » "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn"

Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Elrond schlich sich in das Schlafgemach von Galadriel. Er wusste, dass sie ihren magischen Brunnen mit auf das Schiff genommen hatte und diesen regelmäßig benutzte. Der Elb rückte den Brunnen zur Seite und stellte, das Reiseklo, das er sich unter dem Arm geklemmt hatte, an dessen Stelle. Geschickt zog er ein Pergament aus seinem Mantel, rollte es aus und las laut die Formel, die auf der Schriftrolle stand. Einen Moment tat sich nichts. Doch plötzlich schimmerte die Luft und das Reiseklo verwandelte sich optisch in ein Ebenbild des Brunnen.

Keuchend schob Elrond den richtigen Brunnen in die Abstellkammer und deckte ihn mit einem Stapel Reizwäsche zu. Zwar bedauerte er, die Dessous zu opfern, aber er würde vorerst eben etwas anderes drunter tragen müssen. Der Elb drehte sich um und wollte den Raum schon verlassen, da wurde er sich des Druckes in seiner Blase gewahr. Diese Spargelsuppe treibt fürchterlich, dachte er. Grinsend machte er nochmal einen Schritt auf den Brunnen zu.

Galadriel seufzte. Der komische Frodo und all die anderen gingen ihr langsam auf die Nerven. Sie würde sich erstmal etwas hinlegen, aber vorher wollte sie noch in die Zukunft sehen, wie lang diese furchtbare Reise noch dauern würde.

Die Elbin betrat ihre Gemächer und schritt direkt auf den Brunnen zu. Murmelnd brachte sie sich in Trance und schaute in das Wasser. Eine Zeit lang tat sich nichts, doch dann erschien etwas schemenhaftes: Als erstes sah sie eine Ente, die ihren Hals krumm machte, um unter eine Art Vorsprung zu sehen. Dann verschwandt die Ente und nun erschien ein kahlköpfiger Mann, der die Arme vor dem Körper verschrenkte und ihr zuzwinkerte. Auch der Mann verschwand und zuletzt zeichneten sich zwei Runen im Brunnen ab: 00

Galadriel wusste, das es keine elbischen Runen waren. Doch was würden diese wohl bedeuten? Egal erstmal brauchte sie Ruhe. Sie tauchte beide Hände in das Wasser und benetzte ihr Gesicht. Das magische Wasser war immer gut für ihre Haut gewesen. Auch tat es ihrer Stimme gut. Sie beugte den Kopf, nahm einen großen Schluck und gurgelte. Nach einem Moment schluckte sie das Wasser runter. Erschöpft ging sie zu ihrem Bett und viel sofort in einen unruhigen Schlaf.

An estimated 70 million of this destructive pest live in New Zealand's bush just chilling out... while other rodents safe lifes: HeroRats

Áfram Ísland!
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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Nicht mehr seit dem Ringkrieg war sie von solchen Alpträumen gequält worden. Sie warf sich im Schlaf von einer Seite auf die andere und unter den geschlossenen Lidern bewegten sich ihre Augäpfel ruckartig hin und her.

Als sie aufwachte, war sie schweißgebadet. Erschöpft blieb sie noch eine Weile liegen, um sich zu beruhigen. Erst als sie wieder ruhiger atmete, wälzte sie sich aus dem Bett und stieg nach oben. Es dämmerte schon, als sie sich an die Reling stellte und die untergehende Sonne am Horizont betrachtete. Bis auf die sanft gegen das Schiff schlagenden Wellen herrschte Stille.

Plötzlich tippte ihr jemand auf die Schulter. Erschrocken fuhr sie herum und sah Elrond, der sich lautlos genähert haben mußte. "Bei Eru, hast du mich erschreckt! Laß das gefälligst!" fuhr sie ihn an. Doch Elrond regte sich nicht, nicht einmal, als er sprach: "Möchtest du in den Spiegel sehen?" Galadriel runzelte die Stirn. "Was soll das? Das ist mein Satz, nicht deiner! Also hör auf mit dem Schabernack!" Doch schon hatte Elrond einen Spiegel in der Hand und hielt ihn der Herrin von Lorien direkt vors Gesicht. Und was sie sah, ließ sie erbleichen. Ihre sonst so perfekte Haut war übersät mit Flecken und Pusteln und hing teilweise in Fetzen herunter. Die Haare waren wie Stroh und standen in allen möglichen Winkeln vom Kopf ab. Entsetzen breitete sich in ihrem Magen aus, kroch den Hals hinauf und wollte sich mit einem schrillen Schrei Luft verschaffen, doch statt dessen brachte sie nur ein heiseres Krächzen zu stande. Von Panik ergriffen stolperte Galadriel über das Deck, den Blick von gelbem Nebel getrübt. Ihre Füße stießen schmerzhaft gegen undefinierbare Hindernisse, bis sie schließlich stolperte und fiel. Und fiel. Und fiel. Und fiel.

Als sie aufwachte, war sie schweißgebadet. Erschöpft blieb sie noch eine Weile liegen, um sich zu beruhigen. Erst als sie wieder ruhiger atmete, wälzte sie sich aus dem Bett. Elrond! schoß es ihr durch den Kopf. Irgend etwas hatte dieser Giftmischer angestellt, da war sie sich sicher. Langsam trat sie an ihren Brunnen und legte die zitternden Hände an den Rand. Sie zog mehrmals tief die Luft ein, bevor sie sich langsam nach vorne beugte, um hineinzusehen.

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Sie schaute ihr Spiegelbild an - und keuchend ließ sie den angehaltenen Atem entweichen. Sie sah nicht so aus, wie sie sich in ihrem Traum gesehen hatte. Im Gegenteil. Ihre Wangen hatten eine gesunde rosarote Farbe, das Haar glänzte und ihre Haut war sanft und glatt. Wie ein stolzes Roß warf sie ihren Kopf zurück und lachte erleichtert. Es wäre ihr unterträglich gewesen, wenn dieser schlimme Alptraum tatsächlich wahr geworden wäre. So aber ging sie gut gelaunt an Deck, um, so hoffte sie, die bewundernden Blicke der anderen zu genießen.

Doch als sie hinaustrat, stand nur Elrond an der Reling und starrte verträumt und mit einem Lächeln auf den Lippen hinaus aufs Meer. Als er sie kommen hörte, drehte er sich um - und seine Gesichtszüge gefroren. "Galadriel!" japste er. "Wie siehst du denn aus?" Äußerst zufrieden blickte sie ihn an. "Hübsch, nicht?" trällerte sie und stolzierte an ihm vorbei.

In Elronds Kopf arbeitete es heftig. Wie war das gekommen? Er wollte sich doch rächen, rächen für den dreisten Diebstahl, den dieses blöde Weib begangen hatte! Wie hatte DAS dabei heruskommen können? Frustriert schlug er mit der Faust auf die Reling. Was hatte er nur falsch gemacht? Wieso... Plötzlich fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Urin! Das mußte es sein. Er erinnerte sich an eine alte Pergamentrolle in seiner Bibliothek, in der etwas von der heilsamen Wirkung des Eigenurins stand. Nun, Galadriel hatte sich zwar nicht tatsächlich mir Eigenurin gewaschen, aber da Elben fast alle irgendwie miteinander verwandt waren, war es so gut wie dasselbe. Er spürte die Wut in sich kochen und schwor sich, auf dieser Fahrt noch Rache zu nehmen. Oh ja, das würde er.

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Bei den Piraten des Fauns

Sam war nun schon ein paar Tage auf dem Schiff, doch bezweifelte er, seinem Ziel näher gekommen zu sein. Vielmehr hatte er den Eindruck, sich jede Sekunde weiter davon zu entfernen. Die "Belohnung", die ihm an den Grauen Anfurten in Aussicht gestellt worden war, hielt nicht das, was man sich normalerweise von Belohnungen verspricht. Kurz nachdem das Schiff abgelegt hatte, hatte der Faun ihm freundschaftlich auf die Schulter geklopft und ihm eröffnet, daß er ganz vorne im Bug rudern durfte, wo der Gestank nach Achselschweiß und anderen Körpergerüchen am geringsten war und vom Wind in Richtung Heck geweht wurde. So verbrachte er also die meiste Zeit des Tages mit Rudern und schlief abends, mangels eines anderen Schlafplatzes, totmüde auf einer zusammengerollten Taurolle ein.
Am fünften Tag jedoch lud ihn der Faun ein in seine Kabine. Sie war groß und geräumig, und durch die vielen Fenster sehr hell. Sam blinzelte, als er eintrat. Seine Augen hatten sich schon zu sehr an das Dämmerlicht gewöhnt, in dem er den Tag verbrachte. Zum Schutz gegen das gleißende Licht nahm er die Hand an den Kopf und sah er sich um. Die Wände waren mit rosa Holz vertäfelt, und auf dem Boden lag ein flauschiger Teppich in Herzform. In einer Ecke bemerkte er Erich den Hünen, der ihn verschmitzt angrinste. Der Faun saß an seinem Schminktisch und winkte ihn herein.
"Es soll eintreten, es soll nähertreten, ich möchte es mal betrachten. Hmmm. Ja. Sehr hübsch, sehr hübsch. Nun. Öhem. Es weiß, warum es hier ist?" Sam trat unsicher von einem Bein auf das andere und betrachtete seine eigenen Füße. "Äh - nein." Irgendwie hatte er gar kein gutes Gefühl bei der Sache. Der Faun kicherte leise. "Es muß keine Angst haben! Es soll sich einfach ausziehen." Erschocken und völlig perplex hob Sam ruckartig den Kopf und starrte den Kapitän mit großen Augen und offenem Mund an. "W...WAS?" Er schluckte, schwankte leicht und mußte sich an einer Stuhllehne abstützen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Diesen Satz hatte er eigentlich erst erwartet, wenn er mit Frodo... "Es hat schon richtig gehört", sagte der Faun belustigt, "Ausziehen!" Für eine Weile stand Sam wie versteinert. Seine Hände hielten sich krampfhaft an der Lehne fest, er schloß die Augen, doch als er sie wieder öffnete, befand er sich zu seinem Leidwesen immer noch in der Kabine des Fauns. Sein Herz pochte so wild gegen seine Brust, daß es fast schmerzte. Erst als der Kapitän ihm mit einer ungeduldigen Handbewegung bedeutete, endlich anzufangen, löste er langsam und mit zitternden Fingern die Elbenbrosche. Mit einem sanften Rascheln glitt der Umhang über seinen Rücken hinunter und landete auf dem Boden zu seinen Füßen. Doch als er damit anfing, seine Hosenträger herunterzustreifen, stieß der Faun einen schrillen Schrei aus. "Iiiih, was macht es denn? Sofort aufhören! Will es, daß ich mich übergeben muß?" Sam hielt erstaunt inne. "Es soll seine stinkenden Lumpen anbehalten und mir nur den Umhang reichen!" Er konnte regelrecht spüren, wie bei diesem Satz sein Herzschlag langsamer wurde. Sichtlich erleichtert bückte sich der Hobbit nach dem Elbenumhang und tat, wie ihm geheißen. Vorsichtig nahm der Faun ihn in die Hände. "Ja, der ist gut!" rief er nach einem Moment glücklich und lehnte sich entspannt zurück. "Erich, du kannst nun beginnen!" Erich trat heran und legte den Umhang über den nackten Oberkörper des Fauns, daß nur noch dessen Kopf herausschaute. "Von diesem bekomme ich bestimmt keine Pusteln wie von dem Plastikzeug. Endlich wieder Haare schneiden ohne diesen fürchterlichen Juckreiz hinterher!"

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Tol Eressea kommt näher

Frodo konnte sich nicht mehr erinnern, wie viele Tage er nun schon auf dem Schiff verbracht hatte, möglicherweise waren es auch schon Wochen. Die andauernden Demütigungen jener, die er für seine Freunde gehalten hatte, hatten einen tiefen, schmerzenden Riß in seiner Hobbit-Seele hinterlassen, der jedes andere Gefühl erstickte. Jegliches Gespür für die verstrichene Zeit war verloren gegangen. Oft konnte er sich abends nicht erinnern, was er morgens getan hatte, und vielleicht war es so am besten. Seine Mahlzeiten nahm er ein, weil es eben so sein mußte, aber sie schmeckten nach nichts. Ebensowenig bemerkte er, ob die Sonne warm und freundlich vom Himmel schien oder durch kalte Regenwolken verdeckt war. Für ihn war jeder Tag einfach grau und trostlos. Es kam ihm so vor, als ob sein Körper zwar noch auf dem Schiff weilte, seine Seele aber längst von Bord gegangen und irgendwo im tiefen Meer verloren gegangen sei.

Er fragte sich, wie lange es wohl noch dauern würde, bis er wie Bilbo einfach lethargisch den ganzen Tag dem Horizont entgegenblickte, ohne ihn wirklich zu sehen. Wobei ihm dies in seiner derzeitigen Lage wie eine Erlösung erschein.

Auf den Einlauf konnte er allerdings gerne verzichten. Und auf die Besorgung der Zutaten auch. Denn seit einiger Zeit mußte er Elrond dabei helfen, sie zusammenzusuchen. Dabei bekam er ein Seil um die Füße gebunden und wurde kopfüber längs am Schiff hinuntergelassen, um bestimmte Pilze und Flechten von der Schiffswand abzukratzen. Elrond war hierbei sehr streng. Bevor er nicht die nötige Menge zusammen hatte, mußte er weitermachen. "Da kannst du dich bei Galadriel bedanken, der blöden Schlampe!" sagte er dann immer, doch Frodo verstand nicht, was damit gemeint war.

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Eines Tages hing Frodo wieder mal am Schiff hinab und gab sich alle Mühe, mit seinen abgekauten Fingernägeln die Pilze abzukratzen. Die Gischt spritzte ihm immer wieder unangenehm ins Gesicht und zwang ihn dazu, sich fortwährend das Salz aus seinen schon geröteten Augen zu reiben. "Womit habe ich das verdient", murmelte er wiederholt vor sich hin, "was habe ich nur getan, um mit diesem Schicksal geschlagen zu sein." Das Meer unter ihm gurgelte und gluckerte und er war froh, daß es seine Selbstgespräche übertönte. Denn es wäre nicht der erste Mal gewesen, wenn Galadriel oder Elrond ihn zusätzlich noch verhöhnt hätten. So hing er einfach da, lauschte sich selbst und dem Meer, während ihm das Blut in den Kopf stieg.

"Frodooo..."

Was war das? Erstaunt sah er nach oben, doch da stand niemand. Er rieb sich mit der Hand über die Augen und zog sich ein wenig am Seil hoch. Tief ein- und ausatmen, dachte er. Ein und aus. Ruhig bleiben.

"FRODO!"

Vor Schreck glitt ihm das Seil aus den Fingern und durch seinen kurzen Fall zog sich der Knoten um seine Füße noch fester. Mit schmerzverzerrtem Gesicht tastete er vorsichtig nach seinen Knöcheln, die schon ganz rot und wund waren. "Ich verliere meinen Verstand", preßte er hervor, "der Moment ist gekommen. Ich höre Stimmen, obwohl niemand außer mir spricht."

"He, Frodo, bist du irgendwie ein bißchen doof oder so? Hier bin ich! Hallo!"

Langsam legte Frodo den Kopf in den Nacken und sah nach unten. Kurz unter der Wasseroberfläche war etwas, das dort nicht hingehörte. Was war das? Eine Fratze?

"Na, endlich siehst du mich. Das hat ja gedauert." Frodo war so perplex, daß er erst einmal nichts anderes tun konnte, als mit offenem Mund und großen Augen hinunterzustarren. "Du weißt, wer ich bin, oder? Nun? Ich bin Ulmo! Und ich habe dir etwas zu sagen. Hör genau zu!"

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Ulmo, dachte Frodo. Einer der Vala, der König der Meere. Und er spricht mit mir. Es muß etwas Bedeutendes sein. Etwas wichtiges. Der Herr der Wasser hat sich erst wenigen offenbart.
Frodo klappte den Mund zu und sah erwartungsvoll hinunter.

"Also", begann Ulmo, "folgendes: Ding dang dongelong, ich bin hier der Checker. Kann es nicht mehr hören, dein Selbstmitleid-Gemecker. Dongelonge dall dill, wann bist du endlich still? Ich hab die Schnauze voll von dir, dongelong, verzieh dich hier!"

Als er geendet hatte, sahen sich der Hobbit und der Vala an. Frodo konnte nicht glauben , was er soeben gehört hatte, und in seinem Kopf drängte sich wieder das Wort "Wahnvorstellung" in den Vordergrund. Ulmo hingegen konnte nicht begreifen, was an seiner Botschaft so schwer zu verstehen gewesen sein sollte. Während sich die beiden lange Zeit schweigend ansahen, schien es, als würde auch das Meer in gespannter Erwartung still verharren. Das Gurgeln und Gluckern hatte aufgehört, und wenn nicht der Wind ein wenig gepfiffen hätte, wäre es gänzlich ruhig gewesen. Schließlich räusperte sich Frodo. "Ähm, war es wirklich das, was du mir sagen wolltest? Oder hast du dich vielleicht in der Person geirrt?"
Das Wasser begann wieder wild zu schäumen. "In der Person geirrt?" antwortete Ulmo aufbrausend. "Wie kannst du es wagen! Der König der Meere soll sich in der Person geirrt haben? Ich weiß genau, wen ich vor mir habe! Jawohl! Versuche nicht, mich für dumm zu verkaufen, du Wurm, sonst wirst du es bereuen! Mit nur einem Augenzwinkern kann ich Schiffe versenken und Länder überfluten, also halte deine Zunge im Zaum!" - "Es... es tut mir leid", stotterte Frodo, "ich wollte dich nicht beleidigen. Es ist nur - ich habe Mittelerde von Saurons Herrschaft für immer befreit, bin dabei schwer verwundet worden, so schwer, daß ich mich davon nicht mehr dauerhaft erholen konnte, habe dem Tod ins Auge geblickt und unvorstellbare Qualen erlitten. Und was ist der Dank?" Seine Stimme zitterte nun. "Ich muß das Deck dieses Schiffes schrubben, alle behandeln mich wie einen Sklaven, lassen mich schuften für ein Stück trockenes Brot und eine handvoll schleimige Pilze. Dabei ist es ihnen völlig egal, daß sie nur hier sein können, weil ich getan habe, was ich getan habe! Das habe ich einfach nicht verdient!" Er hatte sich so in Rage geredet, daß er nun völlig außer Atem war und erst mal tief luftholen mußte.
"Mein lieber Frodo", sagt Ulmo ruhig, "denke bitte genau darüber nach, was du eben gesagt hast. Bist du sicher, daß Mittelerde alles dir zu verdanken hat? Wer hat denn den Ring in das Feuer des Schicksalsberges geworfen?"
"Natürlich i..."
"Siehst du. Das warst nicht du. Gollum war es. Er ist der Retter von Mittelerde und wird bei den Ainur hoch geschätzt. Was deine Geschichte angeht - keine Ahnung, ob das wahr ist oder nicht, hab davon noch nie was gehört und es interessiert mich auch nicht. Für mich bist du einfach ein nerviger Hobbit, der mir in meinen Mittagsschlaf gejammert hat."

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RzwoDzwo

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Frodo seufzte tief. "Ein nerviger Hobbit. Natürlich. Was auch sonst." - "Fängst du jetzt schon wieder an?" - "Nein, nein. Alles in Ordnung"
Ulmo verdrehte die Augen. "Also gut, wenn diese Lamentiererei aufhört, werde ich der Sache mit der Ringvernichtung und allem was dazugehört nachgehen. Bei Gelegenheit." Mit diesen Worten veschwand sein Gesicht tief unter der Wasseroberfläche. Frodo sah ihm lange nach, bis es nicht mehr zu erkennen war.

"He, du sollst arbeiten, nicht einschlafen!" rief Elrond von oben herunter. "Bist du fertig?" Er wartete keine Antwort ab, sondern zog den Hobbit sofort hinauf. Wieder an Deck reichte Frodo dem Elben seine Ausbeute. "Nicht gerade viel", meinte Elrond als er sie entgegennahm. Mit einem verächtlichen Schnauben drehte er sich um und ging unter Deck in seine Kajüte. Frodo rollte das Seil auf und legte es zurück in eine Kiste.
Als er den Deckel geschlossen hatte und wieder aufblickte, konnte er seinen Augen kaum trauen. Dort, in der Ferne am Horizont... Sein Herz begann schneller zu schlagen. Aufgeregt lief er nach vorne zum Bug und beugte sich weit über die Reling. War es das wirklich? Konnte es sein?
"Dort liegt Tol Eressea, das Ziel unserer Reise." Gandalf hatte sich unbemerkt zu ihm gesellt und blickte ebenso wie Frodo auf einen noch dünnen Landsteifen, kaum mehr als ein weicher, bläulicher Nebel über dem Meer. Frodo stieß einen Freudenschrei aus. Sie waren also fast da! Nicht mehr lange, und er könnte dieses Martyrium hinter sich lassen und in Ruhe und Frieden leben bis zum Ende seiner Tage. In diesem Moment hätte er heulen können vor Glück. "Wann werden wir die Insel erreichen? Lange kann es nicht mehr dauern, oder? Ein paar Stunden vielleicht?" Erwartungsvoll sah er zu dem Zauberer herauf. Gandalf runzelte die Stirn. "Ein paar Stunden? Oh nein, viel länger, logischerweise. Die Elben mögen es nicht, wenn ihre Frisuren so verweht werden und sich Knötchen bilden. Darum bläst in Küstennähe nur ein ganz schwacher Wind, wenn überhaupt. Haben die Valar so gemacht, weil sie die Elben recht schnuckelig finden. Wir werden also noch einige Zeit brauchen, bis wir da sind. Wie lange genau weiß ganz allein der Wind." Etwas betrübt schaute Frodo wieder nach vorne. Immerhin war ein Ende dieser Fahrt in Sicht, im wahrsten Sinne des Wortes. Der Landstreifen würde größer werden und sich in ein grünes Land unter einer rasch aufgehenden Sonne verwandeln. Frodo nahm sich fest vor, die Erde zu küssen, wenn er seinen Fuß zum ersten Mal auf die Insel setzen würde.

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

“Setzt die Anker! Rafft die Segel! Macht schon, packt eure Sachen, wir sind da!”
Ein reges Treiben begann auf dem Elbenschiff. Am frühen Morgen, die Sonne war noch hinter dem Horizont verborgen, hatten sie endlich Tol Eressea erreicht. Es waren einige Tage vergangen, seit sie das grüne Land zum ersten Mal erblickt hatten. Leider hatten sie aufgrund der Flaute den Hafen verfehlt, aber noch länger warten wollte keiner an Bord, und so mußten eben alle mit dem Beiboot an Land fahren. Galadriel scheuchte nervös ihre Zofen herum, schließlich wollte sie einen guten “ersten” Eindruck machen in ihrer neuen Heimat. Ihre Haare hatte Frodo am Vorabend mit einer speziellen Spülung aus dem Brunnen in ihrer Kabine waschen müssen. Die Prozedur hatte Stunden gedauert, da Galadriel darauf bestanden hatte, jede Strähne einzeln zu behandeln. Nur so kam ihrer Auffassung nach ihre ganze Pracht und Schönheit würdig zur Geltung.
Nun ließ sie sich ins Beiboot gleiten, in dem schon Bilbo, an seinen Stuhl gefesselt und mit rasselndem Atem, senil vor sich hinstierte. Angestrengt legte sie die Stirn in Falten und überlegte, was wohl die richtigen Begrüßungsworte wären. Und langsam kam ihr ein Gedanke, er stieg in ihrem Kopf auf, nicht mehr lange und sie könnte ihn greifen und festhalten. “Ich w-weiß nicht, wie lange ich das noch ha-halten kann!” Der Hobbit schaukelte von einer Seite auf die andere. Galadriel war sichtlich verärgert. Die Worte, die eben so nahe waren, hatten sich mit einem Schlag in Luft aufgelöst. “Was ist denn, du dummer, alter Gnom? Was kannst du nicht mehr lange halten?” Bilbo verkrampfte das Gesicht. “Den Stuhl, den Stuhl!” preßte er hervor. “Wieso denn den Stuhl, du bist doch daran gefesselt, Idiot!” - “Doch nicht DEN Stuhl!” Jetzt verstand Galadriel. Schnell warf sie den goldenen Kopf zurück und rief nach oben: “Diener, sofort hier herunter und rudert uns zum Festland, wir dürfen keine Sekunde verlieren! Hopp, hopp, oder es geschieht ein Unglück und dann gnaden euch die Valar!” Da die elbischen Untertanen wußten, was mit diesen Worten gemeint war (was aber an dieser Stelle nicht erwähnt werden kann), nahmen sie die Beine und Ruder in die Hand und legten sich in die Riemen, als wenn ihr Leben davon abhinge. Als sie angekommen waren, knieten sie sich zwischen Boot und Strand auf alle Viere, damit ihre Herrin trockenen Fußes über sie steigen konnte. Danach wurde Bilbo rasch in einiger Entfernung mitsamt seinem Stuhl abgestellt, das Gesicht dem Meer zugewandt. Die Diener aber machten sich wieder auf den Rückweg, um die restlichen Reisenden zum Festland zu bringen.

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RzwoDzwo

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Aus dem Wald hinter dem Strand tauchte nun eine Abordnung von Elben auf. Sie schritten mit freundlichen Mienen und ausgebreiteten Armen auf Galadriel zu. Diese fletschte die Zähne zu einem Lächeln und betrachtete die Elben. Unter ihnen war auch ein anmutiger Elb mit einem lieblichen Gesicht, der ihr sofort ins Auge sprang. Sie kannte ihn. Aber es war schon sehr lange her, seit sie ihn zuletzt gesehen hatte. Als die Elben in Hörweite waren, räusperte sie sich. “Mae govannen! Ich bin Galadriel, die Herrsch... äh, ehemalige Herrscherin von Lothlórien. Aber ihr kennt mich ja sicher alle! Es ist mir eine Freude, von nun an unter euch zu weilen.” Der schöne Elb sah sie an. “Willkommen, Galadriel. Es ist schon lange her, doch deinen Namen und dein Gesicht habe ich in all den Jahren immer in meinem Herzen getragen. Etwas so bezauberndes zu vergessen wäre wahrlich eine Missetat. Wenn du dich nur damals für mich entschieden hättest, wie anders hätte alles kommen können. Doch nun da du hier bist, können wir nachholen, was die Zeit uns vorenthalten. Galadriel und Galathil, was für ein hübsches P...” - “Pssst!” zischte Galadriel ihm zu. Celeborn und der Rest der Elben waren inzwischen herangetreten und lauschten gespannt der Unterhaltung. “Mein edler Bruder Galathil”, sagte Celeborn, “ich verstehe nicht ganz, was deine Worte bedeuten mögen. Doch dies ist in dieser Stunde nicht wichtig. Laß dich an mein Herz drücken!” Sie umarmten sich, wobei Galathil mit wenig Erfolg versuchte, sich möglichst schnell wieder aus der Umklammerung seines Bruders zu befreien. Endlich ließ Celeborn ihn los und betrachtete ihn eingehend - und die Elbenfrau, die neben ihm stand. “Was ist das?” stieß er verblüfft hervor, “Kann es sein, daß dies... Diese Augen! Ist das deine Tochter Nimloth?” - “Äh, nein, wie du weißt ist Nimloth beim Angriff auf Menegroth getötet worden.” Celeborn schlug sich mit der Hand an die Stirn. “Ach ja, natürlich. Aber diese Ähnlichkeit! Sie hat sogar denselben kleinen Leberfleck am Hals wie du! Wie ist dein Name, mein Kind?” Nervös trat Galadriel von einem Fuß auf den anderen und betete, dieser Moment möge bald zu Ende gehen. Doch anstatt zu antworten, stieß die Elbe einen Schrei des Entzückens aus. Sie hatte jemanden entdeckt, nach dem sie die ganze Zeit Ausschau gehalten hatte: “Elrond! Mein Geliebter, du bist endlich zu mir zurückgekehrt!” Celeborn fiel die Kinnlade herunter. Völlig perplex schaute er von ihr zu Galathil und wieder zurück. Das war Celebrían, seine Tochter. Oder - zumindest war er bis vor kurzem noch davon ausgegangen, daß es seine Tochter war. Langsam drehte er seinen Kopf und sah Galadriel mit bohrendem Blick an. Nervös lachte sie zurück. Er griff sie am Arm und wirbelte sie ganz zu sich herum. “Wir haben glaube ich etwas zu besprechen! Sofort!” Wütend stapfte er den Strand hinauf und zog die hilflos gestikulierende Herrin von Lothlórien hinter sich her.

Eine peinliche Stille trat ein. Einzig hörte man Celebrían in Elronds Armen schluchzen vor Freude. Nachdem die übrige Elbendelegation sich das ganze Spektakel etwas unsicher angesehen hatte, entschieden sie, daß die Begrüßungszeremonie nun vorbei wäre und zogen von dannen.
“Jetzt können wir für immer zusammen bleiben!” sagte Celebrían glücklich als sie sich wieder etwas beruhigt hatte. “Ja, also, klar, wenn du möchtest. Ich meine, natürlich, auch ich habe diesen Moment herbeigesehnt. Hm, warum gehst du nicht schon mal ins Haus und bereitest das Essen vor? Na, das wär doch was? Ich habe hier noch kurz etwas zu erledigen.” Celebrían nickte eifrig. “Ja, gerne. Ich setze schon mal das Wasser für die Nudeln auf.”
Grinsend sah Elrond ihr nach, bis sie zwischen den Bäumen verschwunden war.

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Geändert durch RzwoDzwo (13.04.2008 16:01)

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