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Mittelerde & andere phantastische Welten » Die Gaukler-Stube » "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn"

RzwoDzwo

Droide

"Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn"

Was geschah nach Frodos Abfahrt von den Grauen Anfurten wirklich? Hier gibt es die Antworten! Tolkien-Puristen sollten bitte nicht weiterlesen.


Die Grauen Anfurten

Es war so weit! Gleich würde Frodo Mittelerde verlassen, um in Frieden und ohne Sorgen im Westen zu leben bis zu seinem Ende. Ein letztes Mal drehte er sich noch zu seinen Freunden um. Tränenüberströmt standen sie an den Grauen Anfurten. Weint doch nicht solche Krokodilstränen, dachte er, ihr seid doch sowieso alle scharf auf meine Reichtümer. Wenn ich weg bin, teilt ihr wahrscheinlich mein "Erbe" unter euch auf, um in Zukunft keinen Finger mehr krumm machen zu müssen, ihr Sesselfurzer. Nun ja, ich schenke euch trotzdem noch mal mein schönstes Lächeln zum Abschied. Dabei fiel ihm auf, daß Sam plötzlich keine Weste mehr anhatte. Seltsam.
Bald wurden die Taue eingeholt, der Anker gelichtet, und dann segelte das Elbenschiff in den Sonnenuntergang. Eine sanfte Brise streichelte Frodos Haar, die Luft roch nach frischem Meerwasser und die Möwen sangen ein Abschiedslied. Frodo seufzte. Die letzten Tage waren schlimm gewesen. Seine Wunden hatten wieder stärker geschmerzt und die Leere in seinem Innern schien ihn gänzlich erfüllt zu haben. Nichts sehnte er mehr herbei als ein ruhiges, friedliches und unbeschwertes Leben, so wie er es früher geführt hatte, bevor Bilbo gegangen und der Ring zu ihm gekommen war.
"Na, ist dir nichts aufgefallen?" Frodo erschrak. Er hatte gar nicht gemerkt, daß Gandalf sich neben ihn gestellt hatte. "Nein", sagte er schließlich, "was soll mir denn aufgefallen sein?" Gandalf grinste. "Na, dein Gärtner und Lakai Sam - ich habe ihm die Weste weggezaubert, hihi." Frodo sah ihn mit großen Augen an. "Wieso hast du das denn gemacht?" - "Na, halt einfach so. Warum nicht?" gluckste der Zauberer. "Der Ring ist vernichtet, meine Mission erfüllt, jetzt muß ich mich nicht mehr zusammennehmen. Jetzt kann ich endlich das machen, was ich will! Bevor ich wieder völlig unter Manwes Fuchtel gerate, werde ich noch mal so richtig die Sau rauslassen. Feiern. Saufen. Und natürlich rauchen, was das Zeug hält. Ich habe dem einfältigen Peregrin seinen gesamten Vorrat an erstklassigem Pfeifenkraut abgepreßt. Ich habe dir mehrmals das Leben gerettet, habe ich zu ihm gesagt, und du willst mir aus Geiz diese kleine Wiedergutmachung verweigern? Da konnte er ja nicht anders als mir auszuhändigen, wonach ich verlangte. Tja. So ein Depp."
Frodo schluckte fassungslos. Er starrte Gandalf an und konnte gar nicht glauben, daß dies derselbe war, mit dem er die Reise durch Mittelerde unternommen hatte. Konnte man sich so täuschen?
"Werter Ringträger", erklang plötzlich eine süße Stimme hinter ihm. Es war Galadriel. Sie lächelte Frodo an. "Kommt mit, ich zeige Euch nun Euren Schlafplatz." Sie drehte sich um und schien über das Deck zu schweben. Wie damals in Lorien folgte Frodo ihr völlig verzaubert. Sie führte ihn ein paar Stufen unter Deck. "Dort werdet ihr nächtigen. Es ist ein angemessener Platz für einen Helden wie Euch." Frodo erstarrte. Hatte er irgend etwas nicht verstanden? Übersehen? Überhört? Denn - Galadriel zeigte auf eine kleine Nische unter den Stufen! "Aber... Habe ich denn keine, ich meine... keine eigene Kajüte?" stammelte er. "Nein!" antwortete Galadriel mit kalter Stimme. "Ihr werdet zum Schlafen ohnehin kaum kommen!" Sie ging. Und Frodo ahnte, daß er mit seinen Vorstellungen dieser Reise vielleicht doch etwas daneben gelegen haben könnte.


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Frodo? Hatte er nicht eben Frodo gesehen? dachte Bilbo. Nein, er musste sich getäuscht haben. Frodo war schließlich jetzt in Angmar. Ja, Elrond hatte es ihm schließlich selbst erzählt! Der Rotzjunge hatte seinen Ring verkauft und verprasste das Geld nun dort in den Tavernen und auf dem Orc-Strich.

Aber war Bilbo nicht immer gut zu Frodo gewesen? Hatte er ihn nicht behandelt wie eine eigenen Sohn? Warum war er nicht als Freund zu ihm gekommen? Egal, dachte der senile Hobbit. Hauptsache Elrond kam bald mit dem Kräutersud. Dieser verdammte Elb! Wo blieb er nur? Die Zeit für Bilbos Einlauf musste doch schon längst gekommen sein!

Mit glasigen Augen starrte Bilbo in den Sonnenuntergang und spürte weder die von der Sonne verbrannte Haut, noch die wunden Handgelenke. Seit er den Ring nicht mehr besaß, waren sein Körper und Geist immer weiter verfallen und so bekam er weder mit, dass er auf Deck an einen Stuhl gefesselt war, noch hörte er das Rasseln der Fußeisen, mit denen sein Neffe, nur einige Meter von ihm entfernt, in einem Verschlag unter der Treppe angekettet wurde.

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Geändert durch Aramir (16.04.2007 22:24)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Frodo war so perplex, daß er gar nicht auf die Idee kam, sich zu wehren. Galadriel zog Handschellen mit rosafarbener Polsterung aus Schafwolle aus ihrem Ausschnitt hervor. Normalerweise hatte sie diese in Lorien dafür verwendet, ihren Gatten an das Tor zu ketten, wenn bei diesem wieder mal die Gefahr bestand, daß er ihr total zugedröhnt die Flets vollkotzte. Wo hatte er das Zeug nur immer her? Wie dem auch sei - der Hobbit mußte fixiert werden, damit er nicht in Versuchung kam, ihre ganzen Vorräte an Lembas und Miruvor zu vertilgen. Der Appetit von Hobbits war schließlich berühmt berüchtigt und ihre Reise noch lang. Frodo schaute die Elbe mit großen, blauen Augen an, die vor Erstaunen aus den Höhlen heraustraten. Da lächelte Galadriel: "Keine Angst, kleiner Freund, zum Putzen wirst du regelmäßig befreit werden." Sie warf ihm noch eine zerlumpte Decke vor die Füße und machte sich wieder auf den Weg nach oben. Hier unten war die Luft recht schlecht.

An Deck saß der alte Bilbo, völlig verschrumpelt und mit unzähligen abgestorbenen Gehirnzellen. Tja, an ihm konnte man sehr schön die Wirkung des Ringes sehen - nämlich, wenn sie nicht mehr da war. In Bruchtal hatte er als Anschauungsobjekt für mehrere elbische Medizinstudenten gedient, die den geistigen und körperlichen Verfall der Sterblichen im Alter studierten. Gott sei Dank hatte er davon nichts mitbekommen. Und auch seine Gedichte fanden großen Anklang bei Comedy-Festivals. "Die sind so schlecht, daß sie schon wieder gut sind", war der gängige Kommentar dazu, während sich die Elben vor Lachen die Bäuche hielten. "Laßt ihn ruhig in dem Glauben, daß seine Schreiberei gut ist, damit wir weiterhin vergnügt in den Bäumen sitzen und lachen können."

Endlich kam Elrond mit dem Einlauf. Schon zu lange hatte Bilbo auf ihn gewartet und hatte wieder angefangen, Kaspar-Hauser-mäßig mit dem Oberkörper vor und zurück zu wippen. "Bist du schließlich doch noch gekommen,... äh, na... wie war doch gleich der Name?" - "Elrond!" sagte der Elb und verdrehte dabei genervt die Augen.


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Er löste Bilbos Fesseln und dachte daran, wie lange er gebraucht hatte das Rezept für den Sud zu ermitteln. Angefangen hatte er mit den glibberigen Pilzen, die an den feuchten Kellerwänden in seinem Haus in Bruchtal wuchsen. Elrond hatte sie zusammen mit vertrockneten Simbelmyne aufgekocht und mit Nagetierinnereien eingedickt. Doch die Tauben, denen er den Stoff zu erst eingeflöst hatte, waren alle verreckt. Ein Umstand der ihn jedoch nicht gestörte hatte, denn er hasste all das Federvieh. Anders als Galadriel, die war immer gut zu Vögeln.

Irgendwann war ihm der Einfall gekommen, die viskose Flüssigkeit mit Trolldung zu strecken und so hatte er die endgültige Mischung gefunden. Trolldung war nur vorsichtig zu handhaben, denn er durfte nicht der Sonne ausgesetzt werden, sonst wurde er sofort steinhart und war nicht mehr zu gebrauchen.

Er nahm den ausgehöhlten Mumakil-Stoßzahn, den er aus seiner Kajüte mitgenommen und in den er den grün-braune Sud gefüllt hatte. Mit einem "Plopp" entkorkte er die Spitze. Das Zeug war wirklich Klasse, freute er sich. Alle gingen davon aus, das Bilbos Senilität davon herrührte, dass er den Ring nicht mehr besaß. Nur der Halbelb wußte, das dies seine Einläufe bewirkt hatten und das der alte Hobbit davon zum willenlose Junkie geworden war. Die anderen glaubten sogar, es handele sich um eine Heiltinktur, die er dem Halbling regelmäßig reinpumpte. Das Beste war, dass Bilbo durch die Einläufe wenigstens nicht so kotzte wie Celeborn, wenn er diesem was davon in den Wein schüttete.

Elrond träumte schon von all den Stirnreifen, die er sich mit dem Gold, das er bald beim Dealen verdienen würde, kaufen würde. Wenn ich das andere Pack erstmal im Westen losgeworden bin kehre ich nach Mittelerde zurück und werde meine Herrschaft beginnnen. Der Sud wird mir alles ermöglichen! Nur einen neuen Namen werde ich brauchen, grübelte er, bis er plötzlich einen Einfall hatte: Ich werde als Agé Ntsmíth die Völker Mittelerdes unterwerfen und knechten!

Gedankenverloren drückte er Bilbo nach vorne führte ihm den Stoßzahn ein. Immer wieder erstaunlich wie weit das Teil reinpasst, wunderte er sich, während die schleimige Brühe in den Hobbit floss.

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Geändert durch Aramir (20.04.2007 08:55)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Der Hobbit verkrampfte sich erst, bevor ein seliger Ausdruck sich auf seinem Gesicht breitmachte. Die Pilze des Suds enthielten halluzinogene Substanzen, die mit einer rasenden Geschwindigkeit über die Darmwand in die Blutbahn gelangten. Die Sonne, die schon tief am Horizont stand, verwandelte sich. "Saurons Auge!" sagte er geistesabwesend. "Dieser verfluchte Frodo! Hätte ich ihm nur nie den Ring gegeben! Aber der alte, graue Sack wollte es ja so. Da haben wir den Salat! Jetzt sitze ich hier in der Kutsche, von braunen Faunen gezogen, und reite direkt nach Mordor! Undank ist der Welten Lohn!" Sein Kopf sank auf die Brust und bald darauf schnachte er laut. Nun begann Elrond damit zu überlegen, was er morgen für seine "Kur" von dem alten Hobbit verlangen sollte. Eventuell würde eine Rückenmassage der Preis sein. Mit seinen zittrigen Händen war Bilbo ein exzellenter Masseur, der sogar seinen handgetriebenen Massagestuhl übertraf. Den hatte er einst vor 130 Jahren von Thranduil geschenkt bekommen. Elrond mußte ihm damals versprechen, daß er ihn dabei unterstützte, seinen mißratenen Sohn groß herauszubringen, auf daß Lieder gesungen und Gedichte über ihn vorgetragen würden in der kommenden Zeit. Mit Zähneknirschen hatte Elrond zugestimmt. Zu verlockend war der Massagestuhl gewesen, und oft hatte Arwen die Kurbel gedreht, während er einfach dagelegen hatte und seinen bandscheibengeplagten Rücken entspannt hatte. Das ging ja nun nicht mehr. Die blöde Göre mußte ja unbedigt diesen dreckigen Waldläufer heiraten, den man 30 Meilen gegen den Wind riecht. Egal, jetzt hatte er ja Bilbo und Frodo.

Als die Sonne langsam hinter dem Horizont versank, trug man Bilbo unter Deck und fesselte ihn wieder an den Stuhl. Für heute hatte er genug frische Luft geschnappt. Man mußte aufpassen, daß er nicht zu viel Sauerstoff abbekam, sonst könnte der Sud nicht mehr seine volle Wirkung entfalten.

Frodo kauerte derweil immer noch angekettet unter den Stufen. So langsam hatte er begriffen, daß dies kein Alptraum und keine Wahnvorstellung war, wie er sie in Mordor des öfteren gehabt hatte. Dies war die Wirklichkeit. Dies alles passierte. Es war echt. Und dennoch fühlte es sich an wie eine gigantische Illusion, erweckt vom Dunklen Herrscher, von Sauron. Er seufzte, und still kullerte ihm eine Träne über die Wange.


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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Auf hoher See

Die Nacht war schrecklich. Es war dunkel und zugig, und immer wieder hörte man etwas rascheln, was man nicht sehen konnte.
Als der nächste Morgen anbrach, hatte Frodo so gut wie nicht geschlafen. Fahles, staubiges Licht drang durch die Bretter über ihm und ließ ihn ahnen, daß es ein sonniger Tag werden würde. Aufheitern konnte ihn dies jedoch nicht. Müde und niedergeschlagen lehnte er an der Wand, den freien Arm schlapp am Boden hängend. Sein Handgelenk schmerzte und war stark gerötet. Zwar dämpfte die Schafwolle den Druck seiner Handfessel, allerdings war sie unglaublich kratzig, und der nun aufkommende Juckreiz schier unerträglich. Um wenigstens ein bißchen Frühsport zu betreiben, benutzte er seinen bepelzten Fuß, um sich zu kratzen. Seine Fußnägel hatte er lange nicht mehr abgekaut, so daß diese sich nun ausgesprochen gut dafür eigneten. In diesem Moment kam Galadriel zu ihm hinunter.
"Guten Morgen, kleiner Hobbit!" sang sie. "Hier habe ich dein Frühstück. Du wirst es brauchen für dein Tagwerk." Sie stellte ihm eine Schüssel mit trockenem Lembas und ein paar seltsam aussehenden Pilzen sowie einen Krug mit Wasser vor die Füße.


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Aramir

Gefährte

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Trotz seines Durstes schüttete Frodo sich das Wasser über die Füße. Das kalte Nass linderte den Juckreiz. Die Fußhaare waren mal wieder völlig verfilzt und die Milben und Fußläuse, die sich darin breitgemacht hatte waren die Hölle!

Ohne Wasser, musste er das Lembas nun trocken herunterwürgen und nur die schleimigen Pilze machten es etwas leichter. Galadriel war auf die Pilze, in einer feuchten Ecke, unter Deck gestoßen und dachte, dass sie gut genug für Frodo sein müssten. Was die Elbin nicht wußte war, dass Elrond die Pilze dort für seinen Sud züchtete.

Nach seinem Mahl fühlte Frodo sich etwas besser. Während er zum Nachtisch an einem großen Zehennagel knabberte, hörte er die lallende Stimme Celeborns auf Deck. Der Hobbit lauschte und obwohl er nichts verstehen konnte, hatte er plötzlich das Gefühl, dass sich das Lallen in ein gurgelndes, würgendes Geräusch verwandelte.

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Geändert durch Aramir (30.04.2007 23:44)

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RzwoDzwo

Droide

Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: Aramir]

Kurze Zeit später kam Galadriel herunter und befreite Frodo von seinen Fesseln. "Die brauchst du jetzt nicht mehr", sagte sie, und stopfte sich die Handschellen wieder in ihren Ausschnitt. Lächeld streckte sie ihm die Hand entgegen. "Komm mit an Deck, ich habe eine Aufgabe für dich." Frodo ergriff die Hand, und gemeinsam gingen Sie die Stufen nach oben. Die Luft war wirklich stickig gewesen, und Frodo war froh, als ihm endlich wieder die kühle Meeresluft entgegeschlug.

Es dauerte eine Weile, bis sich Frodos Augen an die Helligkeit gewöhnt hatten. Als er wieder alles ohne einen dunklen Schleier sehen konnte, ahnte er schon, warum Galadriel ihn befreit hatte. Celeborn hing kreidebleich über der Reling und fütterte die Fische. Grüne und braune Brocken, von einer zähen, schleimigen Suppe umhüllt, platschten ins Wasser. Doch leider hatte er es nicht rechtzeitig geschafft. Denn ein paar Schritte von der Reling entfernt begann die erste Ladung Erbrochenes schon langsam zu trocknen. Frodo hielt sich angewidert die Hand vor den Mund und wurde selber blaß. "Los, putz das weg!" befahl Galadriel ihm. "Immerhin reist du hier ohne bezahlt zu haben mit, da mußt du wenigstens arbeiten!" Frodo schaute zu ihr hoch und setzte dabei den mitleiderregensten Hundeblick auf, den er draufhatte, aber es half nichts. Die Herrin von Lórien zeigte ihm mit einem Kopfnicken an, daß er nun endlich anfangen solle.

Es seufzte tief, ehe er sich Eimer und Lappen holte, die schon bereitgestellt waren. Widerstrebend kniete er sich neben Celeborns Kotze und begann, die Sauerei aufzuwischen. Der Gestank war fast unerträglich und erinnerte ihn an den dunklen Tunnel, in dem Kankra gehaust hatte. Immer wieder mußte er seinen eigenen Würgereiz unterdrücken. Das einzig gute an dieser Arbeit war, daß er auf dem Boden kniend und rutschend sich die ganzen Milben mal von den Füßen schrubben konnte. Als er fertig geputzt hatte, konnte man die Stelle noch genau ausmachen: Hier kreuchte und fleuchte es wild umher. Am besten sollte dort niemand hineintreten. Egal, dachte Frodo, und wandte sich achselzuckend um.

In diesem Moment trat Elrond völlig entgeistert an Deck. Wild fuchtelte er in der Luft herum. "Wo sind sie, wo sind sie, mein Schatzzzz, mein Schatzzz? Sie sind unsere, sie sind's, und wir wollen sie! Die Diebe, die Diebe, die dreckigen kleinen Diebe! Wo sind sie mit meinem Schatz? Verflucht seien sie! Wir hassen sie!" Dabei wurde sein Blick immer irrer und sein Kopf schwankte von einer Seite zur anderen. Galadriel kam herbeigeeilt. "Was ist denn? Was bedrückt dich?" - "Meine Pilze! Jemand hat sie gestohlen!" jammerte er. Dann schlug er die Hände vors Gesicht und fing herzerweichend an zu schluchzen.


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RzwoDzwo

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Galadriel war das ganze Gehabe Elronds sichtlich peinlich. Vor allem sollte Frodo nicht mitbekommen, was der Herr von Imladris eigentlich für ein Weichei war. So herrschte sie den Hobbit an: "Was machst du noch hier oben und glotzt blöde wie die Kuh beim Gewitter? Geh nach unten und leere meinen Nachttopf!" Dann wandte sie sich wieder dem heulenden Elben zu. "Wein doch nicht, kleiner Elrond", versuchte sie ihn zu trösten und nahm ihn dabei mütterlich in den Arm. "Es wird schon alles gut werden. Wir werden neue, noch schönere Pilze züchten." Elrond schüttelte den Kopf und wischte sich die Tränen mit seinem langen Ärmel aus dem Gesicht. "Nein, es wird nie wieder so gute Pilze hier geben. Sie waren von vollendeter Wirkung und perfekt für meine Zwecke. Ach weh..."

Währenddessen war Frodo in Galadriels Kajüte hinunter gestiegen und versuchte, in der Düsternis den Nachttopf unter der Pritsche hervorzuziehen. Aber irgendwie kam es ihm so vor, als gehorchte sein Körper nicht mehr ganz seinem Willen. Mehrmals versuchte er den Topf am Griff zu packen, und mehrmals faßte seine Hand ins Leere. "Bei Elbereth und Luthien, was ist das hier für eine Scheiße!" fluchte er. Doch schließlich gelang es ihm noch, auch wenn ein wenig überschwappte und über seine Hand auf dem Boden tropfte. Er beugte sich darüber, faßte den Topf an beiden Griffen und wollte ihn hochheben, als er eine seltsame Veränderung des Inhalts bemerkte. Er schaute genauer. Und sah etwas, von dem er angenommen hatte, es nie wieder zu sehen.


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RzwoDzwo

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Re: "Das wahre Ende" oder "Undank ist der Welten Lohn" [Re: RzwoDzwo]

Von Innen heraus strahlte der Topf in hellem Gelb und ließ Galadriels Kajüte funkeln. Dann wandelte sich das Bild. Es war nicht mehr nur ein Leuchten zu sehen, sondern Umrisse einer Landschaft, Hügel, Bäume und Wasser. Hobbingen! Wie war das möglich? Frodo wischte sich mit der Hand über die Augen, weil er dachte, von einem Trugbild seines eigenen Verstandes getäuscht worden zu sein. Dabei kam ihm etwas Urin, was noch auf seiner Hand perlte, zwischen die Lider, und brannte fürchterlich in seinen Glubschern. Er zog scharf die Luft ein und fühlte sich sofort an Mordor mit seinen beißenden Dämpfen erinnert. Glücklicherweise lag dieser Abschnitt seiner Reise weit hinter ihm. Obwohl, wenn er seine Situation jetzt hier auf dem Schiff in den Westen überdachte, war es in Mordor doch nicht ganz so schlecht gewesen. Wie dem auch sei, er ignorierte den Schmerz in seinen Augen und wandte sich wieder dem Bild im Nachttopf zu. Der Beutelhaldenweg war zu sehen. Sam stand vor seiner Höhle, die schwangere Rosi und die Kinder an seiner Seite. Er hatte seinen Rucksack aufgeschnallt. Mehrere Kochutensilien waren daran befestigt, ebenso ein Seil und eine aufgerollte Decke. Anscheinend brach er gerade zu einer längeren Reise auf. Frodo beugte sich tiefer, und tatsächlich konnte er leise Stimmen hören.

"Geh nicht!" preßte Rosi unter Schluchzen hervor. "Du kannst mich doch nicht so alleine lassen, in meinem Zustand! Und denk doch an die Kinder! Sollen sie denn ohne Vater aufwachsen? Möchtest du das?" Sam seufzte und wischte Rosi die Tränen aus dem Gesicht. "Natürlich nich", sagte er sanft, "aber ich hab keine andre Wahl. Ich hab ihn einfach so lieb. Ich kann nich ohne ihn. Würd ich hierbleiben, würd ich zugrunde gehn. Für genug Nachwuchs hab ich ja jetz gesorgt, meine Gene werden weiterleben, hier hält mich nix mehr! Mach es gut, meine Liebe! Du wirst bestimmt bald einen andren finden. Der nette Mosco Lochner hat sowieso ein Auge auf dich geworfen, ich hab auch schon mit ihm verhandelt", hier griff Sam in seine Tasche und fühlte die Goldmünzen, die Mosco ihm gegeben hatte, "er wär bereit, sich um dich zu kümmern. Es wird also alles gut." Rosi sah ihren Gatten entsetzt an. "Mosco Lochner? Der mit dem hängenden Auge und der weichen Birne?" - "Genau der, er ist ein guter Kerl! Daß du mir keine Schande machst, gell! Und nun leb wohl!" Sam küßte seine Rosi auf die Wange, umarmte jedes seiner Kinder und schlug dann den Weg Richtung Michelbinge ein. Er drehte sich nicht noch einmal um.

Das Bild verschwand aus dem Nachttopf und man konnte wieder nur gelbe Flüssigkeit und braune Klumpen darin sehen. Frodo saß wie gelähmt davor und konnte gar nicht fassen, was er soeben gesehen hatte. Sollte dies alles wirklich geschehen sein oder war es irgendeine Teufelei gewesen? Wie konnte Sam nur seine Rosi verlassen? Warum? Warum? Plötzlich drehte sich alles und die Wände schienen auf ihn einzustürzen. Mit einem Mal kreidebleich im Gesicht verdrehte er die Augen, bis alles um ihn herum schwarz wurde. Dann wußte er nichts mehr.


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