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Gesellschaft, Kultur, Freizeit » Bibliothek » Harry Potter und die bürgerliche Ideologie. Eine kritische Auseinandersetzung mit Aufbau, Inhalt und Hintergrund der Romane.

Pyr

Gefährte

Re: Quintesssenzsatz, mir soeben durch den Kopf gegeistert: [Re: sphnix]

Ließe sich diese Quintessenz denn noch zwecks Realisierung ihrer Möglichkeiten in eine differenzierte Form bringen?

"Weit schlimmer als der Zustand, in dem nur das Schlechte gefressen wird, ist der Zustand, in dem schon alles gefressen wird."

(Bert Brecht; 'Theater als geistige Angelegenheit')
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sphnix

Gefährte

Re: Quintesssenzsatz, mir soeben durch den Kopf gegeistert: [Re: Pyr]

Wenn dieser Thread auch nur 1/10 der Beachtung des anderen HP-Threads fände, wäre das fast eine Überlegung wert. Aber ich habe das dunkle Gefühl, dass ich eigentlich eh schon viel zu viel Text in den luftleeren Raum reinschreibe.


no suicides permitted here, and no smoking in the parlor

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ratatoeskr

Gefährte

Re: Quintesssenzsatz, mir soeben durch den Kopf gegeistert: [Re: sphnix]

Über diesen Thread wurde ein Buch geschrieben...

https://www.transcript-verlag.de/978-3-8...ulturindustrie/
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mohrchen

Gefährte

Re: Quintesssenzsatz, mir soeben durch den Kopf gegeistert: [Re: ratatoeskr]

ratatoeskr schrieb:
Über diesen Thread wurde ein Buch geschrieben...

https://www.transcript-verlag.de/978-3-8...ulturindustrie/

Cool! Danke für den Tipp!

Gruß, Thilo.

Never take your liberty for granted, and be careful whom you vote for because it may be the last election you'll ever have.
-- Garry Kasparov

Terroristen sind NIEMALS Gläubige. Terroristen sind IMMER kranke Arschlöcher!
-- Ralf Ruthe
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sphnix

Gefährte

unqualifizierte Anmerkung, die mit der Qualität des Textes nichtss zu tun hat: [Re: mohrchen]

was ein Name


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Inken

Gefährte

Re: Quintesssenzsatz, mir soeben durch den Kopf gegeistert: [Re: ratatoeskr]

ratatoeskr schrieb:
Über diesen Thread wurde ein Buch geschrieben...

https://www.transcript-verlag.de/978-3-8...ulturindustrie/


Ah, super. Danke. Da bin ich jetzt sehr gespannt drauf.
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Iness

Gefährte

Re: Quintesssenzsatz, mir soeben durch den Kopf gegeistert: [Re: Inken]

Mich faszinieren immer wieder Menschen, die absolute Perfektion in langen Bücherserien haben wollen und dabei ganz den Autor vergessen. Das Werk hat sich nicht von alleine geschrieben und vielleicht wollte Rowling ja nur 1-2 Bücher schreiben. Ich finde ihre Leistung bei der Schaffung des Zauberuniversums (nicht nur HP), ernorm.
Beachten muss man auch, dass sie so gut wie alle Bücher unter ernormen Zeitdruck geschrieben hat, da der Verlag im Nacken stand. Und ein Autor ist nur ein Mensch, keine Maschiene.
Mich faszieniert, trotz alledem, wie durchdacht die Bücher sind.
Alles in einem: Harry Potter ist nicht umsonst bereits Klassik der Weltliteratur.
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sphnix

Gefährte

Weils ja sonst eh keiner macht: [Re: Iness]

Mich hingegen deprimieren und irritieren immer wieder Menschen, die bereit sind, ihren kritischen Verstand ausschließlich gegen Kritik zu richten, nicht aber das, was ihnen von Medien reingestopft wird. Besonders deprimiert und irritiert mich die Bereitschaft, kulturindustrielle Produkte so wahrzunehmen und zu verteidigen, als seien sie nette kleine Bastelarbeiten von Fünfjährigen, denen man doch nicht die Freude am basteln vermiesen soll, indem man ihnen sagt, dass ihr Papiertiger wie eine Tigerente aussieht (und ich würd auch einen Fünfjährigen nicht verarschen). Der Autor ist ein Mensch, aber das ändert nichts daran, dass hinter "Harry Potter" natürlich letztlich eine Maschine steht.
Was aber auch komplett Banane ist, wenn es um die Frage geht, ob ein Text in sich funktioniert, oder ob er auf mehr Beinen hinkt, als er hat. Wenn es um diese Frage geht, dann verschwinden Argumente und Kritikpunkte halt nicht wiklich, wenn jmd "also, mir hats gefallen" sagt.


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Inken

Gefährte

Ideologiekritik [Re: Iness]

Hallo Iness!

Herzlich willkommen in diesem Forum.

Man kann selbstverständlich Bücher bewundern.
Und wir brauchen neue Werke, damit sich die Leser kloppen können - und dabei selber erkennen, was sie von Büchern erwarten und was nicht.

Nichstdestotrotz ist das, was man "Ideologiekritik" nennt - klingt schrecklich und ist vielleicht sogar ein bisschen schrecklich - notwendig. Unerlässlich.

Das wird in diesem Forum sonst bei "Harry Potter", glaube ich, nicht gemacht.
Nur eben dieser Thread ist diesem Unternehmen gewidmet.

Ideologiekritik - vereinfacht und in meinen eigenen Worten ausgedrückt - bedeutet zunächst mal nur, dass man die in literarischen Werken verborgenen "Werte" herauspult.

Meist muss man wirklich diese Werte herauspulen, weil sie nicht so offensichtlich zu Tage liegen.

So kann es - theoretisch - literarische Werke und auch Kinderbücher geben, die von Lesern und Kindern verschlungen werden, dabei jedoch klammheimlich und kaum merkbar faschistoide Werte "vermitteln" und damit auch verbreiten, in die Köpfe der Kinder bringen.

Deshalb ist diese Art Ideologiekritik so unglaublich wichtig und ist Teil der literatuwissenschaftlichen Untersuchung.

Hier ist ein Link, wo das etwas ausführlicher erklärt wird:
http://www.einladung-zur-literaturwissen...id=38:kapitel-3
Ich kenne diese Seite allerdings nicht sehr genau.

Eins ist aber mindestens genauso wichtig wie die ideologiekritische Analyse eines Werkes:

Auch der, der das Werk ideologiekritisch untersucht, muss bezüglich seiner Analysen ideologiekritisch untersucht werden; auch bei ihm müssen seine "Werte", mit denen er die Werke untersucht, auf den Tisch kommen.

Eigentlich ist es Aufgabe des Untersuchenden, nicht nur das Werk zu untersuchen, sondern auch seine eigenen Wertvorstellungen selber zu benennen: damit der Leser Bescheid weiß.

Nur ist es oft so, dass nicht nur die Wertvorstellungen des Romanautors sehr verborgen sind und darum erst "herausgepult" werden müssen, sondern auch die Wertvorstellungen des kritisch Untersuchenden dem Kritiker nicht immer bewusst sind .

In dem Fall kann er sie auch nicht selber auf den Tisch legen.
Das gehört zwar eigentlich zum Job eines jeden wissenschaftlich Untersuchenden, aber es liegt dennoch mitunter nicht vor.

Möglich ist auch, dass keinem Analysierenden es richtig gelingen kann, seine eigenen Wertvorstellungen komplett zu erkennen.

Darum bedarf es dann eben immer wieder eines weiteren Analysierenden, der nicht nur dasselbe Werk ideologiekritisch erneut untersucht, sondern die bisherigen ideologiekritischen Analysen gleich mit.

Die einzig wahre ideologiekritische Analyse gibt es also nicht.
Eine Sache vielleicht noch:

Ideologiekritik ist nicht automatisch marxistisch.
Roland Barthes, der unter anderem Werbungsplakate ideologisch untersucht hat, hat als Implikation - meines Wissens - nicht die marxistische Weltanschauung.
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sphnix

Gefährte

Re: Ideologiekritik [Re: Inken]

Inken schrieb:

Ideologiekritik - vereinfacht und in meinen eigenen Worten ausgedrückt - bedeutet zunächst mal nur, dass man die in literarischen Werken verborgenen "Werte" herauspult.

Meist muss man wirklich diese Werte herauspulen, weil sie nicht so offensichtlich zu Tage liegen.

So kann es - theoretisch - literarische Werke und auch Kinderbücher geben, die von Lesern und Kindern verschlungen werden, dabei jedoch klammheimlich und kaum merkbar faschistoide Werte "vermitteln" und damit auch verbreiten, in die Köpfe der Kinder bringen.




Ich würde hier niemals von "Werten" sprechen; "Werte" suggerieren geschlossene isolierbare ethische Module, und ich sehe keinen Grund, davon auszugehen. Worum es mir geht, sind die Strukturen, Annahmen, Kategorien, die in einem Werk, offen oder gleichermaßen blind, verhandelt werden.


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